2. Blatt.
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-» Zuldaer Zeitung
Kleines Feuilleton
DieBorschriftenüberdie Beterane«« beihilfe
Bat der BundeSrat neu geregelt. Er hat manche jherbesierungen beschlossen, aber er hat auch leider tedjt viel beim alten gelassen, so daß das Zentrum wieder erneut im Reichstage auf die Erfüllung be- Ät Wünsche hinarbeiten muß. Folgendes ist
, Beschlüsien hervorzuheben:
1- Welcher Kriegsteilnehmer erhält die Beihilfe von 150 Mark? Leider erhält nicht jeder Kriegsteilnehmer die Beihilfe; es bleiben nach wie vor die Nichtkombattanten ausgeschlossen. Personen des Unteroffizier- und Mannschaftsstandes find im allgemeinen als Kriegsteilnehmer anzusehen, wenn sie im Feldzuge 1870/71 oder in einem von deutschen Staaten vor 1870 geführten Krieg zu kriegerischen Zwecken die feindliche Grenze überschritten oder nn eigenen bezw. Verbündeten Lande an kriegerischen Operationen oder Kämpfen teilgenommen haben. Als kriegerische Unternehmung in franzö- fischen Diensten gelten der Krimkrieg 1854—56, der Krieg gegen Oesterreich-Ungarn 1859, der Deutsch- Französische Krieg von 1870/71, die Expedition nach Meriko 1864, die Besetzung von Rom 1867 und kriegerische Unternehmungen tit den französischen Kolonien bis zum 10. Mai 1871. Wer also als Hand - Werker einberufen worden ist, wer nur in einer deutschen Festung lag, geht leider auch künftig leer aus. Dies ist die größte Lücke in den neuen Borschristen.
2. Wann ist der Kriegsteilnehmer unterstützungsbedürftig? Diese Frage ist recht schwer zu regeln, da die Verhältnisse zu der- schickten sind. Der Bundesrat hat bestimmt:
„Unterftützungsbedürftigkeit des Kriegsteilnehmers ist aniurrkennen, wenn seine Einkommensbezüge unter Hin- S'inung der auf rechtlicher Verpflichtung beruhenden ng Dritter, insbesondere unterhaltungspflrchtiger Verwandter, den notwendigen Lebensunterhalt nicht stcherstellen und die Unzulänglichkeit des Einkommens nicht lediglich auf Umständen beruht, deren Wirkung ihrer Natur nach auf einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum beschränkt ist. Bei Prüfung der Frage, was zum nötigen Unterhalt gehört, sind die gesamten Umstände deS Einzel- falleS zu würdigen, insbesondere ist auf die persönlichen und Familienverhältnifle des Kriegsteilnehmers und darauf Rücksicht zu nehmen, ob er infolge von Alter und Krank- heit besonderer Pflege bedarf, und ob er für Angehörige, besonders schulpflichtige Kinder, zu sorgen hat. Bei Aus- gedingempfängern bedarf es besonderer Feststellung, ob sie di« vereinbarten Leistungen von den Ausgedinggebern tatsächlich erhalten oder doch erhalten können. Zu diesem Zweck ist eine genaue Prüfung der wirtschaftlichen Lage der Ausgedinggeber unerläßlich. An eine bestimmte E i n- kommensgrenze ist die Gewährung der Beihilfe nicht gebunden, vielmehr sind im Einzelfalle die wirtschaftlichen Lebensbedingungen an dem Wohnort des Kriegsteilnehmers zu berücksichtigen. Als Anhalt dabei kann die getroffene Festsetzung des ortsüblichen Tagelohns dienen. Der Besitz eines kleinen Kapitals steht der Bewilligung der Beihilfe grundsätzlich nicht entgegen, wenn die Erhaltung desselben im Interesse erwerbsunfähiger Kinder geboten erscheint. Abgesehen davon ist im Einzelfalle wohlwollend zu prüfen, ob die Aufzehrung des Kapitals den notwendigen Unterhalt stcherstellen würde, und dem Kriegsteilnehmer bei billiger Berücksichtigung aller Umstände zugemutet werden kann. Unter der gesetzlichen Jnvalidenpension oder ent« prechenden sonstigen Zuwendungen aus Reichsmittrln inb nicht Invaliden-, Alters, und Unfallrenten zu ver- sehen, sondern nur Militärxensionen, Militärrentrn, Unterstützungen aus kaiserlichen Dispositionsfonds. Erreicht der Monatsbetrag einer solchen