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Aus Mrche und Schule.
4- stiuld«, 23. Dez. 1913. Die von dem prenßt« Wen Unterrichts.Älinisteriurn angeorbnete Gleich« tteUunq der Ferien für hö ere Schulen, Lehrerbildungsan st alt en und Volksschulen tritt erst mit dem Beginn deS Schuljahre« 1914/16 in Krast. Es beginnen darum für unsere Volttjchüler die diesjährigen Weihnachts-Ferien wie üblt-t heute nach Schluß der planmäßigen Unterrichts-Stunden. Der Schulanfang fällt im neuen Jahre auf den 5. Januar, und zwar auf Giund einer Verfügung der König. Regierung zu Kassel vom 5. Juni 1903 lA""- Schulblatt 1908 Seite 34), in der es heißt: .Wenn der 3. Januar (bisheriger Schulbeginn) auf einen SamStag fällt, hat der Schulunterricht am daraus folgenden Montan zu beginnen.*
R Turin, 21. Tez. 1913. Der Franziskanerpater D r Agostino Gemelli, der auch in Deutsch, land viele Verehrer und Freunde zählt, ist zum außerordentlichen Professor der experimentellen Psychologie auf den Lehrstuhl der Turiner Universität berufen worden. Schon vor seinem Eintritt in den Orden hatte er den Lehrgang der Medizin mit vielem Er- folg vollendet. Das hierbei erworbene umfangreiche erfahrungsmäßige Wissen setzte ihn instand, bei der Weiterführung seiner theologischen und philosophischen Studien modern-positive Naturwissenschaft mit scholastischer Spekulation harmonisch zu verbinden, wie er es tatsächlich tut in der von ihm ins Leben gerufenen und rediaierten Zeitschrift: Rivista di Filosofia Reo- scholastica In den beiden letzten Jähren war er lan» gcre Zeit bei Professor K ü l p e in Bonn tätig. Sein einflußreichster Lehrer indes ist Dr. Kicsow, Professor der experimentellen Psychologie an der Universität in Turin. Derselbe errichtete auf gründ seiner vortrefflichen Schulung durch Professor Wilh. W u n d t in Leipzig ein Laboratorium für Expertmen- talvsychologie, das eine große Zahl von Hörer und Assistenten aufweist. Profesior Kiesow spendete seinem gelehrten Schüler im Ordensgewand bei desien Habilitation zum Profesior großes Lob. Die Gesell- schäft „Pro cultura" in Mailand gedenkt in nächster Zeit dem gelehrten Ordensmanne eine besondere festliche Kundgebung zu veranstalten. Auch die philo- sovbische Abteilung der philosophisch-theologischen Fakultät des hiesigen Pnesterscntinars richtet ein offiziellen Glückwunsch zu Händen der genannten Gesellschaft an P. Gemelli. Möge das Beispiel der Turiner Universität in der praktischen Bewertung katholischer Gelehrten recht vorbildlich auf die Vorstände der beut» scheu Hochschulen einwirken!
Ans dem Nachdargedlete.
4. Hora?, 23 Dez. 1913. Der Gesangverein „Eintracht" dah'er feiert nm zweiten We hnacktstag« im Martin'schen Saale fein 27jähriges Stiftungsfest tn ftotm einer theatrafisch-mustlalifchen Abrnd- nnterbaltung. Em inbaltvolfes abwechsfungre »es Pioaramm verspricht den Be'uchern em ae geniitzreich- Stunden. In der »tufführung „toem oder Halbmond" wird un? ein ernster Einzelzug aus der CkrtNenverfol- qung in Spanien unter der Mauren euf*a1t voraetukrt, während ein» Operette und em »chromtf «rohen Lach- erfolg versprechen. Tefavq- und Mufikvoriräge ’ovtn für angenehme Austüllung der Theaterpaufen. Man darf versprechen, das alle im Geianaverern ,@rr.trad)t* etne echte SEPeihnachtefreube finden werden.
;; Großenlüder, 23. Dez. 1913. Für 25jährige treue Pflichterfüllung als Fahnenträger des hiesigen KrtegervereinS wurde dem Veteranen Ad. Mohr in der letzten Sitzung des Ber- eins ein geschmackvoll ausaeführteS Ehren-Tiplom in feierliche, Weise überreicht. Auch ist der'elbe noch im Besitz der eisernen Portion, wie Erkennungsmarke Verbandzeug u. s. w.. da« er im Feldzuge 1870/71 getragen und tttr sieten Erinnerung hinter Glas unk Rahmen aufbewabrt.
