Zuldaer Zeitung
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der Diözese Fulda kann und muß für den Bonisattusverein noch mehr g e-
-rt. MMionenbedarf für daS Bonifatiuswerk.
Aur Gberheffen u- Len hesi. Aemtern.
z\. Maibmg, 11. Dez. 1913. DaS Schöffengericht verurteilte heule einen hier studierenden jungen Mann, der gelegentlich eme» akademrschcn Turn- abenvs einem Kameraden einen Ring und das Portemonnaie gestohlen halte, zu 2Woäen Gefängnis. Das Gericht beschloß den jungen Mann der bedingten Begnadigung zu empfehlen. — Die hiesig» Polizei nahm einen Alaun fest, der in der Kleidung eines Försters und unter der Vorspiegelung, er sei ein Oberiörster a. D., die Leute zu beschwindeln bizw. anzubetteln versuchte.
△ Frankenberg, 11. Dez. 1913. DaS Landrats, amt macht folgendes bekannt: „In der Zeit vom 15. bis 18 Dezember d. I. finden in Berich, Bericher Hütte und A>elSprengversuchederArtillerie« Prüfungs-Kommission statt. Sie werden voraussichtlich 9 Uhr vormittags beginnen und bis längstens 4 Uhr nachmittags dauern. Die natz den Sprengstellen führenden öffentlichen Wege werden durch Posten abgelperrt. Die Annäherung iit nur bis am 1000 Meter an den Sp engorl gestattet. Daß Betreten de- geiperrten Geländes und der durch OaSltlbe führenden öffentlichen und privaten Wege ist für die Dauer der Absperrung wegen der damit verbundenen Lebensgefahr streng verboten. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu geben."
[:] Neustadt, 11. Dez. 1913. Bei der gestern und beute durch Herrn Oberförster Grütter veranstalleten Treibjagd wurden 69 Hasen und 4 Rehe erlegt. Durch das eingetrelene Regenwetter wurde daS Re. lultot ungünstig beeinflußt, da der Wildbestand gut sein soll.
[:] Momberg, 11. Dez. 1913. Das seit dem plötz. lichen Tode des Herrn Kuratus Wiegand leerstehende Kuratie-Gebäude ist für den Preis von 5840Mk. an einen Bäcker von Neustadt verkauft. Da hier doch noch kein Bäcker ist, dürfte sich die Anlage eines solchen Beschältes im Laufe der Zeit rentieren.
Amt Geisa und Umgebung.
♦ Tiefenort, 11. Tez. 1913. Nach einem Beschluß des Gemeinderates soll nächstes Frühjahr die Markt- unu Heiligcnkreuzstraße, ebenso wie daS Werrator im Diagonalpflaster ausgebaut werden. Die Arbeiten wurden dem Hofsteinsetzmeister Elsner in Weimar übertragen.
* Frauensee, 11. Dez. 1913. Vor dem Schacht II Springen in Heitigenroda war dieser Tage der Bergmann Heinrich von hier beschäftigt, die Zündschnur iür einen Sprengjchuß anzubrennen. Dabei ging der Sckuß vorzeitig loS. Heinrich erlitt am ganzen Körper zum Teil schwere Brandwunden.
JVs 287.
Freitag 12. Dezember 1915.
Vermischtes.
♦ Unter dem Verdacht, seine Fran etbroifdt -u , haben, wurde in Wanne der Arbeiter S^tokoluivikl verhastcl. Die Tal ist bereits in der Montag Rächt geschehen und kam ans Tageslicht, als der Mann auf dem Amte den Todesiall anmetdete und sich dabei in Widersprüche verwickelte.
* Aus unbegründeter Furcht vor der Krebskrankheit Hai sich der Landgenchtsvräsident Fiichcr in Brüx (Böhmen) mit dem Rasiermesser die Kehle durchschnitten.
