2. Blatt.
Fuldaer Zeitung
Wie» »er $«l»eer Hetteirtnieerei in z,i»,.
Kleines Feuilleton
schäftigt."
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— Tragbahren im Torfe. Bei Unglücksfällen im landwirtschaftlichen Betrieb zeigt sich oft, besonders in kleinen Landorten, ein Uebelstand, dessen Abhilfe Wohl einige Aufmerksamkeit verdient. Es fehlt meistens an dem erforderlichen Apparat, um einen möglichst schonenden Transport des Verletzten zu bewerkstelligen. Man hilft sich dann Wohl, indem man aus Stangen oder mit Hilfe einer Leiter eine Tragbahre heistellt. Auf einer solchen Bahre verursacht aber der Transport dem Kranken oft außerordentliche Schmerzen, während eine ordentliche Tragbahre dem Kranken mehr Bequemlichkeit bietet. Außerdem sind die Kosten für, die Beschaffung einer solchen Bahre nur sehr gering. Wie also in sedem Dorfe Brandeimer und einzelne Feuerlöschgeräte vorhanden sein müssen, so erscheint auch die Forderung, für scdes Dorf eine
Sprache: innerhalb der Sommermonate April-Septem, ber ist im Jahre 1918 gegenüber dem Jahre 1912 der Verbrauch an Leuchtgas um 14728 Kubikmeter oder um 16 Prozent zurückgegangen, an Heizgas um 17 782 Kubikmeter oder um 10 Prozent gestiegen, an Kraftgas um 33156 Kubikmeter oder um 50,90 Prozent z u r ü ck g e ga n g e n , an Automatengas um 8786 Kubikmeter oder um 39,25 Prozent gestiegen. Es sind nun sowohl vom Gaswerk als auch von der Probatur auf Grund dieser neuen Konsum-Ergebnisse Voranschläge aufgestellt worden, die von einem Einheits.
von 13 Psg. auSgehen. Es wird dabei von der
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Dienstag 25. November 1915.
Weizenverbrauch der Welt. Wenn man den Wohlstand der einzelnen Länder nach dem Verbrauch ihrer Bewohner an Weizen abschätzen wollte, was an sich gar nicht so unverständig erscheint, so würde man eme überraschende Reihenfolge erhallen. Der Tropenpflanzer bringt eine beachtenswerte Zusammenstellung des Weizenverbrauchs, die auf möglichst genauen Schätzungen beruht. Für jedes Land ist ein Durchschnitt der Weizenerzeugung während des letzten Jahrzehnts und dann durch Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhr und der für die Aussaat verwendeten Menge, der Verbrauch berechnet worden. Die Sorgsamkeit, der sich die Bearbeiter dieser Ziffern befleißigt haben,'geht auch daraus hervor, daß sie versucht haben, die Fehler ihrer Schätzungen möglichst genau zu bestimmen. Diese werden bei den europäischen Ländern, mit Ausnahme Osteurovas, am geringsten sein, bei anderen dagegen bis zu 25 v. H. betragen. Mutmaßlich ist durchschnittlich eine Zuverlässigkeit der Zahlen bis auf etwa ein Zehntel anzunehmen. Der höchste Weizenverbrauch findet darnach in Kanada statt. Auf jeden Kanadier entfallen jährlich fast 260 Kilogramm Weizen. Diese Menge setzt ein Ueberwiegen der Brotnahrung voraus, die nur noch ein eingefleischter Vegetarier als Wünschenswert bezeichnen könnte. Demnächst verbraucht den meisten Weizen die Bevölkerung von Belgien mit rund 225 Kilogramm pro Kopf, eine auffällige Tatsache, da man erwarten sollte, daß die vorwiegend industrielle Bevölkerung dieses Landes mehr Fleisch verzehren würde. Kaum geringer ist der Weizenverbrauch in Frankreich mit 215 Kilogramm. In ziemlich weitem Abstand folgen mit etwa gleichen Mengen die Spanier, Engländer und Schweizer mit 163 Kilogramm. Die Bewohner von Australien, Jta- lien, den Vereinigten Staaten, Uruguay, Argentinien und Bulgarien bilden eine weitere Stufe von 150 bis 135 Kilogramm. Bei Oesterreich-Ungarn, Holland und
I Probatur mit einem Gaskonsum von 760 000 Kubikmeter I gerechnet, während die Gaswerksdirektion für 1914 mit I einem Gesamtgasverbrauch von 860 000 Kubikmeter rech. I tret Wenn nun bisher vom Gaswerk jährlich 35 000 Mk. I an die Stadtkasse abgeliefert wurden, wird nach der Be- I rechnung der Probatur diese Summe künftighin gänz. I sich verschwinden. Die Gaswerksdirektion hofft dagegen I immer noch auf einen gewissen Ueberfchuß. Da der
