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>x. Zur Krankenpflege auf -em Lande.

Für die Ausbreitung und Vertiefung der Kran- lenpflege auf dem Lande dürfte von nachhaltiger Wir­kung die außerordentliche Generalversammlung wer­den, zu der der Vorstand der „C a r i t a s v e r e i n i- gung für Landkrankenpf lege und Volks- Wohl^ vom 9. bis 12. November alle seit dem Be­stehen der Vereinigung durch diese ausgebildeten Krankenbesucherinnen und Krankenpflegerinnen nach dem Caritashause zu A r e n b e r g bei Koblenz ein­geladen hatte. Mit dieser Generalversammlung war ein Wiederholungskursus verbunden, wie denn über­haupt diese erste allgemeine Zusammenkunft den Teil­nehmerinnen viel Lehrreiches und Ermutigendes bot.

In den Vorträgen wechselten ab religiös-er- bauende, hygienische und soziale Themen. In einer Eroffnungs- und Schlutzandacht führte der Vor­sitzende der Tagung, Prälat Dr. Werthmann (Freiburg), die Bedeutung des Krankenpflegerinnen- derufes vor Augen, seine Schwierigkeiten und wie die­selben zu überwinden sind — anderseits seine Schön­heiten und Wichtigkeit für Familie, Gemeinde und Staat. Der ehrwürdige Vorkämpfer der Kranken­versorgung aus dem Lande und noch heute die Seele der Ausbrldungskurse zu Arenberg, Rektor Kirn (Arenberg), redete über die Ausgaben der Kranken­pflegerinnen in bezug auf die seelische Behandlung der Kranken.

Es sprachen ferner Kreisarzt Dr. Hilger- mann (Koblenz) über Begriff und Bedeutung der Hygiene, über das Wesen und die Bekämpfung der Tuberkulose u. a.: — Kinderarzt Dr. P i e s (Koblenz) über Wöchnerinnen- und Säuglingsfürsorge; — Ge­heimrat Dr. G; i s a r (Koblenz) über die erste Hilfe in Unglücksfällen. — Gräfin Spee (Schloß Mau- bach) brachte Mitteilungen aus der Praxis einer Krankenbcsucherin; — Landesrat Dr. Schmitt- m a n n ging in gründlichen Erörterungen auf die neue Reichsversicherungsordnung ein, dabei besonders ihre Nutzbarmachung für das Land berücksichtigend.

Die in diesen Ausführungen gegebenen Hinweise waren deshalb besonders freudig zu begrüßen, wer! die Landbevölkerung bisher im Verhältnis zu den In­dustriearbeitern und andern städtischen Kreisen aus den Segnungen der sozialen Gesetzgebung nur wenig Nutzen gezogen hat. So entfallen z. B. von der für „Heilverfahren" ausgegebenen ungeheuren Sum­me nur etwa 2 Prozent auf die Landbevölke- rung. Mit der allgemeinen Einführung der Kranken­kassen auch für die landwirtschaftlichen Arbeiter und das Gesinde dürfte — so ist mit Sicherheit anzu­nehmen — in der bisherigen Praxis ein Umschwung zum bessern eintreten. Die Mahnung des Redners, soweit die Verhältnisse es irgend zulasten, nach voller beruflicher Krankenpflegerinnen-Ausbildung zu streben und sich dabei der Beihilfe der Landesversiche­rungen zu bedienen, wird bei seinen strebsamen Zu­hörerinnen gewiß auf fruchtbaren Boden fallen. Es Ware bei der Versorgung auch des p l a t t e n Landes m!.t Krankenhilse als Ziel ins Auge zu fassen, daß möglichst iede Gemeinde wenigstens über eine voll­ständig ausgebildete Krankenpflegerin verfügte.

Die Generalversammlung diente auch dem Zwecke einen dauernden engem Zusammenschluß der Kran­kenbesucherinnen untereinander zur gegenseitigen Hilfe und H'vrdemng herbeizuführen. Durch die Bildung oon Bezirksverbänden, die meist den politischen Krei­sen entsprechen, welche Einteilung in vieler Beziehung Vorteile hat, und durch die Wahl von Kreisver- treterinnen ist dieses Ziel in glücklicher Weise erreicht worden.

