Einzelbild herunterladen
 

2. Blatt.

Dtdd Ift <ul6«et Hctienttiuetei in Si!6a

•$» Zuldaer Zeitung♦

M 500.

Dienstag 50. Dezember 1915.

K. Die neuen verficherunqspflichtigen Personen bei ver Ortskrantenkasse.

Der Bersicherungspflicht bei der Ortskrankenkasse unterliegen zur Zeit im allgemeinen nur solche Per­sonen, die in Gewerbebetrieben beschäftigt sind. Vom 1. Januar 1914 ab wird dieser Standpunkt ver­lassen und die Versicherungspflicht ist durch die Rerchsversicherungsordnung auf alle männlichen und weiblichen Personen, ohne Rücksicht auf ihr Alter ausgedehnt, die ihre Arbeitskraft in abhängiger Stel­lung und nicht nur vorübergehend verwerten.

Insbesondere sind künftig auch die im Haus­halt beschäftigten Personen versicherungspflichüg.

Es sind also

künftig versichert

Arbeiter, Gehilfen, Gesellen, Dienstboten vor­ausgesetzt, daß sie gegen Entgelt beschäftigt sind, und zwar sämtlich ohne Rücksicht auf die Höhe ihres Ver­dienstes, also auch dann, wenn ihr regelmäßiger Jahresverdienst 2500 Mark übersteigt: Lehrlinge sind sogar dann versicherungspflichüg. wenn sie ohne Entgelt (Gehalt, Lohn, freie Kost oder Wohnung), be­schäftigt werden. Außerdem sind Sausgewerbetrei- äende und ihre hausgewerblich Beschäftigter für ver- ficherungspflichtig erklärt worden.

Angestellte in gehobener Stellung.

Im übrigen unterliegen der VersicherungSpilicht bis zu einem Jahresarbeitsverdienst von 2500 Mk.: Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte in ähnlich gehobener Stellung, sämtlich, wenn diese Beschäftigung ihren Hauptberuf bildet, ferner Handlungsgehilfen und Lehrlinge Gehilfen und Lehrlinge in Apo beten, Bühnen- und Orchestecm't- gliedcr ohne Rücksicht auf den Kunstwert der Lei­stungen' Lehrer und Erzieher, sowie die Besatzung von Fahrzeugen de: Binnenschiffahrt. Bisher wa­ren diefe Personen versicherungsfrei, wenn ihr Ar­beitsverdienst '6% Mark täglich oder 2000 Mark im Jahr überstieg sie werden vom 1. Januar ab er- neut versscherungspflichtig, wenn ihr Jahresarbeits- Verdienst: 2500 Mark nicht übersteigt.

Mel der Ortskrankenkasse lst nun die baldige Anmeldung ,der neu zu versichernden Personen unter Benutzung der vorgeschriebenen Meldeformulare die im Kassen- lokal unentgeltlich zu haben sind, zu bewirken. Gleich­zeitig ersucht die Ortskrankenkasse sämtliche Arbeit­geber, alle bisher versicherten Personen auf den überbrachten Formularen zwecks Einreihung in die neuen Beitragsklassen umzumelden.

totales.

Fulda, 30. Dezember 1913.

*** Weihen. Der Hochwürdigste Herr Bischof wird morgen früh 7 Uhr in der Marienkapelle des Tomes an einen Oblcttenirgler aus dem Odlatenlloiier in Hünfeld die hl. Priesterweihe und an neun Fratres aus demselben Kloster die Tonsur und die vier nie­deren Weihen erteilen.

O Abschiedsjeier für Exzellenz von Scheffer. Zu Ehren des vom Kommando des 11. Armeekorps zurück­tretenden kommandierenden Generals, des Freiherrn v. Scheffer-Boyadel, findet in Kassel am 9. Januar ein großes Abschiedsfestmahl statt; zur Teilnahme sind Einladungen an die Osfizierkorps aller Truppenteile des 11. Armeekorps ergangen. Es wird eine große Anzahl Vertreter aller Offizierkorps an der Feierlichkeit teilnebnnn.

