2. Blatt.
Sruck 6tt hilbier zrfltflMMitret in Snlba.
Zuldaer Zeitung.
Montag 8. Dezember lKir.
*• Die Konstantinfeier zu Fulda.
Das Jubeljahr der Kirche ist gestern von den Katholiken der Bonifatiusstadl würdig begangen wor- den. Sim Vormittag riefen die Glocken zu einem seierlichen Dankgottesdienst in die Kathe- »rale und in dem hohen Dome, dessen weite Hallen bis aus den letzten Platz gefüllt waren, erbrauste nach dem Bischöflichen Hochamte und der Erteilung des päpstlichen Segens unter Orgel- und Posaunenbegleitung machtvoll das „Großer Gott wir loben dich".
Zur weltlichen Feier öffnete gestern abend der große Stadtsaal seine Tore. Es waren erschienen an der Spitze zahlreicher Welt- und Ordensgeistlichen der Hochwürdigste Herr Bischof und der Hoch- würdigste Herr Protonotar Generalvikar Dr. 21 ren- hold, ferner der Herr Oberbürgermeister Dr An- tont, viele Mitglieder deS Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Auch den Besuch aus den weiteren Kreisen der kath. Bevölkerung kann man, unter Berücksichtigung mancherlei ungünstiger Zeitumstände, als sehr befriedigend bezeichnen. Wvhlgclungen tn allen Teilen war die Veranstaltung. Die Festrede und die Ansprachen führten die Anwesenden im Geiste zurück in die Zeiten schweren Ringens und glorreichen Heldenkampfes der jungen Kirche Jefus Christi. Sie zeigten das wunderbare Walten der göttlichen Vor- sehung, das sich kundgab, als gleich nach den blutigen Dekreten eines Diokletian, kaum zehn Jahre später, auf einmal die vollste Freiheit des öffentlichen Bekenntnisses, die Rückerstattung der geraubten Güter, ja sogar die kaiserliche Bevorzugung des christlichen Kultus vor den heidnischen Kulten erfolgte. Die mit rauschendem Beifall aufgenommene Festrede und auch die übrigen Reden waren umrahmt von einem auserlesenen in seiner Ausführung auf künstlerischer Höhe siebenden Programm, um dessen Erledigung die Ärtilleriekapelle, der Männergesangverein „Winfri- dia" u.id der Älumnenchor des Priesterseminars erfolgreich und in schönstem Einklang zu dem hohen Festgedanken bemüht waren.
Die Artilleriekapelle eröffnete die Feier mit dem stimmungsvollen Orchesterwerke von Wieprecht: Fest» marsch aus Beethovens Es-äur-Konzert, worauf die „Winsridia" unter Leitung ihres stellvertretenden Dirigenten Herrn Joseph Ebert die Prächtige Hymne von Möhul mit zündender Wirkung zu Gehör brachte.
Zur Begrüßungsaniprache ergriff zunächii Herr Bankdirekror und Stadtrat Goebel bas Wort
Um so bereitwilliger, führte er aus, habe er di« Aufgabe übernommen, die EröffnunySworte an dir Versammlung zu richten, als der Ruf baut an ihn erging «15 an den derzeitigen Präfekten der Marianischrn Bürger- und Junggesellen-Sodalität. In dielem Rufe erblicke er daher «ine Auszeichnung der SodalitSt, dieser hochehrwürdigrn Körperschaft, ehrwürdig durch ein Alter von 300 Jahren, ehrwürdig durch die grobe Zahl der Männer und Jünglinge, dir durch die Godalität hindurchg gangen sind, ehrwürdig vor allem durch ihre erhabenen Ziele und Bestrebungen. Als Willkomm rief der Redner den Vrrlammelten den karholiichen Grub »ntgearn uns zeichnete dann tn kurzen Zügen daS weltgeschichtliche Ereignis vom Jahr« 313, aus drssen Anlaß das Konstantiniiche Jubiläum drgangrn rotrb, die Befreiung bei katholischen Kirch» von Verfolgung unb Bedrückung, ihre staatsrechtliche Anerkennung, zu der stcb Kaiser Konstantin angesichts fernes im Zeichen des Kreuzes wunderbar errungenen EtegeS gedrängt fühlte.
