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Georg A.Jasmatzi AG- Dresden

Grösste deutsche Cigarettenfabrik

Zuldaer Zeitung.

JVs 241.

Freitag \c. Oktober 1915.

2. Blatt

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Lokaler.

Fulda, 17. Oktober 1913.

# Eifenbahn-Perfoualien. Bahnmeister Kraem er hierseibft wurde zum kgl. Bahnmeister 1. Klasse be­fördert.

D Ein Abschied-esicn vereinigte gestern abend etwa 40 Freunde und Bekannte des nach Allenstein in Ostpreußen berufenen Herrn Regierungs- und Banrats Heusch im Hotel zum Kurfürsten. Herr Ocer- segierungsral Springorum sandte im Verein mit Herrn Landrat Freiherr von Doernberg, den eine Zrkrankung in Wiesbaden zurückhielt, der Tafelrunde herzliche Grüße. Letzterer hatte außerdem Herrn Oberbürgermeister Dr. Antoni gebeten, der Dolmetsch uer Getühle zu sein, welche alle beseelt, die dem Scheidenden in seinem hiesigen Wirkungskreise näher getreten sind. Ter Herr Oberbürgermeister beglück­wünschte sodann aus das wärmste Herrn Heusch zu seiner Ernennung zum Regierungs- und Baurat sowie zu seiner Berufung nach Allenstein. Die Regierung habe die Verdienste des Scheidenden durch seine Be­förderung gewürdigt, wir alle lernten se ne Tätigkeit kennen und schätzen durch-manche schöne Bauten, die er in Fulda aufgeführt. Seine persönliche Liebens­würdigkeit habe ihm, ein bleibendes Andenken in Fulda gesichert und man dürfe auch überzeugt sein, daß er uns ein freundliches Andenken bewahren werde. Wie der Scheidende habe sich auch seine Frau Geniahlin aller Herzen erobert. Der Herr Oberbürgermeister ließ seine Worte ausklingen in ein begeistertes Hoch auf Herrn Heusch und seine Familie. Herr Heusch dankte für die ehrenden Ausführungen des Herrn Ober­bürgermeisters mit der Versicherung, daß er Fulda und seine Bürger in treuem Andenken bewahren wolle. Wenn das Wenige, das er hier zu leisten Gelegenheit fand, gefallen habe, so liege das weniger an seinem Können, als an den angenehmen Bau­herren. Mit Schmerzen sei er nach Fulda gekommen, mit Schmerzen werde er auch von hier scheiden. Ter Stadt Fulda galt des Redners Hoch, das freudig ausgenommen wurde.

4« Ei» feierlicher Militiirgottcsdicnst findet morgen, Samslag, den 18. Oktober, 8V» Uhr aus Anlaß der Jahrhundertfeier der schlacht bei Leipzig in der Klosterlirche auf dem Fraucnberge statt. Gleichzeitig wird die Vereidigung der Rekruten vorge­nommen. — Dec Feflgo ttesdienst im Dom findet nicht Sanistag, sondern Sonntag statt, ebenso in der evangelischen Kirche.