X HerSteld, 23. •> ;. 913. Tie von der Land- w rti ’ o'tefamn er »u Gaffel veranUattete große laudmtrts chaftlicbeVezt'keau-stell nng für 1914 sindet voraussichtlich tm Juli L I . bmtelb’t natt. #£te Landwirtfckla'tSkammer selbst wird auf der Ausstellung als Aussteller vertreten fern durch: 1. die landwirtschaftliche Perstichsstation: 2. die Obst- bauanstaik; 3. die Wivlerichule zu Hersfeld: 4. dre Baustelle der Landwirtichastskimmer; 5. die irrst 1914 ins Leber, tretende) Buchstelle der LotidwntfckatiS- kammer und 6. die Le rtchmiede zu Kastel. Wester
Protest erbeben.* ___ Ä
# Freiburg I. D„ 22. Dez. 1013. Der frühere Reichs- und Landlagsaboeordnele Schüler bat die schon angenommene Zentrumskandtdatur für den siebten badsichen Wahlkreis Offenburg-Ke bl au? Gesundheit-rückstckten wieder abaelehnt. An seiner Stelle kandidiert nun« ehr, rote schon gestern kur, gemeldet wurde, der Freiburger Gymnasial- profesior Wirth, der bei der letzten LandtagSwahl als Nachfolger des Zentrumsabgeordneten Fehrenbach in die Zweite badische Kammer gewählt worden ist. Prof. Wirth steht erst im 36. Lebensjahr. Mtt ferner Wahl bat die Partei sw erlich einen vorrüglrchen Griff getan. Eme ausgezeichnete agitatorisch« Kraft, ein beanadeter Redner, ausaestatfet mit hervorragendem Wiffen, ein „Sobn des Volkes", der durch sein bisheriges Wirken sich insbesondere auch die volle Zuneigung der werktätigen Stände erworben bat, rst Prof. Wirth ein außerordentlich gefährlicher Gegner des nattvnalliberalen Kandidaten Kölsch.
nehmen. .
»♦ Die türkische« PgrlamentSwahle« haben begonnen. @8 wird erwartet, daß die Partei »Für Einheit und Fortschritt" eine große Mojorilät erzielen wird.
♦♦ Mesiinien. Die Kaiserin Taitu ist seit mehre- ren Tagen gefährlich krank. Der Kaiserpalast wird scharf bewacht. Das Stadtgerücht, daß Kaiser Mene tt k g e st o r b e n sei, wird von der Regierung a b- geleugn et.
♦* Der Tod Kaiser MenelikS.
AuS Adis Abeba, ber Hauptstadt AbestymenS wird gemeldet: Amtlich wird bekannt gegeben, daß Negus Menelik N. gestorben ist.
Der schon so oft totgesaqte Kaiser von Abesiynren, dem Riefenreiche im Nordvsten Afrikas, scheint nun wirklich gestorben zu sein. Menelik hat ein Men- idienalter hindurch das große Reich unter feinen kraft- vollen Willen gezwungen und seine Herrschaft auch gegen eine europäische Großmacht zu verteidigen gewußt. Er wurde 1844 geboren. Rach vielen Wirren, die durch die Ansprüche anderer Thronbewerber oct« anlaßt waren, nahm er 1865 den KömgStttel an und behaupt te sich auch allen seinen Gegnern gegenüber. .889 ließ er sich zum Negus von gan, «befsymen krönen. Die Italiener, die von der Kolonie Erythräa ans Abestynien unter ihr Protektorat zu bringen luchten, zwang er 1896 nach einem für seine Gegner una ückiichen Kriege zum Frieden von Adis Abeba. AIS es im März 1910 schien, als ob Menelik in den letzten Zügen liege, teilte der Regent RaS Tamata den GesandtschaNen bereits den Antritt der Regie- tung durch den Thromolger Lidich Jaffu mit. Dieter, damals erst 12 Jahre alt, erklärte levoch infolge bet in vielen Kreisen entflanbenen Unzufriedenheit, daß et sich zu jung fühle, um schon die Regierung zu führen und Hal dis zum Ableben Menettks die Ber- antroottung in die Hände des Mimsletium« gelegt. Der jetzige Kartet wurde nach bet Entlastung feines trüberen Erziehers Dr. Pinnow von einem Lehrer öer koptstchen Schule unterrichtet. Er spricht auch die deutsche Sprache. Menelik war Deutschland stets trenndlich gesinnt und sein Nachfolger scheint b-e gleichen Sympathien zu hegen.
ss Beschlü.e Der Kuwacr Bischof- konsercuz (1913) üd r Die sexuelle AusUäruttg.