die freudigen Tage der Befreiung der Kirche sind andere Zeiten gefolgt, da ihm ^emDe und Widerfacher er olgreich ausstanden. Unb gerade heute dringen ja falsch» Lehren in fast j»de Hütte. Da gilt es für die Seiten Kinder der Kirche zuiammenzustehen zur Abwehr bet Angriffe. Nicht bange braucht eS uns zu sein im Kampse, in dem Christi Stellvertreter, der hl. Vater, uns vorangeht. Unter Rüstzeug ist gut und fest, in den Bischäsen und Priestern besitzen rott zuverlässig» Führer. Erst vor wenigen Wochen haben wir eine Offizier-Patrouille von S Mann in unserer Stadt gehabt, die uns gezeigt haben, rote roit unfern gerechten Kampf führen müssen. (Bravo) In diesem ©freiten für die Sache Gottes unb btt hl Kirche bilbet auch di» Marianische Sodalilät eine wackere Kamps ess ch ar Gerabe vor 100 Jahren, im August 1813 war es als die bisher vereinzelt bestehenden Kongregationen bet Jünglinge und bet Männer zu bet heutigen gemeinsamen Sodaltlät vereinigt wurden. Unb auch biefe Sobalität hat ihre Fahne, ihr Feldzeichen, ihr Ladarum, rote «S einst, mit dem Kreuze geschmückt, Konstantins Scharen zum Siege führte. Das Feldzeichen bet Sobalität trägt das Btlbnis bet hl. Jungfrau und Mutier Maria, und ich darf den hochwürdiasten Herrn Bischof als unserem obersten Führer angesichts vieler Versammlung versprechen: in dem Zeichen unserer Fahne wollen wir Sodalen leben, m btefem Zeichen wollen wir freue Diener Gott»S unb bet hl. Kirche sein und den guten Kampf führen, tn diesem Zeichen wollen wir tn der Hoffnung auf eine ewige Seligkeit sterben unb siegen.
Dieses mannhafte Bekenntnis wurde von der Versammlung mit stürmischem Beifall ausgenommen. In sinniger Anknüplung an die Begrüßungsworte
Gute Bücher — gute Freunde.
Nl.
, Der Verlag von Frebebeul u. Koenen hat in den letzten Jahren bereits eine stattliche Anzahl wertvoll er Roman« unb Novellenbönde veröffentlicht,'so die No. Vellensammlungen von Jassy Torrund: Mit Gott unb gutem Wind, Die Krone bet Königin unb Cin Kutz au« Versehen (je 4 Mk.), ferner die Böhmerwalogeschichten von Johann Peter: Gra» nit unb Gnei» unb @8 war im Böhmer, »alb (je 4 Mk.). Auch biefe Werke erfreuen sich einer großen Beliebtheit als Weihnachtsgeschenke. Ihr literarischer Wert ist zudem von der Kritik einmütig anerkannt worden. Westfälische Leser feien an die reich, haltige Sammlung der mundartlichen Werke von Augustin Wibbelt unb anberen westfälischen Dichtern er. innert Sicher gibt eS keinen Westfalen, der nicht wenig. stenS eines biefer köstlichen Werke auf seinem Gaben, tisch zu finden wünschte. Wir können diese Werke hier nicht im besondern aufzählen; man verlange darüber einen besonderen Prospekt vom Verlage Frebebeul & Koenen in Essen. In 3. Auflage ist von Augustin Wibbelt erschienen' Im Bunten Rock (2 Mk.). Der Verfasset hat diese Erinnerungen aus fein'm Lägetuch noch eiheblich erw-itert. WaS die Dienstzeit ihm in Freiburg brachte, Hut er in klaren Bildern festgehalten.
,8u den beliebten Jugendschriften deS Verlags ist d:-ies Jahr ein anst rechender kleiner Band hinzug-'kom- men: AuS goldener Märchen schale, von Stephan Pflugfelder (1,50 Mk.). Viele Kinder haben die alten gediegenen Märchen von Grimm und sie ans den verschiedensten Werken zusammengestellten Sammlungen schon gelllen, und da find die Eltern namentlich vor Weihnachten oft in Verlegenheit, welches Märchenbuch sie ihren Kindern schenken sollen. Hier wird ihnen nun ein völlig neues Märchenbuch geboten, daS keine der alten fängit botennten Märchen wieder abdruckt. Pflugfelder bat hier Märchen gedichtet, die die Vorzüge der besten Muster ihrer Art in sich vereinen. Sie sind alle reich an Handlung. an Ueberraschung und an Abwechslung, wie die Kinder sie lieben, dabei von einem feinen poetischen Steig übergossen, unb sie haben außerdem den Vorzug, daß sie nicht bloß angenehm zu lesen sind, sondern daß b’i Kinder auch einen geistigen Gewinn daraus ziehen können.
deS Herrn Goebel spielte die Ärtilleriekapelle ein im Stil der italienischen Kirchenmusik gehaltenes .Ave Maria", daS in den Konrettprogrammen meistens als „Meditation" von Bach-Gounod erscheint. Mik großer Akkurateste und Sicherheit wußte Herr Odermusik- meister Sand ow den SlimmungSgehatt der Komposition auSzuschöpftn.
