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2. Blatt.

ürutf 6<r <■!>«« Zdlcnttitmi in 5»Ida.

Zuldaer Zeitung. Montag 22. Vezemver 1915.

Lokales.

Fulda, 22 Dezember 1913.

* Versetzt wurde der Zeug-Oberleutnant Kopp, Beim Art.-Tepot in Kassel, Verwalter des Neben- Art.-Tepots in Fulda, zum Art.-Tep. in Witten­berg und Burghardt, beim Art.-Depot in Tie- denhofen, zum An.-Tepot in Kassel unter Ernennung zum Verwalter des Neben-Art.-Depots in Fulda.

(!) Militärpcrsonalien. Zum Leutnant mit Pa­tent vom 21. Dez. 1911 wurde der Fähnrich Otto Diehls (aus Fulda) im Hohen;. Futzart.-Reg. Nr. 13 befördert.

Beim Feldartillerieregiment Nr. 47 wurde zum überzähligen Major befördert der Hauptmann beim Stabe v. Rosenberg; zum Leutnant mit Patent vom 21. Dez. 1911 wurde befördert der Fähnrich Martini. Im Beurlaubtenstande: zum Ober­leutnant wurde befördert der Leutnant der Reserve Wiegand (Eisenach) und Guht (Wiesbaden), zum Leutnant der Reserve der Vizewachtmeister Bau­mann (I. Darmstadt).

(:) Ter Abschied mit Pension wurde, laut Militär­blatt, bewilligt dem Major z. D. und Bezirksoffizier Klauer b. Landw.-Bez. Hanau (Meldeamt Fulda) mit der Aussicht auf Anstellung im Zivildienst und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 6. Rhein. Jnfantcrie-Regimentss Nr. 68.

[:] Bestandene Prujung. Die kommissarischen Hilfs­arbeiter in der hiesigen Stadtverwaltung, Wilhelm Armbrüster und Joseph Aha haben vor der Prüfungskommission des Hessischen Städte ages die Aisistentenprümng bestanden, Armbrüster „mit Aus­zeichnung", Aha mit „gut".

D Kreistag. Als letzter Punkt des Tagesordnung der Kreistagssitzung vom vergangenen Samstag wur­de das Projekt zum Neubau eines Landweges von Traisbach und zum Neubau eines Landweges von Rimmels nach dem geplanten Landweg Traisbach- Dammersbach, das schon 17 Jahre den Kreistag be­schäftigt und durch dessen Verwirklichung nach den Ausführungen des Herrn Richard Müller ein großer Teil des Kreises Hünfeld mit Fulda verbunden wird, nach lebhaftem Meinungsaustausch für und gegen einstimmig genehmigt. Auch bewilligte die Versamm­lung die Hälfte der auf den Kreis Fulda entfallenden Baukosten im Betrage von 38 050 Mark aus Mitteln des Bezirksverbandes.

2- Sein erstes hl. Meßopfer feierte gestern morgen in der beionders festlich geickmückten Bonisatiusgrust des Domes der Tags vorher geweihte H.rr Ncupnefter Joseph Scherer von hier. Der hehren F,ier wohnten außer den Angehörigen, zahlreiche Freunde und Bekannten, ferner der Hochw. Herr Piotonotar Dr. Arenhold, mehrere Professoren der pH lofophiick- theologischen Lehranstalt und viele Alumnen bei. Geschmückt mit dem Primi,tranze schritt der junge Priester die Stufen hinunter zur Gruft, um am Grabe des Apostels der Deutschen dem Herrn sein Erstlingsopser darzubringen. Die Feier verherrlichten die Alumnen durch mehrstimmige Lieder. Rach der hl. Kommunion reichte der Neupriester seinen Eltern, Geschwistern und Anverwandten das Brot deS Lebens. Es war eine erhebende, rührende Feier. Im Lause deS Tages sanden sich im Hause des Herrn Stadt« kanlors Scherer, des Vaters des Neupriesters, viele geistliche und westliche Gratulanten ein.