Der kirchliche Anzeiger für die Erzdiözese Köln veröffentlicht folgende Beschlüsse, welche die di:s ah- ri;>' Fuldaer Bischofßkonferenz übet die sexuelle Ans-
Ausland.
Prinz Wilhelm zu Wied. Während verschiedene Zeitungen den für Albaniens Thron bestimmten Prinzen von Wied bereits in Korfu Konferenzen mit den Großen seine? Reiches abhalten lasten, weilte der zritüriftige Fürst Atdaniens in Wirklichkeit mit seiner Gemahlin in seinem Heim zu Potsdam and reist Dienstag früh nach Neuwied, wo da? Prmzeupaar die Weihnack tstage tn ber Familie bei dem ä testen Bruder verbringen wird. Pt nz zu Wied rott6 dort ö:e Nachricht von dem Eintreffen der albanesitchen Abordnuitg abwarten, die tbm die Proklamiernnq zum Fürsten von Albanien „nottsiznren" len. Ei wird bte aldanestiche Sotibergesandtichaft voraus ickillich tn Potsdam emp angen. Im ptinzlichen Palais bezeichnet man Rütte Januar als frühesten Termin tüt den Einzug in Albanien. Die Vorbereitungen vazu sind ,m Gange. Ter ganze Haushalt des Peinreu geht nut Als Residenzstadt ist Durazzo gewählt roort'"*'
„Es ist ja nicht für lange Zeit," sagte sie dann, „denn der Herr Bürgermeister leitet die erforderlichen Schrille ein, um die Eltern des Kindes zu finden, oder e$ in einem Asyl unterzubringen Kommt unser Pfarrer nur eicht zurück, so wird er sicherlich auch der Frau Gräfin von dem Kleinen sprechen, denn arme Leute, wie wir, können ja doch eine Auslage, wie das Kind mit sich bringt, nicht allein auf uns nehmen."
Wenn Frau Mahuret wirklich darauf gerechnet hatte, daß die Anwesenheit Tintins in ihrem Hause nur eine zeitweilige fein werde, so hatte sic da eben die Rechnung ohne ihren Mann gemacht und auch die Gleichgültigkeit der Behörden nicht hinreichend ins Auge "gefaßt. Ter Bürgermeister von Renny, ein tüchtiger Landwirt, interessierte sich momentan Weit lebhafter für seine Ernte, als für das verlassene Zigeunerkind. Natürlich beabsichtigte er, die äuge» leaenheit dem Präfekten zur Anzeige zu bringen, aber später, wenn er dazu bequemer Zeit finden würde: momentan drängte ja nichts, da der Waldhüter unumwunden erklärte, er würde sich glücklich schätzen, den kleinen Jungen groß zu ziehen. Weshalb hatte man dem Vater Mahuret diesen Gefallen denn mcht erweisen sollen? Ueberdies war e» bester, die Rückkehr des P'arrers abzuwarten, eines braven und vernünftigen Ma.rnes, auf besten Ratschläge man immerhin Wert legen konnte.
üSnrtietottu* MaP
fungen haben die Aerzte, wie verlautet, durchweg | auf ihren bisherigen Forderungen bestanden, I unb sie ha: en dabei den Eindruck gewonnen, daß bte Regierung sich m verschiedenen wichtigen Punkten den I Anschauungen der Aerzte genähert hat.
*. Staatliche Zulassung ber Zahntechniker. Der Mimstertaterlaß, der bte staatlia e Zulassung bet Zahntechniker bringt und in der Hauptsache den An- laß zu vem Streik der Studierenden ber Zahndeil- tunbe gegeben hat, ist soeben veröffentlicht worden und enthält Äu-fühiungsbestimmungen zum § 123 der Reut sorrsicherungsordnung.
