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2. Blatt.

*tn< ber z»!d««r Z<tknbxM«mi in Silbe.

-t. Weltliche Jugendpflege.

, Tin sehr bedenkliches Dokument für den Geist, der sich der weltlichen Jugendpflege bemächtigen will, ist das „Jahrbuch für Volks- und Jugend- spiele" ut Gemeinschaft mit dem Vorsitzenden des Zentralausschusses zur Förderung der Volks- unb Jugendspiele in Deutschland Dr. v. Schenckendorff und Prof. Dr. med. F. A. Schmidt herausgegeben, Geh. Hofrat Prof. H. Rehdt, 22. Jahrg., Leipzig und Berlin (Teubner) 1913.

Tinaeleitct wird das Buch mit einer Ansprache des Generalfeldmarschalls Frhr. v. d. Goltz, die derselbe beim 13. bttttschen Kongreß für Volks- und Jugend­spiele in Heidellierg am 30. Juni über die Aufgabe des Jungdeutschlandbundes gehalten hat. Im all­gemeinen' ist dagegen nichts zu erinnern. Man hat den Eindruck, dA Herr v. d. Goltz nicht will, daß die Diitgieder des Bundes durch dessen Veranstaltungen an der Betätigung des kirchlichen Lebens gehindert werden und daß alles vermieden werden soll, was wie eine Kränkung des religiösen Sinnes ausficht. In letzterer Hinsicht lasten aber einzelne Abhand­lungen des Jahrbuches durchaus ben nötigen Takt vermissen. Was soll es z. B. heißen, wenn in einem Artikel übev die Bedeutung der Jugendpflege für unsere Mädchen ge­klagt wird über den „unseligen Gedächtnis­ballast im Religionsunterricht", über die „Fülle alttestamentlicher Geschichten, dre trotz aller didaktischen Kun st unse­rer deutschen (!) Jugend doch nicht schmackhaft zu machen sind"? Was meint wohl derselbe Berfaster, wenn er den Pegasus besteigt und ausrust:

Aus schwarzem Buche lernst du nicht, Auch nicht mit Kopfverdrehen: O Tannengrün, o Sonnenlicht, O freie Luft der Höhen!

In einer Abhandlung über das Frauen- schwimmen macht sich der Verfasser lustig über eine aus „mittelalterlich rückständigen Lebensanschauung entspringende, weltfremde Prüderie", wo es sich doch um einen den christl.-sittlich. Anschauungen entsprechenden Sinn für Anstand handelt. Was soll die Bemerkung über den „heftigen Wider standklerikaler Kreise" gegen das Frei- und Familienbad? Ter Berfaster verweist dabei auf K ö l n, wo die Einrich­tung eines solchen Bades von den Stadtverordneten abgelehnt wurde. U. E. haben sich die der Zen­trumspartei angehörigen Stadtverordneten in Köln ein großes Verdienst erworben, daß sie trotz des „mo­dernen Zeitgeistes" auch für die Großstadt Köln die christlichen Grundsätze über Anstand und Sitte hoch- ?gehalten haben. Der Verfasser tröstet sich aber in einem Aerger mit der Ueberzeugung, daß diese Kreise „freilich auf die Dauer die erwachende Mündigkeit des Volkes in leiblich- sittlichen Fragen nicht mehr werden bevormunden können". In dieselbe Kerbe schlägt der staatlich geprüfte Schwimmlehrer Mang, der „voll Hoffnung dem Tag entgegensieht, wo kein gesundes Mädchen mehrdixSchulever- läßt, ohne schwimmen gelernt zu haben".

