Fuldaer Leitung
M 291.
Mitt»»ch den 17. Dezember 19(5.
2. Blatt
Druck der Znldaer Aeliendruckerri in $el6a.
Lokaler.
Fulda, 17. Dezember 1913.
# Personalien. Polizei-Assessor Wiedemann vom Polizei-Prästdium in Kassel ist vom 1. Januar 1914 ab in glrrcher Tiensteigenschast zum Polizei- Präsidium nach Köln versetzt worden. — In den Ruhestand tritt am 1. April n. I. Herr Amtsgerichts- sekretär Heinrich D a u g e n r o t h, der seit langen Jahren bei dem Kastrier Amtsgericht in Tätigkeit war.
<p Die Hauptversammlung des Rhönklubs (Zweig- verein Fulda) gestern abend in der .Alten Post* war gut betucht. Der Vorsitzende, Herr Dr. G. S ch n eid e r begrüßte die Erschienenen und erstattete dann den Jahresbericht. Ihm ist zu entnehmen, daß bk Mitgliederzahl des Zweigvereins von 580 im Vor- jahre aus 640 gestiegen ist. Das Andenken der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder wurde in des üblichen Weise geehrt. In dem Berichte wurde her- vorgehoben, daß die seit Sommer 1912 erscheinende Zeitschrift .Die Rhön' bedeutend zur Erhöhung der Interesses an den Rhönklubangelegenheiten beitrage. Der Aufruf des Haupt-Ausschustes in Sachen des Wasserkuppe-Klubhaus-Projektes habe die Zeichnung namhafter Anträge veranlaßt. Der Plan einer großzügigen, einheitlichen Wegebezeichnung in der Rhön wurde vom Vorstand mit aller Kraft gefördert. Von der in Berlin hergestellten Prachtschrist .Die Rhön' läßt sich ebenso wie von der geschaffenen Lichtbilderserie Propaganda für unser Gebirge erwarten. Der Bericht erwähnte weiterhin die Personenänderung im Hauptausschuß und teilte mit, daß als wertvolle Neuerung die Schaffung einer Bibliothek ins Auge gefaßt fei, di« den Mitgliedern namentlich au u Kartenmaterial bieten will. Di« Ausflüge hatten im verflossenen Jahre unter der schlechten Witterung zu leiden. DaS erklärt die geringe Beteiligung. Dagegen waren die festlicken Veranstaltungen gut besucht und erfüllten ihren Zweck Der Vorsitzende schloß seinen inhaltsreichen Bericht mit der 'Mahnung zu weiterer regen Zusammenarbeit für die Rhönklubsache. Der Kastenführrr, Herr Plappert sun., erstattete so- dann den Kassenbericht. Die Einnahmen beliefen sich auf 1884,98 Mk., die Ausgaben auf 1423,91 Mk. Er bleibt ein Ueberschuß von 461,07 Mark oder em Vermögen von 2267,01 Mark. Der Vor- anschlag für dar kommende Jahr wurde auf 1455 Mark in Einnahmen und Ausgaben festgelegt. An allen 12 Ausflügen im Jahre 1913 nahmen nur zwei Mitglieder teil, die Herren Schenk und Ludwig. Sie wurden mit dem goldenen VereinSab- zeichen geschmückt. Bei der folgenden Vorstandswahl wurde der alte Vorstand wiedergewählk. Herr Malermeister FuchS hielt sodann mit Rücksicht auf die reichhaltige Tagesordnung einen kurzen Vortrag über di« neue Wegebezeichnung im gesamten Rböngrbiet. Ein längerer Vortrag soll in Kürze in einer Monats- Versammlung gehalten werden. Aus den Ausführungen sei kurz h-rvorgehoben: Die Wegestrecken werden in der Rhön fast alle neu markiert mit Haupt- und Nebenlinien. ES find vier Gaue bestimmt worden, denen Gauwarte vorstehen; diese besprechen die notwendigen Verbefferungen und treten gegebenenfalls mit Anträgen an den HauptauSschuß oder die Zweig, vereine heran. Die erste Hauptlinie Kissingen-Wasser- kuppe ist bereits fertiggestellt. Die Wegebezeichnungs. pfähle sollen nicht auS Holz, sondern aus Orkan- Betonpsosten hergestellt werden, um sie gegen Witte- tungseinflüffe widerstandsfähig zu machen. — Ein- stimmig wurde danach beschlossen, die nächstjährigen Ausflüge schon im Januar festzulegen und ein ge- 'drucktrs Verzeichnis den Mitgliedern zugehen zu lasten. ,$£t erste Ausflug findet am 6. Januar nach der Milseburg statt. Es soll kein Festesten stattfinden, vielmehr da» Beisammensein in zwangloser Weise verlauten. Die benachbarten Zweigvereine find dazu eingeladen. Der Bau des Wasserkuppen-llnterkunsts- Hauses ist nunmehr gesichert und dürfte bald in Angriff genommen werde t. Der Standort ist jedoch noch nicht besonder» sestgelegt. Herr Dr. Schneider schloß hierauf dir sehr anregend verlaufene Versammlung.
