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Zreitag 1$. November 1915.
von
Reklamen- nnd Anzeigenteil.
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Aus Gberheffen u. den hesi. Aemtern.
△ Marburg, 13. Nov. 1913. Bei zahlreicher Be- teiligung fanden heute die Wahlen zur Sta dt- verordnetenverfammlung für die erste und zweite Wählerklasse statt. Gewählt wurden in der ersten Wählerklasse die seitherigen Stadtverordneten Buchdruckereibesitzer Dr. Hitzeroth, Major a. D. Geßner und Sanitätsrat Dr. Schirmer, neu hinzu kam Bauunternehmer Mancher. — In der zweiten Abteilung, wo 2 Vertreter zur Wahl standen, wurde Bäckermeister Wilh. Keßler neu gewählt, während zwischen den seitherigen Stadtverordneten Fab
rikant Hering und den: neu ausgestellten Kandidaten Malermeister Bös Stichwahl stattfinden muß.
* Fritzlar. 13. Nov. 1913. Wir werden in der nächsten Zeit aus einen großen Umbau auf dem hiesigen Bahnhof rechnen können, der auch bessere Schalter- und Wartesaal-Verhältnisse schaffen wird. Elektrisches Licht wird endlich auch in aller Kürze auf dem Bahnhof erstrahlen, die Masten usw. sind bereits aufgestellt. Auch die Laderäume wird verlegt werden.
[:] Neustadt, 13. Nov. 1913. Unser Posta u t t erlitt gestern abend einen Unfall, welcher glücklicherweise ohne Gefährdung der Reisenden verlief. In dem unteren Drittel des steilen Berges vor Arnshain riß die Kuppelung. Durch die Geistesgegenwart des Chauffeurs wurde das rückwärts- gleitende Auto an eine sichere Stelle geleitet. Die Reisenden kamen mit dem Schrecken davon und mussten den Weg nach hier zu Fuß machen. Da die Reparatur mehrere Stunden ersorderte, konnte der Bet! ub erst heute wiedvr ausgenommen werden. Im klebrigen liegt die Führung des Autos in sicherer, sachkundiger Hand.
* Schweinsberg, 13. Nov. 1913. Das bisher als For st Wartwohnung benutzte Wohnhaus, der 'ogenannte Schafgarten, am Schweinsberg-Lehrbacher Weg iit der Gemarkung Schweinsberg, soll auf Abbruch verkauft werden.
12641343,31 Mk. Nach Berücksichtigung des Bestandes aus dem Rechnungsjahre 1911 ergibt sich eine Mehreinnahme von 1301278,33 Mark. Der Vermögensbrstand betrug am Schlüsse des Rechnung?- jahres 1912 67537 715,64 Mk., wovon 3855 777,21 auf das Gemeinvermögen aller Versicherungsanstalten entfallen. Die Verwaltungskosten betrugen im Jahre 1911 530104,71 Mk. oder 61 Mk. auf 1000 Mk. der gesamten Einnahme; damit steht unsere Landesversicherungsanstalt mit ihren Verwaltungsausgaben an zweitniedrigster Stelle sämtlicher Landesversicherungsanstalten Deutschlands; an höchster Stelle rangiert die Versicherungsanstalt Ostpreußen mit 174 Mk. auf 1000 Mk. der Gesamteinahme. Der Ausschuß stellte den Haushaltsplan für das Jahr 1914 fest. Danach wurden die Einnahmen und Ausgaben auf 13089300 Mk. veranschlagt. Die Gewährung von Darlehen zum Bau von Arbeiterwohnungen kam im Berichtsjahre den gemeinnützigen Baugesellschaften usw. und einzelnen Versicherten zugute; zu 3x/a Proz. wurden 1547890 Mk., zu 3si4 Proz. 70000 Mk. und zu 4 Proz. 80 000 Mk. ausgeliehen. Der Bauverein für den Kreis Fulda in Fulda erhielt 30600 Mk. zu 31/» Proz. Die bis Ende 1912 von der Versicherungsanstalt überhaupt gewährten Darlehen betragen 17 245 671 Mk. Von großer Bedeutung für die Versicherten und deren Familien ist die Gewährung eines geeigneten Heil- verfahrens an solche Erkrankte, deren Gesundheit und Arbeitskraft durch enOprechende Kur entweder
Handel und Indnstrie.