Pension, Rente oder Unterstützung die Summe von 12,50 Mark nicht, So darf der Unterschiedsbetrag als Kriegsteilnehmerbei- ilfe gewährt werden. Der Bezug von Invaliden-, Alters- unb Unfallrenten, sowie von Zivilpensionen kann nur für die Beurteilung der Unterstützungsbedürstigkeit von Krheblichkeit fein. Die Entscheidung über die Unterstützungsbedürstigkeit und Würdigkeit soll nicht ohne Anhörung der zuständigen Ortsbehörde erfolgen. Die Aeußerung der Ortsbehörde muß sich insbesondere auf das etwa vorhandene Vermögen, seine Einkommenquellen und die Verhältniffe seiner unterhaltungspflichtigrn Verwandten erstrecken."
Diese Vorschriften sind gut; es kommt nun alles auf die Ausführung an. Wo kalte Bureaukratie und harte Beamtenseelen sitzen, da wird man immer wieder klagen; wenn warmherzige Menschen die Entscheidung in der Hand haben, geht es. Wichtig ist, daß die Ortsbehörden gehört werden müssen; sie können nun ganz entschieden für ihre Veteranen ein» treten.
3. Wie bewirbt man sich um die Beihilfe? Man richtet in allen Bundesstaaten das Gesuch an die Ortsbehörde (Bürgermeister usw.), legt hier den Militärpaß bei und ein Zeugnis
— Dem Berliner Schaupöbel widmet der „D. Kurier" die folgenden Zeilen: Wir wollen in diesem Augenblick einmal absehen von der empörenden, unvornehmen Weise, in der sich manche Damen zu den Sensationsprozessen drängen, in denen die schmutzigsten Sittenbilder entrollt werden. Auch die Art und Weise, wie sich viele an die schmierigen Kerle irgendeiner exotischen Schaustellung „heranmachen", soll hier nur beiläufig erwähnt werden, denn neue Er- eignisse drängten sich in den Vordergrund, und zwar in einer Art, die den allerschärfsten Protest Hervorrufen müssen. Noch zittert das schreckliche Unglück von Johannisthal in aller Herzen nach, und die Trauer ist allgemein. Mit dem Gefühle des tiefsten Mitleides für 6ie unglücklichen Hinterbliebenen der Todesopfer mußte jeder Mensch das Gotteshaus betreten, in dem die Trauerfeier für die Opfer der Katastrophe stattfand. Man hätte annehmen sollen, daß das menschliche Mitgefühl mit den aramgeteugten Eltern, den verzweifelten Witwen und den jammernden Kindern, die dort sinnlos vor Schmerz am Totenschrein ihrer Sieben standen, jede niedrige Regung ausschloß. Weit gefehlt! Schon stundenlang vor Beginn der Trauerfeier erschienen eilenden Schrit- tes Damen mit Lorgnons und sogar Operngläsern be- waftnet, um sich nur ja „einen guten Platz" zu sichern. Und als dann die schmerzgebeugten Angehörigen der Todesopfer hereingeführt wurden, da Hub an einzelnen Stellen des Hanfes ein Wispern und Raunen, ein Gaffen und Hälfeverdrehen an, daß jedem feiner empfindenden Menschen die Röte der Em- pörung emporsteigen mußte. Lorgnons wurden ge- putzt und Operngläser „eingestellt". Jede neu her- eingetragene Kranzspende, jeder ordensgeschmückte Offizier wurde mit gierigen Blicken verschlungen und einer „eingehenden Kritik" unterzogen. Ganze Bankreihen erhoben sich geräuschvoll ohne Rücksicht auf die Weihe der Stunde und den Ort, an dem man sich befand. Nicht ein Atom von Achtung vor der Majestät des Todes. Die Befriedigung "der schlimmsten Neugier nahm die Damen so in Anspruch, daß sie nichts sahen eon den Blicken unsäglicher Verachtung,
des Arztes über die Erwerbsunfähigkeit; »nan bittet die Ortsbehörde, daß sie ein Vermögenszeugnis oder ein Zeugms über die Erwerbsfähigkeit ausstellt. Dieses Zeugnis soll natürlich wahrheitsgetreu feilt, aber den Bewerber nicht als einen Millionär dar- stellen. Dann hat die Ortsbehörde die ganze Eingabe mit allen Materialen an die Regierung weiter zu Seben. Im Falle der Ablehnung des Gesuches stehen ie üblichen Beschwerdeinstanzen offen; als letzte
Onstanz kommt das Reichsschatzamt in Berlin in etracht.
