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2. Blatt.

vruL der 5uld«er KctknHM<itrti in Salta.

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■h* Zuldaer Leitung. ♦*•

3« 279.

Mittwoch 3. Dezember 1915.

Lokaler.

Fulda, 3. Dezember 1913.

I Lie Finanzen der Städte in Hessen-Nassau.

Das preußische landesstatistische Amt veröffentlicht vergleichbare Angaben über die Finanzverhältnisse der hessen-nassauischen Städte mit über 10 000 Einwoh­nern und zwar erstrecken sich diese Angaben hinsicht­lich der Zuschläge zu den staatlich veranlagten direk­ten Steuern auf das Rechnungsjahr 1912, während die Beträge der indirekten Gemeindesteuern das be­richtigte Soll für das Rechnungsjahr 1911 nach dem Stande vom 31. März 1912 betreffen. Hinsichtlich där Geineindcschulden beziehen sich die Ziffern auf langfristige Anleihen, Hypotheken und Grundschuldcn sowie Restkaufgelder. Was die Zuschläge zu den staat­lich veranlagten direkten Steuern anlangt, so erhe­ben die Städte durchweg für alle Steuerquellen Zu­schläge. Der geringste Satz an Einkommensteuern wurde in Wiesbaden mit 100 Prozent erhoben. Dann folgt Homburg v. d. H. mit 125 Prozent, Kassel, Höchst je 135 Prozent, Frankfurt a. M. mit durch­schnittlich 136 Prozent. Den höchsten Satz hat Esch- wege mit 200 Prozent.

Das Ergebnis der direkten Gemeinde­steuern war in den einzelnen Orten sowohl abso­lut, wie auch verhältnismäßig ein sehr unterschied­liches. Im allgemeinen zeigt sich, daß je größer eine Kommune ist, desto leistungsfähiger ihr Steuerwesen. Diese Belastung berechnet sich pro Kopf der Belastung tote folgt:

Höchst 52,83 M.

Frankfurt a. M. 25,80

Wiesbaden 42,82

Biebrich 39,81

Homburg v.d.H. 34,61

Hanau 33,08

Limburg 32,47

Kassel 25,84

Eschwege 27,59

Marburg 27,23

Fulda 22,34

bei

135 Proz. Eink.-Zuschl.

136 „

100 „

175 „

125 „

löl ,, „

175 „

135 „

200 „

160 „

162 „

Höchst, Frankfurt a. Ak. erweisen sich also die direkten Steuern als besonders - ergiebig, während in Fulda am wenigsten zu holen ist.

An indirekten Steuern kommen in Be­tracht dre Umsatzsteuern, die Wertzuwachssteucr, die Schankkonzessionssteuer, die Brausteuer, die Lust­barkeitssteuer und Hundesteuer. Das Gesamterträg­nis war pro Kopf in:

Wiesbaden Frankturk a. M. Biebrich Homburg v. d. H. Höchst Fulda Marburg Kassel Hanau Eichwege Limburg

Mk.

7,03 5,75 4,14 3,66

3,3<, 3,24 3,13 2,91

2,49 2,03

1,77

Endlich die Schuldenlast, der natürlich in den städtischen Betriebswerken produktive Bcrmögens- stärke gegenüberstehen. Im allgemeinen er fort) er i die moderne Städteentwickelung außergewöhnliche Mit­tel, die nicht von der Gegenwart allein getragen wer­den können, sondern auch der Zukunst, die an den er­stehenden Werten partipiziert mit überbürdet werden müssen. So wird die städtische Verwaltung kompli­zierter. je größer der Apparat ist und der Geldbedarf steigt nicht Proportionell zur Bevölkerungszahl, son­dern in der Regel weit stärker, wie ja auch die Auf­gaben vielseitiger mit der Größe und Leistungsfähig­keit der Kommunen werden. Im besonderen spielen dann auch noch indirekte Momente hinein, die sich na­mentlich bei kleineren Städten bemerklich machen, wenn sie über größere überkommene Besitztümer ver­fügen. Unterschiede ergaben sich ferner' unter den sonst gleichen Voraussetzungen auch dadurch, daß in einzelnen Städten Einrichtungen geschaffen wurden, die in anderen Städten erst noch zu schaffen sind usw. Tie nachfolgende Uebersicht zeigt die Schnldenfummen und die Verteilung derselben auf den Kopf der Be- völkernngszahl, die Gesamtsumme in abgerundeten Ziffern:

Schulden

pro Kops.

