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Iden mit den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition am h. Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

No. 82

Dienstag den 27. Januar

1874.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Bureau soll bedeutend erweitert werden, und bei der Ber« befferusa bei statistische» System», die Erfahrung, welche bn der züngsten Volkszählung und der vorjährigen Viehzählung gemacht worden, die Grundlage bilden.

Frankfurt, den 27. Januar. Die Entwürfe, welche der WtuSwmister dem Abgeordnetenhause zur ErgSnzuug der Msigesetze »sd über Verwaltung erledigter katholischer Birthitmer vorgelegt hat, werden in dem Zeitraum von läng- stens drei Wochen bis zur Vertagung der Landtags nicht zum Abschluß gebracht werde». Inzwischen werden bei den ReichSorqanen die beabsichtigten Schritte geschehe», um i» vollem Umfange die Mittel zur Beugung des Ungehorsams der katholischen Bischöfe zu gewinnen. Wie Bayern seiner Zeit die Anregung zu der Erweiterung deS Strafgesetzbuchs durch den Kanzel-Paragraphen gegeben, so wird Preuße», und zwar in allernächster Zeit, einen Antrag an den BunheSrath richten, wodurch - er unter Anrufung der ReichSesmpetenz in den Stand gesetzt wird, energischer gegen die renitenten Bischöfe vorzugehen, als eS bitlang möglich war. Zur Feststellung bei bezüglichen preußischen Antrags finde» bereits Couferenzen zwischen Kommissaren bei Cultus- und Justiz-Ministers wie des StaatS-MinisteriumS statt. Diese Angelegenheit soll durch den nächsten Reichstag zum AuStrag gebracht werde». UebrigenS geben über die obwaltenden Verhältnisse bereits die Motive zu dem letztgedachtcn Entwurf wegen der Bis- thumer Auffchluß. Es ist darin die Rede von einer Ablehnung x^ Vorschlags, sofort Befänquißstrafe gegen die Bischöfe bei «uslehuung gegen daS Gesetz zu verhängen, und eS wird diese Ablehnung bis jetzt wenigstens dadurch gerechtfertigt, daß die mglerung selbst noch in der Erwägung darüber begriffen ist, o» es nicht gegenüber der feindseligen Haltung des EpiSeo- M welche die Grundlage jeder staatlichen Ordnung, nicht Müder di« der einzelnen Staaten als di- deS Reiche», in A'A^E, an der Zeit sei, zur Bekämpfung dieser staatS- !»» r ^"^Elemente die Mitwirkung der ReichSgesetzgeduna «uspruchzu nehmen, zumal anzuerkennen sein wird, daß w«.«!» welteraeheuden Comveteuz der Reichsgesetzgebung die Mguchkelt geboten ist, zum Schutze der bedrohten RechtS- des Staates SicherungSmtttel aufzurichten, die in »Äl ^ Ä^Aer als der Lage der Verhältnisse entsprechender

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Me vollkommenere« Erfolg erhoffen lassen, als «me im -fand.

M... ~~**“'1«w«««-cu «cjoig eruvffen ra^e», uw «»ur w* ^8t der Landesgrsetzgebung berbeizuführeude Strafoerschär- ^S werden diese Ausführungen auch de» AuS- k°N"°kt der Begründung jenes dem BusdrSrathe zu unter« Di» meH: ^tttra9e8 bilden. — Das unter Leitung des Seh. ^»tt-RegierungSrath Dr. Engel stehende königliche statistische

«ne der Nähe.

* M äinz, 21. Januar. Die „Wormser Zeitung" schreibt: In Mainz wird in diese« Jahr dar 8, Mittelrheinische Musik« fest abgehalten werde». Wie wir vernehme«, sind a« den hie­sigen Mustkvereiu, der bei dem Feste Mitwirken wird, bereits diesbezügliche Mittheilunge» ergangen.

* Darmstadt, 24. Januar. Das am 21. d. M. ans« gegebene Reichs-Gesetzblatt enthält die Verordnung, betreffend die Einberufung deS Reichtraths.

* Oberlahnstein, 23. Januar. Wie sehr unsere Stadt sich fortwährend hebt, geht daraus hervor, daß der Gemeinde­vorstand genöthigt ist, schon wieder eine neue Straße anlegen zu lassen, um dem stark ausgetretene» Bedürfnisse für Reu« baute» zu genügen.

* Altenheim, 25. Januar. Gestern feierte das Sut- ter'sche Ehepaar hierselbst, fleißig, hochgeachtet und in bester Gesundheit, seine »diamantene Hochzeit" unter großer Theil­nahme der Gemeinde. Der Großherzog übersandte dem Jubel­paar die große goldene Medaille und 100 Mark.

* Aschaffenburg, 23. Januar. Heule Mittag langt» er unlängst in Koblenz verhaftete Räuber Schmitt aus Hes­senthal hier an und wurde in die hiesige Frohnveste in sichere Gewahrsam verbracht.

* Karlsruhe, 24. Januar. Dieser Tage Vormittags fand hinter de« sog. Roseuhofe i« Hardtwalde zwischen zwei hiesigen Polytechnikern ein Zweikampf auf Pistolen ohne blu­tige» Ausgang statt. Die Zweikämpfer find ermittelt, die Un­tersuchung gegen sie ist im Gange. — Gestern wurde eine Schlägermensu zwischen zwei hiesige» Polytechnikern in de« Tavzsaale der Restauration Zachmann abgefaßt. — Ja ver­flossener Nacht entstand zwischen einer Änzahl Gesellen der Militärbäcker« und Civilisten eine Schlägerei in der Wirthschaft zur „Wacht am Rhein", die dadurch ihr Ende fand, daß der Wirth s^m Wirthschaft schloß.

* Cleve, 23. Januar. Ein Zeichen der diesjährigen un­gewöhnlich gelinde» Winter», findet sich in einem hiesigen vor dem Heidelberger Thore belegene» Garten drs Herr« ManS« berg. worin ein Kirschbaum in voller Blüthe prangt.