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Lokales.
Fulda, 27. Oktober 1913.
# Perfonaliev. Dem Direktor der Realschule 2 Dewitz in Kassel wurde der Kronenorden 8. Klaffe, dem Professor Dr. Wetzel an derselben ^«hranstalt der Rote Adlerorden 4. Klaffe und dem Zeichenlehrer Allwohl der Kronenorden 4. Klaffe verliehen. Den Kantoren und Lehrern a. D. Ludwig Kraft zu Groß Seelheim im Kreise Kirchhain und Georg Völker zu Aliendors im Kreise Witzenhausen wurde der Adler der Inhaber des Königlichen HauS- ordenS von Hohenzollern verliehen. — Dem Regie» rungS« und Forstrat Henckel ist die Forstinspektion Kaffel-Habichtswald übertragen worden.
* Die Konstautinfeier der Katholiken Fuldas wird voraussichtlich am Sonntag, den 7. Dezember, dem letzten Tage des Jubiläumsjahres abgehalten werden.
Rhöubahn Fulda-Dipperz-Poppenhausen. Nach smgegangener Nachricht wurde die Eisenbahndirektion Frankfurt vom Herrn Eisenbahnminister mit der Vornahme der allgemeinen Vorarbeiten der Rhönbahn Fulda-Dipperz-Poppenhausen beauftragt. Hoffen wir, daß diesem ersten Schritt nach vorwärts bald auch der zweite folgt, nämlich die Einstellung genannter Strecke in den Etat.
□ Der König von Griechenland durchfuhr heute vormittag 10,15 Uhr im Berliner v-Zug die hiesige Station.
** Die Stadtverordnetenversammlung fällt heute abend aus.
= Die Kreis-Geflügelausstellung hatte sich gestern eines guten Besuches zu erfreuen. Die ausgestellten 274 Nummern fanden allgemeinen Beifall.
In der Abteilung Grotzgeflügel wurden Prä. miiert für Peking-Enten Wilh. Knips-Fulda mit 2 ersten, 8 zweiten, 3 dritten und 2 vierten Preisen, für Aylesbury-Enten gerb. Kramer-Löschenrod mit 1 ersten, 2 zweiten und 1 dritten Preis, für Indische Laufenten Karl Rothmann-Neuhof mit je einem ersten, zweiten, dritten und vierten Preis, für Emdener Gänse Otto Lellau-Neuhof mit einem zweiten und dritten Preis, für Truthühner Wilh. Kircher-Dipperz mit je einem ersten, zweiten und dritten Preis, für Ziergeflügel Lud. wig Diegelmann-Fulda ersten Preis. In Abteilung Hühner für Plymouth-Rocks Gg. Weilinger-Fulda je einen ersten und zweiten und 2 vierte Preise, für Rhode. Island Wilh. Hammer jr.-Fulda vierten Preis, für Langshahn Josepha Hack-Fulda je einen zweiten und vierten Preis, für Wyandottes Otto Lellau-Neuhof je einen zweiten und dritten Preis, für Orpingwn gelb Jos. Klesse-Fulda je einen ersten, zweiten und vierten Preis, Joh. Guntrum-Fulda einen zweiten Preis, Fr!. Maria Zorn-Neuenberg einen 2. Preis, Karl Krah-Fulda je einen dritten und vierten Preis, für Orpington, an» dersfarbig Alb. Schwarz-Fulda je einen dritten und Merten Preis, Minorka Frl. Josepha Hack-Fulda je einen zweiten und vierten Preis, Italiener rebhuhnfarbig W. Knips-Fulda 2 erste, einen zweiten, 2 dritte und einen vierten Preis, Karl Krah-Fulda je einen zweiten und dritten, und 5 vierte