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2. Blatt.

vrua otr tulbeer Acti»d»L««i m . nl»a.

Fuldaer Zeitung.

Mittwoch 15. Oktober 191».

(!) Muß i denn zum Stüdtele hinaus . . . Ach ja, sie müssen hinaus, die jungen Vaterlandsverteidiger. Heute ift für die Mehrzahl der Rekruten der Tag des großen Abschiednehmens gekommen. Die zahlreichen Militärextrazüge hallen wieder von fröf- tigen Soldatenliedern und die Bahnhöfe füllen stch mit Eltern und Freunden, die den zur fernen Qan*- sonstadt Scheidenden Lebewohl zurufen wollen. Tie zu reitenden Truppen eingezogene Iungmannschaft ist allerdings schon längst über alle Berge. Auch die jungen Gardisten mußten schon etwas früher abrücken, ebenso alle jene, die in Elsaß-Lotbringen Grenzwacht halten sollen. Am heutigen 15. Oktober aber füllen sich weitaus die meisten Kasernen mit den „Neuen". Auch die 47er erhalten heute ihre „Auffrischung". Und da stehen dann die jüngsten Vaterlandsverteidiger mit dem Köfferchen in der Hand auf dem Kasernenhof, und manchem Muttersöhnchen, das sein bisheriges Leben lang nur andere für sich sorgen ließ, rutscht das Herz ein Stückel nach unten zu. Aber alles ist zum Aushalten, und auch die ersten Tage geben vorüber, und wenn dann dem Rekruten endlich klar gemocht ist, dgß er 20 Jahre lang keine Ahnung davon hatte, wie er seine Gehwerkzeuge zu bewegen hat, wenn dann die Besichtigung vorbei ist und die Einreihung in die alten Mannschaften glimpflich vorüber ging, bann ge­winnt schließlich der junge Mann dem Soldatenleben auch , manche nette Seite ab und-wenn er willig und nicht gerade auf den Kopf gefallen ist, bann kommt er sogar soweit, baß.er. sväter. einmal saoen kann: „M i r h-t's ganz gut gefallen beim Kommiß!"

X*r „Jedem daS Seine". Wie genau die Wirte darauf bedacht sein muffen, daß jedem Gaste auch da? gebührende Maß zuteil wird, zeigt ein Fall, der vor dem gestrigen Schöffengericht verhandelt wurde. Bei einer Gläser-Revision in der Gastwirtschaft des Wirtes W. D. in Edelzell wurde ein Glas gesunden, das den vorgeschriebenen Inhalt nicht aufnahm. Es kam sofort ein Strafmandat in's Haus geflattert. Der Wirt rief das Gericht an. Aber es half nichts. Er muß 10 Mark Geldstrafe bezahlen.

.Mauscheln*, das berüchtigte Glücksspiel, wurde gestern auf dem Richtertische des hiesigen Schöffengerichtes in Natura vorgesührt. Der frühere Gastwirt G. R. sollte dieses Spiel in seinem Lokal geduldet haben, war deshalb angeklagt worden und nun galt es festzustellen, ob „Mauscheln* in der Tat ein verbotenes Glücksspiel sei. Einer der Zeugen hatte zufällig ein Kartenspiel bei sich, das dem Ge- richt zur Verfügung gestellt wurde. Der Amtsanwalt mußte abheben und machte mit einem Aß den b e ft e n Stich. Das Gericht kam dabei zu der Ueberzeugung, daß „Mauscheln* unter die im § 285 des Straf, gejetzbüches angeführten Spiele fällt und verurteilte R., der »ugab, das Spiel geduldet und daran teilge« nvmrsten zu hc^ben, zu einer Geldstrafe von 10 Mark.

Aus dem Nachbargebiete.

(:) Marbach, 14. Ott. 1913. So eine Art „B a u- crnschrcck", von dem man jetzt aus Steiermark lieft, scheint auch hier sein Wesen zu treiben. In der Nacht von Sonntag zum Montag wurden einige Ein­wohner durch lautes Gebell im Schlafe gestört. Als sie nach der Ursache sahen, gewahrten sie, wie zwei Hunde die Kaninchenställe überfielen, Draht und Bretter losbissen und die Tiere, die sie erwischen konn­ten, töteten. Von einem Nachbar verjagt, sprangen sie zum andern. Insgesamt lagen am Montag mor­gen 15 Kaninchen tot auf den Wegen und in den Gärten, zum Teil angefressen. Darunter befanden sich wertvolle Tiere.