4. Wie erfolgt bie Zahlung? Die Beihilfen sind in voller Höhe und ohne zeitliche Beschränkung zu bewilligen. Die Zahlung beginnt «m Ersten des Monats, in welchem sie anerkannt werden. Ausnahmsweise kann sie vom Beginn des Monats ab erfolgen, in dem die Gewährung nachgesucht wurde. Die Zahlung kommt in Fortfall, wenn sich nachträglich herausstellt, daß sie unter falschen Voraussetzungen verliehen ist, oder sobald eine der Voraussetzungen fortfällt, unter denen die Bewilligung stattgefunden hat.
Lokaler.
Fulda, 6. November 1913.
# Personalien. Das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze wurde dem Bahnunterhaltungsarbeiter August Henne zu Vernawahlshausen im Kreise Hofgeismar verliehen.
(!) Freie Schulstellen. ES sind mit katholischen Lehrern zu besetzen Stellen in Hosenfeld, Pilgerzell und Hainzell int Kreise Fulda, mit einer katholischen Lehrerin eine Schulstelle in Steinbach (KrS. Hünfeld). Zu Ostern 1914 wird voraussichtlich an der kathol. Schule zu Fechenheim je eine Lehrer- und eine Lehrerinnenstelle zu besehen sein.
§§ Im Oberlandesgerichtsbezirk Kassel ist die Zahl der beschäftigten Referendare abermals zurückgegangen, was in der Hauptsache auf die Ver- schärftmg der Prüfungen zurückgesührt wird. Im Jahre 1913 wurden im Oberlandesgerichtsbezirk Kassel 255 Gerichtsreferendare gegen 262 int Jahre 1912 und 285 im Jahre 1911 beschäftigt; feit 1911, wo zum ersten Male nach der voraufgegangenen Zählung eine sehr starke Steigerung der Zahl der neuhinzugelaffenen Referendare festzustellen war, ist demnach die Zahl der Referendare von Jahr zu Jahr wieder zurückgegangen. Im Jahre 1910 wurden im Bereich des Oberlandesgerichts Kassel nurl76Ge- richsreferendare beschäftigt gegen 285 im Jahre später. Die Zahl der bei den preußischen Justizbehörden im Jahre 1913 beschäftigten Referendare betrug 7155 gegen 7413 im Jahre 1912, 7612 im Jahre 1911 und 7701 im Jahre 1910; im Jahre 1901 waren nur 4954 Referendare beschäftigt; ihre Zahl ist demnach von 1901 bis 1910 um 2747 gestiegen, während sie seit 1910 bis 1913, also innerhalb der drei letzten Jahre, um 546 zurückgegangen ist: trotzdent betragt die Steigerung der Zahl der beschäftigten Referendare in der Zeit von 1901 bis 1913 genau 2201 ober 44,4 Proz.