Mit seinen „fachmännischen" Belehrungen sucht er jedenfalls die „Entwicklung zur Mündigkeit" zu beschleunigen. Was soll man z. B. dazu sagen, wenn der Verfasser die „noch vorherrschende oder vorgeschrie­bene Badekleidung als überlebte Prüde­rie" bezeichnet, die von „ungünstigem Einfluß auf das Frauenschwimmen" sei, und es bedauert, daß das „wahre Schwimmen ohne andere als die natur- gewollte Hauthülle, welches allein volle Freiheit und Wirkung ergebe", bei uns „vorläufig" noch nicht allgemein durchfiihrbar ist. Der Verfasser dieses Ar­tikels schwärmt anscheinend für die Münchener oder Berliner Nacktkultur und wünscht sie wohl allgemein ins Volksleben eingeführr zu sehen. Daher seine Ent- rüslung über ,,s o g e n a n n t e" sittliche Forderun­gen und über so m a n ch e „in spat mittelalterlicher Befangenheit ihrer Sittenansichten steckenden Einwohnerschaft in kulturell rückständigen Gegenden". Daß derartige Anschauungen über Zucht und Sitte öffentlich vorqeiragen werden, ist ja heutzutage nichts Seltenes, aber zu bedauern ist es, daß eine Zeit­schrift, die so ganz Mt Gedanken der staatlichen Ju­gendpflege verwirklichen helfen will und sogar von verschiedenen Regierungen den Schulen zugeschickt worden tft, sich zur Verbreitung derselben hergibt. Wir wollten mit diesen kurzen Hinweisen unseren Le­sern nur zeigen, wohin vielfach die moderne Ju- qent>vfleae kommt, besonders wenn man sie im

Kle «es Feuilleton.

■ — Der Umfang der menschlichen Stimme beträgt in der Regel zwei Oktaven, wenn man nur die Brust- stünme in Betrachts zieht. Durch Anschlägen der sog. Fistel- oder Falsertöne kann der Umfang der Stimme allerdings noch erhöht werden, aber diese Töne klingen unrein und gezwungen. Je nach der Stimmlage unterscheidet man bekanntlich Baß, Bariton und Tenor, für welche Beziehungen man bei Frauen Alt, Mezzosopran, Sopran sagt. Der menschliche Kehl­kopf gleicht einer Zungenpfeife, also einem jener In­strumente, bei bent_ ein kleines, nur an einer Seite befestigtes Metallblättchen durch Anblasen in Schwin­gungen versetzt wird. Die Stelle der Metallblättchen vertreten im Keblkopf die Stimmbänder. Von der Spannung und der Länge dieser Bänder hängt die Höhe des Tones ab. weshalb Frauen infolge ihrer kürzeren Stimmbänder höhere Töne erzeugen. Die Pbvsik bestimmt die Töne nacb der Anzahl der Schwingungen in der Sekunde. Es hat sich rsun ge­zeigt, daß die Töne zwischen 250 bis 350 Schwingun­gen allen Mensch:n aemcinsam sind, aber sie sind die höchsten Töne beim Baß, während sie bei der Sovran- stimme den tiefsten Lagen entsvrechen. Der tiefste Ton, der bisher von einem Basiisten aesungen wurde, ist das Kontra-?, das nur 42 Söbwingungcn in der Sekunde macht, während der höchste Ton, der natür­lich her Kehle einer Sönoerin entsvrana. das drei­gestrichene A mit 1708 Schwingungen war. vs

— Di« Notwendigkeit gemischter Nahrung. Kakao gilt berechtigtermaßen als ein nahrhaftes Getränk. Man sollte sonach meinen, daß man füglich ganz allein von Kakao leben könnte, das ist indes nickt der Fall. Ein französischer Gelehrter hat einmal das Experi­ment gemacht, eine Person einen Monat lang nur allein mit Kakao zu ernähren: die Person verlor fast 10 Kilogramm an Gewicht und wurde auch krank. Daraus erhellt, daß der Mensch „gemischte Nahrung" gu sich nehmen muß. wenn er gedeihen will, und zwar braucht er täglich 120 Gramm reines Eiweiß (nicht Tiereiweiß, das ca. 77 Proz. Wasser enthält), dazu, je nach seiner mehr körverlicken oder mehr geistigen

Fuldaer Zeitung.

M 265.

Samstag 15. November 1915.

