2. Blatt.
Dradf »er $*!»<« 2iditn»raceni t* Sm!»«.
Fuldaer Leitung ♦
M 269.
Freitag 2(. November 1915.
■
♦♦
ihre Opfer zu suchen. ES folgte das Trauerspiel „Der Tod des Fremdenlegionärs, das den Mittelpunkt des Programms bildete. Die jugendlichen Spieler hatten sämtlich ihre Rollen gut einstudiert und entledigten sich ihrer mit großem Geschick, so daß das Stück all- seitige Anerkennung fand. Sehr beifällig wurden auch die folgenden Männerchöre und die humorvollen Theaterstücke ausgenommen. Ter musikalische Teil der Veranstaltung wurde von der sehr rührigen Vereinskapelle zu allgemeiner Zufriedenheit ausgeführt. Sie hat sich erst in der jüngsten Zeit gebildet: doch bewies die Wiedergabe der Musikstücke, mit denen sie die Pausen recht angenehm auszufüllen verstand, daß die Bemühungen des fleißigen und tüchtigen Dirigenten nicht vergeblich waren.
* Aschaffenburg, 20. Nov. 1913. Wie da? Polizeiamt mitteilt, handelt es sich bei dem am Dienstag verhafteten jungen Mann, der beim Einzug des Königs von Bayern beim Herannahen desselben ausriej: Hoch lebe die Republik usw., um einen aus Mitweida zugereisten stellenlosen Schneider mit Namen Johann Hoffmann.
durchaus anerkannt worden sei. Landesrat Dr Schröcer-Kassel ist schon wiederholt für dieses Projekt im Plenum des Abgeordnetenhauses in ausführlicher Weise emgctreten. Es wurden nun gestern Beschlüsse gefaßt, welche geeignet erscheinen, den als „dringlich" anerkannten Bohnbau möglichst bald zur Verwirk lichung zu bringen.
Handel und Industrie.
4 Berlin, 20. Nov. 1913. Die Geschäftslosigkeit der Börse dauert fort. Die Abneigung des Publikums und die Unlust der Spekulation kommen in einer allgemeinen Mißstimmung zum Ausdruck. Günstige Tatsachen, wie der gute Ausweis des deutschen Außenhandels, die hohen Einnahmen der deut- scken Eisenbahnen, die Ziffern des Kruppschen Jahresabschlusses, bleiben einflußlos.
.Z Krupp zahlt 14 Prozent Dividende. Der Rein- gewinn der Firma Krupp A.-G. für das Geschäftsjahr 1912/13 beträgt 36,6 Millionen Mark, wozu noch der Vortrag von 6,5 Millionen Mark hinzutritt (im Vorjnhr 29,5 Millionen bezw. 4,2 Millionen Mark). Die Zahl der Beamten und Arbeiter ist aus nahezu 80 000 gestiegen. Es wurde bechlossen, außer der Dotierung der gesetzlichen Reserve einen Betrag von 2 Millionen Mark an die Sonderrücklage zu überweisen und die Dwidende auf 14 gegen 12 Prozent im Vorjahre festzusetzen. Ferner wurden den Pensionsund Unterstützungskassen 2 Millionen Mark, dem Arbeiterurlaubsfonds 2 Millionen Mark überwiesen und für WeihnachtHuwendungen an Beamte und Arbeiter 3 Millionen Mark zur Verfügung gestellt.
Aurzug uns dem TlrrbereMer des Kgl. Standesamts Fnlda
vom 14. bis einschl. 20. November 1913.
(An melde stunden: An Werktagen von 8—12 Uhr vormittags. an Feiertagen von 11—12 Uhr vormittag-, nur für Totgeburten und Eterbesälle.)
14. November. Schüler Peter Schneider von hier, 6 I. 7 M. 28 T. 14. Landgräfl. Parkaufseher Johann Georg Wingenseld von Schloß AdolsSeck, 83 I. 17 T 14. Eisenbahnschaffner a. D. Karl Pauluschat, 55 I. 11 M. 7 T. 17. Ehefrau Elisabeth Eimer, geb. Roppel, von Ronshausen, Kr. Rotenburg, 51 I. 8 M. 26 T. 18. Privatin Regina Lomb, 74 I. 5 M. 17 T.