- Heber Zellulose-Fabrikation sprach gestern abend Herr Direktor R o e s e r vor einer großen Zuhörerschar im Kath. Kaufmännischen Ver- e i n. Nach Beantwortung der Frage: Was ist Zellulose und welche Geschichte hat sie? führte der Redner die Anwesenden im Geiste in eine Zellulose- Fabrik, um die Herstellung der Zellulose im Einzelnen zu erklären. Angefangen vom Urstoff (Fichtenholz) bis zum fertigen Fabrikat (Zellulose) wurden alle zur Gewinnung des Zellstoffes erforderlichen chemischen Rohstoffe nebst allen Produkten und Abfällen, die neben der Zellulose aus der chemischen Verarbeitung
Gute Bücher — gute Freunde.
((Verlag der Jos. KSsel'schen Buchhandlung in Kempten und München.)
.Niemand liest sie (die Kirchenväter) aus literarischem Interesse. Nicht einmal der große Augustinus ... ist eine lebendige Macht der heutigen Weltliteratur." ES wird nicht wenige geben, die diesen Behauptungen Rich. M. Meyer,S lebhaft widersprechen. Wie immer man aber das altchristliche Schrifttum rein literarisch werten mag, jener Bischof von Hippo lebt ungeschwächt als eine Macht unter uns fort, stärker als der Verfasser de» Hortensius, dessen Lektüre den jungen Augustinus zuerst zu Einkehr und Umkehr stimmte. Und mit ihm leben all die Großen auS Orient und Okzident, ein Athanasius, Basilius, Chrhsostomus, Ambrosius, Hieronymus, die in Lehre und Leben das Erbe der apostolischen Zeiten gehütet und ausgewirkt haben. Aus dem Schatz christlicher Weisheit, der unS von ihnen Übermacht ist, wurde auch in diesem Jahre wiederum manche Perle ausgelesen um der neuen „Bibliothek der Kirchenväter" eingereiht zu werden. Der 1. Bd. ausgcwählter Schriften des Eusebius b. Cäsarea, zugleich eine Festgabe zum konstantinischen Jubiläum, enthält die vier Bücher über das Leben deS Kaisers Konstantin, des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der heiligen, sowie die Schrift über die Märtyrer in Pa. lästina. — Während die in einem früheren Bande dargebotene Schrift „Leben der heiligen Väter" von Pal- ladius den Wein der MönchSaskese noch im GärungS- zustande zeigt, lassen die unter dem Namen des hl. Makaribs des Acgypters gehenden 50 geistlichen Homi. lien ihn abgeklärt perlen. — Der folgende Band bietet tzine Fortsetzung der Vorträge deS bl. Augustinus über Ms Johannes-Evangelium. — In den zwei Bänden ^Frühchristliche Apologeten" (AristideS von Athen, Justin jer Märtyrer, Datian der Assyrer, AthenagoraS von Athen, TheophiluS von Antiochien, HermiaS der Philo- soph, MinuciuS Felix und FirmieuS MaternuS) treten UnS wissenschaftlich gerüstete, glaubensstarke GotteS- streiter des kampfreichen zweiten Jahrhunderts ent- egen. Als Anhang findet man echte alte Martvrer- akten. — Im Kampf für das Glaubensgut verzehrte sich auch das Leben des hl. Athanasius. Aus den eigenen Reiben der Christen waren in seinen Tagen der Kirche Widersacher erstanden. Ihnen, den Arianern, galt die unerbittliche Fehde des opfermutigen AlexandinerS. Ten größten Teil deS vorliegenden Dai deS bilden dessen Mer Reden ---gen die Arianer. Er foloen B-iefe an
des Holzes erzielt werden, in natura vorgesührt. Schließlich ging Redner auf die Verwendung der Zellulose ein. In derPapierfabrikation ist sie ;a ein unentbehrliches Surrogat (Ersatz für den teueren und unzulänglichen Lumpenswff) geworden. In neuerer Zeit ist die Zellulose aber auch für viele andere Zwecke (Gebrauchsgegenstände, Flaschen, Wandbekleidungen, Fenster — statt Glas —, für Autos, Lust- chiffe usw.) dienstbar gemacht worden. Eine zur Aus- tellung gebrachte sehr reiche Kollektion der verschie. tensten Papierqualitäten ließ die Wichtigkeit der Zellulose für das Wirtschaftsleben erkennen. In der Tat! Ohne Holzschliff (Rohstoff für Zeitungspapier) und ohne Zellulose (Rohstoff für bessere Papiere) würden wir nicht von einem papierenen Zeitalter reden können. Die Versammlung zollte den von einem Praktiker gegebenen trefflichen Ausführungen reichen Beifall.