Zusammenhang mit anderen Aeußerungen der letzten Zeit zusammenhält. Dre Zeitschrift „Fußball und Leichtathletik" hatte bekanntlich diejeni­gen Väter eines „Verbrechen s" angeklagt, die ihre Söhne konfessionellen (katholischen oder evangelischen^ Jugcndvereinen zuführen und den kirchlichen Jugerrdverein also verhöhnt:

»Der kirchliche ^ünglingsverem, der notwendig mäuser züchten mub, und den wir selber als Jungen gottlob so rechtschaffen verachtet haben, ist unter der Brutmaschin» der .Jugendpflege' zu neuem Leben auf» gewärmt."

Auch die „Deutsche Turnzeitung", offizielles Or­gan des Verbandes der deutschen Turnerschaft, hat sich bekanntlich bemüßigt gesehen, die kirchlichen Jüng­lingsvereine in unarböltger Weise anzugreifen und diejenigen, welche die Jugend auf religiös-sittlicher Grundlage samnteln wollten, als „Pharisäer" zu be- zeichnen, „als Leute, die nichts von freier Männlich­keit, von Männerstolz nach oben und unten wissen wollen und in äußerl.chen Formen die Frömmigkeit suchen".

Angesichts der vielen Auswückfi der öffentlichen Jugendpflege werden viele Stimmten laut, die sich mit dem Gedanken glauben beruhigen zu können: Das wird nicht lange dauern, wenn der erste Eifer vorbei ist, wird die Sache wieder einschlafen. Wir möchtett das bezweifeln. Nicht allein um eine Spie­lerei und Laune bandelt es sich, sondern um eine verborgene Dl a di \ die auf dem Felde der Ju­gendpflege eingesetzt har und ihre Zwecke mit rück­sichtsloser Energie verfolgt. Die offene und geheime Bcftbdung der k a t h o l t s ch e n Vereine für die Jugend (Jünglings- und Gcsellenvereine) ist nur er­klärlich durch die hohe Bedeutung, die man ihnen für eine günstige Entwicklung des Katholizismus mit Recht beimißt. Sie ist ntckts als ein „Stück des ft i II e n Kulturkampfes" (cf. Pater Saedler, „Tie interkonfeffionelle Jugendarbeit" in den Stim­men aus Maria Laach':. Jedenfalls haben wir Ka­tholiken gar keine Veranlassung, interkonfessionelle Juqendbestrebnngcn zu fördern, wohl aber unsere katholischen Jngendvereiue, zu denen außer den Jüng­lingsvereinen auch die kalh. Gesellenvereine, Jo- sepbsvereine usw gehören, tatkräftig zu fördern und ihnen alle unsere jungen Leute zwischen der Schulbank und der Kaserne und darüber hinaus zuzuführen. Dre katholischen Männer, deren wir in den kommenden Jahrzehnten bedürfen, können fraglos nut in kath Jugendvereinen gebildet werden. Im Nanten aller Güter, die uns heilig sind, im Interesse der Kirche und nicht weniger des Volkslebens müffen wir die interkonfes­sionelle Jugendarbeit rcklchnen: sie ist alles,, nur nicht der Weg, den eine Nation an der Wende ihrer Kraft wieder auf dir Hohe zu bringen vermöchte.

t Entschädigung der Schössen und Geschworenen.

In der jetzigen Periode der Schwurgerichte findet zum ersten Male das Reichsgesetz vom 29. Juli d. I. betreffend die Entschädigung der Schöffen und Ge­schworenen Anwendung, das am 23. August d. I. in Kraft getreten und von da ab bereits bei den Schöffengerichten angewandt worden ist.

Das Gesetz besteht nur aus einem einzigen Pa­ragraphen; in der Hauptsache wird in das Gerichts- verfaffungsgesetz ein neuer Paragraph, § 55a, ein­geschoben.