L Der ZünglingSvereiu bet Dompfarrei zählt gegenwärtig 165 Mitglieder. Im Laufe deS Jahres wurden 87 neu ausgenommen. Dem Berufe nach sind es 32 Schlaffer, 12 Schreiner, 8 Eisendreher, je 7 Buchdrucker, Elektrotechncker, Instrumentenmacher, je 5 Bäcker, Schuhmacher, Lackierer, Schneider, Metzger, Bautechniker, je 3 Goldarbeiter, Glaser, Weber usw. Die Versammlungen finden in einem Saale des StadtschulgebäudeS statt, woselbst viele Gesellschaftsspiele, in neuester Zeit auch eine Kegelbahn und ein Schützenapparat zur Verfügung stehen. Bücher werden in den Vereinslesestunden ausgegeben. Zur Allgemeinbildung wird die Musik eifrig gepflegt. Die auS 18 Mann bestehende Blechkapelle steht unter Leitung des Herrn Bioneck; sie ist außer bei Vereinsveranstaltungen mehrfach bei öffentlichen Anlässen! erfolgreich aufgetreten. DaS Streichorchester (16 Mann) leitet Herr Ebert, das Trommler- und Pfeiferchor (9 Mann, später 20 Mann stark) Herr Oswald. Andere musikliebende Mitglieder üben sich gegenwärtig im Gitarren- und Manbolinen- spiel. Die Turnabteilung steht unter Leitung des Herrn Lehrers Dietrich; sie übt Dienstag abends in der Turnhalle des Kgl. Lehrerseminars. Beim Rhönturnseste wurden 10 und beim Jugendturnen im Schloßgarten 21 Preise errungen. Die Turner beteiligten sich auch an dem Vorturnerkursus (Leiter Seminarlehrer Fromm) für die katholischen Jugendvereine. Die Fr ei spie le wurden
die ihnen von allen Seiten zugeworfen wurden. Sie hörten auch nicht das Raunen des Unwillens und der Empörung, das gleichfalls von dieser Seite kam. Gaffende Neugier erfüllte alle ihre Sinne. Welch ein Gegensatz zu den tiefernsten, gramersüllten Soldatengesichtern.
— Buchecker» und Eicheln. Zwei unserer herrlichsten Waldbäume, die Buche und die Eiche, überschütten uns jetzt mit ihren Früchten. Vor allem die Früchte der Eiche, die Eicheln, werden von Kindern gesammelt, die damit spielen. Aber Eichel wie Buchecker bieten zugleich Nährwert, und die Eichel außerdem Heilwert. Die mit vier Klappen aufspringende Becherhülle der Buchenfrucht, die aus Hochblättern hervorgegangen ist, enthalt die leider ost fehlschlagenden Nüsse, bte von Menschen gegessen werben können, hauptsächlich aber für Schweine eine gute Mast liefern, aus denen aber auch wohlschmeckendes Speise- bezw. Brennöl gewonnen werden kann. Daß die Eicheln, die unten von einem geschlossenen Becher (botanisch: Cupula) umgeben werden, ein vorzügliches Schweinefutter bilden, ist bekannt. Sie würden auch für uns ihres Stärkemehlgehalts wegen ein prächtiges Nahrungsmittel fein, wenn ihr hoher Gerbsäuregehalt nicht störte. Als Zusatz aber zum Brotmehl werden sie noch heute in Norwegen gebraucht. Gemahlen liefern sie auch den Eichelkaffee, sowie als Zusatz zum Kakao den Eichelkakao, der bei Darmerkrankungen von außerordentlich günstiger Wirkung ist. Der Name „Erche" deutet auf die Eßbarkeit der Frucht; denn er stammt von dem nordischen ^irkan", d. h. eßbare Frucht, her; noch heute sagt man von jemanden, der es sich schmecken läßt, mundartlich: er achelt. Ganz ähnlich ist bemerkenswerterweise der Name „Buche" zu erklären; er stammt aus dem hochdeutschen „buchen", d. h. Frucht (nämlich eßbare Frucht) anfetzen! Die Buche ist also ein Baum, der eßbare Früchte bringt.
