Zuldaer Zeitung
Montag 29. Dezember 1915.
zu
Als die
Nml Getja uns Umgebung.
* Geisa, 28. Dez. 1913. Aus der letzten Sitzung des Bezirksausschusses in Vacha sind noch folgende Beschlüsse erwähnenswert: Den Sprengstosf- Fabriken in K i e s e l b a ch wird die nachgesuchte Erlaubnis zur Erweiterung ihrer Fabriken unter den gestellten Bedingungen erteilt. — Die Angelegenheit betr. Oie Errichtung einer Ulsterkraftanlage in der Flur Borsch durch den Müller August Bein in Buttlar wird, zwecks Anstellung weiterer Erörterungen vertage. — Das Gastwirtschaftskonzessionsgesuch des August Winter in Buttlar wird genehmigt. — Boni Revisionsbericht des Gemeinderechnungs- Revisors Teschauer in G e i s a wird Kenntnis genommen. Die Reste sollen beigezogen werden. — Die Gemeinderatswahl in Kranlucken wurde als gültig befunden.
* ti)ei,a, 27. Dez'mber 1911. Der Großherzog hat gnävigft geruht, den Hausorden der Wachsamkeit oder vom weihen Falken den Nachgenannten zu verleihen: das Rulertreuz II. Ableitung dem Landbau- meister Baurat Feodor Jaenlsch in Dermbach, dem Forstmeister Julius Knaudl in Ostheim; Das goldene Beroienstkreuz dem Oetonomiekommissar Silvio Älten- stein in Lmdigshof bei Dermbach: das silberne Ver- dienstkreuz dem Rentner Johannes Schnepf in Dermbach, dem Lehrer 'Moritz Goldschmidt in Geisa; das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber dem Bürgermeister Heinrich Bräutigam in Brunnhardls« hausen; das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze dem Koriarbeiler Kaspar 'DiüUei in Gehaus, dem Kork-
Handel uuo Industrie.
$ Berlin, 27. Dez. 1913. Bei sehr stillem Ge> ,chäsl zeigte die Börse heute eine schlechte Stimmung. Die Jahres-Rechnung für 1913 wird für jedermann unerfreuliche Ziffern zeigen. Für die Börse kommt m Betracht, daß die Dividenden. Abtrennung der Kassa.Papiere beim Schlüsse des Rechnungs-Jahres leit Anfang 1913 ,ortgefallen ist. Damit fehlt die Anregung zu größeren Käufen, Vie ehemals die letzten Dezenibeiiaae bracbteu.
--- Mitteldeutsche Bodenkredit-Anstalt in Grerz und Frankfurt a. M. Laut des in unserer heutigen Numincr veröfsentlichten Inserats werden am Montag, den 5. Januar 1914, 3 009 000 Mk. 4Vz % Grundrentenbriefe Reihe VI zum Kurse von 99,25 % zur Zeichnung aufgelegt. Den Grundrentenbrrefen ist für das Fürstentum Reutz ä. L. die Mündelmäßigkeit verliehen worden. Zeichnungsanmeldungen nimmt am hiesigen Platze L. Pfeiffer, Depositenkaffe Fulda, entgegen.
u o. auch der Beifall bei der Mitteilung, daß die Aus- siihrungen am Abend des Neujahrstages wiederholt werden sollten. ~ _ ,, __, .
♦ Lacha, 27. Dez. 1913. Der Großherzog hat den Gericvisaffeftdr Dr. jur. Oskar T re b i« g in Vacha vom 1. Januar 1914 ab als Amtsrichter Hierselbst angestellt.
* Schleid, 27. Dez. 1913. Am nachmittag des erftm Weihnachtsfeiertages brannten hier du Scheuern der Landwirte Völker und Vogler, sowie der Dachstuhl des Wohnhauses des letzteren nieder. Ueber die Entstehungsursache des Brandes konnte ebensowenig ermittelt werden, wie bei den zahlreichen Bränden, bk in unserer Gegend in den letzten Jahre» vorkarnen. ____________
Aus Gberheffen u. öen Hess. Aemtern.
