3 o 1 1 11 g e n tp® III ! * der Stadt Fraakfml a. M., verdrucken mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
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Samstag den 21. Februar
1874.
Werblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 21. Februar. An die braunschweigische Lndetversammluuz ist eiuRescript des Ministeriums ergangen, in weltfern letzteres dieselbe auffordert, ei« neu es Regent« sä-ft-gesetz ohne Garantie deS Kaisers zu Stande zu bringen. Nachdem in der Einleitung an das nercinbatte Regevtschaftègesetz erinnert ist, heißt es wörtlich: Vie folgt: Obschon nämlich von Er. Königlichen Hoheit dem Sroßhuzoge von Oldenburg unter vorausgesetzter Garantie St. Majestät des Kaisers und des Deutscheu Reiches die Bereitwilligkeit zu eingehender Erwägung Ler Frage zu er* keme« gegeben ist, hat dasegeu Sr. Majestät der Kaiser die «tetme Garantie zu übernehmen Bedenk«» getragen, well dem Deutsche« Reiche die Prüfung der Legitimation seiner Mitglieder, namentlich also die Prüfung der Berechtigung zu der iirbsolge in einem Bundesstaate, unter keinen Umständen mtzoge« werden könne, diesem Rechte und dieser Pflicht des Reichs Uber durch den vorgelegten Entwurf vorgegriffen »erbe» Vörde. Seine kaiserliche Majestät könne daher, so »vir- My bemerkt, zu Ihrem Bedauern dem ergangene» Krage nicht entspreche, weil durch die beabsichtigte Uebernahme einer Garantie der voraelegten Feststellungen den Rechte» des Deutschen Reiches und eventuell den Rechten ein» Mei Glieder desselben werde vorgegriffen werden. — Wiewohl das vereinbarte Gesetz lediglich den Zweck hat, die beim «ode Sr. Hoheit des regierenden Herzogs bestehenden Ber« -altnisse emstweile» auftecht zu erhatten, und insofern nur die Begründung eines provisorischen ZwischenzustandeS erzielt, ohne die Prüfung über die Berechtigung der Erbfolge im He» zogthume und über die Legitimation des künftigen Regierung»« iiachsölgers als Mitgliedes Les Deutsche« Reiches vorzugreifen, !o bezweijel» wir doch, daß es gelingen wrrde, diese Ansicht wt dem Kaiser zur Geltung zu bringen und dadurch die er* tuae Garantie zu erreichen. — Da indeß die Selbstständig« mt der Landes uns dessen verfassungsmäßige Verwaltung dernts ohnehin durch die Reichsverfassuug verbürgt ist, so Kmeu wir, daß ein die Anordnung einer interimistischen Regentschaft für den vorausgesetzte« Fall bezweckende» Gesetz «lch ohne kaiserliche Garantie mit Zustimmung der geehrten «ndetversammlung erlasse» werde» könnte. Dieferhalb wird du geexten Landesversammlung ergebeust anheimgegeben, sich mmer auSzuspreche«, ob sie in weitere Verhandlungen über
den Erlaß eines solchen Gesetzes auzutreten bereit sei, oder ob sie vorziehe, die Ausführung des vereinbarte» Gesetzes für jetzt ruhen zu lasse» — Im Uebrige» hatte« wir es für sehr wünschenSwerth, daß gleichwie ftüherhi« der Fall gewesen, die weiteren Verhandlungen in dieser Angelegenheit in geheimer Sitzung stattfinde« und sehen un» daher veranlaßt, de« früheren dahin zielenden Antrag ergebens! zu wiederholen.
Äni der RLHe.
* Hanau, 19. Februar. Da» hiesige Instrumental« VereinS-Toncert wird nur außer ben hiesigen Musikkräften drei ausgezeichnete Kräfte von auswärts, die Herren Heerman«, Wallenstein und B. Müller zufâhren. Nach bett Tagen der soffen wird sicherlich der zu erwartende Kunstgenuß eine wohlthätige Wirkung üben und das Gemüth sich gern auf die ebene Bay» der Harmonie der Töne zurückckführe« lasse».
*Aschaffe»b«rg, 18. Februar. Der Schneider Soh. Riednauer aus Schweiuhein fand gestern einen jähen Tod, indem er beim Trinke« sich des Gute« zuviel zugeführt hatte. Allzu reichlich genossener Schnaps scheint ihm einen Schlag« anfall zugezoge» in haben, dem der «och jugendliche, sonst wackere Man» erlegen ist. Ried«a»«r hinterläßt eine arme Wittwe und 2 Kinder.
* Rockenberg, 17 Febr. Dieser Tage ereignete sich hier ein sehr bedauerlicher Unglücksfall. Beim Herunterholen von Heu verfehlte der Ortsvorsteher Wolf eine Sprosse der Leiter und stürzte so unglücklich auf den Kopf, daß fein sofor« tiger Tod ersolgte. Die Gemeinde verliert einen sehr tüchtigen und brave« Mann und findet dieser Todesfall auch in weiteren Kreisen allgemeine Theilnahme.
* Kassel, 18. Februar. Der Schullehrer Dietz in Marburg, der die Anerkeuuung des Schulaufsichtsgesetzes bezüglich der Religionsunterrichtes entschiede» verweigerte, ist durch Regierungsbeschluß defillttiv abgesetzt worden.
* Han nover, 18. Februar. I« 18. Wahlbezirke der Provinz Hannover (Stade-Bremervörde) erhielt vo» 8066 abgegebenen Stimmen ObergerichtSanwalt Laporte (national-libe- r -l) 5144. Die übrigen »ertheile» sich auf Dr. Bârens in Hannover (Particularist) mit 882, auf Jork in Hambnr» (Socialdemokrat) mit 1100, auf Tecklenburg (nat.-lib.) mit 668, auf Stürcke in Nenschönebeck (national-liberal) mit 269 Stimmen.