£ Eisenbahner-Bersammlnng. Der hiesige Orts- Verein vonk Verbände Deutscher Eisenbahn Hand- weiter nnd Arbeiter, Sitz Berlin, hatte am Sonntag den 14. Dezember im roten Saale der Orangerie seine diesjährige Hauptversammlung, welche sehr gut besucht war. Aus dem Jahresbericht, «rstattet vom Vorsitzenden Herrn Edmund Rühl, ist zu ersehen, daß die Mitgliederzahl des Ortsvereins Fulda 597 beträgt. In dem Berichlsjahr seien verschiedene Wünsche des Verbandes, welche derselbe an die Ver- waltungsstellen, an den Herrn Minister und ebenso durch die Abgeordneten der bürgerlichen Parteien gestellt hat, in Erfüllung gegangen. Für die Haupt- werkst alte fei ein neues Lohnystem eingeführt. Für die Betriebs-Werkstätte und Betriebs-Handwerker ist eine Lohnerhöhung bewilligt, und für die übrigen Betriebsarbeiter ist unter Hinzuziehung von Arbeitern eine neue Lohnordnung ausgearbeitet, welche am 1. April n. I. eingeführt wird. Ein Urteil über diese zu fällen, sei verfrüht, da man die Folgen ab- warten müsfe. Leider sei die Lohnhöhe der Belriebs- und Oberbauarbeiler nicht den wirtschastlichen Ver- hältniffen entsprechend, fei doch der Anfangslohn dieser Gruppen nur 2,70 Mk. pro Tag, stehe somit noch unter dem ortsüblichen Tagelohn von Fulda; es sei sehr zu wünschen, daß der schon mehrfach geäußerte Wunsch dieser Gruppen aus Lohnerhöhung erfüllt würde. Die Kaffenverhältnisse des Verbandes sowie des Orts-Vereins find gut. Der Vorsitzende ermahnte die Mitglieder, mitzuarbeiten. Nur intensive Standesarbeit auf dem zulässigen Wege könne zum Ziele führen. Umsturzbestrebungen zu huldigen oder zu unterstützen sei zu verwerfen, denn die Beispiele unserer Nachbarstaaten hüllen bewiesen, daß dadurch die gesamte Nation Schaden erleide und dieses könne eine staatstreue Arbeiterschaft nicht wollen. Die Organisation könne nur Hand in Hand mit der vorgesetzten Verwaltung und den Abgeordneten der bürgerlichen Parteien gerechte Wünsche der Arbeiterschaft ihrer Verwirklichung zuiühren. In der Vorstandswahl wurde Herr Edmund Rühl sowie die übrigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt.
