tt Eitbungslipai 8<r pr«chisch.sbddeutslhen Klefftn-Eetterie. — tznlbjährlich Cafatnfabrplan. s
40. Jahrgang
Mittwoch den Z). Dezember 19|3
Erstes Blatt.
Nr. 30t
Kaiser hat sich
♦* Berlin, 31. Dez. 1913. Der
86 075 000
451 160100 73686000 12363516
4470900
237860
36388666
374699000
12061430 M. 124490*0 , 18 690 700 .
130 99 ■ 00 „ 4 894 497 „
24114 700 ,
10 840u00 , 4600311 „ 9711110 , 107o 6i>0 ,
21880972 ,
Bei ven einmaligen und außerordemltchen Ausgaben beläu|t sich da» Defizit wie folgt:
Ein Defizit ist dagegen vorhanden bei folgenden Kapiteln:
trutxtnt tflgfld) mW Ausnahme »er Sonn- und Stiertage. Viertel- »hrflOje Bezugspreis ohne Brtngerlol)n und Beftellgelb in S«l6o foeW auswärts 1.30 Mario — Rotatiensbru» und Verlag brr i - Ju Iftaer fttflenbrudterd In Zulba. Zrrnlprechrr Nr. ». :s
im Auiomodil nach Oranienburg zur Ho jagd begeben. Er beal stchtigt, am 2 Januar nach Sigmaringen zur Beiietzung der Fürstm-Nluuer oun Hohcnzollern zu teijen. — LnS Darmes-Lalaam Ivird telegraphier!, daß die Bürgeroecsammlung tn Dar-e»-Lalaam bi« ©tabteotbnung angenommen hat. Di« Emführun- derielbcn wurde für Dar-eS-Lalaam und Tanga mit Wirkung vom 1. April 1914 ab durch Vertilgung de» Gouverneurs angeordnet. — Tie Meldung, vag eer Polizeipräsident v. Jagow aus Aufforderung des sDhni|ietS des Innern eine schriftliche Darlegung über feine Zuichrist an die ,Kreuzzeitung' ein- gereicht habe, ist nach der,Kreuzzeilung' unrich ig. — Der Kalter hat in Anerkennung der ausgezeichneten und hingebungsvollen ärztlichen Pflege sowie der leb» hasten Sympathien, die dem Militärattachee Oberstleutnant v. Wmterseld tn Frankreich zuteil geworden sind, eine Reihe von Auszeichnungen und Ehrengaben verliehe!'. Erwähnt fei von diesen, daß der deutsche Bot schuster Frhr. v. Schoen dem früheren Krieg?« Minister Etienne, als dieser noch tm Amte war, ein Bildnts des Kaisers überreichte.
* Ter Kaiser und die Kriegervereine. In der .Parole', dem Blaue bei Teuuchen Knegrrbundes, leien wir eine Erklärung bei Präsidenten des Deut- scheu »riegerbundeS und deS Preußischen Landes- kriegerverbande», tn der eS he ßt:
Der Kaiser hat Im Lause d«S HerbsttS wiederholt seine Zusriedenheit und Freude zu ertennen gegeben über den vo r t r es I lich en Eindruck, den die atiegct» vereine an allen Orten hervorriesen, dre er tn verschieben en leiten des Balertandes briuchie. In großer Anzahl erschienen, hätten die Mug iefter durch nrafs»
Domänen:
Forsten:
Direkte Steuern:
Zölle und indirekte Steuern:
Lotterre:
Eeehandlung:
Münzverwaktung:
Berg-, Hütten- u. Talinenverwaltung:
Eisendahnoerwattung:
kvochen-veffage:
Illustrierte Sonntagszeltung
454268824 M.
3 501130 , 260 514403 „ 107 .54816 , 49 839 8 >0 „ 26011799 „ 76497600 „ 99 344 862 , 41335514 , 11391192 ,
281105937 „
ITlonats-Beflage: s s
Zuldaer Selchlchtsblätter
Deutsches Reich.
)( Woher nimmt und wo lässt Preuße« sein Geld?
Domänen:
Forsten:
Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung' Eisen, ahnverw.iliung: Finanzmmnieriuinr Bauoerwaitung: Juliizveiwaktung: Mwinerium des Innern: LandwirischaNtiche Verwaltung: Gestüiverwaltung:
Ministerium der geiftl. usw. Angel.
imtlgm: Oct Reum en« »nftcltlgn. CehHiehrllr. ST ■» < > vg.