Preise, für Italiener weiß Wilh. Knips-Fulda 4 erste, 3 zweite, 3 dritte und 4 vierte Preise. Italiener schwarz Joh. Guntrum-Fulda 2 erste, 2 zweite, 2 dritte und 3 vierte Preise, Karl Rothmann. Neuhof je einen 1., 2. und 3. Preis; für andersfarb. Jta. liener Ludw. Diegelmann-Fulda je einen 2., 3. und 4. Preis, Andr. Kalb-Fulda je einen 1., 2. und 4. Preis, Homburger (schwarze) Wilh. Knips-Fulda 3 erste, 3 zweite, 2 dritte und 5 vierte Pr., Wilh. Hammer-Fulda einen 4. Preis, Lackenfelder Ph. Alberding-Fulda je einen 1., 2. und 3. Preis, Silber-Berckel PH. Alberding- Fulda je einen 1., 2., 3. und 4. Preis, Bahnmeister Ecken einen 1. und 2. Preis, für Kreuzungen Wilh. Fey-Fulda je einen 2. und 3. Pr.; für Bantam Wilh. Knips-Fulda einen 1., einen 2., einen 3. und zwei 4 Prc-ise; für Zwerg-Italiener Wilh. Hammer-Fulda einen 4. Preis. In der Abteilung Tauben für Römer L. Günther. Fulda je einen 1., 3. und 4. Preis; für Lahore Wilh. Knips-Fulda zwei 1., zwei 2., fünf 3. und vier 4. Preise, für Strasser Wilh. Knips-Fulda einen 1., einen 2., zwei 8. und fünf 4. Preise, für Koburger Lerchen Wilh. Knips-Fulda je einen 1., einen 3. und einen 4. Preis, für Mehlichte Koburger derselbe je einen 1. und zwei 3. Pr., für Nürnberger Lerchen Frl. Jos. Hack-Fulda je einen B. und 4. Pr., für Klöpfer PH. Alberding-Fulda einen 1., tinen 2., einen 3. und drei 4. Pr., Jos. Hack-Fulda einen L Pr., für Pfautauben Wilh. Knips-Fulda zwei 1., zwei 2., einen 3. und einen 4. Pr.; für Mövchen Kon. Herbst-Langenbieber einen 3. Pr., für Tümmler gerb. Ikramer-Löschenrob einen 1., einen 2„ einen 3. und zwei L Preise; für Elstern Wilh. Knips-gulda zwei 1., drei i„ vier 3. und sieben 4. Pr., für Wiener Tümmler gerb. Kramer-Löschenrod einen 1., zwei 2., einen 3. und vier l. Pr., für Silberschuppen Wilh. Alster-Fulda je einen L, 2., 3. und 4. Pr., für Deutsche Ausstellungsbrieftauben Jos. Wehner-Fulda zwei 1„ einen 2., einen 3. und fünf 4. Pr., für Schow Homer Jean Vogler-Fulda je einen 1. und 2. Preis.
Außerdem gelangten noch 32 Ehrenpreise und betgL zur Verteilung. Als Preisrichter wirkten für Großgeflügel und Hühner: Herr Ph. Södler, Nieder» Gemünd und für die Tauben-Abteilung Herr Wilh. Diele-Kaffel.
a Die Viehseuchenabgabeu. Nach dem vom Lan« d«SauSschuß in seiner Sitzung vom 24. September genehmigten Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben des Viehseuchenfonds für das Jahr 1914 ist für daS genannte Jahr von der Erhebung von Beiträgen (Diehseuchenabgaben) für Pferde usw. mit Rücksicht auf die Höhe des Reservefonds abgesehen, dagegen die Erhebung eines Beitrags für Rindvieh in Höhe von 20 Pfg. für jedes Stück be» schloffen worden. Der Unterverteilung der zu er» !»ebenden Beiträge sind die Ergebnisse der nach Be» chluß des Bundesrats vom 1. Dezember ds. Js. lattfindenden allgemeinen Viehzählung zugrunde zu egen.
