2. Blutt.
Btud ter kalheer HctientTneerti in 5u!»a.
* ZuWaer Zeitung.
Dienstag 28. Gktober 19(3.
Lokales.
Fulda, 28. Oktober 1913.
* Personalien. Regierung-asscssor Bömke, der seit längerer Zeit bei der Präsidialabteitung der kgl. Regierung in Kassel tätig ist, wurve zum Regierungs- rat bejöidert. — ren Rentmeistern Wielers in Elchwege (früher in Fulda) und Fasbender in Cochem wurde der Charakter als Rechnungsrat verliehen.
□ Zur amtlichen Lehrerkonfercnz, welche gestern nachmittag 314 Uhr unter dem Vorsitze des Herrn Kreisschulinspektors Wulf im Saale des karhol. Gesellenhauses dahier abgehalten wurde, hatten sich etwa 25 Lokalschulinspekioren, 120 Lehrer und 70 Lchrerinnen eingefunden. Nach herzlicher Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden wurden die Verhandlungen mit dem mächtig erschallenden Choral „Komm hl. Geist" eingeleitet und mit einem längeren, sehr ansprechenden Vorträge des Herrn Rektors K o l l e- Fulda über das „Taktschreiben", welches als ein vorzügliches Mittel zur Erzielung einer deutlichen, sauberen und gewandten Handschrist zu empfehlen sei, begonnen. Auf Grund der täglichen Erfahrung in der Schule und gestützt auf diesbezügliche Ausführungen der Werke hervorragender Pädagogen — wie Kellner, Diesterweg und Dietlein — konnte Redner überzeugend Nachweisen, daß diese Hebungen geeignet seien, den Schreibunterricht zu einem Gesamtunterricht zu gestalten, die Kinder vor gedankenlosem Nachmalen zu bewahren, dieselben anzuleiten, Flüchtigkeitsfehler zu beachten und zu vermeiden, Disziplinhaltung zu erleichtern und endlich die Leistungen im Schreiben möglichst schnell zu fördern. In methodischer Hinsicht möchte der Vortragende jedem Lehrer möglichste Freiheit zugebilligt wissen, glaubt es aber als unerläßliche Bedingung bezeichnen zu müssen, daß an mehrklassigen Schulen durch Kollegiumsbeschluß nur eine einzige Methode und ein einheitlicher Normal-Duktus festgesetzt und eingeführt werde. Lebhafter Beifall und der Dank des Vorsitzenden wurden dem Redner für seine trefflichen Ausfühungen zuteil. An der sich anschließenden Diskussion beteiligten sich die Herren Pfarrer Hausmann-Horas, Lehrer Both-Fulda und Professor Bonderau-Fulda. Darauf machte Herr Lehrer Peter Schmitt- Fulda unter dem Titel „Gefährdung der menschlichen Gesundheit und des Lebens durch die Schuljugend" die Versammlung mit den einschlägigen behördlichen Verfügungen bekannt. Im Anschlüsse daran gab er Mittel und Wege an, durch welche die .Schuljugend von der Gefährdung von Verkehrseinrichtungen, wie Eisenbahnen, Autos, Fernsprechleitungen und dergl. abzubringen, von dem gefährlichen Gebrauch von Feuer und Schußwaffen abzuhalten sei; ferner, wie die Schule sich bei ansteckenden Krankheiten der Schüler zu verhalten habe; außerdem, in welcher Weise sich die Schule an dem Kampfe gegen den der Jugend drohenden Alkoholis- mus beteiligen könne. Beim letztgenannten Punkt empfahl Referent die Einführung des Schutzenqel- bundes, eines Teilvereins des Katholischen Mäßigkeitsbundes Deutschlands. Der Schutzengelbund zählt gegenwärtig über 30 000 Mitglieder, darunter 1200 in Fulda. Er ist ein Abstinenzverein für Kinder, die sich mit Einwilligung ihrer Eltern verpflichten, bis zum 14. Lebensjahre keine alkoholischen Getränke zu genießen. Auch diesem Redner wurde allgemeiner Beifall gezollt. Alsdann wurden die neueren amtlichen Erlasse bekanntgegeben und insbesondere auf die Teilnahme der Herren Kapläne an der Erteilung und Ueberwachung des Religionsunterrichtes, sowie ihrer event. Zugehöriakeit zum Lehrerkollegium hingewiesen. Mit einem Rückblick auf die großen Ereignisse unserer vaterländischen Geschichte, deren Gedenkfeier im weiten deutschen Lande in diesen Tagen begangen wurde, und einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Landesherrn schloß der Vorsitzende gegen halb 6 Uhr die Versammlung.
