2. Blatt.
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Lokaler.
Fulda, 4. November 1913.
# Personalien. Verliehen wurde dem Eisenbahn« toagenmeifter Lorenz Felten zu Frankfurt a. M., ö«n Eisenbahnweichensteller Jakob Dickhardt zu Rotensee im Kreise Hersfeld und dem Eisenbahnma- Wnenwärter Christoph Kortenkamp zu Hanau das Allgemeine Ehrenzeichen.
L- Von der Bolkswiffion in Fulda. Für die tief, greifende Wirkung der hl. Mission, die in den beiden letzte» Wochen von 9 Missionaren hier abgehalten wurde, sprechen folgende Zahlen. Insgesamt wurden m der MiffionSzeit in den Kirchen der Stadt 35 750 hl. Kommunionen ausgeteilt. Die Zahl der Fuldaer Katholiken beträgt, dieKinder eingerechnet, 16365. Im Dom allein wurden rund 20000 Kommunionen cmsgetellt. In der Stadtpfarrkirche betrug die Zahl der ausgeteilten Kommunionen insgesamt 10000, in der Pfanckirche zum hl. Geist gegen 900. Außerdem wurden in der Klosterkirche am Frauen- berge 4850 hl. Kommunionen gespendet. In der Dompfarrei sind an 900 Männer dem Man- neraposwlate beigetreten. Dem Mütterverein traten |60 Frauen neu bei, der Jungfrauenkongregation gegen 70 Jungfrauen. Die männliche Jugend ist bereits organisiert. In der Stadtpfarrei beträgt die Zahl der Mitglieder des Männerapostolats nunmehr 625, der Jungfrauenkongregation traten 190 Jungfrauen neu bei. Die Jungfrauenkongregation wird in Zukunft in zwei Vereine (Dom- und Stadtpfarrei) geteilt werden. Angesichts solcher zahlenmäßigen Zeugnisse neu aufblühenden Glaubenslebens regt fit i der Brust jedes Fuldaer Katholiken eine tiefe Dankbarkeit gegen die hochwürdigen Missionare, die solch edles Feuer religiöser Begeisterung in allen Herzen entfacht haben. Möge Gott ihre Mühen reich belohnen.
[] Für die Gewerbesteuerklasse IV war gestern vormittag die Neuwahl der Mitglieder und Stellvertreter d»S Steuerausschusses im Kreise Fulda vorzunehmen. Die Beteiligung an der in Giesels Brauerei anberaumten Wahlhandlung war gegen früher recht erheblich. Von 900 Wahlberechtigten nahmen 80 an der Wahl teil. Der JnnungsauSschuß und der Gewerbeverein hatten eine Wahlvorschlagsliste vorgelegt, die nach kleineren Aenderungen allgemeine Billigung sand. So konnte auf Abstimmung verzichtet und die Wahl durch Zuruf getätigt werden. Gewählt wurden als 9"itglteber: Joseph Koch, Mehgermeister; Fritz Fuchs, Malermeister; Gregor Hautumm, Maurermeister; Heinrich Knips, Kaufmann; Karl Traut, Glasermetster; Hermann Spiro, Kaufmann; Oskar Hartmann, Hofsriseur; Joseph Kleffe, Gastwirt; Emil Müller, Gastwirt, Flieden. AIS Stellvertreter wurden gewählt: Gustav Müller, Kaufmann; Adolf Fleischmann, Schlossermeister; August Köhler, Mctzgermeister; M. Budenz, Schuhmachermeister; Joseph Hasenpflug, Bäckermeister; Ph. Walter-Dipperz; Fried. Herrmann, Installateur; Balthasar Witzel, Gastwirt, Horas; Ulbrich-Salzschlirf.