Noch lange wird diese Zusammenkunft im Geiste und in den Herzen der Teilnehmenden leben; die Auf­frischung alter, die Erwerbung neuer Kenntnisse die vielen Anregungen durch Austausch von Erfahrun­gen, nicht zuletzt die auf religiöser Grundlage be­ruhende Ermutigung zu eifriger, tatkräftiger Weiter- arbeit zum Wohle des Nächsten, werden Segen tragen in weite Kreise Es ist dies um so freubiger zu be- grüßen, als dieser Segen gerade denen zugute kommt, die bisher von der sozialen Fürsorge am wenigsten erfaßt wurden und sie doch am nötigsten haben, so abgelegene Gebirgsorie mit unbemittelter Bevölke­rung, in denen diese Krankenbesucherinnen zum größ­ten Teil beheimatet sind und wirken. Darum sei den Veranstaltern und allen, die sich in besonderer Weise um das Gelingen und den schönen Verlauf der Ta­gung bemühten, Dank dafür.

Meines Feuilleton.

— Küchenunwahrheiten. Es stimmt nicht! Von Mutter aus Tochter werden oftmals Gewohnheiten vererbt, die falsch sind und doch mit Peinlicher Ge­nauigkeit ausgeübt werden. Viele davon beziehen sich auf Kochvorschriften. Eins der verhängnisvoll­sten Gebote in der Küche ist, bei einem Pilzgericht einen silbernen Löffel mitzukochen, um an etwaigen Flecken erkennen zuk önnen, ob giftige Pilze dabei waren. Manche Pilze färben sich schon beim Zu­rechtmachen dunkel, andere bleiben weiß; das hat mit dem Giftgehalt nicht das geringste zu tun. Das beste und eigentlich auch das einzige Mittel, sich vor Pilzvergiftung zu hüten, ist, die Püze genau zu ken­nen und außerdem nur tadellos frische, nie aber faulig gewordene mit zu verwenden. Es stimmt ferner nicht, daß Kuchenteig oder Aehnliches stets nach einer Seite gerührt werden darf. Wenn man zur Abwechselung einmal die linke Hand braucht und mit dieser nach der verpönten anderen Seite rührt, so schadet das nicht das geringste, wie überhaupt das Rühren einer Speise keinen anderen Zweck hat, als Luft hineinzubringen und sie dadurch locker zu machen. Auf welche Weise das erreicht wird, ist dabei ganz gleichgültig. So kann man z. B. eine der beliebten Schaumspeisen, die meist mit dem Quirl eine Stunde gerührt werden, ebenso gut und bedeutend schneller durch Schlagen mit dem Schneeschläger Herstellen. Viele Hausfrauen sind ferner der Meinung, daß an Fleischbrühe später kein Wasser angegossen werden darf, daß also das Einkochen derselben vorher gut berechnet werden muß. Gießt man kochendes Wasser zu, so schadet es gar nichts, bei kaltem wird freilich das Fleisch zu sehr ausgelaugt. Bei Hefenteig besteht ferner noch häufig die Meinung, daß ein bloßes An- ft°pen die Form genüge, um den Prozeß des gehens zu stören. Tas stimmt ebenfalls nicht. Man muß den Hefeteig in gleichmäßiger Wärme stehen lasten und ihn vor Abkühlung schützen. Der Garungspro-eß würde al=bunn verlangsamt, aber durchaus noch nicht aufgehoben. Ein» Küchenunwahr- hert, bie allerdings in neuester Zeit zu schwinben be­ginnt, ist bet Glaube, daß das erste Kochwasser der Gemüse fortgegossen werden müsse. Daß man vom Blumenkohl- und Spargelwaster eine wohlschmeckende

Lokales.

Fulda, 2. Dezember 1913.