H Berlin, 13. Nov. 1913. Die überraschende Flüssigkeit des kurzfristigen Geldes und die Erwartung, daß auch der Jahresschluß keine Geldsckwtertgketten bringen werde, stärkten zu Beginn des heutigen Verkehrs an der Börse die Zuversicht der Spekulation. Die angeregte Stimmung und die recht feste Haltung erfuhr aber in letzter Stunde einen scharfen Abbruch, als die Meldung von der Abreise des Gesandten Lind ein grelles Licht auf die bedenkliche Lage in Mexiko warf. ,
L Der Ruhrkohlenmarkt bleibt andauernd abgeschwächt. Der Schiffsverband hat sowohl rheinauf- wie rheinabwärts ganz bedeutend nachgelassen. Zwar kann von einer Üebersättigung des Marktes keine Rede sein, andererseits kann jedoch nicht von einem Mangel in irgendeiner Sorte gesprochen werden.
tm Was alles verpfändet wird! Dieser Tage wurden im Ständischen Leih- und Pfandhause zu Fulda die der Auktion verfallenen Pfänder öffentlich verkauft. Seit der letzten Auktion waren 3476 Pfänder ein geliefert worden. Davon wurden 3091 wieder eingelöst, während 385 Pfänder verfallen sind. Interessant ist das Verzeichnis der verfallenen Pfänder. Es befinden sich darunter 181 Bett- und Kiffenbezüge, 91 Bettücher, 134 Stoffreste aller Art, 156 Hand- i kicher, 105 Servietten, 109 Hemden, 27 Anzüge, 27 Ueberzieher, 40 Tisch- und Tafeltücher, 30 Unterhosen, 70 goldene und silberne Uhren, 42 goldene und Diamantringe, 30 Achatstcine, ferner goldene Broschen, Medaillons, Brillantnadeln, Ohrringe, Kreuze, Halsketten, Armbänder, 3 Violinen, 2 Zithern, 5 Fahrräder, 1 Nähmaschine usw. Aus diesem Verzeichnis ist viel heranszulesen: verschuldete und unverschuldete Not, mannigfaches Elend, grenzenloser Leichtsinn und unverzeihliche Vergnügungssucht.
12893067,50 Mark und eine Ausgabe
Werdende Mütter und Selbststillende vermögen Unterernährung und damit zusammenhängenden Beschwerden wirksam vorzubeugen, wenn sie regelmäßig Scotts Emulsion nehmen. Hergestellt aus feinstem Lebertran mit Kalk- und Nalron- salzen, ist sie ein leicht zu nehmendes verdauliches Stärkungsmittel, das die Eßlust dauernd anregt.
Vermischtes.
* Verein abstinenter Polizeibeamteu. Nachdem iw. Heer und in der Marme sich abstinente Soldatenvereine gebildet haben, hat jetzt auch die Polizei einen „Verein abstinenter Polizeibeamtcr Deutschlands" gegründet. Der Verein bezweckt, durch völlige Enthaltsamkeit seine Mitglieder vor den vielen Gefahren des Alkoholismus zu schützen und sie durch Anleitung und Studium zu einem tieferen Verständnis der Alkoholfrage zu bringen. Den Vorstand des Vereins vertreten der Polizeiwachtmeister Berger in Herten in Westfalen und der Kriminalwachtmeister Tykols in Recklinghausen. .,
* Aus offener Straße verbrannt. Der Anstreicher Lückenköller in Oelde in Westfalen hatte Benzin gekauft und die Flasche mit dem Halse nach unten in die Hosentasche gesteckt, wo das Benzin aus der schlecht verkorkten Flasche lief. Als sich der junge Mann eine Zigarre anzünden wollte und das Streichholz durch Reibung am Beinkleid in Brand setzte, geriet die mit Benzin durchtränkte Hose in Flammen. Lücken kotier erlitt so schwere Brandwun- den, daß er starb.