Auf der Rednerbühne erschien nunmehr Herr Dr. Maximilian Pfeiffer, Bibliothekar an bet König!. Staat-biblwthek in München unb seit dem Jahre 1907 Mitglied des Reichstages. Der Wohlklang seiner geschulten Stimme, die mä tztig durch den weiten Saal hallte, ettroung ihm von Anfang an die gespannte Auimerksamkeit der Hörer. Der Stift deS Berich.erstatters ist nicht flint genug, die Einzelheiten der Ausführungen auf das Papier zu bannen Zu reich und schwungvoll war bas rhetorische Meiuerwerk, dcS wir genießen durften. Rur einzelne Gedanken seien argebcuiet, um ein Bild jener Stimmung wiederzugeben, in welche die Versammlung durch den roortgcroaltigen Festredner versetzt wurde.
Er gab zunächst feinet Freud« Ausdruck, in der Stadt be« bl. Bonifatius, in bet Stadt, di» alljährlich di« BischosSkonfrrenz in ihren tMauern erblickt und so zum Dusgangspnntt neuer LebenSströme für den deutschen Katholizismus werde, ba* Wert ergreifen zu hülfen. Dann gab «t alS htsterischer Fachmann iluSfunft über »en Tatbestand bet geichichtlichen Grti,niste bes Jahres 313, um schließlich in getteetler West», mit dem Rüstung tiefgehender kuliuthstlviifchet Stuften und in spielender Behettichung bet Quellen btt Zuhörer in die Jahrhunderte vor dem Erlaß deS Mailänder Ediktes zu lühten. Lebendig fchilderl» er bi« Wirkungen, di« bas Wort Christi: »Kommet alle, die ihr mühfeltg und beladen seid", auf die damalige Welt ausüble, wie sie den Haß bet herrschenden, im Genuß dahinlebenden Klaffen gegen bi« ersten Bekennet bes Christentums hervorriefen und rote dieser Hab in den Orgien der Grausamkeit unter Nero feinen Höhepunkt erreichte. Dann ging er auf die Bedeutung beS Mailänder Ediktes fei bst ein, iefe* Ediktes, in dem Kirche und Staat Vertrag und Bün niS tchloffen uns besten Schlußfolgerungen bas ganze M tfrlalter befchässtgl haben. Die Gestalt Konstan- iins flieg heraus tn ihrer seltenen Größe unb mit den Bärten unb Eigenarten einer Persönlichkeit, bie_an bet chroelle zweier Kulturpetioden steht. Ein Suchen, ein Tasten, ein Sehnen war in bem noch heidnischen Kaiser, bis et da n im Jahre 317 fein H«w" bem Tauswaffet beugte und in rührenden Worten sie ®n ibe der Tauf« pries. N ich einer Skizzierung der »mzr.nen Gesetze, die Konstantins Bedeutung für die Kirchengefchichke begründet haben, wandte sich der Redner in glänzenden Aurfthrungen dem dankbaren Thema zu, Die Jahrhunderte zu durchwandern, um diejenigen Ge- stallen vor uns auslauchen zu lasten, die in Verehrung des Kreuzes gegen Rom gewallk, hin über die Alpen, aber auch jene Personen und Strömungen zu kennzeichnen, die in Vergangenheit unb Gegenwart stolz sich aufgeworfen gegen bas Kreuz unb ben Rus erhoben haben: Ich will ntcht bienen. Sie härmten sich auf gegen ben Gebanken bet Autorität, jene Autorität, bte uns bas Sitlengesetz, bet Dekalog barstellt unb bi« bamit göttlichen Urfprungs ist, bi« nicht preisgegevkn werden darf, ohne baß bi« getarnte sittliche Welt in Trümmer zerfällt. Das mögen jene bebenten, bie bet Menschheit neue Weisheit ptebigen wollen. Scharf, zuweilen ditterfcha'f, wat bte Kennzeichnung, bie bet Redner bann dem Fteldenkertum zu teil werben ließ. Auch über bte Zricbiecern dieser Fiet- bettlet unb Genossen ließ er keine Unklarheit: Man geht barauf au8 bte Meirichen geistig zu verelenben, um sie reif für bte itbifche Verelenbuna zu machen, bte ja bekanntlich baS Sprungbrett lüt Revolution unb Umsturz fein soll. Mit Wach« stopft man sich bi« Ohren zu, um nicht zu hör«n unb barauf erkennen zu wüsten, welch einzigartiger Trost bet Katholizismus bem Menfchenherzen