5. Blatt.
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*h Fuldaer Zeitung.
M 282.
taw-tas 6. Vez-md» 1913.
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sangsunerrichts ganz besonders ziele und neue Lehrpläne hat
höht. Man vergrößert dadu der glühenden Kohlenfläche.
X Der „unbeliebte Gesangunterricht".
Welche Unterrichtsfächer sind den Schulkinder« am liebsten? In einem Artikel, der in verschiedenen Blättern erscheint, ist darüber zu lesen:
Dies» Frage, dir an jeden Baier und jede Mutt« einmal deranlrilt und im Leden bte verschiedenste Beantwortung erfährt, haben neuerdings auch Lehrer durch statistisch» Feststellungen zu behandeln versucht, bei denen die Urteile der Kinder zugrunde gelegt sind. Nach dem Vorgänge Dr. Kellers in Ehemnitz, der di« Urteile von Untersekundanern, von Quartanern und 13—Isiährigrn Realschülern unteisuchk, bringt »rlbur Lode in der Umschau neues Material zu dem Thema bei. — Die technischen Fächer erfreuen nch der größten Beliebtheit, besonders erhalten Turnen und Zeichnen fast in jeder Klaste die meisten Stimmen. Dagegen nimmt Singe» der Lode's Verfuchen unter den unbeliebten Fächern bte erste Stelle em, da sich btt Schüler augenscheinlich mit der modernen Gesangsmelhode, bei der sie Noten lernen, Treffübungen singen und Choräle und Lieder nach Ziffern üben müssen, nicht befreunden können. — Äks Grund für die Unbeliebtheit wird angegegeben: »Es ist fo schwer!" Den Schülern ist alles, was ihnen einigermaßen Mühe bereitet, unangenehm und unbeliebt.
Kohle nicht augenblicklich in den dampfförmigen Zustand übergeht, sich also nicht verflüchtigt, sendern erft eine Zwischenstation macht und diese Zwischenstation heißt Schmelzung bezw. Verflüssigung.
Selbstverständlich ist mit diesem Unterdruckverfahren unter Untständen eine sehr, sehr hohe Temperatur zu erzielen; sie kann vielleicht auf 6500 bis 7000 Grad gesteigert werden.
Mit der Verflüsiigung des Kohlenstoffes ist der Traunt der alten Zauberkünstler wenn nicht erfüllt, so doch auf dem Wege zur Erfüllung, denn die Herstellung künstlicher Diamanten ist nun nicht mehr aussichtslos. Mit Freuden ist es zu begrüßen, daß ein deutscher Forscher die glänzende Entdeckung machte, an der sich durch Jahrhunderte hindurch viele Phantasten und zahlreiche Gelehrte vergeblich bemühten. ___
Auch bei den anderen Bettlern kann man sich von reichlichen Einnahmen überzeugen, die einen qewis- sen Wohlstand, hier und da sogar Reichtum im Gefolge haben. Fast jeder der Bettler hat sein eigenes Heim und seine eigenen Möbel, mag es auch manchmal in einem armen Stadtteil liegen. Dorthin keh- re.i sie nach vollendetem Tagewerk zurück. Der Einarm findet sein verlorenes Glied wieder, das Stelz- bein steigt auf gesunden Füßen umher, der Blinde zahlt nut Wohlgefallen die reiche Ernte und der mit eklen Wunden Behaftete ist wie durch ein Wunder geheilt. Ein Lappen und warmes Wasier haben die plötzliche „Heilung" bewirk. Nun zieht sich der Bettler um und in den bekannten Kneipen beginnt bald ein fröhliches Treiben. Man speist fein zu Abend, bricht einer Flasche Wein den Hals und ist sorglos und guter Dinge. Not kennt man ja nicht, denn die Einnahmen sind so mühelos und reichlich, daß man sogar noch einen Sparpfennig für seine alten Tage
Aehnltch geht es in anderen Städten, vor allem in London, zu Hier hat sich die Bettlerzunft zu einer solchen "ceisterschaft ausgewachsen, wie kaum in einer anderen Stadt. Das Bettlergewerbe hat hier seine eigene Industrie, seine Organisation. Die Londoner Bettler lachen über die harmlosen Krüppeltricks der Pariser, mit denen bei ihnen ntchts mehr auszurichten ist, so groß und tüchttg ist die Konkurrenz. Der Krüppeltrick wtrd nur von Dilettanten angewandt oder solchen, die es zu einer großen Meisterschaft ge-