△ Tie 20. Vollversammlung der Landwirtschafts­kammer für den Regierungsbezirk Kassel ist nach Beschluß des Vorstandes auf Montag, den 19. Ja­nuar und Dienstag, den 20. Januar 1914, anberaumt worden. Die Beratungen finden im großen Saale des Ständchauses in Kassel statt. Auf der Ta­gesordnung stehen die folgenden Punkte: Wahlprü­fungen, Neuwahl des Vorsitzenden der Landwirt- sckaftskanrmer, des stellvertretenden Vorsitzenden, der Vorstandsmitglieder, der stellvertretenden Vorstands­mitglieder, der Mitglieder der Ausschüsse. Ferner erfolgt die Zuwahl von Mitgliedern und die Wahl von drei Rechnungs-Revisoren. Weiter wird Bericht erstattet über die Entwickelung der Versuchsstation, über die Tätigkeit der Molkereikommission, der Ge­flügelzuchtkommission, der Pserdezuchtkommission, der Vichzuchtkominission, der Ackerbaukommission und deS Genossenschastsausschusses. Ferner erfolgt der Jahres­bericht über die Tätigkeit des Vorstandes der Land« wirtschaftstammer, Vorlage der Rechnung für daS Rechnungsjahr 1912; Feststellung des Etats der Land- wirtschaststammcr für 1914, sodann der für das Rech­nungsjahr auszuschreibenden Vorlagen, und Vorlage eines neuen Planes für die Verwendung der regel­mäßigen Staatsbeihilfen zur Hebung der Tierzucht. Weiter wird die Frage: Welche Maßnahmen sind zur Fernhaltung der Maul- und Klauenseuche zu er­greifen? erörtert.

[:] Von der Apotheker-Kammer für Heffen-Naffa« Auf Grund der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen über die SlandesveUretung der Apotheker wurden in die Apotheker-Kammer für die Provinz Hessen- Nassau für die Jahre 1914—1916 und für den Wahl- bezirk des Regierungsbezirkes Kassel und das Fürstentum Schaumburg-Lippe die folgenden Herren gewählt: Hof-Apotheker Wilhelm Nagell- Kastel, Stellvertreter: Apoihekenbesitzer G. Tillmann- Kastel; Apolhekenbesitzer C. Fiicher-domberg, Stell­vertreter: Apolhelenbesitzer C. Jung-Kirchhain; Apo­thekenbesitzer Tb. Sander-Hoigeismar, Stellvertreter: Apotheker C Machledt-Marburg; Apotheker M Nuß- baum-Kastel, Stellvertreter: Apothekenbesitzer G. Scholl- meyer-Marburg.

(*) Verfügung. Allen preußischen Provinzialschul- kollcglen wu<.de soeben eine Verfügung des Kultus­ministers und des Ministers des Innern zugestelll, daß die spinale Kinderlähmung nur erfolg- reich dekän p't weiden könne, wenn sie auch unter die Krankheiten aufoenommen würde, die in der ,An- roetiunfl zur Verhütung übertragbarer Krankheiten durch die Schu'en" ausg »ähst sind.

X Tie lanvwu tschastlichm Wmierschulen de? Land- wirtichastskammerberukS Kassel werden tm laufenden Wintersemester (1913'14) von insgesamt 377 Schülern (gegen 339 in 1912 13) betucht. Aut die 10 Anstalten verteilt sich diese Z ffer roi folgt: Fulda 42, E>ch- wege 28, Fritzlar 38, Gelnhauien 21, Hersfeld 21, Holgeisinar 56, Marburg 66, Melsungen 32, Roden- berg 48 und Ziegenhain 25. Von den Zöglingen der Futoa.-r Anstalt entfallen aut den Kreis Fulda 15, den Kreis Hün'eld 15, den K.erS Gersfeld 6, mw der Rest auf andere Landestelle. Von tämllichen 377 Zöglingen der 10 Anstalten stammen aus dem Bernk Kassel 342, aus anderen preußifchen Gebietsteilen 19 und auS anderen deutschen Staaten 16. Mit den Anstalten zu Fulda und Hofgeismar sind Internate verbunden. ES wohnen von den 42 Zöglingen der hiesigen Anstalt 41 im Internat. Dem Aller nach stehen von den Schülern der hiesigen Winterschrlle 14 im Alter von unter 16, 23 zwischen 16 und 20 Jahren und 5 im Alter über 20 Jahre.