(!) Die Rhön als Wintersport-Gebiet. Von großem idealen, vor allem aber auch wirtschaftlichen In. teresse sind die Bestrebungen, die Rhön als Wintersportgebiet zur Geltung zu bringen. Man weiß ja, wie viele Anhänger, namentlich in den Großstädten, der Wintersport m den letzten Jahren gefunden hat. Es wäre sehr erfreulich, wenn es gelänge, die Rhön ebenso zu einem Tummelplatz der Wintersportler zu machen, wie es Thüringerwald (man denke an Oberhof) und Taunus in unserer Nachbarschaft schon sind. Besondere Mühe in dieser Richtung gibt sich der Gersfelder Wintersportverein, der kürzlich unter dem Vorsitze des Kgl. Landrats Nirrnheim seine diesjährige Hauptversammlung abhielt. Der Hauptgegenstand der Beratung war die Abhaltung des am 8. Februar stattfindenden Skiw ettlaufes des Dirban» des Mitteldeutsck^er Skivereine. Die Vorarbeiten zu diesem für die Rhön so wichtigen Ereignis sind in vollem Gange. Gegenwärtig ist man mit der Herstellung einer Sprungschanze am Simmelsberg oberhalb des Dammelhofes beschäftigt, der auch ein anspruchsvoller Skiläufer seine Anerkennung nicht versagen wird. Auf dieser Sprungschanze kann bis zu 40 Nieter Länge und 24 Meter Tiefe ge- sprungen werden. Auf dem Verbandswettlauf werden ausgetragen: Ein Senioren-Langwetilauf, Laufstrecke 12 Kmtr., ein Junioren-Langwettlauf, Laufstrecke 8 Kmtr., ein Sprunglauf für Senioren, _etn Sprunglauf für Junioren, ferner ein Militaria n f und ein P a t r o u i l l e n l a u f. Das Kommando des XL Armeekorps hat die Einwilligung zu den Militärwettläufen bereits gegeben. Einige anerkannt vorzügliche Skiläufer, darunter mehrere Norweger, haben ihre Teilnahme in Aussicht gestellt
die Bischöfe Serapion und Epiktet. — Der angekundrgte nächste Band wird Schriften eines markanten Okziden- taten, des hl. Hieronymus Bringen, dieses schriftstellerisch so fruchtbaren Kirchenvaters, der uns auch als Persönlichkeit mit ihren Tugenden und Schwachen außerordentlich fesselt. — Ein Viertel der auf 60 Bande berechneten Bibliothek wäre damit erschienen. Die Sub- skription wird mit Ende dieses Jahres geschlossen. (SubftriptionSvreis beim Bezug des ganzen Werkes aeh-ftet 160 Mk., der Band ca. 2,70 Mk., in Leinwand Zig Mk., der Band ca. 3,50 Mk., in Halbpergament 240 Mk., der Band ca. 4 Mk.)
Auch die Legenden, ebenfalls ein Erbe glaubensstarker, kindlich frommer Jahrhunderte, finden tn un. seren Tagen, da der Sinn für Mystik und Romantik wieder erwacht ist, von neuem liebevolle Aufmerksam, feit „Die schönsten Heilig en leg enden in Wort u. Bild", die Dr. P. E. Schmidt, unter Mitwir. kung namhafter Schriftsteller herausgibt, durften deshalb freunbl. Zuspruches vieler sicher sein. Alte, treuherzige Ilebexlieferungen werden ohne Künstelei mit dichterischer Feinheit nacherzählt Auch in dem vorliegenden 2. Bande schmiegt der Text sich an duftig, zarte Namensbilder von Franz Pocci an. (Jeder Band 4,50 Mk., in Pappband 5,50 Mk., in Leinw. 6 Mk.) —Heiligen, legenden bietet auch Joseph Minichthaler dar. Seine in der Schulpraxis entstandene Bearbeitung will vor allem katechetischen Zwecken dienen. Das Heuer erschie. neue 2. Seft bringt in drei JahreSzyklen zumeist Zuge aus dem Leben deutscher Lande?- und Diözesanpatrone (1. Heft broschiert 0,80 Mk., 2. Heft broschiert 1 Mk.). — Die deutsche Ausgabe der Betrachtungen des Bischofs VrohaSzka liegt nun feit Erscheinen des Büchleins „M u t t e r d e r s ch ö n e n L i e b e", wie die andern von Baronin v. d. Wense übersetzt, vollständig vor. Die feine und tiefe Art dieses ASzeten, sich in die Geheimnisse deS Glaubens zu versenken und sie in Worten voll Kraft und Zartheit zu deuten, hat ihm viele Freunde gemacht auch unter solchen, die dieser Literaturgattung entfremdet waren. Die mariologischen Betrachtungen verstärken diese Wirkung. (In Seinen 1,50 Mk., in Leder 3 Mk.)