Re»-men de- Rouir -ine, Colcn«MI«, 14 ee W<W, W w bta *• 05ie6«tholungcn Roben OflCTI- unt ru«tun|ielu<it<r 2C PL «<*' >* Konftur.fällcn ailrt ««, eteüllch Rebel, Willi» tr It liunysc •' «'•••<* klage» «0» Zorderungev Ist tulba. findigen-flnnal)tM bis 10 Upr wwmieg* tt 0 6rifcm Kn,ttccn «ttoUlcr wir <ns tags vorder. ■ ■
Oeffentliche Schuld:
Leide Häuser des Landtage-: itUgememe FinanzverwaUung: Fmanzministerlum: Bauverwaltung:
Handels und Gewerbeverwaltung
Iustizve, wattung:
Ministe ium des Innern: Sandivlrischastliche Berwaltw'g:
Geiiülverivaiiung:
Ministerium oer geiftl. usw. Angel.
werden, ban wird der Fride ervollgen so ballbe fei« biqer geschloffei ist verlasse ich bie armch unb kehr, nt dich zurück, bazu kannst bu bich heilig verlaffen, den nach grabe habe ich genug und wen erst (Viibe ist, wirb hir führ mich nichts mehr zu iuhn sein. .Hw in Frankreich ist alles mit Napoleon ^un zu snben aber er magi doch waß er will . . /
Erst am 30. Januar kam es dann bei Brienne an der Aube zu einer Schlacht mit dkapoleon, der erst die Ruffe» besiegte, aber am andern Tage vor Blücher unter schweren Verlusten Weichen mutzte.
— Eine große Gefahr für die Orangenbäume. Seit einigen Wochen tauchen aus den Früchteiiiäikten die ersten Orangen der diesjährigen Ernte aus: st, sind noch recht sauer, werden aber doch vieliach be- gehrt. Nickt uninteressant mag es da fein, zu er- fahren, daß in ähnlicher Weise, wie bie Reblaus unsere Weinberge Heimsucht auch die Orangenbe- stände von einem Insekt bedroht sind. Lckon fest Jahren konnte man in Australien, Kalifornien, Aegvpten, ja auch in Italien, Portugal ^und eüb« frankreich große Verwüstungen in den Lranaenbe* ständen wahrnehmen, die von der Jcerya ptirchan, einem sich mit ungeheurer Schnelligkeit vermehrenden Insekt herriihren. Die Krankbeit nahm von Jahr zu Jahr an Ausbeh.runq zu. Der Schaden war riesig und bie Orangenzüchter wußten sich aniangS überhaupt keinen Rat. Jetzt hat man aber . em treffliches Mittel zur Abwehr deS schädlichen ^nsek'.S entdeckt, nämlich seinen 2obfeinb, den „Novtus ear- binalt«", bcT sich vorzugsweise von Eiern vct Jcrrya nährt: wenn man nun bedenkt, daß bie Jeerya während eineS Sommers bis zu 2000 Eier legt, wirb man begreifen, einesteils tote groß die Gefahr für die Orangenpslanrungen ist, andererseits, in welcher Menge bie Züchtung de, „normt? ea binali» notwe.idiq war. Das franrösische «ckerbanmimste. tium hat bie nötigen Mittel sofort bewilligt, da ,a durch bie Orangenmitzernte ganze Bevolkerungsklas-
I sen tn ihrer Existenz bedroht sind. tk-
von Deutsch-Neuguinea hat auf Neu-Mecklenburg ein ncberfaQ ber Eingeborenen auf die forstivirt- schastliche 'Expedition Deininger-Kempf stattgesunden, wobei 5 eingeborene Solbaten und 4 Träger gefallen sind. Entgegen den bisherigen Prwatnach. richten sind aber Oberförster Deininger und Forstaffeffor Kempf unverletzt geblieben.