gewährt. Da kommen aber von allen SeitevLeuie, bie Er» latzmittel für jene hetzerquickenbe kath. Religion anbteten wollen. Welche Maste von philosophischen Systemen ronb heute auf oen Markt geworfen ? Da ist bet Subjeltwismus: ein befchönigenbe» Frembwort für jebe Zügellosizleit bes Körper» unb bei Geistes, ba tft bet Hedonismus, der mu ben Göllern Griechenlands bi» Wahrheit bet katholischen Kirche au« bem Feld fchlagen möchte, ba tritt schließlich sogar bet Bubdhismus aus ben Plan mit all ben Inkarnationen des zuletzt zur Gefühls losigkeit des Steines vethätlelen Propheten Buddha Und bei unS in München, baS bekanntlich unter einet berüchtigten Geistes- tnebelung fchrnachtet, (grobe Heiterkeit) hat man sogar begonnen, einen So nentempel zu bauen, um einen Kultus der Lotosblume einzuführen. (Große Heiterkeit.). Mit zu ben Höhepunkten der Rede ge örlen dann bie Auslü! tungev, in benen Dr. Pfeiffer, ein in ben Kreifen feiner Fachwissen, schajt anerkannter Belehrter, bie unichätzbaren Werte pries, bte bie kath.KirchebemKullurgut bet« »nfchheit geschenkt hal. Treffen» wat ronlethin »te Pttallel«, »ie btt Redner zog zwischen bet Gesinnung, »ie Kaiser Kon hantln gegen bie Kirche hegte, und derjenigen, bie heutzutage weit- einflußreiche Kreise etsüllt. Für unsere Zeit fiel btefer Vergleich wenig ichmeichelhast aus. Großherziger unb toleranter war jener Konstantin, at» jene Leute, bie zwar stolz sich rühmen: Wit Deutsche fürchten Gott unb sonst nichts in bet Welt, habet aber sich furchten vor jeder Barmher- zigen Schwerer, vor je»«m Jesuiten, ja in einzelnen Bundes
von früheren illustrierten Jugendschriften seien noch erwähnt: Wilde Blumen, Gedichte für bie junge Welt Bon Augustin Wibbelt (1,50 Mk., Prachtausgabe 4 Mk.), Kinderlaub, Gedichte von Karl Engelhard 2,50 Mk.), D i e MSufefamilie von Schloß D o b b i n von K. H. Wilh (1,50 Mk.) unb Der P up- penspieler unb cmbere Kindergeschichten von Maria Batztt (1,50 Mk.). An diesen bewährten Büchern wer- den sich weiterhin noch viele Kinder erfreuen.
Von den praktischen Geschenkwerken liegt daS G o l. bene AnstanbSbuch von I. v. Eltz jetzt in 9. Aufl. vor (5 Mk.). DaS rühmlichst bekannte Werk ist auf ber festen Grundlage christlicher Weltanschauung aufgebaut unb aus vielseitiger Erfahrung unb feiner Beobachtung herausgewachsen. ES unierrichtei Über alle Fragen deS iakwollen Benehmens unb des feinen Auslandes, und zwar in einer sehr ansprechenden Form, so daß seine Lektüre jedermann interessiert. ES ist also nicht mit jenen trockenen pedantischen Anstandslehren, noch mit veralteten Büchern zu verwechseln, wie sie noch vielfach verbreitet werden. Für einfachere Verhältnisse genügt auch schon das Kleine Ansiandsbuch von I. v. Eltz (1,30 Mk.), dos einen Auszug aus dem größerem Werke darftellt. Letzteres wird noch ergänzt durch die Lebens- und Anstandsfragen von I. v. Eltz, die Altes und Neues über die Kunst zu leben, über Liebe und Ehe, die geselligen Sitten und den Anstand in besonderen Verhältnissen behandeln (5 Mk.).
Eine besondere Erwähnung verdienen die Christus- Romane und -Erzählungen von Fr. D. Pfannmüller: Die Erstlinge d'er Wüste und Als der Hei. land kam (je 5 Mk.), sowie von Viktorin Schedlbaur: Der Stern des Meeres (3,50 Mk.), nicht zuletzt auch die Legendenerzahlungen Folge mir nach! von 91. Homscheid (1,50 Mk.). Diese Werke haben bei der Kritik Ivie beim Publikum eine gleich günstige Ausnahme gefunden. Sie eignen sich nicht bloß wegen des Stoffes, sondern auch wegen ihrer hochpoetischen Form zu einer erbaulichen Lektüre von jung und alt.