t Sparpfennig für seine alten Tage zurücklegen kann. So hatte sich vor längerer Zeit vor dem Pariser Zentralpolizeigericht ein 71jähriger Greis zu verantworten, der auf der Straße beim Betteln aufgegriffen worden war. Bei seiner Durchsuchung sand man Staatspapiere im Werte von 8000 Mark, ein französisches Postsparkaflenbuch über 1280 Mark und außerdem Geld im Betrage von 640 Mark. Dem Richter erklärte er auf Befragen, das sei das Ergebnis seiner Lebensarbeit, denn seit seinem sechsten Jahre fei er Berufsbettler gewesen. Es gibt sogar Bettler, die über sichere Einnahmen verfügen, ?ie es ihnen möglich machen, im Sommer die Bäder, tm Winter aber die Riviera aufzusuchen.
Also Singen nimmt unter den unbeliebten Fächern die e r st e Stelle ein! „Es ist so schwer!"
Das Urteil des englischen Seminar-Musiklehrers Hullah, der im Auftrage des englischen Unterhauses gegen 1880 auch deutsche Schulen besuchte, dürfte letzt noch einige Berechtigung haben. Er urteilt«: „In Deutschland sind die Resultats des Gesangunterrichts im Allgemeinen die denkbar ärmsten, während sie in der Schweiz, in Holland und in Belgien in hohem Grade zufriedenstellend sind." — ES geschieht in unseren deutschen Schulen so viel, um den Verstand des Schülers zu entwickeln, ihn für das praktische Leben zu bilden. Die Pflege des Gemüts jedoch läuft Gefahr, vernachlässigt zu werden. Musik, insbesondere Gesang, ist die Sprache des Gemüts. Wie ist vor allen Völkern das Deutsche so reich an herrlichen Instrumental- und Gesangwerken! Diese Schätze dem Volk nahe zu bringen und es für deren veredelnde Wirkung aufnahmefähig zu machen, dürfte in erster Linie Aufgabe der Schule sein. Die Schulbehörde nimmt sich seit einigen Jahren des seither reckt stiefmütterlich behandelt gewesenen Ge- ' " " an. Höhere Lehr--
bracht haben. Das sind dann die Spitzen der Zunft und Künstler ihrer Art.
Das große Heer der Bettler zerfällt in bestimmte Gruppen. Den untergeordnetsten Zweig bilden die „Pflasterkünstler", jene Leute, die an den Straßenecken liegen und mit bunten Kreiden Bilder auf den Bürgersteig malen. Da brauchen sie weiter nichts zu tun, als sich neben die Bilder zu setzen und den offenen Hut hinzuhalten. Die Bilder lasten sie sich in den frühen Morgenstunden von Kunstschülerinnen der Akademie oder verkrachten Künstlern gegen ein geringes Entgelt malen. — Dann kommen die „armen Familienväter", die ebenso tote ihre Berufsgenosten in Paris mit Kindern das Geschäft machen. Im Ostend von London haben nämlich Frauen eine Verleihanstalt für Kinder eröffnet. Der Mann bezahlt dort eine bestimmte Summe und erhält bann ein Kind, nach denen übrigens die Nachfrage so groß ist, daß Hunderte von Kindern gestohlen und an die Frauen verkauft werden, um den Bedarf zu decken. — Tie vollkommenste Organisation ist die der Orgeldreher. Große Unternehmer, meist Italiener, haben das Geschäft in die Hand genommen. Sie besitzen eine große Zahl Drehorgeln, die sie wieder gegen eine bestimmte Summe ausleihen. Eines der größten Geschäfte hat mit dem italienischen Konsul einen Vertrag abgeschlossen, wonach dieser alle notleidenden Italiener, die um Hilfe zu ihm kommen, an das Geschäft überweist und sich dafür verpflichtet, in gewisser Hinsicht für die Leute zu sorgen. — lieber die „Straßensänger" ließe sich ein eigenes Kapitel schreiben, so zahlreich sind sie und so mannigfach ist ihr Auftreten. Bisweilen durchziehen ganze Orchester die Stadt. Andere produzieren sich als Schlangenmenschen oder führen mitten in den belebtesten Straßen Negertänze oder sonstige Gauflerstückchen auf, daß man beinahe glauben kann, man sei in einem Va- ri6te.