Amt Geisa und Umgebung.
* Geisa, 20. Nov. 1913. Der Aufwand der Schulgemeinden betrug für ein Schulkind durchschnittlich nach der letzten Feststellung in einem Jahre in Weimar 59 Mk., Apolda 68 Mk., Jena 74 Alk., Eisenach 69 Mk., Gerstungen 28 Mk., Dermbach 44 Mk., Geisa 35 Mk., Kaltennordheim 41 Mk., Ostheim 32 Mk., Stadtlengsfeld 30 Mk., Tiefenort 45 Mk., Vacha 37 Mk., Weida 43 Mk. Der gesamte Aufwand der Schulgemeinden betrug 2 676 269 Mark, aus Staatsmitteln wurden aus der Volksschulkasse 1241237 Mk. aufgewendet.
* Dermbach, 20. Nov. 1913. Das aus den Mitgliedern des Hilfskomitees für die Unwettergeschädigten gebildete engere HUfskomitee hat nunmehr den Verteilungsplan der gesammelten Gelder fertiggestellt. Die Unterstützungen werden durch Vermittlung der Gemeindevorstände bezüglich der örtlichen Hilfskomitees alsbaldzurAuszahlung gelangen. Das Komitee hat von der chm vom Gesamtkomitee eingeräumten Befugnis, die ärmste (4.) Vermögensklasse bis zu 45 % zu bedenken, in der Weise Gebrauch gemacht, daß dieser ausnahmslos volle 45 % zugesprochen worden ist. Die drei ersten Klassen haben in dem bereits bekannt gegebenen Umfange bedacht werden können.
* Vacha, 20 Nov. 1913. Nach dem amtlichen Bericht war der 4. Verwaltungsbezirk am 15. November frei von Tierseuchen.
Aus Oberheffen n. den Hess. Aemtern.
* Marburg, 20. Nov. 1913. Der außerordentliche Professor an der hiesigen Universität Dr. med. Paul I Röm e r erhielt eit. en Ruf als ordentlicher Proseffor und Direktor des hygienischen Instituts an die Uni« versttät Greifswald, dem er Folge leisten wird.
# Ziegenhain, 20. Nov. 1913. Für die Ende dieses Jahres ausscheidenden Mitglieder der Stadt- lvcrordnetenversammlung fand heute mittag die Ergänzungswahl statt. In der dritten Wäh- I lerklasse wurde der Landwirt Valentin Möller I wiedergewählt. In der zweiten wurden Sparkassen^ I Hauptrendant Peter Stuhlmann wieder- und Bäckermeister Hewrich Dietz neugewählt. In der ersten wurde Buchhändler W. Korell wiedergewählt.
# Schrecksbach, 20. Nov. 1913. Herr Lehrer Wald- schmidt dahier beging am Sonntag sein 40jähriges Ortsjubiläum. Der Gesangverein schenkte dem Jubilar ein Bild, die Gemeinde einen Sessel.