? Rektoren- und Mittelschullehrer-Prüsung. Das König!. Provinzial - Schulkollegium für Hessen- Ras lau hat zur Abhaltung der nächstjährigen Prüfung der Rektoren Termin auf den 7. Mai 1914 und folgende Tage in Kassel angesetzt. Zur Abhal. tung der Prüfung für Lehrer an Mittelschulen ist Termin aus den 1. Mai 1914 anberaumt.
△ Wegen der amtlichen Lehrerkonferenz fällt heute in den Volksschulen der Unterricht teilweise auS.
-y- Verdingung. Für den Umbau des alten Rathauses (Steinweg) wurden folgende Offerten abgegeben. Glaserarbeiten: Aug. Traut 2745,50 Mk., Paul Wagner 2889,50 Mk., Karl Traut 2929,60 Mk., I. Fuchs, Waider und Gließner zu,. 3022 Mk., M. Weißmüller 3028,10 Mk und H. Clauß, sämtlich
von hier, 3459 Mk. Auf die Schreinerarbeiten gab die Schreiner-Innung Fulda «in Gebot mit 2541,06 Mk. ab. Die Schloffer-Jnnung Fulda gab für die Schlosserarbeiten ein Gebot mit 4260,60 Mk. ab. Auf die Anstreicherarbeiten gaben folgende hiesig« Firmen Gebote ab: Faulstich, Leise und Odenwald zus. 337,55 Mk., F. Fuchs 394,04 Mk., Schäfer und Zeier zus. 436,44 Mk., Odenwald 441,15 Mk., Schleis < 19,55 Mk., W. Spiegel 477,28 Mk., Eckst 49 >.95 Mk., W. Wehner
511,74 Mk., G. r ninger 534,86 Mk., F. Gauler 547,36 Mk. und ^>Kran 660,29 Mk. Fassaden» Putzarbeiten: Bru u. Nüchter-Fulda 1555,25 Mk., Jos. Brc hler» -a 1557,50 Mk., Aug. Schnell- Großenlüder Ibo^.oo Mk., Jos. Schnell-Großenlüder 1904,75 Mk. Linoleumlteferung: O. Hambach 1077,43 Mk., F. Kircher 1101,55 Mk.. Nußbaum u. Sohn 1128 Mk. und Zwierlein 1382,25 Mk. Beschränkte Submission auf Linoleum Sanitätsfußboden: Sanitas-Frankfurt a. M. 504,90 Mk., I. Brähler» Fulda 568,98 Mk. und Brähler u. Nüchter-Fulda 476,85 Mk.
-4- Schonzeit für Rrhkälber. Auf Grund der §§ 39 und 40 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907 hat der Bezirksausschuß in seiner Sitzung vom 8. Oktober 1913 beschlossen, die Schonzeit für Rehkälber für den Umfang beS Regierungsbezirks Wiesbaden auf das ganze Jahr auszudehnen. Bezüglich der Rebhühner, Wachteln und schottischen Moorhühner soll es bei dem gesetzlichen Beginne der Schonzeit — 1. Dezember — verbleiben.
(?) Fremdenlegion. Der Vortrag am gestrigen Abend, der auf Veranlaffung des Evang. Männer- Vereins vom Internationalen Völker-Rechtsbund in Leipzig veranstaltet war, hatte sich eines außer» ordentlich starken Besuches zu erfreuen. Schon eine viertel Stunde vor 8 Uhr mußte die Polizei den Saal sperren. Vor etwa 1600 Personen sprach Herr Dr. M. Arendt-Denardt aus Berlin annähernd zwei Stunden, im ersten Teile mit Unterstützung von Lichtbildern, in fesselnder Weise. Zum Schluß forderte er zur Unterstützung der Bundes auf; diesem Wunsche entsprach eine ganze Reihe Herren durch ihren Beitritt zum Bunde. Der Jahresbeitrag be» trägt 1 Mark. In aller Kürze wird hier eine Orts» gruppe zusammentreten. Es wäre erwünscht, daß der Vortrag wiederholt würde, damit auch die Männer, die gestern abend verhindert waren, mit der Fremdenlegion bekannt gemacht würden.