T. Die Elektrizität als Arzt.
Die vielseitige Verwendung der Elektrizität in der Heilkunde hat ganz neue Zwecke in der Medizin und in der Erlektrotechnik entstehen lasten, die uns unter den Namen Elektromedizin und Röntgentechnik bereits geläufig sind.
Ter wohltätige Einfluß eines luftreinigenden Gewitters auf Mensch, Tier und Pflanze ist jedermann bekannt; er wird auf die gewaltige Elektrizitätserregung und die hiermit verknüpfte Ozonierung der Lust zurückgeführt, die uns das dumpfe und drückende Gefühl in der schwülen Atmosphäre benimmt. Von dieser Beobachtung ausgehend hat der berühmte Gelehrte Svante Arrhenius in Stockholm durch eine Reihe von Experimenten festgestellt, daß sowohl die körperliche tote geistige Entwicklung von Kindern, die sich während des Schulunterrichtes in einem mit hochgespannter Elektrizität ersüllten Raume befinden, überaus gefördert wird. Tie Lehrer haben sowohl an sich selbst als auch an den Schülern die Wahrnehmung gemacht, daß die Widerstandstrast gegen Ermüdungszustände und die geistige Regsamkeit in hervorragendem Grade zunahmen.
Pariser und Londoner Bettler.
(Schluß.)
Am besten aber wird mit den Kindern Geschäft gemacht. Durch Schulung int frühesten Alter, durch Hebung in mehreren Generationen — es gibt nämlich Bettlerfamilien von vielen Geschlechtern — verstehen es diese jungen Wesen, sich das Aussehen tief- sten Jammers und Darbens zu geben. Wenn man sie matt und haltlos einherziehen oder hilflos in einer Ecke kauern sieht, wenn sie die greisenhaften Augen mit stummer, lechzender Bitte zu den Vorübergehenden aufschlagen, glaubt man unwillkürlich den Ruf: „Barmherzigkeit" von ihnen zu hören. Es liegt etwas so unsagbar Elendes, Unentrinnbares in diesen grau umflorten Kinderaugen, daß man nicht vorübergehen kann, ohne ein Almosen zu spenden, und es gehört zu den schönsten Zügen des menschlichen Herzens, daß es sich zu nichts so hinneigt wie zu den Kindern und daß es durch nichts so gerührt wird, wie durch ein leidendes Kind. „Bettler sind Psychologen" und Geschäft ist Geschäft. Allenthalben sind deshalb auch die Kinder dabei. Bald gehen sie allein, bald begleiten sie die leidende Mutter, bald führen sie den blinden Großvater ober kriechen um den angeblichen Vater herum.
Auf dem Boulevards des Italiens steht, in Lumpen gehüllt, ein Weib an der Mauer. Neben ihr hockt ein Kind, gleichfalls in Lumpen gehüllt wie die Mutter. Diese sagt nichts und braucht nichts zu lagen, denn die bittend ausgestreckie Hand des Kindes ist nimmer leer. — An einer dunklen Straßenecke steht ein Mann mit einem kleiden Kinde auf dem Arm. Das arme Ding sieht blaß und verhungert aus. Wer kann da vorübergehen, ohne dem Mann ein Geldstück in die Hand zu drücken, — Dort zieht ein kräftiger Mann durch die Straßen. Neben sich hat er zwei Knaben. Ein kleines Mädchen führt er an der Hand und eines trägt er auf dem Arm. Er schaut vergnügt aus, denn er kommt auf feine Rechnung. Vater von vier Kindern zu sein, ist nämlich nach Pariser Begriffen eine so selbstlose und patriotische Tat, die man mit einem großen Almosen belohnen muß. So könnte man noch eine ganze Reihe von Beispielen aufiühren.