[:] Neustadt, 21. Nov. 1913. Am gestrigen Tage fand Hierselbst eine für unsere Gmeinde bedeutungs- I volle Feier statt. Das neue Schulhaus wurde seiner Bestimmung üb er geb en. Voraus ging ein feierliches Levitenamt. In demselben hielt Herr Ortsschulinspektor Ebel eine Ansprache, in welcher er ausführte, daß die Schule eine Veranstaltung des Elternhauses, des Staates und der Kirche sei, und infolgedeffen die Schule die ihr anvertrauten Kinder zu guten Patrioten und treuen Kindern der Kirche erziehen müsse. Alsdann ging es in Prozession zur alten Schule. Hier wurden in feierlicher Weise das Kruzifix und das Bildnis des Kaisers aus den alten Schulsälen durch Kinder zur neuen Schule gebracht. Herr Archftekt Tauber übergab die Schlüssel dem Herrn Landrat von Gilsa, welcher seinerseits unter Worten des Dankes an die Gemeindeverwaltung für deren Opferwilligkeit bezüglich der neuen Schule, die Anwesenden zu einem dreifachen Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aufforderte. Mit einem kurzen I Hinweis auf die Bedeutung der Schule für die Gemeinde übergab Herr Bürgermeister Linker die Schlüffel dem Herrn Ortsschulinspektor. Dieser nahm alsdann die kirchliche Weihe der neuen Schule vor, und lieferte die Schlüffel dem Vertreter des Lehrkörpers, Herrn Hauptlebrer S t i m b e r t aus. Als Vertreter der Auffichtsbebörde nahm Herr Kreisschulinspektor Pfarrer Günther an der Feier teil. Mft dem Liede ..Großer Gott, wir loben dich," endigte die eindrucksvolle Festlichkeit. Zur größten Freude der Schulfinder wurden Brezeln an dieselben verteilt. Ein gemeinschaftliches Festessen im Lokale des Herrn H. Mann vereinigte noch eickmal die offiziellen Teilnehmer zu einiaen gemütlichen Stunden. Als Zeichen des guten Einvernehmens zwischen den verschiedenen Konfessionen sei noch bemerkt, daß sowohl der evangelische als auch der jüdische Lehrer der ergangen-"- Einladung gefolgt war.
* Langenstein, 20. Nov. 1913. Gelegentlich des Durchzuges einer Bärentrupve kam es dieser Tage zwischen einem Führer derselben und der biesi- aen Bevölkerung zu einer Schlägerei. Bei dieser Gelegenheit ergriff einer der Bären für seinen Herrn Partei und verletzte einen Einwohner durch einen Schlaa mit der Tatze.
* Wetter, 20. Nov. 1913. In der Scheune des Kaufmanns Hausmann brach ein Brand aus, der diese in Asche legte. Viele Futtervorräte wurden vernichtet, das Vieb konnte oerettet werden. Ter Schaden beträgt etwa 5—6000 Mk. Tie Feuerwehr verbüßte ein Umsichgreifen des Feuers.
I" Fritzlar, 20. Nov. 1913. Gestern nacknnittaa fand eine Sitzung des Eisenbabn-.Komitee? Fritzlar - Wolfhaaen unter dem Vorsitze des Herrn Edmund Dietrich in Firma Gebrüder Dietrich, Fritzlar im Hotel Royal, Kassel stall. An den Beratungen nahm auch LandtagSaboeordneter Oekonomie- rat Nöll« Gudensberg teil. Schon im Jahre 1911 I war von Kammerherrn Baron von Papvenheim im Abgeordnetenbause festgestellt worden, daß die Strecke Fritzlar-Wolfbagen in der Budgetkommission eingehend besprochen und dabei die Dringlichkeit deS Ausbaues ]
L Im katholischen Gesellenverein soll jetzt, nach« I dem das lanzvoll verlaufene Stiftungsfest zurück- liegt, idiivlc ruhige, stille Vereinsarbeit geleistet werden. Im Laufe des Winters soll manches Erspricß- I liche für den Verein geleistet werden. So ist eine I Erweiterung der Bibliothek besonde-s auch durch Fachschriften beabsichtigt. Den kürzlich zum I Militär eingetretenen Mitgliedern wird eine Weih- I nachtsgabe übermittelt, zu der die Vereinsangehörigen kleinere Beiträge leisten werden. Am letzten Vereinsabend brachte der Präses die Vereinssparkasse besonders für die Winterszeit in empfehlende Erinnerung. Auch zwei Ehrenmitglieder munterten zum eifrigen I Sparen an und legten die Vorteile dar, die das I Sparen gerade in der Jugendzeit mit sich bringt.
A Das nächstjährige Kurheffifche Bundesschietzen wird nach einem Beschlüsse des Kurhessiichen Schützenbundes in Kassel abgehoben werden.