(*) Heltkllhanstn, 25. Okt. 1913. Die Königliche Eisenbahndirektion zu Frankfurt a. M. hat eine B e- lohnung von 500 Mark für denjenigen ausge­setzt, der den Täter, welcher am 19. September 1913 auf Bahnhof Hettenhausen Schienennägel auf die Schienen gelegt hat, offenbar um eine Zugentgleisung herbeizuführen, derart namhaft macht, daß eine gerichtliche Bestrafung erfolgen kann.

(?) Thalau, 13. Okt. 1913. Auf Veranlassung unseres hochw. Herrn Kuratns Simon fand am gest­rigen Abend im Saale des Herrn Müller eine F a- milienfeier des Volksvereins statt, wo­zu auch Nichtmitglieder herzlichst eingeladen waren. Herr Kuratus Simon hieß in seiner Begrüßungs­ansprache alle Erschienenen herzlich willkommen und erteilte dem hochw. Herrn Bcnefiziaten Krieg aus Fulda das Wort, welcher in bekannter Beredtsamkeit das Konstantinische Jubiläum feierte. Herr Kuratus Simon dankte dem hochw. Herrn Redner für den vor­trefflichen Vortrag und lenkte die Blicke nach Rom und schloß mit einem Hoch auf den heiligen Vater, in welches alle begeistert einstimmten. Lehrer Reu­ter aus Bad Orb erhielt bann bas Wort unb er­wähnte bas Jahr 1913 mit seinen verschiedenen Ju­biläen. Er gedachte ganz besonders des großen Ju­biläums der Völkerschlacht bei Leipzig und schloß mit einem Kaiserhoch, dem sich die Kaiserhymne anschloß. Noch einmal ergriff Lehrer Reuter bann bas Wort unb forderte alle Anwesenden zur Einigkeit auf. Einen Appell richtete er an alle Nichtmitglieder, dem Volksverein beizutreten. Er wies auf die großen Vorteile des Volksvereins hin und schloß mit einem Hoch auf den Volksverein. — Abwechselnd wurden die bekannten Lieder des Volksvereins gesungen mit Begleitung des Harmoniums, die in liebenswürdiger Weise Herr Lehrer P l e i n e s besorgte. Herr Ku- ratüs Simon dankte allen Anwesenden für ihr Er­scheinen und versprach für den Winter noch mehrere, derartige Familienfeiern. Die Familienfeier, erfreute sich eines außerordentlich starken Besuches, wie er nie stärker gesehen wurde. Mit größter Befriedigung kehrten alle "heim. ~ c ,

(:) Lauterbach. 14. Olt. 1913. In der Nackt auf Montag brannte die der Dreschgesellschaft Sauter« buchgehörendeDresckhalle vollständig nieder. Die in der Halle stehende Dreschmafchine sowie der elektrische Motor wurden vom Feuer vernichtet. Ferner verbrannten drei Leiterwagen mit Frucht. Der Scha­ben ist durck Versicherung gedeckt.

!! Frankfurt, 14. Okt. 1913. Die Frankfur­ter Zentrumspartei hielt gestern abend hier eine große Versammlung ab. Tr. Scharmitzel- Köln sprach über den Zentrumsgedanken und die Einigkeit im Zentrum und bekannte sich zu dem Worte Tr. Julins Bachems: Tas Zentrum bleibt wie es ist und war. Sodann nahm Parteisekretär G e i s Stellung zu den Eingriffen der gegnerischen Presse auf das Zentrum anläßlich des Falles D r. Al­berti. Die gegnerische Presse habe die Zen­trumspartei für die bekannten Kundgebungen verantwortlich gemacht. Von den führenden Leuten ist jedoch weder in der Nikolaikirche noch int Börsensaal jemand zugegen gewesen. Auch war keine Parole aus^>-^ben worden, dort r>l reden

Lokaler.

