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2. Blatt.

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totales.

Fulda, 7. November 1913.

# Personalien. Verliehen wurde dem bisherigen Posthaller Heinrich Schmidtmann zu Frankenberg (Hessen-Nassau) das Verdienttkreuz iu Gold, dem pensionierten Oberpostschaffner Christoph Siebert zu Kassel, Georg Stadler zu Hanau, dem Ge- mcinderechner Christoph B a r ch fe l d m Oberkaufungen im Landkreise Kassel, dem Beigeordneten Landwirt Heinrich Brückmann zu Heiligenrode, dem Lanv- ttritt August Arend zu Iringsbausen, und dem Schuhmacher Heinrich Saatfeld zu Heiligenrode, alle im Landkreise Kaffe!, das Allgemeine Ehrenzeichen.

§§ Die Leitung des Oberpostdirektionsbezirks Kaffel, die seit dem am 26. August d. Js. so plötz.ich er« folgten Tode des Oberpostdirektors Geheimen Ober- Postrat Hoffmann unbesetzt war, ist nun wieder mit einem Oberpostdirektor besetzt worden. Geheimer Oberpostrat Hoffmann, der über 12 Jahre hindurch die Geschäfte als Oberpostdirektor des Overpost- direktionsbezirks Kaffel leitete, starb bekanntlich auf einer Dienstreise durch die hohe Rhön in Bad Brückenau an den Folgen einer Lungenentzündung. Zu seinem Nachfolger ist nun der Postrat Bergener in Hannover ernannt worden, und zwar unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberpost­direktor. Oberpostdirektor Bergener, der seine Dienstgeschäste wahrscheinlich schon am 1. Dezember in Kassel übernehmen wird, dürste vielen Postbe­amten im Bezirk der Oberpostdirettion Kassel noch bekannt sein, da er bis zum Jahre 1906 in Kassel als Ober-Post, und Telegraphen-Jnspektor tätig war und in dieser Eigenschaft viele Dienstreisen unter­nommen hatte. Der neue Oberpostdirektor steht im Anfänge der fünfziger Jahre; ihm geht ein guter Ruf als tüchtigem Fachmanns voraus.

(!) Die Stadtverordneten - Ergänzungswahlen sind gestern zu Ende gegangen. In allen drei Abtei­lungen sind die Zentrumskandidaten nahezu einstimmig gewählt worden. Wenn man von den zersplitterten Stimmen absieht, deren Abgabe per­sönliche Ursachen zu haben pflegt, so ergaben sich bei 2271 insgesamt abgegebenen Stimmen zusammen nur 32 Stimmen sür gegnerische Bewerber. Die gegnerischen Listen haben demnach die verdiente Nichtbeachtung gefunden. Sachliche Gründe für ihre Existenz lagen nicht vor und sind auch nirgends öffentlich in's Feld geführt worden Die Wahlbeteiligung muß angesichts der in Fulda leider üblichen Wahlfaulheit als leidlich gut be­zeichnet werden. Von insgesamt 3703 Wahlberech­tigten stimmten 569, d. s. 15 Prozent ab. In der ersten Wählerklafse stimmten 32 Prozent der Berech­tigten, in der zweiten 24 Prozent und in der dritten etwa 13 Prozent ab. In der drstten Klaffe hatte die Wahlbeteiligung im Jahre 1911 nach heftigem Wahlkampfe 22 Prozent, 1909 noch nicht 5 Prozent betragen, in der zweiten Klasse 1911 23 Prozent, 1909 nur etwa 11 Prozent, schließlich in der ersten Klasse 1911 auch nach heftigem Wahlkampfe 50 Pro­zent, im Jahre 1909 etwa 31 Prozent. — Interessant ist jetzt, nachdem durch die jüngsten Ersatz- und die jetzigen Ergänzungswahlen die Stadtverord- neten-Körperschaft eine erhebliche Veränderung er- fahren hat, eine Zusammenstellung der Mitglieder nach den Berufen. Von den 36 Stadtverord­neten sind drei Beamte fein Oberlehrer, ein Eisen­bahn-Obersekretär, ein Oberpostassistent», 2 Privat­beamte (ein Fabrikdireklor und ein Bantvorstand), 6 Arbeiter und 25 Selbständige. Von den Selb­ständigen sind einer Rechtsanwalt, einer Architekt, 6 Fabrikanten, einer Bierbrauereibesitzer, einer Wein­großhändler, 3 Kaufleute, einer Lederhändler und Gerbereibesitzer, einer Restaurateur, einer Zahntech, niker und 9 Handwerksmeister (zwei Metzgermeister, zwei Bäckermeister, zwei Zimmermeister, ein Schlosser- meister, ein Elektrotechniker und ein Mechaniker). Gegen früher ist vor allem eine Abnahme der Aka­demiker im Kollegium zu verzeichnen. Bis vor kurzem waren es fünf, jetzt sind es nur noch zwei.