♦ Die alte Geschichte. Die Unterschlagung bei der Schwarzburaischen Landesbank sind auf das üppige und verschwenderlsche Leben deS verhalleien Proluristen Krahmann »urückzuführen. Galante Abenteuer, Sekigelage, häufige Auiomvbilausflü ie, Jagdvergnügen großen Stils verschlangen viel Gelder. 4.ic Ausgaben standen in keinem Berhä tn s zu dem rechtlichen Einkommen des Mannes. Krahmann hat nach dein Ergebnis des Revistonsabfchluftcs insgemmi 540000 Mark unterschlagen, wovon 450000 Mack durch Gegenwerte gedeckt sind.
immer darum ein Notstand am großen Leibe der katbol. Kirche sich kundglbt, da eilen die Söhne und Töchter der Kirche bereitwilligst herbei, um dem Notstand abzuhelfen. Darum muffen auch alle, deren Nächstenliebe nicht nur eine leere Redensart ist, sich im BonifatiuSverein sammeln, um mit vereinten Kräften den Notständen der DiaSpora, dieser „geisti- gen Hungersnot" abzuhelfen. „Wo Hungersnot herrscht, darf kein Zuckerbrot gegessen werden", sagt Alban Stolz, darum soll man andere Ausgaben eventuell zurückstellen und zuerst dem BonifatiuSverein helfen. Praktisch tust du daS, indem du 1. dem BonifatiuSverein, der in jeder Pfarrei besteht, al» Mitglied einer Einigiing beitrittst und 2. indem du den Teller oder den Klingelbeutel, der dir am Sonntag bei der zweiten Jahreskollekte vorgehalten wird, nicht vorübergehen läßest, ohne daß du gern und freudig eine deinen Verhältnissen entsprechende Gabe in Kupfer, Nickel, Silber, Gold oder Papier ihm anvertraut hast. „Den fröhli- chen Geber hat Gott lieb" und: „Doppelt gibt, wer schnell gibt".
2lu$ dem Nachbargebiete.
* Bad Orb, 11. Dez. 1913. Rechtsanwalt Dr. Schottländer hier ist zum Geschäftsführer der „Bad Orb" G. m. b. H. gewählt worden.
* Oberaula, 11. Dez. 1913. Heute nacht brannte daS in hiesiger Gemarkung gelegene Dampfsägewerk von Heinrich KI ip p e r t aus Friedigerode nieder. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt.
* Neustadt a. S., 12.' Dez. 1913. Bezirksobst- haumwart Pachtner von Hofheim ist in Stöckach schwer verunglückt. Er war dort mit Sprengen von Banmlöchern beschäftigt. Als eine Ladung nicht losging, wollte Pachtner nachsehen; in demselben Moment erfolgte die Explosion. Der Verunglückte wurde inS Schulhaus zu Stöckach gebracht, wo ihm ärztliche Hille zuteil wurde. Von da wurde der Verunglückte in Die Augenklinik Würzburg überführt
g. Vom Feldberg, 11 Dez. 1913. Welche Bedeutung das Feldberg-Observatorium für die m e t e o- r o t o g i f d) e rt Verhältnisse des Taunus und ferner Vorländer bat, zeigen die ersten jetzt bekannt gegebenen Forschungsergebnisse. Es handelt sich um die Messung der Windverhältnisse und Lust- ltrömnngen auf der Feldbergspitze. Man verglich dabei durch Pilotballons die' Windgeschwindigkeiten der Mainebene tn einer Höhe von 800 Metern mit den Windstärken auf dem Feldberg., Dabei ergab sich daS interessante Resultat, daß bei starker Windgeschwindigkeit in der freien Atmosphäre die Windstärke ans dem Feldberg schwächer, dagegen bei geringer Windgeschwindigkeit in der Ebene auf dem Feldbergkulm stärker ist. Der Grund liegt in der Veränderung der vertikalen Luftströmungen durch die Verschiedenheit der Bodenerhebung. Diese ^erbochtum' -» au<6 erklärlich, daß z. B. ein
2. Blatt.
Oia<t »er 5»ltz«er r»ti»»»r»«»r«i ie SilU.
„Zeppelin" nur in beträchtlicher Höhe die Kuppe überfliegen kann. Für die Luftmessungen auf dem Gipfel des kleinen Feldbergs ist eine Motorbahn gebaut, die rings um die Spitze führt.
k.Blaumets, 11 Dez. 1913. Beim Aufspringen auf einen schon in der Fahrt befindlichen Zug stützte der Versicherungsmspektor Kal» ab. Hierbei wurde ihm ein Bein abgefahren. Ter Unglückliche kam in die Gießener Universi'ät-klinik.