(!) Da? industrielle Leben Fuldas erfährt abermals eine Bereicherung, indem Herr Buchbindereibesitzer Richard Ricken und Sohn eine Kartonagen« Fabrik ins Leben rufen. Die Fabrik, die bereits den Betrieb ausgenommen hat, ist in dem R. Bel- lingerschen Jndustrieaebäude Künzellerweg 15 untergebracht und verfügt über moderne und leistungsfähige Maschinen.
— Der Kirchenräuber Müller wieder gefaßt. Der abgefeimte Verbrecher Paul Müller aus Berlin, der am 26. September, also gerade vor Monatsfrist, aus dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis entfloh, ist in Halle am Samstag wieder festgenommen worden. Müller, der wegen des Attentats auf den hiesigen Schutzmann Crost einer 4jährigen Zuchthausstrafe entgegensah, war bekanntlich von Hanau hierher gebracht worden, um sich vor der Strafkammer wegen des ^^^W75iiHn:er Kirchenraubes zu verantworten. Am Morgen des Verhandlungstages floh er, nur mit dem Hemde bekleidet, nachdem er den Wärter erheblich verletzt hatte. Wie sich jetzt herausgestellt hat, war Müllers Flucht von langer Hand vorbereitet worden. Mehrere Spießgesellen waren ihm bei der Beschaffung von Kleidern behilflich und ermöglichten e» dem Müller, sich nach Berlin zu begeben. Dort hat er sich eine Zeitlang verborgen gehalten. Endlich wagte er sich aus seinem Schlupfwinkel heraus und' ging wieder nach der „Provinz' auf die „Arbeit'. Seine .Spezialität' war der Kirchenraub. Aber schon in Halle hat ihn glücklicherweise das Schicksal ereilt. Hoffentlich schließen sich die sicheren Zuchthaustore bald für eine geraume Zeit hinter diesen gemeingefährlichen Gesellen!
(!) „Wenn's Mailüsterl weht"' Man könnte meinen, der Frühling wolle ins Land zieüen, so mild ist in diesen Tagen di« Temperatur. Am SamStag sahen wir Leute, die ihren kaum abgelegten Strohhut schon wieder hervorgeholt hatten. Kein Wunder daher, daß sich auch vierfüßige Zeitgenossen blenden lassen wie zum Beisp.el ein Maikäfer, der heute vormittag am Hirtsrain das Licht der Welt erblickte. Aber schon war er vom Schicksal ereilt, mußte einige bange Minuten auf unserem Redaktionstisch herumkrabbeln und wird wahrscheinlich bald mit unS allen erfahren, daß der Winter kommt, langsam — aber sicher. r
Amt Geisa und Umgebung.
* Vacha, 26. Oft. 1913. Zum Stadtsekretär ist der Registrator Gerl ach aus Borkum gewählt worden. — Von der Großherzoglichen Bezirksdirektion ist angeregt worden, an Stelle des seitherigen Stadt» siegels ein historisches zu wählen. Der Gemeinderat will jedoch das jetzige nahezu 300 Jahre geführte Siegel auch ferner beibehalten.
* Dermbach, 26. Ott. 1913. Seit einiger Zeit statten zweibeinig« Marder hiesigen Hühner- und Kaninchenställen ihre Besuche nächtlicherweile ab. Vorige Woche wurden einem Briefträger und einem Bahnbeamten die Kaninchen aus dem Stalle geholt und in der Botenmühle ein Hahn und zwei Kaninchen gestohlen.
△ Dorndorf, 26. Okt. 1913. Die Verteilungs- stelle für die Kaliindustrie hat in ihrer Sitzung vom 30. September 1913 entschieden: Der Antrag der Gewerkschaft Dönges auf Zuteilung eher vorläufigen BetriligungSziffer für ihr Kaliwerk DöngeS l wird abgelehnt.
Aus Gberheffen u. den Hess. Aemtern.
Der Marburger Kreistag.
