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Ei« Nachwort zum dritte» Deutschen Arbeiterkongrctz.
Dir Zaberner Borgänge und die daran sich au. schließenden SRetrf^tagSbebatten ließen die Berichterstattung über den Deutschen Arbeiterkongretz vielfach zu kurz kommen. Und doch verdient trieft Ta» gung eine besondere Aufmerksamkeit.
Schon die Tatsache, daß beinahe 1U Millionen Arbeiter und Angestellte auf dem Kongreß vertreten waren, beweist erfreulicherweise, daß die nichtsezialdemokratischc Arbeiterbewegung Deutschlands auf dem Bormarsch begriffen ist, dasselbe dokumentiert übrigens auch der Ausfall der Krankn- kassenwahlen. Weiterhin war erfreulich, konstatieren zu können, daß sowohl sämtliche Referate, wie auch die an diese jeweils sich anschließende Diskussion auf einer erfreulichen Höhe standen. Der Berliner Kongreß zeigte, welche Fülle geistiger Ar. beit in den christlich-nationalen Arbeiterorganisationen im lebten Jahrzehnt geleistet worden ist. Andere Stände sollten aus dieser Entwicklung lernen. Do ist z. B. je ein Handwerker- oder Mittelstandskongreß abgehalten worden, auf dem Standesangehörige solch umfangreiche, gttt ausgearbeitete und eine Fülle neuen Materials bietende Vorträge gehalten haben. Wir begnügen uns mit dem Aufwerfen dieser Frage. Erfreulich ist dann, konstatieren zu können, daß auf dem Berliner Kongreß jede allzu scharfe Siel, lunanahme gegenüber wichtigen Interessen anderer Stände vermieden worden ist. So hat z. B. Generalsekretär Stegerwald ein außerordentlich in- tereffantes Referat über die. „Lebensmittelteuerung und deren Bekämpfung" gehalten und dabei kei« di« Landwirtschaft verletzendes oder schädigendes Wort gesprochen. Er hat gleichwohl eine ganze Anzahl Mittel angegeben, die geeignet sind, diese für unser Volk so wichtige Frage einer befriedigenden Lösung entgeqenzuführen. In den Parlamenten und auf den Rathäuser« wird man wichl öfters auf diese Rede zurückkommen müssen. Der konservativen Presse ist besonders das Referat Stegerwälds und jenes des Abg. Andre über das Koalition srecht" auf die Nerven gefallen. Die Konservativen werden sich aber daran gewöhnen müssen, daß sie mit ihren scharfmacherischen Anträgen im Reichstage einen Erfolg nicht erzielen sonnen. Die Zentrumsftaktion hat binnen iy> Fahren zweimal geschloffen gegen einen sogen, erhöhten Schuh der Arheiffw'lligen gestimmt, und es unterliegt keinem Zweifel, daß hierin eine Aenderung nicht eintreten kann. Wer das Referat des Aba. Andre gehört hat, der kann nicht für scharfmacherische Bestrebungen eintreten; vielmehr kann es sich nur darum handeln, die für die Arbeiterbewegung einen Ausnahmecharaktcr enthaltenden Strafbestimmungen zu beseitigen. Auch was Andre und Eiesberts über das „Kartell der schaffenden Arbeit" gesagt haben, zeigt, welcher Riß sich hier austut, sofern' irn genannten Kartell nicht andere Männer die FühruW in die Hände nehmen. Diese Ansicht hat ja erst letzter Tage erfteulicherweise der Reichstags- abaeordnete Herold, der sich um die Landwirtschaft die größten Beidienste erworben hat, ausgesprochen.
Wenn alle anderen Stände mit demselben Ernst und derselben Ruhe an die kommenden Ausgaben herantreten, dann wird sich.eine Brücke zwischen der christlich-nationalen Arbeiterschaft und den übrigen Ständen bauen lasten und zwar zum Nutzen der Allgemeinheit!
Hus dem Nachdargebiete.
a, Großenlüder, 11. Dez. 1913. Der Snaßen» neistec-AnWärter Treskow tft vom 1. 4. 14. ab an Stelle des vom gleichen Zeitpunkte ab in den Ruhestand versetzten Slraßenmeister Kropp tn Ma- berzrll mit Verletzung der Dienstgeschäne des Aus» sichtsbeürks Großenlüder beauftragt wordeu.