* Polizeihunde gegen die Schmuggler. Um erfolgreicher dem Schmugglerunwesen entgegentreten zu tonnen, ist beschlossen worden, Zollbeamten, die an der Grenze Dienst verrichten, Polizeihunde beizugeben. Vorläufig sollen im Oberzolldirektionsbezirk Königs- berg vier Grenzbeamte solche Tiere erhalten.
* Tabakdiebstähle. Die Polizei in Paris ver. haftete drei Arbeiter der staatlichen Tabakfabrlk, do sie mehrere Monate hindurch bedeutende Mengen von Tabak und Zigarren entwendet und an Wirtshäuser verkauft hatten. Die Verhafteten erklärten, Anar- chisten zu sein. . '
* Die „Titanic - Konferenz". Die internationale Konferenz für die Sicherheit des Lebens auf dem Meere wurde am Mittwoch in London eröffnet. Fast alle Nationen sind aus der Konferenz vertreten.
* Die Pest unter den Mekkapilgern. Der Draht meldet, daß unter den Mekkapilgern die Pest aus- gebrochen ist. Das ägyptische Ministerium hat ange- ordnet, daß die Sinaihalbinsel und der Suezkanäl scharf überwacht werden.
AiHug aus dem Sterberrgistec öe§ Kg!. Standesamts Wa
vom 7. bis einschl. 14. November 1913.
(Anmeldestunden: An Werktagen von 8—12 Uhr vor- mittags, an Feiertagen von 11-12 Uhr vormittags, nur für Totgeburten und Sterbefälle.)
6. November. Ehefrau Karoline Schrimpf, geb, Jahn, 34 I. 1 M. 9 T. 8. Theresia Jahn (ohne Berus) von Oberrode, 50 I. 1 M. 8. Rentnerin Anna Kalha- rina Schmitt, geb. Bott, 76 I. 7 M. 7 T. 10. Handelsmann Jakob Siebe, 62 I. 6 M. 3 T. 10. Ehefrau Auguste Gärtner, geb. Klug, 48 I. 4 M. 19 T. 11. Paula, T. des Schreiners a. B. Fridolin Larbrg, 1 I. 7 M. 4 T.
Amt Geisa und Umgebung.
* Dermbach, 13. Nov. 1913. Am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, hält der Landwirtschaftliche Perein für Dermbach und Umgegend eine Sitzung ab, in der u. a. Winterschuldirektor Dr. Landbeck-Marksuhl einen Vortrag halten wird über das Thema: „Verbesserung und Düngung der Hüten."
* Zella, 13. Nov. 1913. Beim Graben einer Abzugsrinne fand ein hiesiger Einwohner aus seinem Hofe das Skelett eines Menschen, in etwa 40 Zentimeter Tiefe. Wie der Tote dabin gekommen ist, vermag man jetzt noch nicht zu sagen.
* Vacha, 13. Nov. 1913. Die leider noch vielfach vertretene Ansicht, daß man ein gutes Geschäft machen könne, wenn man bei einer Vernehmung als Zeuge möglichst hohe Zeugengebühren ver- langt, hatte den Pflasterer Kaspar W. in Oberufhausen auf die Anklagebank des hiesigen Schöffengerichtes gebracht. In einer Rechtssache war er vor vem Amtsgericht Geisa als Zeuge vernommen worden und seine Vernehmung war gegen Mittag beendet. Mit der Begründung, er sei Pflaster- meister, arbeite z. Zt. in Herfa bei Heringen (Werras, verdiene 6 bis 8 Mark den Tag, habe die Strecke Herfa-Heringen zu Fuß zurückgelegt und sei von da 3. Klasse mit der Bahn gefahren, ließ er sich 10 M. Zeugengebühren auszahlen. Tas Gericht stellte Ermittelungen an, und dabei stellte sich heraus, daß der Angeklagte zu der Zeit überhaupt keine Arbeit hatte, auch kein Pflastermeister, sondern Gelegenheits- atbeiter ist und im Gemeindehaus wohnt. Tas Gericht verurteilte ihn wegen Betrugs zu 3 Tagen Gefängnis. In der Urteilsbegründung wurde betont, daß es in letzter Zeit häufig vorgekommen sei, daß Zeugengebühren in ungerechtfertigter Höhe beansprucht worden sind und daß es jedenfalls eine große Gefahr für die Staatskasse sei, wenn man den Angaben der Zeugen über ihrem Erwerbsverlust nicht mehr glauben könne.