zu In der Marianifchen Jüngling - Sodalität der Tompfarrei wurden gestern nachmittag in der Kapelle des Lioba-SiechenhauseS 57 Aspiranten in fe erlicher Weise durch den Hochw. Herrn Bischof ausgenommen. Se. Buchösl Gnaden hielt nach feierlichem Einzuge vom Altäre aus eine herzliche Ansprache an die Jüng­linge. ES sei ihm eine große Freude, heute zu den Jünglingen der Domp'arrei zu kommen, um an ihrem Feste teilzunehmen, de n das Au'btü >en der Ma" n. Kougreaalionen in der D ozese Fulda sei ihm Herzens- wunfch; er erinnere sich noch gern an eine ähnliche Feier vor 25 Jahren eben alls in der Dowptarrei, als er als junger Stadtkapian mit dem fei. Prälaten Schick die Kongregation gründete. Er setze ferne Hoff- nung auf d e Jugend und er danke den Ettern, daß sie den Jünalinaen den Beitritt zur Kongregation er- möglickten. Die Kongrrganisten sollten vor allem Apostel sein, die durch ,hr Beiipiel den anderen Jüngli gen voranleuchten sollten. Nach einem von Hellen Knaben­stimmen unter der Leitung des Herrn Lehrers Sauer aesungenen zweistimmigen Marienlwde legten die 57 Neuaufzunehmenden, brennende Kerzen in den Hän- den, laut den Schwur 6er Treue an die Gottesmutter vor dem entfalteten Vereinsbanner ab. Aus der Hand ihres Bischo'S erhielten dann die jungen Sosalen die Muttergottes-Medaille mit blauer Schleife, die ihnen Der Präses, Herr Domkaplan 'Möller, an die Brust heft eie. Sodann erhielten die Neuaufgenommenen ebenfalls aus der Hand ihres Oberbirten die schönen eingerahmten Aufnahme-Bilder; 49 Jünglnge de» vompsarrlichen JünglingS-VereinS erneuerten bei di-fer Gelegenheit die Gelübde als 'Mitglieder der Sodalität. Mit einem mächtigen T« Deum und "(tamentalen Segen schloß die eindrucksvolle Jugendfeier, die bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterließ.

(+) Ter landwirtschaftliche Kreien- ein hielt am letzten SamStag eure Veriammlung ab, die gut be­sucht war. Herr Landwirtichaslslehrer Arnling von hier sprach' in saft zweistündigem Vortrag über F tterbau. In seinen einleitenden Worten wies er vorauf bin, daß der Futterrübenbau noch viel zu wenig Beachtung finde, obwohl Rübenfutter als Wintersutter lüt Rindvieh, Schweine und Schafe eine bedeutende Rolle spiele. Für die Gesunderhaltung der Tiere sei die Runkel unbedingt nötig; man könne sie geiaderu als „Wintergrünfutter" bezeichnen. Dann empfahl Redner den Wiesen größere Aufmerksamkeit zuzuw nden. Man könne durch rationelle Dünuung und Bearbeitung der drainierten Wielen die Erträge auf daS Doppelte steigern. Ten grössten Teil ferner Ausführungen widmete er den Werden, die sich erfreulicher Welle immer mehr embürgerten. Ten Standpunkt, daß nur an den Küsten und Niederungen eine Weide möglich sei, habe man längst fallen lasten, da einwandfrei festgestellt sei, daß auch in höhere» Lagen die Weinen sich gut rentieren, daß sie sogar lür die Geuinderhattung deS Tieres namentlich des Jungviehs unbedingt notwendig sei. Bedingung zur Anlage einer puten Weide fei die Einsaat von ein« wandireien Grä,ern, die sich in hiesiger Gegend be­währt haben, ferner die Tüngung und Behandlung. Aber auch daS hiesige Vieh, welche? nicht an Weide- gang gewöhnt sei, wüste auf die Weide vorbereitet werden. Der Win'erstatt meß hell, luftig und küyl lein; die Tiere dürfen darin nicht schwitzen, damit sie vor Erkä trmgskrankheiten bewahrt bleiben. Man ,olle auch in diesem Falle mehr zur Naiur zurück- lebten. Nur dann könne man g-sunve frohwüchsige Ziere heranziehen, die die Rentabillät tn der Vieh­zucht sicherten. Dem Redner wurde reicher Beifall, zuteil.