♦ Bom BogelÄberg, 11. Dez. 1913. Der Groß- Herzog hat am 10. Dezember den Amtsrichter bei dem Amtsgericht in Herbstein Richard Plitt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach mit Wir- hing vom 16. Dez. 1913 ernannt. — Der Treppenbau des Alsfelder Hochzeitshauses, in dem sich das Museum ocs Alsfelder Geschichts- und Altertumsvereins befindet ist jetzt mit den Wappen von 14 alten Alsfelder Familien ausgeschmückt worden. Die Wappen sind mit Oelfarben auf Leinwand auf- Semalt. Die Ausschmückung hat ein junger Alsfelder Künstler, K. Schoer, in hübscher Weise besorgt. Das Museum ist durch diese Ausgestaltung um einen weiteren Schmuck bereichert worden. Er bildet ein Zeichen edlen Familienswlzes und echten Bürgersinnes.
* Berliner Aberglauben.
Von Zeit zu Zeit fühlt die Berliner Presse das Bedürfnis, zur Erbauung ihrer Leser über katholischen Aberglaubsn zu zetern. Es ist ja recht erfreulich von dieser Presse, den Aberglauben zu bekämpfen: aber dann braucht sie gar nicht über die Berliner Stadtgrenze hinauszugreifen, in reicher Fülle blüht ihr ein Arbeitsfeld in des Reiches Haupt st adt selbst. In seinem hinterlassenen Buch „Aus meinem Leben" erzählt der verstorbene Berliner Professor Paulsen auch darüber höchst ergötzliche Dinge. In seiner Heimat auf dem Bauerndorf sei vom Aberglauben wie der Unglückszahl 13, von Amuletten und sonstigen Abwehrmitteln gegen bösen Zauber nichts zu sehen gewesen:
„2111 viele Dinge hab ich erst in dem aufgeklärten Berlin kennen gelernt. Ich erinnere mich wohl des Erstaunens, als ich eines Tages in einem Restaurant mit ein paar Berliner Familien, die der Creme der Aufklärung, der freireligiöien Gemeinde, angehörten, zusammenlaß und plötzlich eine der Frauen aufschrte Herrgott, wir sind 13 am Tifch! Im Augenblick stob alles auseinander, um das bö>e Omen noch abzuwehren, und setzte sich dann in kleinern Gruppen wieder zusammen. So sind mir auch Traumbücher erst rn Berlin bekannt geworden; sie liegen noch heute neben Lredesbriet- stellern und Hrniertreppenromankn in den meisten Fensterläden zum Kaut auf uns werden steißig getauft und benutzt, nicht allein von Dienstmädchen, die sich daraus über ihre Zukunft informieren Und selten wird man, wenigstens in den kleinen Berliner Wohnungen über die Türlchwelle fchreiten, ohne ein Hufeisen daraus angenagelt zu finden. Auch in unserer Kü t e finde ich regelmäßig da und dort solchen Fund ausgestellt. Ebenso habe ich das Bl er gießen in der Neuiahrsnachi erst in Berlin kennen gelernt. Und in welchem Umfange klu e Frauen, die auS Kartenlegen und Kaffeegrund Zukunftsforschung treiben, in der Metropole der Intelligenz Zuspruch finden, wrrd ja durch gelegentliche Gerichts» ver. anolungen i ekannt. Daß meine Hochachtung vor dieser Jntelllgeni durch solche Erfahrungen nicht gesteigert worden ist, brauche ich nicht zu sagen.' (S. 31 f)
Es ist einige Jahrzehnte her, seitdem Paulsen diese seine Beobachtungen zu machen Gelegenheit hatte; seitdem ist es nicht bester, sondern noch ärger
• Herkfeld, 11. Dez. 1913. Der Wahlverband der Großgrundbesitzer wählte gestern mit 7 von 9 abgegebenen Stimmen an Stelle des früheren Pachter- von BingarteS, des Amtsrat Freys«, den Domänen- Pächter Hans Rade von Pappenhei« auf Wckhelms- M m den Kreistag.