Ein reichillustrierteS Prachtwerk, da» gerade zu Weihnachten brsanderS gern al« Geschenkwerk verwendet wird, ist Das Heilige Land in Bild und Wort, eine Sammlung von Abbildungen der heiligen Stätten des Gelobten Lanb-s nach Originalphciographien mit er- läuterndem Text (5 Mk.). Die 2. Auflage Hai Monsignore L. Richen, der vorzügliche Kenner Palästinas, neu bearbeitet. Die 80 Qtierfoliobilder auf feinem Kunstdruck. Papier sind bis in die kleinsten Einzelheiten zuverlässig
finalen fogar vor jedem kleinen Konvittoristen 'Heiterkeit^ Zahlreich i>no überzeugend waren bie Bespiele für bte kleinliche Behandlung,' bie ben Katholiken unb ihren Institutionen immer roteaer ,u teil wirb. Untere Zeil barf sich nicht rühmen bet glorreichen ZustSnbe, so kinn- zeichnele Dr. Pfeiffer richtig bie Lage, folange noch katholische OreenSleule aus der Heimat verbannt sinb. Die Katholiken aber bürje" an esichts bieler Verhältnisse bte Hänbe nicht in ben Schoß legen. Was tollen wir tun '< Als ber Kulturkampf tobte unb bie Kirche in Geiahr war, ba h ben sich bie KcNholileu vereinigt, ba haben rotr uns zuiammengeschloff n feit unb treu. Unb so muß es jetzt wieder sein. Wir müssen bereit fein, Kreuiwcrchi zu ballen unb baiür zu sorgen, daß ber Kirche rin? i arte P: ala x tut Verieibiaung nciitebt. Brnvv. Anknüpfend an eine schöne mittelalterliche deutsche Legende, wonacb es Germanen au5 dem Westfalengau gewesen sind, die einst als römische Soldaten unter dem Kreuze Christi die Wache gehalten haben, wandte sich der Oieinct zum Schlüsse mit hinreißendem Aufruf an bte deutschen Katholiken, festzuhalten am Kreuze. ^Das Kreuz ist unser Zeichen gewesen in den größten Slun. den unserer nationalen Geschichte. Mit dem Kreuze in der Hand muß auch jetzt jeder Mann auf den Plan treten. AU unsere Tätigkeit im öffentlichen Leben geschehe im Zeichen des Kreuzes, geschehe zu Gottes größerer Ehre. (Lebhafter Beifall.)
Ein Haus von Glorie schaut in alle Land' Gefügt von Gottes Meisterhand.
Dies herrliche Haus ist die Kirche. O, daß wir doch diese'Kirche tief int Herzen hatten möchten immer- dar! Freudig und wahr sei unsere Begeisterung für die Kirche. Mit freudiger Treue bekennen wir uns aber auch zu unserer Heimat, zu unserem Vaterlande. Es ist eine dauerhafte Treue, die wir ihm weihen, gegründet auf die ewigen Worte: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" und „Dem Kaiser was des Kaisers ist, und Gott waS Gottes ist." Aber man soll unS, die wir gern dem Kaiser geben, was der Kaiser? ist, auch ermöglichen, in jeder Hinsicht Gott zu geben, was Gottes ist. (Sehr richtig!) In der Liebe zur Heimat, zum Vater- lande lassen wir deutsche Katholiken uns nicht über, treffen. (Lebhafter Beifall.) So möge denn ein neuer Strom der Begeisterung für unfern Glauben und unsere Kirche von dieser festlichen Stunde ausgehen. Möge dieser Tag ein wahrhafter Festtag für uns fein, weil er uns abermals zeigt, welche Schätze der katholifche Glaube, die katholische Kirche in sich Birgt. Möge dieser Festtag uns ermuntern, uns zu bekennen zum Kreuze. Im Zeichen des Kreuzes wird der Sieg kommen. Man. ner und Frauen von Fulda, bilden wir eine heilige Schar! „Vexilla regis prodeunt." Ja, voran ziehen uns die Fahnen des Königs, voran ziehe uns das sieghafte Zeichen des Kreuzes.
Juvelnmr Beifall setzte ein, als ber Webner ge. enbet hatte. Immer reichet erneute sich der Applaus, der bewies, roie fehr Herr Dr. Pfeiffer den rechten Ton getroffen hatte.