e. Der Leobund beging am Freitag abend in fest- licher Weise die Einführung seines neuen Präses, des Herrn Domkaplan Farnung. Der Senior des Leo- bunveS begrüßte ihn in einer kurzen Ansprache. Großer Jubel erhob sich, alS der Redner dazu auf- sorderte, den bisherigen Prä es, Henn Domkaplan Dr. 'Müller, zum Ehrenpräies zu ernennen. Die An- iprache zeigte die Anhänglichkeit uno Verehrung des Vereins für seinen früheren Präses, aber auch das Vertrauen, das alle Mttglieser Henn Tomkaplau Farnung entgegenbringen. Dieser sühne nach he z- lichen Danleswotlen aus, er werde immer bemüht sein, das Vertrauen zu rechtfertigen, er wolle jedem Mitglied ein treuer Ratgeber lein, für dir Mitglieder ;emrs Leobundes werde er immer Zeit haben. Die Feier wurde verschönert durch einige wirklich hervor­ragende musikalische Leistungen von 'Mitgliedern der Feueiwehrkapelle unter ihrem Dirigenten Herrn Ko... mann, der sich in liebenswürdiger Weste zur Ver­fügung gestellt hatte.

- Ter ganze Monat Dezember, besten Mittel­punkt ja das Fest der Liebe bildet, sollte so recht unter dem Zeichen der christlichen Nächstenliebe stehen. Denkt doch jeher daran, seinen Angehörigen tn dieser Zeit Freude zu machen. Warum nicht auch anderen, zumal wenn es nichts kostet als höchstens seine Schuldigkeit zu tun.. Die nötigen Einkäufe sind wohl meistens schon gemacht, jedenfalls sollte man mit den Einkäufen nicht bis zur letzten Minute warten. Ta gcht's dann Hals über Kopf, al§ ob dir Ladnerinnen nicht auch ein Anrecht auf die Weih­nachtsfreude hätten. Man muß sich doch die Weih­nachtsausstellungen anschauen, vielleicht auch einzelne Sachen sich in 19 Geschäften vorlegen lassen, die man dann im 20. kauft. Die Ladnerin springt, daß ihr die Zun^e zum Hals heraushängt, um die Wünsche der „gnädigen Frau" zu befriedigen, bis diese nach geraumer Zeit mit der leeren Vertröstung: „es ist gut, heute nicht; ich werde noch einmal wiederkom- tnen!" sich zum Weitergehen entschließt, um an an­derer Stelle das gleiche Manöver auszuführen. Zur großen Freude der Ladnerin, die eine halbe Stunde damit vertrödelt hat, die Theke voll Waren zu packen und nun das Vergnügen hat, alles hübsch akkurat wieder an seinen Platz zu stellen. Obendrein faucht sie noch der Chef an wie ein Magazrnkater, weil sie die Kundschaft nicht ^estzuhalten versteht. Die Kund­schaft batte sich freilich auch von zehn Gäulen nicht festhalten lassen. Tie hat Zeit mit ihren Einkäufen. Die bat auch Zeit mit dem Bezahlen. Denn sie kauft nicht nur im Warenhaus und in den großen Geschäften, wo es kein Ankreiden gibt. O ne:n. sie läßt auch dem Handwerker etwas zukomm-n, beispielsweise Reparaturen, die im Geschäft ohnehin nicht gemacht werden und die man außerdem, was die Hauptsache ist, hübsch lange schuldig hie ben kann. Schuster, Schneider, Krämer, Metzger und gar viele andere wissen ein Liedlein davon zu singen. Es sind dies ja auch Menschen wie die ande- ren; sie möchten auch ihren Angehörigen e'ne Weih- nachts'reude machen. Aber das geht nicht so einfach, denn ihr ganzer Wohlstand steht in den Büchern ver­zeichnet. Jetzt zu mahnen, trauen sie sich nicht aus Furcht, die „gute" Kundschaft zu verlieren. ES würde ihnen auch gar nichts helfen. Es ist doch auch eine Unverschämtheit, jetzt von einem Menschen Geld zu verlangen, wo es jeder für sich selber braucht. Einem so die Weihnachtsstimmung zu verderben. Daß aber