X Ausbildungskursus für Jnnungsvorstands- mitglieder. Tie Handwerkskammer zu Kassel be­absichtigt nach Neujahr 1914 — genügende Teil­nahme vorausgesetzt — einen Ausbilduugskursus für Vorstandsmitglieder der Innungen hier in Fulda zu veranstalten. Ter Kursus soll den Vorstands­mitgliedern Gelegenheit geben, sich die zur Leitung der Jnnungsgeschäfte erforderlichen Kenntnisse anzu­eignen. Der Unterricht soll Sonntag nachmittags stattfinden. Ter Lehrplan umfaßt 1) die Ausgaben der Innungen: a) aus dem Gebiete des Lehrlings­wesens, b' zur Erzielung eines guten Einvernehmens mit den Gesellen, c) zur gewerblichen und wirtschaft­lichen Förderung der Mitglieder. 2) Die Schrift- und Kassenführuna der Innung: a) der Schriftverkehr mit den Behörden, b) die Abfassung der Protokolle und Beschlüsse, c) das Kassen- und Rechnungswesen, ä) die Führung der Lehrlings-, Gesellen- .und Mei-

Kleines Femtteton.

— Staubbekämpfung in den Schulen. In dem hygienischen Institute zu Hamburg sind eingehende Versuche angestellt worden, um die beste Art der Reinigung von Schulstuben zu ermitteln. Es wur­den vier verschiedene Verfahren erprobt, die sich bei einem normalen Schulverkehr als etwa gleichwertig erwiesen. Nach einem Berichte von Friedrich Lorenz im „Gesundheitsingenieur" sind vor allem die Vor­teile einer Fußbodenölung recht zweifelhaft gewor­den. Sie verführen die Schuldiener leicht, sich eine gründliche Reinigung zu ersparen. Es ist außer­dem besonders schwierig, den oberflächlich gebunde­nen Staub vom geölten Fußboden zu entfernen und herauszuschaffen. Statt eines Vorzuges entsteht also die Gefahr, den Staub geradezu zu konservieren. Außerdem gewähren geölte Fußböden bei der un­vermeidlichen Beschmutzung durch die Füße der Kin­der einen widerwärtigen Anblick, der besonders bei jungen Mädchen das Gegenteil des erzieherischen Einflusses ausübt, den die Schule geben soll Höch­stens für alte und schadhafte Fußböden in älteren Schulen würde die Oelung als Notbehelf am Platze sein. Sonst ist überall das Scheuern und feuchte Abwischen zu bevorzugen. Die höhere Vernunft sucht natürlich auch hier das Uebel möglichst zu ver­hüten, anstatt nur auf seine Beseitigung zu sehen. Daraus folgt die Forderung einer zweckmäßigen Einrichtung des Schulhofes, den die Kinder zu pas­sieren haben. Er muß zweckmäßig gepflastert, viel­leicht auch auf einer großen Flache mit Scharreisen und Matten belegt sein, auf denen auch ohne beson­dere Absicht ein Teil des Staubes von den Schuhen abgestreift wird. Aus die ungeheure Bedeutung der Staubverminderung m den Schulräumen für die Bekämpfung von Halsleiden und allerhand anstecken­den Krankheiten braucht kaum besonders verwiesen zu werden Ferner wird noch für die Anbringung von, Fußbrettern an den Schulbänken eingetreten, darrst t die oft nassen Füße nicht auf den Boden selbst gestellt zu werden brauchen. Kalte Füße lähmen geradezu die Gehirntätigkeit. mo.

— Der Erreger bet Maul- und Klauenseuche ge­sunden? Unlänaft wurde berichtet, der Thurgauer

sterrolle, e) die Verwendung von Formularen. 3) Die Tätigkeit des Vorstandes und der verschiedenen Ausschüsse. 4) Die Bedeutung der Jnnungsaus- schüsfe, Jnnungsverbände und Handwerkskammern und deren Aufgaben. 5) Wichtige Fragen aus dem Gewerberecht. 6) Das Genossenschaftswesen und feine Bedeutung für das Handwerk. An jeden grö­ßeren Abschnitt soll sich eine freie Aussprache an­schließen, in der von den Teilnehmern Fragen gestellt werden können. Tie Vorträge über der Schrift- und Kassenführung sollen mit praktischen Hebungen ver­bunden werden Der Kursus wird etwa 10—12 Stunden dauern und sich über 3—4 Sonntage er­strecken. Tie Teilnahme ist kostenlos.