Während bisher Schöffen und Geschworenen nur eine Entschädigung für die Reisekosten gewährt wurde, erhalten sie nunmehr auch für jeden Tag ihrer Dienstleistung sogenannte Tagegelder. Die Höhe der Reiseentschädigung und der Tagegelder hat nach dem Gesetz der Bundesrat durch allgemeine An­ordnung zu bestimmen. Dadurch ist auch eine Ver­einheitlichung in der Höhe der Reisespesen erzielt worden, die nach dem bisher geltenden Rechte von den einzelnen Bundesstaaten geregelt wurde.

Durch die Gewährung der Tagegelder ist es mög­lich, auch unbemitteltere Kreise zu den Ehrenämtern als Schöffen oder Geschworene heranzuziehen, da nunmehr wenigstens einigermaßen Ersatz der Auf­wendungen gewährt wird. Da zu befürchten war, daß mancher Schöffe oder Geschworene die Tage­gelder zurückweisen würde, ist von dem Gesetz be­stimmt worden, daß sie nicht zurückgewiesen werden dürfen. Nicht gilt dies für die Reiseentschädigung.

Der Bundesrat hat die Höhe der Reiseentschädi­gung und der Tagegelder durch seine Bekanntmachung vom 2. August d. I. festgelegt.

Beschäftigung 60 bis 90 Gramm Fett und 350 bis 500 Gramm Kohlehydrate, ferner auch noch die sehr wichtigen Mineralien, die sog. Nährsalze. Jederlei Nahrung enthält zwar obige Bestandteile, aber in sehr verschiedener Menge. Um das eine in der er- sorderlichen Quantität genießen zu können, müßte man von den anderen Bestandteilen derselben Nah­rung meistens viel zuviel verspeisen, wie obiges Kakao-Experiment zeigt. Wollte man seinem Körper nur eine Nahrung zuführen, so würde man zum, Er­satz der Lebenskräfte täglich brauchen: von Kartoffeln 13 Pfund, von Weizenbrot 3 bis 4 Pfund, von Fleisch 3 Pfund, von Eiern 18 bis 20 Stück, von Käse 400 Gramm, von Milch 4 Liter usw. Das sind also zu­meist so große Mengen, daß sie ein Magen gar nicht aufnehmen und verarbeiten kann! gf

— Rekrutierungsstatistische Bemerkungen zur Heeres» Vermehrung. Die Vermehrung der Heeresstärke um 126 000 Mann infolge der neuen Heeresvorlage kann, so führt Dr. H. Schwiening, Berlin, in der ,Deutschen militärärztlichen Zeitschrift aus, ohne Verschlechterung des Ersätze? erfolgen; die in den letzten Jahren eingetretene Abnahme der Tauglichkcitsprozente ist kein Beweis für tatsächliche Verschlechterung der körperlichen Tüchtigkeit der Wehrpflichtigen Deutsch­lands. Die Anforderungen an die Körperbeschaffen» beit waren im Verhältnis zur Fülle des vorhandenen Ersatzmaterials höher als nötig gesteckt worden. Das beweist die Tatsache, daß trotz Abnahme der relativen Tauglichkeitsziffern die absolute Zahl der Ausgehobenen bezw. Tauglichen keine Ab», sondern erhebliche Zunahme aufweist. — An der Zunahme der Untauglichkeit sind in erster Linie beteiligt all» gemeine Schwächlichkeit und Herz- und Lungenkrank» beiten, Untauglichkeitsgründe, die dem subjektiven Ermessen der untersuchenden Sanitätsoffiziere den weitesten Spielraum gewähren. Die Abnahme der relativen Tauglichkeitsziffern beruht auf Zunahme des Ersatzes und letzterer auf verminderter Sterblich­keit und Auswanderung. mr.

— Wo sängt die Finsternis der Tiefsee an? Blickt man in einen klaren Bach, so sieht man deutlich den Boden des Waffers, Steine und Steinchen mit Pflan­zen dazwischen. Muscheln, Amphibien, Würmer, viel­leicht auch Fifckcken und sonltiae Dinae. Der Wick

Die Tagegelder betragen für jeden Fall der Dienstleistung fünf Mark. Als Tag der Dienst­leistung gilt jeder Tag, an dem der Schöffe oder Ge­schworene mit Rücksicht auf sein Amt (also nicht aus privaten Gründen) am Sitzungsorte anwesend sein muß. Wird durch die Dienstleistung ein Nachtquar­tier notwendig, so erhält der Schöffe und Geschworene «ch eine Zulage von drei Mark für jedes Nacht­quartier.