die endlose Pumperei bei dem Handwerker usw. eine Weilnachtsstimmung gar nicht auskommen läßt das weiß die Gnädige nicht, würde es auch gar nickt begreisen. „Mehr Freude" wünscht der Hochwürdigste Bischof von Rottenburq in einem edlen Büchlein den Christcnmenschen. Mehr Freude wurde leicht unter den Menschen sein, wenn nur die heben Nebenmenschen sich dazu entschließen könnten, dem Nächsten eine kleine Freude zu machen. Die geplag­ten Verkäufer und Verkäuferinnen nicht unnötig be­lästigen nd mit den Einkäufen nicht bis zum letzten Tag' warten, Schulden für geleistete Arbeit, für ge­kaufte Mare nicht monatelang anstehen lassen, das wären gleich ein paar wunderschöne Gelegenheiten, den Mitmenschen Freude zu machen.

!) Der goldene Sonnlag machte gestern fernem Namen int allgemeinen alle Ehre. Ein starker Ver­kehr war in den Geichättsstraßen während des ganzen Tages zu beodackten. In den frühen Nackmittaas- stunden erreichte er seinen Höhepunkt. Die Gefchätts- leule Hatten viel zu tun. Wie wir Durch «uqemdjcin wahrnehmen konnten, reichte tn einzelnen L den die Bedienung kaum aus; fo groß war zeitweilig der Andrang. Namentlich Winterbedarisartikel wurden ang.fick.s der gestern zu verzeichnenden Wmierstim mung stark begehrt. Im ganzen genommen wird untere Geschäftswelt mit dem diesjährigen Weihnabtsgeickäfi wohl zufrieden sein können. Ihre Rührigkeit und tb-.e zeitgemäße Werbetätiakeit ,st nicht unwirksam und nicht unbelo'.jnt geblieben.

(!) Der Winter hat heute, Montag den 22. Dezem­ber, mittags 12 Uhr, im astronomischen Smne seinen Anfang genommen; Die Praxis war der Taeorie um ein paar Nufenlängen vo'ausgeeitt. Mu der Wintcr- Scnnenroiitbe erreichen wr auf Der rörDltten Halb­kugel dl« längste Nackt unD Den türzefien Tag; nicht mehr a s 71 It Stunden verweilt die Sonne über dem Horizont, und fast 16 Stunden währt, die kurze Zeit der rasckcn Winierdärnmerung nicht gerechnet, „ die Nacht. 'Mit dem 25. Dezember nimmt die Tageslänge bereits wieder um eine einzige Minute, von da ab bis zum Jahresschlüsse um ganze acht Mmnien zu (Sonnenuntergang am 31. Dezember 3 11 t 53 Mitt, nadim., Sonnenaufgang 8 Uhr 10 Mut. morgen-). Jedoch auch von da ab ist die Zunahme Der Tages- länge recht gering und wenig bemertbar; sie beträgt im Laufe Des Monats Januar noch ferne StunDe.

§ Vorzüge zu Weihnachten und Neujahr. Auf der Strecke Bebra-Fra n tf uri verklaren folgende Vor­züge am 24. Dezember und 2. Januar ab Fulsa Personenzug um 8.42 corm., am 22., 23., 24. Ter. 2. uno 3. Jan. ab Fulda Eüzug 1.-3. Ki. 5.08 nadim, am 24. Dez. uno 2. Jan. Personenzug ab Fulda 6.36 abends, am 23., 24., 27. Tez. 1. uno 2. Januar D-Zug 1.—3. Klaffe ab Fulda 9.42 abends. In Der Richiung Fulda-Bedra sind wlg-mde Vorzüge vorgefeben. Am 23. und 24. Dezember 2. uno 3, Januar O-Zug 1.—3 Klasse ab Fuiba 8 Uhr vorm., am 22, 23., 24. Tez. 2. unD 3. Jan.