'+ Das Herz-Jesu-Heim der Barmherzigen Brüder bildet heute eine Zier des Stadtbildes am Frauenberg. Es steht da als stattliches Denkmal fürsorglicher Liebe für die Aermsten der Armen, als ein stolzes Wahrzeichen werktätiger Nächstenliebe. Unter gro- ßen Opfern ins Leben gerufen, ist die Anstalt im Hinblick auf ihre zu erhoffende Zukunft groß gebaut und für eine bedeutende Zahl eingerichtet worden, die in den ersten Jahren noch nicht erreicht werden kann. Erst in letzter Zeit ist ja Interesse und Verständnis für diesen Zweig charitativer Betätigung erwacht, es bedarf einer gewissen Zeit, bis die Erienntnis der Wichtigkeit der Krüppelfürsorge, besonders aber tter planmäßigen ärztlichen Behandlung in allen Kreisen der Bevölkerung Boden gefaßt hat. Trotzdem hat unser Herz-Jesu-Heim in der kurzen Zeit seiner Bestehens schon eine beachtenswerte Tätigkeit entfaltet und Dank seiner vorzüglichen Leitung in der Behandlung und praktischen Beschäftigung von Krüppeln sehr gute Erfolge erzielt. Ohne Unterschied der Kon- fession wird allen liebevolle Verpflegung und Fürsorge zuteil, die musterhafte Einrichtung für Bäder aller Art, medico-mechanische Behandlung, Röntgen- Apparat steht auch sür Nichtinsassen der Anstalt nach ärztlicher Anweisung zur Verfügung. Eine Abtei- lung für Genesende und Erholungsbedürftige ist eingerichtet, die auch Krankenkassen und Berufsgenossenschaften für ihre Schutzbefohlenen zur schnelleren Erlangung der Erwerbsfähigkeit nützen soll- Der noch verfügbare Platz dient zur Aufnahme von Pensionären. Man kann sich denken, daß die Anstalt in diesen ersten Jahren ihres Bestehens mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und ihre große Lasten ohne Wie werktätige Hilfe edler Menschenfreunde nicht tragen kann. Darum sei die vom Oberpräsidenten sür Anfang November genehmigte Kollekte dem Wohlwollen aller aufs Wärmste empfohlen.
krc. Urber die Beschäftigung von Lehrlingen über die gesetzlich zulässige Arbeitszeit hinaus hat jetzt in höchster Instanz das Kammergericht eine sür Lehrherren beachtliche Entscheidung getroffen. In einem Betriebe mit mehr als 10 Arbeitern war ein Lehrling unter 16 Jahren nach Beendigung der 10- stündigen Arbeitszeit noch Stunde damit beschäftigt worden, den Arbeitsraum aufzuräumen, wie das üblich ist. Der Lehrherr hatte sich wegen Uebertretung des § 135 der Gewerbeordnung zu verantworten. Das Schöffengericht und die Strafkammer sprachen ihn mit Rücksicht darauf frei, daß er durch ein Formular der Handwerkskammer, auf dem der Lehrvertrag abgeschlossen war, in den Glauben versetzt worden war, der Lehrling habe die Verpflichtung,' aufzuräuw.cn, noch nach Ablauf der lOslüudigen Arbeitszeit. Ihm habe das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit gefehlt. Das Kammergericht hob jedoch das Urteil der Strafkammer auf und verurteilte den Angeklagten zu der niedrigsten zulässigen Geld- strafe. In dem § 135 heiße cs: .Junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren dürfen . . . nicht länger als 10 Stunden beschäftigt werden." Das Auf- räumen sei eine Nebenbeschäftigung, die zum Betrieb gehöre, und deshalb eine Beschäftigung im Sinne des § 135, die nach Beendigung der Arbeitszeit vom Lehrling nicht mehr gefordert werden dürfe. Daß der Angeklagte durch die unrichtige Ansicht der Handwerkskammer in einen Irrtum versetzt worden sei, könne ihn, da das ein strafrechtlicher Irrtum sei, nicht von der Strafe befreien. Aber dec Senat habe mit Rücksicht darauf die niedrigste Strafe festgesetzt. (Uit. des I. Straff, v. 30. Okt. 1913.)
* Die Herbstkontrollversammlnnzen nehmen morgen vormittag hier ihren Anfang
△ Ein Schwindelmanöver. Die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung'schreibt: In den letzten Monaten hat eine Pariser Firma des Französischen nicht mächtige Geschäftsleute dadurch mehrfach geschädigt, daß sie durch Reisende unter schwindelhaften An
Zul-aer Zeitung.
