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Zuldaer Zeitung

ien,

Els­

nern

und

Kleines Aenillet»«

M 275.

Zreilag 28. November 191$.

2. Blatt.

Vrack »er fi»t»«er HctitnUBtttei in Suita.

= Verunglückt. Gestern vormittag verunglückte auf Bahnhof Hilders der Reieroe-Lokomotivführer >Jt. von hier, invem er einen Knöchelbruch erlitt. Ihm wurde dort so ort e n 'Jto-Detbanb angelegt. Bon der iSifenbabn«SanitätStolonne wurde bet User» unglückle nach leinet Ankunft in Fulba in bas Land, liankendaus gebracht. . f. .

§ Viehmaikt und Eisenbahn. Trotzdem der gestrigt Biehmarkt nicht stark befahlen war, würben aur bet hiesigen Station bot) 63 Waggon Vieh oci.aben.

:=: In der „Cacilia" beginnen heute die Proben für -Standstu« . Nach bet glanzvollen Auffuhiung dieses „beftm Oraioriums der dteuzeti" vor 7 Jahren, wurde häufig aus bem Publikum der Wunlch geaukert, daß die .Cacilia" doch eine zweite Aufführung veran. statten sollte. Dieses wirb nun im nächsten »'“biabr der Fall fein. Um eine bem Werk recht würdige Wiedergabe zu Stande zu bringen, soid.rt der Vorstand der ° alle sangeskundigen Damen und oerren aus, ohne, daß fie dadurch gehalten find, Mitglieder des BttemS »u werden, bei der Aufführung nrilzuwirlen. Als Berireter der Titelpattie wird der gefeierte Hetdewenor der Wies­badener Hofoper, Herr Cyn >r For ch h a m m er der auch vor 7 Iah'en diese Partie, die aus alle Zuhörer einen unvergeßlichen Eindruck machte, gewonnen werden. Hoffenilich widmen recht viele Sanges kundige ihre Riafte dem schönen Werke, so daß der Chor die Zahl von 150 Mitwirlenden überschreiten möge.

(=) Internationaler BiilkerrechtSbund zur Bekämpfung der Fremdenlegion. Gestern abend hat ft* biet eine Ortsgruppe gegründet. Am 14. Dez d. Js., abends 8'/i Uhr soll der Vortrag über die „Fremdenlegion nochmals gehalten werden. Alles Weilere wird durch Anzeigen bekannt gegeben. Anmeldungen zum Bund nehmen die Herrn A. Zirkenbach Karlitr.. L- Happel Markt"!., und L. Rottler Ftiedtichstt. entgegen. Der Jahresbeitrag beträgt 1,25 Mark.

Lokaler.

Fulda. 28. November 1913.

# Personalien. Verliehen wurde dem Bürger­meister Konrad Pfannmüller zu Hechelmannskirchen im Kreise Hünfeld das Allgemeine Ehrenzeichen. — Zum Steuerinspektor wurde ernannt der Kataster» wntrclleur Patze11 in Gersfeld.

„5 Die Pnisung für Lehrer an Mittelschulen, die vom 21.—26. November in Kassel stattfand, be­standen u. a. Kaplan Wald- Fulda und Lehrer Hütsch-Horas, weiterhin Lehrer Roßbach (aus Fulda) und Lehrer Alzen, beide in Frankfurt a. M. Von 38 Bewerbern bestanden 25.

;; Die zweite Lehrerprüfung beftanben im Lause dieser Woche die Herten Lehrer Hugo Schmitt in Oberrobe und Joseph S ch m i 11 in Rommerz b. Fulba.

L Zu Sachen des Kanalbeitrages hat bet Pro- oinjtaltat in Kassel den Beschluß bet stäblstchen Körperschaften, sämtliche Kosten butck bie Äanal- denn tzungsge^bühr en zu becken, nicht geneh- mißt. Die Stadtverordnetenversammlung wirb sich also in Kürze roiebet mit dieser Angelegenheit beschäf­tigen müssen.