Die Beitimmunqen sehen tm einzelnen vor, daß als Zahtwchmker un Sinne der R B O. anzufehen ist, wer 1 bas 25. L benöjahr vollendet hat und unbescholten ttt, I eine dreuShrtge Lehrzeit bet einem Zahnarzt ober einem I zuvetlästigen Zahmechn ker dmchgemacht hat, nach ber I Lehrzeit vier Sabre als behandelnder Zahntechniker tm I Hauptberufe tätig gewefen ist und das Gewerbe deS Zahn- I technikeis tm Hauptberufs aueübt, fasern nicht Tatsachen ■ chorliexen, die seine Unjuverläisigkeit in Bezug aus das I Zahntechnikergewerbe daitun. In dem Zeiträume von funs I fahren nach dem Jnkrasttreren der ReichsvetsicherungSord- I nungbebatf esdesNachweisesderardnungsmäßigenLehrzeit nicht für Zahntechniker, bte dieses Gewerbe mindestens I wahrend der letzten fünf Jahre selbständig im Haupt- I beruht ausgeübt haben. Ohne Zustimmung des Ber- I sicherten können Zahntechniker sür Rechnung einer I Krankenkasse selbständige Hilfe teilten, wenn nach der I Entscheidung des Oberversicherungsamtes die Boram-- I letzunqen des § 370 R. B. O. bezüglich der Zahnärzte »erliegen, ober wenn die zahnärztliche Bersorgung der I Saffenmuglteber durch den Mangel an Zahnärzten so I erschwert ist, daß bte Beschränkung auf die Zahnärzte I den berechtigten Anforderungen der Erkrankten nach der I Enischeicuna des Berncherungsamtes nicht entsprechen | mürbe. Das Versicherungsamt hat vor feiner Ent- I scheibung den Kreisarzt anzuhören.
** Die Kiichcnaustrittsbewegunq hat die beiden Generalsuperiniendenten für Groß-Berlin, Händler | und D. Lahufeu, zu einem Schreiben an sämtliche Vorsitzenden der ihnen unterstellten Kirchenvorstande veranlaßt, in dem sie folgenden Vorschlag machen:
,»ie nutennen nicht en UlJeit, ven mög.icheiwelse große öffentliche Gegenversammlungen gegen die bemon- I strative lirchenfeinbtiche Schürnng haben können, sie I toetfen aber vor allem baraut hin, bah die Kr stt unterer evangelischen Kirche in der Gemeinde liege. Demzufolge bringen die ernannten Vertreter der kirchlichen über» I leitung für Groß-Berlin die Idee eines allgemeinen Kirchenionntages in Anregung. Am 11. 3«««« 1914 finden in allen Berliner evangelischen Kuchen Goiteed'enfte statt, in denen ohne buefte Bekämpfung ber Austrittsbewegung in aufbauenber Weise den Ge- I metnbemitflUebern klargelegt wird, was sie einerseits an I ber Kirche bes Evangeliums Hasen, unb andernteils, was sie ihr schuldig feien, rote sie das Heben ber christlichen Gemeinde mittragen und tn unermüdlicher, seldstloier Mitarbeit zu sördein vermöchten; das bedeute aber in I allem oaS gerade Gegenteil eine- Ausscheidens auS der I
Zu der Verurteilung des Leutnants b. Forstner. I Zu den vielen Unbegreiflichkeiten, bte die leidige Zabernaffäre auf gerührt hat, kommt heute eme Kund- qebung des Berliner Poltreipräsidenten v. Jagow. Wenn eine Io autoritative Perfünlichkeit, rott der Polizeipräsident von Berlin, tn besten Hände von amtswegen die Wahrung ber Zivilgeroalt für dte Retchshauptstabt gelegt ist, sich jetzt ohne ersichtlichen Grund in die Zabernaffäre entmischt, und nicht nur die Rechte des Militärs gegenüber den Rechten der Zivilbevölkerung in den Vordergrund schiebt, sondern sogar ein schwebendes gerichtliches Verfahren in einer unaewöhnlich scharfen Weise zu deeinflusten sucht, w ist "das ein Vorgang, der zum energischen Widerspruch Veranlassung gibt. Der Polizeipräsident bat zum Prozeß Forstner der ,Kreuzzeitung' folgende Er- tlännia über'avd':
Militärische Hebungen sind Akte der Staatshoheit Werden ihnen Hindernisse bereitet rote in Dett- toeilcr, so gilt für deren Beseitigung das Gleiche. Eine Strafverfolgung wegen eines Aktes ber Staats- Hoheit ist unzulässig, ein selbstverständlicher Rechts, grundsatz, der übrigens in § 7 des preußischen Gesetze« betreffend die Konflikte bei gerichtlichen Verfolgungen wegen einer Amts, oder Diensthandlung vom 13. Februar lk61 (Gesetzsammlung, Seite 86) für Beamte auch auS. drüa'iich Anerkennung sand. Also durfte gegen v. yorft. ncr bte Anklage nicht erhoben werden, geschweige berat ein- Berurieilung erfolgen. Anscheinend hat das Gericht erster Instanz diefenGesichtSpunktnicht geprüft. Tie Berufungsinstanz wird ihn ihrer Beratung oor.neg zugrunde zu legen haben. Wäre die Rechtslage anders, so bedürfte sie schleunigster Aenderung. Denn, wenn unsere Offiziere, noch dazu solche, die fast in Feindesland stehen, die Gefahr der Gefängnisstrafe laufen, weil sic für die Ausübung des königlichen Dienstes freie Bahn schaffen, dann erwächst dem vornehmsten Beruf Scbande. Ein sie schützende- ReichS^esetz, dem genannten preußischen Gesetz nachgebildet, wäre bann eine dringende politische Notwendigkeit.