(!) Die Stascttcnläufe zum Völkerschlachtdenkmal haben ihren Anfang genommen. Schon am Mittwoch abends 6 Uhr setzten sich die ersten Eilboten der Tur­ner in Bewegung und zwar an der Ostgrenze des Reiches, in 9Jt emel. Der Lauf, der heute nachmit­tag Fulda berührt, geht vom Schlachtfeld zu Grave- lotte aus. Er hat gestern abend 6 Uhr seinen Anfang genommen. Er ist der achte Hauptlauf. Mit ihm vereinigen sich drei Nebenläufe und zwar einer vom Benedettistein in Bad Ems aus, einer vom Sttzin- denkmal in Nassau aus und einer von Straßburg aus und dann ein Teillauf vom Sachsengrab in Mil­tenberg aus. In Hanau wird der Teillauf von Straß­burg und der Teillauf von Miltenberg ausgenommen. Auf dem Schlachtfelde zu Hanau wird nach Ankunft der Läufer, die auf 12 Uhr 14 festgesetzt ist, :ine Feier abgehalten und der Lauf um 12 Uhr 44 fortgesetzt. Gelnhausen wird um 1 Uhr 49 passiert, Salmünster um 2 Uhr 42, Schlüchtern um 3,26. In Fulda trifft die Stafette 4,53 ein. Hier ist eine V? Stunde Pause und Aufnahme des vom Steindenk­mal in Nassau ausgehenden Nebenlaufs. In Leip­zig wird dieser Lauf um 7 Uhr früh am Samstag beendet sein. Hier werden die Vorkehrungen für den Endlauf getroffen. Neun Turner laufen in ange­messenem Lause mit den Urkunden, nachdem der Choral: „9tun danket alle Gott" gesungen, die Stu­fen des Denkmals hinauf und übergeben die Köcher mit Urkunden dem Deutschen Kaiser und dem König von Sachsen. Der Organisator der ganzen Eilboten­läufe ist Kreisturnwart Volze-Frankfurt a. M. — In Deutschland werden insgesamt 7319,9 Kilometer durcheilt ir erben. Jede Laufstrecke beträgt etwa zwei- hundert Meter.

. (!) Tie Kirchweih-Vergiiiigungcil betreffend ist eine wichtige Bekanntmachung des Herrn Landrats er­gangen. Danach ist mit Rückficht darauf, daß in diesem Jahre auf Kirchweih-9Nontag das Gedächtnis der Toten (Allerseelen) fällt, bestimmt worden daß für die diesjährige Kirchweihfeier Erlaubnis zu Tanzlustbarkeiten usw. nur für Dienstag und Mittwoch bis 12 Uhr nachts bezw. 10 Uhr abends erteilt werden darf.

-y- Für die Turnhalle der dompsanlichen Schule ist nun auch der Rest der Arbeiten vergeben worden. Die Jnnenputzarbeiten sind dem Maurer m nster Wende­lin Rützel hier, die Außenputzarbeiten dem Stuckateur Joseph Brähler hier, die Spenglerarbeiten, Ausfüh­rung in Zink, den Firmen Herrmann, Joseph Kalb, Kobel und A. Hasenpflug sen. hier und die Dach- deckerarbeiten der Firma Diegelmann u. Hau hier übertragen worden. Ueber die herzustellenden Decken im Innern (Räpitz oder Monier) ist eine endgültige Bestimmung noch nicht erfolgt. — Zur Vergebung der Klempnerarbeiten an die vier hiesigen Klempner- meister Halenpflug, Herrmann, Kalb und Kobel

schreibt man uns noch: Die Arbeit ist diesen Meistern übertragen worden, obwohl fie die Höchstsorde- r ung gestellt hatten. Der Grund dürfte wohl darin zu sehen fein, daß dem Magistrat ihre Forderung als angemeflen erschien. Es würde von den hiesigen Handwerkern mit Freude begrüßt werden, wenn auch künftighin der Magistrat diesem Grundsätze folgen würde und nicht dem 9Nindestpreis, sondern dem an­gemessenen Preis den Zuschlag erteilte.

=~ Streik beendet. Der vor 8 Tagen an den beiden neuen Brücken beim Bahnbau ausgebrochene Streik wegen Lohndifferenzen ist beigelegt worden. Seit Mittwoch abend ist die zur Sicherheit seitens der Polizeidirektion gestellte Wache nicht mehr erforderlich. Heute, Freitag, wurden sowohl an der Edelzeller- roie an der Künzellerbrücke die Arbeiten in vollem Umfange wieder ausgenommen. Eine größere Anzahl Arbeiter von auswärts war bereits schon gestern nachmittag eingetroffen. Wie wir erfahren haben, soll den Arbeitern die geforderte Lohnerhöh­ung von 67 auf 70 Pfg. für die Stunde gezah lt werden.