Die Reiseentschädigung wird nur solchen Schöffen und Geschworenen gewährt, die außer­halb ihres Wohnortes einen Weg von mehr als zwei Kilometern zurückzulegen haben. Die Entschädigung wird nach Kilometern berechnet, dabei bleibt ganz außer Betracht, ob der Schöffe oder Ge­schworene den Weg zu Fuß, mit Fahrrad, Eisenbahnen oder eigenem oder fremdem Geschirr zurückgelegt hat. Maßgebend ist nur, welche Verbindung zwischen dem Wohnort und dem Sitzungsorte besteht. Bei Wegen, die auf Eisenbahnen, Kleinbahnen oder Schiffen zu­rückgelegt werden können, besteht die Reiseentschä- digung — gleichgültig also, ob diese Beförderungs­mittel gewählt worden sind — in sechs Pfennigen für jedes angefangene Kilometer sowohl des Hin­weges als auch des Rückweges. Bei Wegen, die nicht in 'dieser Weise zurückgelegt werden können, beträgt die Rciseentschädigung 20 Pfennige für jedes ange­fangene Kilometer.

Nur soweit ausnahmsweise aus besonderen Grün­den die Benutzung von Beförderungsmitteln notwerr- dig ist, die höhere Auslagen erfordern, werden die erforderlichen höheren Auslagen ersetzt. So z. B. etwa, wenn der Zug, der an sich hätte gewählt wer­den können, eine derartige Verspätung erleidet, daß der Schöffe oder der Geschworene wesentlich zu spät zur Sitzung kommen würde, so daß er gezwungen ist, einen Wagen zu nehmen.

Auch für diejenigen Reisen wird die Reiseentschä­digung gewährt, die der Schöffe oder Geschworene während der Tagung nach seinem Wohnorte und zu­rück macht. Sie darf jedoch die Höhe der Bezüge nicht übersteigen, die der Schöffe oder Geschworene erhalten würde, wenn er am Sitzungsorte hätte anwesend sein müssen. Ein solcher Fall würde vorliegen, wenn eine Verhandlung mehrere Tage währt oder der Geschwo­rene für die eine oder die andere Verhandlung von ber Staatsanwaltschaft oder dem Angeklagten ' abge­lehnt wird.

Lokales.

Fulda, 15. November 1913.

# Personalien. Dem Rechnungsrat Heinrich Steiner zu Marburg wurde der Rote Adlerorden vierter Klasse verliehen.

4- Akademischer Vonisatmsverein. Die „Aka- demiscke Bonifatiuskorrespondenz" bringt in ihrer ersten Nummer vom 1. November 1913 einen aus- führlicken Vereinsber-cht über das Sommersemester 1913, der ein sehr erfreuliches Bild bietet. Demnach betrug die Zahl der Ehren- und außerordentlichen Mitglieder 3247 gegen 2856 im Wintersemester 1912- 13; die Zahl der ordcntlicken Mitglieder 4502 gegen 3923 im Wintersemester 1912 13. Die Reineinnahme erreichte die Höhe von 15180,78 Mk., von denen 11 667,33 Mk. an den Vorort in Paderborn abge­liefert und 3513,45 Mk von den einzelnen Vereinen selbst an bedürftige Gemeinden in der Diaspora (in der Diözese Fulda nach Jena) oder für religiös- wiffenschaftliche ^Vorträge in Universitätsstädten, die keine kath.-theol. Fakultät hoben, abgegeben wurden. Die Einnahmen im Wintersemester 1912-13 betrugen nur 11 398,56 Mk. Dos Organ des akademischen Bo- nifatiusvereins, die „Akademische Bonifatius-Korre- spondenz", die sich immer mehr zu einer religiösen Zeitschrift für Gebildete berausbildet, erreichte am 1. November 1913 eine Auflage von 13 000 gegen 9500 am 1. Juli 1913. Sre ersckeint zwar nur vier­mal int Jahre, aber ihr Inhalt ist ein durchaus ge­diegener, die Arbeit hervorragender Spezialisten wie: von Hertling, Mansbach, Bischof v. Kevvler. Schrörs. Böckeboff u. a. Seit 1. November 1913 ist sie auch das Berbandsorgan des Verbandes akademisch aeb'ld- deter Katholiken und wird auch als solches den Bo- nifatiusgedanken in noch weitere Kreise ber gebildeten Katholiken Deutschlands bineintragen. „Vivat, cres- cat, flor-at res Bonisatiana!"