*— Der Dank der Kaiserin. Aus dem Kabinett Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin ist auf die diesjährige Glückwunschdcpesche zum Allerhöchsten Geburtstage folgendes Dankschreiben der hiesigen Kriegersanitätskolonne vom Roten Kreuz zugegangen: »Ihre Majestät die Kaiserin und Königin lassen für die zu Allerhöchstihrem Geburtstage übermittelten freundlichen Wünsche herzlich danken. Im Allerhöchsten Auftrage: gez. Spitzenberg."
** Geburtenrückgang. In der neuesten Veröffentlichung der Görresgesellschaft, „Beiträge zur Dioralstatisük" betitelt, hat der bekannte National- ökonom Dr. Hans Rost hochinteressantes statistisches Material u. a. auch über den anhaltenden Geburtenrückgang, „das bedeutendste Ereignis im inneren Leben des deutschen Volkes" (S. 2) mit großem Fleiße zusammengetragen. Wir erfahren da, daß z. B. i m ganzen deutschen Reich der Rückgang von 1871 bis 1910 fast ein Drittel beträgt. Es entfielen nämlich auflOOOEinwohner 1870/75 jährlich 43,4 Geburten, 1901/05 jährlich 37,0 Geburten, 1910 30,7 (!) Geburten. Viel zu denken oibt der Rückgang in den Großstädten. So hatten beispielsweise auf je 1000 Einwohner Berlin in den Jahren 1871/80 43,6 Geburten, in den Jahren 1901/09 nur 25,0, Hamburg 39,8 gegen 26,5, Frankfurt a M 32,2 gegen 28,5, Wiesbaden 36,8 gegen 24,9, Kassel 34,8 gegen 27,9. Von einer größeren Anzahl deutscher Städte finden wir die Verhältniszahlen nur für den Zeitraum 1901/09. So hatten in diesen Jahren auf je 1000 Einwohner Würzburg 29,7 Geburten, Münster 30,2, Offenbach 33,3, Köln 36,6, Essen 40,8. Und Fulda?! Wir finden es nicht in der angeführten Schrift. Jedoch hat unterm 2. Juli 1913 die „Fuldaer Zeitung" eine Aufstellung über die hiesigen Verhältnisse gebracht, auf die wir verweisen und aus der wir zunr Vergleiche folgende Zahlen entnehmen: Es kamen auf 1000 Einwohner: tm Jahre 1880 33,4 Geburten, im Jahre 1909 27,4 Geburten und im Jahre 1912 23,7 Geburten. Fulda blieb damit stets weit unter dem Reichs-Durchschnitt! Die Verhältniszahlen geben umso mehr zu denken, als es sich bei unsrer Stadt nicht um eine moderne Großstadt mit sehr gemischter Bevölkerung, sond-rn um eine überwiegend katholische
kleinere Stadt handelt: katholische Städte Pflegen, wie Dr. Rost im Verlauf seiner Untersuchung feststellt, die günstigeren Zahlen aufzuweisen. Wir glauben, daß da nur eines wirksam helfen kann: R ü ck k e h r zu den glaubensfrohen und v P f e r m u t i- g e n Sitten unsrer Väter, Erziehung unsrer Jugend zu Gottesfurcht und wcllens- st a r k e r K e u s ch h e i t. Dr. M
(!) Heute vor hundert Jahren, in den Vormittagsstunden des 28. Okt. 1813, ritt Napoleon auf dem Rückzüge von Leipzig durch unsere Stadt. Tie vorhergehende Nacht hatte er in Hünfeld zugebracht, wo er bei dem Disiriktsmaire Linck im ehemaligen Stistsgebäude, dem jetzigen Gastbaus „zum grünen Baum" übernachtete. Die wohldisziplinierten Garde- truppen begleiteten den Kaiser, von welchem Spitalspfarrer Ney, der jenen Augenblick mit erlebte, sagt: Da sah ick einen Helden auf seinem Schimmel im grauen Rocke und kleinem Hute, stolz um sich blickend, nichts von Leiden verratend, unsere Stadt betreten. Napoleon zog weiter über Schlüchtern, Salmünster und Gelnhauien. Bei Hanau trat ihm dann der bayeriiche General Wrede entgegen und in der Schlacht bei Hanau bewies am 30. Okt. der große Korse zum letzten Male auf deutschem Boden, daß in der Kunst der Schlachtenlenker niemand ihm ebenbürtig war.