♦ Aus Thüringen, 12. Dez. 1913. Von dem in Saalfeld verhafteten Bankprokuristen Kramana wird jetzt bekannt, daß er einer dortigen Lesegesell- schaft ein seidenes Banner im Wert von 140 Mark gestiftet hat, das die Aufschrift trägt: „Spare in der Zeit, so hast du in der Not." Die Höhe der Unter« schlagungen steht noch nicht fest.. Von den von Kramann vergebenen Darlehen find bis jetzt 80 Prozent notariell sichergestellt. — Durch Feuer wurden tn Schwarzwald drei Wohnhäuser zerstört. — — Der Rechtsanwalt Mohr in Rudolstadt beging mit seiner Frau das Fest der goldenen Hochzeit. — Ein zwölfjähriges armes Mädchen in Suhl hat an einem Tag Vater und Mutter verloren; der Vater, ein Glasermeffter, verübte mit seiner Frau aus Nah- rungssorgen Selbstmord.
• Darmstadt, 11. Dez. 1913 Eine gefährliche Einbrecherbande, die im Lause deS Sommers und de» Herbstes „ie ganze Stadt unsicher machte, stand heute hier vor der Strafkammer. Es wurden verurteilt der 24 Jahre alte Laboratoriums diener Ernst Ludwia Mehrwein wegen Beteiligung an 34 EindruchSdiebstählen zu 4 Jahren Gefängnis, der 22jährige Milchhändler Karl Reinheimer wegen Beteiligung an 32 Diebstählen zu 3 Jahren Gefängnis. Beiden wurden die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. Der Handlungsgehilfe Valentin Weilen, der einer besseren hiesigen Familie entstammt und in die schlechte Gesellschaft geraten ist, erhielt wegen Beteiligung an etwa 6 Diebüäblen 8 Monate Gefängnis.
» Vom Westerwald, 11. Dez. 1913. Die Bewegung zum 'Austritt aus der Landeskirche wirft ihre Schatten auch auf den Westerwald. In letzter Zeit ist in Wirges eine größere Anzahl Personen aus der Kirche ausgetreten. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die alteingesessene Bevölkerung, sondern um Arbeiter der Glasfabrik, die außerhalb des Ortes tn einer Kolonie wohnen. Die Agitation zum Austritt wird von der Sozialdemokratie eifrig betrieben.
Hebet 100 000 Mark an Unterstützungen mußte bet Bonisatiusverein für die Diözese Fulda auftven- den, dagegen beliefen sich die Einnahmen au» der Diözese nur auf 31 000 Mk., wovon auf Einigungen und K o l l e kt e n ea. 19 400 Mk. entfallen, während der Rest auf sonstige einmalige Zuwen- dunget kommt. Ohne die Hilfe des Genetalvorstan- des und» anderer Diözesankomitees wäre es nicht möglich gewesen, alle Bedürfnisse auch nur einiger- manen zu befriedigen und wenn auch in Zukunft Fulda als die kleinste und ärmste Diözese ohne fremde Hilfe nicht auStommen wird, so ist es doch Ehren- fache eines jeden Katholiken, danach zu streben, daß die Diözese selbst alles aufbietet, um die Einnahmen nach Möglichkeit zu v e tmehr en. „In h > r ty* i n 2 p f 0 ii I X n f w h m w 11 f---
Literarischer.
Die Frage der Trennung von Kirche und Staat nach ihrem gegenwärtigen Stande. Von Dr. jur. Karl Neundörfer. Format Kl^F.8». 122 S. Prei» 1,40 Mk. Verlag von Karl Ohlinger Mergentheim a. Tbr.
Lokaler.
Fulda, 12. Dezember 1913.
# Personalnachricht au» dem Justizdtenst. Der R chtrkandidat Möller von Raffel wurde zum ®e« richtS-Resetendar im Bezirke deS ObetlandeSgetichtS zu Raffel ernannt.
t Tie hl. Priesterweihe wird bet Hochwürdigste Herr Bischof am Quaiemdersams ag, den 20. Dez. dem Diakon Seifert au» HilderS (Rhön) spenden.