;; Dem 8. Verwaltungsbericht über die Richard- Miillcr-Ttiftung für kränkliche Kinder (ölt. 1912 bis Okt. 1913) entnehmen wir: Eingegangen waren 157 Aufnohmegesuche. Tavon mußten 35 abgelehnt bezw. zurückgestellt werden, für die übrigen 122 wurde Auf­nahme in der Kinderbeilanstalt Soden auf Kosten der Stiftung bewilligt. Von diesen 122 Kindern waren 52 Knaben und 70 Mädchen: 112 gehörten der katho­lischen und 10 der protestantischen Religion an; 71 waren aus der Stadt Fulda und 51 aus dem Kreise Fulda. 92 waren zum erstenmal: 18 zum zweiten­mal: 8 zum drittenmal; 3 zum viertenmal und 1 Kind zum sechstenmal in der Anstalt. Ter Aufent­halt in der Anstalt betrug für 44 Kinder 4 Wochen; für 06 Kinder 6 Wochen und für 12 Kinder 8 Wochen. Den Kindern wurden insgesamt 2040 Soolböder und 161 Inhalationen verabreicht. Ein Kind erhielt durch­schnittlich 17 Bäder. Tie Gewichtszunahme der Kin­der während des Aufenthaltes in der Anstalt bewegte sich zwischen 1 b'§ 15 Pfd. Das Urteil des Anstalts- arztes lautete für 22 Kinder als „geheilt", für 69 Kinder als „wesentlich gebessert", für 29 Kinder als „gebessert" und für 2 Kinder als „ungeheilt" ent­lassen. Die Zahl der Verpflegungstaae betrug für sämtliche 122 Kinder 4662 und der Aufwand hierfür 6759,90 Mk. Für Reisekosten, Beschaffung von Wäsche und sonstige Auslagen wurden 309,96 Mark aufge­wendet Auch in diesem Jahre unterstützten wohl­tätige Damen die ärmsten Kinder durch Spendung von Wäsche und Kleidungsstücken und halfen dadurch vielen oft recht bedürftigten Kindern zur Ausnahme in die Anstalt.

△ vau-haltungsfchultzen und Wchrbntrag. Nacki § 9 Absak A des neuen Wehrfieuergesitzcs sind bei oer Deklarierung des steuerpflichtigen Vermögens Schulden, die zur Bestreitung der laufenden Haus- hallunaskosten eingegangen sind (Haushaltungs- schulden), nicht abzugsfähig. Diele Bestimm ng dürste den wenigsten bekannt sein. Es dürft" daher im Interesse der zahlungs'ähigen Kundschaft liegen um die Angabe des richtigen Vermögensstandes zu ermöglichen? die alten Schulden noch recht­zeitig zu begleichen.

!! Der kalh. Meister- und Miinnet verein hielt am vergangenen Sonntag feine Wethnachisfeier in der hinter bürg ab. Um 4 Uhr begann die Feier für die Kind.r. Der geistl. Herr Beirat Dr. Heller begrüßie in herzl. Ansprache über hundert Kinder, welche Ge- Dichte und L eder vortruaen. Abends um 0-8 Uhr ignd die Feier für die Mitglieder und deren erwachsene Familienangehörigen nach reichhaltigem Programm flatt. Herr Obermeister Neid!rt begrüßte die über­aus zahlreich Erschienenen. Alle Teilnehmer waren von dem Verlauf her schönen Christieier wohl befriedigt

--- Militärische Hebungen auf Schneeschuhen. Im Januar trifft das Marburger Jägerbataillon m der Rhön ein, um Hebungen im Schneeschuh- laufen vorznnehmen und das Rhöngebirge tn voller Ausrüstung zu überschreiten.