Mit Orchefterbcgieitung unter der feinsinnigen Führung des Herrn Regens Prof. Schreiber fang bann ber Alumnenchor des PriefterseminarS »Das (Stab im Busento" von Rosenstengel, eine bet schönsten Schöpfungen auf bem Gebiete bes Kunstgesanges. Es wat ein Genuß, den Sängern zumhören, bie bie ton- malerischen Feinheiten des Liebe? prägnant zum Aus- bruck trachten.
Alsbann erhob sich der Hockwürbigste Herr Bischof, um zunächst in warmen Worten dem Festredner zu danken für die herrliche Red«, bie getragen von freudiger Liebe und Begeisterung zur hl. Kirche, die Bedeu'ung des Konifantinischen FreiheitSediktes gcjchildert und die Pflichten, die es den Katholiken auferlegt, klarelegt habe.
Wir können, so sagte ber Hochw. Herr, nicht besser unfern Dank aussprechen, als wenn wir bie Gesinnungen bes RebnerS zu den unserigen machen und ein jeder an seinem Platze eintreten für die volle Freiheit unserer Mutter, der heiligen Kirche. Herzlichen Dank sprach.der Hochwürdigste Herr Bischof weiter allen auS, die cm der schönen Feiet mitgewirki haben, besonders den Sängern, und wies dann hin auf eine besondere Nutz, anwendung, die die Stadt Fulda noch au8 der Festfeier ziehen solle. /Sie der hl. Konstantin in Rom, als die Kirche aus dem Dunkel der Katakomben an das Licht des hellen Tages stieg, herrliche Gotteshäuser baute, die Basilika des hl. Petrus, für die er selbst zu Ehren der 12 Apostel 12 Körbe Erde auSgehoben haben soll, die Laterankirche und andere, so wollen wir der Freiheit der Kirche dienen, indem wir sorgen, daß in der Boni. ätiuSftabt neue Kirchen erstehen. Das mod. Leben teile die Kirche vor neue Aufgaben, mache eine inten, itie Seelsorge nötig. In den Tagen der Mission habe hn, alS er die großen, dichtgedrängten Scharen der Manner gesehen, oft die Sorge beschlichen, wie soll für diese vielen heilsbegierigen unsterblichen Seelen scel. sorglich in richtiger Weise gewirkt werden, wie sollen für sie geeignete Gotteshäuser gebaut werden? Herzlich und inständig wände sich der Hochwürdigste Redner an die Versammlung mit der Bitte, doch mitzuarbeiten, daß die seit 50 Jahren von 10 000 auf 23 000 Einwohner angewachfene Stadt die so notwendigen neuen GotteS. Häuser bekomme. Ein oder zwei Gotteshäuser seien dringend notwendig, als neue Mittelpunkte, von denen auS die Seelsorge die Gläubigen erfassen könne. Helfen Sie unS, so bat der Herr Bischof, bamit die Derantwor-
unb beschränken sich nicht nur auf die in ben Hau> tzügea fast immer gleichen morgenländischen Landschaften und Städte, sondern bieten zugleich Ansichten vieler kultu» geschichtlicher Denkmäler, Gebäude und Ruinen, ab» wechselnd mit Szenen auS dem alltäglichen Leben der jetzigen Bewohner. Der jedem Bilde beigedruckte Be- gleittext aus der Feder deS fachkundigen Führers der Kölner Pilgerfahrten ins Heilige Land entspricht völlig dem Zwecke kurzer Orientierung. Reiseschilderungen werden immer gern gelesen, zumal wenn sie von je- wanden Berrüfiren, der wirklich etwas erlcBt hat. Ein solches Buch gißt Donatus Pfannmüller heraus unter dem Titel: Eine Walz zum Balkan (4 Mark). DaS Buch Berichte: von Not unb Entbehrung, aber auch von frischem, fröhlichem Wagemut unb Wanderfreude. Wir treten in eine dem modernen Menschen ganz fremde Wett. Wir werden zunächst durch die verschiedenen Gaue Deutschlands geführt und lernen da da? HcmdwerkSBurschenleBen von seiner Sonnen- und Schattenseite kennen. Und dann »reift der Plan zu einer Fußreife nach Konstantinopel und Palästina. In Eil. Märschen geht'S nach dem fernen Osten, immer auf SchusterS Rappen. Daß man dabei auch etwas erlebt, das zeigen die ernsten und lustigen Abenteuer, denen wir fast Seite für Seite Begegnen. Wir formen uns mit dem Erzähler in der weiten, glühenden Putzta, wir ziehen mit ihm durch die grünen Täler Serbiens, schauen von den Hohen der ValkanBerge auf stille, friedliche Dörfchen. Wir tvandern auch durch die düsteren Schluch. len deS Balkans, um den Grenzposten zu entgehen und immer weiter nach Osten vorzudringen. Alle? in allem ein sehr interessante?, spannend geschriebenes Buch, da? viele Leser verdient.