Zu einer besseren Gattung von Bettlern gehören die sogenannten Almosenempfänger. Sie verstehen es, in mehreren Sprachen ihr Anliegen vorzubringen. Sie vermögen mit staunenswerter Sicherheit die Än- gehörigen Der einzelnen Nationen zu unterscheiden und in ihrer Muttersprache anzureden. Man ist daher ganz überrascht, wenn man im schönen Paris in seiner trauten Muttersprache angebettelt wird Das Benehmen dieser Bettler ist aber sonst mustergiltig. Sie sind diskret und wenn ihre Stimme auch dring- lich Hingt, ist sie trotzdem nicht belästtgend. Mit Vorliebe stehen sie an den großen Hotels ober warten tn ben eleganten Straßen. Durch eine Zeitung, das „Journal des Mendiants" (Tageblatt der Bettler) erfahren sie von reichen Trauungen und Begräbnis- ftn und sonstigen Familienfeiern, von Angebot und Nachfrage und allem, was zu ihrem Gewerbe gehört An fernem Benehmen werden sie nur von den Hausbettlern übertroffen, der Aristokratte der Bettlerwelt, bte bald unglückliche Schriftsteller, bald stel- lungslose Lehrer oder Künstler ohne Engagement sind. Sie stellen sich früh am Morgen ein, sind zeremoniell höflich, ja unterwürfig, Hagen traurig und niedergeschlagen ihr Leid und schildern in büftern Farben bie Not ber Ihrigen, bis ihnen ein Almosen ober eine sonstige Unterstützung gewährt wirb. Hat sich der Bettler bann ehrerbietig zurückgezogen, notiert er sich den Namen tn seinem Adreßbuch und beehrt den guttgen Geber nach Jahresfrist wieder mit seinem r gehört nun zu seinen „Klienten". Ein
solches Adreßbuch wurde einmal beschlagnahmt. Es enthielt außer Namen und Stand der Almosengeber den Tag des letzten Besuchs und die erhaltene Summe. Außerdem waren ben einzelnen Namen kurze Bemerkungen beigefügt über das erste Ber- halten ber Geber, ihre Neigungen unb Schwächen und dergleichen mehr. - A. zunächst filzig, nachher zugänglich. B. man muß von seinem letzten Roman sprechen. C. man muß auf die Sozialisten schimpfen. D. gutherzig, leicht gerührt und ähnliche. Mit.Hilfe dieses Buches verdiente der Mann 8—10 000 Franks das Jahr. Man sieht hieraus, daß die Leute mit Methode und raffiniertem Geschick arbeiten
C) Der flüssige Kohlenstoff
Wie kürzlich gemeldet wurde, ist es dem Vorsteher I des Physikalischen Instituts an der Universität Breslau, Geheimen Rcgicrungsrat Professor Tr. Lummer, nach langen Versuchen geglückt, den Kohlenstoff in I ben flüssigen Zustand zu überführen.
Diese Entdeckung kann für Technik und Industrie I von der größten Bedeutung werden. Mit ihr ist — I wenigstens im Prinzip — der Traum der alten Dia- I mantenmacher erfüllt. Denn schon vor rund drei I Jahrtausenden experimentierte man im Orient, dem klassischen Land der Edelsteine und Perlen, mit Dia- I manten. Man versuchte häufig kleinere zu schmelzen, I um durch ihre Bereinigung größere und daher be- I deutend wertvollere zu erzielen. Die Arbeiten miß- I glückten; sie wurden aber fast durch alle Jahrhunderte I fortgesetzt bis auf unsere Tage.
