JntelligeuzBlatt
der Stadt Frauksurt a. M.,
verbunden mit den Frattkf«rte< Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition am H. Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
No. 16
Dieu-tag den 20» Januar
1874
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 20. Januar. (Mac Mahon's erster Ball im Tlysâef Am 14. Januar c. gab Marschall Mae Mahon seinen ersten Ball im Elysör. Die Vorbereitungen zu demselben waren erst um 5 Uhr Abends beendet. Die Annexen, welche man dem Gebäude hinzugefügt, bestanden aus zwei Tanzsälen und zwei Buffet-Salons, und waren von 62 Kronleuchter« erleuchtet. In einem der Tanzsäle befand sich das Wusikcorps von Dechawps, in dem an* dn« das von Waldteuffel, dessen Tanzmusik noch immer die beste und ungeachtet seines NamenS, auch die beliebteste von ganz Karis ist. Die Außenseite des EiysSe war festlich erleuchtet, ungefähr in der Weife, wie bei dem Fest, welches vorigen Sommer der Marschall dem Schah von Persien gab. Die polizeilichen Vorsichtsmaßregeln waren jedoch viel strenger wie damals, urd die Zahl der Polizei-Agenten und Munici- palgardiste«, die um das Llysèe herum, in dessen nächste Nähe nur die, welche Einladungskarten hatten, gelangen konn- tru, und in einem Umkreis von ungefähr 29 bis 30 Minuten ausgestellt waren, betrug über 200. Außerdem waren nicht allem die ganze Rue du Faubourg St. Honorä, wo das Elyfäe liegt, und alle anstoßenden Straßen, sondern auch ein Theil der Rue St. Honoré, der Champr Esysäes, der Place de la Concorde und selbst der Quai lângS den Tuilerieen für das gewöhnliche Fuhrwerk ab a es flossen. Nie, selbst nicht bei den großen Festen in den Tuilerieen, zu denen bi; zu 6003 Persosen geladen wurden, hatte man solche Vorsichtsmaßregeln getroffen. Die Zahl der Neugierigen war äußerst gering, und kaum 200 dis 300 Personen hielten es der Mühe werth, fich nach dem Esysâe zu begeben. Uin Theil der Gäste deS Marschalls, eS waren 2500 Einladungen ergangen, hatte sich so frühzeitig eiugefusden, daß bereits um halb-10 Ubr die Säle ziemlich angefüllt waren. Um 1 Uhr gelangten jedoch »st die letzten Wagen im Elysee an. Die Maßregeln für die Auffahrt waren schlecht getroffen, und die, welche nicht zu ben Begünstigten gehörten, d. h. beim Haupteingang des ElysäeS vorfahren durften, gebrauchten 2—3 Stunden, ehe sie in das In« uere des ElysSrs drin gen konnten. Der Marschall und die Marschal- lm empfinge» die Gäste im ersten Salon. Der Marschall trug isivegroße Uniform und alle.feine Orden; die Marschallin war weiß gekleidet und ihr Kopf buchstäblich mit Diamanten be* drckt. Daß die Marschallin in Weiß gekleidet, fiel auf; doch 'st wohl kaum anzunchmen, daß dtefelbst, wie «au vielfach j »«wie, eine legitimistische Demonstration wollte; fie gehört
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e« offieiellen Festen fern, was den Bice- hWy veranlaßte zu sage«, daß sich auf dem ae» Ball eiste nanTelle’ coache sociale, nämlich die isteu, eingefanden, — trugen alle weiße Toiletten, und viele waren sogar mit Lilien geschmückt. Selbstverständlich war die ganze officielle Welt anwesend «ab Uniformen in Unmasse vorhaader«, Mes, chateiu^ solche besitzt, hatte dieselbe angelegt, und nicht allem die MiuläeS und sonstigen hohe« Beamten, sondern sogar die StaatSrättze und Akademiker hatten sich in dieselben gesteckt. Die Zahl der Deputirten — dieselben waren alle in schwarzem Frack und trugen ihre Abzeichen — war ziemlich bedeutend; fast alle gehörte» der Rechte« an; doch bemerkte man Victor Lefraue und Inlet
Simon. Das diplomatische Corps hatte sich fast vollständig eingefunden. Man bemerkte Lord Lyons, den Fürsten Orlow, den türkische» Botschafter, den p-rMntGefaadten und auch ben Grafen Arnim. Letzterer unterhielt sich längere Zeit sehr lebhaft mit dem Herzog von Broglie. Das Gedränge in den unteren Säle« war selbstverständlich furchtbar. Ungeachtet
£L\R!ßÄ EW ÖÄÄ waren in Urberstuß vorhanden und Champagner konnte Jeder so viel trinken al» er wollt«. Auch die Büffets, wo man sich vor dem Soup« erfris Heu konnte, waren reichlich versehe». Rach dem Souper begann der Cotillon, und eS war schon früher Morgen, als die letzten Gäste ba? Elysör verließen.
Aus der Skâhe.
. * Würzburg 17. Januar. Sicherem Vernehmen nach, wird der H-rzoa WWW dievo» M erpachtete Auerhahn- Jagd im Spffswt Wege» ferner Uebecsiedlung nach Wien fer* nerbin nicht mehr ausüben und sonach dieses edle Wild von seinen Heegern nun«ehr auch wieder geschossen werden dürfen,