Zwei vorzügliche literarische Blutenlesen sind: Alter unb neuer Humor de? deutschen Volke?, eine Auswahl her Besten Schwänke, Schnurren und spas. sigen Geschichten, BerauSgegeBen von T. Kellen (3,60 Mk.) und Sonnige Stunden im Garten berDickt. k u n st, eine Mustersammlung von Dichtungen für Schule und Hau» von T. Eick (5 Mark). Beide Bücher sind Hausbücher im besten Sinne be? Wortes unb dienen einer edlen Unterhaltung.
Der sich weiter über diese und andere Werke des Verlages von Frebebeul & Koenen in Esten orientieren will, verlange von diesem den Weihnachtrkatalog, der cm jedermann unentgeltlich versandt wird.
hing die wir zusammen zu fragen haben, nicht zu schwer wird, helfen Sie, daß die Kirche ihre Aufgabe in vollem Umfange erfüllen kann! Kämpfen wir au di, daß in unserem Kreise, in unserer Familie der Geist de? Christentums, der alte katholische Geist, der Fulda groß gemacht hat, nicht auSfterbe. Da? sei unser Ge. löbni?! Der Hochw. Herr Bischof teilte dann mit, «daß ripip . y Pd-en dem- hl. Vater von der heutigen kirchlichen und weltlichen Schlutzfeier des Konstantin i- schen Jubiläums Mitteilung gemacht und ihm zugleich von dem erhebenden Verlauf der hl. Mission Kenntnis gegeben habe. Heute nun sei auf feine, deS Bischofs, Bitte, telegraphische Mitteilung vom Kardinal-StaatSsefretär Merry bei Val gekommen, daß der hl. Vater den p ä p st. ließen Segen erteile. DaS Telegramm lautet in deutscher Uebersetzung: „Der hl. Vater erteilt in boller Liebe den apostolischen Segen."
Der Versammlung, bie in die Knie gesunken war, spendete der Hochw. Herr Bischof dann den päpstlichen Segen und brachte endlich nach einigen Schlußworten ein Hoch aus den hl. Vater aus, das brausende Zu» stimmung fand.
Als uro-iL Sangesprobe bot ber Alumnencbor bett 18. Psalm: „Die Himmel erzählen bie Ehre Gottes", der in seiner herrlichen Verlobung und feiner meisterhaften Instrumentierung durch Fran, Lifrt, sowie in seiner packenden Wiedergabe durch den Chor reichen Beifall erntete.
Die tief empfundenen heiter gefärbten Melodien des Ciores aus der Verdi'schen Oper .Die Lorn'-ai Den", von der Ärtilleriekapelle trefflich gespielt, btltetett den wncksamen und schönen Schluß des Festabends.
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Sin Antwortschre Iben bei hl. BaterS.
Auf bas Schreiben, durch das der Hochwürbigste Herr Bischof bem bl. Vater über ben großartigen Verlauf bet letzten Mission in ber Stabt Fulda und die atlerreärts in der Diözese abgehaltenen Kon- ftantinjeiern Bericht erstattet und deffen Segen für bie bevorstehende Schlußfeier des Konftanttnischen Jubiläum» in Fulda selbst erbeten hatte, ist heut« früh folgende Antwort eingetroffen, die wir zunächst im Urtext, alsdann in bet Uebersetzung wiedergeben.
Dal Vaticano, die 4. decembris 1913.
Illustrissime ac Rev i en dis ime Dom ine, Epistolam tuam pergrat m haouit Beatissimus Pater. Ea quippe nuntia quae amantissimo Eiusdem cordi et laetandl et giatuiandi et bene speiandi praebent argumentum. Pari. Deus ut sind a tua ita sint doecesis tune lide- libus aluiana, ut ex so lemnibus, quae tanto plendore mens tibi tuisque est peragere, usque novos fideles iidem conclpiant ignes ut Ecclesiae matrl arctius In dies adhaeieant, eiusque disc plinam non verbo tantum adament, neque lingua, sed opeie et verita e.
Quod ut feliciter eveniat, coel stium auspicem bonorum pater na«, que testem benevoknti e, Aposto- licam Benedictionem Augustus Pontifex tibi tuisque iidelibus omnibus peramanter in Domino imoertit.