-y- Ein Opfer der Glatte, Heute nacht Os 2 Uhr trug sich am dem hiesigen Güterbahn Hose ein ichwerer Unfall zu. Der 34 Jahre alte Bremser Resser aus Hanau, verheiratet und Vater von drei Bindern, glitt während des Dienstes aus, fiel auf das Gleis und wurde von einem Wagen überfahren. Beide Beine bis unterhalb des Kniees wurden ihm abgequelscht. Er kam, schwer verletzt, in das hufige Landkrankmhaus. Der Zu st and de- Verletzten ließ heute mittag das Schlimmste befürchten.

-x- Mehr Rücksichtnahme! Als gestern nachmittag auf dem Wege zum israelitischen Friedhose em großer Trauerzug die Florcngafie passierte, tarn ans der Bufeckilraße em Kohlenfuh werk und fuhr rücksichts­los mitten durch den Zug der Leidtragenden durch. Laß hierüber allgemein eine große Entrüstung ent» stand, ist sehr begreiflich. Wie uns mitgeieilt wird, ist bereits Anzeige gegen Den rücksichtslosen Rosse­lenker erstattet.

Professor Dr. Stauffacher in Frauenfeld (Schweiz) habe den Erreger der Maul- und Klauenseuche fest- gestellt. Rach Den eigenen Mitteilungen des Profes­sors ergaben seine Untersuchungen, daß es sich dabei nicht, wie man bisher annahm, um ein Bakterium, sondern um ein tierisches Wesen handelt, das in die Abteilung der Protozoei» wahrscheinlich zu den Sporozoen und zwar zu den Coeeiden gehört. Tie Jugendzustände .des Schmarotzers sind sehr kleine Sporen; daraus erkläre sich auch die Beobachtung, daß der Jnfektionsstoff teilweise selbst durch Bak- teriensilter hindurchgeht; die tierische Natur des Pa­rasiten dagegen machte die Mißerfolge erklärlich, die andere Forscher und er selbst mit der Kultur des Schmarotzers auf Nährboden bis jetzt zu verzeichnen hatten. Man ist gegenwärtig an der pathologischen Abteilung der Schweizer Tierarzneihochschule mit der wissenschaftlichen Überprüfung dieser Ergebnisse be­schäftigt. Nach den bisherigen Untersuchungen an dieser Stelle tut man nach einer Mitteilung, die die­ser Tage der eidgenössische Viehseucheninspektor Dr. Bürgi tu einer Versammlung der Gesellschaft schwei­zerischer Landwirte machte, gut daran, die angebliche Entdeckung des Erregers der Maul- und Klauen­seuche mit einigem Zweifel aufzunehmen.

— Allerlei Weisheit. Wenn es einem Menschen vollständig an Luft fehlt, kann er höchstens vier Mi­nuten leben. — Ein Känguruh kann mit einem einzigen Sprunge bis 3^ Meter zurücklegen. — Die Bambushalme können einen Umfang bis zu 80 Zen. timeter erreichen und eine Höhe bis zu 38 Meter. — Aus China werden alljährlich für gegen 40 Mil­lionen Mark der bekannten papiernen und seidenen Fächer und Sonnenschirme exportiert. — In Georgien darf eine Braut nur dann heiraten, wenn sie ein Zeugnis vorlegt, aus dem hervorgeht, daß sie kochen kann. — Alljährlich werden in der ganzen Welt rund 2 Millionen Erfindungen zum gesetzlichen Schutze angemeldet. — Der Name „Klavier" kommt her von dem lateinischen Worte „clavis", d. h. die Taste. — Ein gesunder, kräftiger Mann hat 40- bis 50 000 Haare auf dem Kopfe, eine Mau aber 70- bis 80 000. — Die größte jemals 5e> gestellte Zigarre toor 112 Zentimeter lang und hatte in der Mitte 30 Zentimeter Durchmesser. mo.

(!) Es schneit weiter! Die ganze Nacht hat es geschneit und heute vormittag schneit es auch.. Die Rodelschlitten sind allenthalben in Tätigkeit gesetzt und mit den Rhönzügen fahren Männlein und Wcib- lein, soweit sie über die nötige Zeit verfügen, hinaus zu Den Schiplätzen. Wem solche Sportsfreuden nicht beschiede.i sind, der sollte wenigstens einmal auf den Domplatz ober die Pauluspromenade gehen: solch herrliches Winterbild, wie es jetzt da zu schauen, sicht man selten.