(!) Tie Jubiläumsdeiikmünzen im Werte von 3 Mark gelanaen soeben an den staatlichen Kassen zur Ausgabe.

W Postalisches Die Gebühren für Postpakete über 1 bis zum Höchstgewicht von 3 oder 5 Kilo­gramm nach Argentinien, Bolivien, Chile, Para­guay und Pern sind auf dem Leitweg über Hamburg und Buenos-Aires, sowie über Postpakete über ein bis 5 Kilogramm nach Uruguay über Hamburg direkt pach Montevideo um je 40 Pfg. ermäßigt worden.

+ Zigarettensteuer. Im Jnt.-rcsse unserer Leser, die mit der Zigaretterrsteuer unterliegenden Waren Handel treiben, machen wir aus die einschneidende Bestimmung in § 15 des Zigarettensteuerge­setzes besonders aufmerksam, wonach derjenige, der sich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhülsen und -Blältcken be- lassen will, dies vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zu­ständigen Hauptsteueramt zu erfolgen. — Die Be- achtung dürfte umsomehr erforderlich sein, als Zu­widerhandlungen gegen die betreffenden gesetzlichen Vorschriften init besonders hohen Strafen, bis zu 300 Mark geahndet werden.

/x Vom Christbaum-Großhandel. Die Christbaum­händler sind jetzt schon auf der Suche nach Christ­bäumen in den Staats-, Gemeinde- und Privctt- waldungen des Odenwald, Spessart, Vogels­berg, Westerwald und Taunus, von wo in beträcht­licher Zahl d.e Weihnacktsbäume nach Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach, Mainz, Gießen, Hanau, Fulda, Himburg .geliefert werden. Wie alles, so ist dieser Weihnachtsschmuck im Preise in die Höhe gegangen. Für acht- bis neunjährige Bäume werden 40 Mark für das Hundert gezahlt, für zehn- bis zwölfjährige 40 bis 50 Mark. ^Dazu kommen der Hauerlohn und die bedeutenden Trans­portkosten. __________________________

Aus dem Nachvargediete.

4- Sannerz (Kreis Schlüchtern), 16. Okt. 1913. Am 22. Juli d. I. brannte eine zu der Er­ziehungsanstalt Sannerz bei Schlüchtern gehörige Scheune mit den. darin untergebrachten Futtervor­räten total aus, wodurch der Anstalt ein Schaden von etwa 5000 Mk. entstand. Das Feuer war in böswil­liger Absicht von dem in der Anstalt untergebrachten 13 Jahre alten Fürsorgezögling Paul Janovitz angelegt worden, der sich gestern vor der Hanauer Strafkammer wegen Brandstiftung zu verantworten hatte. Auf die Frage des Gerichtsvorsitzenden, was zu seinem verwerflichen Handeln die Veranlassung ge­wesen sei, erklärte der Bengel, daß er den Brand­herd angelegt habe, um bestraft zu werden und auf diese Weife aus der Anstalt herauszukommen. Von dem Raffinement des Burschen zeugt auch die ganze Art und Weise, toie' er seinen Plan zur Ausführung brachte. Aus der Sakristei eignete er sich eine Zünd­schnur an, die er, nachdem er sie in Brand gebracht, in das Heulager steckte. Von dem der Scheune gegen­überliegenden Spielsaal der Anstalt aus beobachtete er dann den Ausbruch des Feuers und ging hierauf flüchtig; einige Wochen später wurde er im Bayeri­schen wieder aufgegriffen. Das Urteil gegen ihn lau­tete auf 6 Monate Gefängnis. Der mitange­klagte 13jährige Fürsorgezögling Franz Kling, den die Anklage der Beihilfe zu dem Verbrechen der Brandstiftung beschuldigte, wurde freigesprochen.