* Gerstungen, 13. Nov. 1913. Das siebenjährige Töchterchen des Landwirts Schellenberger hatte durch einen ihm von einem Knaben versetzten Rutenschlag am Arm eine Verletzung erlitten, die nicht beachtet wurde. Es entstand Blutvergiftung, die jetzt zum Tod führte.
Lokales.
Fulda, 14. November 1913.
. <? Versetzt. Der Kgl. Landmesser Adolf Jäger bei der hiesigen Spezialkommission ist nach Olpe in Westfalen verletzt worden.
(?) In den Schulen des Kreises Fulda kamen nach _einer statistischen Uebersicht im Jahre 1911 auf eine Lehrkraft 59 Schulkinder. Im Durchschnitt kamen im Regierungsbezirk Kassel 56 Schulkinder auf einen Lehrer. Im Jahre 1882 hatte diese Durchschnittszahl noch 71 betragen. Im Kreise Gersfeld betrug diese Zahl 56, im Kreise Hünfeld 60. Die niedrigste Zahl ergab sich für Hanau-Stadt l43), die höchste für Kassel-Land (67). Auf ein- bis dreiklassige Schulen kamen im Kreise 5219 Kinder, auf vier- bis fünfklassige 2407 Kinder und auf sechs- und mehrklafsige 3313 Kinder. Im ganzen Regierungsbezirk wurden im Jahre 1911 von 2640 Lehrern und 390 Lehrerinnen 85 591 Knaben und 84 216 Mädchen unterrichtet. Es bestanden 466 Knabenschulklassen, 495 Mädchenschulklassen und 2801 gemischte Klassen.
X Interessantes vom Sparen in Fulda. Aus dem soeben int Druck erschienenen Bericht über „Die Sparkassen der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Watdeck im Jahre 1912", bearbeitet vom Landesbankrat Reusch zu Wiesbaden, entnehmen wir das Folgende. Im vergangenen Geschäftsjahr (1. 4. 12—31. 3. 13) bestanden im Gebiet des Sparkaffenverbandes der Provinz Hessen-Nassau 90 Sparkassen mit zusammen 648291389.35 Mk. Spareinlagen, welche sich wie folgt verteilen: Reg.-Bezirk Kassel 283 056696.58 Mk., Reg.-Bezirk Wiesbaden 332 394 370.75 Mk., Fürstentum Waldeck 32840322.02 Mk. Die meisten Sparkassen bestehen im Reg.-Bezirk Kassel nämlich 58; hiervon sind 17 Kreis-, 36 städtische, drei Landgemeinde- und zwei Privat-Sparkaffen. Der Reg.-Bezirk Wiesbaden hat 28 und das Fürstentum Waldeck vier Sparkassen. Der gesamte Einlagebestand von 648 291389.35 Mk. verteilt sich auf 836134 Sparkassenbücher. Von diesen entfallen auf den Reg.-Bez. Kassel 341480, auf Reg.-Bez. Wiesbaden 468 871 und auf das Fürstentum Waldeck 25 783. In allen drei Gebieten hat das Jahr 1912 wieder einen er h eblichen Zuwachs an Spareinlagen und Sparkassenbüchern gebrächt. Es betrug der Zuwachs im Reg.-Bez. Kassel 8278 Sparkassenbücher mit 10165009.32 Mk. Einlagen, Reg.-Bez. Wiesbaden 22163 Bücher mit 13 464756.33 Mk. Einlagen und für Waldeck 718 Bücher mit 1869 769 Mk. Einlagen. — Der Zuwachs der Spareinlagen der städtischen Sparkasse zu Fu lda betrug im gen. Jahre nach dem Bericht nur 7000 Mk. — Auf den Kopf der Bevölkerung berechnet betrugen die Spareinlagen in 1912 im Reg.-Bez. Kassel 281 Mk. (gegen 256 in 1910), im Reg.-Bez. Wiesbaden 274 Mk. (247 Mk). — Für den Kreis Fulda kommen an Spareinlagen auf den Kopf der Bevölkerung in 1912 — 258 Mk. Es entfallen hier auf je 100 Personen 28 Sparkassenbücher. — Bei der städtischen Spartaffe zu Fulda befanden sich im Berichtsjahre im Umlauf 11628 Sparkassenbücher im Betrag von 9279000 Mk. und bei der Leihanstalt Fulda 6022 Bücher mit 7024000 Mk. Die Zunahme betrug bei der städt. Sparkasse 114 Bücher von 7000 Mk. und bei der Leihanstalt 177 Bücher und 236000 Mk. — An Genossenschaften bestanden im Berichtsjahre im Kreis Fulda: ein Vorschußverein mit 1546 350 Mk. Spareinlagen und 27 Zweigvereine des Verbandes Hessischer ländlicher Genossenschaften zu Kassel mit 7625635 