*69 Ablaufende Frist. Am 31. Dezember d. Js. läuft die Frist ab, bis zu welcher die im Besitze des Publikums vorhandenen alten Invaliden- marken bei der Post umgetauscht werden können. Es sind dies die Marken, die bis zum 31. Dezember 1911 gültig waren und Werte von 14, 20, 24, 30 und 36 Pfennige hatten.
L Folgenschwerer Sturz. In der Adalbertstraße fiel gestern mittag ein Mädchen auS Künzell von einem | Milchwagen, dessen Pferde vorzeitig angezogen. Die Verletzungen, die das Mädchen davontrug, waren so schwer, daß es im Krankenauto in das Landkranken- ! Haus gebracht werden mußte.
y. Diebstähle. Einem hiesigen Uhren- und Goldwarenhändler wurden aus einer im HauSgange ab« gestellten bepackten Kiste mehrere Wecker gestohlen, Die Täter sind bis jetzt noch nicht ermittelt. — AuS der Gartenhalle der „Harmonie"' wurden in der Nacht auf Donnerstag eine Anzahl Wäschestücke entwendet.
L Die Kinder Floras können sich heuer scheinbar gar nicht von uns Menschenkindern trennen. Nicht nur erfreut uns, wie wir gestern berichteten, immer noch die Königin der Blumen, die Rose, in mannigfachen Farben und in großer Anzahl, sondern auch andere Blumen, wie Stiefmütterchen, Maßliebchen usw. sind hier und da anzutreffen. Heute wurde uns sogar noch ein Beilchensträußchen auf den Redaktionstisch gelegt, das seinen Ursprung in einem Garten der Josephstraße hat.
41 Wer hat das Fahrrad in den Packwagen zu bringen? In dieser Frage liegt eine allgemein interessierende Entscheidung vor. Ein Reisender bekam mit dem Zugführer Streit, weil er fein Fahrrad zwar an den Gepäckwagen brachte, sieh aber nicht für verpflichtet hielt, wie e$ der Zugführer verlangte, das Rad in dem Gepäckwagen zu vrstauen. Das Eisen« bahnbetriebsamt bat nun aus eine Beschwerde des Reisenden einen Bescheid erteilt, in dem es heißt: „Zu Ihrer Beschwerde teilen wir Ihnen mit, daß der Zugführer wegen feines Benehmens zur Rechenschaft gezogen wurde. Der Reisende ist nicht verpflichtet, da? auf der Fahrradkarte abgefcrtigte Rad selbst in den Packwagen zu bringen."
„//" Rhönklub. Der Zweigverein Fulda beabsichtigt, gemeinlam mit dem Haupiairsschnß am Dienstag, den 25. d. Mts. im Saale deS Bürgervereins einen FamiIrenabend zu veranstalten. Musikalische Vorträge, Vorführung der neuen prächtigen Lichtbilder- Serie der Rhön mit verbindendem Vortrag, endlich die I Uebeireidjung der Ehrenurkunden an die beiden jüngsten in Bischofsheim ernannten Ehrenmilglieder des Klubs, I zum Schluß ein zwangloses Tänzchen, das alles soll den Teilnehmern einen genußreichen Adend sichern.
totales.
Fulda, 21. November 1913.
# Personalien. Dem Garnisonverwaltungsinspektor und Amtsvorstand August Bernau zu Hofgeismar rourbe der Königliche Kronenorden vierter Klaffe verliehen. — Der mit Wahrnehmung einer Intendantur« und Bauratstelle bei der Intendantur des 11. Armee« korp» beauftragte Baurat Benda wurde zum Intendantur» und Baurai ernannt.