# Tie Finanzlage des Bezirksvetbandes. Nach einer dem Landesausschusse zugegangenen Uebersicht über die ordentlichen Einnahmen und Ausgaben des Bezirksverbandes Kassel im Jahre 1912 hat sich ein Ueberschuß von 109289,97 Mark ergeben, wel­cher dem außerordentlichen Etat zugesührt ist. Die Bezirkssteuer hat sich im Jahre 1912 auf 1007 023,20 Mark beziffert gegen 966 234,08 Mark im Vorjahre; der Prozentsatz ist gegen das Vorjahr nicht geftegr- er beträgt 10 Prozent. Am Schlüsse des Berich jahres 1912 betrug das dem Bezirksverbande, seinen Anstalten und Fonds eigentümlich gehörige Ver­mögen 47 738 491,99 Mk., das Vermögen der unter der Verwaltung des Bezirksverbandes stehenden So­zietäten 6 031421,06 Mk., zusammen 53 769 913,05 Mark. Nicht einbezogen in das vorstehend bewertete Vermögen sind die Landstraßen und die zu ihnen ge- hörigen sogenannten Straßenparzellen.

△ Mitteldeutscher Arbetts-Nachweieverband. Von den 28 Arbeitsnachweisen beS Verbandes wurden im

DaS ist nicht bett Tatsachen entsprechend. I Ocksena ist nur eine Suppenwürze mit einigem Nährgehalt. Tab mit einem Teelöffel voll Och'ena eine Suppe hergestellt werben tönnie, bie im Ge- I fchmack unb Nährwert einer kräftigen Fleisch- I suppe gleich käme, ist ausgeschlossen. Angestellte Unter- suchungen haben ergeben, baß bas Würzmittel ent- I hält: Wasser 14 Prozent, organische Stoffe 35 Proz., I Stickstoff 19 Proz., Mineralstoffe 51,50 Proz., Koch- I salz 46 Ptoz. Eiweißstoffe (Proteine) sind nicht vor- I banben. Ein Vergleich mit Fleisch ist nicht an­gängig, jeboch ist ein gewisser Genußwert vorhanben, ,'er durch bie verwenbeten Suppenkräuter unb bie lickstoffverbinbungen bewirkt wirb. Die wertvollen Bestandteile bes Fleisches, Fleifchbasen usw., fehlen vollstänbig. , , I

rt Strafkammer. Heute stand der erst 15 Jahre I alte Arbeiter I. Sch., der in der „Vachmühle' der I Frau B. vom Petersberg ein Hanbläschchen mit etwa I 70 Mark gestohlen haben soll, wieberum vor ben Schwanken bes Gerichtes. Er hotte bekanntlich in ter letzten Verhanblung behauptet, den bei ihm Vorgefundenen Betrag von 35 Pik. seinerzeit bei I Böckels in Gegenwart eines Schulmädchens gefunden I ,u haben. Er ist bann ben in Betracht kommenden Schülerinnen gegenüber gestellt worben, jedoch ohne Erfolg. Er darf nunmehr des Diebstahls überführt I gelten. Auf Antrag bes Ersten Staatsanwalts wirb mit Rücksicht aus bie Unverbesserlichkeit des Ange­klagten aus eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten erkannt. 2 Monate gelten durch bie Untersuchung-hast für verbüßt.

I*X Vom Schöffengericht, das gestern wieder etne außerordentliche Sitzung abbalteit mußte, wurde bie schon bestehenbe ©irafe bes Arbeiters H. von hier wegen neuer Vergehen gegen ben Hausfrieden unb wegen Bedrohung auf zwei Monate eine Woche Ge­fängnis erhöht. — Ter erst 17jährige Hausdu'sche W. Sch. hier hatte am 2. Oktober eine Frau mit einem halben Backstein mißhandelt. Jetzt wollte er ! | sich herauslügen. Aber dadurch wurde das Straf- I maß für ihn nur um so ungünstiger. Er wird auf einen Monat ins Gefängnis geschickt. — Ein Kellner war von dem Boxer-Hunde eines hiesigen Einwohners angefallen und in Rock und Hemo gebiffen worben. Em Zivilprozeß ist bereits zu gunften bei Beschädigten ausgefallen. Er hat aber auch ben Hundebesitzer, der bem Hunde keinen Maulkorb angelegt hatte, wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Der Betiagte erhält eine Geldstrafe von 70 Mark.