jj Die Mittelrhönbahn. Zu dem heutigen Termin für die Festlegung der Mittelrhönbahnlinie sind der Regierungspräsident Graf Bernstorfs und der Re- gierungsbaurat Stiehl hier anwesend. Außerdem nehmen die Landräte von Fulda und Gersfeld an der Bereisung der Strecke teil.

G Volksbildungsabende. Für den gegenwärtigen Winter bat der Verein Lotkslesehalle 6 Volksbildungs- abende vorgesehen. Die Vorbereitungen für die ersten fünf Abende sind beendet. Diese Abende haben zum Gegenstände: „Die Befreiungskriege" (9. 11. 13), „Die deutschen Kolonien in Afrika" (30. 11. 13), „Die drahtlose Telegraphie" (11. 1. 1914), „Deutsch­lands Weltpolitik und Seemacht" (8. 2. 1914) und „Das Mikroskop und die Wunder der Kleinwelt" (16. 3. 1914). Lichtbilder und zu einem Vortrage Experimente werden die Ans'ührungen der Redner unterstützen und den Stoff anschaulich machen. Die Vorträge werden in gemeinverständlicher Form ge- halten werden. Um die Voltsbildungsabende zu ver- schönem, haben hiesige Gesangchöre ihr Können in liebenswürdiger Weise in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie werden durch Gesang den Vorträgen einen passenden Rahmen verleihen und den Gefang- liebenden einen schönen Genuß bereiten. Auch hat der Herr R e g i mentskommandeur hier in freundlicher Würdigung der Bestrebungen des Vereins Volkslesehalle die Musikkapelle des Regi­ments für einen Volksbildungsabend zur Verfügung gestellt. Unterstützt werden die Abende entgegenkom­mend von der Kriegersanitälskolonne vom Roten Kreuz, «ie Sanitäter zur Versetzung des Unsallhilfs- dienstes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung usw. stellt. Bel dieser Gelegenheit sprechen wir den Wunsch ans, die Besuchen möchten sich während der Vorträge möglichst ruhig verhalten. Schon wiederholt ist über unruhige jüngere Besucher geklagt worden. Diese möchten doch beherzigen, daß sie durch ihre Störungen die anderen Besucher um die von den Vorträgen er­wartete Belehrung bringen. Und Weiterbildung ist der Zweck der Veranstaltungen. Eröffnet wird die Reihe der Voltsbildungsabende am 9. November. Herr Rektor Kolke wird die Befreiungstriege 1813/15 in einem Vortrage beh. ndeln. Eine Anzahl prächtiger Lichtblkoer, die die Helden und Begeben­heiten von 1813/15 darstellen, begleiten den Vortrag Die Freiheitskriege stehen jetzt im Voiderqrimde des allgemeinen Interesses, und es herrscht zur jetz gen Zett eme Begeisterung für jene Kampfcszelt, die Deutschland vom französischen Joche beirette, wie noch «iie. Der Gesangverein Winfridia wird einige schöne patriotische Lieder ooriragen, und zum Schluffe wird ein gemeinsames Lied der Begeisterung für unser deutsches Vaterland Ausdruck geben.