(♦) Tu deutsche Bank und die Gewerkschaften. Da die sozialdemokratischen Geroerkschasten bit tn ber deutschen Bank niedergelegten Gelder zurückziehen wollen, weil di« Bank das Koalitionsrecht der Ange- stellten nicht anerkennt, hat di« Bank, wie bit ,Tägl. Rundschau' erfährt, an ihre Zweigniederlassungen und an ihre sämtlichen Kaffen bte Anweisung ergehen lassen, daß, .soweit Gewerkschaften aus Anlaß bet Kundmachung im ,VorwärlS' etwa auf Zeit fest deponierte Gelder zur Rückzahlung am Fälligkeitstermine kündigen sollten, den Deponenten zu schreiben set, daß auf Jnnehaliung der Kündigungsfrist verzichtet werbe, unb daß die Bank aus Wunsch bereit sei, die Gelder zur sofortigen Abhebung zur Verfügung zu ballen."
X Aittschlußverfahren gegen den Getroffen Wttti. Gegen den zweiten Vo fteher des Gememdeiollegtums München, Genoffen Willi, ist bei Dem Borstanb deS jogaldemokralischen Vereins für den ReichslagSwahl- kreis München das Ausschlußversahren beantragt worden wegen der Teilnahme des Genoffen am Empfang des deutichen Kallers im Münchener Rat-
lebrerS oder des Beichtvaters oder deS LehrerS dezw. der Lehrerin
-> dtne gemeinsame sexuelle Aufklärung durch Vertrage vo' Gruppen von Schülern und Schul ml- lasienen ist zu v e r w e r f en^
y Tie Erziehung zur Schamhaftigkett und Hoch- achl'ing der Keuschheit mutz von früh auf gepsiegt werde '.. iBgl gemeinsames Hirtenschreiben vom 12. August 19'jS.) .
4 Viacht sich für Sck)ulentlastene das Bedürfnis feniefier Belehrung geltend, so ist sie bei Mädclzea von de: Mutter, bei Jünglingen von der Mutter oder dem Puter oder in beide.i Fällen auch von dem B e i d) i l a t e r mit großer Vorsicht zu erteilen. Auch di? geistlichen Leiter der Jünglingsvereine oder Er- ziehnngSans alten usw. können ztiwcile.r durch dis- kr te Belihrung oder Verwarnung unter vier Äugen beruhigend und ermutigend einwirken.