Der .Attentäter" von Zidern. Wie aus Za- beru gemeldet wird, lieht fetzt jeit, daß die Zaberner Ichießerei oeruriacht ist durch em Kindcrptstölchen, mit dem der achtjährige Kuade des Gärtners Schälern, der hinter der Schloßkaferne wohnt, weite. Also nicht einmal um einen Dummenjungenstretch oder um eine Fopperei handelte es sich bet dem .Attentat". Die betagte Waffe, em Wechnachtsgelchcnk, oaS ber Junge probierte, macht allerdings einen recht anspruch-vollen Lärm, der sich dadurch erklärt, daß das Geschoß ein mit sogenannter Knallerbienladung gefüllter Piropscn ist. So ist es emtgetma en be- greiflich, daß ein vielleicht durch den Ru, der Za- i erner Bevölkerung aufgeregter, bei Nacht und Sturm unter ächzenden Bäumen stehender Wachtposten sich wirklich in Gefahr glaubte. — Die harmloie Lö ung deS Rätsels wird- der Scharmrache'-presse, die schon mehrere Tage lang mit dem Säbel geraffelt hat, sehr gegen den Strich gehen.
* Goldsmive in Deuischsüswkst. Der erfreulichen Kunde, daß die Fabrikation von Büchsenfleisch m Deutsch - Lüowesta,rila tm Großen aufgenommen wurde, ist die ebenso ersteuliche geiolgl, daß tn Dem zinnreichen Gebiet von lHotnei§, in Dem seyt schon mehrere Betriebe das Zinn bergmännisch, »um Teil mit großen Maichmenanlagen geromnen, o.el Der« iprechende GolDsonde gemacht worden sind. E-tollen rstücke reinen Goloes von erheblicher Grütze gesordert rooioen sein, Eme Anzahl Felder, die b>s.ier nur als gemeine Schürffelser aus Zmn abgeiiedt und an« gemeioet waren, sind nun als EselmetaUseiDer neu belegt woiden.
d" München, 30. Tez. 1013. Auf dem bayerischen Zentrumsparteitage wurde m ber Debatte über das Referat Schlittenbauers bett, bie Parteiorganisation von allen Redner die Organi- sationSsragc " alS die wichtigste Frage für die Zen- trumdpartei erklärt Es wurde eine Unmasse von Anregungen und Vorschlägen seitens der einzelnen Redner gemacht. Im Zusammenhang damit emp- saht befoilderS Generalsekretär Dr. Stadtler iioln eindringlich und unter allgemeiner Zustimmung die Förderung der WindthorstbmWe. Hinsichtlich der KanbidatenaussteUung tourbe von verschiedenen Sei- ten dein bringenden Wunsche Ausdruck gegeben, man solle bei ber Ausstellung von Kandidaten daraus Ruck- sicht nehmen, datz der Zentrumssraktion neue tüchtige Arbeitskräfte zugeführt werden, nachdem die Fraktion iu den letzten Jahren durch den Tod eine Reihe hervorragender Arbeitskräfte verloren hat. lieber die politischen Fragen referierte Abgeordneter Giebrl. Er erinnerte au die schweren Kampfe, welche die Zentrumspartei feit der Landtagsauflosuna zu bestehen hatte und betonte die scharfe Frontstel. hing ber Partei gegen bie umstürzlerische Lozialde- I mofratie und den ßinfälibcralismuS. scharfe ttritil übte er an dem Gebaren gewisser jungliberaler unb sozialdemokratischer Herren, welche einen Ton in der Kammer ein führen, welcher dem Ansehen des Paria- nient'4 durchaus abträglich ist. Mit Bezug aus den Boykott des Abg. Held durch bie Liberalen sprach der Redn'er unter stuimischer Zustimmung der Versamnr. hing dem arbeitssreubigen und treuen Mitarbeiter volle Anerkennung unb Tank ans. Abg. Giehrl präffsicrte sodann die Stelliingnahme der Zentrums, frakiion zmn Ministerium Hcrtling.rind äritzerte sich gegen die Genehmigung deS freireligiösen Unterrichtes. Mit Nachdruck verlangte er zum Schluß die Aufrechterhaltung der Konseffionsschule im Interesse ! einer christlichen Erziehung ber Jrlgend. Angenom- I men wurde ein Antrag, ber als Vorbedingung für
Nach dem von ber .Nordd. Allg. Ztgi veröffentlichten Ueberbhd über den Entwurf des DtaatShans- haltselats für das Jahr 1914 schließt ber Etat tn Einnahme und Ausgabe mit 4846 239109 Mark ab. Danach werfen einen Ueberschng ab:
10 788 600 M.
ber Armee, ber bie Uebertoältigung der französischen Wache am linken Ufer zu besorgen hatte, wurde in- dessi.-n in Kähnen herübergeschafft. Die Nachrichten über diesen denkwürdigsten Rbeinübergang sind nicht gerade besonders reichlich. Jndeffen erzählt uns Graf Henckel v. Donnersmarck i.t feinen „Erinnerungen" darüber das Folgende:
„Am 1. Januar 1814; um U3 Uhr des Nachts, stiegen 200 Mann vom Füsilierbataillon deS bran- denburgische.i Regiments in bie Kähne.