Frankfurt a. M.

289,4 Mill. M.

671,68 M.

Wiesbaden

57,0 „ „

501,58 „

Hanau

17,9 „ „

463,48 „

Fulda

9,7 „ „

432,20 „

Homburg r. b. H.

6,1 „ „

412,12 „

Eschweie

3,g ,

314,56 „

Biebrich

6F " "

307,19 „

Marburg

6,2 „ „

283,30 „

Kastel

2.5 „ „

272,8!) „

Höchst

4,0 „ „

232,33 „

Limburg

1,1 „ „

104,97 ,,

Gute Bücher sind gute Freunde sagt ein bekanntes geflügeltes Wort: wir möchten's da­hin erweitern, daß wir sagen, gute und paffende Bücher sind gute Freunde, aber gerade das Passende unter dem vielen Guten herausfinden, ist oft gar schwer, auch fehlt meist dazu Zeit und Gelegenheit. Namentlich zur Weih­nachtszeit, wo mit Recht die Bücher einen hervorragen­den Platz unter den Geschenken cinnehmen, da sie dauernden Wert haben, ist hier oft guter Rat teuer. Die nachfolgenden Darlegungen sollen da helfend ein­greifen und nach Inhalt und Preis (gebundene Bücher) die wichtigsten Bücher der bekannten Herd er sch en V e r l a g § b u ch h a n d I u n g zu Freiburg im Breis­gau für die einzelnen Altersstufen und Lesergrupben vorführcn.

Wir beginnen mit der Jugend, da sie ja unter denen, die vom Christkind bedacht werden, an erster Stelle zu stehen pflegt. Der Anfang werde gemacht mit der Reli­giösen Jugendliteratur. Wir nennen da an erster Stelle: Das wahre Manna, ein Kommunionbüch- lein für große und kleine Kinder, von Friedrich Beetz (2. u. 3. Auf».. 1,30 Mk. und höher, je nach dem Ein­band). Das Büchlein entspricht im Zeitalter der Kinder- komnmnion einem wirklichen Bedürfnisse. Die 17 Bil­der von I. v. Führich bilden eine hübsche Zierde des auch sonst hübsch ausgestatteten Büchleins. Ein weiteres hier­her gehörendes Buch ist: Ehrenpreis, eine Fest­gabe für Erstkvmmunikantcn mit Beiträgen mehrerer Mitarbeiter zusammengestellt von Helene Pages (3,20 Mk.s. Es bringt Legenden vom Jesulein, Legenden von Heiligen und Seligen, die Heiligen und daS allerbci- ligste Altarsakrament sowie Erzählungen.

Wenden wir uns weiter zur Unterhaltnngs- literetur bet Jugend. Hier ist wohl in erster 7>lnie das dritte Bändchen der Kinderbibliothek Kinder­freude zu nennen, das den Titel führt: Gute Art, ° ° f c A r t, von Joseph Anton Pflanz (4. Ausl., 1 Mk ). tr» enthält 35 meist recht spannend geschriebene Erzäh­lungen, deren Zweck es ist, 5—löjährige Kinder zu unterhalten und erzieherisch zu belehren. Den Vogel abge|choisen har die Verlagshandlung mit dem Buche: ® 'e J-V1 eschichte v o nr hölzernen B e n g e l c , sPch E. Collodt deutsch bearbeitet von A. Grumann (2,30 Mk.). Das Buch schildert in humorvoller und spannender Art die tragischen und komischen Erlebnisse eines hölzernen Hampelmanns und wirkt nicht nur un- gemer» geistig anregend und unterhaltend, sondern

An der Spitze stehen also absolut, wie auch hin­sichtlich der Belastung pro Kops Frankfurt a. M. und Wiesbaden. Auch Fulda steht recht weit oben.

Im übrigen spricht diese Uebersicht für sich selbst. Ten Hauptteil der Schulden beanspruchen in allen Städten die langfristigen Anleihen. Die Gesamtschul­denlast aller hess.-nassauischen Städte mit unter 10 000 Einwohnern berechnet sich nach den Angaben des laitdesstatistischeu Amts auf rund 480,5 Mill. Mk. oder auf 429,36 Mk. pro Kopf der Bevölkerung.