Di: von der GörreSgesellschaft ihrem Präsidenten Georg von H e r t l i n g zum 70. Geburtstage bärge« brachte Festschrift gibt mit ihrem reichhaltigen Inhalt Zeugnis vor dem regen wissenschaftlichen Streben, das unter dcn Katholiken Deutschlands dank auch der An. regung und Förderung von feiten jener Gesellschaft herrscht, lieber 50 Gelehrte haben au dem monum-n-
Amt Gelsa und Umgebung
"sch
AU5 Oberhesien u. den heff. Aemterrn
△ Marburg, 16. De». 1913. Ein beklagenswertes Vorkommnis, das sich anfangs Oktober auf der Kegelbahn eines studentischen Vereinshauses ereignet« und das dem Kand dalen des höheren Lehramtes, Dr. Spieß, das Leben kostete, beschäftigte heute tn einer umfangreichen Sitzung da? hiesige Landgericht. Als Angeklagter erschien ein junger Akademiker, der be- schuldigt wurde, durch leichtfertige» Hantieren mit seinem Messer Spieß einen tätlichen Stich m den Leib beigebracht zu haben. Die Verhandlung ergab, daß lediglich ein unalücklicher Zu'all obwaltet
aus.
• Stadtlengsfeld, 16. Dez. 1918. Der Ingenieur Paul Schneegans, der wegen Konkursverbrechens mit S1/2 Jahren Zuchthaus bestraft worden ist und der gegen da§ Urteil des Eisenacher Schwurgerichts Berufung eingelegt hat, hatte sich vor dem Schösfengericht in Stadtlengsfeld wegen Pfand- verschleppung zu verantworten. Er wurde wegen dieses Deliktes zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Ob Schneegans, auch dagegen Berufung entlegen wird, steht noch nicht fest.
spricht. ,
Tie . Sammlung Kösel" warb auch heuer nach ver. schiedenen Seilen in glücklicher Weise weiter anSgebaut Hier können nur die Titel der neuen Bändchen (je 1 ncnctriTtt toerben: ScmbcrSborfer, Kultur bet Babylonie-- nnd Assyrier; Finke, Die Frau im Mittel, alter; Zahnbrcchcr, Der gewerbliche Arbeitsvertrag; Weinmann, Geschickte der Kirchenmusik (2., vermehrte Auflage, Dcstp' lbändcken); Zach, Die Statistik; ~aro5 Pascal? „PenseeS"; Bosch, Die Begründer der neueren Biologie; Sckme, Die Hygiene des Lebens; Graßl Der Geburtenrückgang in Deutschland; Meßmer, Das Erdöl.
Der treue, verläßliche Führer durch die verwirrende * üöe des Büchermarktes, der von Dr. Karl Ett- auSgegebcne „Literarische Vatgeber Katholiken Deutschlands 11 Mk.)
bunte Fi.— — ---------
linger heranSgegebcne für die — - — > .
hat sich pünktlich zum zwölftenmale, wieder eingefunoen, um den Käufern zu Weihnachten und darüber hinaus mit seinem Urteil an die Hand zu gehen.
Dichterin stammende, jüngst vollendete Roman „Brü. derlein u. Schwesterle, n" E. v. Handel-MazzettiS zeigt die Meisterin des historischen Romans auch Stoffen des modernen Lebens durchaus gewachsen. Ueber der Wucht realistischer, intime Kenntnis verratender Darsteb. lung und über dem bestrickenden Zauber feinfühliger Seelenanalyse vergißt man die dem Werke anhaftenden Schwächen.' (Geh. 4 Mk., geb. 5 Mk.) — Reifster Kunst entwuchs derselben Dichterin Roman „Stephana Schweriner", dessen erstem Teil: „Unter dem Richter von Stevr" -geh. 4 Mk., geb. 5 Mk.) soeben als zwetter Band „Das Geheimnis des KomgS (geh. 8,50 Mk., geb 4,50 Mk.) gefolgt ist. Brutale Richtergewalt hatte dort da? kcibolische Leben Steyrs niedergetreten und die Vorkämpferin der angestammten Religion der Ver. nichtung nahe gebracht. Geheimnisvolles Walten d.rangt hier mehr und mehr den Richtersohn auf die Seite der Heldcnjungfrau. Dämonisches Hassen, irdisches Heischen und bimmlischeS Opfern sind die Motive, von denen nie Handlung deS gewaltigen Werkes einem zwei, ten Höhepunkte und der Peripetie zugefuhrt wird. Em 8. Band, „Jungfrau und Märtyrin, wird die Vollendung bringen. _