{ , U Steueiaukschuß - Wahl. Nachdem am Montag Jbte Neuwahl der Mitglieder und Stellvertreter zum Ausschuß der Gewetbesteuerklasse IV erfolgt war, jourbe gestern der Ausschuß der Klasse III gewählt.

ZdflttlQ* *** Zreitag 7. November l»13.

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Von 187 Berechtigten waren 18 erschienen. Durch Zu­ruf wurden gewählt als Mitglieder: Kaufmann Herz Eschwege, Gastwirt Karl Kircher, Maurermeister Rommel, Metzgermeister Franz Schultheis und Hof- bädermeifter P. ©immer. Als Stellvertreter wurden gewählt: Zimmermeister I. Fritz, Kaufmann Karl Kalb, Kaufmann Sally Klebe, Schuhmacher­meister Tb. Lammeyer und Max Friedenthal aus Tann.

A Dis Verwendung von Kostenmarken zur Ent­richtung von Gerichtskoften. Von amtlicher Seite wird geschrieben: Zwecks Vereinfachung und Verbilligung des Zahlungsverkehrs können Gerichtskosten, über die eine Kostenrechnung noch nicht mitgeteilt ist, durch Verwendung von Kostenmarken entrichtet werden. Die Benutzung von Kosteilmarken spart den Ko- steiizahlern Zeit und Geld. Geeignet für die Marlon Verwendung sind insbesondere Kosten für Zah- lungs- oder Bollstreckungsbefehle, Kostenfestsehungs- beschlüsse, Pfändung und Ueberweisung von Forde- rungen, Arrestbefehle und einstweilige Verfügungen, Bescheinigungen aller Art, Beglaubigung von Unter­schriften, Eintragungen und Löschungen im Grund, buch oder in öffentlichen Registern, Annahme von Verfügungen von Todes ^toegen sowie Kostenvor­schüsse. Tie Kostenmarken sollen am oberen Rande der Vorderseite des veranlassenden oder des besonde­ren Bealeiischriftstückes aufgeklebt werden. Wird das Schriftstück in Urschrift und Abschrift eingereicht, so sind die Kostenmarken auf der für die Gerichtsakten bestimmten Schrift aufzukleben. Bei Zahlungs- und Vollstreckungsbefehlen sollen die Kostenmarken, wenn ein sonstiges veranlaffendes Schriftstück nicht vorhan­den ist, auf einem besonderen Umschlagblatt aufge­klebt werden. Eine Entwertung der Marken durch die Partei ist nicht erforderlich.

§ Dienstjubiläum. Dem Postschaffner (Paketbestelleri A. Schönherr hier war es gestern vergönnt, auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Kaiser!. Post zurück­zublicken.

§ Vorturnerstunde. Nächsten Sonntag findet in der hiesigen Tumhalle eine Vorturnerstunde des Ober- Fulda-Gaues statt. Zu derselben werden ungefähr 250 Vorturner erwartet.

I*X Strafkammer. Der 44jährige Monteur W. von hier befand sich im Jahre 1911 in Zahlungs­schwierigkeiten. Um nun eine Firma in Schlüchtern, die ihn hart bedrängte, zu beruhigen, wurde ein Bürgschaftsschein aufgesetzt, in dem sich der Schwieger­vater des W. zur Bürgschaftsleistung bis zu 1800 Mk. bereit erklärte. Diese Urkunde unterschrieb W. mit dem Namen seines Schwiegervaters und färbte sie an die Gläubigerin. Wegen dieser Urkundenfälschung hatte sich W. heute zu verantworten. Der Staats- anwalt billigte dem Angeklagten mit Rücksicht auf seine damalige schwierige Lage mildernde Um­stände zu. DaS Gericht verurteilte den Beklagten daraufhin zu 2 Monaten Gefängnis. — Der erst 15jährige Arbeiter Jof. Schl, ist trotz feiner Jugend schon wiederholt wegen Diebstahl vor­bestraft. Nun wird ihm zur Last gelegt, im Sept, d. I. in der Wirtsch aft zur Bachmüble der Fran B. von Petersberg eine Geldtasche mit 70 Mk. gestohlen zu haben.