+ Der Hoch« Herr Bischof von Limburg, Dr. Augustin Kilian, ist gestern abend zum Besuche des Hochw. Herrn Bischofs von Fulda hier einge­troffen.

# Personalien. Der Regierung-Referendar Hans Kurt von Ditfurth, welcher bei der Regierung in Kassel beschäftigt wurde, ist rach bestandener Staatsprüfung zum Regierungsassessor im Bezirk der König!. Regierung zu Kassel befördert worden.

— Der Oberpostdireklor Bergener hat als Nach­folger des verstorbenen Geheimen Oberpostrats Hoff­mann gestern die Leitung der Oberpostdirettion Kassel übernommen.

„//' Rektorprüsung. Vor der Königl. Prüfung?- kommission zu Kassel bestanden 11 Herren die Rektor­prüfung. 2 evangelische Pfarrer und 4 Lehrer er­warben sich die Befähigung zur Leitung von Volks­schulen, 5 Lehrer erlangten die Berechtigung zur Leitung von Volksschulen und von Schulen mit fremd­sprachlichem Unterricht, darunter 2 katholische Herren, Lehrer Altmann - Griesheim und Mittelschullehrer Kilber-Franksurt a. M.

;; Bestanden. Nach Absolvierung eines 8 monat­lichen Turnkursus bestanden dieser Tage vor der staatlichen Prüsungsko umission in Kassel die beiden wiffenschastltchen Lehrerinnen Fräulein Dorothea E d el und Fräulein Maria Schmitt aus Fulda das Turn- lehrermnen-Examen.

(!' Als Festredner für die weltliche Konstantinseier am Sonntag abend ist der Reichstagsabgeordnete, Dr. Maximilian Pfeiffer, Bibliothekar an der kgl Staalsbibklothek in München, gewonnen worden. Dr M. Pfeiffer gehört mit zu den glänzendsten Rednern, deren sich zurzeit die Katholiken Deutschlands erfreuen Dürfen.

t Tas zur Feier des KonstantinjubUamns von den Schülerinnen des tat Hotische ir Lyzeums und Oberlyzeums ausgeiührte Feitsprel „St. Agnes" erntete sowohl am Sonntag a!s auch au den beiden folgenden Abenden den reichsten Beifall des zahlreich tifdnenenen Publikums. Am Montag beehrten der Hochw. Herr Bischof, Herr Obcrbütgernteifier Dr. Antoni und zahlreiche Vertreter ces hochw. Klerus die Aufführung mit lhreui Be uch. Der Verlaus der Feier war im ganzen und im emzelnen durchaus würdig. Ein Prolog feierte die Beireiungstai K.nstautins und leitete, indenj er den Blick noch einmal rückwärts lenkte, aur ’Dte blutige Zeit der Christer Verfolgung, über zu dem Fnspiel, Oos von einem Mitglied des Institutes versaßt ist. Die jugendliche Glaubcnsheldin mit ihrem Herzen voll glühender Gottes- und Nächstenitebe und voll schm süchtigen Verlangens für Christus zu leiden und zu sterben, machte tiefen Eindruck auf die Zuschauer und entlockte manchem Ange Tränen der Rührung. Tie Wirkung des Stuckes, Das durch Tiefe und Inner­lichkeit der Gedanken und klassisch ichöne Sprache ausgezeichnet ist, wurde erhöbt durch Die musterhafte Darstellung Der einzelnen Rollen. Man sah, daß Die jugendlichen Spielerinnen mit frommem Verständnis ihre Ausgabe erfaßt halten. ’ Ein anmutige» lebendes Bild, Das Die verklärte Märtyrin zeigte, wie sie, um­geben von Engeln und Heiligen, zu den Füßen de§ JesukinDes kniet und aus seinen Händen die Sieges­palme empfängt, bildete den Schluß. Dazu erklang unter Klavier-" und Hantzoniumlregleitung ein herr­licher Chor von Piel: , Wie lieblich sind deine Wohnungen, der ebenso rote Die einleitende Krenzei- hymne mit Begeisterung vorgetragen wurde.