# Personalien. Dem LandesgerichtSrat Giebr» t i ch in Hanau wurde der Rote Adlerorden 4. Klaffe verliehen.

(!) Der Fuldaer Geschichtsverein hatte auf gestern abend seine Getreuen in daS Hochzeitszimmer des Bürgervereinshauses zur Generalversammlung entboten. Wie erstaunt waren diejenigen, die immer zu kommen pflegen, alS von Minute zu Minute der traulich-vornehme Versammlungsraum sich immer deutlicher als viel zu klein erwies. Schließlich war das Sälchen völlig überfüllt von einem gewählten Publikum von Herren und Damen. Unter dem Gesichtspunkte, daß es hauptsächlich der angekündigte Vorirag über bie Ausgrabungen am Domplatz sei, der diesen ungewöhnlich großen Versammlungsbesuch gezeitigt habe, wurde der geschäftlich« Teil rajch erledigt. Der Vorsitzende, Oberbürgermetslrr Dr. Antoni, erstattete den Jahresbericht. Danach ist die Mitgliederzahl des Vereins auf 155 angewachsen und hat damit den Höchstpunkt seit dem Bestehen des Vereins erreicht. Die Vereinsbibliothek konnte noch lein würdiges Heim finden, bidj wird sie wohl in den nächsten Jahren in eigenen Räumen mit einem Lesezimmer untergebracht werden können. Außer der Veranstaltung einiger intereffanten Vortragsabende hat der Verein die Herausgabe zweier wissenschaft­licher Arbeiten (Prof. Dr. Richter: Die Werke Witzeis und Dr. Glöckner: Mundarten der Rhön) ermöglicht, mit 300 Mk. hat er die Ausgrabungen auf dem Domplatze unterstützt. Beigesteuert zu den Kosten dieser Arbeiten haben weiterhin u. a. der Hochw. Herr Bischof und das Domkapitel, die Stadt Fulda und eine Reihe von Privatpersonen. Nach langem Warten hat man nunmehr von der Historischen Kom­mission für Kurheffen und Waldeck die erste Lieferung der mit erheblicher Schwierigkeit herausgegebenen Ur­kunden des Klosters Fulda in Empfang nehmen können. Nach der von dem Kaffenwart, Herrn Weiu- großhändler Jofeph Schmitt, vorgelegten Rechnung stehen sich für daS Jahr 1913 2148 Mk. Einnahmen und 1708 Mk, Ausgaben gegenüber. Es bleibt ein Kassenbestand von 422 Mk. Die Rechnung wird be­stätigt. Der einstimmig genehmigte Voranschlag für 1914 sieht 1645 Mk. Einnahmen vor. lieber 1118 Mark ist bereits verfügt. Der Rest soll der Flur­namenforschung zu gut« kommen. Ihr Stand ist günstig. Sämtliche Fluren haben Bearbeiter ge. funden und es wird etwas Mustergiltiges geschaffen werden. Zum Schluffe des geschäftlichen Teiles wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt, nachdem ihm im Namen der Mitglieder Herr Renlner Dr. Siemens für seine bisherige Tätigkeit herzlich ge- dankt hatte. Er besteht aus den Herren Oberbürger­meister Dr. Antoni, Prof. Dr. Haas, Prof. Dr. Leim­bach, Prof. Dr. Richter, Oberbibliolhekar Dr. Scherer und Weingroßhändler Joseph Schmitt. Mit großer Aufmerkiamkeit folgte dann di» Versammlung den Ausführungen drS Herrn Prof. Vond»rau übet die von ihm geleiteten Ausgrabungen am Dom, die während deS Sommers so lebhaft alle an der Geschichte Fuldas interessierten Kreise unferer Stadt beschäftigt haben. Wir können hier darauf verzichten, die hochintereffanten Ausführungen, die durch zahl­reiche Pläne, Skizzen und Fundstücke ergänzt wurden, im einzelnen wiederzugeben. In den nächsten Tagen wird nämlich in den „Fuldaer Geschichtsblättern", der Monatsbeil. unjererZtg., ein mitAbbildungen versehener Aufsatz deS Herrn Pros. Vonderau übet daS gleiche Thema erscheinen. Vermerkt sei hier nur die Er­klärung, die der Vortragende für die im spitzen Winkel auf die alte östliche Domfaffade stoßende, bei den Grabungen untersuchte Mauer gab. Auf dieser Mauer stand der vielgenannte Sarkophag. Pros. Vonderau sieht in dieser mit großer Sorgfalt ge­fügten Mauer einen Teil der Befestigung deS alten Klosters. Auch das Kloster Et. Gallen hatte solche Befestigungsmauern aufzuweisen. Für die Vonderausch« Hypothese spricht der Umstand, daß eine zweite, gleiche Mauer bei den Grabungen an der dompfarrlichen Schule gefunden wurde. Diesen Resten einer gewaltigen Befestigung, ehrwürdigen Zeugen auS Fuldas Vergangenheit, muß auch künftig mit den Spaten nachgegangen werden. Der Versammlungsleiter dankte dem Vortragenden in ehrenden Worten. Er stellte fest, daß di« Stadt Fulda Herrn Profeffor Vonderau für die emsig« Forschungsarbeit aufrichtigen Dank schulde. In e-