<3 Hanau, 12. Dez. 1913. In der Hauptver- sawmlung des Hanauer LehververeinS wurde bet der Erstattung des Jahresberichts mitgete.lt, daß der Verein auch eine Eingabe mit eingehender Begründung an die städtische» Körperschaften gerichtet "habe mit dem Ersuchen um Einführung der Ein- heitsschule tn Hanau. Eine Beratung dieses Antrages derch die städtischen S® .rfHaften ist noch nicht erfolgt. — In einer Bctraannlung der 93er» tret er verschiedener Ziegenzuchtvereine ist cm Ziegen - zuchtverdand für den Kreis Hanau gegründet worden.
k. Frankfurt, 11. Dez. 1913. Stach dem Vorbild von Esten und Berlin fttamt man hier die Errichtung einer „Fürsorge- und Beratungsstelle für Geisteskranke". Dieft f»S den Zweck »erfeigen, den aus Anstal en entlafftrttn Personen den Heber» tritt in das freie Leben zu erleichtern. Die Leiterin des Unternehmens ist die Zentrale für private Für- icrrge; die ärztliche Beratung dagegen soll der städt. Irrenanstalt übertragen werden.
* Mainz, 11. Dez. 1913. Trotz energischen Wider, lpruchs von nationalliberaler Seite beschloß der Aus- fchech der vereinigten bürgerlichen Parteien mit St.«menmehrheit, die am 4. Dezember stattaehadie Stadtverordneten wähl anzusechten, unb" zwar wegen grober Verstöße gegen die Wahlordnung und fälschlicher Abgabe von Stimmen an verschied.nen Wahltischen durch dazu nicht besagte Personen. Die alle Kandidatensiste wird von Grund auf geändert und alle Kandidaten, die bet der erste« Wahl in größerem Maße gestrichen wurden, werden roegbletben und daiür neue Männer aufgestellt. Den Handwertern und der chrrsttt »-nationalen Arbeilerichast wird je en Knnd'vat bewilligt.
* Mainz, 11. Dez. 1913. Infolge des plötzlich ein» getretenen milden Regenwetters und der Schnoe- ßhmÄze im Gebirge füll) der Rheim unb seine Nebenflüsse in beträchtlichem Steigen begriffen Innerhalb 24 Stunden wird von Kchl ein Steigen um 1 Meter, von Mannheim um 60 Zentimeter flemelbet Der Mittelrchern stieq bei Mainz und Bingen 80 Zentimeter, ebenso am Unterlauf.
* Bad Hiiftngen, 11. Dez. 1913. Em Baron aus Berlin war alljährlich zur Kur drei und halte sieben Fräuleins, die rm Sommer 1906 in K,'fingen bedienstet waren, einen großen Betrag, je 30000 ML, vermacht. Fünf von 6en glücklichen Erbinnen sind gesunden, zwei, eine Oesterrercherr« und eine Unter» lräntin mästen noch gesucht werden. Eine in Arnstein verheiratete Frau glaubt, die gesuchte Unter» ,räntin zu fein.
* Würzburg, 11. Dez. 1913. Wegen Unter» schlagung und Urkundenfälschung wurde vom Kriegs- gertchl der 4. bayerischen Division in Würzburg der 52 Jahre alte Od e rzah Ime lster Georg Leonhard Ott aus Gnodstadl und der 43 Jahre alte Unter« «hinterster Johann Hermann Schmiltnägel aus Ziv«t>rücken, beide beim 2. Ulanenregiment in Ans» dach, ersterer zu drei Monaten Gefängnis und D.enst- eutsetzung, liieret zu drei Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt.
* Schmalkalden, 11. Dez. 1913. Rach längerem schweren Leiden ist gestern abend Herr Heinrich Fuckel, der Seniorchef der gleichnamigen Firma, im Atter von 73 Jahren gestorben. Mtt Herrn Fuckel ist ein Mann aus dem Leben gegangen, der mit unserer Industrie in engem Zusammenhänge stand.
vermijchles.