5 Niemals sind gemei.tfame turnerische V-r- a r. st a I t u n g e n öder turnerische Auszüge von K n a- den und Mädchen zu billigen; ebensowenig gemeinsame Wandervogel- Ausfluge Heranwachsender Knaben und Mädchen und mehrtägige Wandervogel-Touren von Mädchen allein. Auch jedes vor breiter Oeffentlichkeit hervortretende Schau- turnen von Mädchen oder Damen, und noch weit mehr öffentliche Schwimm-Schaustelluiigert derselben und selbstverständlich auch alles gemeinsame Schwimmen von Mädchen und Knaben muffen aufs schärfste verurteilt werden. Körperlicue Uebungen von Mädchen in einem dem weiblichen Körper und dem kindlichen und jungfräulichen Zartgefühl entsprechen- den Umfange sind gewiß nicht zu verurterlen Ätzer diesen Umfang (und in einzelnen Fallen beschrankte Zulassung verständiger Zuschauer) abzumeffen, ist Sache der Diskretion der religiös fühlenden Erzieher, nicht ausschließlich Sache eines technischen Fachman. nes. Es wäre tief zu bedauern, wenn bte Körper- Übungen beim weiblichen Geschlecht in solchem Um- I fange gepflegt würden, datz dadurch Zerfahrenheit rnj Gemütsleben, UnterMtzung der Geistes- und Ge- mütetilbung, Schwächung des weiblichen Züchtigkeils- gefüfls und Verminderung der Liebe zum stillen häuslichen Wirken eintreten würde. Aufs tiefste ist zn beklagen, datz die weibliche Kleidung gegenwärtiginwetfenKretsenbeiKin. dern und Erwachsenen schamlos gewor< den ist, und die Konferenz würde es lebhaft begrüßen, wenn der Katholische Frauenbund einen mutigen, entschiedenen und beharrlichen Kampf auf der ganzen Linie gegen jene schmachvolle Ver- irrnng ausnehmen wollte. Es wäre tiestraung, wenn katholische Eltern so kurzsichtig wären, den vorstehen, den ernsten Mahnungen chrer Bischöfe sich zu verschließen.
1 vnt allgemeinen ist die sexuelle Aiifkläru.ig der Jugenb mit größter BorsichtundZurückha-- :: p -u behandeln. Im Einzelfalle, wo ti notroe.u isi ist sie Sache der Eltern oder des Religions-
Hause. Die dem Vorstand deS sozialbemokrattschen | Vereins zugegangenen Anträge fordern btt Aus- schließnng deS Genossen Willi auS der sozialdemo- tteiifdien Parteiorganisation.
Neumünster (Holftem), 21. Dez. 1913. Der Generalsekretär des Evangelischen Bundes, Pfarrer Schilvach-Berlm hatte öffentlich behauptet, in Neu- Münster scheue man sich nicht, Prämien für den Uedertritt zur katboltschen Kirche zu rablen. Er batte dabei auf eine ganze Reihe von Fällen Bezug genommen. Die gerichtliche Verhandlung ergab trotz eines sehr großen Aufgebots von Zeugen auch nicht die allergeringste Unterlage für bte ausgestellten Behauptungen. Demgemäß verstand sich der Angeklagte zu einer vorbehaltlosen Ehrenerklärung, die auf seine Kosten im Segeberger K eisdlatt, sowie in der tsteu» I münsterschen Preffe veröffentlicht werden sollte. Da I er außerdem in feierlicher Form versprach, ähnliche I Behauptungen nicht wieder aufstellen zu wollen, so wurde eine Bestrafung nicht verlangt. ES ergibt sich aber immer wieder die Lehre, katholischersests I gegen Ehrabschneidung auf gerichtlichem Wege vor- I zugehen. Die Veröffentlichung der Ehrenerklärung ist inzwischen in korrekter Weise erfolgt.
• Straßburg i. «., 22. Dez. 1913. Der Mäster- teilt mit, ein Teil der auS Zadern stammenden Weihnachtsurlauder, die bis zum 28. Urlaub I hatten, Haden heute morgen telegraphisch den Bescheid 1 erhalten, wieder in ihren GarnisonSort zurück- zu kehren. Die auS Zobern stammenden Rekruten deS 99. Infanterie-Regiments habe« in diesem Jahre 1 keinen Urlaub bekommen.