— Tie Mauser der Stubenvögel, sowohl Körnerfresser, Papageien, als auch Weichsuttersresser. Unter Mauser verstehen wir den jährlich wiederkehrenden Federwechsel der Vögel. Die alten Federn werden ab- gestvßcn, und neue Federn kommen hervor, die meistens schöner und farbenprächtiger sind als die alten. Tie Federn bilden sich aus den Bestandteilen des Blutes, nämlich aus Kalk, Schwefel, Eisen, Kiesel
JVs 257.
Donnerstag 6. November 1915.
sehr gepflegt; neben den üblichen Ball- und Turnspielen wurden von der Fußballabteilung verschiedene Wettspiele auSgefochten. Im Sommer wurden mehrere größere und kleinere Wanderungen auSgeführt. DaS Kriegsspiel gegen den Bruderverein der Stadt« pfarret fand großen Anklang. Von Oktober 1912 bis dahin 1913 wurden in die Sparkasse 400 Maik eingelegt; eifrige Sparer erhalten eine Prämie. Die Festlichkeiten bestanden aus dem Stiftungsfest im Gesellenhause, der Weihnachtsfeier in der .Hinterburg" und dem Jugendabend im großen Stadtsaale, der ungefähr 2000 Freunde der Jugendsache vereinigte. Im Vereinslokale wurden eine Reihe von Feiern veranstaltet. DaS religiöse Seben wurde sorgsam gepflegt; jeden ersten Sonntag im Monat ist gemeinsame heilige Kommunion, bei der oie Teilnahme sehr zufriedenstellend ist. Um den Sinn für die Heiden-Mission zu ' 'ecken, wurde eine eigene Abteilung gegründet, die bie Ersparnisse in Alkohol und Zigaretten zum Besten der Missionen verwendet. In die Kongregation innerhalb des Vereins, die int Mai umgestaltet wurde, werden nur solche Mitglieder ausgenommen, die sich zum Besuch der besonderen Abendandachten und zum 14tägigen Empfang der hl. Sakramente verpflichten. Nach einer demnächst ftatt« findenden Aufnahme werden der Kongregation 82 Mitglieder angehören. Der Jünglingsverein der Dom- psarrei kann also auf ein arbeitsreiches und erfolgreiches VereinSjahr zurückblicken. Mögen die Eltern die Bestrebungen des Vereins recht unterstützen.
+ Meisterkursus. Der diesjährige Meisterkursus wurde am Sonntag, den 2. b, Mts. durch das Vorstandsmitglied der Handwerkskammer, Herrn Hofbäckermeister Simmet eröffnet. Die Zahl der Teilnehmer ist 16, darunter 2 Damen (1 Putzmacherin und 1 Näherin). Es werden auch jetzt noch Meldungen seitens des Leiters, Herrn Lehrers Ritzel (Stadtschulbau entgegengenommen. Die Unterrichtsstunden sind auf Dienstags und Donnerstags abends von 7—9 Uhr und auf Sonntags von 9—12 Uhr vormittags festgesetzt.
(!) Berband der kacholischen Siubentenvereine Deutschlands (K. V.). Am Sonntag, den 9. November, begeht die Mittelrheinifche Philister- vereinigung, der auch der Fuldaer Philisterzirkel des K. B. angeschlossen ist, das Fest ihres 25jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß wird zu Darmstadt u. a. ein Festkommers mit Damen um 5 Uhr nachmittags in den Räumen der Vereinigten Gesellschaft stattfinden. Die M. Ph.-V. zählt zurzeit etwa 150 Alte Herren des K.-V. aus Hessen und den angrenzenden Gebietsteilen zu ihren Mitgliedern, außerdem bildet sie die Zusammenfassung der in den einzelnen größeren Städten ihres Gebietes bestehenden örtlichen Philisterzirkel. Die Vorbereitungen zu dem Feste, die in Händen des kathol. Studentenvereins Moenania und seiner Alten Herren liegen, stellen den besten Verlauf in Aussicht.