4> Tie Nachmittagsandacht an Sonn- und Feier» tagen in der Stadpfatrkirche wird von jetzt an nicht mehr um 3 Uhr, sondern um i£3 Uhr gehalten. Hieran schließt sich sodann am 2. Sonntag des Monats die Sodalena.tdacht für die Jungfrauen, und am 4. Sonntag die Andacht für den Verein der christlichen Mütter.
// Die Mönnergesellschaft M. N. hielt gestern abend ihre außerordentliche Genetalversammlu.tg ab, in bet zunächst der Kassierer, Herr W. Plappert fett., bei der Rech nun gsablage übet die günstigen Raffen» Verhältnisse berichtete. Die Mitglteberzahl beträgt jetzt 155. Bei der Vorstandswahl wurde der alte Vorstand wiedergewählt bis auf Herrn Professor Vollmer, der eine Wiederwahl ablehnte: an feiner Stelle wurde Herr Rich. Schmitt jun. gewählt.. Der Vorstand besteht demnach aus den Herren: Amtsgerichtsrat Rhiel, erster Vors., Prälat Dr. Frye zweiter Vors., Eisenhändler Karl Arnd, Schriftführer, Kauf- mann Walter Plappert fen. Kassierer, Bankdirektor Goebel, Lehrer Burchard und Fabrikant Rich. Schmitt jun. Beisitzer. Für die Lesehalle wurde ein Beitrag von 150 Mark ausgeworfen. Das Stiftungsfest soll in der althergebrachten Weise am Dreikönigstage stattfinden. Zum Schluffe widmete Herr Stadtpfarrer Gramm unter dem Beifall bet Versammlung' dem Vorstand für seine Mühewaltung im verflossenen Bereinsjahre dankbare Worte der Anerkennung.
X Som Handwerk Wie wir hören, hat Herr Hofbäckermeister D»m m e r fein Amt al» Obermeister der „Zwangsinnung der Bäcker zu Fulda" in der letzten JnnungSverfammlung niedergelegt. Herr Simmet, auf besten Anregung hauptsächlich mit die Innung errichtet worden ist. bekleidete dies Ehrenamt seit Inkrafttreten derselben am 1. Juli 1899. Es dürfte den Bäckern schwer fallen, ihren ersten Obermeister zu ersehen. — Nachdem die M aler- und Lackierermeister, etwa 3 Dutzend an Zahl, bereits vor einiger Zeit schon einmal den Antrag auf Errichtung eurer Zwangsinnung vorbereitet hatten, soll nunmehr ein neuer Antrag auf Bildung derselben in den nächsten Tagen der Verwaltungsbehörde zugehen. Ebenso wollen die Spengler und Installateure in den ersten Tagen die Errichtung einer Zwangsinnung beantragen. Für letztere Innung kommt auch das städtische Gaswerk und ebenso das Elektrizitätswerk, jedes für feinen Jnstal- lationsbetrieb als Mitglied ht Frage.