Herstellungspreis des Gases sich zurzeit auf 9,85 Pfg. I für den Kubikmeter beläuft, müsse bei 13 Pf. Abgabe- I preis immer noch ein Gewinn herauskommen. Der
Einheitspreis von 13 Pfg. für Leucht-, Heiz, und Kraft- I gas soll nach dem Vorschläge des Magistrats schon am I 1. Dezember d. I. in Kraft treten. Die Festsetzung des I Preises für Automatengas soll erst bei Gelegenheit der I Etatsberatung vorgenommen werden. Ergibt sich ein Fehl- I betrag in der Einnahme des Gaswerkes, so soll dieser I aus dem sich auf 45 000 Mk. belaufenden Ausgleichs
fonds beim Gaswerk gedeckt werden. Der Referent I empfiehlt dringend die Annahme dieser Vorschläge. Stv. I Sunkel, der 2. Berichterstatter, bemängelt zunächst die Abwesenheit des Gaswerksdirekwrs. Auch den Oberbürgermeister würde er gern hier gesehen haben.
I Wiederholt sei schon früher auf den Rückgang des Gas. I konsums aufmerksam gemacht worden. Der Ober- I bürgermeister habe jedoch stets unter Berufung auf amt. I üche Zahlen diesen Rückgang in Abr'ede gestellt und so- gar eine kleine Verbrauchssteigerung behauptet. Da
I müsse man annehmen, daß der Oberbürgermeister durch I den Gaswerksdirektor nicht zutreffend unterrichtet worden sei. Der Gaspreis sei bislang zu hoch gewesen; dte Herabsetzung und Einführung des Einheitspreises,
I mit dem viele andere Städte gute Erfahrungen gemacht I hatten, sei jetzt unumgänglich. Zweiter Beigeordneter I Arnd: Der Herr Oberbürgermeister konnte heute I nicht hierher kommen, da er einer wichtigen Sitzung über Arberterwohlfahrts-Fragen in Kassel beiwohnen muß.
I Die Wichttgkett dieser Sitzung ist vom Magistrat aner- kannt worden. Stv. E i ck e n s ch e i d t bezeichnet es als s e h r b e d a u e r l i ch, daß erst jetzt, nachdem das Elek.
I trtzttätswerk über ein Jahr in Betrieb sei, zahlen. I mäßige Angaben über die Abnahme des Gasverbrauches I vorliegen. Einem Antrag der Stadtverordnetenver- sammlung, den Gaspreis auf 18 Pf. zu ermäßigen, habe vor zwei Jahren der Magistrat nicht stattgegeben
I Die Schuld liege wohl ganz allein beim Gaswerksdirektor, weil er nicht früher Aufklärung gegeben habe. Aber auch den Oberbürgermeister könne er nicht richtig in- formiert haben. (Hört, hört!). Der Redner stellt den Antrag, vom 1. Dezember ab den Gaspreis einheit. lich auf 14 Pfg. festzusetzen. Ferner befürwor. tet er eine eingehende Kommissionsberatung dieser wich, irgen Angelegenheit. Stv. Reith beklagt gleichfalls dte titel zu weit hinausgeschobene Preisherabsetzung. Vor zwei Jahren hätte diese erfolgen müssen. Die befürch. tete schwere Konkurrenz durch das Elektrizitätswerk sei letzt m beklagenswerter Weise in die Erscheinung ge° steten. Er teilt die auch von anderer Seite ausgesprochene Ansicht, daß durch den billigen Gaspreis mancher I Hausbesitzer, der die Gasanlage neben der elektrischen beibehalten habe, letzt zum Gasverbrauch zurückkehren werde; auch fei Wohl durch die beim Einheitspreis mög- I uche - rnfache Leitung von Leucht, und Heizgas eine Verbilligung der Anlage zu erwarten. Es entspinnt sich I bann eine längere Debatte darüber, warum nicht bereits früher eine Herabsetzung des Gaspreises erfolgt sei Es I wird allgemein zugegeben, daß der bisherige Preis für Leuchtgas zu hoch war und in dieser Höhe nur gehalten werden konnte, so lange kein Wettbewerb vorhanden war. Das Ergebnis der Auseinandersetzung ist, daß weder der Magistrat, noch die Gaswerkskommission, noch auch der Gaswerksdirektor, dessen hervorragende Lei. stungssahtgkeit in technischen Dingen Stv. Sunkel fest, tellt, verantwortlich gemacht werden können. Jene Be- schlusse, dte die Aufrechterhaltung des höheren Preises bewirkten, gingen immer von knappen Mehrheiten aus I
Schlußantrag Reith macht der Debatte ein Ende' Die Stadtverordneten Dux und Rübsam führen ledoch noch eine längere Geschäftsordnungsdebatte her. be,, indem sie bestreiten, daß der Gaspreis geändert wer.