.x« Der Finkcnhaiuer Schulstreik durch 192 Mark Geldstrafe gesühnt. Ter Fmkenhainer Sa ulstrelk be. fchättigte gestern zum btittenmale das Schöffengericht, I nachdem am 5. November im Beisein des Amts­anwalts, des Unter,uchungsrichterS, bei Geheimen MebtzinalrateS Dr. Piarx und des praktischen Arztes Dr. Seubert-Hofbieber bei trübem, regnerischem Wetter I eine eingehende Besichtigung der örtlichen Verhätt- niffe unb burch die beiben Herren Aerzte eine Unter« I fuckung ber in Betracht tommenben 40 Schulkinder flattgefunben hatte. Die ärztlichen Gutachten lauteten I meistens auf blutarm, schwach und mittelkräftig, einige stellten Gelenkrheumatt- muS, föla gentrantbeiten unb bergt, fest. Ein Katasterkontrolleur halte an Hand bet Meßtafeln festgestellt, daß die weiteste Ent- I letnung von Steinwand nach Finkenhain bei Be­nutzung des Fußweges 1,95 bis 2,31 Kilometer be­trägt, bie sich bei schlechtem Wetter unter Benutzung der Landstraße auf 3,85 bis 3,91 Kilometer steigerte.

I Die Aerzte erklärten die meisten Kinder für wege- I fähig. 9 Kmber sind nicht fähig, ben Schulweg fast I täglich viermal zu machen, ein Kinb mußte in den I Monaten April unb Mai überhaupt bet Schule fern» bleiben, da in bet Familie der Typhus herrschte, I was burch die Aerzte betätigt würbe, 5 Kinder waren aus triftigen Gründen zu berücksichtigen. Dagegen kam das Gericht zu bet Ueberjeugung, daß bie an» beten 25 Kinder einesteils aus Renitenz ihrer Väter nicht zur Schule geschickt worden seien, andemteilS, I um ihren Eltern in ber Landwirtschaft zu helfen.

Dem Anträge beS Amtsan waltS gemäß wurde für I jede SchulvetsänmniS bei jebem der für gesund und I wege ähtg erklärten 25 Kinder eine Geldstrafe von 50 Pfg. festgesetzt; für die anderen 15 Kinder eriolgte I Freisprechung. Insgesamt betragen die verhängten

Geldstrafen 192.50 Mark. Den höchsten Einzelbetrag muß der Landwirt W., ber feine 6 Kinder zusammen 98 Tage vom Unterricht abhielt, leisten, nämlich 49 I Mark. Außerdem müssen die Beklagten die recht er- I heblichen Prozetzkosten bezahlen. Im Urteil wurde I hervorgehoben, daß sich bie Väter ben Verordnungen ber Schulbehörde ohne weiteres zu fügen haben.

— Hygienisches vom Kasfeetrinken. In den letz­ten Jahren wurden viele Stimmen laut, die vor bem Kasseetrinken warnten. Insbesondere war Pfarrer Kneipp ein eifriger Gegner des Kaffees. Allein, der Ersatz, den er in seinem Malzkaffee bot, befriedigt nicyt jedermann, des Geschmackes wegen. Kakao bietet Erwachsenen nur zum Frühstück einen Ersatz, und Tee bei uns in Deutschland. nur zum Abend. Der Mensch braucht aber nun einmal nicht nur Nah- rungsmittel zum guten Gedeihen, sondern auch Ge­nußmittel, und als solches wird der Kaffee Wohl immer gepriesen werden. Im letzten Jahre ver­brauchte Deutschland rund 390 Millionen Pfund Kaffee; das macht pro Kops etwa 10 bis 12 Pfund, wenn man die vielen Kaffee-Absttnenzler, die jüngsten Generationen, die Kranken usw. nicht mitzählt. Nach­gewiesen ist allerdings schon langst, daß der Kaffee durch das ihm innewohnende Alkaloid, Koffein ge­nannt, besonders für solche, die an Nerven- und Herzschwäche leiden, direkte Nachteile hat, denn das Koffein ist ein Gift. Allein giftige Alkaloide finden sich auch im Tee und Kakao vor, nämlich Tem und Teobromin, weshalb viele Menschen auch den Kakao nicht lange vertragen. Jedenfalls schadet ein mäßiger Genuß von Kaffee und Tee keineswegs, sonst mühte -die ganze Menschheit schon längst völlig vergiftet sein. Aber man soll eben nur mäßig sein, nicht zu viel und nicht zu stark trinken. Wer einen kräftigen Kaffeegeschmack liebt, ziehe die billigeren Sorten vor, die mit Javabohnen gemischt sind und auch bei einem weniger starken Aufguß gut munden, wenn man nicht vorzieht, gleich den jetzt überall käuflichen foffeinfrciert Kaffee zu trinken. Am besten nimmt man zum ersten Frühstück nur Nahrhaftes zu sich, trinkt erst zwecks Anregung, wie in England, zum zweiten Frühstück ein Täßchen Kaffee oder Tee, und dann erst wieder zwischen Mittag- und Abendbrot, deutscher Sitte gemäß, ein bis zwei Taffen Kaffee. Uebrigens ist jetzt festgestellt, daß ein Täßchen Kaffee, gleich nach dem Mittagessen genoffen, die Verdauung fördert, was bisher zweifelhaft war. hf.