-$> Ter kachel kausmint». Verein begeht a n kommen­den Sonntag sein Ti tut ar fest mit einer gemein« ichastlrcheir Kommunion-Feier in der Marten-Kapelle oes Domes. Gleichsam als Vorbereitung auf diesen Festtag iprach am gestrigen Abend der geistliche Bei- tat des Vereins, Herr Oberlehrer Goebel, über da« Thema: »Tie Bibel als Vermittlerin Der göttlichen Offenbarung." Unter Heranziehung Der modernen Vibelforschung wurde die Talsächlichkeit der übernatürlichen Offenbarung aus der hl. Schrift bewiesen und Die Behauptungen des Atheismus und Monismus im richtigen Ächte gezeigt. Daraus wurde Die Notwendigkeit Der göttlichen Offenbarung, wie sie das nach Gott suchende schulDbewusite MensLenherz

auch erzieherisch. Das Buch macht seinen Weg in Deutschland. Insbesondere für Mädchen geeignet ist die Erzählung Erlebnisse eines Hühnchens von Z. Fleuriok, freie Bearbeitung von Philipp Laicus (4. Stuft, 2,40 Mk.). Gar wunderbar sind die Schick­sale des Hühnchens und feiner Herrschaften. Eine Er­zählung mehr für Knaben geeignet ist: N o r m an ne n- art und F r a n k c n b l n t, eine Rittergeschichte von Tb. Hillenkamp (3,40 Mk.>. Die Erzählung schildert in spannender Weise die Knabenjahre des Norinannen- herzogs Richard ohne Furcht, die reich an außerordent­lichen Wechselfällen ist. ^Jns Kapitel der Reiseerzählun­gen endlich gehört Jon Seenfon, N o n i, Erlebnisse eines jungen Isländers von ihm selbst erzählt, mit 12 Bil­dern (4,80 Mk.). Lebhafte, spannende Schilderung zeichnet auch dieses Buck aus, das das graphische Wissen der Leser zugleich spielend bereichert.

Für die reifere Jugend finden wir an b e- lehrenden Schriften erstlich P. Seb. v. Oers Briefe an junge Mädchen, betitelt Des Herzens Garten (1,50 Mk.), wo geschickt das Herz der Jung­frau mit einem Garten verglichen und Anleitung zur Pflege dieses Gärtchens gegeben wird. Ebenfalls für junge Mädchen find die beiden Bücher: Heldinnen der Frauenwelt von P. Hubert Klug Ö. Min. Cap. (2 Mk.) und Die Jugend großer Frauen, Sonntagslesungen für Jungfrauen von Dr. Konstantin Holl (2. u. 3. Aufl., 3,60 Mk. oder in Pergament 6 Mk.). Das erste Bücklein ist der Praxis entnommen und wird von Mitgliedern der Kongregationen für Jungfrauen mit großem Interesse gelesen werden. Tas zweite Buch entnimmt feine Frauengestalten der Welt und wählt sie so aus, daß »jede Jungfrau an all diesen Beispielen aus den verschiedensten Ständen und Charakteranlagen genug des Großen und Schönen findet, das nicht bloß zur Bewunderung und Erbauung, sondern auch zur Nachfolge begeistern muß". Von demselben Verfasser erschien für die männliche Jugend Die Jugend großer Männer (4. u. 5. Aufl., 3 Mk.). Von dem Volksschriftsteller Alban Stolz, den auch die Ju­gend unbedingt kennen muß, gibt Prof. Heinrich Wag­ner in Edelsteine aus reicher Schatzkammer (4. u. 5. Aufl, 2 Mk.) eine vorzügliche Auswahl aus dessen Schriften. Es ist ein ganz mächtiges und bil­liges Buch, das hier der Verlag dem Lesepublikvm bietet.

Wenden wir uns nun zur Unterhaltung s - literatur der reiferen Jugend. Wir emp­fehlen da in eriter Linie wiederum für die Jugend der

benötigt, gefolgert. Die Versammlung spendete dem Redner reichen Beifall.