# Die Bedeutung und die Ausführung der Vieh- »nd Obstbaumzählung am 1. Dezember 1913. Am 1. Dezember 1913 findet im Deutschen Reiche eine allgemeine Viehzählung statt, mit der in Preußen gleichfalls vom Bundesrate angeordnete Obstbaumzählung verbunden ist. Die Fragen, die hierbei an die Bevölkerung gestellt werden, sind leicht verständlich, chre Beantwortung verursacht nur geringe Mühe. Es werden gezählt: die Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, mit chren Unterarten, ferner die tragfähigen und noch nicht tragfähigen Obstbäume. Jeder Haushaltungsvorsteher oder sein Stellvertreter hat das ihm gehörende oder unter seiner Obhut befindliche Vieh, das in der Nacht bom 3 0. November zum 1. Dezember 1913 auf dem Gehöfte, wo er wohnt, sicht, zu zählen nnd in die Weiße Zählkarte (A), . unter Beachtung der Erläuterungen wahrheitsgetreu einzutragen: die auf dem Gehöfte und in dem anstoßenden Hausgarten stehenden tragfähigen u. noch nicht tragfähigen Obstbäume sind vom Besitzer. Verwalter oder Pächter des Gehöftes zu zählen und auf der Rückseite der Weißen Zählkarte zu vermerken. Für die im freien Felde, an öffentlichen Wegen, auf Kanalböschungen, Deichen usw. stehenden Obstbäume dient die blaue Zählkarte (A 1). lieber die in den Zählkarte enthaltenen, den Vieh- nnd Obstbaumbesitz de» Einzelnen betreffenden Nachrichten ist das Amts- gcheimnis zu wahren. Die Angaben dürfen nur zu amtlichen statistischen Arbeiten, nicht aber zu anderen Zwecken, insbesondere auch nicht zu Steuer«
Ans dem Nachdargebiete.
Lütter, 18. Nov. 1913. Sonntag, den 16. d. M., fand int Gasthaus zur Stadt Fulda dahier eine aut besuchte Versammlung des Jmkervereins I L ü t t c r u u d U m g e g e nd statt. Nachdem der Vor- I sitzende, Herr Lehrer Schramm, die Erschienenen freundlichst begrüßt hatte, verbreitete er sich in längerer Ausführung über „das Einwintern der Bic- I nett". Der Imker soll sich vergewissern, ob der Bien I eine gute Königin hat, ob das Volk nicht zu schwach und zu alt und ob genug Honig bezw. Zuckerlosung I im Stocke vorhanden ist. Die Auffütterung der Bienen muß jetzt vollendet sein und der Bienenstaat muß seine Ruhe haben. Wer jetzt noch füttert, verdirbt seinen Immen gründlich den Magen. Auch wird die jetzt geholte Zuckerlösung nicht mehr verdeckelt. Die Bienen sollen einen warmen Winterfitz haben, doch soll das Einhüllen nicht in allzugroßem Maße geschehen. Aber eine Jmkersünde begeht derjenige leichtsinnige Bienenhalter, der im November gar nicht nach seinen Lieblingen schaut. Alte, zerbrochene Bienenwohnungen, die man so ost auf Ständen bewohnt findet, bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit. Et» ! was Werg, alte Säcke, Strohwände tun gute Dienste. Endlich machte der Redner auf alle Friedensstörer aufmerksam, die während der langen Winterzeit die Bienen belästigen. Dahin gehören Katzen, Mäuse, Meisen, Spechte und nicht zuletzt der Mensch selber. Mit einem warmen Appell an alle Bienenfreunde, die Lieblinge gut zu behandeln, schloß er seine belehrenden Ausführungen. Die Mitglieder gingen auseinander mit dem festen Entschluß, sich der Bienenzucht eifrig zu widmen und andere Landbewohner dafür zu begeistern.