j — Licht und Augenerkrankungen. Während 'früher die Frage ber zu geringen Beleuchtung im ^Vordergründe stand, ist es heute die Gechbr des Zu-

Kommt im Februar die Legezeit, dann mischt man unter dieses Futter noch Grit, gemahlene Knochen und ganze Körner, auch etwas Kalk, der niemals feh­len darf. Von Maismehl ist dringend abzuraten; die­ses nehme man nur bei Mastgeflügel. Küchenabfälle können jederzeit gegeben werden, auch geweichtes Brot. Die Rentabilität der Hühnerzucht — 10 Hüh­ner können jährlich 40 Mark Reingewinn bringen, wenn auch ein guter Auslauf vorhanden ist — beruht einzig und allein auf gesunder Stallung und ratione!» ler Fütterung! 1g-

— Die Fortpflanzung der Kraft. Einen schonen, überraschenden Beweis von der Fortpflanzung der Kraft erzielt man durch folgendes Experiment, das man „den rätselhaften Stockschlag" benennen könnte. Man schneide zwei Streifen aus Zeitungspapier zu, je etwa 5 bis 8 Zentimeter breit und 50 Zentimeter lang. Die beiden Enden jedes Streifens werden mit Nadeln zu einem Ring zusammengesteckt. Zwei Per­sonen aus der Gesellschaft nehmen je einen der Ringe auf ihren Zeigefinger und stellen sich soweit vonein­ander entfernt auf, daß ein bereitgehaltener, nicht zu dicker Holzstab von 1 bis iy2 Meter Länge mit seinen Endpunkten in den Ringen liegt. 9?un kommt ein Dritter hinzu, nimmt einen festen Stock uib schlagt mit möglichster Kraft auf die zuvor abgemessene Mitte des Stabes — dieser wird sofort zerbrechen, ohne daß die Papierringe zerreißen oder die Träger derselben etwas von dem Schlage verspüren. Das Erstaunen ist überaus groß, und man ist geneigt, an Hexerei zu glauben, doch liegt der Sache nur ein einfacher phy­sikalischer Vorgang zuarunde. Der heftige Schlag traf nur die in der Mitte des Stabes liegenden Holzteil- chen; noch bevor nun die Erschütterung sich fortpflan­zen konnte, verursachte die angewandte Energie ein Zerbrechen des Stabes und hob damit die- Fortpflan- zung der Erschütterung auf, sodaß die Papierrmge unversehrt bleiben mutzten, weil eben die Erfchutte- rung gar nicht bis zu ihnen vorgedrungen ist. Bei einem einfachen leichten Schlage, der zum Zerbrechen des Stabes nicht genügt, werden die Ringe natürlich ^CTTcißen. ue-

— Das Landvolk der Jungbrunnen der Batts, kraft. Von welch au6ernrh»r.tl:d,er Bedeutung d.e Landbevölkerung für die gesamte Volkswirtschaft ist, geht aus einer Statistik hervor, die für das König- reich Bayern ausgestellt ist und einen Einblick in die

• Der Angestelltenstand.

Untersuchungen über die Angestellten im deut­schen Reich, welche dar Reichs-Arbettsblalt auf Grund bec letzten großen Berufszählung vom Jahre 1907 im Anschluß an die Darstellung der deutschen Lohn- arbeiterfebaft veröffentlicht, Haden bei d r wirtschaft­lichen wie sozialen unb kulturellen Bedeutung des AngesteUteustt ndes allgemeines Jntereffe.