L Volkswirtschaftlicher Kursus. Der Schutzverbaud für deutschen Grundbesitz hält, wie aus einer An- zeige in unserer heutigen Nummer ersichtlich ist, vom 12. bis 15. November in der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin einen volkswirtschaftlichen Kursus ab, zu dem den Mitgliedern des hiesigen Grund- und Hausbesitzervereins Freikarten zur Verfügung gestellt werden. Der Plan der Veranstaltung weist 17 Vorträge auf, wobei Namen berühmter Redner vertreten sind. Wir erwähnen nur Prof, van der Borght „Wesen und Auf. aben der Besteuerung", Prof. Andreas Vogt „Das Wesen der Bodenrente", Prof. Bredt „Begriff und Tragweite des Grundeigentums", Steinmann-Buche „Volksvermögen und Einkommen", Landtagsabgeordneter Fleuster „Grundsätze der kommunalen Finanzpolitik", Rechtsanwalt Dr. Wirtz „Städtische Grundsiucis- politik und ihr Interesse für die Allgemeinheit", Generalsekretär Diefke „Grundwertsteuer und Haus- befitz", Landrichter Dannenbaum „Das deutsche Hypothekenbankwesen" Graf Anton von Spee „Ertrags- ober Wertbesteuerung?" Kommerzienrat Haberland „Die bauliche Entwicklung der Städte, der Einfluß des Privatkapitals auf diese Entwicklung und die Rechtslage der Grundbesitzer gegenüber dem Staat und den Gemeinden", Dr. Schiele „Die Wohnungsreform der Zukunft".
X Aus Waldarbeiterkreisen wird uns geschrieben: In den letzten Monaten niacht sich auch unter den Waldarbeitern der Rhön das Bestreben geltend, ihre Löhne den heutigen Zeitverhältnissen anzupassen. Um nun diese Bestrebungen zu unterstützen und an maßgebender Stelle zu vertreten, hat der Zentra l- verband der Forst-, Land- und Weinbergsarbeiter einen größeren Teil der Holzhauer organisiert. Am letzten Sonntag fanden nun Versammlung der Waldarbeiter in Großenbach und Dammersbach statt, in denen der Verbandssekretär Sauer aus Mainz referierte. Die Arbeiter der Oberförsterei Mackenzell, zu denen beide Ortschaften gehören, hatten schon voriges Jahr eine Eingabe an ihre vorgesetzte Behörde gemacht und um Erhöhung ihrer unzureichenden Löhne gebeten. Diese Eingabe wurde abschlägig beschieden mit der Begründung, daß mitten in der Fällungsperiode eine Erhöhung der Löhne nicht möglich sei. Auf ein weiteres Schreiben vom 4. Februar ist bis heute noch keine Antwort erfolgt. Die Arbeiter haben nun in beiden Versammlungen einstimmig beschlossen, nicht früher mit der Holzhauerarbeit zu beginnen, bis zwischen ihnen und der vorgesetzten Behörde eine Regelung der Lohnverhältnisse stattgefunden hat. Manche' Mißstände können mit leichter Mühe abgestellt werden. Bei Treibjagden müffen z. B. von jeder Rotte einzelne Arbeiter mithelfen für eine Vergütung für nur 1 Mk., trotzdem der übliche Tagelohn 2,50 Mk. beträgt. Gerne und freudig tun die Waldarbeiter chre Pflicht. Sie hoffen aber von ihren Vorgesetzten auch auf ein Entgegenkommen und auf Besserung ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage.
k' Rückgang der Fleischpreise. Die Kleinhandelspreise für Fleisch im Durchschnitte des preußischen Staates sind im Monat September nicht unerheblich niedriger gewesen als im September des Jahres vorher. Insbesondere ist der Durchschnittspreis für das Kilogramm Rindfleisch um etwa 11 Psg., der für das Kilogramm Schweinefleisch um fast 10 Pfg. gesunken
A Der Maler P. Schmiegelow, der manches reizende Panorama unserer Rhön bildlich festgehalten hat, deren Kopien in Postkartensormat in alle Welt versendet werden, hat den ehrenvollen Auftrag erhalten, eine einjährige Studienreise durch Asien und Afrika zu unternehmen. P. Schmiegelow hat u. a. auch den Kopf der Monatszeitschrift „Die Rhön", des Organs des Rhönklubs, entworfen.