I Es war im Abendland in erster Linie der Groß- I Herzog Cosmos HL von Toskana, der Diamanten I zum Schmelzen bringen wollte. Der berüchtigte Graf I von Saint Germain operierte gleich Kaiser Franz I. I tn derselben Richtung. Ohne Eriolg. Ein solcher I konnte auch nicht erzielt werden, denn man kannte I die eigentliche Natur des Diamanten nicht.
Erst Ende des 18. Jahrhunderts kam der franzö- I fische Chemiker Lavoisier, dessen Haupt während der I großen Revolution unter der Guillotine fiel, darauf, I daß der Diamant nichts weiter wie reiner I Kohlenstoff sein könne. Die von dem Chemiker I Tennant (1796) bestätigte Ansicht gingen in den Stür- I men der Revolution verloren; erst im Laufe des 19.
Säkulurns wurde von andern Forschern konstatiert, daß der Diamant in der Tat reiner Kohlenstoff sei.
Der findet sich in freiem, d. h. reinem Zustande in der Natur als Diamant und Graphit. Er bildet den wesentlichen Bestandteil aller dem Tier- und Pflanzenreich entstammenden sogen, organischen Substanzen und ist namentlich in ben 'fossilen, durch langsame Verwesung von Pflanzenstoffen entstandenen Produkten — im Torf, in ber Braun- unb Steinkohle unb im Anthrazit — enthalten.
Die Versuche, ben Kohlenstoff zu verflüssigen, fallen mit ben ber künstlichen Darstellung ber Diaman- | ten aufs engste zusammen. Man probierte, den Kohlenstoff durch bestimmte indirekte Schmelzverfahren oder durch Verdampfen, mit Hilfe der Elektrizität, zum Kristallisieren als „Diamant" zu bringen. Die Forscher kamen zu keinem Ziel, glaubten aber doch aus ihren Experimenten den Schluß ziehen zu dürfen, daß sich der Kohlenstoff schmelzen lasse.
Mit dem Franzosen Moissan (1893) kam man dem Ziele näher; es gelang dem Gelehrten, der sich durch die Ausbildung der elektrischen Schmelzöfen große Verdienste erwarb, winzige Diamanten herzu- stellen. Moissan's Experimente und die von I. Friedländer (1898), R. v. Haßlinger und I. Wolf bewegten sich gleichfalls in der Richtung, den Kohlenstoss zu schmelzen bezw. zu verflüssigen.
Im Jahre 1901 beschrieb ber Deutsche Albert Subtoig ein Verfahren: Kohle durch Schmelzen unter hohem Druck direkt in Diamanten umzuwan- I dein. Die Arbeiten kamen aber auch nicht über kleine I Versuche hinaus; einige Male war es allerdings möglich, das Element — angeblich — für ganz kurze I Zeit und unter gewissen, sehr schwierigen Verhältnis- I fen in flüssigem Zustand zu erhalten.
1909 erregten die Arbeiten von M. Sa Rosa großes Aufsehen. Sie gipfelten darin, daß sich bet I Forscher elektrischer Temperaturen bediente, die bedeutend höher waren, als die, die im elektrischen Ofen erzeugt werden können. Er nahm reine Zucker- I kohle als Elektroden des in regelmäßigen Zwischen- I räumen singenden elektrischen Bogens (sog. singende Bogenlampe); das E^ebnis war gut; es gelang eine I Schmelzung, die zur Bildung Heiner Kohlentröpfchen I führte.