Die Nacht war sternklar unb falt, bas enge Rhein- tal jedoch ziemlich finster. Es war der ausbrückliche Befehl gegeben, unterhalb ber französischen Wachen in bem Dottane.rhäuschen ohne Geräusch zu landen, weil man eine Hinterlist, von feiten des Feindes erwarten mutzte. Tie' Neberfahrt der ersten 200 Mann dauerte etwa eine Vicrtelstu.rde. Da die Neierve- kavallerie ganz hinten in den Schluchten biwakierte so ritten wir Befehlshaber nach Earib und erwarteten mit bet größten Span.rrrng, wie bie Sachen ablau» fen würden. Das Licht im Douanenhäuschen brannte, kein Schutz fiel, alles war still, bis unsere Füsilier' au5 den Kälmerr sprinoe.rb. dem streng ge- gebeneir Verbote zuwider ba? linke Rheinuser mit einem lauten Hurrageschrei begrützten. In b:cfcm Auaenblick fielen einige Schüsse au? bem Tonanen- hänSchen. Sie verwundeten einige Jäger unb einen Führer, ber sich erbaten hatte die ersten preutzilchen Truvven über den Rbein zrr führen. Etwa? spätch entstand ein kleines Tirailleurseuer mit unbebauten, ben feinblichen Abteilungen.
Der Uebergang, ber nun .rach der Disposition erfolgte, fanb bie ganze Nacht hindurch bis gegen Moraen statt."
Blücher fetbft schreibt über ba? Ereignis an feine Frau, der er stet? so getreulich über alle wichtige Tinge berichtete, wie folgt:
„HErtzenS liebe Frau.
ber frühe neujahrSmorgen wahr vor mich erfreu» lig ba ich ben Stoltzen Rein Paffirte, bie uffer er. löhnten vor Freubengeschrep, unb meine braven Truppen Empfingen mich m*t Jubel ber toiberft.anbt deS Fei.rbeS wahr nicht bebeuttenbt, ich schliffe nun
Gefahren. Der Jesuitenorden Ist in hervorragendem I Matze S ch u! o rd en. Die zahlreichen Jesiittenamtnlien, I die an Den Grenzen des Reiche» l egen, von Oetterrerch di? nach Belgien und volland, in denen h Ute Ichon eine I erhebliche Anzahl retch?deuifcher Kinder erzogen wud, bekämen nrtt einem Gchlag den Zutritt ins Reich. Die reichen Mittel, über die der Orden verfügt, würden es ihm gestatten, Prwotanstakten jeder Art zi> eröffnen, I durch Lehrer- und Lebrerinnen-Bikdiings- an ft alten weiteren Einfluß auf die Gesinnung Der deiitschen Leh e-ichasl zu gewi'nen und ft• tm Bereich Der hSkeren Lehranstalten, tn Konvikten, Srmnmnen mw. lestilisehen. Diele Schulen wären eine tAarfe Konkurrenz für die Staai8anftalten, würden I keineswegs dem konkeisionellen Frieden Dienen, londern I neuen ßünbftoft iit daß Qolt binetnirdatti. Unerroünid)i I tft ferner, daß die Entscheidung über tue Zulaflung der Jesuiten, die heute von Re'.chSwegen geordnet ist, bann in den Bereich der Sm^e floaten fiele, die natürlich, I feber für sich, dem Ansturm be? Uttramontant?mu8 gegenüber wefenilich roehr’ofer Daftünben al? da? Reich *
Die „Kölnische Volkszeitung" meint, man traut seinen Augen nicht, wenn man bicsc Phantasi-m deS badischen Dlocksührtrs lese. Wir meinen bogeqen, man darf seinen Augen schon trauen. Etwas beffercs ist man von diesem Dlocksührer nicht ge- wohnt. Die ,^röln. Dztg." bemerkt Wetter:
Drauenb (eben wir an ber deutichen Grenze von I „Oesterreich fcts Belgien und Hollrnd die zahlreichen ‘ilehtitenanfioUen'. 2'an iollie meinen, wenigsten? em Tutzcno vieler gefi'u chkercn Jesuuenfchulen mü&ten an der deuticren Gre'ze'legen. Unb die Wirtlichkett i Ganze zwei Gum >asieti, da? eine in Worarlbera, baS andere in der hollänoisreu Proomz Limdutg, und tn dem großen Raum dazwüchen: tn ber Schwei, unb tn Frankreich staatliche Unterdrückung teder Jeimtenanstalt. und tn Belgien kein einügeS deutsches JeimtenirauS, geschweige denn Gymnasium. — „ zahlreiche ;le|uitenanftalten, bie an der Grenz- he? Reiche-- liefen!"