= Endlich erwischt! Der feit Montag vergebens gesuchte Burkardt, der bekanntlich im Mutter- Hanfe der Barmherzigen Schwestern Montag vormittag 200 Mark in Bar geftoblen hatte, wurde gestern abend von mehreren Schutzleuten in seiner Wohnung eingefangen und in Nummer Sicher gebracht.

[] Ein Zigeuner festgenommen. Der Zigeuner und Schirmflicker P. Wolfrath, der vom Amtsgericht in Gelnhausen verfolgt wurde, weil er ohne im Besitze eines Wandergewerbescheines zu sein umherzog, wurde gestern hier festgenommen.

F. In Form einer Konstnntinische» Jubiläumsfeier wird der katholische Gesellenverein am Sonn­tag sein 58. Stiftungsfest feiern. Das Programm ist vielversprechend und deshalb der Besuch sehr empfehlens­wert. Mit Spannung steht man auf die Abwickelung des Schauspiels „Der Sieg deS Kreuzes oder die letzten Stunden des Heidentums in Rom". Hierfür hat der Dirigent der Gefangsabteilung Herr Lehrer Sauer zwei Einlagen komponiert, die mit Musikbegleitung vorge­tragen werden: einen Festgesang zum Einzug des Kaisers Konstantin in Rom und einen Trauergesang der heidnischen Opferpriester. Dem Schauspiel geht ein Prolog voraus „Das Siegeszeichen Konstantins" und eS schließt ab mit einem lebenden Bild „Der Triumph des Kreuzes", während­dem der Beelhovensche Chor erschallt: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Weitere Lieder der GesangS- abteilung sind: „Laßt Jehovah hoch erheben" und „Wo den Himmel Berge kränzen". Im zweiten Teile kommt ein Schwank zur Aufführung „Der schwerhörige Peter", sodaß auch für Srbeiteruna gesorgt ist.

— Oratorien-Berein Cacilia. Die Aufführung de? Konzert-Dramas „Kaiser Max und seine Jäger" von Thierfelder findet am Sonntag, den 16. November, im großen Sladtfaale statt.

Ans dem Nachbargebiete.

s Höchst a M„ 6. Nov. 1913. Der Kampf um die Stadtverrordnetenmandate, der hier am 20. November ausgetragen wird, erhitzt die Ge­müter immer mehr. Da sich die Bürgerlichen nicht auf eine gemeinsame Kandidatenliste zu einigen ver­mochten, haben die „Farbwerkspartei" und die „bür­gerliche,! Parteien" eigene Kandidaten aufgestellt. Wiederholte Verständigungsversuche sind bis jetzt ge­scheitert. Als dritte Partei bewerben sich die Sozial­demokraten um die erledigten Sessel.

d Bad Homburg v. d. H., 6. Nov. 1913. Die Kreisshnode des Dekanats Homburg beschloß, bei den Kirchenbehvrden dahin vorstellig zu werden, daß im Hinblick aufdieStörungderPfingstgottes- bienfte durch den Prinz Heinrich-Flug derartige Veranstaltungen an Sonn- und Feiertagen künftig unterbleiben. Ein sehr begrüßenswerter Be­schluß.

Von der Frankfurter Universität.

f. Frankfurt a. M., 5. Nov. 1913. Nach Mit- teilungen des Stistnngsausschuffes wurden dem UniversitätSfonds bis zum 1. November 6401000 Mk. zugeführt, ferner erhält er bis zur Eröffnung durch Zmsen und weitere Stiftungen weitere 2300000 Mk. und schließlich sind der Uni. versität weiter noch 4125000 Mk. in sichere Ausst t gestellt, sodaß nut der Gesamtsumme von 12826000 Mk. die finanzielle Grundlage durchaus gesichert ist. — Die Bezirkssynode des Konsistorial- bezirks Frankfurt faßte heute einen Entschluß von weittragender Bedeutung, indem sie nach einem Referate von Senior Profeffor v. Bornemann (Frankfurt) die Errichtung einer eoanr. theologischen Fakultät an der im Entstehen begriffenen Uni­versität forderte. Nach einem historischen Rückblick auf die Entstehung der Universität und die früher vocgebrachten Bedenken gegen die Errichtung der theologischen Fakultät bot der Redner ein Bild der zahllosen zustimmenden Aeußerungen aus Hochschul- kreisen, evanaelikchen Kürneifdmften und führenden