’ Diebstahl im D-Zug. Auf der Fahrt von Basel nach Berlin wurde im D-Zug eine alleinreisende Dame bestohlen. Der Dieb erbeutete nicht nur tausend Lire in Banknoten, sondern auch zwei Ringe, die zusammen einen Wert von etwa tausend Mark haben.
* Die Katze liitzt das Mause« nicht. Der Sekretär des Handels-Gremiums Wanke in Reichenberg in Böhmen wurde nach Unterschlagung von 15 000 Kr. entlasten, ohne datz Strafanzeige erstattet wurde. Er fand als Disponent einer bortüien Versandfirma Stellung. In der kurzen Zeit von 5 Monaten gelang es ihm, wie. der 8000 K. zu veruntreuen. Er wurde sofort verhaftet.
* Raudüberfall auf eine« Sassenbote«. In einer Straße des 20. Pariser Stadtbezirks überfielen zwei 5" gendliche Räuber den 40 Jahre alten Kassenboten einer lidustriegesellschaft, streuten ihm Pfeffer in die Augen und schlugen ihn mit Schlagringen nieder. Dann versuchten sie vergeblich, die Kette seiner Geldtasche, in der sich 70 000 Francs befanden, zu zerschneiden. Der
geworden. Jeder, der einmal durch die Straßen der Hauptstadt gewandelt, kennt jene Reklamezettel von Wahrsagerinnen, wo ihm seine Zukunft enthüllt werden soll, und wer diesem Blödsinn nachgegangen, weiß, datz diese Propheten und Prophettnnen über Mangel an Kundschaft nicht zu klagen haben, und stvar Kundschaft, die nicht nur schüchtern zwischen Tag und Dunkel daherschleicht, sondern solche, die in stolzen Karossen und Automobilen hochmütig einherfährt! Dftr spiritistische Humbug und der theosophische Aberwitz hat aberntalen seinen Sitz und sein Hauptquartier in — Berlin, und Bücher erscheinen dort aus diesen Kreisen über Astrologie, daß einem beim Lesen der ersten zwei Seiten — weiter bringt's wohl kaum ein normaler Mensch — ganz absonderlich zumute wird.
Ist an diesen Dingen die Berliner Presse, die über katholischen Aberglauben zetert und dabei nur zeigt, daß sie von den Dingen, über die sie räsonniert, keine Ahnung hat, schuldlos? Wir müssen antworten: Rein! und wir bitten jeden, der uns widersprechen will, nur ein paar Tage die Annoncen dieser Presse durchzumustern: hier empfehlen sich die wahrsagenden Manner und Weiber dem pp. Publikum, hier finden sie ihre Zutreiber. Also: im redaktionellen Teil der Zeitung wird über katholischen Aberglauben in Entrüstung gemacht und im Annoncenteil wird für den abergläubischsten Humbug Reklame gemacht und — damit Geld verdient! Vorne schimpft man über Aberglauben, und hinten empfiehlt sich der Astrolog „Professor" Roxroy - oder „Professor Vance" oder „Ali Mohamed" zur Enthüllung der Zukunft auf Grund astrologischer Zeichendcuterei. Wer bewundert nicht den tiefen Wahrheitsgehalt der Weissagung, die einem zutefl geworden: „Bei geeigneter Pflege Ihrer Gesundheit werden Sie nur sehr langsam altern, doch müssen Sie sich vor Verdauungsbeschwerden und rheumatischen Erscheinungen hüten!" Macht 8 Emmchen!
In meinem Besitz befindet sich ein Buch „Das sechste und siebente Buch Mosis", aus dem Laden einer Berliner Buchhandlung gekauft. Verlegt in — Dresden. Darin findet sich folgender Zauberschlüssel oder Höllenzwang vom König Salomo, um
lieberfallene rief um Hilfe. Es eilten mehrere Passan. ten zu Hilfe, worauf die beiden Räuber die Flucht ergriffen Es war ihnen gelungen, dem Kastenboten eine Brieftascke. in der sich 2000 Franc« befanden, zu entreißen. Bis setzt bat man von ihnen keine S,vur.
