Einzelbild herunterladen
 

»genz-BIatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den $ r au t f u 1 1 < t Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

No. 40

Dienstag den 17. Februar -----°----------------^—-—--- yai-

1874.

WerblilK der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 17. Febr. Bekanntlich läßt unser deutsches Trnalfystem im Vergleiche mit anderen Ländern noch sehr viel zu wünschen übrig. Biele Tanâle, welche längst für Handel und Verkehr ein Bedürfniß waren, müssen, um die Bersäumniffe früherer Zeiten «achzuholen, noch gebaut werden. Den kräftigen Anfang hierzu hat der Heue Handel-minister Macht, indem er von dem Abgeordnetenhaus zu Canalbau­te» in Preußen vier Millionen Thaler gefordert hat. An dieser Dumme participirt der Vrojectirte Rhein-Main-Canal W Mainz nach Frankfurt mit der Summe von 280,000 Thalern. Dieser höchst wichtige Canal hat einen doppelten Zweck. Erstens soll er das Umladen der für Frankfurt be­stimmte» Waare» auS de« großen Rheinschiffe« in kleinere Maivschjffe, welches bisher in Mainz geschehen mußte, in Wegfall dlinzsn und zweitens soll er die Stadt Frankfurt, näher an den Rhein, die Hauptwasserstraße Deutschlands, mckeu und so neben Cöln und Mannheim auch zu einem Hauvistapelplatz für Transporte auf dem Rhein mache». Die «afferverbludullg zwischen Mainz und Frankfurt ist ohne E» Laual eine äußerst mangelhafte, da der seichte Main sâr SchG von größerer Tragfähigkeit biß zu 14,000 und M^Lest»«?», wie solche seit den letzten Jahren auf dem Atzem fahre«, nur selten und gerade im Sommer, wo der A „hr auf dem Master am Stärkste« ist, ausreichende» Wasser stand hat. Der Rhein-Main-Canal wird nach dem Proirct auf dem linken Mainufer, also auf der hessischen Seile autgefütrt und bietet, da die Mainebene nur Sand- «. v ^' keinerlei Terainschwieriqkeilen. Auch erheischt

«Ttünderwerbung voraussichtlich kein so hohes Capital, ^i^'?^envreise lange nicht so hoch stehen, als auf der rechts- 2«« Seite. Die Tiefe deS Canals muß 8 Fuß betragen, Ä ^? größten Rheioschiffe, die in der Regel bei voller La- b“«”!”1^« ‘"‘^ als sieben Fuß Tiefgang haben, unbehelligt â^^kfurt fahren können. Seine Breite muß derart eèn- ?Nlt werde», daß zwei große Schiffe bequem aneinander X, können. Die Steigung der Canals ist eine sehr ge- L?^'. Daher ist eS eine Kleinigkeit, mit 2 bis 3 Pferden „ ff - geladenen Rheinschiffe von Mainz bis Frankfurt L «'^?^- so daß es nicht unbedingt nothwendig ist, daß b^TÄN^D Ak»n man die Waaren nicht besonders rasch! Men will, bis Frankfurt fahre». Außerdem ist noch der

Plan aufgestM, bei Frankfurt eine Schleußt avzulegen, um eine Stauung de» Mainwassers bis nach Offenbach zu erzie­le»; hierdurch denkt man, wenn auch nicht sieben, so doch fünf bis sechs Fuß Master zu erzeugen. Bekanntlich wird die Militairbehörde am sog. Röberspieß bei Fechenheim, gegenüber Offenbach, eine große Pulverfabrik aulege». Durch die Stau­ung deS MainwafferS bis nach Offenbach ist bau» die Mög­lichkeit geschafft», da» fabrieirt« Pulper auf dem weniger ge­fährlichen Wasserwege in große» Schiffsladungen nach der Eentralstelle Mainz z« schaffen, wo ein großer Central- KriegSbahnhof errichtet werden soll. Wer die Kosten zur Ere bauung des Rhein-Main-CanalS übernimmt, darüber läßt sich bis jetzt noch nichts Positives sage». Vielleicht baut ihn der Staat ganz auf eigene Rechnung, »der er gibt einen einmali­gen bedeutendes Zuschuß und jedes Jahr eine kleinere Summe dazu, oder aber Frankfurt baut den Canal aus seinen Mit­teln und der Staat übernimmt bis ZinZgarautie der Aktien. Jedenfalls wird der Handel-stand Frankfurts Aller aufbiete», damit das Prsieet Fei für die Stadt so wichtigen CanalS, sobald als möglich seiner Verwirklichung entgegengeführt wird.

Btt» der SkShe.

* Donauwörth, 12. Febr. Um etwas Abwechslung i» die Carnevalsfreud« der hiesigen Stadtvâter zu bringe«, habe« einige unternehmungslustige Spitzbuben sich heute Nacht daS Vergnüge» gemacht, dem hiesigen städtischen Leihans eine« Besuch abzustatterv-xjpdsch sicht ««.gegen Pretiosen rc. sich Baargeld zum Faschisg zu holen, sondern eine gründliche Re­vision vorzunehme« und aller Werthvolle zu kosfiSziren. Das vorhandene Baargeld haben die Herr« Spitzbuben auch nicht vergeffen aus der wohlverschloffenen Kasse mitzunehm«; jedoch von den Uhr« habe« dieselbe» nur die Kett« abgerissen, dagegen die UM« liegen-lasten» da sie obnedieß wissen werden, wie viel e» geschlagen hat, wenn der Arm der Gerechtigkeit ie erreicht. Fünf Thüren «ußte» aufgesprengt werde» und oll sich diese Mühe sehr reichlich belohnt haben. Der Verlust st jedenfalls für die Stadt sehr bedeutend.

* Freib urg,14; Februar. Dieser Tage Nachts hatte Eisenbahnarbeiter Spanagl beim Schlafengehen, bevor das Of«»feuer abgebrannt war, die Ofenklappe geschloffen. Am andern Morgen fand ma« sowohl ihn als seine Frau, bewußt­los im Bett« liegen. Beide solle« jedoch mm wieder außer Gefahr sein. . .