* Schlüchtern, 16. Okt. 1913. Am 18. Oktober wird hier die vom Kriegerverein gestiftete Gedächt- nistafel für die Veteranen der Befreiungskriege 1813—14 am Kriegerdenkmal in Gegenwart der Be­hörden und der Vereine feierlich ft enthüllt werden.

o Vom Main, 15. Okt. 1913. Die guten alten Zeiten der Mainfischerei find enbgiltig vor­über. Vor etwa 30 Jahren angelte man noch in knapp zwei Stunden 20—30 Pfund Fische aus dem Main oder bekam mit einem einzigen Wurf 200 Weiß­fische in Netz oder entriß bis 20pfündige Hechte den i damals grünen Fluten. Auch die Fischerftauen von 1 Griesheim, Schwanheim, Nied bis herab nach Sind­lingen bringen keine hochgefüllten Körbe von Main­edelfischen mehr auf den Frankfurter Markt. Statt der klaren, grünen Wellen wälzt sich heute eine unde­

finierbare Brühe dem Rhein zu und ist hier bis Caub zu verfolgen. In diesem Gewässer zu leben und zu laichen ist für die Fische wenig „angenehm". Aus ben einstigen ungeheuren Fischschwärmen sinb kleine bürftige Züge geworben. Tas Schmutzwasser des Mains ist ber sichere Tob unserer Fische. In ihre zarten Kiemen bringen bic Schmutzpartikelchen unb führen langsam den Erstickungstod herbei. Und wenn ein lebender Mainfisch gefangen wird und auf die Tafel kommt, dann ist es kein Genuß, sein unappetit­liches Fleisch zu essen. Die Edelfische haben den Main längst verlassen, nur noch Weißfische unb Rot­augen finb Bürger biefer trüben Fluten. Aber auch bie zunehmenbe Kanalisation unb bie Groß­schiffahrt haben ihr reblich Teil getan, ber Main­fischerei ben Garaus zu machen unb bie Fischerei auf einen Tiefstand zu bringen, der wirtschaftlich gar keine Bedeutung mehr hat.

o Soven o. T., 16. Oklober 1913. Beim Fuß­ballspielen erlitt der Kaufmann Jounschies einen Beinbruch.

* Bad Homburg v. d. H., 16. Okt. 1913. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer letzten nichtöffentlichen Sitzung, die 9Nagistratsanträge we­gen Fassung ber Tertiärqirellen und wegen Einstellens weiterer Bohrungen ben vereinigten Ausschüssen zur Vorberatung zu überweisen. Tie Stabt hat bis jetzt für bic Bohrungen etwa 160 000 Mark ausge- geben, ohne jcboch ein günstiges Resultat zu erzielen. Falls bie vom Verein zur Förderung ber Kurinter­essen an bie stäbiischen Körperschaften gerichtete Re­solution, bie Bohrungen fortzusetzen, in Erwägung gezogen wirb, würben bie Stabtverorbneten noch 20 bis 30 000 Mark zu bewilligen haben.

Amt Geisa und Umgebung.

△ Vacha, 16. Okt. 1913. In seiner gestrigen Generalversammlung stellte der Vorschußverein für ben Garantiefonvs ber im Juli n. I. hier statt­findenden Gewerbe- und Industrieausstellung den B e- lrag von 500 Mark zur Verttig -na.

;; Stadtlengsfeld, 16. Okt. 1913. In der letzten Gemeinderatssiyung wurde bekannt gegeben, daß der Rittergutsbesitzer Heinrich von Eichel-Streiber seine der Gemeinde geliehenen Kapitalien in der Gesamt­höhe von 15 000 Mark für den 1. Januar k. Js. ge­kündigt hat.

Föhlritz. 16. Okt. 1913. Die Stelle des nach Unkralba verletzten Herrn Lehrers Fromm wurde Herrn Lehrer Jak ob y aus Motzlar vom großherzogl. Schulamte übertragen.