• Ärbefterrewttt. In der Wagaorffabrik Ganz in Budapest kam es zu gröblichen Ausschreitungen der Arbeiterschaft. Unter den Arbeitern herrschte schon lange Erbitterung darüber, datz ein als Streikgegner bekannter Arbeiterführer namens Veizy nicht entlassen wurde. Sie rotteten sich zusammen und forderten stürmisch die Entlassung des Mannes. Als dieser bemerkte, daß gegen ibn etwas im Schilde geführt wurde, flüchtete er in die Kanzlei, die Arbeiter ibm rtocfi. Sie sprengten Fenster und Türen und mißhandelten den Arbeiterstihrer Vttft so sehr, datz er blutüberströmt zusammenbrack. Die Direktion beschloß hierauf, sofort mit der Aussper. rang der Arbeiter vorzugeben, weil sie dem Terrorismus der Arbeiter nicht weichen wollte. Der fSctrie6 der Üefrrif mht, und über 5000 Arbeiterfamilien sind brotlos.
* SafeenwnfiT gegen Suffragetten. Zu lebhaften Szenen kam es in einer Suffragettenversammlung, die in der Oneens-Unfversttat Belfast abgebalten wurde, stbewikalien und Schnupftabak. ffeuerwcrkSsMangen Schwärmer, sowie eine ohrenbetäubende Katzenmusik der Studenten verhinderten jede Rede, und als die Sttiton- ten gar die Feuerspritze in Tätigkeit setzen itoöten, wurde, die Universität von den Suffragetten geräumt.
* Im Kamps mit Wilderern. In den belgischen Ardennen sind Zusammenstötze mit Wilddieben in letzter Zeit zahlreicher als sonst erfolgt. Kürzlich erst wurde ein Gutsbesitzer von Wilderern erschossen, und heute wird eine neue Wilderertraaödie bekannt. Bei D i - m a n t überraschte der Schlotzherr Theux drei Wilderer. Es kam zu einer Scküetzerei, die drei Opfer forderte. Zwei Wilddiebe blieben t o t auf dem Platze, und der Schlotzherr wurde lebensgefährbich verletzt.
* Fsir den Paradiesvogel. Die Deutsche Ornitbolo- gffche Gefellschaff fetzt ihren Kampf für den Paradiesvogel in Deutsch-Kenguinea mit Energie fort. Eine neuerliche Eingab-' an die Roaierung bittet dringend, da? Verbot tze* Schlitzen? r-nd FemgcnS der Paradiesvögel und der Ausfuhr von Bälgen und Federn, das auf ein Fahr in Aussicht genommen ist, unverzüglich und zunächst auf zehn Jahre eintreten zu lassen. Während dieser Zeit formten weitere Erfahrungen über den Be- Wmd, die Verbrcittrng und Vcrmcbrrrng der Psrgdies- toprl tofammelt werden, um zu entscheiden ,ob eine toirt* schafffsche Ausnutzung des PnaelbeftandeS ftatöjaft unb in welchem Grade solche zulässig -ist.
* Ein fünffacher SWrärätorb als Boffsbel«stia,«z. Ein nrauenhoilTer Fall von Lvnchsustiz, der unendlich, bezeichnend ist für die grenzenlose Verrohung der Sitten tn den westlichen Mincusiäbftm der Berrftiaie« Staaten Rvrdamerikas bst sich in der Minenstadt Ladet« im Staate Colorado zugetragen. Dort befinden sich die Arbeiter einer Zeche im Ausstand, und die Gmbenverwal- tun-g hatte eine Reihe ton Arbeitswilligen und bewaffneten Privatdetektiven zum Schutz der Zeche berange- zogen. Einer der Arbettswikligen unb vier Detektive gerieten stttztsch ft einen Kamps mit Ausständigen, wechei diese den kürzeren zogen. Hierauf wurde, wie die Staatsanwaltschaft behauptet. in offener Versammlung ton einer Gruppe von Streikenden beschlossen, die vier Detektive und den einen Arbeitswilligen zum abschreckenden Beispiel z« lvnchen. Die ganze Stadt umßtt darum, und <nt dem Nachmittag, für den der fünffache Mord geplant war, waren in der Gegend, ft der da? Verbrechen ansgeführt werden sollte, alle Dächer von Menschen besetzt, die sich. Wie die meisten sagten, den „Spatz" an- seben wollten. Vor den Augen dieser Hunderte von Menschen wurde der Straßenbahnwagen. in dem sich die fünf Opfer befanden, durch eine Barrikade aufgebalten. Sobald der Wagen zum Stehen gebracht war, eröffneten sieben Mordgesellen aus sicherem Hinterhalt mit Repc- tiergewehren Feuer auf die Insassen, von denen die fünf Todgeweihten, von bieten Kugeln durchbohrt, entseelt nie- dersanken, während zwei andere verletzt wurden. Am Abend wurde das „Ereignis" in allen Schnapskneipen ton Sanela gefeiert. Die Behörden sind mit einer strengen Untersuchung der grauenvollen Affäre beschäftigt. Bisher sind elf der Mordgesellen verhaftet.