300 Mark Belohnung. Die Kaiserliche Oder- postdirektton Kassel hat, da der Dieb, der, wie berichtet, am 29. Oktober bei Hanau ein Wertstück über 4500 Mark gestohlen hat, noch nicht entdeckt ist, auf die Wiedererlangung des Gelbes und bie Ergreifung bes Diebes eine Belohnung von 300 Mk. ausgesetzt.
& Sein 40 jähriges ArbeitSjubUäum in bet Kgl. Eifenbahnhauptwerkstätte kann am heutigen Tage bet Hilfssattler Franz Fiehres begehen. AuS diesem Anlaß wurden ihm seitens der Direktion und der Mitarbeiter die üblichen Ehrungen zuteil.
(!) Besitzwechsel. Das Geschäftshaus Borgias- straße Nr. 4, »ent Metzgermeister Trost gehörig, ist in den Besitz des Metzgergesellen H. Luft aus Frischborn übergegangen. Der Kaufpreis soll dem Ver- nehmen nach 58000 Mk. betragen.
△ Bekämpfung deS Alkoholmißbrauchs. Die König liche Regierung in Kassel ist gleich allen übrigen Regierungen von dem Minister des Innern aufgefordert worden, über die Fortschritte zu berichten, die während der beiden letzten Jahre in der Bekänkpfung des Alkoholmißdrauchs und seiner Folgen gemacht worben sind. Zu berücksichtigen sind habet: Kon- zeffionswesen, Polizeiverordnungen, Verbreitung alkoholfreier Getränke, Tätigkeit von Vereinen, Trinkerfürsorge, Aufklärung des Volkes usw.
= Hebet Kirmes-Zwischensälle mehr ober weniger blutiger Art waren gestern in der Stadt zahlreiche Gerüchte verbreitet, die sich glücklicherweise als völlig unzutreffend oder doch als stark übertrieben erwiesen. Auch die bei der Schlägerei am Bachrain mitgenommenen Arbeiter von hier sind glimpflicher
säure und Natron vornehmlich, aus Magnesia, Phosphorsäure, Chlor, Kali, Mangan nebensächlich (soweit die Salze in Betracht kommen). Jetzt ist ohne weiteres klar, 'daß, wenn die erwähnten Blutbestandteile gar nicht oder nicht ausreichend vorhanden sind, die sehr wechselnden Mengen, so wird es hauptsächlich wenn Kalk und Schwefel fehlen. Da nun ater die erwähnten Stoffe (Mineralstoffe, Salze, Nährfalze) in allen Futtermitteln vorhanden sind, und zwar in sehr wechselnden Mengen, sow ird es hauptsächlich auf eine richtige Fütterung der betreffenden Vogelgruppe mit d e n Nahrungsmitteln ankommen, die die oben erwähnten Mineralstoffe in großem Maße enthalten Meistens sind es Kalk und Schwefel, die nicht in genügender, und zwar leicht assimilierbarer Menge vorhanden sind, und deshalb oft künstlich zugesührt werden müssen. Daß es bei tyzr fehlerhaften Mauserung nicht immer große Mengen Mineralstoffe sind, die fehlen, entern im Gegenteil winzig kleine, beweist Dr. W. Otto, Eisenach, durch zahlreiche Beispiele aus der praktischen Vogelzucht in Nr. 33 des „Lehrmeisters im Garten und Kleintierhof", Leipzig. Er gibt aber auch die Mittel und Wege an, wie die Vögel gefüttert und behandelt werden müssen, um allen Fähr- lichkciten der Mauser zu entrinnen. Vogelfreunden stellt der Verlag Hachmeister u. Thal, Leipzig, die Nummer kostenfrei auf Verlangen zu.