(I) Tie Finanzwirtslbast unserer Heimatkreise. Die .Zeitschrift de» kgl prenß. stat. SanbeSamt»' veröffentlicht soeben einen Artikel über den Finanzbedarf der preußischen Kreise im Rechnungsjahre 1908 und die Art seiner Deckung. Der Aussatz ermöglicht interessan e Vergleiche über die Finanzaedahruna unterer Heimat, kreise Fulda, Hün'eld, GerSfel» und Schlüchtern. Die Ausgaben sind nach VermaltungSzmeige» gegliedert. Für nie allgemeine Verwaltung stellten sich die la 'senden Netto-AuSgabe« im Kreise Fulda auf 15926 M. (20,38 Proz. bet Umlegefotiri, im Kreise Hünfeld ans 8 769 M. (16,68 Proz.), im Kreise Gersfeld auf 5601 M. (12,36 Pro;.) und im Kreise Schlüchtern auf 14525 M. (22,38 Proz.). Die Pre- vinzialabgaben beliefen sich im Kreise Fulda am 44015 M. (56,82 Pro;), im Kreise Hünfeld auf 9872 M. (18,78 Proz.l, im Kreise Gersfeld auf 7 653 M. (16,88 Proz.) und im Kreise Schlüchtern auf 16401 M. (25,22 Pro,.). Für wirtschaftliche Unternehmungen (auSschließlichVerkehrSanlagen) gaben tut der Kreis Fulda 1098 M. (1,41 Proz.) aus. Er betreibt nämlich ebenso wie der Kreit Schlüchtern eine KreiSbaumschule. Der Rrei» Gchlüchtern erzielte jedoch an laufenden Einnahmen 228 M. mehr al» er an laufenden Ausgaben dafür macht. Für Landwirtschaft und Landesmeliorationen gab der Rtet- Fulda 5532 M. netto auS (7,08 Proz.), der Rrei? GerSfeld 2756 M. (6,08 Proz.), der Kreis Hünfeld 3695 M. (7,03 Proz.) und bet Kreis Schlüchtern 2651 M. (4,08 Pro;.). Handel und Gewerbe wurden im Rreiie Fuwa mit 1470 M. <'1,88 Proz.), im Kreile GerS eld mit 330 M (0,73 Pro,.), im Kreise Hünfeld mit 417 M. (0,79 Proz.) und im KreiS Schlüchtern mit 930 M. (1,43 Proz.) unterstützt. Für Kunst, Wiffenschast und Unterricht hatte der KreiS Fulda 1193 M (1,53 Pro;.) flbria, der Kreis Gersield 747 M. (1,65 Proz ), dr KreiS Hünfeld 587 M. (1,12 Proz.) und der Rrei» Schlüchtern 2053 M. (3,16 Pro»). Tie Netto-AuSgabe für Wegebau und Unterhaltung belief sich im Rrei» Fulda auf 6 705 M (8.58 Proz.), im Rrei» ®er»fel6 am 24,342 Pik. (53.70 Pro;.), im Rt. Hünteld aut 26,219 Mk. (49,88 Proz.) und im Kt. Schlüchtern auf 27,380 Mt. (42,10 Pro;.). Für Klein- und tonsttge Eisenbahnen (Projekte) ist im Kreise Fulda 1908 eine außerodentliche flulgaH een 1177 Mk. wuridmet, im Rt. ®er»relb wurden für diese Zwecke 4953 Mk. (10,93 Pro».) anfgeieanbi, im Rr. Hünfeld 995 litt. (1,89 Proz). Der Rrei» Schlüchtern hatte wiche Ausgaben nicht. Für do» Armenwejen gab der Rrei» Fulda netto 29,789 Mk. (88,12 Pioz.) und der Krei» GerSfeld 7554 Mk. (16,22 Proz.), 6er Rrei» Hünfeld 7419 Mk. (14,11 Pro») und der Rr. Schlüchtern 14,886 (22,89 Ptoz.). Die Nettokosten de» Rrantenroefe* und der Gesundheitspflege er« chten im Rrei« Fulda 374* Mk. (4,79 flieü
im Rr. GerSfeld 1137 Mk. (2,51 Proz.), im Rr. Hün- leid 2598 Alk. (4,94 Pro;.), im Rt. Schlüchtern 5764 Mk. (8,86 Pro;.). Für Unterstützung letftung«. ichwacher Gemeinden wendete der Kreis GerSfeld 4525 M'. (9,98 Pro;.), Hünteld 260 Mk. (0,49 Proz.), Schlüchtern 1669 Mk. (2,57 Pro;.) auf. Für sonstige Zwecke find im Kreise Fulda noch 680 Mk. (0,«7 Pro;.), GerSield 366 Mk. (0,81 Proz.), Hünfeld 536 Mk. (1,02 Ptoz.) und Schlüchtern 700 Mk. (1,08 Pro;.) verzeichnet. Insgesamt beliefen sich die laufenden Nettoausgaben im Rr> fe Fulda auf 110153 Mk. (140,95 Proz. vom Umlaaesoll), im Kreise GerSfeld auf 59 764 Mk. (131,85 Ptoz ), im Kreise Hünfeld auf 61367 Mk. (116,74 Pro;.' und im Kreise Schlüchtern auf 86 736 Mk. (133,36 Pro;.), lieber die Einnahmequel en der Kreise gibt eine weitere Tabelle Aufschluß, welche die auf die einzelnen E nnahmearten enthaltenden Anteile an den gesamten lautenden Einnahmen der Kreise im Rechnungsjahre 1908 darftellt. Vom Hundert bet lausenden Einnahmen entfielen auf Einnahmen aus eigenem Vermögen und Betriebe, aus Erstattungen und Beiträien, aus Gebühren und Strafen im Kreise Fu da 25 66, Gersfeld 24,33, Hünfeld 30,45 und Schlüchtern 30,28; weiterhin entfielen auf Dotationen, Jagdscheinabgaben und überwiesene Steuern im Kreise Fulda 9.74, Gersfeld 18,66, Hünfeld 14,66 und Schlüchtern 9,14; auf indirekte Rteiffteuern im Kreise Fulda 15,07, Gersfeld 4,13, Hünfeld 3,82 und Schlüchtern 13,12; schließlich auf direkte Kreis steuern im Steife Fulda 49.53, Gersfeld 52,88, Hünfeld 50,87 und Schlüchtern 47,46.