Da? Blatt macht weiter darauf ausmerfsam, wie wahrscheinlich es klingt, wenn ein Lib.-raler t.i | Deutschland die Gefahr von vielen Jestnten g v in - nafitn unb gar Jesuiten l c h r e r s e m i n a r t e n an die Ward malt, wo die Gesetzgebung der einzelnen Länder brsanntlich immer nur daraus «artet, roa? die Katholiken für Wünsche hätten, um sie alsbald zu erfüllen: . .... ...
iwetp denn ber Geb. Hofrat Rebmann wirklich nicht, datz für febe einzelne Niederlassung bie staatliche Ge- >ebmiauna nachaefuchi werden inuh? Und iccnn das preußische, sächsische, braunschweiaüche usw. Mim- | flerium bei Gesuchen um SchwesternniederUssnugen für Krankenpflege die PedürfntSfrage verneint und infolge. Men De itnchgefuchte Bewilitaung abichlagt, welch Heller Kops lebt bann in bem Wahne, baß untere Regierungen bi» Konzession für Je uitengyrnnasten erteilen würben? Und bann erst bie Lehrerseminare, die von . en Jesuiten errichtet werden sollen! Das kann doch ein gebildeter Mann Deutschlands, ber Deutf i e Berdältnisse und deutsche Geschichte kennt, unmö lich tm Ernst auch nur als entfernte Möglichkeit ftmneUen. sollte Herr Rebmann vielleicht einen 6eben wachen a's er solche Worte niederschrieb? Oder sollte er als Grobblockführer, ber ja zwei Gesichter — em blaues und ein tote# — babtn muft, btc (Sutglaubtguit be. deutschen Michel? auf die Probe stellen und unterfuchen, wie weit er tm äußersten F iüe gehen kann f
♦ ißtnen Beitrag jur Parität in Preußen bringen die Lebensermnerungen des ätraß nrger Gynäkoloaen Frennd. Nach einem Berliner Niontagsv'alt stehl barm: ...
„DaS Kuratorium ber Universität Halle mutzte einen tüchtigen zweiten Gärtner am Botanischen Garten ent lass en, nachdem belannt geworden mar, datz der Mann - Katholik wir." _
Ein katholischer Gärtner ist auch zu gefährlich! Und trotzdem redet man fo viel von „proiestantttcher Toleranz" unb „eoangel scher Weitderztgkei ". Wie tlemltch zeigen sich in Wirklichkeit selbst zahlreiche piolcftanttidie Vertreter der Wiffenschaft. Sie weitem los gegen „Rom" und zittern vor emem kathollfchen „zwett-n Gäriver".
* Deininger und Kemps unverletzte Nach einem soeben eiltgegattgenen Telegramm des Gouverneurs
die Festung Mainz völlig ein, führ meine Person gehe ich mtt der Armee gleich vorwärts . . . ber lehrm von meine braven Cameratten ist so groh daß ich mich verbergen muß damit alles zur Ruhe komt: bie jenseitigen deutschen Bewohner Empfangen unS mit Freudenthränen ..."