Marburg, 27. Dez. 1913. Dem Oberpostsekretär Ruhl hier wurde zu Weihnachten d. Js. der Charakter als Rechnungsrat Allerhöchst verliehen. Dieser vielen unserer Leser wohlbekannte Beamte, der noch heute in geistiger und körperlicher Frisch« waltet, ist am 5 Januar 1847 in Neustadt (M.-W.-B.) geboren. Er besuchte von seinem 12. Jahre ab das bischöfliche Konvikt und dann das Gymnasium zu Fulda, das er im Herbst 1866 mit dem Zeugnis der Reise verließ. Alsdann studierte er auf der Landesuniversität Marburg Geschichte und neuere Sprachen. Nachdem er in 1867 seiner Militärpflicht als Einjährig-Freiwilliger beim 11. Jägerbataillon genügt hatte, trat er un er Aufgabe seines Studiums als Eleve in den Postdienst ein und erhielt s.'ine erste Ausbildung beim Postamt in Neustadt (M.-W.-B.). Ten dann ausbrechenden Feldzug 1870/71 machte er als Soldat bei der 3. Kompagnie des Jns.'Reg. Nr. 83 mit. Am 6. Oktober 1870 wurde er aber auf Reklamation der Postbehörde vom Heere entlaffen und bei den Postämtern in Neustadt (M.-W.-B.) und nachher in Kassel beschäftigt. Nachdem er im Jahre 1871 lein Examen als Posteleve bestanden hatte, wurde er in Marburg zunächst als Postpraktikant weiter de- fchäsligt und ipäter als Postsekretär etatsmäßig an- gestellt. Im Jahre 1901 wurde er Oberpostsekretar
I m Saargemünd; am 1- Mai 1904 wurde er tn I gleicher Eigenschaft nach Marburg zurückversetzt. §>err I Rechnungsrat Ruhl war mit einer am 15. Februar I 1913 verstorbenen Schwester des in Fulda noch wohl- bekannten, vor einer Reihe von Jahren dort Der« storbenen Gymnasiallehrers H. Rathmann verheiratet ; aus feiner Ehe sind noch vier Kinder am Leben, zwe» Söhne und zwei Töchter.
△ Marburg, 27. Dez. 1913. Die hiesige Wan- I Der arbeite ft ätte wird augenblicklich stark in Arr- I ipruch genommen. Tagtäglich finden sich durchschnitt- lich 60—80 mittellose Wanderer ein.
* Kirchturm, 28. Dez. 1913. Am Mittwoch, den I 24. Dezember wurde seitens des hiesigen Amtsgerichts die Zwangsversteigerung des Hotel Mose- I vach vorgenommen. Die Marburger Bank b.ieb Höchstbietende.
[:] Neustadt, 28 Dez. 1913. An Stelle der mir I dem 1. Januar eingehenden Ortskrankenkasse Neustadt und Momberg wird hierselbft mit gleichen I Termin eine Anmelde- und Zahlungsstelle errichtet. Die Verwaltung derselben ist dem bis- I tjengen Kassierer C. Victor übertragen. — Ern etwas I eigentümliches „Ctzristkindchen* hatten die hiesigen I Bäcker einigen Einwohnern beschert, indem he sich I weigerten, für diese die Weihnachtskuchen zu backen, I sodaß die davon Betroffenen nur auf Umwegen zum I nötigen Festgebäck kommen konnten. Der Grund zu dieser Maßnahme soll auf geschäftlichem Gebiete I liegen. Hoffentlich wird das »Kriegsbeil" bald wieder begraben, damit die üblichen .Neujahrswecke* verteilt werden können.
Literarischer.
Eva. Ern Fall vom wiedergefundenen Paradies von Maarten Maartens, geb. 5 Mk. Verlag von Albert Ahn, Bonn.