!! Marburg, 25. Okt. 1913. Im Sitzungssaals des Fürstenhauies fand heute mittag unter dem Vorsitze
des kgl. LandratS v. Löwenstein eine Sitzung deS Kreistags für den Kreis Marburg statt. Erwähnt sei, daß der Landwegebauetat für 1914 mit 110000 Mark, das sind 18000 Mark mehr wie in 1913, Genehmigung fand. Die Rechnung der Wanderarbeits- stätte für das Jahr 1912 schließt mit 23133 Mark Ausgaben und 16251 Mark Einnahmen ob. Die Ueberzahlung beträgt demnach 6881,88 Mark. Zum Vorsitzenden der Landkrankenkasse für den Kreis Marburg wurde Bürgermeister Breitst ad t-Haffenhauffen, zu Stellvertretern die Bürgermeister Feußn er-Cölbe und Nau-Schröck gewählt. Bei der Wahl dreier Mitglieder der Landwirtschaftskammer erhielten die seitherigen Mitglieder Gutsbesitzer Kaiser-Giffelberg und Bürgermeister Rauch-Wittelsberg Wiederwahl, neugewählt wurde Gutsbesitzer Ruth-Goßfelden. Ferner gab der Kreistag dazu seine Zustimmung, zum Andenken an das 25jährige Regierungsjubiläum des Kaisers 10000 Mark aus Kreismitteln bereit zu stellen, von welchem die Zinsen dem Marburger Krüppel- Heim zugute kommen sollen. Eine Anfrage, betreffs des Bahnprojektes Marburg-Wildungen wurde seitens des Landrates dahin beantwortet, daß alle Gemeinden, die an der Trace der projektierten Bahn liegen, sehr dafür begeistert sind. Die Bahn würde der betreffenden Gegend durch Erschließung von Erzfeldern regen Verkehr bringen. Sache der Stadt Marburg fei es, das Projekt weiter zu verfolgen.
;; Marburg, 26. Okt. 1913. Im großen Saale deS Restaurants Seebode hielt heute bei zahlreicher Beteiligung der kurhessische Sängerbund einen Eängertag ab. Aus dem Jahresbericht, den der Vorsitzende erstattete, sei erwähnt, daß der Bund jetzt rund 50 Vereine mit 3050 Mitgliedern zählt. Neu ausgenommen wurden im letzten Jahre 8 Vereine, nämlich 4 aus Kassel und die übrigen aus Hersjetd, Wolfsanger, Münden und Marburg. Im nächsten Jahre gedenkt der Kurhessische Sängerbund, der seine Entstehung auf den im Jahre 1833 gegründeten Fulda-Werra-Sängerbund zurücksührt, sein 80jähriges Bestehen zu feiern. Als Festort wurde Kastel gewählt.
(!) Marburg, 26. Okt. 1913. Die,Heff. Landes- zeitung' meldet, daß der „Allgemeine Volksverein', welcher s. Zt. gegründet wurde, um die Wahlen von liberalen und demokratischen Männern in den Reichs- und Landtag zu unterstützen, in seiner letzten Generalversammlung seine Auflösung beschlossen habe. Sein Schwanengesang war ein Gruß an „den besten Freund und Kandidaten bei der letzten Rechstagswahl, Herrn Hellmut v. Ger- lach'. Die ,Hest. Landesztg/ beklagt das Ende dieses Vereins und sagt: „Die Auflösung des Volksvereins ist umso bedauerlicher, als derselbe die einzige liberale politische Organisation in den Landkreisen Marburg, Kirchhain und Frankenberg dar- stellte und eine gute und zuverlässige Hilfe bet den Reichs- und Landtagswahlen war.' Die ,Hessische Landeszeitung' hat Grund zu klagen. Denn von der einstigen Gerlach'scken Herrlichkeit ist ein Stück nach dem anderen verschwunden und trübselig kann sie sagen: Ich bin allein auf weiter Flur!
