Znrelltgenz-Blatt
der Stadt FrMkfurt a. M.,
verbunden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expeditton am h. Geistpförtchm, Schlachthausgasse 21.)
No' 24 Donnerstag den 29. Iamrar 1874,
Ueberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Fra«kf«rt, de« 29. Jännar. In der letzten Versammlung der geographischen Gefellschaft in München hielt Herr Professor Guthe vor einem außerordentlich zahlreichen Auditorium einen Vortrag über die deutschen Handelshafen an der Nordsee. Der Vortrogende bezeichnete die Nordsee als hochbedeutend fü- den Weltoerkchr namentlich wegen der kam atlantische« Beziehungen, da Amerka gewissermaßeu sei» Antlitz Europa zukehre und nicht bloß seine Meerbusen, sondern auch seine bedeuteldsteu Flüsse nach dieser Seite sich öffnen. LS sei nicht zufällig, daq eine an dir Srordsee fiele« genes Land — England — bisher daè Prinzipat zur See hatte. Besonders günstig sei es in dieser Hinsicht, daß die Gestade der Nordsee in der gemäßigten Zone lägen und daß die milde Wintertemperatur den Schiffsverkehr b,v ganze Jahr hindurch gestatte. Die Säften der deutschen Nordse- hätten ihre ganz besonderen Vortheile in Friedens« wie in Sriegszeiten, in letzteren namentlich ihrer Unnahbarkit wegen, da sie von Sandbänken nmgeben und durch Brandungen gefährlich seittl. Die Bildung Ker Sandbänke sei einen. steten Wechsel unter worfeu; auch seien die früheren Messunsen schlecht und unzuverlässig gewesen, und man besitze erst feit dem Jahre 1ü6ä genaue Küsteukarten. Der Vortragende ging dann speziell auf das Gebiet der Elbe über, welche, 150 Meilen lang — im Geseusatze zu Rhein und Donau — der St von der Quelle bis zur Mündung deutsche Strom fei,
i HandelSgediet sich weit über feine Wasserscheide hinaus erstreck«, und gab dann eine ziemlich detaillirte EntstehungS- und LntwickiungSgesch chte Hamburgs, das — 13 Meile« vom Meer entfernt — auf dem höheren rechten Ufer der Elbe außerordentlich günstig für den Verkehr gelegen dennoch 400 Jahre lang ein bloßer Mission platz gewesen, sich erst seit 1200 seiner Lage bewußt und erst seit 1600 als Handelsstadt blühend Morden. Die ReichSsreiheit Hamburgs, das früher unter der Herrschaft Hanuover'S und Holsteiu'S gestanden, sei erst 1770 anerkannt worden. Sodann folgte eine Mtistische Zusammenstellung der großartigen BerkchrSverhältnksft Hamburgs, namentlich hinsichtlich b?S Handels mit Colonialwaaren, aus denen hervorgiug, daß sich m den letzten Dezennien die Bufuhr dem Werthe nach vervierfacht hat. — Wenn der Bortragende den übrigen Theil seiues Thenn
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wird dasselbe voraussichtlich noch eme« ganzen Cyklus von j Vorträgen beanspruchen, v
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* Darmstadt, 23. Januar. Die Berathungen bei Großherzoglichen Justizministeriums über den Gesetzentwurf, betreffend die Beurkundung des Personenstandes und die Form der Eheschließung in de« Provinzen Starkenburg und Ober- Wen, haben dem Vernehmen «ach, zu Ende der verflossenen Woche ihren Anfang genommen.
* Nürnberg, 26. Januar. Die socialdemokratische Arbeiterpartei beabsichtigt die Gründung einer Geuossenschafts- Buchdruckerei. Es werde« zu diesem Zwecke AutheilSscheine im Betrage vo« 5 Reichsmark ausgegeben.
* Nürnbttg, 87. Januar. Der dieser Tage in Fürth vorgrkommeae Blatternfall hatte ein noch nicht geimpftes Kind getroffen.
* Bade«, 27. Januar. Vorige Woche tagte hier eine Versammlung von Gasthof» Besitzern aus Deutschland und der Schweiz. Zweck derselben: 1) Die dem Publikum bei der Abreise lästige Verabfolgung von Trinkgeld in Zukunft nicht mehr zu gestatten; 2) in Anbetracht, daß die Monate Mai, Juni und Octoder zu den angenehmsten für Reise« zählen und um die Reiselust zu erhöhen, die Preise i« dieser Zeit 20 Prozent' niedriger zu stelle«, gegenüber denen der Monte Juli, Augustund September. ; - „
* München, A. Januar. Samstag Früh ist die Frau vom Professor Jolly dahier, geb. Wüstenfeld, einem Cholera« Anfall erlegen.
* Mannheim, 6. Januar. Bei der heutigen Wahl zum Bürgerausschusse (Claffe der Mittelbesteuerten) erschienen 261 Wähler. Die Landidaten der demokratische« Parthei wurden gewählt mit 221 Stimmen. Die Liste der Rational- Liberalen erhielt 28 Stimmen. Der Rest mm 2 Stimme« zersplitterte sich.
* Goslar, 28. Januar. Die Restaurationsbauten am Kaiserhasse schreiten rüstig fort. Nachdem am südlichen Flügel die vorläufigmüthige« Maurerarbeiten vollendet sind, ist setzt das Holzgerüst zu dem Dach aufaerichtet, sodaß in Kurzem auch die Dachdecker-Arbeiten in ««griff genommen werde« können.