s°lang-.d-r jchige Etat in Geltung sei (1. Aprtl 1914). Eine Abänderung, wie sie durch den Gaseinheitspreis ab 1. Dezember 1918 gegeben sei, werde Schtmengkerten Hervorrufen, da ja der Etat der staat. Uchen Genehmigung bedürfe. Diese formellen Beden, ken werden von der Mehrheit der Versammlung und dem Vorsitzenden nicht geteilt. Für den zunächst zur Abstimmung stehenden Antrag Eickenscheidt, einen Ein. hettspretS von 14 Pf. festzusehen, stimmt außer dem Antragsteller nur etn weiteres Mitglied. Der Ma- gistratsantrag, wonach für Leucht-, Heiz, und Kraftgas einheitlich 13 Pf. pro Kubikmeter zu zahlen sind, der Preis für Automatengas bei der nächsten Etatsberatung geregelt wird und das etwaige Defizit im Etat aus dem Ausgleichsfonds zu decken ist, wird fast einstimmia angenommen. I
. Schluß der öffentlichen Sitzung 10 Uhr. Es folgt eme geheime Sitzung. u I
In der geheimen Sitzung beschloß die Ver. sammlung, von der Witwe Kircher am Eichsseld ein Ge. I lande von 46 qni zum Preise von 9 Mark für den Qua- dratmeter zu erwerben. 1
totales.
Fulda, 25. November 1913.
m * 60 Geburtstag des Oberpräsidenten von Heften. Raftau. Am heutigen Tage vollendet der Oberpräsi- denk der Provinz Hessen-Nafsau, Wirklicher Geheimer Rumänien sinkt die Ziffer bis auf 110 Kilogramm. D-r Deutsche ißt durchschnittlich nur 87 Kilogramm Weizen. Noch geringer ist der Weizenverbrauch von | europäischen Ländern nur in Rußland,' Schweden, Serbien und Portugal. Daß Japan einen Weizenverbrauch von kaum 14 Kilogramm pro Kopf aufzuweisen hat, erklärt sich dadurch, daß hier andere Feldfrüchte, insbesondere der Reis, die VolkSnahvung bilden.
- Fremdwörter im geschäftlichen Verkehr. Ein Er- laß des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe vom 25. Oktober betrifft den Gebrauch von Fremdwörtern im geschäftlichen Leben und richtet sich an sämtliche Hanbelskorporaticnen mit folgenden Ausführungen: »Die Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes hat in einer Eingabe vom November 1912, die sie u. a. an die beiden Häuser des preußischen Landtages gerichtet hat, beantragt, gegen die Fremdwörtersucht im geschäftlichen Leben im Wege der Gesetzgebung vorzugehen. Das Haus der Abgeordneten hat nach Erörterung ber Ange- legenheit in ber Gemeindekommission beschlossen, die Petition ber Königlichen Staatsregierung als Material zu überweisen. Die Petitionskommission bes Herren- Hauses hat sich in dem gleichen Sinne ausgesprochen. — Es ist nicht zu verkennen, daß der Gebrauch von Fremdwörtern im geschäftlichen Leben über das notwendige Maß hinausgeht. Man kann oft die Beobachtung machen, daß deutsche Gewerbetreibende für geschäftliche 8mecfc f r e m b sprachige Firmennamen wählen, ihr Geschäftshaus mit fr e m dsp r a ch i g e r Auf- f dj r i f t verseh n, ober gar deutsche Erzeugnisse unter fremdsprachigen Bezeichnungen anpreisen. Hiermit soll der in einzelnen Kreisen herrschenden Vorliebe für fremdländisches Wesen und für ausländische Waten ! Rechnung getragen werden. Sei ber anerkannten Leistungsfähigkeit unserer Industrie entbehrt dieses Vorurteil der tatsächlichen Grundlage. Ueberdies kann das Ansehen, welches sich unsere Ausfuhrindustrie auf dem Weltmarkt erworben hat, dadurch nur beeinträdjiigt werden, daß deutsche Gewerbetreibende veraltete und verkehrte Anschauungen heimischer Abnehmerkreise über I
Stadtverordneten-versammlung.