Verbandstaa b<*r Haus- und Grundbesiberver- eine ber Provinz Hessen-Nassau. Wie wir bereits mitteilten, wird bnr nächste Vrodinzial-Ber- bandsrag der Haus- und Grundhosibervereine in unserer Stadt abaebalten. Ns Tag ist nunmehr der

in einen Fluß ist schon sckwieriaer weil dieser niemals klares Wasser nut sich führt. Man kann kaum einige Meter tief blicken, dann w'rd es finster da unten. Das offene Meer ist zwar klarer, oft viel klarer als ein Fluß, aber dennoch gelangt das Ange auch hier nie bis zum Grunde. Die Ursache ist bekanntlich darin zu jucken, daß das Lickt der Sonne nur bis zu einer gewiffen Grenze das Meerwaller zu durck- dringen vermag, und es war natürlich interessant, zu ermitteln, in welcher Tiefe die Grenze der Lickt- einwirkung zu sucken ist. Bei den Tiefseeforschungen bat man auch hierüber Untersuchungen anaestellt, und zwar in einfacher Weise dadurch, daß man pho­tographische Platten versenkte und in verschiedenen Tiefen dem Lickt ausjebte. Hierbei bat man die Be­obachtung gemacht, daß das Sonnenlicht in das arüne Waller der kalten Gegenden weniger tief eindringt, al? in das blaue Wasicr der Troven. Im Mittelmeer ist schon bei 500 Metern nur nock eine aanr aerinoe Einwirkung des Lichtes wabrzunehmen gewesen. Die Wissenschaft nimmt an. dab unter 600 Metern im Meere vollständige Finsternis herrscht, und es ist erwiesen. bn6 unter dieser Grenze der ^iefsee das manaelnde Lickt umbildend gewirkt bat. Wenn ewig- Finsternis herrscht, so brauchen die Tiere fiiaUW keine Auaen. dennoch baben ste deren. 916er zur Er­gänzung derselben lesiben ste Leuchtoraane, die ste befähigen einen iinttm Lichtsckimnmr auszustrablen und mit dellen Hilfe Wege und Nahrung zu finden oder sich selbst als Nahrung für andere zu ver­raten. vs

— Die Mefothorium-Rabinmfraae bat viel Drucker­schwärze verschlungen. Es ist »u bedauern, so heißt es in der,Deutstben Medizinischen Wochenschrift^, daß heute eine wissenschaftliche Arbeit, die für die Allae- meinheit einigermaßen von Bedeutung werden konnte, nickt mehr in ruhiger gründlichster Form im Labora­torium oder der Studierstube des Forschers reifen und genügend ausgeprüft werden kann, sondern daß man solche noch unreifen Entdeckungen als bereits fertige Leistungen hinzustellen sich erkühnt. Denn nach dem ersten Run wird ja wieder auf der ganzen Linie zu­rückgepfiffen. So war eS auch hier in der Mefotbo» rium-Frage. Als Allheilmittel angepriesen, die Groß- artialeit und Sicherheit her Wirkung angeblich be»

30. November (Sonntag) festgesetzt worden. Die Ver­handlungen finden im großen Saale der „Harmonie" statt und beginnen vormittags %10 Uhr. 21 nt Abend vorher (Samstag), um 9 Uhr beginnend, ist ebenfalls im Harmoniesaale eine große öffentliche Haus­besitze r-Versammlung. Redakteur Slum» schei n-Frankfurt a. M. wird über das „Wehrbei­tragsgesetz" und ein anderer Redner über „D i e Steuer nach dem gemeinen Wert" spre­chen. Nach den Borträgen ist Gelegenheit zur freien Aussprache.