— Ein Ovfer des Beruf?. Ar,t: „Aber Sie basten ia die Schlaffrankbeit, lieber Mann! Wo in aller Welt kinnen Sie ffcki denn die zuae,ogen stoben f* — Patient: „Zick' bin im Ministerium räfi», Herr Doktor."
— Professor: „Sagen Sie, Herr Kandidat, können Sie mir eine Pflanze nennen, hie viel Eiweißgestakt besitzt— Kandidat nach längerem Nachdenken pt-tzffch: „Spinat mit Ei, Herr Professor!"
£Herarif*e$.
Hamburg und sein Wirtschaftsleben. Bon Elimar von Monsterberg. sSoziake Studien fabtten 9.
Dich.) kl. 8° (77) M.Madbach 1918, VolksdereinS- Verlag G. m. b. H. 1.— Mk„ postfrei 1,10 Mk.
Das in anspruchslosem Gewände auftretende Bänd- che« enthält diel mehr, als sein Umfang erwarten lässt. Es bringt nach einer kurzen geschichtlich-politischen und geographischen Einleitung eine Fülle von Material, das kurz und präzis über die wirtfchaftlichen Verhältnisse der Freien und Hansestadt orientiert. Das Buch ist frisch
geschrieben und dürste dielen Kreisen recht willkommen sein. __________
Marieublumen auf fremder Erde. Hundert Zeugnisse von Protestanten für die katb. Marienverehrung. HerouSgegeben von Karl Joseph Baudenbacher, Redemptorist. 2. sehr vermehrte Auflage. F.-8". 217 Seiten. Preis fein kart, mit Farbenschnitt und Schutzumschlag 2,50 Mk.; ft Ganzleinen 3.20 Mk. Verlag Karl Ohlingert Mergentheim a. Tbr.
Dieses, den bekannten Anstalten zu Ursberg im Schwabenlande gewidmete Buch tft entstanden aus einem Vortrage, den P. Baudenbacher auf dem 5. internationalen marsimischen Weltkongreß zu Salzburg gehalten hat. TaS Buch ist umso interessanter und bietet ein umso wertvolleres Zeugnis für die kath. Marienverehrung, da nur Aussprüche von Protestanten aufgenommen wutzton, welche protestantisch geblieben und als Protestanten gestorben sind. Wie tiefgehend die Marien. Verehrung in das sittliche Sehen des einzelnen Menschen einzuschneiden vermag, erkennen jetzt viele Protestanten und die Marienverehrung findet namentlich in Frauen, und Sittlichkeitsvereinen in England und Amerika stete Erweiterung. Aussprüche von Protestanten zugunsten der Marienverehrung sind für uns wertvoll. Sie sind HeimatMäftse und Sehnsuchtsrufe nach der alten Kirche und so ist die Herausgabe dieses Buches sebr Verdienst, voll. Das Buch ist für Kanzel und Schule, für Betrachtung und Selbststudium von gräfeter Brauchbarkeit und größtem Interesse. Die schone Ausstattung, ftSbeson. dere der hübsche Truck in moderner deutscher Schrift macht das Werk wertvoll.
Der Rappe von Rotzbach. Historische Erzählung auS dem 7jährigen Kriege, von E. Hackland.Rhein- I ä n b e r. Mit 4 Duntbildern von Kunstmaler Amo Grimm. Leipzig, Gustätz Gräbner. Elegant gebunden 2,— Mk.