Fulda, 15. Oktober 1913.

# Verliehe« wurde dem Reg.-Laudmeffer Dorn in Fulda eine etatswäßigeVermessungsbeamtenstelle.

□ Zur Feier des 100jährigen Gedenktages der Völkerschlacht bei Leipzig versammeln sich die hiesigen vereinigten Kriegervererne und die Kriegersanitäts­kolonne Samstag den 18- Oktober, abends 7 Uhr a m Watsche! zum Abbrennen eines Freudenfeuers, wozu auch die ältere Schuljugend anfgefordert ist. Während des Abbrennens des Feuers werden von der Regimentsmusik einige Choräle vorgetragen und der Kreiskriegerverbandsvorsitzende wird eine patrio­tische Ansprache an die Vereine und die Jugend richten. Von da bewegt sich dann ein F a ck e l z u g obiger'Vereine am Militärlazarett vorüber durch die Leipziaerstraße, Kurfürstenstraße, Bahnhofstraße zum beleuchteten Kaiser Friedrichdenkmal, woselbst unter Vortxag. eines Chorals und des Zapfenstreichs ein Kranz niedergelegt wird. Von dort geht der Zug über den Buttermarkt, Friedrichstaße zum Stadtsaal. Daselbst findet ein großer Festkommers statt, zü dem die hiesigen Behörden, Vereine und die ge­samte männliche Bürgerschaft Fuldas eingeladen sind. ■ Bei sehr ungünstiger Witterung tritt der Fackelzug an der Hauptwache an, zieht nach dem Kriegerdenkmal, von da über die Kurfürstenstraße, Kaiser Friedrich-Denkmal nach dem Stadtsaal. Die Anregung der Kriegervereine, .an dem Festabend, die Häuser zu illuminieren, hat in der Bür­gerschaft viel Anklang gefunden.

(!) DaS 50jährige Dienstjubiläm» feiert heute Herr Gütervorfteher Gottfried Voß hier. Am 15. Oktober 1863 trat er in daS deutsche Heer ein, an dessen Ruhmestaten in den Kriegsjahren 1866 und 18/0/71 er ehrenvollen Anteil nahm. In dem Feldzug gegen Oesterreich kämpfte er mit in den Schlachten bei Münchgrätz, Povol, Köuiggrätz und Preßburg. In bet Schlacht bei Königgrätz wurde ihm eine beson­dere Auszeichnung für die vor dem Feinde bewiesene Tapferkeit verliehen. Im deutsch-französischen Kriege nahm er im 3. Thüringischen Inf.-Regt. Nr. 71 (Erfurt) an den Schlachten von Weißenburg, Wörth, Beaumont, Sedan und Paris teil. Nach 13jähriger Laufbahn im Heere trat er in den Dienst der Eisen- bahnverwaltung über und ist seit 1898 in Fulda als Gütervorsteher tätig. Der Jubiläumstag des pflichttreuen Beamten gab der Allerhöchsten Stelle Anlaß, ihn durch Verleihung des Kgl. Kronen- ordenS IV. Klasse auszuzeichnen. Der Orden wurde dem Jubilar gestern durch die zuständige Eisenbahnbehörde überreicht. Auch zahlreiche sonstige Ehrungen wurden Herrn Voß zuteil.

△ Die Hausgewerbetreibenden sind gleich den männ­lichen und weiblichen Dienstboten vom nächsten 1. Januar ab der Versicherungspflicht bei den Krankenkaffen unterstellt. Die Bestimmungen des Bundesrates über die Ausführung der besonderen Vorschrijten für die hausgewerbliche Krankenver­sicherung sind noch nicht ergangen. Da die Auftrag- gebet der Heimindustrie sowie die Hausgewerbe- treibenden und ihre Beschäftigten ein starkes In­teresse an der möglichst frühzeitigen Kenntnis dieser Ausiührungsbestimmungen haben, so haben die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft den Bundesrat um un- verzüglichen Erlaß der eriorderlichen Verord­nungen gebeten.