„" Bieber (Kr. Gelnhausen), 19. Nov. 1913. Am Sonntag abend veranstaltete der hiesige katholische Jünglingsverein eine musikalischtheatralische Abendunterhaltung. Nach einem Eröff- nungsmarich, ausgeführt von der neugebildeten Ver- einskapelle, trug der Sängerchor des katholischen Männervereins Konstantia", der sich bereitwilligst in den Dienst der guten Sache gestellt hatte, ein Begrüßungslied vor. Jetzt hieß Herr Pfarrer Kauth als Präses des festgebenden Vereins die zahlreich Erschienenen herzlich willkommen. Anschließend an die Begrüßungsworte gab er noch einige Ausführungen über die Fremdenlegion, über die Zustände in ihr, besonders über die schlechte Behandlung der Legionäre und mahnte zum Schluffe, die Augen offen zu halten und wachsam zu sein, denn die besoldeten Werber kommen schon in das entlegenste Dörfchen, um auch hier |
zwecken benutzt werden. Die Ergebnisse der Vieh- und Obstbaumzählung dienen daher lediglich den Zwecken der Staats- und Gemeindeverwaltung und der Förderung wissenschaftlicher und gemeinnütziger Aufgaben, wie Hebung der Viehzucht nnd des Obstbaues: insbesondere soll aber auch festgestellt werden, ob durch die heimische Viehzucht und den Obstbau das für die Volksernähruna nötiae Fleisch und Obst gewonnen werden kann. Nach Feststellung der Ergebnisse durch das Königliche Statistische Landesamt in Berlin werden d i e Zählkarten vernichtet. Die Erreichung des bedeutsamen Zweckes der Zäbluna hängt zum großen Teile von der Mithilfe der Bevölkerung ab. An sie wird daher die drinaende Bitte gerichtet, das Zählaesibäst durch bereitwilliges Entqeaenkom- men den Zäblern, Ortsbehörden usw. gegenüber zn erl-icbtern. Wenn auch die Zählkarte in erster Linie vr» dem Hansbaltunasvorsteber usw. selbst auszu- füllen ist, so bedarf es doch außerdem einer großen .Zahl freiwilliger Zäbler, die bei der Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die Eigenswaft von öffentlichen Beamten besitzen. Es steht zu erwarten, daß, wie bei früheren Zäblunqen so auch diesmal sich in genügender Zahl Personen finden werden, die bereit sind, dieses Ehrenamt zu übernehmen: sie würden damit dem allgemeinen öffentlichen Jmereffe einen wesentlichen Dienst leisten. Die Auf- bereftnna der Ergebnisse der Zäblnnq geschieht durch das Köuialicb Preußische Statistische Landesamt in Berlin SW 68, Lindenstraße Nr. 28, das zur Bebebuna .ettwr guftaulbender Kweisel auf ied- Anfrage bereitwtlligst Auskunft erteilen wird. Die Veröffentlichung der Ergebnisse wird so gehalten werden, daß darin die Angaben des einzelnen Hausbgfiungsvor- stehers in keinem Falle mehr erkennbar sind.
kre. Eine für die Geschäftswelt interessante Ent. fchtiduttg hat soeben der höchste preußische Vermal» tungs-Gerickitsdof, das Oberverwaltungs-Gericht, getroffen. Der Streit drehte sich um die Frage, welches Jahr nach § 24 Abf. 1 des Gewerbe« steuer«Gesetzes von 1891 der Gewerbesteuer« Veranlagurig zugrunde tu legen ist, ob daS letzle Geschäftsjahr unter allen Umstanden oder nur daun, wenn es zur eit der Veranlagung bereit? b latnmäßig abgeschlossen ist. Die Klägerin, eine Aktien«Gesell« schatt,, wollte nach dem Ertrag des vorletzten Geschäftsjahres zur Gemeinde-Gewerbesteuer veranlagt sein und nur etwa 2000 Mark bezahlen. Die Gemeinde hatte sie zu einer Steuer von rund 14,000 Mark veranlagt. Die Aktien - Gesellschaft beriet sich »uf eine Entscheidung eines Staatssteuer-Sena!es bes Oberverwaltung? - Gerichte?, die im 12. Bande der amtlichen Sammlung (Staatssteuer-Sachen) abgedruckt und in der ausgesührt ist, datz für die Gewerbesteuer- I Veranlagung der Ertrag des letzten Geschäftsjahres in Betracht komme, dessen Ergebnisse zurzeit der Veranlagung bereits festgestellt wer« I oen lonncit. Das Oberverwaltung's - Gericht wie§ jedoch die Klage ab. Zur Begründung der Entschei- I bung wurde darauf hingewiesen, baß bas von ber Klägerin angeführte Urteil eines Staalssteuer-Senates I von diesem bei nochmaliger Prüfung nicht aufrecht« zuerhalten fei. Der Senat habe vielmehr bett in biefer Entscheidung ausgestellten Grunbfatz oerlaffen unb nehm- neuerbmgs an, baß als maßgebenb für bie Steuerveranlagung nach § 24 Abf. 2 bes Gewerbe« steuer-Gesetzes bas letzteGeschäf ts- ober Kalen« verjähr anzusehen fei, bas bei Vornahme ber Veranlagung abgelaufen fei, gleichviel, ob seine Er» gebntsse enbgültig feftgelegt seien ober ntdjt. Dieser neueren Auslegung schließe sich ber cr- kennende Senat an und banach sei bte Veranlagung I richtig vorgenommcn worben. (Urt. bes 8. Sen. 'vom 18. Nov. 1913.)