Euzug 1.—3. Kl. ab FuiDa 12.15 mittags, am 23

unD 24. Tez. Perionenzug ab Fulda 2,13 nachui, am 24. uno 31. Tez. Perfotienzug ab Fulda 6 23

abends, am 24. Dcz. Perjonenzug ab Fulda 6.34

abends. Aul der Strecke FulDa-Gießen gehl am 27. Tez. und 2. Jan. m.rtagS um 2.01 Uhr je ent Vorzug hier ab. Von Salzschlirf nach Fulda gehr am 24. unD 31. Dez. um 8.23 abends ein Vorzug.

Beim tzekannahen des JahreSwechfels ist wiederum Datauj aujmertjam zu machen, Das es sich dringend empfiehlt,dieFreimarten für Neujahredrreje nicht erst am 31. Dezember, sondern schon früher zu taufen, damit Der Schalter verkehr an Dem genannten Tage sich ordnungsmäßig abroidelu kann. Auch liegt es im eigenen Jnieresje Des Pubttlums, daß ote Neujahrsdrie-e frühzeit ig aufgelieferi roetDen/ und Daß nicht nur auf den Briefen nach Großstäoien, sondern auch aui Briefen nach Mittel­städten d.e Wohnung des Empfängers angegeben werde. Für Berlin ist außerdem dir Angabe Des Poll, e.trks (O, N, S, W usw) und des Bestell- Postamts dringend erwünscht. Verzeichnisse Der «naßen und P.ätze Berilus mit der Angabe Des Poilbeztrls und Der Befiell-Postaiistatt werben an allen Postschaltern sowie von Den Orts- unD LanD- brtejuagern zum Preise von 5 P:g. oertauft.

F*1 Tie Dietershaner Schllngenstellerki und Dergleichen deschattigle heule zum brüten Riale Das Schofsenge- rrchi; nachD.m am Tonnerslag nachmittag em Augen- schetnslermtn stallgeiunden hul e. Der Atnlsanwall beuntiagte heute Den Ängellagleu I. B. von Sleutau sretzujprechcn, Vater und Sohn G. von Tietersyan wegen Uebeiaetung Der JagDorvnung zu je 60 'Ma t GelDnraie zu oeruxteilen. Tas Gericht ettannte gegen Den LanDwirt I. B. von Steinau auf Freisprechung. Gegen Den Lanowirt B. G. von Trelcrshan wegen Jagdvergehens nur in einem Falle auf eine Geld- liraje von 50 Maik, »ie denutzien Schlingen sind eutzuziehen. Der W. G. wirb wegen Uebcrlteiungen Der JagDorbnung zu einer (Selb|Uaje von 75 Mark verurteilt.

J5 Fntzballsport. Tas gestrige Spiel.Borussia'- Fulda gegen .Herkules'-Kafsel enbete mit 1 ; 0. .Sport'-Kassel verlor in Riarburg gegen bie Dortigen Bewegungsipteler 1 : 2, .Emtrachi"-Kassel gewann in Gießen gegen Sportverein 1900 mit 3 : 1.

Aus dem Nachbargebiete.

I Tie Vogelsbcrgbahn.

Nach Erledigung der Tagesordnung der letzten Kreistagssitzung interpellierte Bürgermeister H o- senfeld Hainzell den, Vorsitzenden über den Bahn« bau Weidenau-Großenlüder. Es scheine ihm, daß de Angelegenheit trotz aller Zeitungsarütet ver- sch^eppt'weroe und nicht recht vom Fleck komme.

Landrat Freiherr v. Dvernbcrg antwortete, eine Verschleppung liegt nicht vor, wohl aber ist eine Verzögerung im Bahn-au eingetreten, weil, abg.'ie. en von der B.s.itig ng dar lan espviiz.üich gejen das Projekt erhob ne Einwendungen d.e Um« sührnng d r Ktei..bah i in den Staat.bahnhof Gro­ße» luder ans große Schwierigke.ten st.eß. Tic Kosten dieses An sch ui:e§ waren u'jpr nglich auf ejü i 5u00 Black angegeben, während sie sich nach, den Ferdwun- gen der Erenbahnverwaltung auf 175 000 (!) Akark gestellt laben würden. Inzwischen ist ein anderwei­tiges llebereinkomnien mit der Eis.nbahndiiekiion möglich geworden, das diese Kosten um ein Beden- tendcs hcrabm ndert. Tas Projekt hat auch die Ge­nehmigung der Eisenbahndirektion erhalten. Bei Prüsung der Einwendungen und der zutage getrete­nen Schwierigkeiten betresfs der Einführung der Bahn in den Staatsbnhnh.'f Großenlüder ist noch in Erwägung gezogen worden, ob es sich nicht er­möglichen läßt, die Trace statt nach dem Bahnhof Großenlüder über Cberbimbad) Malkes, Rodges, Mittelrode, Reinhards, Zell, Johannesberg und