Eva Melissant, die Tochter eines heiteren, lercht- lebigen liebenswürdigen Ehepaars, wächst in Sorglosigkeit und Freude auf. Mil 19 Jahren betratet sie den um 15 Jahre älteren Bürgermeister iHütger Knappe, dem es nicht in den Sinn kommt, daß er das Mädchen auf fremden Boden bringt, in dem es niemals Wurzel fuffen kann. Die junge Frau fühlt sich bald beengt, und der Zwang der Zurückhaltung leat sich wie ein schwerer Nebel auf ihr Gemüt. Ihre Tage sind inhaltsleer, bis sie zum erstenmal in die kleine katholische Kirche des Nachdardoifes kommt und dort von der Schönheit und Weihestimmung eines Muttergottesbildes überwältigt wird. Sie, die ohne Religion ausgewachsen ist, gibt sich immer mehr dem Zauber hin. Den die Kirche auf ihr Gemüt ausübt. Bon rührender Jnnigleit ist der Kampf des jungen Weibes, sich umzubtlden nach der Welt des Mannes, ihm Kamerad zu werden, um zuletzt voch einem zu unterliegen, der aus ihrer romantischen Welt kommt, einem modernen Ritter, einem Abenteurer, einem Eroberer der Lust. Sie denkt viel übet Trennung von ihrem Manne nach und lebt doch, mit der Luge im Herzen, ein fast unerträgliches Leben neben ihm weilet. Doch immer häufiger nimmt sie Zuflucht zu der ilernen katholischen Kirche und zu Pater Bredow, der ihr Beichtvalet geworden ist, obwohl sie seiner Kirche mchl angehört. Als die Nachricht von dem Tod des lernen Geliebten zu ihr bringt, erlischt rhr Denken und Fühlen für alles Zeitliche, mit ihrem Kind Riebt sie zu oen Nonnen von Rexloh, um dort den Frieden ihrer Seele zu finden. Maarien 'Maarlens beftäugt auch durch dielen neuen Roman wieder, daß er zu Den größten Epikern und vollendetsten Dialektikern unier Den leoenpen Dichtern gehört. Er ist nicht nut ein o rzahler ersten Ranges, tonöern auch ein Gestalter, Der seine Petionen mit plailticbet Deutlich'ert vor uns hinzustellen und Ante l an ihrem Geschick in uns zu erwecken weiß. "ucy „Eva" ist wieder em Roman für starke Menschen, Denen seichte Unlerhallungsleklüie verlorene Zett bedeutet.
2. Blatt.
»ruck der ltuldeer Hctieniweiei in Selb«.
legen in. . I
4- Eschwege, 27. Dez. 1913. Von einem besonderen 'Mißgeschick ist unsere Stadtverwaltung betros- sen worden. Im verflossenen Sommer starb plötzlich im besten Mannesalter das Oberhaupt Bürgermeister Bocke. Sein von den städtischen Behörden auserwahl- ter Nachfolger, - Beigeordneter Dr. Kuhn aus Ober- I schoneweide bei Berlin, nahm im letzten Augenblick das Amt nicht an. Gestern ist nun auch der erste Beigeordnete und Kreisdeputierte Julius D oh le , der während der Vakanz die Bürgermeistergeschafte besorgte, plötzlich an einem Lungenschlag gestorben, nachdem er vor 8 Tagen schon einen Schlagansall erlitten Sein Tod bedeutet für die Stadt Eschwege | einen großen Verlust. Die Geschäfte der Bürgermeisterei versieht jetzt der zweite Beigeordnete Leder- sabrikant Georg Brill. Zum Glück wird der neue Bürgermeister, Dr. Stolzenberg aus Graudenz, mit dem Ansang des neuen Jahres hier eintreten. Seme Einführung geschieht durch den Regierungspräsidenten Grafen Bernstorsf am 5. Januar nächsten Jahres.
• Schmauailstu, 27. Dezemver 1913. Der 71 Jagte I alte Ktlegsoeteran Avant D. von hier stützte sich vergangene Nacht vom Dache des Nachbarhauses seiner Wohnung in Den Hos und war fosori lot. Der Mann lut m letzter Zeil an Irrsinn.