Interessant ist cS, bie führenden Geister tm deutschen Befreiungskämpfe das Ergebnis be? abqelait- fc.ien Jahre? zusammenfasien zu sehen. So schrieb ber eb(e Frhr. b. Stein, ber sich bamalS in Freiburg in Baben aushielt, an seine Frau:
„In wenigen Stunden ist ein Jahr verflossen, bas bie größten Ereignisse in ber Weltgeschichte in sich faßte baß nach elf blutigen Schlachten Deutschland vom französischen Joch befreite; möge das folgende uns den Untergang de? Tyrannei unb ba? ssiiiederaufblühen einer glücklichen Vaterlanbe? her- beiführen und die Dorsehn.ig fo ihr Werk honen'
Roch denkwürdiger sind bie Worte, bie der Erzherzog Johann von Oesterreich, der in feinem Vater, land' die treibende Kraft für bie Befreiung vom Joche Stapoleono bar, als Silvesterbetrachtu.rg tn fein Tagebuch schrieb: sie lauten:
„Run lebe ich in meinem Vaterlande frei, darf keinen Hebei mut dulden. Deutschland, ba? herrliche Sanb, btc? erste Volk durch Her; unb Geuiiit u.ib Wissenschaft, durch Kraft unb Willen erhebt sich und glänzet ba wo ihm fein Platz gebührt. Wirb, tote ich nicht zweifle, bald ein bauerhaster Triebe, lebt eine feste Ordnung zurück, beilüdet Ruhe bie Volker bann sage ich gern mit Simeon: Nunc^bimitte servum hntm, denn ich fah den Tag Der Freiheit für Teutfchlanb: ich fand meinen festen Glauben bewährt"
Nachdem Blüchers Truppen, den Rhein überschritten, drängten sie unaufhaltsam weiter. Schon nach wenig Tagen standen sie auf fianzopschem Boden. So schrieb der Feldmarschall schon am 13. Januar vor St. Avold au8 an fein „liebes Mahlchen": . .
„. hir bin ich nun tn Frankreich herein und ballbe wird eS nun wider am Schlagen gehn, .noch eine derbe Schlacht die wihr gewinnen muffen unb
y Deutfchlanvs Befreiung vor 100 Jahren.
X
Hebet ben Rhein.
(31. 12. 1813.—1. 1. 1814.)
In den Rheinanlagen des freundlichen Städtchen E a v b erhebt sich aus den Laubgängen, die den Strom umsäumen, feit 1894 ein bescheidener Broneestanbbilb, das uns den Feldmarfchall Blücher vor Augen führt, wie er mit gezogenem Säbel. über den Nheinstlom beutet: „Vorwärts, über den Rhein, nach Frankreich hinein!"
Es dehnt sich hier ein eigenartiger Flußkeffel, eng und rings von mächtigen Bergen umstanden, der kaum einen Eingang noch.einen Ausgang zu haben scheint. Und doch hat sich hier ba? denkwürdige Ereignis abgespielt, welches mit bem Uebergange Dlüchets über ben Rheinstrom das große DefreiitngS- jahr 1813 zum mürbigen Abschluß brachte.
Durch ein enge? Tal, ba? heute ben Namen Blüchenal trägt führte ber Felbmarschall fein erste? Armeekorps unter Dork unb dem Ruffen Längeren zum Rhein herunter, während andere Teile feinet Slrmee auf bequemeren Wegen bei Koblenz., und Mainz den Strom überschritten. Staunend' steht man an dieser Stelle und fragt sich, wie e? möglich gewesen, eine schwerfällige Armee von damals, mit Pferden und einem schwerbeweglichen Troß durch diese Walbschluchten hinburch unb an der anderen Seite wo die Felsen sich erst recht steil aneinander drängen, wieder hinaufzuführen.
Auch der Rheinübergang selbst war bei bem mangelnden Material und der starken Strömung unb bei harter Winterkälte kein Kinderspiel. Jn- beffen bie Schisset von Gaub stellten sich mit ihren Fahrzeugen in den Dienst der Marschall» unb schlu- ?en gerade unter Burg GutenfelS beginnenb, eine lontonbrnrfe nach ber mitten im Strom auf zackigen Felsen gelegenen alten Zollstätte ber „Pfalz" unb von dort zum andern Ufer, wo bie EngelSburc auf troifuem Schieferaestein thront. Der erste Teil
Haltung, durch Erscheinung und Ausdruck — vielfach iin Ordensick'muck — erkennen lassen, datz der alle Sol- d a t e n g e r st in ihnen weiter lebe. Das habe dem Sager wohlgetan.