KohlhauS nach dem Bahnhof Fulda zu fuhren. Tie- feg neue Projekt befindet sich noch tn der Aus- arbeitimg und wird in aller Kürze vorgelegt werden. Nach diesem neuen Projekt sollen werter folgende 18 Gemeinden mit einer Gesamtseelenzahl von rund 4000 an die Kleinbahn an geschlossen werden: Oberbimbach, Unterumbach, Malkes, Rob- qeS Besaes, Oberrode, Mittelrode, Haimbach, Rein­hards, Niederrode, Sickels, Istergiesel, Giesel, Zell, Zirkenbach, Harmerz, Johannesberg und Kohü.auS. Tas neue Projekt trägt auch den berechtigten Wün­schen der hessen-darmstädtischen Gemeinden au der westlichen Seite der Kleinbahn Weidenau-Großenlu- der insosern Rechnung, als die Ankunft der Zuge sich so legen läßt, daß die Einwohner des hestuch- darmstädtischen Gebietes, so weit zum Amtsgerichis- »nd Kreisamtsbezirk Lauterbach gehört, in 20 Mimr- ten nach dem Staatsbahnhof Großenlüder gelangen, und ohne Aufenthalt die Fahrt nach Lauterbach fort« setzen können.

* Pad Orb, 21. Dez. 1913. Gestern sand auf dem hiesigen Rathause der Termin zur Jagdverpach- tung statt. Ein Zuschlag zu den Angeboten — Geh. Sanitätsrat Dr. Husnagel mit 6700 Mk. und Walter vom Rath mit 6100 Mk. — erfolgte nicht, da in den Bedingungen zunächst erst einige Acnde- rungen vorgenommen werden müssen, jtie Aiagb wird deshalb nochmals in einem späteren Termin ausgebown. — Wie wir bereits früher meldeten, be­absichtigte die Reichsmiliiärvcrwaltung durch das Haseltal eine Förderbahn nach dem Truppen­übungsplatz anzulegen. Die Vermessungs- und son­stigen Vorarbeiten sind so weit gediehen, daß fetzi Mit ben Geländeerwerbsverhandlungen begonnen wird., Diese scheinen aber zu einem Positiven Ergebnis nicht zu kommen, da die Preisfvrderungen fast durchweg zu hoch sind, weshalb die Militärverwaltung zur Z:st ein anderes Verkehrsmittel in Erwägung zieht und zwar den Lastautomobil-Verkehr.

* Arolsen, 21. Dez. 1913. Ein schwerer Nn- glücksfall hat sich in dem benachbarten neu errichteten Torfe Neu-Bringhausen ereignet. Am Bau der neuen Torskirche war auch der Arbeiter Johan­nes Ernst aus Löhlbach bei Wildlingen beschäftigt in­folge eines Fehltrittes stürzte Ernst aus großer Hohe vom Gerüste herab und erlitt schwere innere Ver­letzungen, sowie Beschädigungen des Rückgrates.

* Limburg, 21. Dez. 1913. Tie Steinbrecher Ar- lagen der Firma Lenz in Langendernbach sind abge­brannt. J.i einer Stunde war das erst vor wenigen Jahren vollendete Werk in Schutt und Asche ver- wandelt. Ter Materialschaden ist bedeutend. Tas Werk wird den Winter über still liegen.

.Handel uns Jitr-nstrie.

* Kassel, 20. Dez. 1913. Die A kt i - n g es eli­sch a s t Hessische und Herkules-Bier­brauerei hielt gestern ihre Generalversammtung ab, in der 33 Aktionäre 23-11 Stimmen vertraten. Tie Generalversammlung genc^nügle einstimmig die An­träge der Verwaltung auf Verteilung von wieder 9 Prozent Dividende und wählte die aussä'ei- benben Mitaliebcr bes Aussichtsrats, bie Herren Ju­stizrat Tr. 'Harnier unb Bauldiiektor Heinrich Koch wicber.