* Aus Thüringen, 28. Dez. 1913. In Saalfeld wurde eine Aktien-Gesellschaft begründet, um die im Konkurs befindliche Wiedemanusche Hofbuch- dtuckerei weiter zu führen. — Die Strafkammer tn Gotba verurteilte den Steinhauer Franz Graf aus i Franlettheim zu sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Ihm wurden dreizehn vollendete und fünf versuchte Diebstähle und Einbrüche nachgewiesen. — Im Großherzogtum Sachsen-W e i m a r sollen jährlich 26 000 'Mk. als Ortszulagen an solche Lehrer aus der Staatskasse gewährt werden, die längere Zeit aus dem Lande tätig waren. Es soll damit der Landslucht der Lehrer begegnet werden. -- Im Revier Ettersberg hat ein Wilderer zwei Forst- beamte mit angeschlagenem Gewehr gedroht. Man schoß auf den Mann, der am Oberschenkel und an einer Hand verwundet wurde. — In Martinroda bei Ilmenau wurde die Stelle einer Post- agentin einer unverheirateten Tarne übertragen. Tie Orlsbestellung der Postsendungen besorgt em weiblicher Briefträger. — Auf den Wöllnitzer Wiesen bei I I e n a wurden zwei Vogelsteller verhaftet. — Auf I einem Schacht der Gewerkschaft „Glückauf" bei S o n- I dershausen ging ein Schuß nicht los. Als die Leute nachsahen, erfolgte eine Explosion und em Häuer aus Großfurra, Vater von drei Kindern, wurde getötet, während zwei andere Verletzungen erlitten.
d. Soont a. T., 28. 4.ezbr. 1913. 'Au, Der vor I einigen Tagen hier abgehaltenen Treibjagd wurde ein I Treiber von einem Frankfurter Schütze , einem I Oberlehrer, durch eimn Schuß erheblich verletzt.
atbeiter Schlvtzhauer in Oechsen.
X Geisa, 27. Dez. 1913. Dem Korkarbeiter Franz Lehrscholl, Geisa, welcher 40 Jahre ununterbrochen in der Firma A. M. Kammandel, Korkfabrik, Geisa, tätig war, wurde von Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog Wilhelm Ernst, das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze verliehen und vom Bürgermeister Brehler auf Heilig-Abend in einer sehr feierlichen Weise vor sämtlichen Arbeitern der Firma überreicht. t ,
;; Geisa, 28. Dez. 1913. Als wohlgelungen darf wohl die Weihnachtsfeier bezeichnet werden, die der hiesige kath. Arbeiterverein „St. Joseph" am Abend des 2. Weihnachtstages im Saale der „Linde" veranstaltete. Eingeleitet wurde dieselbe durch einen frisch vorgetragenen Eröffnungsmarsch. Herr Kaplan Herbert wies sodann als Präses des Vereins in seiner Begrüßungsansprache hin auf die große Bedeutung der Weihnachtsfeier gerade für einen kath. Arbeiterverein. Hierauf kam das ergreifende Weihnachtsstück von Dr. Faust: „Das Weihnachtsfest eines Wai- fenkindes" zur Aufführung. Da die einzelnen Rollen gut verteilt und durchweg herrlich wiedergegeben wurden, ernteten die Spieler und Spielerinnen für ihre Darbietungen lebhaften Beifall von feiten der sehr zahlreich erfchienencn Freunde u. Gönner des Vereins, Im 2. Teil des Abends kam vor allem der Humor zur Geltung. Die beiden Lustspiele: „Kasperl als Porträtmaler" und „Michel, der kühne Luftschiffer" haben wohl keinen der Anwesenden seine ernste Miene behalten lassen. Nicht wenig zu dem genußreichen Abend haben auch die dem Charakter der Feier, entsprechenden musikalischen Darbietungen der hiesigen Stadt- kapelle unter Leitung des Herrn Barth beigetragen. Wie sehr alle von der Feier befriedigt waren, bewies
totales.
Fulda, 29. Dezember 1913.
# Personalien. Dem Präsidenten des Landgerichts <u Hanau, Schulte-Ulf elage, wurde der ^matter als Geheimer Ober-Justizral mit dem Rang der Rate I zweiter Klasse verliehen. — OberlanDeSgerichtsrat Wex m Frankfurt wurde zum Senatspräsidenten des Oberlandesgerichts Breslau ernannt. — Dem Land- gericktsral Steubingin Limburg wurde der Charakter als Geh. Justizrat verliehen. — Versetzt wurde der Strafanftaltsau,jeher Dippel von Anrath nach Ziegenhain.