Hac ego libenler utor occasione ut exlstimationem In le meam confirmem meque Amplitudini luae profitear. Ufo ac RTTo Duo. Adictissimum
J. D. Schmitt R. Card. Merry del Val
Episcopo Fuldensi Fuldam.
Aus bem Vatikan, 4. Dez. 1913.
Hochroohlgeborner, Hochwürdigiier Herr!
Ihr Schreiben bat ber hl. Vater mit großer Freut,, aufgenommen, tötetet boch Der barin enthaltene Bericht Seinem Ittbenben Herzen Anlaß zur Freud«, zum Glück» roun dj unb zur stoben Hoffnung. Gode Golt, Daß Ihr« Bemühungen bei ben Gläubigen Ihrer Diöze-e Den Erfolg haben, baß btefelbtn au« ber beooruebenben Feier, bte St« unb Ihr« Diöz«sanen Io glanzvoll begehen wollen, noch mehr an Eifer zunehmen, fo baß si« ber hl. Mutter ber Kirche immer feiler anhangen UND chre Unleiweifung mdjt nur im Wort« unD mit ber Zunge lieben, fonbetn in ber Tat unb Wahrheit.
Damit dieser Wunsch sich erjüüe, spendet Seine Heiligkeit Ihnen und allen Ihren Gläubigen als Bürg» schasl ber himmlndjen Güter unb Zeichen seines väier» liehen Wohlwollens aus Uebenbem Herzen tm Herrn ben Apoflolilchen Segen.
Gern benütze ich biefe Gelegenheit, um Eie meiner Hochfchätzung zu versichern und verharre
er. Gnaden dem Hochw. Eure ©naben Herrn I D. Schmitt, ergebenster
Bischof von Fulda, zu Fulda. R. Karb. Merry bei Val,
Lokales.
Fulda, 8. Dezember Jyl3.
§ hliszug. Aus der Rückkehr von LubwrnShafen nach Berlin durchfuhr Samstag abend 11.10 Uhr der kaiierliche Hofzug dl« hiesige Slalion.
X Meisterprüfung. Im Handwerkskammerbezirk Kastel haben tn biejem Jahre bis 1. Dezember er. vor den zuständigen Meifterprüfungskommissionen insgesamt 187 Person n ihre Mel'ierpiü'unq be-
SiUuiee Feuilleton.
— In Montenegro, dem jüngsten Königreiche,, wird Weihnachten in einer ganz besonderen Weise gefeiert, die auf alle, welche zu jener Zeit sich dort aufbaltcn, einen tiefen Eindruck zu machen Pflegt: es ist ein wirkliches Fest der Liebe. Und zwar insofern, als man an diesen Tagen wohl nirgends im ganzen Lande auch nur e i n armes, darbendes Menschenkind finden dürste. Es herrscht dort zu Weihnachten eine so ausgedehnte Gastfreundschaft untereinander, daß selbst die Wirtshäuser allen offenstehen und die Wirte von keinem Gaste Bezahlung annehmen, geschweige denn fordern. Der Fremde kann einen Einheimischen nicht schlimmer beleidigen, als wenn er ihn nicht besucht, um seinen Weihnachtsbraten zu kosten urb em Gläschen mit ihm zu trinken. Alle Bekannten besuchen sich gegenseitig, oft zieht man truppweise von einem zum andern, und jeder schließt sich dann der Rotte an. Der Weihnachtsbraten ist ein Schaf ober ein Schwein mit einer Orange im Maul. Dabei ist zu bewundern, daß es niemals zu rohen Schwelgereien kommt. Auch perfönliche Feindschaft ten hören während der Festtage auf, selbst der ver- haßte Zigeuner findet in jedem Hause ein ebensolches Willkommen wie der Mohammedaner und der ärgste Straßenmmp. Eine „Bescherung" gibts allerdings nicht, auch der brennende Lichterbaum hat sich noch nicht ein Geführt, wohl aber werden am Abend des ersten Feiertages in feierlicher Weise große Eichenklötze verbrannt, die am Tage vor allen Haustoren liegen, für jedes Familienglied einer, und bei Sonnenuntergang unter Liedersingen ins Haus gebracht werden. Din Beschluß des Tages bildet dann ein Re- volverfchikßen durchs ganze Land, das in größeren Orten so ohrenbetäubend ist, daß einem Hören und Sehen vergeht. . as
— Was allez in einer Zigarre enthalten ist. Dis Zigarre, die für den Raucher und den oberflächlichen Betrachter nichts weiter ist, als eine Rolle von Tabak- blättern mit einer Tabakhülle darum, die sich nach dem Anzünden lamflam in wohlschmeckenden Rauch