— Zimmeranwärmung. Dem Wunsch, ein bequemes Mittel zu haben, um während der Heber» gangsjahreszeiten die Zimmerluft schnell verschlagen zu können ober im Winter rasch vorzuwärmen, wird in den elektrischen transportierbaren Zimmeröfen entsprochen. Diese Oefen arbeiten unbedingt zuverlässig. billig, sauber und seuergesährlos. Sie entwickeln keine Gerüche und vor allem keine gesundheitsschädlichen Abgase. Sie können deshalb in der Kinderstube ober im Schlafzimmer ohne jegliche Aufsicht gelassen werben. Vor dem Aufstehen kann man sie vom Bett aus wie eine Glühlampe einschalten, wobei sie noch zum Erwärmen von Frottiertüchern, Mundwasser usw. benutzt werden können. Für besondere Fälle werden elektrisch beheizte Fußbänke, Kissen und Teppiche gute Dienste leisten. Der Preis all dieser Vorrichtungen ist auch für den kleinen Haushalt erschwinglich. el.
davongekommen, als es zuerst schien. Eie können bereits ihrer Arbeit wieder nachgehen.
(Weitere Lokalnachrichten im Hauptblatte.)
Aus dem Nachbargeblete.
(?) Buchenau (Kr. Hünfeld), 5. Nov. 1913. Bei der Behandlung eines kranken Pferdes erlitt der Besitzer desselben einen Beinbruch und innere Verletzungen. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Der Bedauernswerte ist vom Unglück verfolgt. Gr büßte in den letzten 3 Jahren 7 Pferde ein. Gestern mußte auch das Pferd, daS seinen Herrn verletzte, getötet werden. Auch durch Krankheit ist die Famtue, die man allgemein bedauert, heimgesucht. ___
0 Sanner, (Kreis Schlüchtern), 5. Nov. 1913. Hier hat sich, wie noch erinnerlich sein wird, nn Juni d. IS. ein recht trauriger Unfall mit tödlichem Ausgange zugetragen. Während die Maurer A. und St. Gärtner mit dem Reinigen des Bassins der Gemeindkwafferleitung beschäftigt waren, stürzte eine 6 Zentner schwere Steinplatte, der Deckel des Bassins, welche von Maurern auf der Kante des Wafferbebälters aufgestellt worden war, um und begrub bin sich mit mehreren Spielkameraden an der Arbeitsstätte tummelnden 8 Jahre alten Sohn Gregor des Landwirts Eurich unter sich. Dem Jungen wurden durch den Stein innere Verletzungen zugefügt, die eine Verblutung im Gefolge hatten, an der er in den Armen deS Vaters während des Transportes m das Fuldaer Landkrankenha is verstarb. Die betten Maurer, welche durch ihre Leichtfertigkeit großes Leid über eine Familie gebracht, wurden heute von der Strafkammer in Hanau wegen fahrlässiger Tötung zu je 14 Sagen Gefängnis verurteilt. Der Vertreter der Anklage hatte gegen jeden der Angeklagten 5 Monate Gefängnis beantragt.
0 Großauheim, 5. Nov. 1913. Die feit 1. Sept, d. Is.. hier im Verlage von Uharek herausgegebene, dreimal wöchentlich erscheinende ,GroßauHeimer Zeitung" ist am 1. Nov. d. Is. wieder eingegangen.
• Hofgeismar, 5. Nov. 1913. Der frühere Leutnant im hiesigen Dragoner-Regirnent Wild von Hohenborn, zuletzt Leutnant im 2. ® arte-Ulanen« Regiment, starb am 1. November zu Schierke i. H., wo er Genesung suchte, an den Folgen eines im Dienst erlittenen Reitunfalles.
’ Kassel, 5. Nov. 1913. Heute morgen wollte der Bäcker H. auf einen in Bewegung befindlichen Straßenbahnwagen ausspringen, glitt aber auf dem schlüpfrig gewordenen Trittbrett aus und wurde von dem Anhängewagen überfahren. Im Landkrankenhause ist er seiner schweren Verletzung erlegen.
* Aschaffenburg, 5. Nov. 1913. König Lud wigIII. wird bereits am 18. November unserer Stadt seinen offiziellen Besuch abstatten. Er wird vormittags 10 Uhr hier eintreffen und bis nachmittags ( Uhr verweilen.
Amt Geisa und Umgebung.