Zettschriften zu der Angliederung der theologischen Fakultät. Er zerpflückte die Gegengründe der Frank- furter Denkschrift und forderte namens der Synode die Fakultät aus folgenden Gründen: aus prin­zipiellen Gründen, weil die theologischen Fakuttäten ein organischer Bestandteil der deutschen Universitäten sind, aus wissenschaftlichen Er­wägungen, weil die Religion mitten in die viel­seitige Wirklichkeit des Lebens gehört und sich die exakte Methode der wissenschaftlichen Forschung zu eigen gemacht hat; die Theologie steht zu allen anderen Wissenschaften in fruchtbarstem Austausch, sie hat im Laufe der letzten Jahre immer neue Zweige hervorgebracht; und schließlich ist sie um der evange­lischen Kirche und um des deutschen Volkstums willen zu fordern. Unter stürmischem Beifall wurde ein­stimmig der Antrag angenommen, dahingehend, daß der Synodalvorstand beauftragt wurde, den großen Rat der Universität um Angliederung der noch fehlenden theologischen Fakultät und Errichtung zweier theologischer Professuren zu ersuchen. DaS Königliche Konsistorium soll dieser Bitte bei der Staatsregierung nachdrücklichst Unterstützung verleihen. Die Mittel für die Errichtung der Fakultät sollen auS den Kreisen der wohlhabenden evangelischen Glaubensgenossen aufgebracht werden. Mit der sofortigen Durchführung des Be- schluffeS wurde eine fünfgliedrige Kommission betraut. Hierzu gab Konsistorialpräsident D. Ernst einen ministeriellen Erlaß bekannt, in dem es heißt, daß die theologische Fakultät bei der Errichtung der Universität keineswegs grundsätzlich ausgeschlossen ist. Weil es im Plan heißt, daß zunächst eine juristische, medizinische, philosophische und naturwissenschaftliche Fakultät errichtet werden solle, sei damit schon auf die Möglichkeit der späteren Erweiterung hingewiesen. Auch diese Erklärung fand lebhaften Beifall.

Amt Geisa und Umgebung.

* Seisa, 6. Nov. 1913. Der Meisterprüfung im Maurergewerbe hat sich Herr Ignaz Rohn mit Er­folg unterzogen. Herr Rohn ist der jüngste Maurer- meister im ganzen Großherzogtum; er ist erst 24 Jahre alt.

* Geisa, 6. Nov. 1913. Der Verband länd­licher Genossenschaften für Thüringen e. V., hält in der Zeit vom 8. 5 13. Dezember im

Saale des Männerturnvereinshauses zu Erfurt einen Rechnerkursus ab, zu dem besonders die Kassierer der Naisfeisenvereine eingeladen sind. Das nötige Schreib- und Buchführungsmaterial wird den Teilnehmern kostenlos gestellt. Außerdem gewährt ihnen der Ver­band einen Zuschuß von 15 Mk. und freies gemein­schaftliches Mittagessen. Im Anschluß an diesen Kur­sus findet vom 15. bis 17. Dezember ein Kursus über die neue Buchführung für Raiffeisenvereine nebst Scheck- und Wechsellehre statt, zu welchem die Ver- bandsdirektion Teilnehmer aus solchen Vereinen, welche die neue Buchführung oder den Scheck- und Wechselverkehr eingeführt haben oder sie einführen wollen, einladet.