Als bald erscheinend angekundigt sind eine von Monf. Dr. C. M. Kaufmann verfaßte Monographie über denFrankfurterKaiserdom, diesen ehrwudigen, stolzen Zeugen großer deutscher Vergangenheit, und ein Lieferungswerk „P a r a m e n t i k" von Helene Stummel, das eine monumentale Veröffentlichung zu werden ver-
d«8 völlig ausverkausten Hause? «in. Man wird d^s Endeurteil dahin zusammensaffen dürfen, daß Bachmann ein durchaus guter Vertreter jeriöier Baßparlten werden wird; allerdings wird er für Hrldenrollen nicht überall als guter Vertreter gelten können, roetl er ziemlich Nein ist. Nach einem weiteren Gastspiel am hiesigen Hosiheater so Back- manu engagiert werden und man hofft, daß er alsbald nach seinem Engagement schon in größeren Rollen wird verwendet werden können. Begeisterten Beifall brachten dem angehenden Künstler insbesondere die Kollegen der großen Lokomotivfabrik von H -nschel u. Sohn, die sämtliche Galerie- und oberen Rangplätze innehatten. Der Vorstellung wohnte auch bte Prinzessin Heinrich Reuß XXXIII., geborene Prmze'fin Viktoria Margarethe von Preußen, bei, die sich gleichfalls lebhaft an dem Beifall beteiligte.
-3- Grebendorf bei Esckwege, 16. Dez. 1913. An Typhu» sind hier ein Eif^bahnunterbeam.er und leine Ehefrau schwer erkrankt Mtd in das Landkranken« Haus zu Eschwege tingeltet* worden. Auch das 18jährige Mädchen einer in dem Hause der Erkrankten wohnenden Familie ist ebenfalls schwer erkrankt. Die Krankheit ist noch nicht genau festgestrllt; jedoch wird auch in diesem Fall« Typhus vermutet. Die Ent« stehungSursache der Typhuserkrankung rst bis jetzt noch nicht festgestellt, die zur Verhütung einer Weiterverbreitung noewendigen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.
* Vom Reinhardswald, 16. Dez. 1913. In einer Straskammersitzung in Kassel waren zwei Bewohner des Kreises Hofgeismar des Diebstahls an ab« geworfenen Hirschstangen im eingegatterten Teil deS ReinhardswakdeS angeklagt. Das Gericht stellte sich im Anschluß an eine Entfch'idung des Reichsgerichts auf den Rechtsstandpunkt, daß der ein- gegackerte Teil des Reinhardswaides als em Wildpark zu betrachten sei, daß Hirsche und Hirschstangen im Eigentum und Besitz des Forstfiskus ftänben und daß die Aneignung von Hirschstangen an sich als Diebstahl zu bestrafen sei. Die Strafkammer sprach jedoch die Angeklagten frei, weil sie ihre Angabe, daß sie im guten Glauben gehandelt hätten, nicht für widerlegt erachtete. In Zukunft werden hiernach Hirschstangensucher und Personen, die Hirschstangen antaufen, sich nicht mehr auf guten Glauben oder Rechtsirrtum berufen können.
* Aschaffenburg, 16. Dez. 1913. In Hundsheim spielten mehrere Knaben in einer Scheuer. Dabei geriet ein 11 jähriger Junge mit dem linken Fuß in das Schwungrad der Futterschneidmaschine, wobei ihm das Meffer den Fuß am Knöchel glatt abschnitt.
* Geisa, 16. Dez. 1913. Von Landwirtschaftslehrer Stuckmann von der landwirtschaftflichen Zentrale in Erfurt wurde von Montag den 8. bis Mittwoch den 10. Dezember ein Kursus in der landwirtschaftlichen Buchführung abgehalten. An ihm nahmen 21 Herren teil. Die Unterrichtsstunden die vor- und nachmittags abgehalten wurden, waren von großem Interesse für die Teilnehmer. Mit großer Befriedigung wurde der Kursus geschlossen. Pfarrer Klitsch sprach Herrn Stuckmann den Dank der Teilnehmer
Wenn die Schneeverhältniffe günstig sind, ist am 1 Tage des Festes ein Wintersportverkehr zu erhoffen, i nie ihn Gersfeld noch nie erlebt hat. Wie alljährlich oll auch in diesem Jahre die Markierung der Ab- ährtslinien durch Stangen mit roten Fähnchen vorgenommen werden. Vom 27. Dezember bis 2. Januar wird bei günstigen Schneeverhältnissen unter Leitung eines Norwegers ein Skikurs abgehalten.