*♦ Boltsvereins. Sekretariat. Die am Mittwoch Den 31. Dezember in Geisa und EnerfelD fälli­gen Sp-e-' t 'ge werden nicht achal en.

H W ederholung deS Weihnachtsfesispieles Auf viel­seitigen Wunich bat Der Männergefangverein „W'insriDia" befchlosse >, das Werhnackt-seNfpiel mit Männerchör-n und 6 lebenden Bildern am Neujahrslage, nachmittags 41/, Uhr int kathol-fchen Gesellenhaufe zu kleinen Giniriitepreiien zu wiederholen. Wie die erfte Aufführung, fo fleht auch diele wieder unter Leitung ees Herrn Kunstmalers PfNier. Um nun das Programm abwechiettmosreich zu aeftalten, bat man neben den le enden B Wern auch für ein schönes Mustlprogrcunm Sorge getragen Erwähnt feien nur die Stücke für Vio­line, H arm onium und Klavier: „Largo" von Händel; „Andame religiofo" von Folhurft: „P Igerchor aas Tann äufei" von Richard Wagner; Dankgebet aus Den niederlandifchen Vollsvedetn, „Meditation" von Bach-Gounod; „Ave Maria" von F>. Schubert. - Die Munk wnd ausgesührt unter Leitung des kgl. Musik­direktors Gottfried Leber. Die Erft-Aufführung hat zu Weihnachten einen mächtigen Eindruck hmtertasien. Auch eie Wiederholung dürste vo" EOolg begleitet fein.

Ami Geiw und Umgebung.

• Dorndorf, 29. Dez. 1913. Ein führerloses Pferd wurde von dem Gü erzuge, welcher halb 6 Uhr tu ©akungen entfährt, überfahren. Das Pferd ge­hört der chemischen Fabrik in Torndor'. Es hatte sich unbemerkt aus Dem Stall entfernt. Nach kurzem Aufenthalt konnte Der Güterzug ohne wetteren schaden weiterfahren. _____________

Uns Gderheffen u- den heff. Remtern.

A Marburg, 29. Dez. 1913. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde den Verträgen zwischen der Königlich-Preußischen Wasserbauverwal­tung und der Stadt Marburg und zwischen der Was­ser bauverwaltung und den Buderusschen Eisenwerken zu Wetzlar wegen Lieferung elektrischer Energie zugestimmt. Tie Verträge lausen 30 Jahre. Tie Lieferung elektrischer Ener- gie soll am 1. Oktober 1914 beginnen und zwar zu­nächst von den Buderus-Werken und später von der Edertalsperre aus. Auch die Landorte des Kreises, ebenso auch der Kreis Kirchhain dürften auf diefe Weife mit Elektrizität versorgt werden. Die diesbezüglichen Verträge sind in Vorbereitung.

* Kirchhain, 29. Dez. 1913. Vom Kreistag wurden als Kaiser- Jubiläumsipende 5000 Mk. für Die Krüppelheilannalt in Marburg bewilligt, mit der Vorausietzung, daß em Krüppel aus Dem Kreise Kirchhain zu ermäßigtem Preise Ausnahme findet. Für die Unterhaltung der Landwege wurden sem Landesbaurat 52 200 Mk. zur Verfügung gestellt. Emer Eingabe au Den Herrn Minister wegen lieber» nähme Der Kretsteilstrecke Der Ohmtalbahn wurde beidjloff:n. Die abg änderten Satzungen für die all­gemeine Ortskrankenkasse hier wurden angenommen. Das Ergebnis der geprüften Reck.nung der Sreistuffe wurde in Einnahme mit 141 627,20 Mk. und in Ausgabe mit 121 268.56 Mk., sowie mit einem Be­stand von 20 358,64 Mk. abgeschlossen.