♦ Dermbach, 6. Nov. 1913. Am Mittwoch, den 26. November d. I., von Vormittags 10 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 7 Uhr findet hier im „Deutschen Haus" die Gemeinderatswahl statt. Es scheiden mit Ablauf des Jahres aus die Herren: Nechnungsamtmann Stapff, Fabrikdireklor Burck Maurermeister Diel, Schmiedemeister Ezell und Rentier Schnepf.

* Alinas, 6. Nov. 1913. 100 Mk. Beloh­nung zahlt Herr Karl Bittorf demjenigen, der ihm die Person, die in der Nacht vom 27. zum 28. Oftober sein Anwesen ift Brand steckte, so namhaft macht, daß dieselbe strafrechtlich verfolgt werden kann.

«ui ®b«Wen «• »en Hess. Aemtern.

△ Marburg, 6. Nov. 1913. Gestern und heute verhandelte das Schwurgericht jedesmal bis in die Abendstunden hinter verschlossenen Türen So wurde gestern eine junge Frau namens Schneider von hier, wegen Meineids zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. — Heute verurteilte das Schwurgericht den in Wetter' wohmnden Dienstknecht L. Hilberger wegen Sittlichkeitsverbrechens zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust und den Arbeiter Fritz Engelbrecht aus Usseln wegen des gleichen Vergehens zu 8 Monaten Gefängnis.

[:] Kirchhain, 6. Nov. 1913. Unter dem Vorsitz deS Herrn Landrats v. Gilsa fand gestern im Bahn­hofshotel eine gemeinschaftliche Versammlung von Lehrern und Bürgermeistern des Kreifes statt. Herr KreiSschullnspettor Pfarrer Günther-Allendorf sprach über „Jugendheime", deren Ausstattung und Betrieb. DeS Weiteren wurde der Versammlung die Hand­habung eines Lichtbilder-Appatate8 erklärt. Derselbe soll in den Dienst der Jugendpflege gestellt und in den Ortschaften des Kreises vorgeführt worden.

[:] Neustadt, 6. Nov. 1913. In einem der frei- werdenden Schulsäle im Rachause wird vom 17. d. Mts. ab, voraussichtlich auf die Dauer von zwei Monaten, eine Wanderhaushaltungsschule eingerichtet. Da zu dieser Veranstaltung des Kreifes nur 15 Teilnehmerinnen zugelassen werden, kann die Ausbildung umso gründlicher betrieben werden. Das Schulgeld beieägt 10 Mark. Jnbezug auf die Be­reitung eines einfachen, schmackhaften Mittagessens mit wenig Kosten ift diese Einrichtung sehr zu be­grüben, da bekanntlich die Kochkunst" auf dem Lande noch vielfach stiefmütterlich behandelt wird.

# Homberg, 6. Nov. 1913. Der Einwohner R. au5 dem benachbarten Caßdorf, der seit einiger Zeit vermißt wurde, ift in einem Tannendickicht erhängt aufgefunden worden.

vermischtes.

* Einbruch in eine Kirche. In der katholischen Kirche »i Barmen-Rittershausen überraschte der Küster zwei gut gekleidete Männer, als sie mit Leimruten Geld aus den Opferstöcken stehlen wollten. Der Stifter verschloß die Türen und benachrichtigte die Polizei, die die Diebe verhaftete. Angeblich sind sie Franzosen; man vermutet in ihnen internationale Diebe.

* ein Banknoten-Fälscher, auf dessen Ergreifung die Reichsbank-Direktlon bereits 3)iitte Juli d. I. eine Belohnung von 3000 Mark ausgeschrieben hatte, in nun endlich am Dienstag in der Person des 40jäb» rigen Slubemnalers Karl Preuß in Tempelhof bt Berlin dingfest gemacht rooröen. Die Fälscherwert­zeuge wurden mitsamt dem Material für die Herste.- lung der falschen Scheine in den Lustschächten de- Kochherdes und in den Oefen gefunden. Preuß gilt i als der geschickteste Banknoten-Fälscher, mit dem fict) I jemals die Kriminalistik zu beschäftigen hatte. I