Dienstag <. November MS.
preisungen veranlaßt«, angeblich zum kommissionsweisen Verkauf ein Lager von Spiralbohrern oder auch Weinen zu übernehmen. Die dabei zur Unterschrift vorgelegten, zum größten Teil in französischer Sprache abgefaßlen Bestellscheine enthielten aber entgegen der mündlichen Abmachung die ausdrückliche Verpflichtung des Unterzeichnenden, die Ware, die sich übrigens nachträglich auch noch als minderwertig herauSstellte, für eigene feste Rechnung abzunehmen. Ferner ließen sich die Reisenden, angeblich zur Sicherung der vertraglichen Abmachungen, Wechsel (Blanko-Akzepte) ausstellen, die dann abredewidrig in Verkehr gesetzt wurden. Vor den Schwindlern wird dringend gewarnt; es empfiehlt sich, bei ihrem Auftauchen schleunigst die Polizeibehörde oder Staatsanwaltschaft zu benachrichtigen.
X*i Schöffengericht. Der 38 jährige Schachtmeifler H. K. hier hatte sich heule wegen Körperverletzung zu verantworten. Am 9. August d. IS. hatte er beim BahnhofSerweiterungSbau den Schmied H. K. von Rommerz mit einer ungefähr 4 cm breiten Latte derart einen Schlag über die Hand gegeben, daß der Geschlagene 3 Wochen arbeitsunfähig war. Der Amtsanwalt beantragte für diese brutale Handlungsweise 2 Monate Gefängnis, bä* Gericht billigte dem K. mildernde Umstände zu und verurteilte ihn nur zu einer Gefänanisstrafe von 14 Tagen.
□ Ei« Fahnenflüchtiger von der 11. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 79 in Hildesheim wurde gestern nachmittag, als er hier dem von Gießen kommenden Zuge entstieg, f e st g e n o m m e n. Er trug Zivilkleider. An seiner Militärhose, die innen die Nummer des Regiments und der Kompagnie trug, hatten er die roten Biesen geschwärzt. Er wurde dem Regiment wieder zugesührt.
§ „Falsch gespielt." Gestern abend gegen 7 Uhr wurde ein Reisender Sch-, hier wohnhaft, aus einer Wirtschaft von Gästen an die Luft gesetzt. Hierbei schrie er ununterbrochen „Ihr habt falsch gespielt" und dergl. mehr. Wie wir erfahren, ist in der Wirtschaft „Mauscheln" gespielt worden. Sch- will hierbei einen größeren Geldbetrag eingebüßt haben. Die Angelegenheit beschäftigt die Polizei.
EE Zn Polizeigewahtsam wurde gestern nachmittag 4 Uhr der Erdarbeiter E. von hier genommen. Er hatte fortgesetzt vor einer Wirtschaft in der Königstraße Passanten belästigt; auch dem ihn abführenden Schutzmann leistete er Widerstand und beleidigte ihn durch Redensarten.
△ Skandalmacher, 4 an der Zahl, wurden heute nacht zur Polizeiwache gebracht.
Amt Geisa und Umgebung.
* Geisa, 4. November 1913. Hier ist eine ärztliche Säuglingsberatungstelle begründet worden. Die ärztliche Beratung der Säuglinge wird den Eltern unentgeltlich dargeboten. Herr Dr. meb. Ackermann, ber auch schon die unlängst begründete ärztliche Beratungsstelle in Buttlar berät, hat in banfenSroerter Weise nunmehr auch biejenige in Geisa übernommen. Die Eröffnung erfolgt ben 9. Nov. b. I.
* Zella a. b. Felbabahn, 3. Nov. 1913. Die von ber Lanbwirtschaftskammer bes Großherzogtums an« geoxbueten besonderen Düngungsversuche werden gegenwärtig in Angriff genommen. ES sind sowohl an dem in der Nähe von hier belegenen „Diückenhof", alS auch am sogen. „Ritzenstein" zwei Versuchsflächen angelegt, von denen beide aus 4 je */♦ großen Morgen Parzellen besteht. AlS Düngemittel kommen Over- rohner Aetzkalk, Kainit und Thomasmehl zur Verwendung. Um zu vermeiden, daß dir VersuchS- parzellen im Frühjahr beweibet werben, ist eine Umzäunung ber VersuchSflächcn in Aussicht genommen. Die nicht unerheblichen Kosten trägt bi« Landwirt- fchastSkammer. Die gesamten Versuche leitet bet Direktor ber Landwirtschaftlichen Winterschule in Marksuhl, Dr. Landbeck.