(!) Zu tzetzjwecken dachten die Sozialdemokraten die Zabernet Vorgänge, ebenso wie sie es anderwüriS tun, auch in FuIda ausmnutzen. Sie hatten eine öffentliche Versammlung in das Gewerk- schaftrhau» berufen und die Parteileitung wollte Plakate antieben lassen, die als Tagesordnung: .Zabern, ReichSregierung und Volk" enthielten. Der Blagistrat der Stadt Fulda hat jedoch den Anschlag dieser Plakate an den städtischen Plakattafeln abgelehnt. Man muß diesem Verholten des Magistrats Anerkennung zollen. Es wäre auch noch schöner, wenn die roten .Einwanderer", die in det bodenständigen Bevölkerung unserer Stadt keinerlei Rückhalt haben und hoffentlich in absehbarer Zeit keinen Rückhalt finden werden, mit ihren grellfarbigen Hetzplakaten bei Uneingeweihten die Meinung erwecken Bürten, in Fulda Hünen die svz nlbemotrantoen Umnurjibeen über den Kreis einiger Zugereister hin- au» Anklang gefunden.
-r- Am silbernen Sonntag — dieser schöne Name kommt bekannilicy dem bevorstehenden 2. Advents, sonntage zu — ist in allen Zweigen des Handels- geroerbe» die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern, sowie der Gewerbebetrieb in offenen Derkauf»ftellen bi» 8 Uhr abends zulässig. Die |ür den Haupigotterdienst festgesetzte Pause muß inne gebahen werden. Während des übrigen Gottesdienste» dürfen an dem genannten Tage die Geschäfte geöffnet sein.
A Geflügelsport. Der Geflügelzucht verein Fulda e. D. hielt geilem abenö tm Vereinslokale »Alte Poft", feine letzte diesjährige Monat-versammlung ab. Der Be uch derselben war überaus gut, was wohl auf da» eefletaerte Interesse an der Geflügelzucht rurück- zuführen ist. Nach Erledigung einer Reihe von Punkten der sehr reichhaltigen Tagesordnung hielt der Bor- sitzende des Vereins, Herr Wich Knivs einen Vortrag über rebhuhiifarbige und silberhalsige Italiener. Er gab an vorgesührten Tieren aulklärende Erläuterungen, die fettens der Anwesenden mit großem Interesse ausgenommen wurden. Mit 9 Neuaufnahmen erreichte der Verein einen Bestand von Hy Mitgledern.
= Einen bunte« Abend veranstalten, wie hier schon eiitmil erwähnt rouroe, der Literarische Verein unv der Musitverein an ver Oberrealschule morgen, G-amStag, abends 8V« Uhr im graften Siadtsaa!. S» ist eine kehr anriehende Bor tragsfolge in Aussicht genommen. Drr literarische T>.il bringt ernste und belfere »te;tt<.tionen und al» Höhepunkt den gewaltigen Forum-Akt aus Shakespeare» »Julius ®älat*. Die mustkatifchen Darbielungen find ebe»,o mannigfaltig al« zahlreich. Orchester-, Violinioto-, Cellosolostücke sind t orgeleben und auch Borlräge zu Mandolmen und ©tonen fehlen nicht. Besonders fei bemerkr, dan nur Schüler der Oberieallchnle miiroirftn. Die Veran- naltung verdient den Besuch weiterer Kreise der hiesigen Bürßerschaft.