— Stuttgart, 21. Dez. 1913. Bei den dreSiähn- gen G e m e r n d e w a h l e « in Württemberg zeigt sich besonders in den größeren ka'b.'lischeu Gemeinden eine bedeutende Zunahme der Zentrums- st i m m e n, sodaß hier entweder lauter Zentrumsmitglieder oder doch solche in überwiegender Mehrheit als Gemeindcräte aus der Wahlurne hervorgtngen. Anderseits wird aus sämtlichen Teilen des Laude« ein Zurückgehen der fozialdemokratr- schen Stimmen als sehr charakteristische« Zeichen gemeldet. Die Ursache für biefe Flucht aus dem so- zialdemokratischen ins bürgerliche Lager bildet m erster Linie der sich in Württemberg immer mehr breit machende Terrorismus der radikalen Führer. I Bei den Stuttgarter Gemeindkratswahlen ist das Zentrum wieder mal leer ausgegangen. Die 50 000 Katholiken der Residenzstadt haben tm ®emetnberat keine Vertretung, im Bürgerausschitß nur zwei Vertreter. ES ist das keme genügende Vertretung für die ein Sechstel der Bevölkerung betragende Zahl der Katholiken, zumal man mit Einschluß der besoldeten Gemeinderäte in Stuttgart 70 Mitglieder der bur- qerlichen Kollegien zählt. Für das Zentrum waren | in diesem Jahr die Aussichten günsttg. Nachdem d,e Volkspartei den Vorschlag der Nationalliberalea: Einiqrtnq sämtlicher bürgerlicher Parteien auf Verbindung der Wahlvorschläge zwecks Zurückdrangung
I der Sozialdemokratie, abgelehnt hatte, gingen nun I Zentrum und Konservative gemeinsam mit verbun- denen Wahlvorschlägen vor. Die Dolkspartei wollte und durfte es mit der Sozialdemokratie nicht verderben. Das Zentrum, das schon seit Jahren mehr I Mitglieder in Stuttgart zählt, als die konservattve Partei, hatte von letzterer verlangt, daß seine Kan-
I didaten auf den neben den Zetteln der poltttschen^ Parteien noch herausgegebenen Zetteln der Wtrt chaft- lichen Vereinigunaen in paritätischer Weise »le bte konservativen Kandidaten berücksichtigt werden. Die I Konservativen versprachen wohl bei den Verhanblun. I gen, diesem Verlangen nachzukommen. Allem da« Ergebnis der Wahl zeittgt, daß die Namen der von den
I Wirtfch. Bereinigungen auf ihre Zettel übernommenen Kandidaten des Zentrums von den protestanttichen Angehörigen dieser Bereinigungen glatt gestrichen witrdeit Während es zahlenmäßig nachgewresen werden kann, daß die Katholiken tn allen ®emctnbe.i des katholischen Oberschwaben mit größtenteils katho- lischer Bevölkerung dem kleinen Protestant. Volksteil eine angemessene Vertretung m den bürgerlichen Kollegien schon seit Jahren bewilligen, handeln bte I Protestanten in protestantischen Städten ganz anders.
hier gilt nicht das gleiche Recht auch für bte Ka- ^^Mjinchrn, 21 1918. Gegen den bekenn-
ten Satz der liberalen ,MÜnch. Reuest. Nack>r. über I hie katholische Moral bat daS bischöfliche Ordinariat
Augsburg im Diö efan - Amtsblatt ebenfalls einen I Protest erlaff’tt, indem t« u. a. hecht: ,Me unsere
hochwürdigen Seelsorger werden mtt rn8 fühlen, datz I eine solche Herabsetzung unb Veräch ltchmachung der katholischen Moral all« Katholiken im innersten Her- zen empört, daß «r sich aber auch um bte Herabsetzung I unb Verächtlichmachung unserer verfassungsmäßig I ouerkannten Religion handelt, und daß solch« Ver- I ächtlichmachung unserer Religion um so ärger tn, al« | di« aufaestellte Behauptung wirklich der Erfahrung
und der Geschichte widerspricht. W,r handeln daher sicher nach dem Wunsche unterer Srel'oraer, wenn I wir, dem Vorgehen deS Hochroürdigsten Herrn Erz- bischofS von München und Freising unS anschließend, I «egen die erwähnte Behauptung entrüstet energischen
** Ziaiien. Dem Parlamenten! ist der angekün- l digte Gesetzentwurf über die Abschaffung des I Etnjährigen-Systems ,tigeoongen.
♦* Briaud will wieder Minister werden, darauf | deutet eine Rede hin, dte er am Sonntag aus einem ihm zu Ehren gegebenen Bankett in St. Etienne hielt. Er erklärte u. a., er wolle dem gegenwärtigen Ka- binett keine Schwierigkeite.t machen, hat aber bann für die Erledigung der Wahlreform noch vor den Wahlen des Frühjahrs ein. tadelte die auswärtige Politik, insbesondere die kostpieligen Expeditionen in Marokko und meinte, die dreiiähriae Dienstzeit sei unentbehrlich, so lange ihre Ursachen weiter beständen. Dte ganze Rede war auf Versöhnung der republikanischen Gegensätze gestimmt. Sie findet in der Presse links und rechts Beifall. Briand scheint also d r „kommende Mann" zu fein. Von gaiu besonderem In- teresje ist das, was Brrand am Schlüsse der Rede über seine a u s w ä r t i g e P o l i t i k zur Zeit seiner Ministerpräsidentschaft zu erzählen weiß. Sern persönliches Programm war danach damals t.i erster Linie die Annäherung zwischen Frankreich unb Deutschland und ist es heute noch. Bitter beklagt Briand sich über die Treibereie.i aus persönlichem I Ehrgeiz, die diesen von chm gewünschten Kurs unmöglich gemacht und zu der Spannung von Agadir und allen ihren .io.geu geiüdri ualx'u.