* Dorndorf (Rhön), 3. Nov. 1913. Ein recht bedauerlicher Unglü ckSfall ereignete sich auf hiesigem Bahnhofe. Mit dem Zuge, der um */«10 Uhr die Station paffiert, kam auck ber Maschinenputzer Kirchner auS Vacha an. Um schneller zu seiner Arbeitsstätte, dem Maschinenschuppen zu gelangen, begab er sich anstatt auf den Bahnsteig, über bie Gleise. Als er eben ausgestiegen war, kam im gleichen Augenblick eine Rangiermaschine, die Kirchner von hinten erfaßte, ihn zu Boden warf und dem Bedauernswerten ein Bein vollständig abfuhr. Man brachte ihn mit dem 11 Uhr-Zug in da? Krankenhaus nach Meiningeiz. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Kirchner^ist Mitte 60er, er war 34 Jahre lang im Bahndienst tätig, darunter auch eine lange Reihe von Jahren an der vormaligen Feldabahn.
Aus Gberheffen u. den Hess. Aemtern.
△ Marburg, 2. Nov. 1913. DaS feit einiger Zeit ausgetauchte Projekt, eine Eisenbahnverbindung zwischen Marburg und Wildungen herzu- stellen, wird hier in Marburg sowohl rote in allen beteiligten Gemeinden, bie von ber Bahn berührt werden sollen, lebhaft besprochen. Wird doch dadurch der dem Bahnverkehr so fern liegende nordöstliche Teil deS Kreises Marburg, wie auch ein Teil deS Kreises Frankenberg, besonders die Burgwald- und Hainaer Gegend, erfchloffen. Schon im Interesse der Marburger Universität liegt eS, eine unmittelbare Verbindung mit dem LandeShospital Haina herzustellen. Alle von Süden kornmenven Reisenden, die nach Wildungen oder in das Gebiet ber Edertalsperre wollen, finden durch diese Bahn einen geraden, ungekürzten Weg, und durch die von ber Wildunger Sette aus betriebenen Bahnprojekte auch weiteren An- schluß. Auch der Güterverkehr dürfte nicht zu gering veranichlagt werden, führt doch die vorgeschlagene Bahnlinie allein auf preußischem Gebiet durch die vier großen Oberförstereien Bracht, Rosenthal, Haina-Ost und -West. Ferner würde die Eisen-, Küpser-, Ton- und Ziegelindustrie eine grüße Belebung erfahren. Besitzen doch die Firma Krupp- Effen und die Gewerkschaft Höchst-Wetzlar dort schon Gludenfelder. Da sich bas Marburger Lanbratsamt, bie städtischen Behörden und kommunale Vereine jetzt der Sache angenommen haben, dürsten bald weitere Schritte in ber Bahn frage erfolgen.
△ Marburg, 3. Nov 1913. In ber heutigen ersten Sitzung des Schwurgerichts wurde nach langer Verhandlung der wegen Amtsvergehen angelegte frühere Bahnhofsauifeher Götte aus Allen- dorf bei Kirchhain freigesprochen.
[:] Kirchhain, 3. Nov. 1913. Heute begann im Bahnhofs-Hotel hierselbst der angekündigte Kursus für Jugendpflege. Erschienen waren einige 30 Lehrer. Die Leitung lag in den Händen des Herrn Turnlehrers Fischer. Gegenstand der Versammlung waren Turnübungen nach ber „Anleitung zum Turn- leitfaben*
♦ Frankenbera, 4. Nov- 1913. Bei der Mitglte- herber] ammtung des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, die im August 191,1 hier in Frankenberg stattfand, wurde, angeregt durch die Ausstellung heimatlicher Altertümer im hiesigen Seminar, von vielen Seiten der Wunsch geäußert, daß diese Ausstellung zu einer ständigen Einrichtung werden möchte. Ein angemeffener Raum steht nun durch das Entgegenkommen der städtischen Behörden in dem neuerbauten Schulhause unserer Stadt zur Verfügung. Auch ist eine größere Anzahl wertvoller Gegenstände von freundlichen Gebern als Gundstock für die in Aussicht genommene Sammlung heimatlicher Altertümer gespendet worden/- Mit der Einrichtung des Raumes, der Aufstel- lung der Gegcnststände und dergleichen soll in den nächsten Tagen begonnen werden.
