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Znrelligenz Blatt

der Stadt Frankfurt a. M.,

verbunden mit den FrankfHkter Nachrichten als Extrabeilage-

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(Expeditton am h. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

No. 34 Dienstag den 10. Februar 1874.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 10. Februar. Der bisherige Ausfall der Wahlen zum britischen Parlament läßt einen Wahlsieg der TorieS erwarten. Die Majorität von 66 Stim­men, über welche zuletzt dar Wighministerium Gladstone ver­fügte, ist bereits auf eine solche von kaum 15 gesunken und die noch ausstehenden 200 Wahlen werden auch diese Majori­tät binwegschwemme». Die „Times" favt bereits die Noth­wendigkeit der Bildung eines Tory mini st er iumS ins Auge, an besten Spitze DiSraeli zu treten hätte. Der Gegensatz der Wighs und Tories ist schon längst mehr und mehr beseitigt. Eine radicale Aenderung deS Systems hat man nicht zu befürchten. Auch die Tories müssen dem Fort­schritt huldigen und können sich nicht mehr, wir f.üher, allen Reformen verschließen. Speziell wird diesmal die auswärtig« Politik Englands von dieser Aenderung berührt, indem die Tories für kräftiges Auftreten Englands im Ausland« sind und auch die britische Stimme als vollgewichtig auf die Wag­schal« des europäischen Gleichgewichts legen werden, während Gladstone bisher mehr eine interne Politik machte.

Ein Wiener Blatt, die „D. Zig." bringt wieder einmal die Nachricht, daß die rmänische Regierung sich ernst, lich mit dem Projecte trage den Prinzen Friedrich v. Hohenzollern, Bruder der Fürsten Karl, durch das rib mänische Parlament als Thronfolger proclamireu zu l°sse°- Man wisse, fügt die „Deutsche Zeitung" dieser Nachricht bei, „daß die Pforte daS Projsct bekämpfen werde; man lege aber dem bei Weitem geringere Wichtigkeit bei, als dem Widerstande Rußlands, der sich bereits sehr gel­tend mache." Prinz Friedrich von Hohenzollern war jüngst in Lonstantinopel und hielt sich auf dec Rückreise kurze Zeit in Bukarest auf, wo er verschiedenen TruppenmauLvern bei- wohnte? Bon einem Widerstände Rußlands gegen die Hohen- zollern'sche Dynastie in Rumänien hatte man bisher N chts vernommen. Fürst Carol ist als erblicher Regent gewählt; da er keine Erben hat und seise Ehr kinderlos zu bleiben scheint, finden wir eS ganz natürlich, daß man bei dem ein­mal mit dem Regenteuhause verwandten Geschlecht bleibt und den Bruder des Fürste« zum Thronfolger ernennt.

Dir leidig«, zwischen Serbien und der Türkei schwe- beuve Zworaik -Frage ist in eine neue Phase getreten. 1 Der türkische Minister der Arußern soll eine Nentraliflruug

des so bittere» Streit veraulassenden Gebieter in Vorschlag gebracht habe«. Er wird kein Widerspruch von der serbische« Seite erwartet.

Der Bey vo« Tunis soll sich feit Kurzem vollständig der türkische« Suzeränetät unterworfen haben. Auf Grund dessen lehnte er es ab, mit Frankreich wegen Ueberlaffung zweier tunesischer Gränzdistrikte in Unterhandlung zu treten. Wie nunmehr gemeldet wird, will Frankreich den neuen für Tunis aus gefertigte« Ferman der Sultans nicht gelte« lassen. Der deutsche Gesandte in Constant mopel seinerseits hat den Ferman als zu Recht bestehend anerkannt Für die besonders freundlichen Beziehungen zwischen der Pforte und Deutschland möchte auch der Umstand sprechen, daß die bevorstehende Er­hebung der türkischen Gesandtschaft in Berlin zum Range einer Botschaft bestätigt wird.

An» der Stütze.

* Biebrich, 8. Febr. Dieser Tage Abends fand ei« Concert im Saalbau Rinz, der russisch-griechisch« Capelle, unter Leittnng ihres Caprllmeister Herrn N. Elsenheimer und unter Mitwirkung der Herrin Gebrüder C. und E. Rein­hardt und des Herren Koch zu Wiesbaden statt. Sowohl der gränzende Ruf, welcher der Capelle vorauSgegangen« als auch der gute Zweck verfehlen nicht, ein zahlreiches Publikum anzuzie'-en. Ueber die ganz vorzügliche« Leistungen herrschte unter dem Auditorium nur eine Stimme.

* Aus Bayer», 8. F-ârUir. In Würzburg wurde der Schmied Stegmann von Rothenbuch argen Mordes zum Tode verurtheilt. Stegmann hatte seinen Nachts vom Wirths­haus« heimkehrenden Better auf der Ortssttaß« ermordet

* Aus Bayern, 9, Frbrurr. Der Magistrat der Stadt Kulmbach hat dem Antrag« des Gemeinde-Collegiums gemäß, die Einführung „konfessionell gemischter Schulen" in dortiger Stadt beschlossen.

♦ München, 9. Februar. Der König hat auS dem für 1873 ihm zur Verfügung gestellten Gewinnantheile der Mün- chen-A'ichener gruerversicherungSgesells Haft zur Berthrilung unter die Dürftigsten der im vorigen Sommer durch Hagel« ’SÄTÄoWmÄ ^E «»-ibu-g