+ Landwirtschaftliche Betriebsunfälle im Kreise Fulda. Aus dem soeben erschienenen „Verwaltungkbericht der Heffen-Naffauischm landwirtschaftlichen Berufs- gerostenschaft für das Jahr 1912" entnehmen wir betreffend den Kreis Fulda, daß im Berichtsjahre insgesamt 133 Unfälle zur Anmeldung kamen. Die meisten, 28 an Zahl, ereigneten sich durch Sturz (von Dächern, Leitern, Bäumen und Wagen), dann folgen 27 durch Stoß oder Anstoß von Tieren, bei Reiten und Fahren und an dritter Reihe stehen die mit Fuhrwerk erfolgten direkten Unfälle, nämlich 20, wie Ueberfahren re. Bei 6 Fällen trat der Tod ein, im übrigen wurden 6 teilweise dauernd und 53 vorübergehend erwerbsunfähig. An Entschädigungen wurden geleistet: für Kosten des Heilverfahrens 435,30 Mk., Renten an Verletzte 24252,23 Mk., an Sterbegeld 300 Mk., Renten an Witwen Getöteter 2313,44 Mk., Reuten an Kinder und Enkel Ge­töteter 2451,72 Mk., Renten an Ehefrauen in Heil» anftalten untergebrachter Verletzter 46,35 Mk., Renten an Kinder und Enkel solcher Verletzter 55,32 Mk. und an Kur- und Verpflegungskosten 1702,50 Mk. Das ergibt insgesamt Entschädigungen für den Kreis Fulda in 1912 --- 31556,86 Mk. — Die Zahl der beitragspflichtigen Betriebe im Kreis Fulda für 1912 war 5910 mit einem Gesamtumlagebetrag von 53341,33 Mk.

-x- Zum Bahnprojekt Fnlda-Dipperz-Poppenhausen tauchen jetzt, nachdem die Strecke im allgemeinen fest­gelegt ist, besondere Wünsche auf. So will z. B. der Böckelser Darlehnskassenverein zu Böckels eine, Eingabe an die Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M einreichen, dahingehend, einen Bahnhof nicht in Unter»; Dirlos sondern zwischen Bö ckels und Wissels erstehen zu lassen. Der Böckelser Darlehnskassen. Verein, der die Ortschaften Wissels, Böckels, Rex- Margret hcn Haun u. a. umfaßt, glaubt durch fein/ Transporte die Rentabilität der Strecke wesentlich begünstigen zu können. Hat er doch, um nur eines zu erwähnen, in diesem Jahre ungefähr 30 Waggons Futtermittel und dergleichen in Wiesen ausgeladen.1 Hoffentlich gelingt es, das Interesse möglichst aßet Beteiligten bei diesem wichtigen Bahnprojekt in Ein­klang zu bringen.

a. Die Erhebetermine ber Steuern, Hundesteuern und Kanalbenutzungsgebühren pro HI. Quartal sowie des Wassergeldes pro II. Quartal sind mit dem heutigen Tage zu Ende gegangen. Wer mit der Zahlung noch im Rückstände ist und einen Mahn­zettel vermeiden will, der möge seinen Verpflichtungen baldigst nachkommen.

./• Die Rhönberge im Schnee. Während hier und im ganzen Fuldatal das unangenehmste November- roetter, Sturm, Regen und Diebel, sich breit macht, waren Nachrichten aus Gersfeld zufolge die Rhön­berge gestern morgen mit Schnee bedeckt.