Suppe kochen kann, ist noch nicht sehr lange bekannt, daß auch das Spinatwasser eine sehr wohlschmeckende Suppe ergibt, wissen aber wenige. Daß man schließ­lich Bohnen, Mohrrüben, ja sogar Kohl gar nicht abzuwellen braucht und dafür die Nährfalze dem Körper erhält, fängt auch erst seit kurzer Zeit an, sich durchzuringen. Etwas anderes ist es übrigens beim Reis, dessen Körnchen des besseren Aussehens wegen mit einer paraffinähnlichen Schicht überzogen sind, die sich durch das Brühen auflöst.

— Was gebraucht wird, um eine Stadt wie Berlin rein zu waschen, das zeigt ein Blick in die Einkaufs- Bücher der Berliner Etraßenreinigung, die im ver- pangenen Jahr« nicht weniger als 238,320 Mark aus- gegeben hat für Werkzeug, Geräte, Material und Un- terhalt, Löhne ganz ungerechnet. Es sind 42,000 neue Piaffawa-Befen angeschafft worden: bat ist bas Haupt» reiniguugS-Jnstrument trotz aller Maschinen und Vor­richtungen. Ader auch im übrigen ist di« Liste recht niedlich; sie verzeichnet nämlich u. a. folgenbe Massen, die eingekauft wurden, um im Interesse der bekann­ten Reinlichkeit Berlins verschmiert, verseift und sonst- wie verbraucht zu werden: 15 Kilogr. präpariertes Orl, 6000 Kilogr. Karbolsäure, 5200 Kilogr Wagen- schmiere, 1500 Kilogr. Brennöl, 5300 Kilogr. Petro­leum, 2750 Kilogr. Seife (also immer noch verhält­nismäßig wenig), 4200 Meter Scheuertücher, 3100 Kubikmeter Kies, 1400 Kubikmeter Sand (ebenialB überaschend geringe Mengen), 4600 Kilogr. Benzol,, 12,100 Kilogr. Benzin, last 2000 Kilogr. Automobil. Oel, 2S00 Kilogramm Schmi'röl, über 2600 Kilogr. P tz«olle, 1757 Kilogr. Stahl, 28,400 Kilogr. Eisen, 4600 Kilogr Eisenblech. Dies alles sind runde Zahlen, die trotz rhcer Höhe doch die Anerkennung erzeugen werben, daß man verhältnismäßig sparsam zu wirt­schaften weiß; denn Berlin ist gr»ß, und eS bedarf «trrzster Arbeit bei Tag und Nacht, um es in einem so blitzblanken Zustande zu erhalten, in dem e^sick — meistens befindet. An diesem Verbrauche find beteiligt eine Hauptllelle mit großen Werkstätten, vier Fahrzeugstellen un* 33 Gerätstellen.

— Dom Vogelschutz in England. Die englische Gesellschaft zum Schutze der seltenen Vögel teilte in ihrer letzten Ver-sammlung das Ergebnis einer ein­gehenden Untersuchung über den Handel mit Federn in London mit, aits dem hervorgeht, wie bringend ftrengere Maßregeln der Gesetzgebung erforderlich