* Zu der Bandstifterplage in Lübeck wird geschrie­ben: 'Die Belohnung auf die Ergreifung des Brandstifters, der Lübeck im Laufe eines halben Jah­res um 7U Millionen Mark geschädigt hat, ist jetzt auf 16000 Mark erhöht worden. Eine tief­gehende Erregung hat sich weiter Kreise der Einwoh­nerschaft bemächtigt, weil man Lübecks blühendsten Handelszweig, den Holzhandel, in seiner Existenz be­droht sieht. Alle Vorsichtsmaßregeln haben ja nicht genutzt, um den früheren Riesenbränden im Hafen­gebiet keinen neuen folgen zu lassen. Man neigt immer mehr der Ansicht zu, daß der Brandstifter sich Zeitzünder bedient, so daß er vielleicht schon viele Stunden in Sicherheit ist, wenn der Brand hoch­kommt. Anderenfalls müßte man doch einmal eine Spur von dem Brandstifter gesehen haben. Allein die Brände auf den Holzlagerplätzen der Firma Have- ntann u. Sohn und Brügmann u. Sohn haben einen Schaden von 3i/2 Millionen Mark zur Folge gehabt. Hierzu kommt der Brand des Warenhauses Karstadt beinahe mit 13Z Millionen Mark. Bei den übriger. Bränden, die sich seit Mai in Lübeck ereignet haben, wurden Schäden von 60 000 bis 600 000 Mark ein­gerichtet. In den letzten Tagen wurden wieder zahl­reiche Anzeigen gegen verdächtige Personen erstattet. Die Polizei, die allen Spuren sorgfältig nachgegangen ist, konnte aber den Schuldigen nicht faffen. In den neuen Schaden von li/2 Millionen Mark teilen sich insgesamt 21 Versicherungsgesellschaften.

• Eine Hungersnot droht im Amur gebiete (Rußlanv) auszubrechen. Vorräte an Getreide sind nicht mehr vorhanden, die neuen Zufuhren werden für die im Bau begriffene Amurbahn mit Beschlag beleat.

* Wassermangel auf Sardinien. Da in Sardinien feit 8 Monaten lern Regen gefallen ist, leidet die In­sel empfindlich unter Wassermangel. Die Liefern«« von Trinkwasser mußte eingeschränkt werden. Die Fabriken stehen vor der Gefahr,. aus. Wassermangel schließen zu müssen. Für die militärische Besatzung der Insel schleppen Tankschiffe Wasser vom Fest­land heran.

Literarischer.

Wehrbeitrag und BermögenSerkläruug. Unter diesem Titel ist von dem KöniMichen Steuersekretär A. Lach­mund in Breslau 1 (Postfach) im Selbstverläge ein praktischer Ratgeber herauSgegeben worden. Preis 2 Mk. Nachnahme 2,40 Mk.) Dieses uns vorliegende Buch ist auS der Praxis für die Praxis geschrieben und entspricht bei der allgemein wahrnehmbaren Unklarheit über die Grenzen der Wehrbeitragspflicht und über ,die Höhe des zu entrichtenden Wehrbeitrags einem dringenden Be­dürfnis. Der Ratgeber faßt neben dem am Schluffe abgedruckten Wortlaut der Gesetze über Wehrbeitrag und Besttzsteuer in systematischer übersichtlicher Reihenfolge alle die Bestimmungen -msammen, die jeder von dem Wehrbeitragsgesetz Betroffene wissen muß, wenn er sich vor Bestrafung (unter Umständen 6 Monate Gefängnis) schützen will. Die einzelnen Bestimmungen und Berech- nungSarten von Vermögen und Einkommen sind nicht nur an der Hand vieler praktischer Beispiele erörtert, sondern auch noch in einem befonbern Anhänge in einer großen Anzahl, allen Möglichkeiten augepatzter praktischer Beispiele die Höhe des jedesmaligen Wehrbeitrags be­rechnet. DaS mit einem sehr umfangreichen alphabetischen Sachregister auSgestattete Buch kann nur empföhle» werden.