== Ter Vorschuß»»«» zu Fulda (e. G. m. b. H.) hielt gestern abend int „Kaiserhos" Die zweite ordent­liche Generalversammlung für 1913 ab. Die Ver­sammlung wurde vom Vorsitzenden des Aussichtsrates Zimmermeister Joseph Fritz geleitet. Die satzungs­gemäß ausscheidenden Mitglieder des Aussichtsrates: Karl Kräh, Joseph Reinhardt,-F. W. Ruppert und Konrad Wiegand wurden aus 3 Jahre wieder­gewählt. Für den verstorbenen Kunstgärtner Breiten­born, dem der Vorsitzende einen kurzen ehrenden Nachruf widmete, wurde mit Wirkung bis zum 31. Dezember 1915 Zahntechniker Kapp gewählt. Den Bericht über die vom Verbandsrevisor Dörr- Friedberg am 7. April vorgenommene Revision der Genossenschaft erstattete Bavkvorsta"d Mollen­hauer. Die von dem Verbandsrevisor vorgeschlagene weitere Erhöhung des Hochstkredits wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt.

2 Nbonuemeutskonznt der Artiüenekapklle. Das Streben des Trompeterkorps unseres Feldartillerie- Rcgiments ist unablässig daraus gerichtet gewesen, gute, den breiten Massen verständliche Musik zu bieten. Der gestrige Abend, der die dieswinterlichen Abonne- mentskonzerte eröffnete, war in der Hauptsache den volkstümlichen Werken älterer Meister gewidmet. Mit innigem Behagen lauschte dasPublikum der bestrickenden von "den Modernen fast ganz in den Bann erklärten Melodik, wie sie aus den Kompositionen von Verdi, Nicolai und Maillark zu uns spricht. Das Orchester unter der Führung des Obermusikmeisters Sandow empfahl sich gestern wiederum durch wohlgepflegtes Zusammenspiel, sowie durch Präzision und Beseelung ves Vortrages. Lebensprühend wurde die Ouvertüre zur Operette »Pique Dame* von Suppe w'edergegeben, exakt und sehr ansprechend Intermezzo und Barcarole ans derOffenbachlehen Oper „Hoffmanns Erzählungen". Gefällig, mit klaren und großen Zügen gestaltete die Kapelle" Die reizvollen Fantasien aus „Traviala" und aus Dem „Glöckchen des Eremiten"; sodann die Ouver­türe zu der komischen Oper „Die lustigen Weiber von Windsor". Die schwermütige Tonsprache des Russen Tschaikowsky in seinem Stimmungsbild „Im Herbst* 'and beim Publikum weniger Anklang. Dem beiteten Genre wurden gerecht ein Potpourri von Conradi „Musikalisches Äktienunternehmen", ein originelles L'edchen von Penn „Das Honigblümchen und die Biene" worin der brummige Kontrabaß Die Partie Der Biene übernimmt, der leicht beschwingte Walzer „Frauen und Sterne" von Winterberg und die stets siegesqewisse „Wachtparadc" von Eilenberg. Das Orcke er, das nir seine vortrefflichen Leistung.n dankbare Zuhörer fand, bereicherte die Vortrags- utbmtng um veisch'edeiie Zugaben. Als Geigensolist trat £ err Rauch auf. Er spielte die „Balletszene" von de Benot mit sicherem Slilgesühl und guter Beherrschung der mnfika ilchen Äusdrucksmittel. Die 'äea.’citung 'war klar und anschmiegend. Ter be- geisterte Beifall des großen Auditoriums nötigte Herrn Rauch zu einer Wiederholung. Er wird sich gewiß die wettere Foribi Dung angelegen fein taffen und das Dichterwort befolgen: „Laßt unverzagt uns weiter schreiten, es schlummern in den goldenen Saiten noch unbekannte Kralle viel"

!! Der Bo-stand des „Junq>D?ulschland", Ortsver­band Frankfurt a. M. teilt uns u. a. folgendes mit: Der Artikel „Weltliche Jugendpflege" in der Fuldaer Zeitung vom 21. November wende sich mit Recht aegen den Inhalt einer Broschüre „Mit Gott für König und Vaterland", Nr. 9 des „Bücherschatz für die deutsche Jugend"'. Wenn dieser Artikel aber gleich­zeitig mitteile, daß der Jnngdelitschlandbund diesen "„Bücherschatz" herausgebe und der Jungdeutschland- bunb für diese bedauerlichen Mißgriffe verantwortlich gemacht würden, so entspreche das den Tatsachen nicht. Diese Bucherserie sei bei dem Verlag Friedr. Engelmann, Leipzig erschienen und enthalte Sachen, die Pich mit den Grundsätzen des Jungdeutschland­bundes in keiner Weise vereinbaren lassen. Der Jungdeutschlandbund stehe diesem Unternehmen vollständig fern und habe keinerlei Einfluß weder auf den Inhalt dieser Bücher noch auf die Auswahl der Mitarbeiter gehabt. , . ■