[:] Neustadt, 3. Nov. 1913. Die Personen- stands -Aufnahme im vergangenen Monat ergab eine ortSanwesende Bevölkerung von 2180 gegen 2168 int Vorjahre, mithin eine Zunahme von l2 Personen. Von diesen waren 659 männlich. 745 weiblich und 776 Kinder unter 14 Jahren. Die Viehzählung ergab 92 Pferde, 871 Stück Rindvieh, 377 Schafe, 860 Schweine und 236 Ziegen.
# Homberg (Este), 3. Nov. 1913. In unserer Stadt wird in diesem Herbste ein Vorbereitungs-Kursus auf die Meisterprüfung abgehalten, der am Mittwoch nachmittag eröffnet wird. — Kürzlich waren es 25 Jahre, fetlbem die Dienstmagd Marie Stemmler bei dem Gärtner W. Schade in Stellung ist. Aus diesem Anlaß und zur Anerkennung ihrer treuen Dienste wurde ihr von der Landwirtschafts-Kammer zu Kassel ein Ehrev-Diplom verliehen und von Herrn Landrat v. Gehren übergeben.
vermischtes.
* An ber Bahre des Gatten gestorben. Ein er* schlitternder Vorfall hat sich in der Totenhalle der Zeche „Zentrum" in Wattenscheid (Westfalen) zugetragen. Vor einigen Togen war auf dem Schacht I der genannten Zeche der 29 Jahre alte Steiger Muß durch Sturz in einen 60 Meter tiefen Schacht verunglückt. Die kränkliche Frau des Toten hatte sich die Erlaubnis ausgebeten, vor der Beerdigung noch einmal von der Leiche Abschied nehmen zu dürfen. Dem Wunsche wurde stattgegeben. Als sie wenige Augenblicke an der Bahre verweilt hatte, brach sie plötzlich tot zusammen. Ein Herzschlag hatte dem Leben der 25 Jahre alten Frau ein Ende gemacht. Die beiden Gatten hinterlassen zwei unmündige Kinder.
* Aufdeckung einer Begräbnisstätte aus dep Bronzezeit. Bei den Erdarbeiten, die zur Herrichtung des Kaiser-Wilhelm-Parks in Kreseld vorgenommen werden, sind die Arbeiter auf Urnen gestoßen, die von Sachverständigen auf die jüngere Bronzezeit (etwa 800—1000 v. Ehr.) zurückgeführt werden. Diese Urnen enthalten Brand- und Knochenreste und sind nur teilweise erhalten, im übrigen aber durch Erdbruch und durch die Grabungsarbeiten schwer beschädigt worden. Offenbar handelt es sich um Reste einer vorgeschichtlichen Begräbnisstätte. Die weiteren Abtragungen sollen sehr vorsichtig erfolgen, um etwaige weitere Funde zu sichern.
* Ein Wiederaufnahmeverfahren. Der interessante Fall, daß G e s ch w o r e n e, die in einem Strafprozeß vor sechs Jahren das Schuldig ausgesprochen haben, jetzt das Wiederaufnahmeverfahren des Prozesses beantragen, wird aus Elberfeld gemeldet: Im Sommer 1907 wurde die Witwe Hamm aus Flandersbach. in der Nähe von Elberfeld wegen Beihilfe bei der Ermordung ihres Mannes, des Landwirtes Hamm, zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Mörder selbst blieb unermittelt. Vor einem halben Jahre wurden neue Ermittelungen angestellt, in deren Verlauf sowohl Polizeirat Braun wie auch der Chemiker Dr. Brüning von der Chemischen Untersuchungsanstalt von entgegengesetzten Gesichtspunkten aus zu der Entdeckung kamen, daß der getötete Hamm daS Opfer eines von ihm gestellten und sich zur Wehr setzenden Einbrechers geworden ist. Nunmehr haben die Geschworenen, die damals das „Schuldig" aus- sprachen, eine Eingabe an den Ersten Staatsanwalt in Elberfeld gerichtet, in der sie ihn ersuchen, das Wiederaufnahmeverfahren zu beantragen.
♦ Fünf Kilometer Bahnhof. Bn Trier, zwischen Ehrgng und Biewer, wird ein Riesengüterbahnhof angelegt. Er wird eine Länge von 5 Kilometern und eine Breite von 700 Metern erhalten. Es werden 70 neue Gleise angelegt; zwei Unterführungen von 180 und 190 Meter Länge sind er« forderlich. Der Bahnhof ist notwendig geworden durch den gesteigerte» Güterverkehr zwischen dem rheinisch-westfälischen Industriegebiet und dem der Saar.