L- Die Lahmen vor dem Tome ließen gestern abend der Anregung des Eingesandt in unserer gestrigen Nummer entsprechend, ihr Licht leuchten zur Freude aller Miffionsbesucker. Heute früh zur ersten Miffstonspredigt um 51/« Uhr waren sie aber wieder in Finsternis gehüllt und nach Beendigung der Predigt (gegen 6 Uhr) war auch das Licht der beiden anderen Laternen verschwunden. Es wäre doch gut, wenn die betreffenden Laternen in dieser Miffions- woche bis um 6 Uhr angezündet blieben.
[] Frechheit. Ein auswärtiges, mit mehreren Per- fonen besetztes Automobil fuhr gestern abend die Pauluspromenade herab und lenkte dann plötzlich auf den Platz vor den Dom ein. Gerade verließen die Missionsteilnehmer die Kirche und leicht Kälte ein Unfall eintreten können, da auf dem für Fahrzeuge verbotenen Platze niemand auf das Erscheinen des Automobils gefaßt war. Die Nummer des Wagens ist festgestellt und damit die Ahndung der Uebertretung einer Polizeivo-schrist gewährleistet.
’SP Briefumschläge mit Reklame-Ausdruck. Briefumschläge werden auf der Rückseite neuerdings häufig
mit Reklame-Aufdruck versehen. Das Reichspostamt hat neuerdings ausdrücklich anerkannt, daß derartige Aufdrucke nicht zu beanstanden sind. Es muß allerdings am oberen Rande der Rückseite ein freier Raum in einer Breite von mindestens Sy2 Zentimeter vorgesehen sein.
;; Für Einjährige. Nachdem wir dieser Tage die Truppenieile des 11. Armeekorps (Kassel) namhaft gemacht bat en, die zum 1. Avril Einjährig-Freiwillige einstellen, seien nunmehr diejenigen Truppen im 18. Armeekorps (Wiesbaden) genannt, bei denen der Eintritt zum Ostertermine möglich ist. Es sind: Garnison Wiesbaden beim 1. und 2. Bataillon Füi.- Regts. v. Gersdorff (Kmb.)Nr. 80. Garnison Homburg v. d. H. beim 3. Bataillon genannten Regts. Garnison Darmstadt beim Leibgarde-Jnf.-Regimenl (I. Großherzogl. Hess.) Nr. 115 —hier nur für Stu- dierende der Technischen Hochschule Darmstadt. Garnison Gießen beim Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 — hier nur Studierende oer Universität Gießen. Garnison Worms. Inf.- Regt. Prinz Sari (4. Großherzogl. Hess.) Nr. 118.
L Wa8 nicht alles verloren wird! Nach einer amtlichen Bekanntmachung ist unter anöeren Dingen beim hiesigen Polizeibüro auch ein Kinderwagen als gesunden abgeliejert worden. Nur gut, daß der Verlierer erst das Kind heraus genommen hatte.
Ami Geisa und Umgebung.