x. lieber die Unterstützung der Witwen von Kriegs­veteranen wurden wiederholt Anfragen an uns ge­richtet. Folgende Ausführungen werden zur Klärung dieser Frage beitragen:

Unter den hier unb in der Umgegend ansässigen Witwen von Kriegsteilnehmern aus den Jahren 1866 und 1870/71 herrscht vielfach die Meinung, daß durch das neue Gesetz über die Beleranenbeihilse allen Veteranenwltwen vom 1. Oktober l. I. ab eine lausende Unterstützung in Höhe eines Quartals der jetzt gesetz­lichen Beteranenbeihilfe von monatlich 12V, Mark, dem­nach überhaupt von 37 V, Mark jährlich, zugebilligt worden fei, und daß sie nur einen hierauf gerichteten Antrag bei den zuständigen Zivil- oder Militär­behörden (Landratsamt, Hauptmeldeami) zu stellen brauchten, um in den dauernden Bezug dieser Unter« stvtzung zu gelangen. DteseMeinung ist nicht begründet. Sie beruht auf einer mißverständlichen Auffassung der­jenigen Bestimmung des erwähnten Gesetzes, nach welcher den Witwen von Kriegsteilnehmern, welche bereits die Beteranenbeihilfe beziehen, bei deren Ableben noch einCuartal der Letzteren ausgezahlt werden soll, ähnlich dem sog. Gnadenguartal, welches den Beamten-Witwen zusteht. Weiter ist den Beteranen­witwen auch tn dem neuen Gesetz trotz zahlreicher aus Bewilligung einer dauernden laufenden Unterstützung an die Königliche Staatsregierung und den Reichs-- tag _ gerichteten Petitionen wegen des Mangels verfügbarer Mittel nichts zugestanden worden. Diejenigen Veteranenwitwen, welchen das erwähnte Gnadenguartal nicht zulommt, werden daher wohltun, von der jedenfalls doch vergebtichcn Geltendmachung deS eingangs gedachten vermeintlichen, in Wirklichkeit aber nicht bestehenden An pruchs überhaupt Abstand zu nehmen, ba zwecklos erhobene Gesuche boch nur Ent­täuschung unb Aerger bereiten.

Ter zuletzt dargestellte Tatbestand ist in einer Notiz der ,Fuldaer Zig/ am 30 Sept, klar zum Ausdruck getommen.

a Personenstandsaufnahme. Wir machen darauf aufmerksam, daß heute die Personenstandsaufnahme stattfindet. Die Haushaltungsvorstände müssen heute die Bogen ausfüllen und diese bis spätestens morgen abend dem Hausbesitzer oder seinem Stellvertreter abliefern. Die städtischen Beamten holen die Bogen bei dem Hausbesitzer oder seinem Stellvertreter am Freitag, den 17. Oktober, wieder ab.

Ter städtische Fischverkauf ist, wie in den Vor­jahren, auch in diesem Jahre wieder eingerichtet worden. Im Hinblick auf die hohen Lebensmittel­preise, insbesondere die Fletschpreise, ist die Einfüh­rung der billigen, nahrhaften und, wenn gut zube­reitet, sehr schmackhaften Fischspeisen in alle Schich­ten unserer, städtischen Bevölkerung eine gemein« nützige Sache, die verdient, von allen Seiten unter­stützt zu werden. Der Magistrat ist durch die Ab­haltung von . zwei großen Seefischkochkursen im Stadt­saale, in Verbindung mit dem Deutschen Seefischerei- vercin, und. durch eine Anzahl weiterer Kochkurse in der Schulküche für die Verbreitung der Seefischnah­rung stets eingetreten. Zu demselben Zwecke ist der ' städtische Fischverkauf eingerichtet, der int Einverneh­men mit den hiesigen Fischhändlern noch außerdem dazu dienen soll, den weniaer Bemittelten auf die denkbar billigste Art und Weise gute Seefische zu verschaffen. Tie Verkaufsstellen und die Preise wer­den an jedem Di e n s t a g in der Zeitung ver­öffentlicht. Es ist zu hoffen, daß auch unsere Bür­gerschaft die mit dem Fischverkauf erstrebten gemein­nützigen Zwecke weiter fördern hilft. Ebenso worden die H a u s h a 1 t u n g s l e h r e r i n n e n die Mäd­chen der Volksschulen in der Zubereitung der Seefische eingehend unterrichten-