(—) Rrembfnleaieit. Der Vortrag am kommenden Sonntag hn groven StaWtfaal wird sich wohl wieder eine» starken Besuches erfreuen bürten. Der Verkauf von releroterten Plätzen beutet darauf hin. Die Ortsgruppe Fulda des Bölkerrechtsbundes zur Be'ämpiung der Fremdenlegion, der auch Herr Reichstagsabgeord- inter Rich. Muller als Mitglied anaehört, hat den bekannten hervorragenden Redner, Herrn Pfarrer Becker iu8 Neu-Menburg, gewonnen. Herr B. war lange Jahre Vtistionar im schwarzen Erdteil. Den Besuch bei «ertrage», der durch Rezitation unb Lichtbilder ausgeschmückt wirb, empfehlen wir bei bem billigen Eintrittsgeld, 15 Pfg., angelegentlichst.
t a g bet der Kollekte sich desselben erinnern. Die Diözese Fulda, die das unschätzbare Glück hat, das Grad des hl. Bonifatius zu hüten, muß eine „Hochburg des Bonisatiusvereins" werden.
Bon den fast 80 000 katholischen Kindern, die in Deukfchland protestantische Schulen besuchen müffen, weil eben nicht genug katholische Schulen da sind, von den 4 Millionen Katholiken Deutschlands, die einer geordneten Seelsorge entbehren, und von den über 900 bescheidenen katholischen Kirchen und der großen Menge katholischer Schulen, die erbaut werden müffen, nut um einigermaßen bem grausigen Kirchen, und Schulelend abzuhelfen, kommt auch ein verhältnismäßig großer Prozentsatz auf die Diözese Fulda mit ihrer ausgedehnten Diaspora. Ja, es herrscht immer noch, um mit Alban Stolz zu reden, ,L»unger»not", geistige nämlich, in der Diaspora. Immer neuen Ausgaben und damit immer neuen Schwierigkeiten sieht sich der Bonifattusverein gegen- übergestellt, nicht zu reden davon, daß auch die Unterhaltung der schon bestehenden Einrichtungen den veränderten Zeitverhältnissen entsprechend erhöhte Kosten verursacht. „Bor allem gilt es", schreibt das Fuldaer Diözesankomitee in seinem Rechenschaftsbe- richt vom 22. April d. I., „die religiöse Erziehung und Unterweisung der Kinder in dem weiten Diasporagebiet der Diözese Fulda sicherzustellen, dieses Jugend- und Zukunftsland zu bebauen. Neue Schulen Md Lehrerftellen müssen gegründet werden, sollen viele, viele katholische Kinder unserer hl. Kirche nicht verloren gehen". Der Bonisatiusverein bringt jetzt jährlich ea. 2(4 Millionen Mk. auf, nötig wären ca 5—6 Millionen Mk. jährlich für ea. 15—20 Jahre. Dann könnte dem traurigen Diasporaelend wirksam abgeholfen werden. Ist denn das möglich? Ja! Geld ift genug vorhanden! Man wolle sich nur nachstehende Zahlen vergegenwärtigen. Deutschland hat über 65 Millionen Einwohner, 24 Millionen Katholiken, wovon ca. 6 Millionen Erwachsene sind. Deutschland gibt jährlich nun z. B. für Alkohol allein die Summe von 3500 Millionen Ma rk aus, welcher Betrag auf 65 Millionen Einwohner bezw. 24 Millionen Katholiken oder 6 Millionen erwachsene Katholiken berechnet, ca. 1300 Millionen Matk auf letztere ausmacht oder ungefähr 217 Mark pro Kopf eines erwachsenen Katholiken. Ein anderes Bilh: Der Sparkaffenbestand Deutschlands betrug in 191.1 schon ca. 17 800 Millionen Mark. Diese Summe. auf 65 Millionen Einwohner, davon 24 Millionen Kajholiken bezw. 6 Millionen erwachsene Katholiken verrechnet, ergibt ea. 1085 Mark Sparkasseneinlage pro Kopf der letzteren. Weiter: das deutsche Nationalvermögen