ziele und neue Lehrpläne hat sie für die höheren Mädchen- unb Knabenschulen vorgeschrieben. Glei- ckes wird bald für die Volksschulen geschehen. Der Weg zur Erreichung des Ziels ist dem Lehrer noch freigestellt. Eine große Anzahl von Lehrmethoben für den Gesangunterncht ist in den letzten Jahren ansgearbeitet und erprobt worden. Wie selten jedoch wird bei aller ernsten Arbeit das vorgeschriebene Lehrziel erreicht?! Was ist der Grund? Es fehlt den meisten Methoden an einem geeigneten Veranschaulichungsmittel, um das luftige Element des Tones an etwas Wesenhaftes zu binden. , Das beste, die Tonentfernungen darstellende Bild ist das der Klaviatur. Dieses ist in der verschiedensten Weise im Gesangunterricht verwandt. Die beste Verbindung der Noten mit dem Klaviaturbilde hat der frühere Seminar-Musiflehrer Julius Gelhausen in Gelsenkirchen (Verlag Chr. Gelhausen Nchf. in Gelsenkirchen) gesunden. Seine rationelle Gesangmethode nach diesem VeranschanlichungSmittel erscheint als die natürlichste, einfachste und schnellstens zum Ziele führende, so daß sie wohl mit Recht die Gesangmethode der Zukunft genannt wird. Gel- Hausen hat ohne Schülerauswahl seine Volksschulklassen bei wöchentlich nur 2 Gesangsiunden in nur 1 Jähre so weit gebracht, daß sie in sämtliche« Dur- und Moll-Tonarten bis 6 Kreuzchen unb 6 Bee« noch dem G- wie bem F-Schlüssel, selbst breistimmige Motetten, im vollsten Sinne bes Wortes vom Blatt sangen. Die durch diese Gesangmethode im Schüler geschaffene Tonvorstellung erleichtert ihm späterhin die Erlernung des Svielens irgend eines Musikinstruments ganz außerordentlich. An Gymnasien, höheren Mädchenschulen und Volksschulen ist die Methode mit großem Erfolg« angewandt. Und eins zeichnet die Gesangmethode Gelhausen außer ihren verblüffenden Erfolgen noch besonders aus: Ten Schülern ist der Gesangunterricht nach ihr, wie die darnach arbeitenden Lehrer bestätigen, der liebst e. Diese Methode führt in ihrem lückenlosen Aufbau vom Einfachsten ausgehend durch sämtliche melodischen unb rhythmischen Schwierigkeiten hindurch. Die Königl. Regierung in Arnsberg hat auf diese Methode empfehlend hingetoiesen; günstigst beurteilt ist sie u. a. von Prof. Martin Nabe-Berlin, Eduard Kremser-Wien, Karl Erler- München, P. Greg. Boeckelcr O.S.B., Prof. Maxi- milian Fleisch-Frankfurt a. M. Die mittels dieser Methode — hinsichtlich der Melodik unb Rhythmik — erreichten Ziele sinb bet aller Einfachheit unb Kürze bes Unterrichts viel höher als die in ben Preußischen Ministerialerlassen geforberten. Es wäre wün- sckenswert, daß die rationelle Gesangmethobe ^Gel- Hausen die wetteste Beachtung der Fachleute fände, ehe eine Ministerial-Berfügung bem Gesangunier- richte Dahnen vorzeichnet, die eine Einführung dieser genial-einfachen Methode zum mindesten verzögern wurden.
Die Beobachtung, daß mit ber Auffrischung der Lust nach einem Gewitter sich ein charakteristischer Ozongeruch wahrnehmbar macht, hat dazu geführt, daß bie Hygiene bas auf elektrischem Wege herge- I stellte künstliche Ozon mit Erfolg in ihre Dienste I stellte. Die Herstellung bes Ozons geschieht burch I elektrische Hochspannungsentlabung, bie in ber Weise erfolgt, daß zwischen Den beiben meist durch ein Dielektrikum (Glas oder Glimmer) getrennten Polen einer hochgespannten Elektrizitätsquelle bie sogenannte I stille, blaue, mit Ozonbildung verbundene Entladung I eingeleitet wird. Zur Herstellung von 1 Kilogramm Ozon, auch aktiver Sauerstoff genannt, mit Hilfe ber stillen elektrischen Entladung sind bei Ozonkonzentrationen von 1—2 rund 17 bis 25 Kilowattstunden (ba§ sind 23 bis 34 PZ-Stunben) erforderlich, wobei unter Ozonkonzentration bie Anzahl Gramm Ozon pro Kubikmeter Luft oder Sauerstoff zu verstehen ist.