(!) Fulda, 25. November 1913.
An der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenver. sammlung nahmen 28 Mitglieder des Kollegiums teil. Der Magistrat war durch den ersten Beigeordneten H a I b l e i b und den zweiten Beigeordneten A r n d vertreten. Den Vorsitz führte der Stadtverordneten- Vorsteher Rang.
Der Grund, und Hausbesitzerverein Fulda hat dem Stadwerordneten-Kollegium eine Ein. ladung zu der großen Versammlung am kommenden Samstag zugehen lassen.
Der Herr Oberrealschuldirektor weist in einem Swreiben auf das int nächsten Jahre zu be. gehende 75jährige Jubiläum der Anstalt hin und bittet, aus ber Stabtverordnetenversammlung einige Vertreter in den Festausschuß zu entfenben. Die Wahl biefer AuSschußvertreter wird in der nächsten Sitzung borge, nemmen werden.
Eingegangen sind weiterhin die offiziellen Berichte über die letzte Tagung des Sparkassenverbandes für Kurhessen und Waldeck. Sie liegen zur Einsicht der Stadtverordneten auf.
1. Einführung und Verpflichtung der neu gewählten Stadtverordnete« Rübsam und Rühl. Die Verpflichtung der anstelle des zurückgetretenen Dr. Schulte und des verstorbenen Kunstgärtners Breitenborn neugewählten Stadtverordneten Rübsam und Rühl wird in der üblichen Weise durch Handschlag vorgenommen.
2. Versicherung der Einwohner gegen die aus der Straßenreinigungspflicht sich ergebende Haftpflicht und Uebernahme der Versicherungsprämie auf den Etat. Vom Magistrat wird befürwortet, eine Versicherung ab. zuschlietzen, wodurch alle städtischen Hausbesitzer, etwa 1800 an Zahl, gegen die Haftung aus Mängeln in der Straßenreinigung (Eis, Schnee, Glätte ufto.) gedeckt werden. Die Stadt an sich ist bereits in einer solchen Versicherung. Diese Versicherung soll nunmehr auf die Hausbesitzer ausgedehnt werden, was einen Versiche- rungsbeitrag von 325 Mk. erfordert. Eine Umlegung dieses Betrages auf die Versicherten soll nicht erfolgen, vielmehr die Stadtkasse belastet werden. Der Erste Bei. geordnete Hal bleib teilt mit, daß die Vertretung des Kreises bereits eine gleiche Haftpflichtversicherung für die ländlichen Hausbesitzer abgeschlossen habe. Stv. Adam begrüßt den Magistratsantrag, der zum ersten» male den Hausbesitzern eine Last abnehme. Der Redner beantragt, daß diese Versicherung nicht, wie geplant, erst zum 1. April 1914 in Kraft trete, sondern noch vor Eintritt des Frostes. Der Magistratsantrag wird angenommen mit der Maßgabe, daß die Versicherung tunlichst bald in Kraft gesetzt werden soll.