oder zu protestieren gegen die Ausführungen. Diese Kundgebung war ein Produkt der Erregung besonders in den Kreiselt der Bornheimer Katholiken. Redner ging sodann auf die näheren Angriffe in den gegneri­schen Tageszeitungen ein und legte unter stürmischem Beifall energischen Protest gegen die dort gemachten Behauptungen ein. Er schloß seine Ausführungen mit dem Mahnrufe, sich ja nicht an die Wand drücken zu lassen.

w Schwalheim, 14. Okt. 1913. Beim Spielen stürzte gestern ein zehnjähriger Schulknabe in die Wetter und ertrank.

* Aus Franken, 14. Okt. 1913. Der hochwürdige p. Chrpsostomus Luft, Exgeneraldefinitor und Ex­provinzial der baher. F r a n z i s k o n e r p r o v i n z, feierte heute, 14. ds., in der Franziskanerkirchc zu Tölz fein 5 0 jähriges Ordensjubiläum. DerJubilar, der in früheren Jahren auch in mehre- rensränkischen Klöstern, wie Kreuzberg, Dettel- bach, Hammclburg, das Amt eines Hausobern ber3 sah, erfreut sich einer bewunderungswürdigen körper­lichen und geiftigen Frische und ist namentich uner­müdlich int Beichtstühle tätig. — Prinzregent Ludwig von Bayern schenkte den durch das Brandunglück vom 29. September l. I. Betroffenen in Obernburgs 500 Mark — Am 15. d. Mts. beginnt an der Würz­burger Universität die ärztliche Prüfung. 55 Her­ren nehmen teil.

Amt Geisa und Umgebung.

;; Geisa, 14. Okt. 1913. Im Hinblick auf die oft ganz sinnlose Abholzung von Alleen und Baumgruppen, welche die Zierden einer Gegend waren, hat der Bund für Heimatschutz sich hilfeflehend an die deutschen Staatsregierungen gewandt, und fein Ruf hat erfreulicherweise meist ein williges Gehör gefunden. So verfügte das meimarischeStaats- tuinisterium an die Bezirksdirektoren u. a. fol­gendes :

Die jüngst durch die Lokalpresse verbreitete Nach­richt, daß die in der Nähe des Bahnhofs Marksuhl ge­legene Linde dem Absterben entgegenginge, gibt uns Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß es doch im Interesse der einzelnen Gemeinden liegt, derartigen charakteristischen Gebilden der Pflanzenwelt ebenso wie anderen Naturdenkmälern eine besondere Pflege unb einen erhöhten Schutz angedeihen zu lassen. In der Regel wirb es möglich sein, ohne erbeb» liche Aufwendungen nach sachmrständiger Anleitung etwaigen Beschädigungen solcher Bäume rechtzeitig vorzu- beugen, ober ihre Wirkung berattig abzuschwächen, daß die Erhaltung des Baumes für absehbare Zeit nicht in Frage gestellt wird. Alles, was einer Ortschaft ein charakteristisches Gepräge verleiht, was gewissermaßen als ihre Wahrzeichen betrachtet werden kann, sollte den Gemeindeangehörigen so lieb unb vertraut fein, daß sie die geringe Mühe unb die gennglügigen Aufwendungen, die die Erhaltung solcher Gegenstände erfordert, nicht scheuen sollten.

(!) Geisa, 15. Okt. 1913. Der Stadtvorstand und der Vorstand des Krieger- und Mtlikärvereins Geisa haben für die Gedenkfeier der Völkerschlacht bei Leipzig folgendes Programm ausgestellt: Am Sonntag, den 19. Oktober findet abends 6 Uhr vom Gangolfiberg aus ein Fackel- bezw. Lampwnszug statt. Um 8 Uhr ist Festkommers in der „Linde" mit nach­folgendem Ball. Außerdem soll eine Illumination der Häuser vorgenommen werden.