Di> Angestelltenschicht ist diejenige unter den so­zialen Gruppen, die sich am raschesten von allen ausdehnt. Sie hat sich seit der vorigen Berufs­erhebung im Jahre 1895 verdoppelt. Von 1,1 Mil­lionen wuchs sie auf 2,1 Millionen Mitglieder an. Die mittlere Schicht, welche die heuttge Wirtschafts- geftaltung zwischen die' Selbständigen und die Ar- beiter einschiebt, nimmt also erstaunlich rasch zu und verbreitet sich ganz erheblich. Besonders lebhaft ist Yie Steigerung der Zahl der technischen Ange­stellten und des Kontor Personals, aber auch die Werkmeister, überhaupt das Aufsichtsper- o n a I und die Verkäuferschaft sind in den Jahren von 1895 bis 1907 stark vermehrt worden.

Bei einer so ungemein schnellen Ausdehnung der Beamtenschaft der Industrie sind viele jüngere ErtoerbStätige in diese Berufsstellungen hereinge- iogen worden. So kommt es, daß die männliche Angestelltenschaft einen im ganzen jugendlichen, dem Arbeiterstande ähnlichen Altersaufbau hat. An unter 20 Jahre alten haben die Angestellten allerdings weniger junge Männer (17,9 v. H.) als der Lohn­arbeiterstand (23,3 v. H.). Aber an 20- bis 30jäh- rigen und noch mehr an 30 bis 50 Jahre alten Männern ist die Angestelltengruppe verhältnismäßig noch reicher als der Arbeiterstand. Von den 1,7 Millionen männlichen Angestellten und Beamten sind etwas über eine halbe Million zwischen 20 und 30 Jahre alt, fast 700 000 zwischen 30 und 50 Jahre alt, so daß 7 unter je 10 im Alter zwischen 20 und 50 stehen. Unter 20jährige Männer sind insgesamt et- was über 300 000 gezählt. An mehr als 50 Jahre alten Personen finden sich nicht ganz 200 000 oder S12 unter je 100 Angestellten. Das ist ein

, tote ihn gerade so hoch auch die männliche Lohnarbeiterschaft aufweisi.

Die Höhe des Anteils der jünger», noch nicht 30 Jahre alten, die insgesamt fast die Hälfte der Angestellten ausmachen, ist in erster Linie durch die Verkäuferschaft im Handel bedingt. Die Kom­mis stehen zu mehr als drei Viertel in diesem Alter. Dazu wmmt ferner die hohe Zahl der Konto­risten jüngern Alters in Betrieben der Industrie tote des Handels in Betracht.

Ans dem naebbargebi^e.

(:) Tagung der Arbeiter- und Männeiv-tcme.

Wir wollen nicht unterlassen, nochmals aufmerk­sam zu machen auf den, Sonntag, 30. d. Mts. zu Neuhof stattfindenden Verbands tag der zum Fuldaer Bezirk gehörenden Arbeiter-und Männervereine. In der um 8 Uhr be­ginnenden beratenden Sitzung wird der BezirkspräseS, Herr Pfarrer Rübs am, daS Referat übernehmen. ES lautet: »Wie gewinnen und croalten wir die Jugend für unfere Vereine?" Dieses Thema ist sehr geeignet, eine lebhafte und fruchtreiche Diskussion hervorzurusen. Die Herren Lehrer sind mit Rücksicht auf den zu besprechenden Gegenstand freundlichft eingeladen. In der öffentlichen Festversammlung wird Herr Piarrer Ruez von Künzell iprechrn über Zweck und Aufgabe der katholischen Arbeitervereine nach ihren (Statuten. Neuhof bat es mit Freuden begrüßt, daß man es zum Ort der Tagung der Männerveretne auserfehen und rüstet sich eitrig, bem zweiten Teile des Verbandstages zugleich den Charakter einet Festversammlung zu geben. Wohlan darum, alle Männer nach Neuhof! Rein Verein darf fehlen! Dort wollen wir zeigen, daß Kirche und Staat im Fuldaer Lande noch recht viele Arbeiter hat, die treu hatten zu Thron und Altar. Dort wollen wir uns wieder begeistern für die edlen Ziele unserer Vereine. Die Züge von Fulda nach Neuhof und zurück liegen für tue Veranstaltung schr günstig; eS ist Fahrgelegen, bett 2.31 und 3.41 Uhr. Da die Feiioerfammlung pünktlich um 6 Uhr beginnt, kann die Rückfahrt um 8.27 Uhr wieder angetreten werden.