Hanvel uns Industrie.

(!) Fulda, 7. Nov. 1913. Einem Ohnmachtsanfall nahe waren gestern mehrere glückliche Befitzer3pro- zentiger deutscher Reichsanleihen. Mußten sie doch aus einer hiesigen „guten Quelle" erfahren, daß diese Papiere von 76,00 am Montag auf 5 7,87 am Dienstag im Kurs gefallen seien. Mit Rücksicht auf die Seelenruhe der Besitzer und in Hinsicht auf den guten Ruf unserer Reichsanleihe, der im nationalen Interesse von jeder Schädigung sorgfältig gehütet werden muß, sei hier nach dem Ber­liner Kursbericht festgestellt, daß die dreiprozentige Reichsanleihe folgende Kursbewegung zeigte: 4. Nov. 76,00; 5. Nov. 75,90; 6. Nov 76,10. Die übrigen reichsdeutschen Fonds zeigten in den letzten Tagen überhaupt firne Kursveränderungen.

* Berlin, 6. Nov. 1913. Den scharfen Kursrück­gängen der letzten Zeit folgt an der Börse eine Ge- genbewcgung. Der Verkaufsdrang hat nachgelassen, die Leerverkäufer suchen sich zu decken, gelegentlich kommen auch Privatkapitalisten mit Kaufaufträgen an den Markt. So bricht sich eine bessere Stimmung Bahn, die von der Bankwelt gern unteifftützt wird. Der Privatdiskont ermäßigte sich auf 4% Prozent.

♦ Der Ruhrkohlenmarkt. Die rückläufige Bewe- gung der Absatzverhältnisse, besonders auf dem in­ländischen Markte, ist noch nicht zum Stillstand ge­kommen. Der Ausfall int inländischen Absatz konnte durch vermehrte Ausfuhr nach dem Auslande, zum- teil ausgeglichen werden. Die Versendungen in der Berichtswoche weisen gegenüber den vorjährigen Er­gebnissen einen beträchtlichen Rückgang auf, der aller­dings zum größten Teil darauf zurückzuführen ist. daß die Forderung auf einer großen Zahl von Zechen am Feiertage Allerheiligen geruht hat. Das Geschäft in Hausbrand hat eine weitere Belebung erfahren. Der niedrige Wasserstand des Rheins hat zur Folge, daß die Verfrachtungen, besonders nach dem Ober­rhein, zurückgehen.

Ansjllg an§ dem SterbereMer des Kgl. Standesamts Fnlda

vom 31. Oktober bis einschl. 6. November 1913.

(Anmeldestunden: An Werktagen von 8—12 Uhr vor­mittags. an Feiertagen von 11-12 Uhr vormittags, nur für Totgeburten und Sterbefälle.)

31. Oktober. Ehefrau Katharina Schmidt, geb. Grenzer, von Habel, Kr. Gersfeld, 28 I. 7 M. 9 T. 31. Tagelöhner Johann Bott von Hammelburg, 39 I. 11 M. 28 T. 1. November. Weber Heinrich Quanz von Uetzhausen, 30 I. 8 M. 3 T. 2. Gertrud, T. des Brauereiarbeiters Andreas Herbert von Schlüchtern, 9 M. 21 T. 3. Ehefrau Juliana Burschet, geb. Spiegel, 49 I. 3 M. 27 T. 4. Barmherzige Schwester Josephme Büttner, gen. Barbara, 76 I. 7 M. 23 T. 4. Joseph Jaaielka, 6 I. 3 M. 3 T. 5. Emilie, T. des Wachs- mbeitets Jo'ep!i Groß, 1 T.

Selbst starke Aufgüsse von Kaffee Hag, dem eoffeinfreien Bohnen­kaffee, verursachen keine Störung des Allgemeinbefindens oder der Herztätigkeit, weil das Coffein fehlt.

Gutachten au8 der I. Medizinischen Klinik der Charit« in Berlin.