(?) Geisa, 27. Okt. 1913. Die Handwerker- Vereinigung im Eisenacher Oberlande hielt hier gestern eine Versammlung ab, die Herr Körberich-Vacha als Vorsitzender leitete. Er machte die Mitteilung, daß Herr Goller-Vacha das Amt des Vorsitzenden niedergelegt habe. 18 Korporationen waren vertreten. Herr Körberich machte sodann über die im Juli 1914 in Vacha stattfindende Ausstellung für den 4. Verwaltungsbezirk nähere Mitteilungen und bat die Anwesenden, in ihren Korporationen dahin zu wirken, daß die Ausstellung zahlreich beschickt wird, damit einmal den breiteren Massen gezeigt werden kann, was Handel und Gewerbe im 4. Verwaltungsbezirk zu leisten vermögen. Er teilte mit, daß der Garantiefonds allein durch Zeichnungen in Vacha den Betrag von 4000 Mk. überschritten habe, außerdem seien aber auch schon feste Beiträge gezeichnet worden, so von der Baugewerken-Jnnung 100 Mk., von der Stadt Vacha 300 Mk., und von der Handwerkskammer ein fester Zuschuß von 500 Mk. Der Kostenvoranschlag schließt mit rund 12 000 Mk. ab. Die anwesenden Vertreter zeigten für den Garantiefonds wenig Jn- rrresse und man schlug vor, in den Vereinen und Korporationen dahin zu wirken, die Mitglieder für die Aitsstellung zu interessieren und die Aussteller event. finanziell zu unterstützen. Mehrfach wurde über die hohen Platzgebühren geklagt. Herr Körberich hielt dem aber gegenüber, daß diese Gebühren nur die reinen Selbstkosten darstellten, doch sei schon beschlossen, bei einem Ueberschnß diese Plahgebühr bis zu einem bestimmten Prozentsatz zurückzuvergüten. Es wurde auch der Wunsch ausgesprochen, doch denjenigen, die eine größere Fläche benötigen, Preisermäßigung zu gewähren. Als Eröffnungstag der Ausstellung wurde der 18. Juli 1914 vörgeschla- gen, mit dem sich die Anwesenden einverstanden erklärten. Bei der Wahl der Vorortes erhielt von 80 obneoebenen /Stimmzetteln Vacha 45 und Dermbach 33; 2 Stimmzettel -waren ungültig. Vacha wurde demnach zum Vorort wiedcrgewählt und nahmen die Vertreter die Wahl an. Hierauf hielt Herr Kröger-Vacha einen Vortrag über „Schutzgemeinschaft und Selbsthilfe". Alle Anwesenden zollten den Ausführungen lebhafte Anerkennung.
A Vacha, 27. Okt. 1913. Gestern abend gegen 3/dl Uhr brach in unserer Stadt Großfeuer aus, welches in etwa 1 Swnde zwei große mit Getreide vollgefüllte Scheunen in Asche legte. Untere Feuerwehr, welche wacker mit sieben Schlauchleitungen gegen das wütende Element ankampfte, gelang es gegen -'»1 Uhr jede weitere Gefahr zu beseitigen.
!! Buttlar, 27. Oktober 1913. In der in Vacha abgeba'tenen Bezirksausschußtitzung wurde die Beschwerde gegen die hier vorgenommene Bürgermeisterwahl anerkannt und die Wahl für ungültig erklärt.
Aus Gderheffen u- den Hess. Aemtern.
* Marburg, 27. Okt. 1913. In der juristischen Fakultät habilitiert sich Dr. jur. Friedrich Klausing mit einer Mittwoch, 29. Oktober, mittags 12 Uhr, im Hörsaal 25 des Universitätsgebäudes ftattft-benben Antrittsvorlesung über „Die geldsparenden Zahlungs- methodcn". — In hohem Alter ist hier Scilermeister Heinrich Gold aus dem Leben geschieden. Der Verblichene, der sich großen Ansehens und allgemeiner Beliebtheit erfreute, war früher Oberbrandmeister und Mitglied der Stadtverordneten-Verfammlung. Er war Mitgründer der Freiwilligen Feuerwehr und des Turnvereins, der in ihm eins seiner ältesten Ehrenmitglieder verliert.
* Großfei Iheim, 26. Okt. 1913. Gestern nacht entstand hier Feuerlärm. Es brannte in dem erst vor 6 Jahren erbauten Haus« des Maurers M. Schaub. Der Dachstuhl wurde vernichtet.
Hausei uuo Juonstrie.
'I Berlin, 27. Okt. 1913. Die Diskontpolitik der Reichsbank regt die Börse an. Allerdings ist es nicht die heutige Diskontermäßigung um ein halbes Prozent, welche zunächst recht kühl ausgenommen wurde, sondern die plötzlich aufgetauchte Hoffnung, daß in Wochenfrist die zweite Herabsetzung der Bankrate folgen werde. Die Spekulation klammerte sich an die Worte des Vizepräsidenten v. Glasenapp, daß er sich auf ein Herabgehen von '/= Prozent „beschränken" müsse und legt diese Aeußerung dahin aus, daß die Beschränkung sehr bald fallen werde. Am Wertpapiermarkt gewann das Geschäft in der zweiten Börsenhälfte an Regsamkeit. Lokale Deckungen kamen
den leitenden Spekulationspapieren zustatten, während der Rentenmarkt von der befferen Börsenstimmung weniger Nutzen zog.