Mk. Spareinlagen. — Dem Vorfchußverern zu Fulda gehörten im Berichtsjahre 935 Mitglieder an. — Es betrugen die Geschäftsausstände im Kontokorrentverkehr 1468512 Mk. und in Vorschüssen gegen Wechsel, Schuldscheine, Lombard- und Kautionskredit 246474 Mk. — Die Änlehen von Privaten mit Kündigungsfrist von drei Monaten und weniger betrugen 1546 350 Mk. und die Schulden im Kontokorrent- und Scheckverkehr 679652 Mk. Die Bilanzsumme Ende 1911 war 2 798524 Mk. — Bezüglich des Resultates der Spartätigkeit in den beiden Regierungsbezirken, d. h. das Verhältnis der Spareinlagen und Sparkassenbücher im Verhältnis zur Zahl der Bevölkerung, stellt der Bericht fest, daß die Unterschiede zwischen den beiden Regierungsbezirken nicht sehr groß sind.
Fk. Landesversicherungsanstalt Hessen - Nassau. In dem Sitzungssaale der Landesversicherunasanstalt in Kassel fand am letzten Mittwoch die Jahresversammlung des Ausschusses statt. Als stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses wurde Arbeitersekretär Müller - Biebrich und als Beisitzer des Ausschußvorstandes Volksvereinssekretär Frank-Fulda gewählt. Nach dem Rechnungsabschlüsse für das Jahr 1912 hatte die Versicherungsanstalt eine Einnahme von
ganz ober doch in erheblichem Maße wiederhergestellt werden kann. Obwohl die Versicherungsanstalt zur Gewährung von Heilverfahren nicht verpflichtet ist, so hat sie doch schon erhebliche Summen dafür aufgewendet. In den Etat für 1912 waren für Zwecke des Heilverfahrens bezw. der Krankenfürsorge und für Unterstützung der Angehörigen während der Tauer des Heilverfahrens 1000000 M. eingestellt. Der Voranschlag wurde jedoch um 106701,16 M. überschritten, so daß die Versicherungsanstalt im Jahre 1912 1106 701,16 M. für Krankenfürsorge aufgewendet hat. Die Ueberschreilung des Voranschlages bat der Ausschuß bereitwilligst genehmigt. Die Ge- famtaufroenbungen für Zahnersatz betrugen allein 91104 M., wovon die Hälfte durch Krankenkassen und Versicherte wieder ersetzt ist. Im Berichtsjahre wurde die Heilbehandlung bei 4931 Personen durchgeführt. Von diesen litten an Lungentuberkulose 1319 männliche und 563 weibliche Kranke. Davon wurden 90 Prozent mit Erfolg behandelt. Bei den wegen anderer Krankheiten ständig und unständig behandelten Personen wurden 96 Prozent mit Erfolg behandelt. In den Jahren 1896 dis einschließlicü 1912 wurden die Segnungen der Heilbehandlung 37176 Personen zuteil. Die dafür aufgewendeten Kosten betrugen 8106116 M. Wenngleich die Erlangung einer Rente den Bewerbern manchmal recht schwer gemacht wird und die einzelnen Renten ost etwas niedrig erscheinen, so zeigt doch der vorstehende Bericht recht deutlich, daß die Invalidenversicherung, wie unsere gesamte Arbeiterversicherung überhaupt, eine sehr segensreiche Einrichtung ist, welche einzig in ihrer Art dasteht. Viel Sorge, Not und Elend ist durch unsere Versicherungsgesetzgebung schon gelindert worben und ihre Segnungen Haden in manches arme und betrübte Menschenherz und in manche schwerbedrängte Familie wieder Freude und Lebenslust hineingesenkt. Möge das unsere deutsche Arbeiterschaft immer bedeuten und nicht der Sozialdemokratie nachlaufen, welche alles Bestehende heradwürdigt, die Unzufriedenheit schürt und den Arbeiter auf eine in grauer Nebelferne liegende bessere Zukunft vertröstet. Da diese rote Internationale gegen die Arbeiterversicherungsgesetze gestimmt hat, so würden wir, wenn nicht die bürgerlichen Parteien im Reichstage mehr Einsicht gehabt hätten, noch heute vergeblich auf die Arbeiterversicherung warten.
