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der StM Frauksurt a. M.,

verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage-

sExpedition am H. Geistpförtchen. Schlachthausgafle 21.)

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No. 36 Donnerstag den 12. Februar 1874.

Werblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, l 2. Februar. Die Niederlage der liberale» Ministeriums Gladstone bei den Wahlen in England wird immer offevkandiger. Jeden Tag kmn man daher dessen Abtreten vom Schauplatz seiner Thätigkeit erwar­ten. Ohne Zweifel hat das Resulrat der stets den Ausschlag gkbenden Abstimmungen in den Londoner Wahlflecken der Exisievz der liberalen Regierung den Todesstoß versetzt und Benjamin DiSraeli wieder zur Premierschaft verhalfen. Das Ergebniß der hauptstädtischen Wablen hat die wachsende Ma- jorität DiLraelis im Hause der Gemeinen beträchtlich erhöht. Die City von London, die im letzten Parlament durch vier Liberale vertreten war, sendet «ach t Stephan drei Conser- vative und einen Liberalen, nämlich den Marineminister Gösche», der nur mit genauer Noth seinen Sitz behauptete.

Dir „Timel" sind fest überzeugt, daß diese totale Nieder­lage der Regierung nur ein Resultat haben lönne. „Kein ehrlicher Liberaler" — sagt das Blatt — „wird wünschen, Herrn Gladstone iraend wie länger se n Amr behalten zu se­hen. Er hat die Entscheidung des Landes förmlich herausge- sordert und sie ist gegea ihn ausgefallen. Die Wahlen haben bewiesen, daß die Nation einen Regierungswechsel wünscht. Die Bedeutung der jetzigen Wahlen ist, daß die Wählerge- »einde» der Regierung des Herrn Gladstone müde sind. Die- ;ei Gefühl ist viel mächtiger als irgend welche Sympathie Alt der konservativen Partei oder irgend welches Vertrauen !» Herrn DiSraeliS Staatsmannskunst. Zurücksetzung war eher als Anziehungskraft die bewegende Kraft während der letzten paar Tage. Wenn Herr Gladstone außer dem Amte hatte bleiben können, als er im vorigen Jahre refi^üte, â es gut für ihn snd seine Partei gewesen, denn die Fluth des Gefühls, von dem wir sprechen, hatte damals eben begon- W, stark einznsetzen. Er hatte ein anderes fieberisches und sorgenvolles AmtSlahr, und das Ende ist gekommen. Fünf Jahre W wahrscheinlich die äußerste Periode, in welcher ein Minister in Aw Lande hoffen kann, seine Popularität zu behaupten. Aber Wend wir diese Ursachen erwähnen, um die eigenthümliche Wital, die gegen das jetzige Ministerium ang-regt wurde, M erklaren, würde es vergebens fein, zu behaupten, daß die «ahlergeweinben ohne wesentlichere Ursachen der Unzufrieden- W stad. Die Regierung hat große Maßregeln durchgesetzt M W Land« im Großen und Ganzen .große Dienste gelei­

stet; aber indem sie dies that, hat sie so viele Interessen hintangesetzt und so vielen Ueberzeugungen Gewalt angethan, daß in der Stunde der Prüfung ihre leidenschaftlichen An­greifer mächtiger als ihre zufriedene» und gleichgiliigen Freunde sind."

Der „Daily Telegraph" prognosticirt das Verhalten Gladstorsz in der gegenwärtigen Krise. „Herr Gladstone" — sagt daS ministerielle Organ — „bedarf feiner Instruktion bei dem Verfahren, welches seine Pflicht und seine Würde in dem gegenwärtige# kritischen Zeitpunkt vorfchreibsn. Die Gelegenheit, welche seine Regierung der Nation zu einer klaren Kundgebung ihres Willens gab, fft in einer völlig deutlichen Weise benutzt worden, um von jener Iu orität, um w'lche es sich handelte, zurückzutreten, anstatt ie zu bestätige». Die Meinung des Lar des ist heftig gegen )en li realen Premier uvd er wirb ihr pflichtgemäß willfahren, ndem er jene hohen PrZeedenzfâllr co-siitioneller Prozedur, die von Sir Robert Peel, Lord Melbourne und Lord Pal­merston feintet lassen worden, consultirt. Jeder dieser Premèer- minifirr apprllitte an das Land und wurde in eine Minorität versetzt. Jeder derselben begegnete dem Parlemcnt it der regelmäßigen Weise mit der Thronrede und Jeder refignirte hierauf oder unterwarf sich euer förmlichen Niederlage."

Aus der srätze.

* Darmstadt, 11. Febr. Die jünast vor dem Appellhof aaberaumte Verhandlung gegen den Kaufmann G. Wachter von hier wegen Er weffuagr-Belsuchs, dem Grafen Erbach- Erbach gegenüser, warde abermals verta t, da der als Zeuge geladene Graf es vorgezogen hat, nach Galizien zu reisen. Er wurde deßhalb abermals zu den Kosten der Verhandlung und zu 6 Thaler Geldbuße verurtheilt.

* EmS, 11. Febr. Die Direktion des Theaters im Kur- aal ist für dese Saison Hm Heßl?r- dem Director des Thea» ters in Straßburg Übertrages worden. Zu den Mitgliedern ssA. auch die reuomirte Sängerin und Soubrette, Frl. v. H rsselt-Barth arte Straßburg gehören. s

* Landshut, 10- Februar. Dieser Tage ist hier in der Pfarrei St. Nicola ein Eholer afall vorgekommen. Vor circa 3 Wochen kamen ebenfalls drei tödtlich verlaufende Fälle, die auf Einschleppung zurâckgfführt werden konnten, vor.