ZnrelligenzBkatt
der Stadt Fraukfmt a. M,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
»: (Expedition aâ> h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Ro. 46 Dienstag den 24. Februar 1874.
UederdlilK der Ereignisse im Gebiete Ler politischen un-.Materikllen Interessen.
Frankfurt, 21 Februar. Das in Berlin verbreitete Serücht, wonach die elscß- lothringischen Abgeordneten Berlin verlassen haben soll!ev, hat sich nicht bestätigt; sie sind in Berlin verblieben unv wollen ihre Plätze im Reichstage nicht rafgebim. Dagegen ist folgende Kundgebung zu dem steuogra- phischen Berichte eingereicht worden : Auf Grund deS §. 56 der SeschLftsordoung erklären wir, daß wir bei der Abstimmung über den Antrag Teutsch und Genossen sitzen geblieben N, nicht um mit der Mehrheit zu stimmen, sondern um «sS der Abstimmung zu enthalten, und daß wir das darum gethan haben, weil man unS durch den Schluß der Debatte die Möglichkeit abgejchnitten hatte, unsere Stellung zur Sache zu erläutern, wir aber in den Erklärnsgen der beiden einzig zu« Wort verstatteten Redner« aus Elfaß-Lothringen eine genügende Darstellung dieser Stellung zu finden nicht vermögen. L. Winter», Löhnlin, J. S. Simonis, Philippi- Baron von Schauenburg, CH. Abel Dr. jur., I. Gnerber, L. Hartmann. Eine zweite, gleichfalls zam stenographischen Berichte ein- gereichte, dieselbe Angelegenheit betreffende Erklärung, lautet: Die Unterzeichnete«, welche für de« Antrag Teutsch und Genossen gestimmt haben, aber nicht zum Worte komme« konnte», um die Abstimmung zu motiviren, sehen sich mit Berufung auf §. 56 der Geschäftsordnung zu folgender Begründung ihrer Abstimmung veranlaßt: „Wir haben dem Anträge ZUgestiwH, weil derselbe einen Protest gegen die gewaltsamen, dütch das Völkerrecht verurthe lten Annexionen in sich schließt, und gleichzeitig der berechttgten Forderung Ausdruck gibt, daß künftige Landesverfassung für Elsaß-Lothrinoeu nicht ohne Zupimmung der Bevölkerung f-stgestellt wird. Wir beabsich« IW in unserer Motivirung ferner die Abgeordnete» für «lssß Lothringen aufzufordern, im Reichstage auSzuharre«, ihre Beschwerden gegen die Regierung und Verwaltung selbst vorzubrtuge», und sich an Berathung und Beschlußfassung aber ihre eigenen Angelegenheiten zu betheiligen. Der passive Widerstand hat nach unserer Ansicht keine ausschließliche Berechtigung, so lange die geringste Möglichkeit einer active» parlamentarische« Geltendmachung der Bolk-rechte auf Grnnd der allgememen und directen Wahlrechts vorhanden ist. Berlin, 18, Februar 18/4. I. Bahlteich, Ä Seib, W. Ha- tkelever, 0, Reimers, H. Hasselmr«», Joh. Mast, J. Mot- trm, Sonnemann.
die!
Eine dritte, ebenfalls zum stenographischen Bericht einge- reichte Erklärung der Polen lautet:
Mit Rücksicht darauf, daß außer zweien Astragsteller« bei der Berathung 8e« Antrages Tentsch und Genossen: Der Reichstag wolle beschließen, daß die Bevölkerung Elsaß-Lotb-
bei der Berathung de« Antrages Te"tsch und Genossen: Der Reichstag wolle beschließen, daß Lie Bevölkerung Elsaß-Lotb- ringenS, welche, ohne darüber befragt worden zu sein, dem Deutschen Reiche durch de» Friedensv-rtrag von Frankfurt eiuverlejht würde« ist sich speciell über diese Eisverleibung auszusprechen berufen wecde, — in Folge"Schluffes der Dis- cussion Niemand zu Worte zugelaffen wurde, geben wir gestützt auf I. 56 der Geschäftsordnung folgende Erklärung, Behufs Motivirung unserer, von der Majorität abweichende« Stimmung zu den stenographische« Berichten ab: Wir Pole« haben bereits in der vorige« LegiSbchckperiode Bet der Ab«
stiStnrung Über die Annexion von Slsatz'Lothriugen hervorgehoben. daß wir von unserem Standpunkte aus dem Princip der zeitige» physischen Uebermacht, auf Är«»d dtsseu Elsaß« Lothringen auch als Siegerpreis annectirt werden sollte, nicht huldigen könnte«, und schon damals unfrte Befürchtungen für die Felgen gewaltsamen Ländererwerbs für die Freiheit, Kultur und Gestitnng Europas ausgesprochen. Aber bei voller Anerkennung des historischen Rechts und des Nationalität«- Princips, welche auch damals hervorgehoben wurden, und denen wir huloige«, haben wie dennoch auch deßhalb für des AnnexisaZ-Antrag nicht stimmen können, weil wir dem Selßst- bestimmungl recht der Böller nicht vsrgreife» wollten, und haben uns damals der Abstimmung enthalten müssen. Heute, wo die Bevölkerung von «isaß-Lothringe» durch den Mund ihrer unter der Dietatur und nach seit mehrere» Jahren er- Set Annexion gewählten Repräsentanten bereits ihre lsche auszuspreche» Gelegenheit gehabt hat,' und dies durch den Antrag Teutsch und Genossen geschehen ist, sehe« wir uns bestimmt, gelten den oben ausgesprochenen Principien für den Antrag Teutsch und Genosse» unsere Stimmen abzugeben v. TaczanowSki, Dr. v. Riegolewrki, V. P rrczewâki, Dr. v. Ehoslowski, V. Kozlowski, Kegel, v. Kolkstei». Dr. v. Zsltowrki, v. Rsgalinski, Prinz Roms» EzatorySki, v. RybiuSki, Dr. v. Doutmirski.
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Aus der Nkâhe.
* München, 21. Febr. Süt drei Monaten war gestern