# In den Ruhestand verseht wurde der Domänen, rentmeister, Domänenrat 'Moll mFulda vom 1.April I 1914 ab.
# Vom Forstwesen. Versetzt wurde der Oberförster Daniels ,n Niedertalbach vom 1. Januar 1914 ab aut die Obenörsierstelle Kemv'eld.
△ Die Königliche Prüfungskommission für Mittelschullehrer und Rektoren ist für das Jahr 1914 aus folgenden Mitgliedern zusammengesetzt: 1. Provm- nal-Schulrat Sic. Albers, Vorsitzender, 2. Regierungsund Schulrat Below in Wiesbaden, 3. Seminardirektor Schulrat Lotz in Dillenburg, 4. Gymnasialoberlehrer Prof Maßfeller in Montabaur, 5. Gymnasial- oberlchrer Professor Dr. Brede, Kassel, 6. Seminardirektor Koch in Homberg und 7. Prorektor Kramer in Fulda.
-y- Tas Ergebnis der Vieh, und Obstbaumzahlung. Im Kreise Fulda wurden bet der Zählung am | 1. Dez. 1913 testgestellt: 3781 Pferde, 28 256 Stück Rindvieh, 2822 Schafe, 25497 Schweine, 4004 Ziegen, I 200948 Obstbäurne. Im Jahre 1912 waren es im getarnten Streile 3732 Pferde, 26275 Stück Rindvieh, 2583 Schafe, 22693 Schweine, 3692 Ziegen. In Der Stadt Fulda wurden gezählt am 1. Dez. 1913: 850 Pferde, 187 Stück Rindvieh, 4 Schale, 7^2 I Schweine, 242 Ziegen, 1709t Obstbäurne. ,im Jahre 1912 wurde tn Der Stadt Fulda gezählt 777 Pferde, 164 Rinder, 7 Schafe, 559 Schweine und 257 Ziegen. Insgesamt wurde tm Jahre 1913 im ganzen I Streife mehr gezählt gegen das Vorjahr 49 Pierbe, 1981 Stück Rindvieh, 239 Schafe, 2804 Schweine, 312 Ziegen. Das Mehr an Obstbäumen, Deren letzte Zäh.ung fchon in 1900 ftattlanD, beträgt 64192 Diese Zahlen lassen eine erhebliche Ausdehnung der Viehhaltung in unserem Kreise erlernten. Sie zeigen, daß es durchaus nicht unmöglich ist, der sogenannten Fleischnot Durch Steigerung Der inlänDlichen Protektion entgegen zu arbeiten. Dabei roiro die bei Vteheinsuhr bestehenDe Seuchengefahr oetmieoen nnD der Bevölkerung eine willkommene Erwerbsquelle geboten. Besonders erfreulich ist auch Die Vermeyrung Der Obsibäume. Da scheint in Der Tat Der Spruch befolgt zu roetDen: Auf jeden Raum pflanz einen Baum und pflege jein, es bringt Tir's ein I
Der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Hessen-Nasiau gibt bekannt: Nach der Preußischen Anweisung für die Quittungskart enaus- I gäbe vom 20. November 1911 sind auch die Orts-, I Betriebs-, Jnnungs- und Knappschaftskrankenkassen vom 1. Januar 1914 ab verpflichtet, für ihre Mitglieder die Ausstellung und den Umtausch von Quittungskarten vorzunehmen, sofern sie sich von dem Herrn Regierungs-Präsidenten von dieser Verpflichtung nicht haben befreien lassen. Da dieserhalb noch vielfach Unklarheit besteht und mit Fragen an uns herangetreten wird, sehen wir uns veranlaßt zur'allgemeinen Kenntnis zu bringen, daß neben der Verpflichtung für die Krankenkassen vom 1. Januar 1914 I ab für ihre Mitglieder auf Ansuchen Quittungskarten auszustellen und umzutauschen, auch die bisherigen Quitiungskartenausgabe- ft eilen (Polizeibehörden und Bürgermeisterämter) nach wie vor verpflichtet bleiben, die Quittungskarten auszustellen und umzutauschen. Dies ist namentlich für Versicherte aus dem Lande von großer Bedeutung, denn es werden ihnen dadurch ost recht weite Wege, Zeitverluste und Kosten erspart.
z. vvauget Mauaer. Verein. -tie am gestrigen Tage abgehaltene Weihnachtsfeier er,reute sich trotz des fchlechten Wetters eines überaus zahneichen Besuches. Des nachmittags war Der Besuch besonders stark. 295 Kinder wurden vorn Verein beschenkt. Des Abends hatte Die Veranstaltung unter einem j Durch Die Witterung hervorgerufenen Kurzschluß zu leiDen. Das Licht streikte Di§ Oefleren. Das ge- wählte Programm entiprad) ganz Den Zwecken und Zielen eines christlichen Vereins.