höhtem Maß aber sei ihm der Fuldaer Geschichts­verein zum Danke verpflichtet, der sich der Erfolge des eifrigen Forschers in erster Linie erfreuen könne Er schloß sich eine lurze Diskussion an, worin namentlich die Meinungen über die Person des in dem Sarkophag Beigeietzten auSgelaufcht wurden. Prof. Dr. Richter gab der Vermutung Ausdruck, daß die Inschrift der mit Vorgefundenen Bronzetafel aus einen vom Heidentum zum Christentum überge« tretenen Sachsen hindeute und daß es sich vielleicht um einen Ahnen des Königs Heinrich handel«. Auch Oberbibliolhekar Dr. Scherer hielt den Toien für einen Sachsen, vielleicht aus der Zeit Karls des Großen oder aus etwas fpäterer Zeit. Mit König Konradi, hat der Skelettfund nichts zu tun. So sicher es zwar ist, daß dieser König in Fulda bei- gesetzt wurde, so ausgeschloffen muß es erschein-«, den Rest dieses Grabes jemals zu finden.

X Schuhmacher-Innung. Die gestern abend statt­gehabte Monatsoeriammlung der Schuhmacher- Innung war sehr gut besucht. Aus den vom Ober­meister Fleischer geleiteten Verhandlungen teilen wir mit, daß die Versammlung beschloß, im Jntereffe der Hebung des Standesbewußtseins bet" den Lehrlingen die jetzt fast allgemein übliche Vergütung abzuschaffen und statt dessen für die Lehrzeit (mit Familienanschluß) wieder die Zahlung des Lehrgeldes einzuführen. In den neugebildeien Handwcrksausschuß, an deffen Spitze der Herr Oberbürgermeister steht, wurden fünf Ver­treter gewählt (für je 20 Mitglieder — auch die an­gebrochene 20 — einen Vertreter; und die Innung zählt jetzt 84 Mitglieder). Der Obermeister teilte mit, daß auch die Mehrheit der Nichtsachleute, welche Schuhreparaturen erledigen und infolgedessen die Aufforderung erhalten haben, diese Arbeiten für Dritte eniweder einzusteüen oder der Innung beizutreten, jetzt der Innung als Mitglieder beigetreten seien. Betreffs der zu errichtenden Kaltulationsabende wurde ein Plan entworfen, nach dem gearbeitet werden soll, um diese Abende möglichst nutzbringend für die Teil- nehmer zu gestalten. Betreffs der Tarife wurden die Mitglieder ausgefordert, nunmehr auch danach ihre Preise zu stellen. Wie der Obermeister weiter mit- teilte, konnte der Gesellenausschuß bis jetzt nicht gebildet werden, da der ergangenen Einladung nicht genügend Gesellen gefolgt waren. Sodann hielt der Kaffenbeamte der Allgemeinen Ortskrankenkasse, Herr Köhler, einen höchst lehrreichen und instruktiven Vor» trag über das Krankenkaffenwesen, dem die «ersamm- lung mit größtem Jntereffe folgte. Obermeister Fleischer sprach dann Herrn Köhler den Dank der Versammlung auS und schloß hiermit die höchst an­regend verlaufene letzte Versammlung im alten Jahr.

(:) Naturheilverein. Einen höchst interessanten, in Inhalt und Form vorzüglichen Vortrag über .Magen- und Darmkrankheiten* hielt gestern abend in Giesels Saal Herr Dr. Buchholz, Chef­arzt aus Schledehausen. Der Redner schilderte die verschiedenen Formen der erwähnten Leiden (u. a. Magenkatarrh, Geschwür, Erweiterung, Durchfall, Verstopfung, Hämorrhoiden, Blindvarm-Enlzündung, Blähungen, KredS) und gab Ratschläge und An­weisungen zu möglichster Beseitigung mit Hilfe der natürlichen Heilsaktoren und der natürlichen Lebens- weise. Die Zuhörer (etwa 350—400 an der Zahl) lauschten den anschaulichen, leicht faßlichen Aus- sührungen des Redners aufmerksam und spendeten wiederholt starken Beifall. Der Verein gewann acht neue Mitglieder. — Am kommenden Sonntag unter­nimmt der Naturheilverein einen Ausflug nach dem Raufchenberg und Steinau. Montag, den 8. Dezbr. findet im Gasthaus „Zur Traube* Monatsversamm- lung statt.