* Ostheim v. d. Rhön, 5. Nov. 1913. Nm 1. Nov. wurde der Winterkursus unserer Landpflegeschule eröffnet. Die zehn Schülerinnen, welche an demselben teilnehmen, flammen aus folgerten Orten: Dermbach, Hottelstedt, Kleinbrembach (zwei), Ollen- darf (zwei), Sprötau, Tromsdorf (Provinz Sachsen), Unterbreizbach, Vogelsberg. Es sind also 2 aus dem Eisenacher, 7 auS dem Weimarischen Kreise, eine au? Preußen. ________________
Äis SbttlMn u. Öen h«ff. »entfern.
Marburg, 5. Nov. 1913. Im hohen Alter von 85 Jahren starb hier der Kgl. Forstmeister a. D. Julius Ruppert, ein Nachkomme des im Jahre 1795 gestorbenen Erbförsters Utsch gen. Jäger aus Churpfalz, dem kürzlich in der Nähe von Sobernheirn ein Denkmal errichtet wurde.
ß Marburg, 5. Nov. 1913. Am heutigen Tage gingen die JmmatrikulationStermine an der hiesigen Universität zu Ende. Insgesamt beträgt die Zahl der Studierenden (ohne die zum Hören der Vorlesungen Zugelassenen) 2176, darunter 159 Frauen. Es studieren 208 Theologie, 330 Jurisprudenz, 516 Männer und 23 Frauen Medizin und 963 Männer und 136 Frauen Philologie. Im vorigen Winter- fernerer betrug die Zahl der Immatrikulierten etwa 2080 und im letzten Sommer etwa 2400.
* Frankenberg, 5. Nov. 1913. Dem Bürgermeister Schöneweiß in Ellershausen ist in Anerkennung seiner langjährigen pflichttreuen Dienstzeit das Allgemeine Ehrenzeichen allerhöchst verliehen und durch Lantrat Stapenhorst vor versammelter Gemeindevertretung überreicht worden.
* Lingelbach, 5. Nov. 1913. In unserem Orte ist die Divhtheritis unter den Kindern ausgebrochen. Der tückischen Krankheit ist bereits ein Zjähriges Kind erlegen.
-T- Fritzlar, 5. Nov. 1913. Nachdem vor l1/», Jahren hier eine heilige Mission stattgesunden, war am 1., 2. und 3. November MissionserNeuerung. Wirkliche Gnadentage waren es. Sind die genannten Feiertage schon an sich von der Art, daß sie das religiöse Empfinden mächttg ansprechen, so laten die ernsten und mächtig wirkenden Wahrheiten der Missionspredigten noch ein Uebrtges, um zu ernster Emkchr und einer Erneuerung des inneren Lebens zu führen. Gehoben wurden die hl. Hebungen durch drei Franziskanerpatres aus Salmünster, P. Fridolin, P. Seraphim und P. Ludger. Besonders wirkungsvoll und unvergeßlich waren die Sakra- mentSfeier am Sonntag abend und die tiefergreifende Schlußpredigt mit der Erneuerung der Taufgelübde. Die Missionare können mit Befriedigung auf den Erfolg schauen, den Gottes Gnade ihrem Wirken verliehen Hal. Möge der Erfolg ein dauernder bleiben — das ist dann der schönste Dank, den die Missionar? sich wünschen können.
vermischtes.
* Gefecht mit Wilddieben. Bei Pad > r o r n, wnraen drei Wilddiebe von Gendarmen unt> Wächtern überrascht. Die Wildviebe schossen auf die Beamten, die das Feuer erwiderten. Ein Wilddieb wurde durch die Schüsse tödlich verletzt, die andern entkamen, auf ihre Verfolger noch weitere Schüsse abgebend, die aber ihr Ziel verfehlten.
* Ter Dieb als „Staatsanwalt". „Staatsanwalt König", der Arbeiter Lange, ist wieder ausgebrochen, und äroa~- dieses mal aus der Berliner Charilee, in die er sich als „geisteskrank" hineinmbringen verstau- Iben hatte. Lange hatte neulich schon eine geradezu seltsame Flucht fett' bracht. Als er nach einer Verhaftung mit seim>. Sviekgefellen dem Unter«