* Neidhartshausen, 16. Okt. 1913. Am Dienstag fand hier die Verpachtung der Gemeindejagd statt. Bis jetzt hatte Oberförster Enders-Dermbach diese für 150 Mk. inne. Gestern nun wurde durch Maurermeister Diehl-Dermbach der Pachtpreis auf 301 Mk. getrieben. Obgleich Maurermeister Diehl das Letztgebot hatte, wurde sie Oberförster Enders zugeschlagen, da er 300 Mk. jährlich gibt und die Pacht auf 6 Jahre im voraus bezahlt. Maurermei­ster Diehl wird wahrscheinlich gegen die Gemeinde Klage erheben.

Aus Gberheffeu u. den Hess. Aemtern.

* Marburg, 16. Okt. 1913. Eine Kreistags- sitzung wird Samstag, den 25. Oktober, im Fürsten­haus abgehalten. U. a. soll beschlossen werden übet die Gründung eines Kaiser-Wilhelm-Judiläums-Fonds von 10000 Mark. — Bei der gestrigen Beerdigung des durch einen Unglücksfall so plötzlich abgerutenen jungen Dr. Georg Spieß hielt Umoersitätsprofessor Kalbfleisch einen warmen Nachruf, in dem er Tr. Georg Spieß als einen der fleißigsten und tüchtigsten Zöglinge unseres philologischen Seminars bezeichnete, dessen Direktoren feine Leistungen wiederholt nach ein­stimmigen Beschluß durch Prämien ausgezeichnet haben.

;; Kirchhain, 17. Okt. 1913. Aus Anlaß der geplanten Feiern zum 100jährigen ’ Gedenktage der Schlacht bei Leipzig wurde die Polizeistunde in sämtlichen Gemeinden des Kreises am 18. und 19. Oktober bis 1 Uhr nachts durch landrätliche Ver­fügung verlängert.

[:] Wasenberg (Kr. Ziegenhain), 16. Okt. 1913. Mit dem heutigen Tage beginnen hier und in Wiera, Willingshausen nnd Merzhausen die „Schwälmer Kirmessen'. Dieselben erhallen ihr eigenartiges Gepräge durch die altüberkommene Volkstracht und werden deshalb bei guter Witterung sehr häufig durch die Bewohner der angrenzenden Ober- und Nieder- hessischen Ortschaften besucht. Während im all- g.meinen der Schwälmer bei den verschiedenen Tänzen mehr geht, als sich durch Drehungen fortbewegt, ver­mag nur der Schwälmer Nationaltanz Leben in die Paare zu bringen.

y Treysa, 16. Oktober 1913. Eine Konferenz der evangelischen Fürsorge - Erziehungsorgane für die Provinz Hess en-Nassau beschloß die Er­richtung eines psychopatischen Erziehungs­heims für schulpflichtige Knaben und Mädchen in Hephata bei Treysa. Auf Antrag des Landesrats Augustin (Wiesbaden) sollen im kommenden Winter in Hephata Konferenzen für praktische Fürsorge­tätigkeit in der Provinz stattfinden, falls der Landes­hauptmann die erforderlichen Mittel dazu bereitfteüt.

Vermischtes.

* Mit der Mitgift ihrer Töchter durchgebrannt. In der Gemeinde S ch l at t e n in Oesterr.-Schlesien, weilte im vergangenen Sommer die 40jährige Land­gerichtsratsgattin E. Weiß aus Wien mit drei erwach, jenen Töchtern zur Erholung. Tort verliebte sich di< alternde Frau in den 18 Jahre alten Gymnasiasten Langer, bei Sohn eines Schlatteuer Grundbesitzers. Eines Tages verschwand das ungleiche Paar. Die Töchter verständigten telegraphisch den Vater von dem Verschwinden der Mutter. Nach langwierigen Er­hebungen wurde nunmehr konstatiert, daß die Frau ihren jugendlichen Liebhaber nach England entführt hat, nicht ohne vorher einen größere« Betrag bei einer Troppauer Bank abzuheben, der die Mitgift ihrer drei Töchter bildete.