□ Gegen den Alkohol-Mißbrauch. Von sozial- charitaliv tätiger Seite wurde vielfach die Anregung I laut, bald nach der hl. Mission durch einen gründ- I sichen, allgemein orientierenden Vortrag mehr, als bisher^die Ausmerksamkeii der katholischen Bürger- I schäft Fuldas hmzulenken auf die Bewegung, die sich richtet gegen die Schäden des Alkoholmiß- brauches. Ta der Hochwürdigste Herr Bischof I diesen Gedanken auch lebhaft begrüßte, so wurde die äußere Veranstaltung vom kathol. Kreuzbündnisse I übernommen, das in Zukunft mit dem kath. Mäßigkeitsbund gemeinsam arbeiten wird. Trotzdem wird aber der Vortrag oder die ganze Veranstaltung nicht I trgenb welche Einseitigkeit oder Kampsesspitze ent- I galten, sondern soll bloß anregend und ausklärend I totriett. Deshalb wurde dieser Vortrag dem hiesigen I Tompredrger Herr,, Pater R e m i g i.u s übertragen, I
bmerserts frei von dem Verdachte jeder radikalen Uebertreibung ist und der anderseits besonders in Baden schon viel und mit Erfolg in dieser Sache I gearbeitet hat. Tie ganze Veranstaltung findet statt ; tun .®ontttag den 23. November, abends I
. h? sm großen Stadtsaale und ist so eiv- I ■ gerichtet, daß jeder ernstgesinnte Katholik auf seine |;
ist Scotts Emulsion zuträglich, sie ist keineswegs nur ein Kinderkrästigun^mittel. Auch Erwachsene nehmen iii mit demselben Nutzen zur allgemeinen Stärkung
Kosten kommen dürfte. Nutzer dem genannten Bortrage des Herrn p. Remigius wird Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni eine kurze Begrüßungsansprache halten, der bewährte Gesangverein „Win- fridia" wird einige Lieder vortragen, kleine Theatervorstellungen werden einschlägigen Stoff zum Gegenstände haben. Der Hochwürdigste Herr Bischof hat gerne sein Erscheinen zugesagt. Zur Deckung der Kosten und insbesondere zur Unter- stützung der Trinkerfürsorge sind 10 Pfg. Eintrittsgeld festgesetzt. Nur in den ersten Reihen sind auf Wunsch reservierte Plätze z. 1 Mk. zu haben. Es wird auf recht zahlreiche Beteiligung der ganzen hiesigen kathol. Bürgerschaft gerechnet.
Lotts Emulsion und MederauffrischiMg. Scotts Emulsion ist ohne Schwierigkeit zu nehmen und so leicht verdaulich, datz sie auch von. Personen mit schwachem Magen gut vertragen w-xd.