(!) Kanonen auf der hohen Rhön. Das 2. Kurhessische Feldart.'Regt. Nr. 47 in Fulda wird am Freitag den 19. Dezember I. I., von 11 Uhr vormittags ab ein Scharfschießen im Gelände zwischen Obemhausen, Fulda-Quelle, Mathesberger Hof (bei Wüstensachsenl, Ginolss, Weisbach, Bischofsheim, Rhönhaus, Masbach, Sandberg, Obernhausen abhalten. Die Batteriestellungen befinden sich in der Gegend der Fulda-Quelle, die Ziele in Richtung nach und auf den Heidelstein.
rt In der gestrigen Schöffengerichtssitzung wurde 3ff, Stunden lang gegen den 72jährigen Landwirt B. G. und dessen Sohn aus Dietershan und gegen den Landwirt I. B. von Steinau wegen Vergehens gegen die Jagdgesetze verhandelt. Drei ton- iszierte Gewehre zierten den Richtertisch. Die Zeugenvernehmung gestaltet« sich sehr umfangreich. Für die Schuld des Steinauer Landwirts wurde teil Beweis ei bracht, dagegen hielt der Amtsanwalt die beiden Männer aus Dietershan für überführt. Der Vater soll im Garten Schlingen gestellt, der Sohn in der Schonzeit die Jagd ausgeübt haben. Er beantragte gegen B. G. von Dietershan für jeden er- wiesenen Fall j« 30 Mt. und gegen den Sohn 30 Mark Geldstrafe. Nach längerer Beratung und nach- dem das Gericht wiederholt erneut in die Beweisaufnahme eingetreten war, beschloß es die Verhandlung auf Donnerstag zu vertagen und zu diesem Termine weitere Zeugen, zu laden, da W. G. behauptete, das Reh verendet aufgefunden zu haben. Er will keine Schußwunde entdeckt haben und nicht wissen, wie das Tier eingegangen war. .
;; Di« Vereinigung ehemaliger 143er beschloß tn ihrer gestern abend abgehaltenen Vorstandssitzung, den geplanten Weihnackts-Herren-Abend fallen zu lassen und dafür am 4. Januar 1914 eine Weih- nachtSfeier mit Bescherung für di« Kinder zu veranstalten. Alle» nähere wird den Kameraden noch mitgeteilt. _
Aus dem Nachbargebiete.
* Hünfeld, 16. Dez. 1913. Im hiesigen Kreise wird auf Veranlassung des Landrat v. Jerin eine Kreis-Viehversicherung ins Leben treten. Die Vorarbeiten hierzu sind int Gange.
* Hersfeld, 16. Dez. 1913. Auf dem an der Hornberger Straße gelegenen Anwesen des Landwirts Krause, welches zur Gemeinde Kalkobes gehört, brach Feuer aus. Das Feuer entstand in der mit Zuttervorräten gefüllten Scheune und legte diese sowie ein angrenzendes Stallgebäude in Asche. Das Wohnhaus konnte gerettet werden.
* Gersfeld, 16. Dez. 1913. Die im 60. Lebens- jahr stehende Armenhäuslerin Barbara Storch wurde gestern morgen tot im Bett aufgef und en. Vermutlich ist sie schon tags vorher einem Schlaganfall erlegen.
* Kassel, 16. Dez. 1913. Durch das Hochwasser der Fulda rissen sich in verflossener Nacht zwei Lastschiffe der Fulda-Regulierung, die an der neuen Schleuse vor Anker lagen, von ihrer Anliege, stelle los und trieben die Fulda abwärts bis Wolfsanger, wo sie am Nadelwehr großen Schaden anrichteten. Die Nadeln, Böcke und eiserne Stäbe von 10 Zentimeter Dicke wurden wie Streichhölzer gebrochen. Ter Schaden dürfte 5000 Mark betragen. Die Reparaturarbeiten sind wegen des Hoch- waffers sehr schwierig. Eines der eisernen Schiffe wurde so schwer beschädigt, daß eS unterging.