* Ter Netter einer Familie. Dem bekannten Herrenreiter Oberleutnant Braune vom Mandsbeker Husarenregiment Nr. 15 ist die Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Er hatte, mit feiner Schwadron von einer Hebung heimkehrend, vor einiger Zeit eine Muller mit ihren beiden Kindern, die in eine tiefe Mergelgrube geraten waren, vom Tod des Ertrinkens gerettet. Dem Sergeanten Mahnte, der ihn bei dem Reltimgswerke unterstützte, ist dafür eine Belobigung ausgesprochen worden.

* Von einem Frettchen totgebissen. Ein Maurer in Pasewalk hatte sich ein Frettchen gekauft, mit dem er wilde Kaninchen fangen wollte. Er stellte die Kiste, in der sich das Tier be'and, in die Stube, in der der vier Monate alte Sohn in seinem Bestehen schlief. Tas Frettchen zwängte sich durch das Luft­loch der Kiste hindurch, fprang in das Bett des Kin­des und zerfleischte ihm das Gesicht in furchtbarer Weise. Als die Mutter auf das Wimmern des Kindes hinzueilte, hatte das Tier dem Kleinen die Nase und ein Ohp vollständig abgebiffen. Tas Kind wurde so­fort in das Krankenhaus gebracht, starb jebo* '-nfo.

Handel nnd Industrie.

Berlin, 16. Okt. 1913. Das Publikum ha, ausverlaust, die Tiefunternehmung bemüht sich, die abgegebene Ware zurückzudetommen, begegnet dabei aber dem Wettbewerb anderer Kreise, die den ge­sunkenen Kursstand für Rückkäufe gee;gnet halten. So entfpinnt sich ein Wettlauf um die Börsenpapiere, das zu teilweise ansehnlichen Preiserhöhungen führt. Privatdistont unverändert.

AlHng aus dem AerbereMec des Kgl. Standesamts FutSa

vom 10. bis einschl. 16. Oktober 1913.

(Anmelde stunden: An Werktagen von 8—12 Uhr vor­mittags. an Feiertagen von 11—12 Uhr vormittags, nur für Totgeburten und Sterbefälle.)

10. Oktober. Joseph Wilhelm, S. des Bäckers Wil. Helm Taubel, 4 M. 25 T. 11. Karoline Therese, T. des Gummiarbeiters Joseph Gesang. 11. Johann Wilhelm Böller (ohne Berus), 29 I. 11 M. 10 T. 13. Philipp Friedrich. S. des Maurers Friedrich Eisenbach von Rothenkirchen, Kreis Hünfeld, I I. 9 M. 12 T. 14. Anna Elfriede Herzig (ohne Beruf), 20 I. 4 M. 2 T. 15. Georg Johann, S. des Schlossers a. B. Wilhelm Schwan, 17 T. 15. Berta, T. des Tagelöhners Gustav Autd von Weinberg, Gem. Flieden, 4 M 29 T.

Heklameu- nnd Anzeigenteil.

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Emulsion

kann man sich verlassen, die Fischermarke ist seit 38 Jahren bewährt, das Vertrauen, das tz ihr entgegengebracht wird, recht­fertigt sich durch eine lange Reihe glänzender Erfolge in allen Teilen der Welt, beides Tatsachen, bettett die bald kommenden, bald wieder verschwur« dendm Nachahmungen nichts entgegenzufetzen haben. Man lasse sich durch die billigeren Angebote nicht täuschen, sondern bestehe aus der echten Scotts Emulsion.

Nein, gerade Scotts Emulsion soll es sein, antworte man auf die Versuche, einem eine „natürlich ebensogute" (!), jedoch billigere Nachahmung aufzureden. Auf die echte

Unsere Marine

Schlager in Qualität!

Beste Cigarette