+ tzoseuseld, 27. Nov. 1913. Das Fest der gol- denen Hochzeit, ein in bet hiesigen Pfarrei noch nie kirchlich gefeiertes Ereignis, konnten gestern bie Eheleute Gottlieb und Theresia Erb vom Blankenhof bei Hosenfeld feiern. Da der Jubilar seit einigen Jahren leider gelähmt ist, während die Jubilarin sich noch einer vorzüglichen körperlichen Rüstigleit erfreut, brachte ein festlich geschmückter Wagen das Jubelpaar ,ur Kirche, wo es im C^or einen Ehrenplatz entnahm. Die Pfarrgeuieinde nahm an der erhebenden kirchlichen Feier durch zahlreiches Erscheinen innigen Anteil. Nach einer herzlichen rührenden Ansprache des hochw. Herrn Pfarrers Äienemunb und dem kirchlichen SegenSgebete über das Jubelpaar sand em feierliches Levitenamt statt, daS die Schulkinder durch mehrstlm- mige Lieder verherrlichten. DJht dem feierlichen Te Deum und bem sakramentalen Segen schloß unter brausenden Orgeltönen bie schöne Feier. Durch Herrn Pfarrer Rienemunb ließ Se. Map der Kaifer dem Jubelpaare ein Gnadengeschenk von 50 Mark über­reichen. Auch der Hochw. Herr Buchas erfreute das Jubelpaar durch em freundliches Giückwumchschreiven Abstammungsverhältnisse der Stadtbewohner ge­währt. Demnach übertrifft die landgeborene Bevöl- I ferung in fast allen Berufen die Stadtgeborenen. Bon der Ackerbau treibenden Bevölkerung stammte 92 Prozent vom Lande, von der Jndustriebeoölkerung 54,4 Prozent, von den wechselnd beschäftigten Lohn­arbeitern fast ebensoviel, von ber Bevölkerung des öffentlichen Dienstes, des Militärdienstes und der freien Berufe 55,8 Prozent. Im Handel halten sich die Land- und Stadtgeborenen etwa das Gleichge­wicht. Der Vorsprung ber Landgeborenen tritt aber noch schärfer hervor, wenn man von den Familien­angehörigen absiebt und nur die Erwerbstäligen be­rücksichtigt. Bon den 3,631,039 Erwerbstattgien Bayerns im Jahre 1907 stammten 2.781,134, also mehr als drei Viertel, vom Lande, nur 849,905 wa­ren in der Staot geboren. Die Anteilsziffern der Landgeborenen stellen sich in den einzelnen Berufen wie folgt: Landwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht 92.2 Prozent, Industrie 66,2 Prozent, Handel und Verkehr 59,6 Prozent, Lohnarbeit wechselnder Art 63,9 Prozent, öffentlicher Dienst. Militärdienst und freie Berufe 63,1 Prozent. Die landgeborene Bevöl­kerung hat demnach gegenüber der »stadtgeborenen

I eine ganz erheblich höhere Bedeutung. Diese Tat­sache bleibt auch bestehen, wenn man die Bevölkerung nach ihrem Geburts- und Wohnort zugleich einer.

I Uniersuchung unterzieht. Von den 3,631,039 Er- I werbstätigen wohnten 2,258,726 aus dem Lande und 1,372,313 in Städten. Bon den letzteren waren aber 632.390, also 46,1 Prozent auf dem Lande ge­boren. Aus der Stadt waren dagegen nur 109,982 aufs Land gezogen Von den vom Lande Abgewan- I berten wandten sich 47 Prozent der Industrie zu. -iie städtischen Dienstboten stammen fast zu zwei Dritteln vom Lande. All diese Zahlen zeigen aufs neue, daß das Landvolk die große Reservearmee für unsere Volkswirtschaft bildec, der Jungbrunnen ist, aus dem immer neue Arbcitslräfte den verschiedenen Berufen zuströmen. _ „ , ., ...