I & Ortalt, ea.: Siebertran 150/), ©Iljjerti I co,o, miteAhniphortgl. flalt 4,3, mtterlrtoS k» Phorigj. Natron 3,0, Tragant 3,0, arab Outgtni 3,0, Wäger 129,0, Alkohol 11,0 ZlMl-,Mandel- u. «anltherinöl je 2 Tropfen
vermischtes.
* Der Hund als Flughiudernis. Zwei OffizierS- flieger aus Wesel mußten bei Grafenberg im Rheinland eine Notlandung vornehmen. Beim Ber- such des Wiederaufstieges lief ein großer Hund in den Propeller hinein. Das Tier wurde glatt durchschnitten und auf der Stelle getötet, während der Propeller stark beschädigt wurde. Es muß vor dem Weiterflug ein neuer Propeller beschafft werden.
♦ Untat eines Irren. Wiederum ist der Fall zu verzeichnen, wo ein aus der Irrenanstalt entlassener Geisteskranker schweres Unheil angerichtet hat. Es hat sich herausgestM, daß der Bergmann Oskar Prinz, der vor einigen Tagen in Altenessen den Schutzmann Droste von hinten angefallen und durch 12 Messerstiche so schwer verletzt hat, datz er auf den Tod darniederliegt, vor einigen Jahren wegen einer schweren Geisteskrankheit in einer Irrenanstalt untergebracht war und neuerdings wieder wegen seines merkwürdigen Benehmens auf seinen Geisteszustand untersucht werden sollte. Das Vorkommnis beweist aufs neue, wie gefährlich es ist, anscheinend geheilte oder harmlos erscheinenden Geisteskranke ohne Aussicht umherlausen zu lassen.
* Allerlei vom „Bauernschreck". Aus Seckau im Stubalpenrevier wird geschrieben: Es ist eine aufregende Zeit für die Steiermark, bis die Raubtiere einmal als Siegestrophäen ausgestopst im Landesmuseum zu sehen sein werden. Aber Poesie ist doch bei der Raubtierjagd, nicht zuletzt im Kreise der wackeren Jäger, Gendarmen und Militärs- wenn sie abends beim Gaberlwirt oder sonst irgendwo beisammen sitzen und Pläne schmieden. Für Humor sorgen sehr reichlich die Veranstaltungen der Sonntagsjäger, die erst auf der Stubalpe das Schießen lernen wollen. Beim Abschied nach kurzer Frist waren sie sehr entrüstet, daß der Löwe ihnen nicht vor das Rohr gelaufen ist. Zwei Wiener wollten 14 Tage lang auf einem Baum kampieren, brachten Kochzeug mit und wollten droben einen förmlichen Haushalt einrichten. Die Kälte brachte sie schon am folgenden Tage hinunter ins Forsthaus, von wo sie sich drei Tage später wieder nach Wien verzogen, nicht ohne vorher dorthin geschrieben zu haben: „Das Raubtier heult fürchterlich!" Sehr amüsant für die Berufsjäger ist auch die tägliche Post. Da treffen bei der Jagdlenung ganze Stöße von Briefen ein, nicht nur aus Steiermark- sondern ans ganz Oesterreich, aus Deutschland und von weither aus dem Ausland. So beschreibt einer aus Wien eine „großartige" Vorrichtung zur Vernichtung des Bauernschrecks und sendet zugleich ein Modell davon ein. Das Ding ist eine Holzkugel von sieben Zentimeter Durchmesser, die mit sechs Eisenstacheln besetzt ist; diese sind sieben Zentimeter lang und haben an der Spitze Widerhaken; das Ganze, von Spitze zu Spitze 21 Zentimeter breit, soll mit Fleisch umwickelt und dann von der Bestie gehorsamst verschluckt werden. „Ganz gewiß wird der Bauernschreck daran zugrunde gehen!" — Ein gutes Jahr haben die Wirte im Raubtiergebiet. Schon wochenlang sitzt oben in den Alpenwirtshäusern eine zahlreiche Jagdgesellschaft. Und das Spüren nach den Tieren macht hungrig und durstig. Auch die Wilderer sollen gute Zeiten haben bei dieser allgemeinen Jägerei. ____