8. Fortbestehen de8 Vertrages mit dem Kreistierarzt betr. tierärztliche Untersuchung des Marktviehes. Der Vertrag mit dem Kreistierarzt Über die Untersuchung der zum Viehmarkt aufgetriebenen Tiere hat sich bewährt. Die Klagen der Viehhändler über die Ueber. belastung durch Gebühren sind verstummt. DaS ist, wie Stv. Sunkel feststellt, sehr erfreulich, da der Viehmarkt für das wirtschaftliche Leben der Stadt eine ganz I bedeutsame Rolle spielt. Er möchte aber die Aufmerk. I famkeit darauf richten, daß unsere Polizeiorgane I (der Redner sucht längere Zeit nach dem richtigen Worte) etwas zu stramm auf die Viehhändler Io5. I gingen, wenn diese sich einmal auf der Straße an. sammelten ufto. Die Viehhändler verdienten wegen I ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für Fulda etwa die I gleiche rücksichtsvolle Behandlung, wie sie den Studenten I in den kleinen Universitätsstädten durch die Polizeiorgane I zuteil würde. (Heiterkeit.) Erster Beigeordneter H a l b I e i b : Die Polizei muß bei aller Berücksichti. I gung der Viehhändler in erster Linie für die Bedürfnisse I des Verkehrs sorgen. Die Viehhändler pflegen sich aber I bei ihren Besprechungen vor einigen Wirtshäusern der I Stadt so anzusammeln, daß nicht durchzukommen ist. I Deshalb erscheint eine Bitte an die Polizeidirektion im I Sinne des Herrn Sunkel, der unser Herr Landrat I ja sicherlich ein geneigtes Ohr schenken würde, vorder. Hand nicht angebracht. Wenn einmal wirklich ein Miß- I brauch der Polizeigewalt vorliegt, so kann der Magistrat I in der angeregten Weise vorstellig werden. Der Ver- I längerung des Vertrages wird zugestirnrnt.
4. Festsetzung eines GaSeinheitspreises. Dieser Punkt I war zunächst der geheimen Sitzung zugewiesen, wird I aber auf Antrag Eickenscheidt öffentlich verhandelt. Stv. I ©immer erstattet Bericht über den Stand des städti. I fchen Gaswerkes, wie er jüngst zum Staunen der Gas- I Werkskommission vom Gaswerksbirektor bargelegt toor- I den sei. Zwar seien ja immer schon Befürchtungen laut I geworben über einen Rückgang des Gasverbrauches in. I folge der Einführung der Elektrizität. Einen so gewal. tigen Schlag für das Gaswerk aber, wie er sich jetzt I ziffernmäßig darstelle, habe niemand erwartet. Aus I den mannigfachen Zahlen, die diesen Rückgang betoei- I sen, sprechen besonders die folgenden eine beredte I
_ „/" Kolonialvorträge. Gemeinverständliche Borträge über seine letzte (16.) Reise rund um Afrika unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Kolonien in Afrika hält der Afrikareisende Einwald demnächst hier auf Beranlasiung des Magistrats unserer Stadt für Sie Schulen und auf Einladung des ^Vereins Bolkslesehalle an dem Volksbildungsabend am 30. November (siehe Inserat). Die Vorträge werden unterstützt von vielen naturfarbigen Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen des Vortragenden und sollen Aufklärung und Belehrung über den Zweck und Wert unserer Kolonien verbreiten. Zahlreiche Anerkennungen seiner Leistungen stehen Einwald zur Seite. Wohl kaum ein Reisender ist in der Lage, aus eigener Anschauung so über die Verhältnisse in den deutschafrikanischen Kolonien zu sprechen, wie der bekannte Afrikareisende August Einwald aus Heidelberg, der den größten Teil seines Lebens der Erforschung der dortigen Gegenden und dem eingehendsten Studium der südafrikanischen Verhältnisse gewidmet hat. Aus diesem Grunde ist es nur mit Freuden zu begrüßen, daß dieser Herr sich bereit erklärt hat, aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen Vorträge zu halten und in der kurzen Zeit eines Vortrages ein überaus klares und richtiges Bild "derjenigen Länder zu entrollen, deren genaue Kenntnisse eines jeden Deutschen Nationalstolz sein sollte. August Einwald war es, der schon vor 30 Jahren in