Die Wiederkehr des 200. Geburtstages Friedrichs des Großen hat im vorigen Fahre Anlaß zu mancherlei äußerem, vergänglichen Gedenkfeiern gegeben, in obiger fkfselnden Erzählung ist dem großen Feldherm und Staatsmann oft Denkmal ton dauerndem Bestände gefetzt worden. Mitten hinein ft die schweren Zetten tos 7jährigen Krieges, ft die Frcmzosrnftgd bei Roßbach, jene denkwürdige Niederlage eines großen und kriegser, probten Volkes, versetzt sie uns, zugleich das Schicksa einer wackeren Rotzbacher Bauemsoihnes der nach dem Kriege ton Friedrich dem Großen für feine kühnen Taten königlich belohnt wird, frisch und volkstümlich schildernd. Vei dem billigen Preise und der Ausstattung mit farbiger Bildern wird das vorzügliche, ton warme: dateriländifcher Begeisterung durchglühte Buch den Deifal unserer deutschen Jugend ft tollstem Maße finden.
Das preußische Wassergesetz. In feinen wichtigsten Bestimmungen für Industrie und Landwirtschaft erläutert ton Justizrat Bitt«, M. d. N. lStaats- bürger-Mbliothek Heft 38.) N. 8» (55) M.Gladbach 1913, VvlHsverefts-Berlag GmbH. Preis 40 Pfg., postfrti 45 Pfg.
Recht buntscheckig sah bisher die Karte des preußffchen Wasserrechts aus, tonn in nicht weniger tote 79 verschiedenen Gesetzen wurde die Materie behandelt. Aber nicht nur zersplittert, auch kcksolnt unzureichend war die durchweg altchrwürdige preußische Waffergesetzgebung, weil sie die durch die Entwicklung tor letzten Jahrzehnte hervorgerufenen Bedürfnisse der modernen Volkswirt, schast nicht gebührend berücksichtigte. Der zum Gesetz vom 7. April 1913 führende Entwurf gelangte Ende 1911 an den Landtag, dessen Kommission ihn im Saufe toS Jahres 1912 so gründlich durcharbeitete und zurechtfeilte, daß die Annahme des Gesetzes im Landtag einstimmig und im Herrenhause mit großer Mehrheit erfolgte, ein Beweis dafür, daß man die einander zum Teil widersprechenden Interessen bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit ausgeglichen hatte.
Reklame«- itnb Anzeigenteil.
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Ml rotbackigen Äpfeln bergkeicht man gern die Wange» der Kttider. Die Mutter ist beglückt, wenn ihr Sprößling frisch und Hilbenb aussicht. Fehlt rS daran, s» «reife man getrost
ErnulIion
zu Scotts Eumlfiim — Lebertran mit Kall- und PhoSPhar»Salzen —, und bald wird das Kind ftifcher werden : »d rite Bäckchen bekommen.
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80,0. iratet»6eStooriaf. Ralf 4.8, »nterphos- Xragant 8,0, erab. 120,0, Alkohol 11,0.
theriaöl je 2 Tropfen
den „Kaiser Luzifer" herbeizurufen. Ich setze den stärksten Zauber her:
«Ich befchwöre dich, 0 Geist, zu erscheinen in dieser Minute, ich beichwöre dich bei der Macht des aioßen Adonai, bei Eloim, toi Ariel und bei Jedovah, bei Agla, Tagla, Mathon, Carios, Almusin, ArtoS, Membrot, VartoS, Pushona, Magot, Zylvdoe, Cabost, Salamandroe, Tubots, Gnomus, Terroe, Boelis, Goden?, Quinqua, Juana, Etuuamus. Zariatnalik, und aller A . . . E . . . A . . . I . . . S . . . M . . . O . . . A . . . A . . . M . . . «... P... M...8...C...E... D ... ® ...$... (S ... ® ..: A ... ® ...