Neben der Bedeutung, bie das Ozon für die Reinigung des Trinkwassers burch Vernichtung aller etwa vorhandenen Krankheitskeime erlangt hat, spielt I neuerdings auch seine Verwendung für die Zwecke I ber Reinigung und Sterilisierung ber Luft eine große Rolle. Bei größeren Menschen- ansammlnngen in geschlossenen Raumen wird die gute Luft in kurzer Zeit verbraucht und die Atmung erschwert. Tie wesentlichen Faktoren der sogen. Lust- Verderbnis sind in der Hauptsache Kohlensäure, Was- I serdampf und eine Anzahl organischer flüchtiger Sub- I stanzen, bie zum größten Teil Probukte ber Haut- I unb Lungenatmung sinb. Es hanbelt sich hierbei um I Stofftoechselprodukte, bie burch Haut- unb Bungen« I atmung abgesondert werden und sich in feinster Ver- I teilung de'' Lufr beimengen. Diese feinen Substanzen I machen sich den Genrchsnerven sehr unangenehm bemerkbar und die Luft bei schlechter Ventilation ge- I radezn unerträglich. Der Lüftungstechnik hat weder I die Beseitigung der Kohlensäure noch die Einschrän- I kung der Anreicherung von Wasserdampf so erheb- I liehe Schwierigkeiten gemacht, wie gerade die Zer- I ftörung dieser übelriechenden Substanzen, die Den Aufenthalt für die Menschen so unbehaglich machen.
I Erst wenn Ozon zugleich mit ber Frischluft einge- I führt wird, läßt sich eine wirkliche Luftverbesserung erzielen.
I _ Die sterilisierende Kraft bes Ozons gewinnt auch I ür bie Wundbehanblung immer mehr Be- I Deutung; von vielen Chirurgen wird hochkonzentrierte j Ozonluft mit Erfolg zur Behandlung von Operations- I wunden an Stelle der bisherigen antiseptischen Ver- I fahren benutzt.
I Tie hinlänglich bekannte Heilwirkung der I Wär m e für den menschlichen Körper hat durch I einen neuen elektrischen Apparat zur Erzeugung von I Wärme in beliebiger Tiefe des Körpers mittels hoch- I frequenter, schwach gedämpfter elektrischer Schwin- I gütigen eine weitere Ausbildung und Anwendungs- möglichkeit erfahren. Dem Arzte war früher keine
I Möglichkeit gegeben, um Warme in tiefere Körperteile zu bringen, ohne die Haut zu zerstören. Tie bekannten W«rtneapplikatwnsmethoden beruhen alle auf dem Prinzip, erwärmte Medien, tote heiße Luft, Wasier, Kompressen, auf die Haut wirken zu lassen, um durch diese hindurch den tteferliegenden Teilen die Wärme mitzuteilen. Da nun die Haut ein sehr schlechter Wärmeleiter ist, so bringt bet biefen Verfahren die Wärme nur um Bruchteile eines Millimeters ein, währenb es notwenbig ist, gerade die I Temperatur der inneren Gewebe zu erhöhen. Mit dem neuen Apparat werden Hochfrequenzströme von I 1 Million Schwingungen pro Sekunde in der gleichen I Weise erzeugt, wie sie in der drahtlosen Telegraphie I nblicfi. ist. Die mit einer Löschfunkenstrecke erzeugten I Schwingungen in einem aus einer Spule und einem Kondensator bestehenden Schwingungskreise rufen in I einem zweiten Schwingungskreis ohne Funkenstrecke die dem Patienten zu applizierenden Hochfrequenz- I ströme hervor. Ihre Wärmewirkung ist ihrer Natur I nach nichts anderes als Joule'sche Stromwärme, die I entsprechend der Leitfähigkeit und Stromstärke (bis zu 2,5 Ampöre) in die einzelnen Partien der Gewebe einbringt. Tie erzeugten Temperaturen sowie die I Tiefe der Einwirkung nach jeder gewollten Richtung I bin sind in weiten Grenzen regulierbar. Die physiologische Eigentümlichkeit der Einwirkung hochfrequenten Wechselstromes durch den Diatbermie-Appa- rat beruht in der reinen Erzeugung erhöhter Körpertemperatur ohne nervenreizende Nebenwirkungen.