* Teckeneinsturz. Bei einer Festvorstellung in der Philharmonie des staliensichen Städtchens Prato gab das schwach konstruierte Gebälk mit einem Male nach, und die Decke stürzte unter donnerähnlichem Krachen ein. Von den etwa 200 Anwesenden sind an 100 verwundet, darunter 15 schwer.
* Ei« schreckliches Automobilungliick trug sich auf ber Chaussee von Baudour (Belgien) zu. Ein Kraftwagen, geführt von einem Jnbustriellen in Mons tarn mit großer Geschwindigkeit auf der Chaussee daher, als gerade bie Klasse einer Mädchenschule, geführt von zwei Lehrerinnen^ bie Straße überschreiten wollte. Din meisten Kindern gelang eS, vor dem Auto über di- Chaussee zu kommen; nur ein Kmd kam in Gefahr. Um diesem auSzuweichen, gab ber Chauffeur seinem Wagen eine schnelle Wendung und fuhr oadurch in bie auf dem Fußwege gehenden Kinber hinein. Zwei wurden lebensgefährlich, viele andere leichter rnrletzt. Das Auto stürzte in ben Graben. Der Besitzer hob man mit eingedrückter, Brust auf und brachte ihn bewußtlos in ein Hospital ebenso die ickwerverletzten Kinder.
* Umsarvzreicher Schmuggel. Bei I or körn i e z in der Nähe von Sosnowice in Russisch-Polen wurde das Warenlager einer Schmugglergesellschaft entdeckt. Es enthielt Seidenstoffe, Uhren u. a. im Werte von 90 000 Mark. Die Waren wurden beschlagnahmt.
* Der große Erfinder Edison, ist, wie aus New- hork gemeldet wird, seit einigen Tagen erkrankt. Man schreibt die Krankheit Ueberarbeitung zu. Edison steht im 67. Lebensjahre.
Handel und Invnstrie.
,j Berlin, 3. Nov. 1913. Es fehlt an. der Börse zwar nicht an reichlichem Angebot von Wertpapieren, aber zu den niedrigen Preisen findet die Ware willig Unterkunft, und schließlich führt der Deckungsbedarf der Leerverkäufer zu einer merklichen Erholung der Kurse. Von einer einheitlichen Tendenz kann aller
dings keine Rede fein. Den Ausschlag für die Bi r- senrichtung wird die Gestaltung des Geldmarktes geben, den man einstweilen etwas freundlicher bi - urteilt. Privatdiskont unverändert 4% Prozen.t
Märkte.
* Frankfurter Getreibemarltbericht vom 3. Nov. 1913 Am heutigen Markt waren die Preise gegen bie Vorwoche abgeschwächt. Zu den Bedingungen ber süddeutschen Mühlen ist Weizen kaum offeriert und leichtere Qual,täten sind nur im Gegengeschäft gegen Mehl zu verkaufen. Auch Roggen und ®erfte sind äußerst ruhig. Hafer flau und wegen der Verschiedenartigkeit der Qualitäten fortwährend beanstandet. Mais matt. Mehl fest. Futterartikel unverändert. — Es notierten ;e nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetterauer 19 00 bis 19.25 Mark, aas dem Lande abgeholt 18.50 bis 18.60 Mark, kurhessischer 19.10-19.25 Mark, norddeutscher 19.20-19.35 Mark, Manitoba 22.50 bis 23.00 M., Kansas 22.40—22.90 M., russischer Nicolaieff 22.25-22.75 Mark, Saxonska 22.50—23.00 Mark, Ulka 22.00-22.50 Mark, Aztma 23.25-22.76 M., La Plata 22.50—23.25 Mark, rumän. 22.75—23.00 Mark, Samara 22.50-23.00 M. — Roggen: luesiger, 16M dir 16.25 M., auf dem Lande abgeholk 15.40—15.50 M., kurhessischer 16.10-16.25 Mk., nordd. 16.90-17 10 Mk., russischer 17.50-18.00 M., Amerikaner 00.00—00.00 M„ Walla Walla 00.00-00.00M. — Perlte: bteftge 17.0a bis 17.35 Mark, Pfälzer 17.25-17.75 M., fränkische 17.25-17.50 M., Riedgerste 17.15-17.50 M., ungarische 24.00-24.50 M.-Ha,er: hies. u. Wetterauer 16 2o bis 17.00 M., kurhess. 