△ Die Verteidigung der ^Laienschule" in Frankreich. Täglich „verteidigt" die französisch- Regieiuog die Laienschule. Bor wenigen Tagen hat sie sie gleichzettig in Paris und Versailles, in der Kanimer und im Justizpalast verteidigt. In der Kammer ließ sich der Unterrichtsminister Biviani vor der Unterrichtskommission übet die neuen Zusätze zum Schulgesetz hören. Biviani sprach sich über die Auf- nähme der Bestimmung aus, nach der die Eltern, die ihre Kinder der Laie.rschule fern galten und tm Fall einer Verurteilung zu einer Geldstrafe diese mcht | zahlen, m« Gefängnis gesteckt werden sollen. 9loch weiter ging ein Antrag eines Kommissionsmitgliedes, der in diesem Falle nicht mehr und nicht weniger als die Entziehung der väterlichen Gewalt verlangte. Sogar Biviani konnte auf diesem Wege nicht folgen. Der Antrag fand aber einen Verteidiger in der Per- son des Kommisfionsmitgliedcs Theodor Reinbach. Wie der Abg. Grousscau ausführte, sind beide An- träqe, die Entziehung der väterlichen Gewalt und die Gefängnisstrafe gegen Eltern, die ihren Kindern nichts' anderes als eine christliche Erziehung sichern wollen, gleich gehässige Maßregeln gegen die Katholt- ken Frankreichs. Gleichzeitig wurde von dem Gericht in Versailles eine Familie.imutter wegen Bedrohung gegen die Person etnes Lehrers der Laienschule verurteilt. Am 31. Okwber lernte ber 9jährige Sohn I der Frau Dupont im Schulhofe von Stzvres seinen Katechismus; der Lehrer bemerkte daS und n a h m dem Kleinen dasBuchweg. Die Mutter I verlangte den Katechismus zurück, der Lehrer aber | verweigerte die Herausgabe, indem er sich auf ein diesbezügliches Zirkular der Regierung stützte, Frau Dupont geriet in begreifliche Erregung und scheint I dem Lehrer eine Ohrfeige angetrage.i zu haben, -^er Lehrer erhob Klage und die Frau wurde von dem Richter Worms zu 1 Ttonat Gefängnis und 25 yram
I tat Geldstrafe verurteilt.
& Uneinigkeit unter den spanischen Kalhnliken. Die I Berufung des Konservativen Dato an bte Spitze I de« spanischen Ministeriums hat bie katholisch- konservative Partei in eine Krisis hinemaetrieden, bte | aber hoffentlich bald überwunden ist. Ein Tetl ber Konservativen will dem trüheren Ministerpräsibenten Maura treu bleiben und beschuldigt bte jetzigen I Minister de« Verrates an bet Partei. Die Anhänger DatoS verlangen, baß man sich mit ber gegenwärtigen | Regierung verbinde. Die Mauristen scheinen noch immer bte Oberhand behalten ju baden. In Madrid siegten bte Anhänger Manras btt einer Abstunmung mit 80 Stimmen, während auf die Datiuen 73 I Stimmen fielen. Einen glänzenderen Sieg koanten sie in Bllbao feiern unb zwar mit 281 Stemmen I aegenüber 125 Stimmen ihrer Gegner.
* Di« Militärmtssron in ber Türkei. Di« Zeitung Tafiri Estiart veröffentlicht folgend« Erklärung emes hervotragmden Staatsmannes: Die Regtetung be- I trachtet die Angelegenheit ber deutschen Mtlitärmisston I al« absolut erledigt und hält den ganzen Zwischen- | fall für eine Tragikomödie. Die deutschen Offiziere | fahren fort, bte ihnen angewiesenen Plätze emzu-