Gebrauchsmusterschutz. Dem Paramentengeschäst Potyiarp Reuß rouiDe )üc einen Priesierkragen mit Kollar unlerm 22. Dezember D. I. vom tgl. Patentamt em Gebrauchsmusterschutz (Nr. 583030) erteilt.
£. Die Leitung der Stadtpfarrschule ließ in den letzten Tagen an Schüler und Schülerinnen ein Zirkular verteilen, das eine „Schulbesuch-Versicherung" zum Zwecke hat. Es wird darin gesagt, daß dre ganze Art des modernen Unterrichts und' der mit ihm verbundenen Körperpflege (Spielen, Turnen, sportliche Hebungen) es mit sich bringe, daß trotz der besten Aussicht und jeder möglichen Vorsicht sich Unfälle nie ganz vermeiden ließen. Schülerunfälle könnten sich auf dem Schulgrundstück, also im Schulgebäude und auf dem Schulhofe, ferner bei gemeinsamen Schulausflügen usw., nicht zuletzt aber auch auf dem Wege zu und von der Schule ereignen. Den Eltern erwüchsen bann regelmäßig Kosten für ärztliche Behandlung, die namentlich bei Zuziehung eines Spezialarztes recht echebüch seien. Hinterlasse ein Unfall dauernde Folgen (Invalidität), bringe das spätere Fortkommen des Verletzten schwere 'Nachteile mit sich. Der Allgemeine Deutsche Versicherungs- Verein e. G. in Stuttgart bietet um den Preis von 1.50 Mk. für das ganze Schuljahr eine Versicherung gegen die Folgen solcher Schulunfälle. Mit der Abgabe einer unterschriebenen Erklärung an den Hausmeister Gutberlet und der gleichzeitigen Zahlung einer Prämie von 50 Pfg. für den Rest des Schuljahres beginnt der Versicherungsschutz. Die Entschädigungsweise ist folgende: Erstattet werden die notwendigen Kosten des Heilverfahrens (Arzt, Apotheke, Verbandszeug, Behandlung in einer Heilanstalt oder sonstige ärztlich verordnete Kuren mit Ausnahme von Badereisen), ferner die Kosten für künstliche Glieder und anderweitige nach ärztlichem Ermessen notwendigen Anschaffungen und zwar innerhalb des ersten Jahres in voller Höhe und vom zweiten Jahre ab bis zum Höchstbetrag von jährlich 320 Mk. (4 Proz. aus der Versicherungssumme). Bei dauernder Invalidität werden 8000 Mk., bei teilweiser Jnva'idität eine entsprechende Summe ausgezahlt. Hat ein Unfall binnen Jahresfrist den Tod zur Folge, so wird außer den Kosten des Heilverfahrens der orts- und standesübliche Bestattungsaufwand vergütet. Auf die Eltern der Schulkinder wird, wie besonders betont sei, keinerlei Zwang ausgeübt, die Versicherung ist vollkommen freiwillig, aber jedenfalls ^sehr zweckmäßig.
ausgeführt. Auch die Stadtgemeinde wollte sich anschließen, ist aber wegen der in Aussicht stehenden Heberlandzentrale bei der Aufsichtsbehörde aus Schwierigkeiten gestoßen.
* Wächtersbach, 27. Dez. 1913. Der evangelischen Kirche sind von der Fürstin Anna Elisabeth zu Nienburg und Büdingen für bedürftige Woch- ner innen 2000 Mark gestiftet worden.
* Jiagd, z7. 4_ej. 1913. E.u «churer Der Ober- |e£unDa von Der hiesigen Overrealschule routDe beim Kugelstoßen durch einen unglücklichen Fehlschlag |o schwer auf Den Kopf getroffen. Daß ein Bruch Der SchäDeldecke entftano und Der junge Mensch trotz aller ärztlichen Bemühungen Den Verletzlungen et*
verhütet sein mag.
