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An unsere Mitbürger!

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Am nächsten 2. September sind sieben Jahre verflossen seit dem Tage, an dessen Vorabend um Sedan in gewaltigem Ringen derjenige Sieg erkämpft wurde, welchem die Vereinigung der deutschen Stämme und die Gründung bei Deutschen Reichs zu verdanken ist!

Was die Besten der Nation lange als unerfüllbare Wünsche in der Brust getragen, ist zur Wirklichkeit geworben.

Mit sicherem Taktgefühl und in richtiger Würdigung des Geschehenen, hat das deutsche Volk, haben Deutsch! in allen Welttheilen, ohne Geheiß von Oben, ohne Gesetzesvorschrift, selbstbestimmend und aus eigenem Antrieb den Tag von Sedan als den eigentlichen Gedenktag der Gründung des Reichs sich zur Feier ausersehen.

Hat das Volk das Blutvergießen, den Jammer und die Greuel des Krieges, von denen jeder fühlende Mensch sich schaudernd abwendet, verherrlichen wollen?

Gewiß nicht!

Alle Völker, barbarische, wie halbcivilisirte und hochgesittete, unter republikanischer, wie unter monarchisch« Staatssorm lebende, feiern die großen Tage, die einen Umschwung und einen Wendepunkt in ihren Geschicken hemr- gebracht haben.

Traurig allerdings, daß jede Entwicklung und jeder Fortschritt durch Kampf gegen feindliche und widerstrebend Kräfte errungen werden muß, denn im Leben des Einzelnen gleichwie im Leben der Völker und im Leben der MenW wird nichts Großes erlangt ohne Mühe, ohne Anstrengung und Schmerzen.

Dieser Mühe aber, dieser Anstrengungen und dieser Schmerzen, die ein ganzes Volk auf sich genommen Ä durch die cs die ersehnte Entwicklungsstufe erklommen hat, soll feierlich gedacht werden; nicht die Erinnerung an W vergossene Blut von Freund und Feind soll aufgefrischt werden, wohl aber die Erinnerung an den Opfermuth, bet bei Leben willig einsetzte für das hohe Ziel, für das Wohl des Vaterlandes!

Daß dieser Opfermuth geehrt und in lebendigem Andenken erhalten werde, darauf hat das deutsche Volk ein Recht, das ihm nur Diejenigen verkümmern wollen, die keine Freude am deutschen Reiche haben und die folgerichtig auch den Tag nicht feiern mögen, welcher Deutschland in seiner jetzigen Gestalt erstehen ließ.

Das Fest selbst aber ist kein politisches, kein Parteifest; es ist ein nationales Fest, das nicht in hochmüthtzer Ueberhebung und in eitler Selbstbespiegelung begangen werden soll, sondern in freudig ernster Stimmung, in versöhnlichem Geiste, mit gemeinsamer Trauerfeier für die Gebliebenen von beiden Seiten.

So möge denn der 2. September begangen werden als ein Tag dankbarer Erinnerung an die Gefallenen, als ein Tag wohlverdienter Ehren für die Ueberlebenden und als ein Tag nachhaltiger Ermunterung für das fommenbt Geschlecht.

In diesem Sinne fordern wir die Bürger und Einwohner dieser Stadt auf, dahin zu wirken, daß das M würdig gefeiert werde, daß auch der äußere Schmuck der Straßen nicht fehle und daß eine rege Betheiligung cm be« Feierlichkeiten und Festlichkeiten, welche an diesem Tage veranstaltet werden, Statt finde.

Frankfurt a. M., den 25. August 1877. 55666

Dr. jur. C. Berg.

Dr A. Brüning.

Adam Capitain.

Dr. Franz Caspari. Stadtger.-Rath Dr. Diehl. Theodor Drexel.

Dr. phil. Ehlers. Justiz-Rath Dr. Elliffen. Bernhard Engelhard. W. Enke. Carl Herm. Fulda. Carl Funck jun. Oberstlieut. Gericke. Generalconsul Gerson. Heinrich Hanau. Heinrich Henninger.

Balthasar Heyl. J. Hoffmann.

Wilh. Lehr-Anthes. Fr. Leykauff. G. E. Lindheimer. Dr. Eugen Lucius. J. I. Maas. Albert Mahlau. Wilhelm Meister. Paul Müller. Dr. jur. von Mumm. Charles Oppenheimer. Dr. jur. von Oven. Eugen Pfeifer. Heinrich Ranke. A. Reichard.

Ludw. Herm. Reiß. Fritz Renner. F. W. Rühl.

Fr. Scharff. Dr. Ad. Schmitt. Jae. Steyert.

Senator Dr. Supf. Em. Schwarzschild.

Pfarrer Teichmann.

Jae. Tillmauns.

A. E. Umpfenhach. Albert Barrentrapp. Friedr. Wagner.

Philipp Weydt.

Adam Wolff. Georg L. Zimmer.