= Oralorienverein Caecilia. Die morgige Aus­führung des Konzertdramas „Kaiser Max und seine Jager" von A. Thierfelder verdient als musikalisches Ereignis das Interesse aller Musikfreunde, umsomehr, als tfie Musik durchaus volkstümlichen Charakters, jedermann ver­ständlich und der dramatischen, spannenden Handlung so anaepaßt ist, daß der Eindruck einer Oper ohne szenische Darstellung erweckt wird. Die prächtigsten Stimmungsbilder, Tonmalereien und die dramatische Wucht mehrerer Chöre bringen dem Werk so reiche Abwechselung, daß es den Hörer von Anfang bis Schluß in gespannter Aufmerksamkeit hält. Die Aus­führung verspricht eine großartige zu werden, da der Chor mit Begeisterung das Werk einstudiert, eine vollbesetzte Orchesierbegleitung und vorzügliche Solisten gewonnen hat. Von Frl. Marg. W u t h, welche die Marilcne singt, wird aus Erfurt berichtet, daß sie „mit der Anmut rhrer Erscheinung seelische Tiefe und Reife des Vortrages verbindet, entzückend frisch, rein und schön zu singen versteht". Auch die 3 Herren-Rollen sind in besten Händen. Von Herrn Fr. Müller (Hans Sachs) berichtet die Darmstäd­ter Zeitung, daß er einen „hellgefärbten, ungemein weichen, lyrischen Tenor von großer Ausdrucksfähig­keit und leuchtender Höhe besitzt". Herr Brömme

(tätigt von ersten medizinfichen Autoritäten, dann Er­sehen der vorsichtigen Kritiker (manchmal auch Neider), neue Bedenken und Rundfragen bei anderen Gelehr­ten, deren selbstverständlich vorsichtig gehaltenen Aeuße­rungen dann den Rückzug der Enthusiasten decken müssen, bann Aufhören des blendenden Sonnenscheines, in dem man sich, von der strahlenden Wärme aufge­dunsen, behaglich sonnte, und Schluß: Man sitzt wieder im Essigkrug! Wenn nur endlich einmal den Mahnungen zur größten Zurückhaltung und Vorsicht von allen ärztlichen Seiten Gehör geschenkt würde! Vorsichtig ist auf Veranlassung der in der Gemeinde- Vertretung sitzenden Aerzten die Stadtverwaltung Münchens gewesen, die Geld bereitgeftellt, aber noch kein Mewthvrium bestellt hat. Die gute alte Mutter Vorsicht ist wieder einmal, und mit Recht, zu Ehren gekommen. mr.

— Ein psychologischer Scherz. Um zu beweisen, daß die allermeisten Menschen „schwer von Gedanken" sind, braucht man ihnen nur eine Frage vorzulegen, die von der üblichen Form der Fragestellung abs weicht und an die schnelle Auffassungsgabe große Ansprüche stellt. Es ist überaus interessant, dabei natürlich erheiternd, zu beobachten, wielange es dauert und wieviel Mühe es macht, bis jemand sich in die Sachlage folgender Frage hineingefundcn hat: „Was ist mir der Herr, dessen Mutter meiner Mutter Schwiegermutter ist?" Antwort: „Dieser Herr ist mein Vater!" T enn: Ich bin A., meine Mutter ist B., diese heiratete meinen Vater C. Die Mutter von C., nämlich T., war also meiner Mutter Schwieger­mutter und die Mutter meines Vaters C. ue

— Treffende Antwort. Fürst: „Sagen Sie mir, mein lieber Schulze, wie es kommt, daß ick in dieser Gegend gar so viele Kinder barfuß berumlaufen sehe?" — Schulze: „Ja, Durchlaucht, so kommen sie bei uns auf die Welt.".

— Kein Kunststück. „Ich sag' dir, im Zirkus wird jetzt ein Kunststück vorgeführt: einfach groß­artig. Denke bloß: ein Clown spielt mit einem bref» fierten Pudel Sechsundsechzig! ..." — „Das ist gar nichts! Ich habe schon ^ehr oft mit einem Kater, Skat gespielt!"