== Bon einer Kanzlerkrise war in einigen Blättern gesprochen worben. Dazu führt ber „Mannheimer Generalanzeiger", der dem Abg. Baffermann nahe steht, folgendes guS:
Kundige Beurteiler Yet Menschen und Dinge nehmen an, daß ein- schwere politische Krise herauf- ziehe. Die konservaiive Partei sei im Aufruhr gegen die Regierung, weil diele eS zugelassen habe, daß der Leutnant v. Forstncr feine gesetzliche Strafe erhalte. Polizeipräsident v. Ja goto, der übrigens bet Hof- beliebt sei — ein sehr wichtiges Moment — habe mit seinem Briefe an bie .Kreuzzeitung" die Führung deS Ansturmes der Konservativen gegen den Reichskanzler übernommen. Dieser befindet sich in einer überaus peinlichen Situation. Die Art der üngsten B-trachtuni der „Norddeutschen Allgemeinen Leitung", mit der v elleicht Eindruck bei den Konferva. tiven gemacht werden sollte werde vom getarnten Liberalismus abgelehnt. Ter Reichskanzler stehe in offener Feindseligkeit mit den Konservativen, ohne den Versuch zu machen, die verlorenen Sympathien des liberalen Bürgertums wiederzugewinnen. Es fei ein besondere? tBerfjangni? für Beihmann. der ziemlich isoliert dastehe, daß der gegen ihn unternommene Ansturm ber konservativen Reaktionäre der eigentlich aS liberale Bürgertum an seiner Seite sehen mutzte, ihn bock in dielem Lager keine BunbeSgenofsen zu werben vermöge.
Uns scheint, baß Herrn von Bethmann yollweg? politische Gesundheit noch recht fest ist unb daß aznz andere „Zufälle" nötig waren, um ihr einen Stoß zu versetzen.
» ^um Jesuitengksttz. Der bekannte Zentrums- polttiker Dr. Jultus Bachem stellt in der.Köln. ’tioltSxtg/ eine Betrachinng zur Jahreswende an, in welcher er anregt, im Reichsiag einen 'Jiotantiag einzubringen, der die Freigabe wenigstens der rein feelforgerlieben Tätigkeit der Jestulen,ordrr!. Er ta'reibt weiter:
„Ich kann mir nicht denken, daß biefenigen Parteien, ohne deren Zustimmung die verbündeten Regierungen in der Jesuitenfrage schwerlich etwas tun werden, also bie Konservativen unb bie Nationallibe. ralen, hier sich ablehnend verhalten würben. Eine ausgesprochen christliche Partei, wie die Konservativen, kann gegenüber einem solchen Notantrag gar Nicht versagen, unb bie Nationalliberalen dürften eS sich doch auch dreimal überlegen, ob sie der Anbahnung eines besseren DerhältnisfeS zwischen Zentrum unb National, liberalen, wie eS burch die deS ReickiLtasicS keri« großen Aufgaben geboten tft, neue Schwierigkeiten be- reiten sollen. Tann fiele im Falle ber Nichtzustimmung auf den ®unbe6tat eine Verantwortung, welche er kaum zu tragen vermöck>ie. Vielleicht sagt man, eS schicke sich nicht, daß ba? Zentrum selbst. einen solchen Antrag einbringe; fein Antrag könne nur lauten: Auf. Hebung des IesuilengesetzeS. Gewiß ist das ber einfachste und korrekteste Antrag. Aber eS ist nicht ab. zufthen, warum das Zentrum Bedenken tragen sollte, einen Eventualantrag zu stellen, wonach ber Bundesrat aufgeforbert würde, einer neuen Verordnung etwa den Satz zugrunde zu legen: Als verbotene Ordens, tätigkeit gilt nicht die hu Rahmen der regelmäßigen Pfarrseelsorge sich hallende priesterliche Tätigkeit.''
*♦ Oie Jesuitenaugst eine? RotttlockiührerS. In einem Buche „Das' Jahr 1913", ba? ein Ge- samibild der Sulfur des JahreS geben will unb bei Teubntzr tn Leipzig erschienen ist, Hai der Führer der dadisheti Nat'onalliberalen, soweit sie block- freundlich si id, der Abg. Rebmann in einem Artikel „Pcfitik von nationalliberalem Stindpunkt" auch da» Jefuitrngesetz behandelt. U. a. schreibt er:
tft nützlich, sich klar w werden, welche Folgen di» »lutbebu-g Del Jeiuitengefeyer haben winde, wenn fie tattächlich «tfolgen iollie. (!) E« tft vielleicht denk- bar, dch der Orden lerne ursprüngliche 'Hutgabe, die Rek tlMisierung, fomeit in den Hintergrund ichieben würde, daß da? tchwerfte Aergerni« out feiten der -ütottfianlen vermieden würde. Dagegen bietet die weite «utanbe be? O'dev? pnm andere und ichwe-e