[] Tie neue Tomuhr ist j'tzt hier eingelroffen. Sie Dürfte in näch'ier Zeil amgestellt roetDen.
[] Aus Dem Zuge gestürzt. Am Samstag nach- mittag um 3M Utjr wurde auf Dem Bahngleife in Der Nahe Der Eoelzeller Brücke Der 25jährige Wald- | arbeitet Michael Herbert aus 'Motten (IHjöi) bewußtlos und mit erheblichen Verletzungen am Kops, Armen unD Beinen aufgefanben. D-r junge Mann ist nach Dem Fahrkarlenausweis anschemenD aus Dem aus Würzburg um 3.03 Minuten in Fulda ein- treffenDen Schnellzug gestützt. Ter Verunglückte wurde Dem LanDlrankenhaufe übergeben. Sem Zu- stand ist beDenklich.
Aus dem liad]bargcbicte.
* Flieden, 27. Dez. 1913. Schon seit Jahren erstrebten die Einwohner von Töngesmuhle die Einrichtung einer Schule für die Kinder dieses Gehöftes, die jetzt oft einen Weg von % Stunden zur Schule zurückzulegen haben. Nach langem Kampfe haben die Petenten nun ihr Ziel erreicht. Das neue Schulhaus ist bereits im Rohbau vollendet und dürste mit Beginn des neuen Schuljahres seiner Bestim- mung zugeführt werden.
* Vom Vogelsberg, 28. Dez. 1913. In Schotten wird dieser Tage eine Besprechung der „Gewerbeausstellung Gießen 1914" gepflogen. Die Ausstellung soll demnach keine Gießener, sondern eine ober» hessische werden Sie soll einesteils zeigen, daß das oberhessische Handwerk imstande ist, sogenannte Qualitätsarbeit zu leisten. Zum anderen soll sie die Handwerker mit neuen Arbeitsmethoden bekannt und sie dadurch für den Konkurrenzkampf leistungsfähiger machen. Ter Ausstellungsgedanke ist sehr sympathisch in den gewerblichen Kreisen ausgenommen worden; das zeigt die starke Beteiligung, die heute schon gesichert ist. Es gilt nun, noch einzelne für den Vogelsberg charakteristische Gewerbe auf die Ausstellung aufmerksam zu machen und sie für dieselbe zu interessieren. Der Geschäftsführer der Ausstellung, Architekt Kockerbeck, legte nun eingehend die Anordnung und Ausgestaltung der Ausstellung dar und machte Mitteilung über die Berufe, für die schon Anmeldungen vorliegen. Er betonte weiter, daß die Ausstellungsleitung, einer Anregung des Kreisamts Schotten folgend, sich entschlossen habe, eine Abteilung für Sport und Touristik einzurichten.
* Bischofsheim (Rhör), 27. Dez. 1913. Die hiesige Steingutsabrik, die schon seit einigen Jahren elektrisches Licht an Private abgegeben hat, ließ ihre Akkumulatorenbatterie derart vergrößern, daß eine größere Anzahl von Flammen verfügbar geworden ist. Gegenwärtig werden dahier mehrere Privatanschlüsse
LanDwirlschastskammer. Dem Mitglied des I Vorstandes Der Landwirtschaftskammer zu Raffel, Rittergutsbesitzer Neutze zu Großenenglis ist Der Titel Oekonomieraf verliehen worden.
y) Neunzig Ehrenurkunden an Arbeitsjubilare hat Die Handelskammer za Hanau nach Den wegen erschienenen „Mitteilungen" (Nr. 3 und 4) in letzter Beit verliehen. 70 EhrenurlunDen sinD Davon nach Fulda gekommen, das ift weit mehr als die Hälfte der seither von der Handelskammer überhaupt ver- liehenen Diplome. Die ausgezeichneten Personen, Die 25 und mehr Jahre bei ihrer Firma tätig sinD und sich Durch betontere Pflichttreue und ante Leistungen ausgezeichnet hw en, standen in Diensten Der vereinigten Ichuhstoff-Fabriken, der Firma Franz Emil Berta unD Der Fuldaer Stanz- und Emaillier-Werke, F C. Bellinger. Auf Die vereinigte Schuhstoff-Fabrik kommen 3 Diplome, auf Die Firma F. E. Berta 8, und auf Die Stanz- und Emaillier-Werke 56. Unter Den Jubilaren sind solche. Die 30 Jahre und mehr, einer, Der seit 51 Jahren bei der gleichen Firma tätig ist. Der Schluß, den man für Die Verhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Fulda aus der großen Zahl solcher Dip omoertetlungen ziehen darf, ist sehr erfreulich. „ ...
