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Intelligenz Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit denâkaNkfusiep Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition am h. Geisipförtchen, Schlachthausgasse 21.)

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No. 48 WSKnsrftKK den 26. Februar 1874.

Aederblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 26. Februar. Der dieser Tage in DMstads plötzlich gestorbene Führer der russischen liberalen Pârtei, August Metz, war schon seit einiger Zeit kränklich unb hatte darum die Annahme eines ReichStagSmaudateS ab- gelehnt. Seit dem Jahre 1859 stand er als Mitglied des National-Vereins an der Spitze der Agitation, die in das bis dahin stagnirer.de politische Leben de« GroßherzogthumS Hessen wieder Bewegung brachte. An Fähigkeiten waren ihm andere hessische Abgeordnete ohne Zweifel überlegen, aber er war ein Volksreduer, der auf die Massen zu wirken verstand. Per Kampf der hessischen Fortschrittspartei gegen daS Mim- stamm Dalwigk war lange Jahre ein vergeblicher; das Jahr 1866 war ihr eher nachtheilig als förderlich und erst nach 1870 kam sie durch den Anstoß von Außen zu wirklichem Einfluß auf die StaatSgesitzgebung Metz hatte sich als po Wcher, Parteiführer heftige Feindschaften zugemgen, die auch sem Privatleben nicht schonte. Metz war Hofgerichtsadvokat in Darmstadt, katholisch und geboren 1818 in Dreieichenhai« am Neckar.

Die Stellung der CentrumSpartti drk Reichstages zu dm Entwurf eines Reichs wiMrgesetzes bildet andauernd den GAmstand lebhafter Erörterungen. Wenn neuerdings das »Deutsche Wochenbl." behauptet, alle Gerüchte von Ber­schen deS Centrums, durch Anerbietungen in der Militär- skuge eine Aenderung der Kirchenpolitik herbeizaführen, feien dus Gebiet der Conjectüren zu verweisen, jo entspricht c'^ Behauptung nicht dem wirklichen Sachverhäktniß. Nach bestimmten Verstchemngen sollen in der That an hohen Stelle» Sondirungen stattgefnnden habe», denen ein solcher LompromiSgedanke von Führern des Centrums zu Grunde lag. Auch verlautet, daß dieser Gedanke selbst schon in enge- r-uvarlameutarischen Zirkeln, die nicht zum Cent-um gehöre», ourq Vermittler desselben angeregt nnd zur Erörterung ge- vracht wort»» sei.

DaS »Elsässer Journal" schreibt: »Die fetten Lauth, Dutsch und Häffely find in Elsaß zurückgekehrt undinStraß- vurg ewgetroffen. Zugleich vernehmen wir, daß auch alle S* Deputirten Berlin verlassen haben. Was werden sie M lhnn? Ihre Ausschüsse und Organe haben vor der Wahl «klärt, chre erste und hauptsächlichste Aufgrbe bestehe darin lu Protest««. Die Protestatio» ist erfolgt. Sinem Se-

fühle, welchem selbst die DeMschen ihre Achtuug nicht ver- j sagen dürfen, da dasselbe einem höchst achtungswerthen I Princip entspringt, ist Genüge geleistet worden. Allein wir glauben nicht, daß hiermit die Aufgabe unserer Abgeordneten alS vollendet betrachtet werden könne und wir haben Grund zur Annahme, daß sie selbst Schl, ihre Entlastung zu nehmen BwWW i V°WN Deputirtey also bald wieder^ nach Berlix zurückkehren und iOc» Sitz wieder einmhrüen, Lmdie Rechte und Freiheiten der Elsasses daselbst zu vertheidigen.

Aus der Nähe

* Mainz, 25. Februar. Der Bischof von Metz und Reichstagsabgeordurter Dupont des Loges prssirte auf seiner Rückreise von Berlin unsre Stadt, laS in St. Ignaz Lie Messe und reiste dann gegen 12 Uhr von hier nach Metz.

* Mainz, 22. Febr. Ei« Artiller ie-Officier wettete gestern Nachmittag mit einem hiesigen Privatmanne, daß er über die Treppe eines HotelL in der Rhrinstraße und in daS Gastzimmer desselben reiten werde, ohne daß sein Pstrd im Äk««astew Schaden nähme. Der Civilist war der Mnnüng, derDWerkönne das nicht aus führe« und ging ene Wette um 20 Flaschen Champagner ein. Der Artillerie- Officier brachte aber daS Beabsichtigte ungehindert und schön zu Wege, so daß der Andere den Schaumwein, um den man gewettet hatte, auffahren lasten mußte.

* Darmstadt, 20. Febr. Auf einem von Herrn Gay- doul anzekmfte« Grundstücke in der Ernst-Ludwigsstraße, auf welchem ein NeMu aufgebaut werden soll, wurden beim tAèlSgrabew pes Fundaments eine âzdhl Töp^e mit Silber- münzen, Kreuzer, SechShâtzner und Laubthaler, aus der Mitte und dem Ende vorigen Jahrhunderts stammend, im Ganzen einen Werth von 700 fl. reprâfentirend, aufgefunden.

* Fulda, 22. Februar. Im hiesigen AmtsgerichtSgebäude wurde dieser Tage Nachts «ingebrochrn und der Depositen- kästen, welcher mit einet klimme von circa 10,000 Thaler »»gefüllt war, entleert. Hütte, wie bis vor einigen Jahren noch, eia Militärposten im inneren Gefängnißhofe gestanden, so würde der über alle Maßen frech auSgefjihrte Diebstahl ganz unmöglich gewesen sein.