* Kirchhain, 26. Okt. 1913. Ein beim hiesigen Bahnbau beschäftigter italienischer Arbeiter stahl seinem erkrankten, das Bett hütenden Arbeitskollegen 90 Mk. Der Dieb wurde ermittelt und dem Landgericht in Marburg eingeliefert.
[:] Neustadt, 26. Okt. 1913. Heute morgen veranstaltete der hiesige Turnverein auf der Straße nach Wierü unter seinen Mitgliedern einen Dauerlauf. Gemeldet hatten sich 17 Mitglieder, von welchen 16 durchs Ziel gingen. Die drei Kilometer lange Strecke wurde durchlaufen von H. Ebert in 11 Minuten, von S. Levi in ll1/» Min., von Th. Krapp und E. Bauer in 12 Min., von A. Lemmer, Ph. Faber, V. Schmitt und Th. Faber in 12Vs Min , von W. Nees, Jos. Bauer und P. Schlitt in 13 Min. Diese gewiß schönen Leistungen mögen für den Verein ein Sporn sein, auf der betretenen Bahn rüstig vorwärts zu schreiten. Als Preise wurden Diplome verteilt.
vermischtes.
* Di« vogelfreundliche Eisenbahn. Auch die bayerische Eisenbahnverwaltung wird in dem bevorstehen, den Winter an ihre Streckenwärter spanen- sichere Futterapparate für die Wintervögel verteilen, nachdem Preußen mit dieser tier- freimdlichen Maßnahme vorangegangen ist. Alle Eisenbahnverwaltungen lassen sich bekanntlich den Schutz der heimischen Vögelwelt dadurch angelegen fein, daß sie Bahnstrecken mit Dornenhecken ein- säumen, in denen die Vögel raubtiersichere Niststätten finden.
* Eine Bauernhochzeit. In Niedersachsen, besonders als im Alten Lande an der Unterelbe, werden die Bauernhochzeiten vielfach noch nach altem Brauch gefeiert. So wurde dieser „Tage im Dorfe Bützfleth bei Stade die Hochzeit des Schlächtermeisters Klaus Hamann aus Brunshausen mit Fräulein Rösing aus Bützfleth gehalten, zu der das ganze Dorf eingeladen war. Aus der Umgegend sowie aus der Heimat des Bräutigams waren über 2000 Hochzeitsgäste erschienen, für die an vielen langen Tafeln beim Gastwirt Will gedeckt war. Vier Ochsen, vier Schweine, zahlreiche Kälber, Hammel und eine Unmenge Geflügel hatten das Leben lassen müssen, iln Bier und Wein war auch kein Mangel. Der Tanz währte die ganze Nacht durch bis zum andern Mittag. Dann erst verabschiedeten sich die letzten Gäste.
* Eine reiche Erbschaft haben in Petersburg die Angestellten und Arbeiter eines kürzlich verstorbenen Großindustriellen Maltchow gemacht. Maltchow, der kinderlos und ohne nähere Anverwandten gestorben ist, vermachte zweieinhalb Millionen Mark testamentarisch seinen Angestellten.
* Typhusepidemie in einem sranzöfischen Regiment. Ein« Typyuseptdemie wütet seit einiger Zeit unter der Garnison von Montauban. Bereits 32 Soldaten sind der Krankheit zum Opfer gefallen und »eitere sechzig liegen im Hospital.
* Die französische Flugspende. Die Pariser Blätter melden, daß dte Sammlungen für die nationale Flugspende 4 892 000 Mark ergeben haben.
• Zeppelinfurcht. Am Freit«.- ab-nd war bi« jranzösisch« Stadt Lille in dickten Nebel gehüllt. Einige Personen behaupten, sie bähen über dem großen Platz von Lille die.Gesta-.t -ines Zeppelinlustfchiffes sich hinwegbewegen sehen und deutlich das Geräusch leinet Schrauben vernommen. Später stellte sich heraus, daß die Beleuchtungsversuche in einem Turm des neuen Börsengebäudes zu dieser „Schreckenskande" Veranlassung gab.