«P Der Gautunttag bei Oberfulda. Werra - Gaues, der am Sopntag in Lijpenhausen abgehallen wurde, war von 58 Vertretern besucht. Unter dem Vorsitz deS GauvertreterS, Amtsgerichtssekretärs Fernau-Hersfeld, wurden in den mehrstündigen Verhandlungen die Berichte deS Gauvorstandes und der Bezirksturnwarte vorgetragen, die erkennen ließen, daß der Gau stets im Wachsen begriffen war und bald 60 Vereine erreicht hat. Die leitherigen Gau- Vorstandsmitglieder wurden wledergewählt. SDht Rücksicht auf das Kreisturnfest in Göttingen wird im nächsten Jahre kein Gauturnfest abgehalten. An deffen Stelle wurde aber eine Gauturnsahrt nach Forstort Wildeck bei Rotenburg sestgelegt. Daselbst findet ein volkstümliches Wetturnen statt und die Gau-Wanderpreise werden ausgetragen. Für 1915 ist eine Gauturnfahrt nach der Wafferkuppe gelegent­lich deS Rhönturnsestes vorgesehen.

sind. Es gibt nur 15 Firmen in London, die Federn erwerben und verkaufen von Vögeln, deren Ausrot­tung das Gesetz verbietet; trotzdem kamen im vorigen Jahre auf den Markt 216 000 Bälge von Möwen und 3000 Bälge vom Monaul, einer An Glanzfasan, des­sen völlige Ausrottung nahe bevorzustehen scheint, ob­wohl die Jagd aus ihn streng verboten ist. Auch der Fischreiher, dessen sehr schöne Federn einen außer­ordentlichen Wert erlangt haben, verschwindet schnell aus Ländern, in denen er bis vor wenigen Jahren noch häufig war. Es ist auch nicht wahr, daß die Federn nur gesammelt werden, nachdem sie die Vögel verloren haben; vielmehr werden sie verwundeten oder gefangenen Tieren ausgerissen, die dann schutz­los dem Hungertod preisgegeben werden. Um die Federn des Albatrotz zu erlangen, läht man den Vo­gel verhungern, weil bei der Auszehrung des eigenen Fettes «die Federn schöner werden und so einen höhe­ren Preis erzielen Die Gesellschaft verlangt ein strenges Verbot jeder derartigen Marter und über­haupt des Handels mit Fetzern von geschützten Vö­geln, da nur auf diese Weise chre Ausrottung zu ver­hindern ist.

— Was er feiner Gesundheit schuldig war . . . Ein Mitarbeiter schreibt uns: Meine Frau hat zu Zeiten sozialpolitische Anwandlungen. Dieser Tage kliugelts, meine Gattin öffnet und da sie die Gewohn­heit hat, keine Zimmertür zu schließen, erlausche ich folgenden Dialog: „Ach, Madameh — hup, 'n armer Mann bitt' um — hup — ’ne kleene Unterstitzung!" „„Was??!! Schämen Sie sich denn nicht zu betteln? Und obendrein betrunken? Bedenken Sie denn nicht die schädlichen Wirkungen des Alkobols, Mann??!!"" „Alko —hup Alkohol, baf b;n ick jerade meiner Jesund- heft scknldig!" „„Ihrer Geh ndbeit?"" — Meine Frau kreischt vor Entrüstung: ,‘?a wissen Sie denn nicht, d»ß alle Flintenkugeln der Welt nicht so viel Men- scyen im Jahre umbringen wie der Alkohol?"" — E'n heiseres Lachen höre ick. Tann kommts lallend: „Na, Madameken, — hup, ick habe aba lieba als ’ne Flintenkugel — hup — noch Alkohol im Leib." Und da warf meine Frau mit Tonnergepolter die Tür ins Schloß. tk

— Allerlei Weisheit. Das kleinste bekannte Wirbel­tier > der Tinarapan, ein Fischchen von 1 bis ochsten? 2 Zentimeter Länge, das in einem Berqsee «uf Luzon leoi, der Hauptinse' Nbiiivvinen. Von

(!) Vom Dom. Wie w'r kürzlich berichteten, wird der jetzige Zustand der Uhren am Dorne «in« w«s«nt- liche Aenderung erfahren. DaS Ziffernblatt im i'iittel- Ichiffe wird entfernt, die Uhr im Südturm erneuert. In den nächsten Tagen wird auch ein ganz neues Uhrwerk ausgestellt werden von einer Art, wie es wohl in der ganzen Diözese noch nicht zu finden ist. Es ««hält nämlich eine Vorrich uug, durch dir aus «lek- trisch - automatischem Weg« die Uhr alle 24 stunden sich selbst auszreht; außerdem wirv sie mit einem be- >anderen Zeiger-Regulierwerk versehen, wodurch em« äußerst genaue« Zeitangab« «rzirlt wird. Dir Lase­rung drS Werkes erfolgt durch Herrn Uhrmacher Jofeph Rübsam-Fulda.