X Hm'dwkrisausschnß. Durch die am Montag getä'-.gte Wahl von 5 Vertretern für Den Handwerks- ausschuß seitens der Schuhmacher-Innung, ist nun­mehr dieser Ausschuß vollzählig geworden. Er zählt jetzt einschließlich des Vorsitzenden, Oberbürger, ineisters Dr. rtntoni, rnsgeiamt 21 Mitglieder. Diese verleiten sich auf die einzelnen Innungen bezw den Gewerbeverein wie folgt: Fleischer-Jnming 2, Bäcker- Jnnnng 2, Schreiner-Innung 2, Schlosser« und Friseur-Jnnüng je 1, Maurer-Zimmerer- und Dach- decker-Jnnuna 3, Schuhmacher-Innung 5 und ®r« besseren Stände, welche die höheren Schulen besucht, die vorzügliche Bibliothek deutscher Klas­siker von C. Hellinghaus (3. Aufl,, 12 Bdc. je 3 Mk.). in der gesckickt unter Auslassung alles Verletzenden und Unschönen die wichtigsten Werke unserer deutschen Dich­ter zusarnuiengestellt. .sind. Die Kurze Geschichte der Weltliteratur von Dr. K. Holterrnann (6,20 Mk.) bietet in gedrängter. Darstellung die Lite­raturen der Kulturvölker alter und neuer Zeit. Die zuletzt genannten Bücher beschränken ihren Kreis nicht ausschließlich auf die studierende reifere Jugend, nein, jeder Literaturliebhaber kann,sie mit Nutzen gebrauchen. Das andere Buch, .das hier noch genannt werden muß, gehört eigentlich, unter die Gefchichtswerke, soll aber doch hier angeführt werden, weil es für Jugend und Volk geschrieben, es ist Die katholische Kirche der Neuzeit von P. Cäntisius M. Werner (3,60 Mk.), ein packend und kräftig geschriebenes Ge­schichtsbuch, das jeden Leser rasch über die geschichtlichen Geschehnisse orientiert ryib .ihm das Material bietet, die zahlreichen Geschichtslügen und Verdrehungen der Jetztzeit zu widerlegen; das . Buck gehört zum eisernen Bestand einer jeden Haus- und Volksbibliothek.

Erbauungsliteratur für das Volk. Unter den Volksschriftstellern steht au erster Linie Alban Stolz. Neuauflage drängt Neuauflage; wir nennen von diesen an erster Stelle die, so kräftig und packend ge­schriebenen Kalender für Zeit und Ewig­keit, die in 10 schmucken Bändchen, jedes zum Preise von nur 50 Pf. erschienen sind. Wer eine Auslese be­sonders schöner und erbaulicher Stellen aus Alban Stolz sucht, der greife zu der Auswahl, wie sie Otto Hätten- schwiller in den beiden Bändchen Kurzer Aufblick zu Gott (2,20 Mk.).. das im Anschlüsse an das Kir­chenjahr kurze Betrachtungen bietet, und In stiller Feierstunde (1,70 Mk.), das kleine aber würzige Betrachtungen für den Sonntag und Feierabend ent­hält, zusammengestellt hat. Daß übrigens die tüchtigen Volksschriftsteller auch in unfern Tagen nicht ausgestor. den sind, beweist das Erscheinen des Werkes Die Seele int Herrgott s winkel, Sonntagshüchlein für schlichte Leute von Heinrich Mohr (2 Mk.). Bekannt geworden ist der Verfasser zunächst durck das Buch Das Dorf in der Simmels; onne (4.—6. Aufl.. 2 Mk.), das im katholischen Volke reißenden Absatz fand. Wie man im stillen, dunklen Walde an der plät­schernde,. One"- Ruhe und Erholung für den Körper und Geist findet, fo hier die Seele an den in poetischer

rottbeöerein 4 Vertreter. Von der Echreiner-Jnnung. Friseur-Innung und Schuhmacher-Jnnung gehören die Obermeister Dem Ausschuß an. Drei der Jnnungs- verlreter gehören dem Stadtverordnetenkollegium an. Hoffentlich hort man nun bald einmal etwas von den Arbeiten dieser neuen Vertretungskörperschaft.