Eingesandt.
Für Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redaktion nut die prehgesetzliche Verantwortung.
Vor bet Fassade des Domes stehen vier GaS- laternen; von diesen brennen aber regelmäßig nur die beiden Laternen vor den Seitenausgängen. Daß die beiden Laternen vor dem Haupteingang des Domes selten oder niemals angezundet werden, geht wohl daraus hervor, daß diese überhaupt keine Brenner besitzen. Bei den jetzt abends stattfindenden Missionspredigten würden es die Besuchet des Domes ober angenehm empfinden, wenn die vor dem Hauptausgang stehenden Laternen einmal ihrem Zwecke entsprechend hergerichtet und angezündet würden. Wenn man jetzt abends aus dem hell erleuchteten Dome durch den Hauptausgang auf den finsteren Domplatz heraustritt, vermißt man die Beleuchtung sehr. Wenn die Laternen überhaupt an dieser Stelle einen Zweck haben sollen, müßten sie bei derartigen Gelegenheiten brennen. Andernfalls sind sie in der Dunkelheit nur ein Verkehrshindernis.
Ein Besucher der Missionspredigten.
Hanoet unc> Juvnstrte.
* Berlin, 27. Ott. 1913. (Tel.) Der Reichsbankdiskont ist auf 5yz Prozent, der Lombardzinsfuß auf 6y2 Proz. he rabgesetzt worden.
H Berlin, 25. Okt. 1913. Die Stimmung des Börsenmarktes war heute recht matt, doch blieben die mäßigen Umsätze ohne Verhältnis zu den Kurs» schwankunaen. Privatdiskont unverändert.
△ Hessischer Bankverein Aktiengesellschaft zu Kaffel. Die Generalversammlung am Samstag, den 25. d. M. genehmigte die Jahresrechnung, erteilte einstimmig dem Aufsichtsrat und Vorstand Entlastung und beschloß die Verteilung einer Dividende von 7 pCtz (w. t. V.).
§§ Tie Rundholzverfteigerungeu im Regierungs. bezirk Kassel haben sich durchweg großer Kaufbeteiligung zu erfreuen. Die Holzpreise zeigen für Schneidehölzer hier und da einen kleinen Rückgang gegen das Vorjahr an, der in der Abschwächung der Preise für Bretter, namentlich für gußbodenbretter, feine Erklärung findet. Dahingegen sind die Gruben- und Brennhölzer fast überall gegen die Vorjahre weiterhin im Preise gestie. gen; insbesondere gilt dies von Brennhölzern, die ganz ansehnliche Preissteigerungen zu verzeichnen ha- Ben. Die Kgl. Oberförsterei Sterbfrih (Kreis Schlüchtern) brachte 2000 gestmeter Rundhölzer zur Versteigerung, wobei sie für 1400 gestmeter Nadelgrubenholz 10,29 Mk. und für 600 gestmeter Buchenschwellen Hölzer 15,40 Mk. für das gestmeter erzielte. Die Kgl. Oberförsterei H e r s f e l d versteigerte rund 3000 gestmeter Nutz- und Brennhölzer, wobei sie folgende Preise erzielte: 400 gestmeter gichtenstamm- und Schneidehölzer 21 Mk. für 1., 16,80 Mk für 3. und 14,60 Mk. für 4. Klasse, während für 200 gestmeter Kiefernstammholz 2. bis 4. Klasse ein Durchschnittspreis von 18,37 Mk. gelöst wurde. 