16.50-17.25 M., bayer. 16.75-17.2o M„ La Plata 17.00 — 17.50 M-, russischer 18.o0—18.<o Mark. - Mais sMixedj 14.75-14.85 Mark, Donau- mais 14.50-14.70 M-, La Plata 14.40—14.60 Mark, Cinqantin 18.50-19.00 M-, russischer 00.00—00.00 Mark. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko wer.— Mehl: fest. — Es notieren nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 30.75—31.M Mark, fudd. Nr. 0 00.00-00.00 M., hiesiges Nr. 1 28.75 -29.00 M., süddeutsches Nr. 1 00.00 - 00.00 M., hiesiges Nr. 3 26.75-26.00 M., süddeutsches Nr. 3 00.00—00.00 M., hiesiges Nr. 4 21.75-22.00 Mark, süddeutsches Nr. 4 00.00 - 00.00 M. — Roggen mehl, hiesiges, Ütr. 0 2o.00 bis 25.50 M., do. Nr. 01 24.00—24 50 M., do. Nr. 1 23.00—23.50 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sa« lokohier. —Futterartikel: unverändert. Weizenschalen 9.75-10.00 Mk., Weizenkleie 9.00-9.25 Mark, Roggenkleie 10.90-11.15 M., Weizen - Futtermehl 14.00 bt5 14.50 M., Biertreber, getrocknet, 12.75—13.00 M., Malz- keime 11.75—12.00 M„ Rapskuchen 13.50—14.00 Mk., Palmkuchen 14.75-15.00 Mark, Futtergerste 13.50 bis 13.75 Mark. Weizenschale und Weizenklete tnklustv Sack. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier bei Abnahme von 10000 Kilo. . t , ,,
* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarit« preise vom 3. November 1913. Preise für 1 Rentner, Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes 1. im Alter von 4-7 Jahren (Lebendgewichts 50—55 Mark, (Schlachtgewicht) 91 bis 96 Mark, 2. die noch nicht gezogen haben (vngeiocht) Lebendgewicht) 00 - 00 M., (Schlachtgewicht) 00-00 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete (Lebendgew.) 47—50 M., (Schlachtg.) 85—91 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 44-46 M., 'Schlachtgew.) 81-8o Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.) — a)(., (Schlachtgew.) — M. 8. Bullen: a. vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes (Lebendgewichts 48—50 Mark, (Schlachtgewicht) 80—83 Mark, b. voüiletschige jüngere (Lebendgewicht) 43—46 Mar», (Schlachtgew.) 74-80 M., c. mäßig genährte lungere und gut genährte ältere (Lebendgewicht) 00 00 Marr. Schlachtgewicht! 00-00 Mark. C. Färsen und Kühe: a. vollfleischlge, ausgemästete Färsen höchswn Schlachtwertes (Lebendgewicht) 48—50 Mark, (Schlachtgewicht! 86-90 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgew., 46-50 M., (Schlachtgew.) 86-89 M., c. 1) roentggut entwickelte Färsen (Lebendgero.) 43—47 M-, (Schlachtg.) 83—90 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe uno roentg gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew. i 41—4a (Schlachtgew.) 76—84 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Äbendg.) 33—40 M., (Schlachtgew.) 66—80 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 25—31 Mark, (Schlachtgew.) 57—70 M. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) 00-00 M., (Schlachtg.) 00-00 Mark. Kälber: ». Doppelender feinste Mast (Lebendgew.) 00-00 Mk., (Schlachtgewicht) 00—00 Mk. b. fernste Mastkälber (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlacht«, gewicht) 00—00 M., c. mittlere Mast« und beste Saugkälber (Lebendgew.) 60-65 M., (Schlachtg.) 102-110 M., d. geringere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgewicht) 55-58 (Schlachtgew.) 