Bazarz Bestell des Pestalozzi-Vereins.
Der Pestalozzi-Verein zur Erziehung verwahrloster und sittlich gefährdeter Kinder ohne Unterschied derCMsèssiou hat seit länger als fünf und zwanzig Jahren seine anspruchslose Thätigkeit mit glücklichem Erfolge von Jahr zu Jahr weiter ausgedehnt. Eine Menge von früh vernachlässigten, zum Theil arg verwahrlosten Kinder« W Durch, ihn dem gewissen Verderben entrisst»; nicht Wenige derselben befinden sich heute in geachteten bürgerlichen Lebensstellungen.
Die schnell wachsende Population unserer Stadt und die zunehmende Zuchtlosigkeit in Folge gelockerter Familienbaude und früher Verwahrlosung der Jugend haben die Zahl der Vereivszögljnge während der letzten Jahrzehnte so vergrößert, daß sie gegenwärtig. 117 beträgt. Da nun die Vertheuerung gerade der »othwendigsten Lebensbedürfnisse den für jedes einzelne* Kind er* forderlichen jährlichen Kostenaufwand wesentlich erhöht hat, die regelmäßige Einnahme des Pestalozzi-Vereins sich aber nicht vermehrt und die Zahl seiner bet Verein in nicht ae* ' ' ’ ' xstlbe fl. 4CO0
ich, wenn ihm
Schon hat der Vo
Mitglieder sich nicht vergrößert hat, so befindet sich ringer finanzieller Bedrängniß. Im vergangenen Jahre hat derselbe fl. 4000 mehr ausgegebeu, als eingenommen; im laufenden Jahre wird sich, wenn ihm nicht außerordestliche Hülfe zu Theil wird, ein gleiches Deficit herausstellen. Schon hat der Vorstand während eines halben Jahres nur den allerdringendsteu an ihn gerichteten Gesuchen willfahren körnen; seit Januar dieses Jahres hat er allen «»gemeldeten Kindern die Aufnahme versage» müssen.
Die Unterzeichneten haben in die avgedeniete» Verhältnisse Einsicht gewonnen. Durchdrungen von dem lebhaften Gefühl, daß der Verein seine segensreiche Thätigkeit nicht beschränke» darf, möchten sie seiner augenblicklichen finanziellen Roth abhelfen und demselben eine ausgedehntere Wirksamkeit für die Zukunft ermögliche». Sie sind deshalb zu einem Comits zusammenge- treten, welches sich die Aufgabe gestellt hat, die Veranstaltung eines Bazars zum Besten der Vereiuszwecke vorzubereite». Die Noth ist groß! Die Gefahr noch größer! Sie zählen nach Hunderten, diese Verlassensten und Elendesten unter den Kleinen, welche nie in ihrem Leben wahre väterliche und mütterliche Liebe erfahren baken; deren Dasein nicht als beglückende Freude, sondern nur als Last, vielleicht als quälerische Anklage empfunden wurde; die früh zu allem erdenklichen Bösen von Denen selbst angeleitet wurden, an welche sie mit allen Bauden der Ehrfurcht und Dankbarkeit gebunden sein sollten; die in liebloser Pflege am Leibe vernachlässigt, an der Seele verwahrlost, sicherem Verderben preisgegeben sind, wenn erbarmende Liebe sich ihrer nicht annimmt.
Möchten deSdslb Alle, welche ein Herz haben für die Jugend und in der Gegenwart die bessere Zukunft bereiten wollen, unser Unternehmen fördern ! Wir bitten dringend — zunächst um reichliche Zusendung von Verkaufsgegeu- stâude» für den Bazar und werden es dankbar anertenwen, wenn die verehrten Geber den einzelnen Gaben den ihnen passend scheisenden Verkaufspreis beifügen wollen.
Zur gest. Beachtung.
fâtném geehrte» Publikum von Frurckfu't und btt UM- grgevs wie Nachbarn zur Nachricht, daß ich unteren heutigen Datum eive.PteinkohleK," sowie Brennholz-, Tann- äpfel-, Cykks- und Holz*oklrn-HandKng auf der
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eröffnet habt und bitte um geneigte» Zuspruch.
'- Hochachtungsvoll
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Briefe richte man an die Expeditioti dieses Blattes unter W. S 10. 1848
Für unseren Bazar haben wir den großen Saal des Saalbanes »nd zwar für Donnerstag den 8«. und Freitag den 27. März in Aussicht genommen.
Frankfurt a. M., den 26, Februar 1874.
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