ms. Dreihundert Mark Prämie für Entdeckung eines Brandstifters. In der letzten Zeit hat es in einzelnen Gegenden des ehemaligen Kurhessens wiederum auf­fallend viel gebrannt und sind einzelne Städte und Ortschaften durch verheerende Feuersbrünste, welche auf vorsätzliche Brandstiftungen zurückgesührt werden, schwer heimgesucht worden. In den meisten Fällen hat es aber nicht gelungen, trotz eifrigster Bemühung behördlicher und polizeilicher Organe, die Brand« ftifiungen aufzuklären und den Täler zu ermittteln. Um nun auf diesem versteckten Gebiete etwas an« feuernd zu wirken und Die weilesten Kreise der Be­völkerung für die Ermittelung und Entdeckung von Brandstiftern ru erwärmen, hat der Landesaus» schuß beschlossen, für die Entdeckung eines Brand stisters in jedem einzelnen Falle eine Prämu von 300 Mark in baar auszusetzen.

hk. Unzutreffende Wertangabe bei der Einfuhr von Zigarren. In neuerer Zeit ist von Berliner Zoll­stellen bei dcr Abfertigung mit der Post aus Hol­land eingeführter Zigarren wiederholt die Wahr­nehmung gemacht worden, daß Der einzelnen Sen­dung eine Rechnung — in einem Falle auch eine von der Absenderin vorgerichtete Wertanmeldung — sur den Empiänger beigefügt war, in der für die be­zogenen Zigarren geringere Preise angegeben roaren, als in der Dem Absender von der Firma über die­selbe Sendung unmittelbar zugesandten Rechnung vom gleichen Tage. Augenscheinlich sollten die in, Den Paketen enthaltenen Doppelrechnungen unD Die Wertanmeldung eine Verkürzung Der Zollgefälle er­möglichen. Der Reichskanzler (Reichsschatzamt) hat Den Bundesregierungen mit eigener Zollverwaltung anläßlich eines Einzelfalles durch Rundsch^iben von dem Verfahren mit dem Anheimgeben Mitteilung gemacht, die Aufmerksamkeit der Zollstellen auf den Gegenstand hinzulenken. m o

w. Fuldaer Musikinstrumenten-Jndustne. Zu,unserer gestrigen Notiz über das Gutgeseü'sche Geschäft teilt man uns mit, daß dessen Gründung erst in die zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fallt. Gut- gesell, der Vater des kürzlich verstorbenen E. Z. Gut- gesell, gründete sein Geschäft, nachdem (et als Lehr­ling und Gehilfe bei Joseph Mollenhauer, dem ersten Pietallblasinstrumentenmacher Fuldas, seine Aus­bildung genoffen hatte. ,

a Tiagkweise von Ehrenzeichen. Da» Srteg§< Ministerium hat bestimmt, daß d:e Rote Adleo mebaiQe, Die KronenorDen-Medaille und Die Krieger- Verdienst - Meda lle in dieser Reihenfolge an Der Ordensschnalle unmittelbar hinter der Landwehr- Dienftauszeichnung 2. Klasse zu nagen sind. .

r+j Bettler und Siebe standen sozusagen serien­weise vor dem gestrigen Schöffengericht. Unter den Sieben war auch der 38 jährige Metzger O. Werner auS Schmalkalden, der im September einem Araber in der Herberge den Paß gestohlen, bin Bestohlenen am nächsten Tage noch geprügelt und ihm einen Koffer weggenommen hatte. W., Der zurzeit wegen anderer „Taten" in Marburg Staatsqnartier bezogen hat, wurde unter Einfluß Der in Marburg zu ver­büßenden Strafen zu einer Gesamtstrafe von zwei Monaten Geiängnis verurteilt, von Der 6 Tage URerstichungshaft abgeben.

-- Aus dem Amtsgerichtsgesiingnis ist heute vor­mittag der häufig wegen Bettelns vorbestrafte Ar­beiter Joh. Becker, 44 Jahre alt und ans Kulheim bei Köln gebürtig, entfloh en. Er war jungst abermals wegen Bettelns bestraft worden und sollte in den nächsten Tagen nach dem Arbeitshaus Brei­tenau gebracht werden. Becker entwich, auftragt worden war, die Mülleimer vor die Ture des Ämtsgerichtsgcbäudes zu stellen. Alle Leach, sorschungen blieben bis jetzt erfolglos.