richtiger Erkenntnis der Sachlage durch seine Erfahrungen in englischen Kolonien für Deutschland Rechte erwarb, indem er am 12. November 1884 für seinen Freund Lüderitz die die angeblichen Vorzüge ausländischer Waren in ber vorbezeichneten Weise förbern. Es liegt baher im eigen. sten Interesse ber Geschäftswelt, durch entsprechende Belehrung der inländischen Abnehmer unberechtigie Vorurteile gegen deutsche Erzeugnisse zu bekämpfen und zu dem Zwecke die Bestrebungen zu unterstützen, die darauf hinzielen, ftemdländische Firmennamen, Ge. schäftsaufschriften und Warenbezeichnungen durch deutsche zu ersetzen. Mit Recht ist kürzlich in der Prefte darauf hingewiesen worden, daß der Fabrikant, her feine deutschen Waren den Abnehmern mit fremden Ausdrücken empfiehlt, hierdurch das Vorurteil für ausländische Erzeugnisse nicht bekämpft, sondern fördert, indem er auf diese Vorliebe allzu willfährige Rücksicht nimmt. — Ich gebe der Erwartung Ausdruck, daß die amtlichen Handelsvertretungen sowie die gewerblichen ! Fachtierbände unb Jnteressentenvereinigungen der Be- I kämpfung der Frembwörtersucht im geschäftlichen Ber- kehr ihre Aufmerksamkeit zuwenden werben. Wie ich bem Bericht ber Vereinigten Hannoverschen Hanbels- tammern über bie Sitzung vom 23. November 1912 ent. nehme, haben sich einzelne Handelsvertretungen bereits in anerkennender Weise mit dieser Angelegenheit be-
। Rat Exzellenz Wilhelm Hengstenberg, in Raffel sein 60. Lebensjahr. Er ist 1853 zu Brandenburg I a. H. als Sohn eines protestantuchen Theologen ge- boren. Seit 1907 ist er in seinem jetzigen Amte.
I In der gestrigen Sitzung des Landesausschusses für I Seit Regierungsbezirk Kassel wurden dem Oberpräsidenten große Ehrungen bereitet. Landrat Kammer- I Herr von Pappenheim auf Sieben au feierte ihn als weitausschauenden und treusorgenden Oberpräsidenten für die Provinz auf allen Gebieten. Aus allen Teilen der Provinz sind Glückwunschtelegramme ein« gelaufen.
;; Lehrerprüfung. Herr Otto Crost von hier, gegenwärtig als Lehrer in Schletzenhausen (Vogelsberg) tätig, bestand gestern vor der Kgl. Prü,ungs- kommission die zweite Lehrerprüfung.
!! Fulda im Reichsetat. In dem Etat der Reichs-Po st- und Telegraphenverwaltung 1914 wird für den Um- und Erweiterungsbau auf dem Postgrundstück in Fulda die erste Rate von 75 000 Mark angefordert. Das in den Jahren 1878 bis 1880 errichtete und 1895 und 1901 erweiterte reichseigene Dienstgebäude in Fulda, so heißt I es in den Erläuterungen, genügt nicht mehr. Die Schalterhalle für den Brief-, Zeitungs- und Geldverkehr mit fünf Schaltern reicht ebensowenig aus, wie der Paketschalterraum, in dem durchschnittlich täglich 850, während der Hauptgeschäftsstunden bis 945 Personen gleichzeitig verkehren. Auch die anderen Räumlichkeiten reichen nicht aus. Geplant ist ein Um- und Erweiterungsbau, zu dem ein im Jahre 1906 angekauftes, 224 Quadratmeter großes Nachbargrundstück mitbenutzt werden soll. Die Baukosten sind auf 172 000 Mark veranschlagt, wofür im ersten Baujahre 75 000 Mark erforderlich sind. Künftig werden die Amtsvorsteher und ein Unterbeamter Dienstwohnungen haben. — In den Heeresetat ist für die Provinz Hessen-Nassau angefordert für die Wohnung des kommandierenden Generals in Frankfurt a. M. erste Rate für Entwurf 15 000 Ml., Ueber« schlag 700000, Vorbehalten 685 000. Dann der Erwerb eines neuen Exerzierplatzes für den Standort Marburg. Voller Bedarf 220 000 Mark. Der bisherige erpachtete Exerzierplatz bei Schröcker-Glei- chen, der Eigentum des Forstfiskus ist, in der Größe von 20 Hektar 13 Ar 50 Quadratmeter, ist wegen Ungeeignetheit zur Truppenausbildung am 1. April 1913 aufgegeben worden. Brauchbares Exerzierplatzgelände in der Größe von 37 Hektar 50 Ar ist in der Gemarkung Chriakweiler und Ockershausen ermittelt worden.