’!! Vacha, 15. Okt. 1913. Am Freitag den 24. Okt. findet Hierselbst int Rathaussaale eine Sitzungdes Bezirks cfusschusscs statt. Auf der Tages­ordnung steht u. a.: Beschwerde gegen die Bürger­meisterwahl in Buttlar.

* Stadtlengsfeld, 14. Okt. 1913. Es kommt noch häufig vor, daß Anträge auf Katastrier u n g von Plänen beim Amtsgericht Hierselbst gestellt werden. Seit dem 1. Oktober jedoch sind derartige Anträge beim Vermessungsamt in Vacha zu stellen, dem die Bezirkskatastricrung von dem ge­nannten Zeitpunkt ab übertragen worden ist.

* Unteralba, 14. Okt. 1913. Am gestrigen Tage fand hier die Einweihung der neuen kath. Schule durch Bezirksdirektor Baron v. Groß und Baurat Jaenisch aus Dermbach statt. Bürgermeister Gehb hielt die Festrede und bewillkommnete Herrn Lehrer Fromm in seinem neuen Wirkungskreise. Die in reinem Rhönstil gehaltene Schuld ist eine Zierde unseres Ortes sowie der ganzen Umgegend Die Bau­leitung hat Bauassistent Landmann, der allen Gewer­ken feine Anerkennung aussprach, inne gehabt.

AusGberheffen u. den Hess. Aemteri .

* Marburg, 15. Okt. 1913. Heute nimmt das Wintersemester an der hiesigen Universität sei­nen offiziellen Anfang. Die Einschreibungen Wiehert mit dem 5. November. Die endgültige Immatriku­lation findet Samstag den 15. November, vormittags 11 Uhr, in der Universitätsaula statt. Für das Be­legen und die Annahme der Vorlesungen ist der 14. November der letzte Termin. — Der ordentliche Pro­fessor der Geburtshilfe und Gynäkologie an der hie­sigen Universität, Geh Medizinalrat Dr- Friedrich Ahlfeld, begeht am 16. Ott. feinen 70. Geburts­tag.

A Kirchhain, 15. Okt. 1Ö13. Die letzte Stadt­verordneten Sitzung beschäftigte sich auch mit der Ohmregulierung. Nach dem gefaßten Beschluß stimmt die Stadt Kirhain der Ohmregulierung nur zu, wenn die Ausführung zugleich mit der Ver­koppelung geschieht, wenn der Staat feine Beitrags­kosten erhöht, wenn das ganze Projekt zur Ausiührung gelangt und wenn die Kosten auf den Grundeigen­tümer nmgeleat werden.

# Ziegenhain, 14. Ott. 1913. Auch im nahen Niedergrenzebach soll die G e d e n k f e i e r an die Völkerschlacht bei Leipzig festlich begangen werden. Am Sonntag findet ein Familienabend mit theatralischen Aufführungen i:. a. statt. ♦

[:] Neustadt, 14. Okt. 1913. Auf Anregung des Kgl. Landrates und des Vorsitzenden des Kreiskrieger­verbandes beabsichtigt unsere Stadtverwaltung in Verbindung mit anderen Vereinen eine gemein­schaftliche Erinnerungsfeier am 18. Oktober abzuhalten. Tie Schulkinder beteiligen sich durch Lampionzug. Die Lampions werden durch die Stadt angeschafft. Außerdem wird auf dem Karrn- berge ein mächtiges Freudenfencr abgebrannt.

* Homberg (Dbm), 14. Okt. 1913. Am Sonntag abend brach im Haase des Besitzers Strauch in der Neustadt ein Feuer aus. Auf dem Boden des Hauses verbrannten etwa 10 Zentner Heu. Durck eifrige Bemühungen konnte man dis Feuer au? seinen Herd beschränken. Mau vermutet Brandstiftung.- Es ist dies die vierte Bransstistung in Homberg unter« halb eines Jahres.

vermischtes.

