AnreHigenzBlan
der Stadt FlMkfmt a. M,
verbunden mit den Frankfurter Nachricht SN als Extrabeilage.
(Expedition am h. Geistpförtchen, HchlaMauSgaffeM.)
No. 38
Samstag den 14. Februar
1874.
UeberbUck der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 14. Februar. Der „N-Z" wird aus Paris geschrieben: Die Kommentare der deutsche« Journale haben dazu bcigetragev, daß jcht^allzemein die Eröffnn ngS- rede deS Reichstages eine friedliche Auslegung erhält. Aus den Journales ist dieser vorherrschende Eindruck ersichtlich, und auch in den ossicielle« Kreisen wird seit einigen Tagen versichert, daß jeder Grund zu etwaigen Schwierigkeiten mit Deutschland beseitigt sei. Ich bin namentlich im Stande za berichten, daß sich kürzlich der Minister des Aeuße« ren, Herzog DeeazeS, einem befreundet-» Diplomaten gegen». Über in einer Weise ansgesprochen hat, Me constatirt zu werden verdient. Der Minister erklärte im Laufe der Unterhal- tuug auf daS Bestimmteste, daß der Fürst BiSmarck in keiner Steife versucht habe, einen Druck aus die Entschließungen der französtscheu Regierung «ukzuüben, daß er keine Reklamation formnlirt, keine Zumuthung irgend einer Art gestellt habe, welche dem Gouvernement eine innere Verlegenheit hätte bereiten oder welche gar eine äußere Verwickelung hätte herbei» fähreu sönnen, und daß die Handlungsweise der deutschen Reichskanzlers gelegentlich der Schilderhebung der Bischöfe «sd anderer unliebsamer Vorfälle als durchaus eorrect und Eliot bezeichnet werden müsse. Die Berichte deS franzö»
Botschafters in Berlin sollen ebenfalls sehr befriedigend und zwar nicht allein bezüglich der zuvorkommenden Aufmerksamkeit, welche dem Vicomte Gontant-Biro» und seiner Familie sowie den sämmtlichen Mitglieder« der Botschaft von Seiten deS HofcS und der Gesellschaft zu Theil wird.
In Posen ist am letzten 'Sonntage, wie die „Pos. ßtg.* âldet, in den katholischen Kirchen ein Rundschreiben bei Grneral.OsficialS und SuffraganbischofS JamSzeSwSki nerlesen worden, worin den Gläubigen „daS Unglück, welches die Erzdiöces, betroffen," mit>etheilr uuö zugleich bekannt gewacht wurde, daß während der Gefangenschaft des Erzbischofs me beide« zur Zeit fungirenben Oificiale in Posen und Pne- stn, jeder tu seiner DiSeese, die Verwaltung führen werden.
«uem BerwaltungSrath, welchen der Erzbischof ernannt haben soll, wurde nichts erwähnt; trotzdem kann diese Meldung des „Kuryer Poznantki" richtig sein,, mit derEinschräu» laug jedoch, daß die neiden Generalofsteiate allein für die Mcwaltung verantwortlich sind. — Ferner wurde auf dem- Men Wege zur Kenntniß gebracht, daß zufolge einer Verbots
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gen «ach der Predigt die Geistlichen mit dem Volke gemeiu- schaftlich ei» „Vater Unser," „Gegrüßt seist du Maria" und „Ehre sei Sott" für de« Erzbischof beten und den 2tta* neien und Gebeten nach dem Tantum ergo und dem Gebete für deu'Vastst ei»-Bußgebet hiuzasügen. „Die Vorlesung des bischöflichen Rundschreibens, schreibt der „Kuryrr PoznanSki", hat in allen unseren Kirche« eine« tiefen Eindruck
beim Gottesdienst eingestellt und.dar Absingen dèr bei großen und allgemeinen Kalamitäten gebräuchliche» sogenannten Supplikationen oder Mehgebete angeordnet wurde; doch habe« diese Demonstrationen, wie man der „Ostd. Ztg." schreibt, „fast" überall aufgehört, weil sie nunmehr von der Kirchenbehörde auf Wunsch der Erzbischofs untersagt worden sind.
Aus der §râhe.
* Offenbach, 13. Februar. AmM d». Nachts ist der hiesige Großherzogliche Bürgermeister, Herr Hirschmann, gestorben. 1
♦ Ha«a«, 12. Febr. Die Anklagesache gegen Georg Möller wegen MsrdS Hat soeben sskaeu traurigen Abschluß insofern gefunden, als durch Gutachten der Sachverständige«, deren Obmann Herr Dr. Noll dasielbe in klarem, längerem Vortrags msttoirte, fest gestellt worden ist. daß Möller an par- N/SLM
fahren casstrt nnd der »«geklagte zunächst der Staatsanwaltschaft überliefert worden.
* Mainz, 12. Februar. Gestern Nachts um 10 Uhr wurde dir Schiffbrücke des vermehrten Matnèisès halber, ab- gefahren. . — »"
* Worms, 11. Februar. Heute Nachmittag wurde die hiesige Schiffbrücke wegen des Treibeises abgefahren.