50 gestmeter Eichenstammhölzer von 2y2 Meter Mittenlänge und 20—29 Zentimeter Mittendurchmesser wurden mit 12 Mk. per gefluteter bezahlt. Buchenbrennhölzer erlösten durchweg hohe Preise, und zwar 500 Raummeter gewöhnliche Astknüppel 3 Mk., 500 Raummeter Scheitknüppel 3,25 Mk. und 500 Raummeter Buchenscheite 5 Mk., während 400 Raummeter gichtennutzknüppel von 8—14 Zentimeter Endstärke 8,90 Mk. und 300 Raummeter Reiserknüppel von Nadelholz 4,12 Mk. erzielten, alles für das Raum- meter. Die v. Baumbachsche gorstverwaltung in g r i e< l i n g e n bei Hersfeld stellte 3250 gestmeter Nutz- und Brennholz zum Verkauf. Bei sehr guter Kaufbeteili- gung wurden durchweg gute Preise erlöst, und zwar wurden bezahlt für 760 gestmeter gichtenstammhölzer 14—24, 61 Mk. je nach Stärke, 350 gestmeter Kiefernbauholz wurde mit 17 Mk. und 175 gestmeter Buchenstammholz mit 15,50—17,60 Mk., 40 gestmeter Buchenschneideholz 1. Klasse 22.30—28,70 Mk., alles für das gestmeter, bezahlt; 75 gestmeter Buchenschwellen er- lösten 14,50 Mk., 1200 Festmeter Grubenhölzer 11,40 Mk., dahingegen 500 Raummeter schwächere Kiefern- und gichtengrubenhölzer mit 5—18 Zentimeter Enddurchmesser nur 6,70 Mk., während 60 gestmeter gichtenstammbolzenden mit 14,10 M„ 18,10 Mk. und 21,10 Mk. bezahlt wurden, alles für das gestmeter. Buchennutzrollen, 150 gestmeter, und Brennhölzer brachten 6,05 Mk., 20 gestmeter Fichtenstangen 11,50 Mk., alles für das gestmeter; 15 Festmeter Erlenstammhölzer, 18 bis 28 Zentimeter stark, erbrachten 13,55 Mk. für da? gestmeter. Das zum AuSgebot gekommene Holz wurde überall flott verkauft; das Angebot in Brennholz war zumeist noch klein, da das Durchforstungsholz erst später zum Verkauf gestellt werden kann; zu einem Teil erklären sich hierdurch die hohen Preise.
Gotter-ienftor-nung.
Missionsotduung iöt die Männer und Jünglinge an Wochentagen.
Dom. */«5 Ubr heil. Messe. SV« und 7V« Uhr morgens erste Misstonspredigt (diese zwei Predigten behandeln denselben Gegenstand). 9 Uhr heil. Messe. (MitlagSpredigt 5 Uhr in der Stadtpfarrttrche.) 81/« Uhr abends zweite Misstonspredigt.
Stadtpfarrkirche. V,6 Uhr erste Misstonspredrgt. 5 Uhr nachmittags zweite MisstonSpredigt. Abends 8V« Ubr dritte Missionspredigt.
Pfarrkirche zum hl. Geiste. 6 Uhr erste Missions predigt. (Mritagspredigt in der Stadtpfarrkirche.) Abend! V«8 Uhr zweite MisstonSpredigt.
Ceciferrin 283
anogereichnet mit der golden»« Medaille o«f den internationalen WeltauelleUung, Cent 1913.
®ibt den Schwachen neue Kräfte, den -tntamre» mene» #lut, den Schlaflosen erfrischenden Sehlaf.
Die Kernen werden bereinigt und gekräftigt, bas Aussehen wird frisch, die Ange« klar.
Kinder, die in der Cntnxideelnng jnrütkgeblieben sind, und Mädchen in den Kahre« der Seife, finden in Seciferrin ein wertvolles Präparat, um das Blut zu bereichern unb die Gntmiebelnng in befördern.
Preis M. 8.— die Flasche. Man achte Beim Einkauf genau aus daS Wort „Seciferrin*. In Apotheken, ganz sicher von: Hof- Apotheke, Löm-n-Kpotd-' e -H« thrke in Fnldn.
Wort osram“ muß auf c:e beim Einkauf achten. ist sie echt!
dn ump= sleb=n- Pa°° „yseUschan, Berte o. 11 Oberau erhalUich. -
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