W Drahtlose Telegraphenanlagen. Nach Vor­kommnissen aus neuerer Zeit zu schließen, scheint nicht allgemein bekannt zu sein, daß die Errichtung und der Betrieb sämtlicher drahtlosen Telegraphenanlagen (auch der lediglich zum Empfang bestimmten) nur mit Genehmigung des Reichs zulässig ist. Dies gründet sich auf das Telegraphengesetz vom 6. April 1892 in Verbindung mit der Novelle vom 7. März 1908. Zuwiderhandlungen gegen das Tele­graphengesetz werden nach § 9 mit Geldstrafe bis zu eintausendfünfhundert Mark oder mit Hast oder mit Gefängnis bis zu fechs Monaten bestraft. Außerdem werden nach § 11 die unbefugt errichteten oder be­triebenen Anlagen außer Betrieb gesetzt oder beseitigt. Wer also ohne Genehmigung des Reichs eine Station für drahtlose Telegraphie errichtet oder betreibt, setzt sich einer empfindlichen Bestrafung aus.

(!) Vom „Ballhaus*. Auf der am Samstag ab- gehaltenen Generalversammlung der Akt.-Gesellschaft HofbrauhauS Hanau, vorm. G. Ph. Nieolay, wurde bezüglich des letzthin von der Gesellschaft erworbenen AnwesenS „Zum Ballhaus* in Fulda geäußert, eS bestehe Aussicht, dies in verkehrsreichster, guter Ge- schäftslage befindlich« Objekt in normalen Zeiten wieder zu angemessenem Preise abstoßen zu können.

[) Einbruchsdiebstahl. Heute nacht brach em Dieb, nachdem er die Fenster mrt Schmierseife be­strichen hatte, von der Gartenseite auS m die Woh- nung deS Herrn Architekten Adam tn der Lrnden- straß« «in. Er «ibeutete zwölf silberne Kaffeelöffel und «in paar Manfchettrnknöpfr. Ein von ihm wahr- scheinlich gleichfalls gestohl«, er U«berz,«hrr von gutem Stoff ließ er am Tatort« zurück. Alsdann sucht« der Dieb in die Wohnung deS Herrn Sehermen Medr- zinalrates Marx einzudringen, wurde aber vers leucht.

;; Aus dem Fuldaer G-schästsleben. Die Firma I. Mollenhauer, Hoftnstrumentenmacher, hat das Instrumentenmacher-Geschäft der Witwe Emil ®ut< aejell dahier käuflich erworben. DaS Gutgesell sche Geschäft besteht seit AuSgang d«S 18. Jahrhundert- und ist mit dem kürzlich verstorbenen Instrumenten- wacher Emil Gutgesell in Fmda erloschen. Die Firma Mollenhauer wird das Gutgesell'sch« Geschäft m deffen Hause weiter betreiben. ;

== Abonnementskonzerte der Regimentskapelle. Heute abend eröffnet bas TrompeterkorpS unseres FeWarUllerr«. Regiments im Bürgerveremsfaale den Reigen seiner AbonnementSkonzert«. Aus der Vortrag Sordnung feien besonders folgende Stücke erwähnt: Ouvertüre zur Oper: „Pique Dame*, von Suppö, Intermezzo und Bar- carol. aus der Oper: „Hoffmanns Erzählungen", von Offenbach, Ouvertüre zur Oper: .Die lustigen Weiber von Windsor", von Nikolai, „Im Herbst", Etimmungs- bild von TschaiiowSky, „Szöne de Ballet", Solo für Violine von Beriot, „DasHonigblümchenundd,eB,«ne", englisches Lied, von Penn, „Frauen und Eterne-Walzer", von Winterderg, »Di« Wachtparad, kommt", Charakter, stück von Eilenbrrg.