I . . . E . . . Z . . .«
„Nachdem man diese großen, erhabenen, furchtbaren Worte und diese Anfangsbuchstaben, der Bedeutung zu erfassen, keines Sterblichen Verstand rein und mächtig genug ist und welche auszusprechen selbst der weise König nicht wagte, — zweimal gesprochen hat, so wird der Geist unfehlbar in folgender Weise erscheinen" — folgt die Beschreibung, die ich auf Grund meiner Erfahrung nicht beurteilen kann, da ich bei Wiederbolten Versuchen, mit dieser Formel eines Besuchs S. M. des „Kaisers Luzifer" nicht gewürdigt worden bin. Vielleicht hat einer der Leser besseren Erfolg!
Um ein paar Bücher, als kleine Stichprobe, aus Berliner Anzeigen zu nennen: „Albertus Magnus, bewährte und approbierte sympathetische und natürliche ägyptische Geheimnisse für Menschen und Vieh" — „Anleitung zum Kartenlegen und Wahrsagen von Daniel ben Abdulla, Mufti zu Mekka" — „Nostradamus neuestes vollständiges und größtes ägyptisches Traumbuch". — Etwas moderner klingt: „Bella- chiniS geheimes Zauber- und Punfticrbuch" — „Paul Kramers enthüllte Lottcriegeheimnissc — hoch wis- senschaftlich — absolut sicherer Gewinn."
Wenn also fürderhin dies? Presse dem löbllchen, sehr löblischea Geschäft der Bekämpfitng des Aberglaubens sich tvidmen will, hat sie auf lange Zeit Arbeit, aber nickt in der katholischen Eifel, an der sie vor kurzem ihr Mütchen kühlen wollte, sondern in allernächster Nabe: denn Berlin ist nicht bloß 5":e Hauptstadt des Deutschen Reiches, eS ist auch die Haupt st adt des — Aberglaubens.
— Mark Twain und die — Spinne. Der bekannte amerikanische Humorist Mark Twain verstand es auch, in seiner humorvollen Weise Reklame zu machen. Zu der Zeil, da er noch bescheidener Redakteur eines kleinen Blattes im Staate Missouri war, flatterte ihm eines Tages der Brief eines aberaläubischen Lesers auf den Schreibtisch mit folgender Briefkastenanfrage' „Heute morgen fand ich tn meiner Zeitung zwischen zwei Falten des Papiers gequetscht eine Spinne. Was wird mir das bedeuten? Glück oder Unglück?" Mark Twain benützte die Gelegenheit, für den Inseratenteil seines Verlegers Reklame zu machen, indem er folgende Auskunft erteilte: „Das bedeutet weder Unglück noch Glück, mein lieber Herr! Die Zeit gehört nicht mehr dem Aberglauben, sondern dem — Geschäft. Die Spinne ist jedenfalls nur in die Zeitung gekrochen, um sich darin die Liste der Leute einzuprägen, die fleißig Reklame machen; sie sucht nämlich ein Plätzchen vor einer Türe, die man niemals öffnet und darum will sie die Leute, die flei. ßig inserieren, kennen lernen, um dann ihr Netz — vor der Türe der andern zu weben." tk.
— Einfluß der portugiesischen Revolution auf die Auswandermig. Die portugiesische Regierung klagt über den großen Verlust an Seelenzahl, den ihr Sieg von 1911 „verschuldet" hat und den die wenigsten der heute leitenden Staatsmänner voraussahen. Die Auswanderung aus Portugal hat in geradezu erschreckendem Maße zuaenommen. In den Jahren 1906 bis 1910 schwankte die Zahl noch in den verhältnismäßig normalen Grenzen von 38 000—42 000 Seelen jährlich. Nach dem Staatsstreich der Republikaner schnellte diese Zahl gewaltig in die Hohe. Schon im Jahre 1911 verließen 50 000 Portugiesen ihre Heimat; im Jahre 1912 sollen eS gar 100 000 gewesen sein; die Hälfte aller Auswanderer waren Ackerbauer! Wie in früheren Jahren ergoß sich der Hauptstrom nach dem ehemaligen Kronlande der Bra» ganza, nach Brasilien. tk.
— Im Zeitalter des Sports. Rickter: „tftden lieben Winter stehen Sie wegen Scktingenlegens vor, Gericht; können Sie denn dieses Treiben nicht endlich mal lassen?" — .Ja, saun S' Herr Richter, es hat halt jeder fei'» Wintersport.*