V Heber den Distelrasentunnel verlautet, daß die gemauerte Strecke des Tunnels in einer Länge von 3130 Metern fertiggestellt ist. Einschließlich der südlichen Gefahrstrecke sind 3330 Meter Tunnelstrecke fertiggestellt, und nur noch 230 Meter der nördlichen Gefahrstrecke auszuführen, sodaß mit der Fertigstellung der Gesamtstrecke bis F r ü h i a h r 1914 gerechnet werden kann, und zwar will man im März 1914 mit ber Verlegung des Oberbaues beginnen, ber so gefördert werden soll, daß man einschließlich des Abbaues des Schildes auf der Nordseite bis zum 1. Mai 1914 fertig ist. Die Gesamtkosten der Umgehungsbahn einschließlich der Erwei- terung der Anschlußbahnhöfe belaufen sich auf rund 15 Millionen Mark, wovon allein 9% Mill, auf - die Herstellung des Distelrasentunnels enffallen.
Aus dem Nachbargebiete.
n Steinbach (Rr. Hünfeld), 24. Nov. 1913. Mit I der Versehung der in diesem Jahre hier errichteten I dritten Lehrerstelle wird die Schulamtsbewerberin I Frl. Anna Helmke von hier, die die Stelle seither provisorisch verwaltete, betraut werden, nachdem der Schulvorstand dieselbe von den von der Kgl. Regie« I rnng zur engeren Wahl gestellten Bewerberinnen I gewählt bat und die Gemeindevertretung damit einverstanden war. — Gestern wurden von den christen» I lehrpflichligen Jünglingen zum Besten des hiesigen Rirchenbaues einige Theaterstücke im neu erbauten I Saale des Herrn A. Ludwig zur Aufführung gebracht. I Die Spiele wurden nachmittags für die Rinder I und abends für die Erwachsenen gegeben und waren gut besucht. Die Darsteller machten ihre Sache
I auch wirklich schön und ernteten reichlich Beifall. — Das Anwesen des Hüttners Joh. Hohmann von
I hier ging durch Rauf in den Besitz von Händlern in Eiterfeld über. Der Raufpreis soll dem Ver«
I nehmen nach 16000 Mark betragen.
I △ Kirchhasel, 23. Nov. 1913, Der letzte Sonntag stand in hiesiger Pfarrei im Zeichen des Kon«
I staatinischen Jubiläums. Die Predigt im Gottesdienst zeigte der Kirche ständiger Kampf und
I endlicher Sieg. Die Festrede des Herrn Kaplan I Beck-Eiterfeld in der Volksvereinsversammlung am I Nachmittag entwarf ein geschichtliches Bild des Zeit«
Tragbahre zu beschaffen, durchaus gerechtfertigt und verdient die weitgehendste Unterstützung seitens der in Betracht kommenden Kreise. dl
— Svricht die Frau mehr als der Mann oder umgekehrt? Vor einiger Zeit wurde schon einmal das Thema angeschnitten, ob die Frau der der Mann über eine größere Suada verfüge; dasselbe Thema bildet nun den Gegenstand ernster Untersuchungen, die der belgische Psychologe Dubudont angestellt hat. 40 Jahre lang hat er die Geschwätzigkeit der beiden Geschlechter geprüft und kommt nun zu dem vielleicht etwas überraschenden Ergebnis, daß der Mann in fünf Minuten durchschnittlich 20 Worte mehr spreche als die Frau. Das für die Männer so Niederschmetternde an dieser Behauptung wird noch erhöht da, durchs daß der sonderbare Sprachforscher auch noch die Erklärung dieses Phänomens ' hinzusetzt: Der Mann redet ständig über zwei Sachen, die dem Horizont der Frau recht fern liegen, über Politik und Geschäft. Damit ist freilich zugleich die gediegene Qualität des Gesprochenen zugunsten des Mannes entsprechend heworgehoben. — Den gequälten Ehemännern aber kommt der brave Gelehrte Hasluck zu Hilfe, indem er die Giltigkeit dieser Behauptungen zwar für Frankreich und Belgien nicht anzuzweifeln vorgibt, aber für Deutschland und alle andern Gebiete germanischer Zunge entschieden bestreitet. Hasluck führt zum Beweise seiner Behauptung ins Feld, daß die vielen gutturalen Saute der germanischen Sprachen dem weiblichen Sprechapparat viel mehr znsagen als dem männlichen. Die Männer aber sprechen in diesen Ländern wenig unb denken viel! Daher der leichte Sieg der Frauen über die Männer, was die Menge des "Gesprochenen angeht. (Hasluck hätte auch noch anführen können, daß die Frauen mindestens heutigentags ebensoviel vom Geschäft reden wie die Männer und daß vor allem ein Gebiet den Frauen ausschließlich Vorbehalten bleibt, wo die Männer einfach nicht mitfönnen: die Mode! Die Redaktion.)