Märkte.
* Frankfurter amtliche Notierungen der Biehmarkt- preise vom 27. Okt. 1913. Aufgetrieben waren 1428 Rinder einlchließlich 36 aus Oesterreich-Ungarn), barunier 528 Ochsen, 49 Bullen, 851 Färsen und Kühe, 260 Kalber, 144 Schase, 2355 Schweine. Preise für 1 Zentner, Rinder A. Ochsen: ». vollfleischige, ausgemäktet« höchsten Schlachtwertes 1. im Alter von 4—7 Jahren (Lebendgewicht! 52—56 Mark, (Schlachtgewicht] 92 bis 95 Mark, 2. die noch nicht gezogen haben (ungejocht) Lebendgewicht) 52 — 56 M., (Schlachtgewicht) 92 — 95 Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete (Lebendgew.] 48—51 M., (Schlachtg.j 87—93 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.] 43 -47 SJL, (Schlachtgew.s 79—87 Mark, d. gering genährte jeden Alters (Lebendgew.! — M., (Schlachtgew.I — M. 8. Bullen: a. voll- fleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes Lebend- gern cht] 50—52 Mark, (Schlachtgewicht) 83—86 Mark, b. vollsteischige jüngere (Lebendgewichts 45—48 Mark, (Schlachtgew.s 78—83 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht! 00 00 Mark Schlachtgewicht^ 00—CO Mark. C. Färsen und Kühe: a. vollsteischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgewichts 50—52 Mark, (Schlacht- geraubt] 89—93 Mark, b. vollsteischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgera.s 46—50 M., (Schlachtgew.s 86—89 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebendgew.] 44—49 M., (Schlachtg.j 85—94 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe uno wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew. 41 —45 M., (Schlachtgew.j 76—84 M., ä. mäßig genährte Kühe und Färsen (Lebendg.s 33—40 M., sSchlachtgew.] 66-80 M.. e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.s 29 —32 Mark, (Schlachtgew.s 66—73 M. D. Gering genährtes Jungvteh Fresser) (Lebendgew.s 00—00 M., (Schlachtg.s 00—00 Mark. Kälber: a. Doppelender feinste Masi (Lebendgew.s 00—00 Mk., (Schlachtgewicht] 00—00 Mk. b. fernste Mastkälber (Lebendgew.s 00—00 M„ (Schlachtgewicht] 00— 00 M., c. mittlere Mast- und beste Saugkälber (Lebendgew.s 63-66 M., (Schlachtg.s 107—112 M., d. geringere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgewichts 60—62 M., (Schlachtgew.s 102—105 M., e) geringe Saugkälber (Lebendgewichts 00—00 Mark, (Schlachtgewicht 00—00 Mark. Schase: A. Weidemastschafe: a. Mast» lämmer und Masthämmel (Lebendgewichts 45 —46 Mark, (Schlachtgewicht] 94—96 M., b. geringere Masthämmel und Schafe (Lebendgewicht] 00— Mark, ISchlachtgewichl 00— Mark B. mäßig genährte Hammel und Schaft (Merzschase) (Lebendgewichts 0—0 Mark, (Schlachtgewicht] 00— Mark. Schw eine: a. vollsteischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.s 62—64'/, Mark, (Schlachtgewicht] 79—81 Mark, b. vollsteischige »chwein« bis 80 kg Lebendgewicht (Lebendgewichts 61—63 Mark, (Schlachtgew.s 77- 80 Mark, c. vollsteischige Schwein« von 100—120 kg Lebendgew. (Lebendgew.s 62—65 M., (Schlachtgew.s 79—81 Mark, d. vollsteischige Schwein« von 120 bis 150 kg Lebendgewicht (Lebendgewichts 62 bis 65 Mark, (Schlachtgewicht] 79 bis 81 Mark, e. Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht (Lebendgewichts 0—0 Mark, (Schlachtgwlcht] 0—0 Mark, f. unreine Sauen und geschnittene Eber (Lebendgeiv.s 00-00 M., (Schlachtgewichts 00-00 M. — Von den Schweinen wurden am 27. Oktober verkauft: a. Lbdgew. zum Preise von 66'/, M. 0 Stück, von 66 M. 00 Stück, 65'/- M. 00 Stück, von 65 M. 65 Stück, von 64'/, M. 76 Stück, von 64 M. 144 Stück, von 63'/, M. 42 Stück, von 63 M. 139 Stück, von 62'/, M. 54 Stück, von 62 M. 92 Stück, von 61'/, M. 14 Stück, von 61 M. 1 Stück, von 60'/, Mk. 3 St., von 59 Mk. 0 Stück. — b. Schlachtgewicht zum Preise von 86 M. 0 Stück, von 85 M. 1 Stück, von 84 Mark 20 Stück, von 83 M. 51 Stück, von 82'/, M. 0 Stück, von 82 M. 133 Stück, von 81'/, M. 5 Stück, von 81 M. 410 Stück, von 80'/, M. 9 Stück, von 80 M. 329 Stück, von 79 M. 223 Stück, von 78'i, M. 4 St., von 78 M. 127 Stück, von 77'/, M. 40 Stück, von 77 Mark 133 Stück, von 76 M. 23 Stück, von 74 Mark 32 Stück, von 73 Mark 26 Stück, von 72 M. 4 Stück. — Marktverkauf: Gedrückter Handel; am Ristder- und Schweinemarkt Ueberstand.
* Ostheim, 27. Oktober 1913. Zum heutigen Schweinemarkt waren ca. 400 Saugschweine angefahren, die mit 20 bis 40 Mark pro Paar gehandelt wurden. Ter Geschäftsgang war etwas flau.
Gottesdienstordnung.
Misjionsordnung für die Männer und Jünglinge an Wochentagen.
Pfarrkirche zum HI. Geiste. 5,10 Uhr erste hl. Messe, 5,40 Uhr Predigt, 6,20 Uhr zweite hl. Messe, 7 Uhr dritte hl. Messe; abends '/,8 Uhr Rosenkranz, 3/«8 Uhr Predigt.
Reklame«- «ud Anzeigenteil.
Die Wirkung hätte nicht besser sein Können.
Seitdem meine Kinder, Rosa und Alfons, die ihnen vom Arzt verordnete Seotts Emulsion regelmäßig bekommen, geht es mit ihrer Entwicklung rüstig vorwärts. Beide haben heute ein blühend es Aussehen, einen kräftigen Knochenbau und sind gegen früher wie umgewandelt, immer ihunter und lebhaft und ihre Eßlust ist prächtig. Beide freuen sich immer riesig auf ihre Seotts Emulsion. Das Mädchen ist 2V, und der Knabe 1 Jahr alt. Letzterer hat seine Zähnchen bekommen, ohne damit zu tun zu haben, kurzum: die Wirkung von Seotts Emulsion an meinen beiden Kindern hätte nicht besser fein können.
München, (ne,.) Johann Faulhaber, Packmetsier
Arnulsstr. 112/111, l August 19ia.
Scotts Emulsion, ein durch Zusätze von Kalk und Natron mittels des Scottschen Verfahrens schmackhaft und leicht verdaulich gemachter Lebertran, ist für die Entwicklung der Kinder von hohem Werte. Wer seine Kinder Scotts Emulsion regelmäßig nehmen läßt, wird bald ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, daß die Wirkung nicht besser sein könnte.
Keine billigeren Nachahmungen, nur Seotts Emulsion.
Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich tm großen verkauft, und zwar nie tote na» Gewicht oder Matz, sonderen nur in ver- stegelten Oiigtnalstaschen in Karton mit unserer Schutzmarke Fischer mit dem Dorsch). Scott '-Barone, ®. m. b. H., Frankfurt a. M.
Aehall, ca.: Feinster Medhinal-Ledertran 150,0. prima Glyzerin 50,0, unterpbosphorigsaurer Sait 4,3, unterphoSphorigsaureS Natron 2,0, pulo. Tragant 3,0, fein tet arab Summt pulv. 2,0, Wasser 129,0, Ailobol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- und Waultheriaöl je 2 Tropfen.
75% Stromersparnis.
Bei allen Installateuren und Elektrizitätswerken erhältlich.
WkriM-lMM k, G. Augsburg