88 Kassel, 16. Dezember 1913. Der Schlosser- geselle al8 Hofopernsänger. Unter größter Anteilnahme des Kasseler Publikums gastierte heute der 32 jährige Maschinenschlosser Franz Bachmann aus Kassel als .Salestro" in Mozarts Zaubeiflöte. Zum erstenmale betrat damit der schlickte Schlosser- geselle, der seit Jahren zwar ein sehr geschätztes Mt« glird eines hiesigen Männergesangvereins ist und durch einen früheren Kaffeier Hofopernsänger auSgebildct wird, die Bretter, die die Welt bedeuten. Bachmann ist im Besitze einer sehr seriös n und wohlgebildeten Baßstmme von gewaltiger Kraft; das Spiel de? jungen Anfängers war allerdings noch recht unge- gewandt, ja linkisch, aber die prachtvollen Stimmittel, mit denen er wohiberechneno umzugehen wußte, entschädigten und trugen Bachmann jubelnden Beifall taten Bande beigesteuert. (Geh. 25 Mk., in Duckram- leinen geb. 28 Mk.) — Stattlich bietet sich auch bte Festschrift „Fünfzig Jahr- Ä a r t e 11 b e r 6 an b bat, bie, von Dr. H. CardaunS verfaßt z. gelb. Jubiläum deS Verbandes kath. Studentenvereine Deutschlands er- schien. DaS verstreute und vielfach dürre Matertal zu sammeln und zu einer lebendigen Darstellung der Verbandsgeschichte zu verarbeiten, war gewiß letne leichte Arbeit; von der fleißigen und gewandten Feder CardaunS durfte man sich freilich etwas ebenso Grund- licheS rote Feines versprechen. (Geh. 3,50 Mk., geb. 4,50 Mk.)
Grundsätzliches u. Tatsächliches über da» kathol. ErziehungS. u. BildungSwerk der Gegen- wart bildet den Inhalt des so betitelten Berichtes über den ersten internationaler. Kongreß für chrfftl. Erziehung in Wien, 8 bis 11. September 1912. Was man er- strebt und von welchen Idealen man beseelt ist, wird in dt.r euten Gruppe von Vorträgen dargelegt, was man in ben einzelnen Staaten unb Ländern erreicht hat, in der anderen Gruppe. Eine glanzvolle und lehrreiche Veranstaltung deS katholisch-pädagogischen Weltverban- des. (Geh. 7 Mk., geb. 8 Mk.)
Für organische wesenhafte Entwicklung deS Staates von innen heraus, für jenen konservativen Staats- gebauten, der auf gefunbe Fortbilbung beS Bestehenden gerichtet ist, tritt das Werk „D e u t f ch e L e b e n S f r a. fl e n" o. Mart. Spahn mit tiefernsten, lichtvollen Betrach, hingen ein. Sorge des Patrioten um das Wohl des durch Radikalismus unb DemokratiSmuS unb burch das Schwinden des bundesstaatlichen Geistes bedroht.« Va° tenanbe» sprechen aus allen Zeilen. (Geh. 2,50 Mk geb. 3,50 Mk.) Synonyme Gedanken hat P Benedikt Pernsteiner aus Werken griechischer, römischer und beut, scher Dichter gesammelt unb unter bem Titel „y m Kreislauf" veröffentlicht. Es ist von nickt geringem Reize, das Geistesleben ber Alten sich widerspiegeln zu sehen in manchem Sinnspruch unserer Klassiker. ~e. sonders ber ftubierenben Jugenb kann ba8 Buch w-r^ volle Dienste leisten. (Geh. 2,60 Mk., geb. 3,20 Mk.)
Schon die „Stimmen au5 ber Stille benannten Gedickte Fridolin HoferS haben selbst manchen mf- horchen kaffen, ber, zu oft enttäuscht, ber zeitgenössischen Lwn nur widerstrebend fein Ohr leiht. , Die neue Sammlung „I m kse l d. u. F i r n el ich t mit ihren auS ben Tiefen der Wesens heraufgeholten unb kunstvoll «-faßten V<rlen wird biefetn Schweizer in noch weiteren Kreisen Freunde werben. (Geh. 1,50 Mk., geb. 2,50 Mk.)
Der "iße *eir5 au/ älteren Scka^cnspe'-toden ber