(!) Frau Holle schüttelt ihre Betten. Ganz närrisch scheint die alte Dame geworden zu sein. Gewiß, wir freuen uns ja alle, wenn ihre febneeigen Flocken vom grauen Himmel Hera tarnen. Nicht nut frohlock n Darüber, rote früher, Die Kinder und die Poeten, jetzt reiben sich auch Die Rhön-Gastwirte Die Hände, denn sie sehen über Die verschneiten Halden Die vermummten Gestalten Der Schi-Sportler herangleiten, bereit, für Ruheplatz und Leibesstärkung einen orbent« lieben Batzen m befahlen. Also, Frau Holle, grund- 'ählich ist gegen Deine Gaben nichts zu sagen. Ader, bitte, doch nicht so ungestüm! Du richtest uns ja alles mögliche zugrunde! Immer drauf! schien sie gestern abend bei Der Schüttele! zu denken, und nun haben wir Das Malheur. Die Eisenbahnzüge kommen nur mit Not voran, haben Verspätung, und nen jungen Rekruten, die Darin roieDer zur Garnison fahren, klopft schon Das Herr, sie iönnten etwa den Zapfenstreich ver äutnen. Von Fulda nach Elm, auf dieser gebirgigen Strecke, hat die Schneelast Der Tete- grapbenleituna bös mitgespielt. Sie liegt zum Teil am Boden. Sian kann Die Emzeffchäden, die Da draußen im weiten Lande angerichtet worden sind, gar nicht alle namhaft machen. Aber auch in der Stadt bat die Geschichte bedenk- liehe Folgen gehabt. In Gärten und Alleen sind an Bäumen durch die Last des Schnees viele 91 eft e gebrochen. Auch an den eiet- irischen Leitungen sind manche Schäden _ verzeichnen. So hing z. B. in Der Lindenstraße ein elektrischer Draht nebst Dem Jwla ot mitten auf Der Straße von einem Baume herab, ebenso in Der Hinterburg und in Der Kronhofstraße. Ein von Der Straße „An Der Waides" nach Der Leipzigerstraße führender elektrischer Draht brannte gestern abend gegen 10 Uhr jedenfalls infolge Berührung mit einer anderen Leitung vollständig ab und bot ein eigenartiges Schauspiel. Die Leitungsstörungen sind auch wnst zahlreich. In einem Festsaale winde einer Weihnachtsfeier durch den Streik des elettrischen Lichtes erheblich Abbruch getan. Auf Die Straße zu geben ist auch nicht tätlich, Da von Den Dächern jeDen Augenblick lawinenartige Gebilbe herabsausen unD Den Schädel beorohen. _ Eine reine Freude hat I bei dieser ganten Schnee-Affäre nur das Auget wie ist sie doch io schön, diese Welt tm Zuckerguß.
— Kloster Kreuzberg meldet uns: 64 Zentimeter I Normalschnee, vier Grad Kälte.
X Hochwasser. Infolge der anhaltenden Nieder- schläge und Schneeschmelze führen Die FulDa und ihre Nebenflüsse Hochwasser. Weithin gleicht Das Fulda- bett und a ch das der Fliede einem langgestreckten See. Die ausgetretenen Wasser haben vielfach an Den bestellten Fe dern und Wiesen beträchtlichen Schaden verursacht. Zum Glück herrscht in Den höher gelegenen Partien Der Rechn noch Ftostwetter. So kommen Die Dort lag rnDen gewaltigen Schneemaffen nicht auch noch zum Abgang, wodurch wohl ein all- I gemein größerer Schaden Durch Hochwasser bei uns