__ Tie Körperdurchwärmung mittels elektrischer Schwingungen dient insbesondere für innere Behandlung zur Schmerzstillung bei Rheumatis- I m ü s, Gicht und Gelenkleiden, ferner bei Erkran- I hingen des Blutzirkulationssystems zur Herabsetzung I des Blutdruckes und Kräftigung des H e r z m u s- I k e l s; auch die Zerstörung von Geschwülsten im In- I nern des Körpers kann durch Diathermie (Durchwär- I ntur«) herbeigeführt werden.
Allerlei.
— Tie Körpergröße der deuffchen Fra«. Nur wenig bekannt ist es, daß die Körpergröße der Frau von großer Bedeutung für die Militärtüchtigkeit bei Volkes ist. Unter ben Frauen ber Welt nimmt bte germanische Frau in bezug auf bie Körpergröße die erste Stelle ein. Der Durchschnittswert der Körpergröße bei den italienischen Frauen beträgt 1,52 Meter, bei ber Französin 1,54 Meter, bei ber germanischen Frau 1,58 Meter. Unb mit biefem Unterschiebe ber Größenverhältnisie zwischen der französischen und der deutschen Frau hängt innig zusammen, baß der deutsche Soldat den französischen an Größe bedeutend überragt. Im deutschen Heere haben 37,75 Prozent aller Soldaten das Gardemaß, also die Länge von mindestens 170 Zentimeter, während im französischen Heere nur 7,6 Prozent dieses Maß erreichen.
— GiatiS-Klsrnbahnkahrt für Reuv- " ä lf« Im nordwestlichen Teile von Kanada genieß l uver- mäblte ein gant eigenartiges Privilegium. an ist allnscits, alio auch seitens der staatlichen Behörden bemüht, da» Land m bevölkern, und erleichtert den shon vorhandenen Bewohnern diese scköne Ausgabe auf jede möglich» Weise. Gewöhnlich wandern nur Junggesellen ein. Die suchen und finden bald gut» lohnende Arbeit und siedeln sich an. Verläßt ein leider Kolonist nun den Ort, um sich auswärts eine Frau zu holen, so hat er nur die Hinfahrt auf der Eisenbahn zu bezahlen und zugleich ein .Ehe illst" zu lö en, das ihm kostenlos gewährt wird. Bei bet Rücklahrt braucht er nur dieses Ehebillett und ben Tramchem vorzuweisen. Man befördert bann ihn unb leine Ehehälfte völlig umsonst in bie neue Heimat, ts.
In ähnlichen Bahnen scheint sich Prosesior Summer, dessen Hauptgebiet ein bestimmter Abschnitt der Optik (Strahlungsgesetze) bildet, bewegt zu haben. Auch er bediente sich wohl der Umwandlung elek irischer Energie in Licht-Energie. Dabei wird fast die gesamte, bem Stromkreis zugeführte elektrische Energiemenge auf bie Kohle konzentriert; im Lichtbogen entwickelt sich auf der positiven Kohle eine Temperatur bis zum Siebepunkt, der ungefähr bei 3500 Grad (nach anderen Angaben bei 3800 ober so- gar 4000 Grad) liegt. Tie Siedetemperatur ber Kohle ist also gleich ber Temperatur des Lichtbogens. Selbst wenn man bie zugeleitete Strom-Energie verstärkt, bann wirb bie Helligkeit nur ganz minimal erhöht. Man vergrößert dadurch fast nur die Größe der glühenden Kohlenfläche. Die Temperatur ist also unter normalen Verhältnissen nicht zu steigern; sie läßt sich aber höher spannen, wenn die sie'umgebende Luft entfernt wird. Diese Entfernung kann dadurch geschehen, daß man die Kohlen in einem luftleeren Raum zum Sieben bringt. Man kann sagen, ber Forscher arbeitet mit einem Unterdrück; dadurch dürfte erzielt werden, daß die brennend«.