beträgt nach bekannter Schätzung 270 Milliarden Mark, macht für 24 Millionen Katholiken ca. 100 Milliarden Mark, oder pro Kovf eines erwachsenen Katholiken ca. 16 670 Mark! Alles selbstredend durchschnittlich gerechnet. Wir wollen dabei auch noch berücksichtigen, daß der katholische Dolksteil der schwächere im deutschen Wirtschaftsleben ist und ein paar Hunden Mark Sparkasseneinlage und auch ein paar Tausend Mark Vermögen weniger als eben erwähnt annehmen: aber selbst dann bleiben nach Ausgaben für Lebensunterhalt, Alkohol, Spiel, Putz und Tand usw. immer noch genug, um pro Kops eines erwachsenen Katholiken eine lährliche Summe von mindestens 1 Mark aufzubringen, also 6 Millionen Mark für den BonifatiuSverein zu erhalten? Geld ift genug vorhanden. Wie daS Geld' nur flüssig machen? Da muß die „Organisation" Helsen; die Einigungen müffen überall ein- geführt werden und wo es einigermaßen mögsich ist, müffen sie alle Erwachsenen zu erfassen suchen. Die in der Gemeinde bestellten Sammler und Sammlerinnen müffen sich am Ende des Jahres sagen kön- nen, wir haben jeden Katholiken, insbesondere die geldverdienende kathol. männliche und weibliche Jugend unserer Pfarrei angefpro- chen. Dann wird der Erfolg nicht ausbleiben.
Im allgemeinen zahlt man als Jahresbeitrag für den BonifatiuSverein 60 Pfg., 1 Mk., 1,20 Mk., 2 Mk., 3 Mk., 5 Mk. und noch mehr gleich ober nach Belieben der Geber in monatlichen Beträgen. Keine Schranken sind gezogen, jeder gebe nach feinem guten Willen und feinen Verhältnissen und im Hinblick auf da» allerwichtigste Werk der Katholiken DeutfchlandS.
Die Erwachsenen sollen sich an den Kindern ein Beispiel nehmen. Der K'ndheit Jesuver- ein brachte im Jahre 1912 über 1 300 000 Mark auf, eine gewaltige Summe und doch sind da» gewissermaßen nur die Abfälle von den Tischen der Eltern! Sollle es dann nicht leicht fein, baS Doppelte unb Dreifach» von den gelbberbienenben Erwachsenen ein. zuheimsen? Gelb ist genug vorhanden, lassen wir Große uns doch von den Kleinen nicht beschämen Besonders die katholischen Jünglinge und Jungfrau en, deren Zahl in ganz Deutschland sich auf 3i/, Millionen belauft, müssen mehr als seither für den BonifatiuSverein interessiert werden. Jünglingsvereine, Gesellenvereine, Kaufmännische Vereine, Kongreaationen, Jungftauenvereine usw. sollen bei ihren Mitgliedern Propaganda für den BonifatiuSverein machen, sie sollen es auch als ihre Sache betrachten, die Sammler und Sammlerinnen in den einzelnen Gemeinden zu stellen, Flugblätter S verteilen, überhaupt eine rege Werbetätigkeit für n BonifatiuSverein zu entfalten. Dieses Bitten und Sammeln für notleidende Glaubensgenossen ist ein schönes Werk apostolischen Eifer» und apostolischer Liebe: eS entspricht ganz dem Geiste des Urchristentums. Der einzelne ist nur bann ein wahr- haft christlich gesinnter Mensch, ein rechter Katholik, ein lebenbiges Glied der Kirche, wenn er in der Ein- heit mit dem Ganzen lebt, wenn er an den Freuden unb Leiden aller Glieder tatfräftio teilnimmt. Wo
attusverein noch mehr geschehen". Diesen eindringlichen Mahnruf hat der Hochwürdiaste Herr Bischof Joseph Damian in einem Hirten sch reiben vom Jahre 1911 an alle Diözesanen gerichtet. Möge man am Sonn-