Intelligenz-Blatt
der Stadt Frankfurt a. M.
Mit den Frankfurter Nachrichten als Beilage.
(Expedition aw H. Geiftpförtchen^ Hchlachthansgasse ZL.)
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Der Kampf
der Industrie, er hat begonnen.
Jdeen und Kraft — gerüstet steh'n sie da. — Es gilt; empor, den höchsten Preis gewonnen! So ruft es tausendstimmig fern und nah. — Wer wird die Fahne siegreich wohl erfassen? Es zuckt der Arm und jede Fiber bebt. Doch seht, wie sie zu Tausenden erblassen, Die kühn nach dieser Heldenthat gestrebt! Denn Bajonnette nicht und nicht Haubitzen, Nicht Zungenspiel und Diplomatenfrack, Erobern sie, in deren Falten blitzen Zwei Worte hell: Gediegenheit, Geschmack. Doch soll die Fahne sich bezwungen neige«, So muß der tapfre Kämpfe, ruhmbedeckt, Auch Billigkeit in seinem Schilde zeigen. Denn wo der Preis die Lust zum Kaufen weckt, Geschmack, Gediegenheit das Scepter schwingen, Dort feiert Industrie ihr Siegesmal.
Wer aber, wer wird den Triumph erringen? — Seht Ihr sie leuchten dort, die gold'ne Zahl, Die weit hinaus entsendet ihre Strahlen Und nie den Käufer reuen ließ die Wahl? Wer Sieger wird, stand längst in den Annalen. Heiß wogt der Kampf. Hei, wie es gährt und grollt!
Da ruft Oliven mitten durch den Trubel: „Die 114 aufgerollt! — Doch seht nun selbst die Freude und den Jubel! Von allen Seiten strömen sie herbei, Durch der drei Thaten hohe Macht geladen: „Gediegen, von Geschmack und billig sei!" Und kaufen, wahrlich, nicht zu ihrem Schaden. — Und immer höher wächst die Zahl der Gäste. Es schweigt der Kampf. Hoch schwinget das Panier Des Siegers Hand, und zu dem Freudenfeste Entbeut Olive», stolz, wie folget hier:
Reizend in Farbenton, Vornehm, glatt von Fa?on, Der Promenade Pracht
Und auch bei Tag und Nacht, Willst Du auf Reisen geh'» Nützlich und schön:
Schau hier, aus feinstem Stoff, Staunend den Schuwaloff!
Ihm an Vortheil gleichend winket lächelnd,
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Anmuthsvoll, der Paletot Dir zu.
Nur Comfort um Deine Hüften fächelnd Sitzt er elegant in stolzer Ruh! Nichts wird Deinen Blick umdüstern.
Doch ich lausche Deinem Flüstern: „Ei, das ist nett!
Aber complet
Möcht ich mich schauen!"
Darfst mir verträum!
Nimm diesen Anzug und wirf Dich in Wix!
Sapperement, wie sitzt er so fix!
Stramm fallen die Pantalons über das Knie;
Die Weste, sie zeuget von echtem Genie!
Ob der Reihen ein, ob zweie
An dem Gehrock Du gewählt — Schön bleibt schön! Doch halt verzeihe! Weiter schreiten wär' gefehlt!
Vorerst das Jaquet beachtet!
Solch ein Anzug kleidet sein
Und er wird, genau betrachtet „Mädchen Dir für Alles sein!" Das heißt man: geschmackvoll gedrechselt, gedreht, Doch Achtung! jetzt kommt die Specialität:
Tara, trara! cs lebe der Sport!
Frei athmet die Brust; die Sorge weht fort.
Schau Dich als kräftigen Jägersmann In diesem kleidsamen Anzug an!
Doch auch die Joppe zur Jagd, allein,
Auf Promenaden Dich zieret fein.
Kommt der Jüngling, sich zu kleiden,
Wird er schmuck von dannen geh'n, Nimmer unbefriedigt scheiden. — Und den Knaben müßt Ihr seh'n, Wie ihm Rock und Höschen steh'n! — — Reiche Wahl Ohne Qual!
Jedem Alter zu genügen
Hat mein Lager das Vergnügen, Staunt Ihr ob der Stoffe Zahl, Die sich thürmct an den Wänden? Auch nach Maaß kann ich versenden. Doch damit ich maßvoll sei, Will ich heute also schließen: Kommt in Schaaren; nicht verdrießen Soll Euch, was ihr seht! Herbei!
L Oliven,
41511 Fahrgasse 144 zur „goldnen Mi“
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