-4- Ehrung. Dem Ehepaar Zugführer Adam Kreß hier sandte der hl. Vater aus Anlaß des 40- jährigen Ehejubiläums am gestrigen Tage den apost o l i s ch e n Segen.
§ Arbettsjubilar. Der Planierer Nisins Müller von Petersberg konnte auf eine 25jährige Tätigkeit in den Fuldaer Stanz- und Emaillieewerken F. C. Bellinger zurückblicken.
;; Kein Kaisermanöver in der Rhön? Nach den bisherigen Vorbereitungen sollten bekanntlich die Kaisermanöver im Bereich des 11., 18. und des bayerischen 2. Armeekorps vor sich gehen, und zwar hauptsächlich im Gebiet der hohen Rhön. Die Parade über das 11. Armeekorps sollte bei Waldau abgehalten werden. Nach einer offiziösen Meldung scheint dies jetzt nicht der Fall zu sein. Es heißt nämlich darin: Für die Kaisermanöoer 1914 ist der Termin vom 7. bis 11. September angesetzt worden. Die Manöver finden zwischen dem 7. Armeekorps und dem 8. Armeekorps statt. Die vorangehenden Kaiser- paiaden werden am 28. August in Münster und am 29. in Köln abgehalten, an die sich die üblichen Provinzialfeste anschließen werden. — Von einer Beteiligung des westfälischen Armeekorps (7.) war allerdings immer schon geredet worden.
y Einbruchsdiebstahl. In der letzten Nacht wurde in die Villa des Herrn Landkrankenhausdirektors Dr. Gunkel eingebrochen. Der Dieb nahm seinen Weg vom Garten aus durch den Wintergarten und durchstöberte einige Zimmer sowie die Küche. Er nahm nur das Wirtschaftsgeld mit. Man vermutet, daß der Dieb kein Fremdling ist, sondern tm Hause Bescheid wußte.
□ Ei» Meisterwerk moderner Handwerkskunst ist augenblicklich in dem Schaufenster des Schreinermeisters E. Hammer am Petersbergerweg zu sehen. Es besteht in einem Sofaumbau, der im Barokst'l unter geschmackvoller Verwendung von Schnitze, eien und Marmorsäulen künstlerisch gestaltet ist. Dos Möbelstück ist in der Werkstätte des Ausstellers ongefertigt worden.
;; Kauft immer am Platze! Die Zeitschrift „Das Musikinstrument" enthält folgende Notiz:
Wieder tauchen Volksbeglücker auf, welche sich diesmal die Dienstmädchen als Ausbeutungsobjekt ausgesucht haben. So verkauft eine Hamburger Firma durch sogenannte Reisende 95 Musikstücke für 19 Mk ; also 20 P>g. pro Stück und „schenkt' dabei eine Zither gratis. Das Mädchen wird angehalten, einen Schein zu unterschreiben und 3 Mk. sofort als Anzahlung zu bezahlen, ohne eine Idee zu haben, wer die Firma oder der Reisende ist. In jedem reellen Geschäft werden Zithernoten schon für 10 Pfg. pro Stück verkauft. Eine annehmbare Zither kostet 8 Mk. in». 12 Noten. Die zum Geschenk noch fehlenden 83 Noten 8,30 Mk. so daß di« Zither in«. 95 unterlegbaren Notenblättern zusammen „bloß" 16,30 Mk. kostet. Dabei ist der Borteil der persönlichen freien Wahl im reellen Geschäft, in dem man viele Zithern vorgelegt bekommt, nicht zu unterschätzen. Außerdem haftet die am Platze ansässige Firma jederzeit für die Güte des Fabrikats. Es wäre Pflicht eines jeden einzelnen Haushaltungsvorstandes, sein Hausgesinde zu instruieren, unbekannten Reifenden unter keinen Umständen etwas zu unterschreiben, auch kein Geld auszufolgen, und ihnen nötigenfalls die Türe zu weisen.