Aus dem Nachdargebiete.

-r- Schwarzbach, 1. Dez. 1913. Gestern nach nittag fand in dem neuen Saale der Weber'schen Gastwirt- schäft eine von zirka 120 Peronen besuchte Ver- sammlung deS Volksvereins für das katholische Deutschland statt. Volksvereinssekretär Frau k-Fulda hielt einen Vortrag über wichtige Zertsragen, besonders über die durch di« brvorstehendr Erneuerung unserer Handelsverträge in den Vordergrund des öffentlichen Jntereffes tretende deutsche Handels- und Schutzzoll- Politik, di« Gefahren der sozialdemokratischen „Volks- sürsorge* und die bedauerliche Kirchenausttittsbewegung in Berlin und die Kirchenstreikbewegung in Frankfurt a. M., wo insgesamt 4400 Personen sich zum Aus- tritt aus der Landeskirche bereit ertlärt hätten. Nach­dem Redner auch deS konstautinischen Jubiläums gebührend gedacht, appelliert« rr an bie Zuhörer, durch regen GlaubenSeifer und durch gemeinsame Ver«

diesem Tierchen gehen 8000 bis 10000 aus em Pfund. Sie werden getrocknet unb, mit Pfeffer bestreut, ge- geffen. — Die Mode des Rasierens wurde erst zur Zeit 'Alexanders deS Großen in Griechenland enge» führt. — Im Staate KausaS in Nordamerika er­halten all« Beamten für jedes Kind, daS ihnen ge­boren wird, eine monatlich« Zulage von 20 Mark. — In Neuseeland scheint man des Geldes nicht sehr zu bedürfen. Dort sind alle Einkommen unter 6000 Mark steuerfrei. — In Preußen werden von je 100000 Lebenden jährlich etwas über 2 Personen ermordet. 24 Prozent der Mordtaten geschehen durch Erstechen, 23 Prozent durch Erschlagen, 15 Prozent durch Erschießen, 4 Prozent durch Vergiften usw.

— Der fchlaue Irr. Ein Engländer und ein Jr» wetteten einmal, wer am weitesten fchwimmeu würde. Am Tag« deS Wettkampfes kam der Ire in einem Bade-Ko'üm und trug einen großen Sack auf dem Rucken. Der Engländer »ragte ihn, was er darin habe. „Esten für drei Tage,* antwortete Pat kalt- blütb. „Dann hast Du gewonnen,* sagte der er- schreckt« Engländer und gab ihm daS Geld. Ein paar Tage später hörte er, daß Pat überhaupt nicht schwim- men konnte.

— Die Fliegen und die Völker. Ein Spanier« ein Engländer, em Franzose, ein Deutscher, ein Ruffe und ein Chinese sitzen in angenehmer Unterhaltung beisammen. Jeder von ihnen hat ein Glas vor sich, gefüllt mit schäumendem Bier. Durch das geöffnete Fenster fliegt plötzlich ein Schwarm Fliegen in das Zimmer und bald hat auch jeder der Anwesenden eine Fliege in seinem Glas. Der Spanier erhebt sich, setzt seinen Hut aus und verläßt stolz das Lokal. Der Engländer nimmt phlegmatisch sein Glas, schüttet das Bier aus die Erde und ruft: „Kellner, ein anderes Glas!" Der Franzose"1st sehr ungehalten über das Mißgeschick. Er redet, er schreit, er brüllt — aber er bleibt sitzen. Der Deutsche nimmt ruhig die Fliege aus dem Glas, wirst sie auf den Boden und — irintt das Bier. Der Russe betrachtet das Tierchen, das in seinem Glase schwimmt, eine Weile und trinkt dann das Bier mit der Fliege. Mit schmunzelnder Miene greift der Chinese in das Glas, nimmt die Fliege heraus — ißt die Fliege — und trinkt das Bier.

— Wirt: „t'itien Wem habe td) schon 50 Jahre im Keller liegen." — Gast: „So, den hat wohl kein Mensch trinken wollen?*

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