— Der zweite lunstwistenschaftliche Vortrag, der heute abend im Vürgervereinssaale gehalten wird, beginnt, wie imnrt- um V-8 Uhr.

Bor trag ü6ct bett SScbtbcitrng. 2Iuf -ßciQtilflnuncj des Hruud- und Hausbesitzerverems wird der Vortrag über Die einmalige Wehrsteuer am Freitag dieser Woche, abendS 8 Uhr, im B^llhaussaal von Redakteur Blurn- schein.Frankiurt a. M. doch noch gehalten werden. Der Zutritt zu dieser Versammlung ist allen Interessenten gestaltet. Die Versammlung wird pünktlich um 8 Uhr beginnen. ____________ _ ___________

21 us dem Nachbargebiele.

* HrrSstld, 3. Dez. 1913. Gestern morgen wurde, der 72 Jahre alle Einwohner Grünewald in Asbach, der vollsiändig alleinsteht und im Gemeindeoause

Sprache geschriebenen Betrachtungen; es ist eine gleich anregende wie erbauende Sonniagslektürc.

Lehrer und Jugenderziehcr seien auf das mit gro­ßer Liebe und Hochachtung für den Lehrerstaud geschrie­bene Büchlein Glaubenslicht im Lehrberufe von M. H. Schnitzler (1,80 Mk.) aufmerksam gemacht. Goldene Worte sind es, die reiche Saat bringen. Weiter sei hier genannt der neu erschienene 2. Band des ~ e j i= Ions dcr Pädagogik im Verein mit Fachmännern und unter besonderer Mitwirkung von C. Willmann herausgegeben von E. M. Rolosf. Wie der erste Band dieses groß angelegten Werkes nicht nur in katholischen sondern auch andern Kreisen Beachtung und wohlwol­lende Ausnahme fand, wird es auch mit diesem mit derselben ’ Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit ' zusam­mengestellten Bande geschehen. 1. und 2. Band je 14 Mk. oder 16 Mk.). .. i

Wenden wir uns weiter zu den Schriften für ge­bildete Kreise im allgemeinen. Von Schriften, die zum Teile noch einen erbaulichen Charakter tra­gen, liegen zwei vor, das einzig schone Buch Mehr Freude von Dr. P. W. v. Keppler, Bischof von Rot- tenburg, das jetzt in Prachtausgabe (7 Mk., 11 Mk., 14 Mk. oder 20 Mk.) bereits im 76. bis 78. Tausend er- ( scheint, und Der Ahnen w c rt ! Ein Wort an den ( christlichen Adel von P. Seb. v. Oer O. S. B. (4,60 Mk.). Letzteres dürfte auch allen Angehörigen höherer Stände willkommen sein. . .

Einen hübschen Ilcbergang von dieser zur sog. schönen Literatur bildet das Buch: Als Mut­ter noch lebte, aus einer Kindheit von Dr. Peter Dorfler (2. und 3. Aufl., 3,50 Mk.). Ein eigener poe­tischer Reiz liegt über diesem Buche, das in ebenso hu­morvoller wie ergreifender Weise die kleinen Sorgen und Freuden aber auch die tollen Streiche der Kinder- welt schildert. Romane bietet die Verlagshandlung zwei neue: Im Schatten, Roman von M. Scharlau (4,60 ( Mk.). und Auf den Trümmern Messinas von Mario Barbera S. J. (3,80 Mk.). Die erste Erzählung ist ein fesselnder Gegenwartsroman mit reichen Aus­blicken auf die moderne Welt. Das andere Buch schildert den romantischen Lebensgang eines Findlings in Si­zilien; der Verfasser ist selbst Sizilianer und weiß da­her die dortigen Verhältnisse lebhaft zu schildern. In neuer Auflage erscheint Boy, Roman von Louis Go« loma (8. und 9. Tausend, 4 Mk.), das in fesselnder Weise uns ein Bild aus dem Leben der spanischen Aristokratie zeichnet. Eine weitere hübsche Festgabe finb j