-r- Ein böser Novembersturm fegte heute nacht durch die Straßen. Dabei war es zunächst recht empfindlich kalt und man konnte schon an Schnee und Eis denken. Während der Nacht trat jedoch eine müdere Temperatur ein, die neue schwere Regengüsse zur Folge hatte.
j+l „Da streiten sich die Leut herum". Gestern sand eine außerordentlicheSchösfengerichts- sitzung statt. Auf der Tagesordnung standen nur Privatklagen, und zwar 11 an Zahl. In drei Fällen kam ein Vergleich zustande, in fünf Fällen müssen weitere Zeugen geladen werden. Die Ehefrau des Handelsmanns E. hier erhielt wegen Beleidigung eine Geldstrafe von 5 Mark und die Ehefrau des Vorarbeiters G. hier eine solche von 10 Mark. In einem anderen Falle, der bereits schon einmal vertagt werden mußte, hat der Beklagte sämtliche Kosten zu tragen. ______
2his dem KachbaracbtcL
* Eschwege, 13. Nov. 1913. Ein wertvolles Erinnerungsstück an die Befreiungskämpfe des Jahres 1813 hat ein hiesiger Bürger dem neuen Eschweger Heimatsmuseum, baä Ende November eröffnet werden soll, geschenkt. Es handelt sich um die Uniform eines Lützowschen Jägers zu Pferde, die in den Befreiungskriegen von dem Großvater des Stifters getragen wurde und in allen Teilen erhalten ist. Es sind nur sehr wenige Uniformstücke der Lützower Jäger auf unsere Tage gekommen. Selbst das Berliner Museum besitzt eine solche Uniform nicht. Der Träger der Eschweger Uniform hieß Christoph Heinemann. Er hat Seite an Seite mit Theodor Körner gefochten. Wie verlautet, beabsichtigt die Familie 8es Eschweger Freiheitskämpfers später weitere Wertstücke, die mit Körners Kriegerzeit in engem Zusammenhang stehen, dem Museum zu überweisen.
* Wiesbaden, 13. Nov. 1913. 607 Schwei.ie standen gestern auf dem hiesigen Viehmarkt zum Verkauf, eine Zahl, die feit drei Jahren nicht notiert wurde. Von Mangel an schlachtreifen Schweinen kann demnach in der Umgegend von Wiesbaden keine Rede sein.
O Schmalkalden, 13. Nov. 1913. Bei der heute vormittag stattgehabten Wahl von zwei Stadtverordneten für die zweite Abteilung erhielten die Kandidaten des bürgerlichen Wahlausschusses (fortschritt- lich-nattonalliberal) Rechtsanwalt Wagner 96, Bohrerfabrikant Ad. Erbe 66 Stimmen, die Kandidaten des Grund- und Hausbesitzervereins und der freien Wählervereinigung Kaufmann Alfred Ernst 46, Rentner Fr. Burkhardt 21 Stimmen. Die beiden erstgenannten Herren sind gewählt. Aus der abends 6 Uhr beendeten Wahl für die 1. Klasse ging ebenfalls die Kandidatenliste des bürgerlichen Wahlausschusses als Siegerin hervor. Gewählt wurden Bankier Welh. Wachenfeld mit 38, Oberlehrer Henkel mit 38, Kaufmann Hermann Fuckel mit 34, Kaufmann Eugen Eckmann mit 34 und Fabrikant Waldemar Kampmann mit 31 Stimmen. Die Stadtverordnetenversammlung zählt jetzt 18 bürgerliche und 6 sozialdemokratische Vertreter.
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Erhältlich bei der Gasanstalt, M. Kalb u. Sohn und in allen besseren Jnstallationsgeschäften,
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