+ Frankfurt a. M., 21. Dez. 1913. EmcS ber ältesten uub ariaeseheusten Konfektionögeschäfte von Frankfuit, Karl Schultze in ber Goethestraße, ist in Zahlunassckwierigkeiten geraten. Es bietet seinen Gläubigern 30 Prozent. Die Passiven betragen 100 000 Mark, bie Aktiven 50 000 Mark.

H Brill», 20. Tez. 1913. Un. u.u|iia aut Die Stimmung der Börie wirke» dcr Fwanzkrack in Mexiko, der aegen TeulfcklanD getichiete rufsische Gelreidewll, Die Entläuichung über die DüfietDorfer Kohlenvreife unD Der erste Mmbeiausweis Der deutschen teilen« bahnen. Auf der anderen Seile bietet Die Er: olung New.yarkS einen Ausgleich. Tie Damit zu ammen- bänaenDe Besferuag Der Kanada-Aktie führt schließlich zu einer allgemeinen Befestigung der Börse.

Amt Geisa und Umgebung.

k Motzlar b. Geisa, 20. Dez. 1913. Unsere neuer- baute Hochdruck-Wasserleitung wurde gestern tn Gegenwart des Herrn Baurat Janisch-Dermbach und Herrn Obeibrondmeister Ritz-Geisa dem Betrieb übergeben. Die Abnahme war gleichzeitig mit einer Feuerwehrprobe verbunden, die zur größten Zufrie­denheit aussiel. Tas Wasserwerk wurde mit einem Kostenauswand von zirka 19 000 Mark von dem Tief­bauunternehmer Ernst Ehrig-Fulda erbaut. Die Bauleitung lag in den Händen des Herrn Saurat Jänisch. Tas von der Gemeinde veranstaltete „Was­serfest" nahm einen schönen Verlauf. Der Bürger­meister dankte dem Unternehmer, daß er trotz mancher Hindernisse das Wasserwerk zur allgemeinen Zufrie­denheit der Ortsbewohner ausaeführt habe

• Kieselbach, 21. Dez. 1913. Die hiesige Ge­meinde will das Thielmann-Niebergallsche Anwesen ankaufen, um ein Pfarrhaus auf demselben zu errichten. ,

Aus Oberhessen u. den Hess. Aerntern.

# Ziegenhain, 21. Dez. 1913. Nach kurzem schwe­rem Leiden verschied heute früh der Vorsteher derhiesigenStrasanstalt, Herr M ichael- sen im Alter von etwa 60 Jahren. Er war etwa 1% Jahre hier tätig.

-U- Treysa, 21. Dez. 1913. Im benachbarten Mengsberg erhielt der Maurermeister D. bei einem Streike einen 'Messerstich i n b e n Unterleib, wobei er so schwer verletzt würbe, baß er in bas Krantenhaus zu Hephata gebracht werben mußte. — Für 40jäh"ige treue Dienstzeit würbe bem Bahn« arbeiter Johannes Spier in Wiera bas Allge­meine Ehrenzeichen verliehen.

# Frielenborf, 21. Dez. 1913. Der Arbeiter Luck- Harb aus Verna, bem vor einigen Tagen in ben Ton­werken ber Gewerkschaft Frielenborf durch einen nie» de"sausenden Fahrstuhl die Wchädeldecke zertrümmert wurde, ist in „Hephata" seinen schweren Ver­letzungen erlegen.

♦ Fritzlar, 21. Dez. 1913. Zum Vorsitzenden des Vorstandes der am 1. Januar 1914 in§ Leben treten­den Kreiskrankenkasse d e§ K r eil es Fritzlar ist der Gutsbesitzer Rusche tn Klein­englis von den Vorstandsmitgliedern der Kasse ge­wählt worden. Zum Stellvertreter wurde Zimmer- mann Adam Döring-Gudensberg gewählt.

* Hoisdorf, 21. Tez. 1913. TaS Gut F ibd e« mühle bei Ernslhanscn ist für ben Kaufpreis von 300 000 Marl von bem Besitzer Major von Barde- lebens Erben an einen Herrn aus Esten verlauft.