* Frankenberg, 30. Dez. 1913. Den 91. Ge­burtstag begeht heute die zurzeit älteste Frau unsrer Stadt, d e Witwe des verstorbenen Magazin­verwalters Adler im Scharwmkel. — Der Ober. Präsident hat Dem hiesigen Gcflagelzuchtverem zu der gelegentlich einer Geflugelansltellung am 7. Oktober 1914 beabsichtigten Berkofung von (Seflügel und Geflügelzucht • Gerä fchaften Die Genehmigung erteilt. Es sollen 1000 Lofe zu je 0,50 Mk. oue» gegeben werben und 60 Gewinne tm Gesamtwerte von 300 Ml. zur Ausspielung gelangen. Die Lote lallen in Den Kienen Dia.bürg, Kirchham und Franken- berg Der rieben werden.

# Treysa, 29. Dez. 1913. Heute fand hier der fest Jahrhunderten im Schwälrnerleben bedeutungs­volle „Treeser Scherzmoor t" statt, von schür­zen, d. h. von Dienst wechseln, abgeleitet), der stark be­sucht war. Schon am Vormittag tarnen Verkäufer und Marktbesucher aus allen Richtungen herbei. Vom Mittag an kamen die Schwälmer im besten Staat her- beigegangen und füllten bald die Straßen des Markt­platzes. Aber schon nach kurzer Zeit zerstreuten sich die Scharen des jungen Volkes in die drei Säle, in denen zum Tanz aufgespielt wurde. Die Paare son­dern sich später ab, um eine große Zeche zu machen, bei der Wein und Grog die Hauptrolle spielen. Später wurde der Angebeteten das offizielle Honigkuchenherz eingehändigt, das mit den mannigfachsten Sprüchen versehen ist. Das Leben auf dem Platze flutete noch weiter. Die Kauflust blieb jedoch hinter den Erwar­tungen zurück.

# Frankenhain b. Treysa, 29. Dez. 1913. Am Samstag wurde abermals ein Veteran von 1870/71, der Gastwirt Bernhard Schminke, dahier zur ewi­gen Ruhe geleitet. Der Veteran erreichte ein Alter von 73 Jahren.

+ Anzefahr, 29. Dez. 1913. Am 2. Weihnachts­tage und dem darauffolgenden. Sonntag veranstaltete der hiesige Gesangverein im Pfesfer'schen Saale eine theatralische Abendunterhaltung. Zur Aufführung gelangte als Hauptstück das Drama: „Der Kampf um eine Menschenseele," versaßt von Herrn Hauptlehrer Schick in Amöneburg. Das Stück führt uns einen Jüngling vor Augen, ber im Baterhause eine gute Erziehung genossen hat, in die Fremde zieht, aber dort unter dem Einfluß verdor­bener Kameraden verbittert und ein Anhänger der sozialdemokratischen Ideen wird. Es zeigt uns so recht die vielen und großen Gefahren, die heute der Jugend in ber Fremde drohen, und ist so wegen seines lehrreichen Inhalts für die Aufführung in Ge­sellen- und Jünglingsvereinen sehr geeignet. Zum Schluß folgten noch die beiden Lustspiele: .Lustig ist die Jägerei", und „die Perlen der Kompagnie". Alle Spieler verstanden es vortrefflich, die Rollen getreu und lebenswahr wiederzugeben.

angedroht er werde es noch ärger machen als der Schullehrer Wagner tn Mühlhaufen.

* Entdeckung von dreißig Skeletten. Aus Tom loufe wird gemeldet, daß ein Jäger, der in ber gebirgigen Umgebung ber Stabt jagte, habet eine Höhle entdeckte, in ber er 30 menschliche Skelette fanb, bie offenbar aus der Zeit des Mittelalters tammeit. Der Jäger jagte auf Kaninchen, wobei er Frettchen anfetzte. Plötzlich sah er, wie ein Ka­ninchen in ein Loch bes Felsens schlüpfte, ber m deutscher Uebersetzung ben Namen „Königin ber Feen" führt. Der Jäger ließ bem Kaninchen em Frettchen nach, bas aber nicht mehr zurückkehrte. Deshalb ging ber Jäger am anberen Morgen mit einem Arbeiter an ben Platz; sie erweiterten das Loch, indem sie Felsstücke wegräumten, standen bald vor dem Eingänge zu einer von künstlichen Säulen geftütiten Höhle, worin 30 Skelette. Waffen und Fetzen von Kleidungsstücken durcheinander lagen. Man nimmt an, daß die Skelette Kriegern angehor- ten, die sich vor dem Feinde in die Höhle flüchteten, in der sie ein gemauert und ausgeräuchert wurden, wobei sie den Tod fanden.