93-98 M., e) geringe Saug, kälber (Lebendgewicht) 00- 00 Mark, (Schlachtgewicht. 00—00 Mark. Schafe: A. Weidemastschafe: a. Mast- lämmer und Masthämmel (Lebendgewicht) 45—46 Mark, (Schlachtgewicht) 94-95 M., b. geringere Masthämmel und Schafe (Lebendgewicht) 00— Mark, (Schlachtgewicht 00— Mark B. mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschase) (Lebmdgewicht) 0-0 Mark, (Schlachtgewicht) 00— Mark. Schweine: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 60—63 Mark, (Schlachtgewicht) 78-80 Mark, b. vollfleischige Schwetne- bis 80 kg Lebendgewicht (Lebendgewicht) 62—00 Mark, (Schlachtgew., 77-80 Mark, c. vollfletschige Schweine von 100—120 kg Lebendgew. (Lebendgew.) 60—63 M., (Schlachtgew.) 78—80 Mark, d. vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht (Lebendgewicht! 60 bis 63 Mark, (Schlachtgewicht) 78 bis 80 Mark, e. Fettschweine über 160 kg Lebendgewicht (Lebendgewicht) 0-0 Mark, (kchlachtgwicht) 0-0 Mark, t. unreine Sauen unb geschnittene Eder (Lebendgew.^ 00 -00 M., (Schlachtgewicht) 00-00 M. — Von den Schweinen wurden am 3. November verkauft: a. Lbdgew. zum Preise von 66*/, M. 0 Stück, von 66 M. 00 öturf, 65V, M. 00 Stück, von 65 M. 8 Stück, von 64 V, 'M. 1 Stück, von 64 M. 19 Stück, von 63V, Di. 34 Stück, von 63 M. 145 Stück, von 62V, M. 134 Stück, von 62 M, 22 Stück, von 61V, M. 38 Stück, von 61 M. 60 Stuck, von 60V, Alk. 10 St., von 60 Mk. 69 Stück, von 59 Mr. 14 Stück, von 58 Mark 8 Stück. — b. Schlachtgewicht zum Preise von 86 M. 0 Stück, von 85 M. 0 Sluck, von 84 Mark 00 Stück, von 83 M. 1 Stuck von 82V, M. 0 Stück, von 82 M. 5 Stück, von 81V: M. 0 Stück, vön 81 M. 186 Stück, von 80'/, M. 0 Stuck, von 80 M «66 Stück, von .9 M. 299 Stück, von 78*i, M. 4 St., von- 78 Ai. 291 Stück, von 77'/, M. 00 Stück, von 77 Mark 62 Stück, von 76'/, Mk. 40 Stück, von 76 M. 83 Stück, von 75 Mark 22 Stück, von 73 Mark 36 Stuck, von 72 M. 5 Stück, von 71 Mk. 17 Stück, von 69 Mk. 2 Stück. — Marktverkauf: Am Rinder-, Kälber- und Schweinemarkt gedrückter, am Schafmarkt ruhiger Handel. Rinder und Schweine hinterlassen Ueberstand.
Jm Zeitalter des Verkehrs
fühlen silli unzählige Menschen matt unt> elend, sie haben ein vleiches, blutleere» Aussehen, sie fühlen sich erregt, leiden an allen müg- lichen Unbehaglichkeiten und wissen nicht, woher dieses komm! Der behandelnde Arzt stillt in den meisten Fällen seine Diagnose sofort auf schlechte Heschaifenheit de« Hinte» und sorgt vor allen Dingen dafür, dah das Blut wieder in normalen Zustand kommt, bau demselben die ihm unbedingt notwendigen roten ^Intkörperdjen zugesührt werden, wodurch nicht allein bat Allgemeinbefinden ein gute» wird, sondern and, die »lernen gekriisiigt nnt> geparkt werden.
Hierfür ist dar ntn.rhilTiBÖe Präparat da; geriferrin, eilte Verbindung von Odo-Lecitdin mit Eisen, bei welchem schon nach Gebrauch von wenigen Lagen sich ein norrirglicher CHnflttfl auf den ganten Grsanisurna berterkltar enacht. Leciferri: kräftigt ansierardentl'.ch schnell den KSrpex, rigt den Geist durch seinen Ivod!tue.»den Einfluß an, hebt den Appetit und dürfte ir ktinem Hauihalte'fehlem
Preis der Flasche Ml. 3.—. Man achte beim Einkauf genau aus dar Wort „Leeiferrin". In Apotheken, gan; sicher von: Auf-Apotheke. LSmen-Apotheke und Engel-Apotheke in Kni da. 20.