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JnielligenzBiatt

der Stadt FrMksurt a. M.,

verbunden mit den Urankfurtsr Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

No. 28 Dienstag den 3. Februar 1874.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt. den 3. Februar. Der Gesetzentwurf über die beabsichtigte Veränderung einiger Bestimmungen der Ge« Mlbe-Oidnana war den ve einigten Ausschüssen deS Bundes- rathè für Handel und Verkehr und für Justizwesen zur Be- gütechtung zugewiesen worden. Ed handelt sich bekanntlich wesentlich um eine Regelung des BerhâltaissrS zwischen Arbeit­gebern und Arbeitnehmern und um Bestrafuug des dol o sen C o n t r a k tb r u ch es. Der Bericht der Ausschüsse, welcher jetzt erfolgt ist, spricht sich dahin ans, daß die Vorlage . H Entwurfs an den Reichstag sich empfehle, weil das Be- ( iLksniß einer Neuregelung der bezüglichen Fragen in dem nämlichen Maße wie früher fortbestebe, und weil stanz Lesou« derS in Bezug auf die Bestrafung des Contraktbruches aus den in jüngster Zeit zahlreich eimaufesdrn Petitionen zu ent­nehmen sei, daß in den beteiligten Kreisen eine Aenderung der aegenwärtigeu Gesetzgebung dringend gewünscht werde.

Zwischen der bayrrischeu Regierung und der elsaß-lothringi­schen LandeS'Regiemng ist eine Meinungsverschiedenheit in Bezug auf die Besteuerung des DiensteinkommenS der in Elsaß-Lothringen garnisomrenden bayerischen Offiziere hervor- geireten, indem auf beiden Seiten das Besteuerungsrecht in Anspruch genommen wird. Die elf-lothringische Landesver- 1 wâng hat jetzt die Entscheidung des Bundesrath» angerufen.

. Der Etat von Elsaß-Lothringen sâr 18/4 warum 1,562,958 FtcS. überschritten worden, wozu noch 389,054 »rci außeretatsmäßige Ausgaben gekommen waren. Der Ausschuß deS Buudesraths H it beantragt, diese Mehrausgaben vorbehaltlich der bei der Prüfung der Rechnung sich etwa «och ergebenden Erinnerungen vorläufig zu genehmigen.

Im LaufedeS vorigen J rhreS sind in der Provinz SchleSwig- Holpem für 1300 Personen Urkunden der Eatlassung aus dem ^vâerthaneuverbande ausgefertigt worden. Die viernörd- tichtll Krerse,in bkN( n die dänischredende Bevölkerung überwiegt, W?n allem 645 Personen meist unter 17 Jahren in das «uäkno befördert. Im Ganzen betrug die Zahl der unter jV?* ^iten Auswanderer 735, von denen jedoch nur «waw ^"" Familien au» dem diesseitigen StaarSverbande atlassen worden. Nur diese können als wirkliche Auswanderer "f^hku werden. Die übrigen 598, welche die Entlassung M dem Unterthanenverband vor vollendetem 17. Lebensjahre, ^i^ Ausnahmen, lediglich bewirkt habe«, um sich der

Erfüll««» ihrer Militärpflicht zu entziehen, verlege«, wie dies in NordschleSwig gewöhnlich ist, ihre« Wohnsitz, im Hinblick auf den § 18 des Gesetzes über Erwerb und Verlust der Staatsangehörigkeit, eine Zeit lang nach irgend einem Orte nördlich der KönigSau und kehren demnächst zurück, in der Absicht, in ihrer Heimatb als dänische Unterthanen unange­fochten leben zu können. SS ist, wie man hört, diesem Miß­brauch der Gesetze gegenüber neuerdings ««geordnet worden, daß die Ausweisung der, auf solche Weise zurückkehrende« Personen erfolgen solle, und es ist zu hoffen, daß diese von allen Einsichtigen mit Freuden begrüßte Maßregel jenem Un­wesen steuern werde.

Aus der Nâye.

* Bocke »Hei«, 28. Janaur. Stadtrath und Aus­schuß haben beschlossen, zur Deckung des dießjährigen Deficits der katholischen Schule 700 Thlr. beizutragen und bei der köuigl. Regiexung wiederholt, event, bei dem Cultusministerium 'die Umwandlung der beiden Volksschulen in eine Comunal- ^âfâu s^ Ras fast, L8. Januar. Sw dem vorige Woche auSgegchenen öffentlichen Anzeiger für den Reairrvugsbezirk Wiesbaden stehen nicht weniger als 26 fahnenflüchtige junge Leute verzeichnet, die augeschuldigt sind, sich dem Eintritt in den Dienst deS stehenden Heeres dadurch zu entziehen gesucht, haß sie ohne Erlaubniß dass deutsche Reich verlassen haben.

* Mainz, 28. Januar. Die hiesigen Briefträger denen während des Wahlkampfes eine so harte Arbeit zu Theil wurde. Haben eine Extra-Gratifieation erhalten. Die katholische Bolkspartei gab 160, die Fortschrittspartei 50 Gulden, und die 200 Gulde« wurde« so vevtheilt, daß jeder Briefträger d fi. erhielt, während der Rest dem Büreau-Per- sonal Mel, welche» die Aahlbrief« abgestempelt und sortirt hatte.

* Würzburg, 28. Januar. Unsere UniverfitätS-Aula hat bei dem vor Kurze« gefeierten Erinnerung-tage der Stif- tung eine neue Zierde in Anbringung einer Gedenktafel an die im 70qer Kriege gefallenen UniversiLtSangehörige« erhalten. Die Tafel trägt 5 Namen von Gefallenen und ist, reich mit architektonischer Schönheit umrahmt, in Guß ausgeführt. Der Enthüllungsseier wohnte die gesammte Generalität, sowie die

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