I Santa Lucia-Bucht in Ostafrika vom Zulukönig erhielt. Seit dieser Zeit ist der unermüdliche Forscher bestrebt gewesen, durch weitere Reisen in noch unbekannten Gebieten seinem Vaterlande in der uneigennützigsten Aufopferung dienlich zu sein. Jetzt ist dieser Pionier für deutsche Kolonialpolitik heimgekehrt und hat sich zur großen Freude aller beteiligten Kreise dazu entschlossen, eine Vortragsreise durch Deutschland zu unternehmen. So bietet sich jetzt hier die Gelegenheit, im angenehmen Plaudertone über die Notwendigkeit der Kolonien und über ihren gegenwärtigen Stand Wissenswertes zu erfahren. Da für die hiesigen Schulen besondere Vortrage über dieses Thema sind, haben Schüler zu dem Volksbildungsabend diesmal keinen Zutritt.
△ Sparsamkeit bei der Anschaffung von Schulbücher». Eine neue Ordnung für die Einführung von Lehrbüchern an den höheren Lehranstalt t e n für die männliche und für die weibliche Jugend wird jetzt eingeführt. Sie versucht insbesondere dem unnötigen Wechsel dieser Bücher zur Vermeidung von Ausgaben der Eltern entgegenzuwirken. Es dürfen nur solche Schulbücher in Gebrauch genommen werden, deren Einführung ausdrücklich genehmigt worden ist. Nur abgeschlossene Unterrichtswerke dürfen beantragt werden. Neuauflagen von bereits genehmigten Lehrbüchern, die so stark geändert sind, daß sie nicht neben den alten Auflagen gebraucht werden können, gelten als neue Bücher. Die, Zahl der Schulbücher ist allmählich einzufchränken. Neue werden nur genehmigt, wenn sie von mindestens zwei Anstalten der Provinz vorgeschlagen werden. Andere genehmigte Bücher dürfen von den Schülern nicht gefordert noch empfohlen werden. Das Verfahren regeln genaue Bestimmungen. Es ist in der Königlich Preußischen Auskunftsstelle für Schulwesen in Berlin-Schöneberg zentralisiert.
-L Im katholischen Männer- und Meisterverein hielt am Sonntag Herr Gymnasiallehrer Linz einen hochinteressanten Vortrag über „Graphische Künste". Der Redner wußte die Aufmerksamkeit der Zuhörer von Anfang bis Ende zu fesseln. Ausgehend von den Zeiten Gutenbergs wurde der Hoch-, Tief« und Flachdruck besprochen, Holzschnitte und Zinkätzungen wurden vorgezeigt. In einem späteren Vortrage will Herr Linz auf dieses Thema zurück« kommen. Um die verschiedenen Druckverfahren ver- ständlich zu machen, war von Vorstandsmitglied Glasermeister Fuchs eine größere Anzahl Kunstblätter ausgestellt: Stahlstiche, Kupferstiche, Radierungen, Kupfergravüre, feinere Kunst- und Dreifarbendrucke usw. Der Präses zog die Folgerung, daß man nur gute Bilder ans einem soliden Geschäfte anschaffen solle. Daran könne man feine Freude haben, während die von Händlern vertriebenen billigen Oeldrucke meist das Einrahmen nicht lohnten und auch keine Zierde der Wobnnng bildeten.
_ "/„ Rhönklub. Der heute abend im Saale der Bürgertiereins stattfindende Familienabend verspricht den Mitgliedern und Freunden der Rhönfache anregende Stunden. Eine Sammlung von toohlgelungenen Dia- positiven hat der Hauptausschutz angelegt, deren Ausnahmen und Herstellung von Klubmitgliedern (nur Liebhaber-Photographen) ausgesührt find. Die Serie von 120 toohlgelungenen künstlerisch gewählten Bildern wird heute abend den verbindenden Vortrag des Herrn Dr. Schneider begleiten. Die Serie soll verliehen werden (auf Wunsch mit Vortrag), und der Propaganda für die Rhön nützlich sein.