Intelligenz Blatt der Stadt Fraukfmt a. M, verbunden mit den Uvankfulkter Nachricht-«-als Extrabeilage.
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(Expedition am h Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
No. 56 Samstag de« 7. März , 1 ; 1874.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 7 März. DieBerufung de» Fürsten von Hohen! ohe-TchillingS fârst auf den Pariser Botschafter« posten schließt eine la^gschwebende Angelegenheit ab, welche im vorige» Jahre die Pè wiederholt beschäftigt hat. Die Penselschmmgungen vou damals waren sehr bezeichnend für dar Auf- und Niederwogen der Kräfte und Kämpfe nm Person Md Pletz. Daß die Estscheidung nun doch so gefallen ist, darf man wohl als einen Mweis dafür ansebm, wie viel fester und sicherer jetzt der Einfluß des Reichskanzlers eingreift. Ueber die Ersetzung des Grafen Arnim, dem schweres Familien- Itib den Wechsel zwischen Paris und Konstantinopel nicht «Willkommen gemacht haben mag, kann durch die gewählte Persönlichkeit wenigstens nach einer doppelten Richtung kein Zoeisel bestehen. Fürst Hohenlohe ist ein entschiedener An- Hangetz der nationalen P olitik Bismarck'S, eitHeidjt entliehener, als da und dort in Hof'reisen für wânfcheuSwerth gefunden wird und in Be^ug auf die Kirchenpolitik des Reichs läßt sch schwerlich an äußerlich hervorragendec Stellung eine mehr Mkkirende Persönlichkeit staden. Es ist ganz richtig, daß der Reichskanzler, ehe seine Wahl für den londoner Bot« chafi«!poste, auf den Grafen Münster fiel, diese Stelle dem Msten Hohenlohe anneboten hatte; gcg-uwärt g hat die «M«e der Pariser Postens eine viel schwerer wiegende Mhsche Bedeutung. Man nimmt an. daß Fürst Hohenlohe, ^i» der Pariser Gesellschaft zu Hause ist, persönlich den Franzosen nichts weniger als unautenehm sein wird, wenn M seine bekanunke politische Richtung ihn noch unmittelbarer zum Vertreter der ReichSiegiecmg macht, als die o"»Mei manchmal von seinem Amt-Vorgänge glauben
barer zum Vertreter der Reichstegiecurg macht» als die MiOset manchmal von seinem ÄÄt Vorgänger glauben mlllen. Für daS Ausland Legt in der Äeltimmung M Nichtpreußen für deu wichtigste» Botschafter Posten 'Reichs die sehr deutliche Erklärung, daß jeder «Msche, weß engere« HeimatülandeS er auch sei, der gegen» ^^gen ReichSregieruna- gleich würdig erscheint die MMwortungLvollstm Posten zu bekleiden, und auch tu ^rulschland selbst wird man nicht ungern auf! Neue an die «lundlofizkeit des Geredes von der Bervreußuua Leutsch- MS erinnert werden. In welch großer Zabl gerade in den D-Matischeu und konsularischen Dienst de» Reichs Nichtpreu« N WS« wurden und fortwährend gezogen werden, ergibt N Hedem bei einer kurzen Rückschau. Natürlich handelt eS
sich nicht um lauter erste Botschafterposte« und Gesandtschaften. Fürst Hohenlohe Eßte als bayerischer Kronbeamter die Genehmigung seiner Lande-Herr« zur. Amtahme des Pariser Botschofterposten- erhole«, und diejeM soll mit der größten Bereitwilligkeit gegeben worden sein. In der That hat man von je bet behauptet, daß die internationale Ehrevstellung der Mittelstaaten durch den Anschluß an daS Reich nicht nur keine Minderung, ^oâr», -eher eine Mehrpng erfahren werde, unb so barfÄÄßWW beW ein Kron« beamter des König- von Bayern eS ohne das "Reich nimmermehr dahin gebracht hätte, beideu kyeLexischM aber auch in Werken desHriedeik- vielgewändtè» ÄckchSEMseit der Bo« gesenen der offene Dolmetsch der deutsche« Nation und ihrer Rezierunge» zu fein. Ja so fern ist die Wahl Hoheulohe's nach der Lharalterfeiie ein wichtiger Fingerzeig für die deutsche Politik'; al- seinoffeae», schlichtes Wesen jede» Gedanke» an HMrkifl uNo'Nrrbrckte- Spiel au-schließt. Die französische Regierung wird mit ihm cheu Vortheil habe«, stet- klar und deutlich zu wisse«, wie sie mit Deutschlaud daran ist.
Aus der Nähe.
* H an au, 5. MätzONächsten- Mistig den 9. d. Mtr. labet die Jahresversammlung der hiesigen Geschicht-verein- r« Saale der »großen Krone" statt.
* Nassau, 5. März. Der TSbiusgM bëi Dachsen« -austn aufgefundeneu Händler- aus dem Amte Hâdamar »tagend verdächtig, ist ein Mann au 5 Attenhausen, hiesige« Amtes, der am Tage vor der geschehenen That in Gesellschaft der Gemordeten gesehen worden und seit Srmutag den )6. v. MtS. verschwunden ist. Er -stimmt au« de« Amte Hadamar. Bou Seiten dS Polizei Wirde stark auf d^srlbea gefahndet.
* Kaiser-lauter», 5. März. DaS diesigeZuchipg« lizeig-richt hat ben Bischof von Speyer wegen Belerdigung der Eheleute Marti» aus Kasel, begangen durch die gegen Letztere ausgesprochene Excommunieitiou, zu 25 Thaler Geldbüße .' event. 10 Tsge Gefängniß vermthellt.
* Kassel, 6. März. Hier hat eine Eingabe an bei Kultusminister, in welcher die Unterzeichner erklären, sich nich dem Gesammt-Conststorium unterwerfen zu wollen, der Hess. Morgenzeitung zufolge, 32 Unterschriften gefunden. Das ist, wie aber vorauszusehe« war, wenig.