_ fg Vermieterin: Sonst kann ich nichts gegen Iw en Reffen sagen, wenn er nur nickt abends so häufig ;u Hause bliebe. - Onkel: Das habe ich ihm gerade zur Pflicht gemacht! - Ja, aber die Freunde, bie ihn dann immer besuchen ... unb der epe' al... unb die Sauferei!

Die mehr als 50 Jahre alten Angestellten um­fassen in erster Linie Werkmeister in Industrie­betrieben, mittlere Beamte im öffentlichen Dienst wie Buchhalter und andere Kontoristen im Handelsge­werbe. Die Zunahme der mehr als 50 Jahre alten Angestellten ist zwar nicht ganz so rasch vor sich ge­gangen wie bie der jüngern Angestellten und der rm reifen Alter zwischen 30 und 50 Jahren, aber sie haben sich doch auch von 117 000 auf fast 200 000 vermehrt. Die in der Industrie Beschäftigten für sich betrachtet, weisen sogar eine reichliche Verdop­pelung auf.

Verheiratet unter den 1,7 Millionen männ­lichen Angestellten sind 855 500, verwitwet oder ge- schieden 28 400, und unverheiratet 819 400. Unter je 100 sind also 48 nicht verheiratet und 52, die eine Familie begründet haben. In der Gruppe der 40 Jahre und darüber alten Angestellten in der In­dustrie sind fast neun Zehntel verehelicht, insbeson­dere sind unter dem Aufsichtspersonal mehr als 9 unter je 10 verheiratet. Innerhalb der Gruppe der 30 bis 40 Jahre alten Jndustriebeamten sind unter dem Aufsichtspersonal fast neun Zehntel verehelicht, unter den technischen Betriebsbeamten und dem Kontorpersonal etwas sieben Zehntel. Im ganzen ist die Zahl der unverehelicht gebliebenen, insbeson­dere in der Jnduftriebeamtenschast, nicht hoch. Der Angestellte schreitet im Durchschnitt zwar später zur Begründung einer Familie, aber der Eintritt in die Ehe auch vor vollendetem 30. Lebensjahr ist nicht unbeträchtlich An unter 30 Jahre alten Eheman- finden sich in der Industrie 54 000, im Handel Berkehrsgewerbe 46 000. Was die einzelnen Berufszweige anlangt, so tritt die Ehehäusigkeit be- sonders in Berufsgebieten hervor, bie zahlreiche fest- angestellte öffentliche Beamte umfaffen, wie das beim Forstwesen und dem Post- unb Eisenbahnbetrieb der Fall ist.

Qttobet d. IS. 10679 Personen vermittelt, unb zwar 6475 männliche unb 4204 weibliche. Hiervon ent. satten auf Bebra 70, Kassel 1290, W tzenhaufen 8, 'Marburg 18, Hanau 53 unb Frankfurt a. M. 4211. I Bei ben nichtöffentlichen Arbeitsnachweisen betrug Die Zahl der vermittelten Stellen im gleichen Monat 1377 gegen 1058 im Oktober 1912.

V Ei« Verbot deS Hausierhandels mit Margarine. Wie bie .Deutsche Parlarnents-Korresponbenz" schreibt, liegt bem Bundesrat ein Antrag ber Olbenbutgifdun Regierung auf Erlaß eines Verbots beS Hausier. Handels mit Margarine vor. Es soll bamit zugleich der Straßenhcmbel unb der Handel mit Margarine von Haus zu Haus in den Nieberlassungs- unb Wohnortgemeinben verboten werden, sofern nicht seitens der Bundesregierungen hiervon Ausnahmen gestattet werden. Der Antrag der Oldendurgischen Regierung berücksichtigt Wünsche, die von dem seß- haften Kleinhandel feit längerer Zeit geltend gemacht worden sind. Der Hausierhandel mit Margarine hat in einzelnen Gegenden einen erheblichen Umfang angenommen, unb daraus erwachsen den Kaufleuten nicht unwesentliche Schädigungen. — Auch in hiesiger Gegend klagt man sehr übet ben Hausier- handel mit Margarine. Eine MetzgerSfrau vorn Lande erzählte, daß sie noch voriges Jahr zu Kirch- weih nicht genug Schweineschmalz zum Verkauf habe bereit hatten können, in diesem Jahre aber noch keine 10 Pfund verkauft habe. Neben dem „Pflanzenfett" | wirb noch gar manches andere Nahrungsersatzmittel den Leuten inS Haus gebracht und burch einen Wort- schwall aufgehängt. Da gibt es „Patentlassee", aus „edelsten Früchten sorgfältig auSgewähtt" unb ,n Wahrheit sind 75 Prozent Getreide d. h. Malz darunter. Schmackhaft ist daS Zeug nur durch Die Redensarten deS Reisenden, zu teuer ist eS gleichsallS, da der reelle Wert vielleicht 55 Psg. ist, der Verkaufs- preis 80 Pfg. beträgt. Ferner wird „Ochfena- Extra kt" empfohlen. In ben Anpreisungen heißt es:

Mit Rückficht darauf, daß 1 Pfunb Ochsena-Extrakt, k Pfund 1 Mark, ben Gebrauchswert von ca. 10 Pfund frischem Ochienflttsch befitzi, und allen damit bereiteten Speisen einen kräftigen, würzigen Ochs en fielt ch-Gei chmack verleiht, ist e» möglich, «in« sehr nahrhafte und sehr schmacthaste Bouitlon-Kartossel-Gemüsesuppe mit Ochsena-Extrakt al8 vollständig ausreichendes Mit­tagessen, » Person 10-15 P.g, herzustellen.

Viellichts und darunter verstand man sogar das ge­wöhnliche Tageslicht. Das ist aber weder für ge­sunde noch für kranke Augen schädlich, so führte Dr. v. Heß, München, aut dem Internationalen medizini­schen Kongreß in London aus. So ist die Fern­haltung deS gewöhnlichen Tageslichtes bei Netzhaut- und Aderhautveränderungen theoretisch nicht begrün­det. Ferner ist die Erklärung unbegründet, der Altersstar beginne deshalb vorwiegend in den unteren Linsenteilen, weil diese besonders vom Lichte getroffen werden. Die Schädlichkeit abnorm starken natürlichen Lichtes steht fest. Bei Blitzschädigung oder bei Kurz- schluß handelt eS sich wohl vorwiegend um mechanische Wirkung: immerhin gibt es hierunter auch Fälle rei­ner Strahlenblendung. Die sog. Schneeblindheit ist wesentlich Wirkung der ultrabioletten Strahlen; ge­eignete farblose Gläser genügen, ebenso wie farbige als Schutz. Für die Entstehung des AttersstarS kom- men die modernen künstlichen Lichtquellen ebenso­wenig in Betracht wie die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes. Eine Schädigung der Netzhaut durch ultraviolette Strahlen ist nach den Experimenten und klinischen Beobachtungen bei jlnteusiver Einwirkug nicht von der Hand zu weisen. Bei der prattisch wichti­gen Frage, ob unsere modernen künstlichen Licht­quellen den Augen schädlich sind, ist Dr. Heß der An­schauung, daß dies bei der üblichen Anwendungsform nicht der Fall fei. Damit ergibt sich eine Stellunq- I nähme gegenüber den Schunbrillen. Der Verfasser verwirft den gegenwärtig geübten, zu reichlichen Ge­brauch der Brillen und die Aengsllichkeit vor dem Lichte. mr-

— Wie soll man Hühner jetzt füttern? Wer sich Hühner hält, tut dies in den meisten Fällen wohl hauptsächlich der Eier wegen. Im Winter o'-er ruht das Legegeschäft fast ganz, dennoch müssen die Tiere gefüttert werden. So hat man in dieser Zeit nur Ausgaben, aber keine Einnahmen, und wer die Hüh­nerzucht nicht richtig versteht, setzt jetzt mehr Geld zu, als ihm die Hühner eingebracht haben. Der Fehler liegt ausschließlich darin, daß "man zu viel fettbilden­des Futter reicht. Das ist nicht nur teurer, sondern be­wirkt auch, daß die Hühner weniger Eier legen und zu spät damit anfangen. Richtig ist daher, jetzt und auch später immer nur knochenbildendss Futter zu geben: Deizenkleie, BuchweizLnkeie, Hafermehl. Diese 1 Futtersorten wirken tot annmg auf den Knochenbau,