♦ Der Süiatz im Fischnetz. Einen kostbaren Fund machten holländische Fischer. In bem notD» holländischen Kanal unweit des Ortes Schouw fisz ten diese eire Dose auf, die Gegenstände von atorem Wert enibielt. Die Annahme, daß sie einer Der Reuenden, Die die altbollänoiscben Ortschaften vielfach besuchen, die Gegenftände verloren habe, fand bald ihre Bestätigung. Em Herr aus New Jork erklärte nämlich, daß ihm biete Gegenstände, die einen Wert von über 60000 Mark haben, auf ber Reise durch den holländischen Kanal verloren ge- ganaen 'e en.

* Infolge einer Extzlosion stürzte in Zweifel in N ederöucrretch em Gasthaus ein. Zwei Personen wurden aefötek

* Festnahme einer Räuberbande. Der Polizei in Sevilla gelang es nach langen Bemühungen, eine Räuberbande lestzunehmen, die lange Zeit Anda­lusien durch zahlreiche große Räubereien in Schrecken versetzt» halte. U. a. erleichterten die Verbrecher Die Bahnhotskasse in Cardoba um 25600 Mark. Um die Behörden von ihrer Spur abzulenken, arbeiteten sie als Handwerker, bis sie durch einen Zufall ent­deckt wurden.

»Hondef uii ' Industrie.

I Berlin, 29. Dez. 1913. Die Börse eröffnete in schwacher Gesamtkaltung. Die Mißstimmung machte später einer ruhigeren Ausfassung Platz. Be­sonders führte die Preissteigerung des Kupfers und die Erleichterung des Geldmarktes, bie im Rückgänge bes Privatbiskonts für langfristige Sichten auf vier­einachtel Prozent unb für kurzfristige auf vierfünf­achtel Prozent zum Ausdruck kam, einen festeren Ton

herbei.

Märkte.

* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarkt» preise vom 29. Dnember 1913. Preise für 1 Rentner, Rinder A. Ockfen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes 1. im Atter von 4—7 Jahren (Lebendgewicht! 50—55 Mark, sSchlachtgewichts 91 bis 9n Mark, 2. die nock nicht gezogen haben lvnaejocht) Lebendgewicht) 00 —t0 M., sSchlachtgewichts 00-00 Mark, h. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete sLebendgew.s 48—50 M., sSchlachkg.s 87—91 M., r. mäßig genährte lunge, gut genährte ältere sLebendgew. s 43 46 M., sScklachtgew s 79—85 Mark, d. gering genährre leben Alters sLebendgew.s — M., (Schlacktgew.s — M. B. «ul len: a. voll- fleischige, ausgewachsene, höchsten TchlachtwerkeS Lebend- aero Atl 48 50 Mark, sSchlachtgewicht) 80—83 Mark, h noll^eisch-ae jüngere (Lebendgewichts 45—47 Mark, sSchlachtgew.s 78—81 M., c. mäßig genährte jüngere und aut genährte ältere (Lebendgewicht 00 00 Mark. Schlachtgew-chtl 00-00 Mark. C. Färsen und Kühe: a. vollsieischtge, ausgemästete Färsen höchsten Ecklachtwertes sLebendgewichls 47—50 Mark, sSchlacht, gewtchtl 84—90 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachttvertes bis zu 7 Jahren sLdgew.s 45—48 M, sSchlachtgew.s 84—86 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen sLebendgew.s 40—45 M., sLchlachtg.s 77—87 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe uno wenig aut entwickelte jüngere Kühe sLebendgew. 40-45 M., (Scklackstgew.l 74—84 M„ d. mäßig genährte Kühe und Färsen sLebendg.s 32—39 M., sSchlachtgew.s 64—78 M„ gering genährte Kühe und Färjen sLebendgew.l 23-31 Mark, sSchlachtgew.s 52—67 M. D. Gering genährtes Jungvieh Fresser! sLebendgew.) 00—00 M., sSchlachtg.j 00-00 Mark. Käl der: ». Doppelender feinste Mast sLebendgew.s 00—00 Mk., sSchlachtgewichts 00—00 Mk. b. feinste Mastkälber sLebendgew.s 68—70 M., ISchlacht­gewicht' 113-117 M., c. mittlere Mast- und beste Saug­kälber sLebendgew.s 64—68 M., sSchlachtg s 108—115 M., d. geringere Mast- und gute Saugkälber sLebendgewichts ?8 - 63 M., sSchlachtgew.s 98-107 M„ e) geringe Saug- kälber sLebendgewichts 00-00 Mark, sSchlachtgewicht 00—00 Mark. Schafe: A. Weidemaftschafe: a. Mast­lämmer und Masthämmel sLebendgewichls 43—44 Mark, sSchlachtgewichts 90—92 M., b. geringere Masthämmel und Schafe sLebendgewichts 37— Mark, sSchlachtgewicht 88- Mark. B. mäßig genährte Hammel und Schafe < Merzschaie) sLebendgewichts 0—0 Mark, sSchlachtgewichts 00— Mark. Schweine: &. vollsleifchige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht sLebendgew.s 57-58'/, Mk., sSchlachtgewichts 72—75 Mark, b. vollfleiichige Schweine bis 80 kg Lebendgewicht sLebendgewichts 56-58 Mark, sSchlachtgew.s 71-74 Mark, c. vollflerfchige Schweine von 100—120 kg Lebendgew. sLebendgew s 56'/-—59 M., sSchlachtgew.s 72—74 Mark, d. vollfleischige Schweine non 120 big 150 kg Lebendgewicht sLebendgewichts 56V, bis 59 Mark, sSchlachtgewichts 72 bis 74 Mark, e. Fetlichweine über 150 kg Lebendgewicht sLebend- gennchts 0-0 Mark, sSchlachtgwlchls 0—0 Mark, f. unreine Sauen und geschnittene Eder sLebendgew.s 00- 00 M., ISchlachtgewicht) 00—00 M. Aufgelrieben waren: 325 Odilen, ‘28 Bullen, 748 Färsen und Kühe, 00 Fresser, 377 Kälber, 122 Schafe, 23->2 Schweine, 00 Ziegen, aus Oesterreich-Ungarn 00 Rinder. — Bon den Schweinen wurden am 29. Dezember verkauft: a. Lbdgcw., zum Preise von 60 M. 2 Stück, von 59 M. 57 Stück, von 58'/, At. 66 Stück, von 58 M. 264 Stück, von 57'/, M. 83 Slück, von 57 M. 103 Stück, von 56'/, M. 22 Stück, von 56 M. 5 Glück, von 55'/, M. 0 Slück. — b. Echlacktgewichl zum Preise von 77 M. 9 Sl., von 76 Mark 82 El., von 75 M. 504 Stück, von 74 M. 295 Slück, von 73'/, M. 0 St., von 73 M. 169 Sl. von 72-/, M. 6 St., von 72 M. 352 Et., von 71'/, M 3 St., von 71 M. 150 St., von 70 M. 26 St., von 68 M. 18 St., von 67 M. 0 Sl., von 16 M. 2 Sl., von 65 M 0 Stück. — Marktverlauf: Am Rindermarkt wird bet lang­samem Handel ausverkauft. In Kälbern lebhafter, in Schafen ruhiger und in Schweinen mäßig reger Geschäfts­gang. Schweine hinterlassen lleberiiand. — In der Neu­jahrswoche stützet der Hauplkleinvteh- und der zweite Rindermarkt Mittwock, 31. ds. Mts. statt.

vermischtes.

* Die Schreckenstaten in Oberstenfeld. Zu bem Rlutbab in Oberftenfelb wirb gemeldet, baß bie I Frau Kümmerlen ihren Verletzungen er­legen ift Der Mörder hatte, tote letzt erst bekamt wirb, einige Wochen votier der Familie feiner Fran

-Name«, nnb Anzelgentekl.

Unstreitig sind Warners Korsels die besten .on ^tjuti «etannten, die biett Marte bereuS tragen, lü.iDat ote dies bestätigt bekommen. Alleinverkauf Lavitz Rosenselber, Fulda.