* Ein Zeichen der Zeit. Das am 1. Oktober 1907 begründete Heim für stellenlose Kaufleute in Hamburg gewährte, wie der Geschäftsbericht mit­teilt, in der Zeit seines Bestehens außer Kaufleuten auch einer größeren Zahl von Stellungslosen aus an­deren Berufen Unterkunft und Beschäftigung. Unter diesen befanden sich: Dottores juris und med., Refe­rendare, Amtsrichter, Apocheker, Postsekretäre und -assistenten, Eisenbahnassistenten, Lehrer, Techniker und andere Staatsbeamte. Das Alter schwankte zwi­schen 17 und 62 Jahren. Durchschnittlich befinden sich 25 bis 30 Insassen in dem Heim. Beschäftigt werden die Heiminsassen mit schriftlichen Arbeiten aller Art: Adressenschreiben, Vervielfältigungen, Ma­schinenschreiben und Stenographie.

* In Notwehr. Unweit Brühl bei Köln wurde nachts in einer abgelegenen Wirtschaft der Wirt von einer Anzahl Burschen überfallen. Er schoß sein Ge­wehr blindlings auf die Angreifer ab, von denen einer getötet unb mehrere schwer verletzt wurden.

* Ein gesundes Dorf. Ein Ort, in dem es sich offenbar gut und vor allem lange leben läßt, ist das Dorf Kriadztar im Kreis Gleiwitz in Schlesien. In diesem Dorfe, das nur 36 Familien umfaßt, wurden im letzten Jahrzehnt nicht weniger als sechs goldene Hochzeiten gefeiert. Die letzte war die des ehemaligen Wirtschaftsbesitzers Mathias Grolla uni seiner Frau. Vor zwei Jahren beging der Bruder Franz des diesjährigen Jubilars den fünfzigsten Jah­restag seiner Hochzeit. Der Vater der beiden Jubel­greise, der die Feldzüge in den Jahren 1813-14 mit­gemacht hat, erreichte ein Alter von 97 Jahren.

* Drei geisteskranke Verbrecher sind aus der schlesischen Provinzial-Jrrenanstalt P l a g w i tz ent­sprungen. Sie hatten die Eisenstäbe des Zimmers des festen Hauses, in dem sic untergebracht waren, durch­sägt. Die Flucht geschah in der Nacht zum Samstag. Bis jetzt ist es nicht gelungen, die Flüchtigen, die sich in Anstaltskleidung befanden, zu ermitteln.

* Neun Personen ärtrunten. In LYsko (Ga­lizien) wollten neun Personen, die vom Jahrmarkt heimkehrten, über den Fluß, dessen Brücke vom Hoch- Wasser fortgerissen war, in einem Kahn übersetzen. Der Kahn kippte in der Mitte des Flusses um, und alle neun Insassen ertranken.

* Ungliickssäüe in Japan. Ein Kutter des Kreu­zers „Kawatschi" schlug bei Tsuchisaki um, acht Ma­trosen ertranken. Ferner haben sich zwei schwere Bahnunfälle ereignet; auf der Fukui-Bahn wurden durch einen Erdrutsch sechs Arbeiter getötet und viele verletzt. — Bei Fukushima stürzte ein Bahu- tunnel ein. 10 Personen wurden getötet und 14 schwer verletzt.

Handel mit) Industrie.

4 Berlin, 14. Ott. 1913. Zwangsverkäuse be­wirkten weiteres Abbröckeln der Börsenkurse. Be­sonders ungünftiaen Einfluß übten die Exekutionsver« taufe einer Breslauer Getreide- und Produklenfirma aus. Auf dem.Montanmarkt verstimmten ungünstige Nachrichten aus der Industrie, so besonders der weitere Rückgang der Stabeisenpreise. — Piivalb'skont unverändert.

:: Kommunale Pumpwirtschaft und Geldmarkt. Die „Köln. Volksztg." richtet folgende M a h n u n g an die Städte: Die deutschen Städte können das Pumpen nicht lassen. Teilweise hat das seinen Grund in wirklichen Bedürfnissen, deren Befriedigung sich nicht zurückweisen läßt, teilweise aber auch in der Sucht nach „Repräsentation". So wurde in diesen Tagen wieder von einer größeren schlesischen Stadt gemeldet, daß sie eine Riesenanleihe aufnehmen wolle, deren Erlös nur zum Teil werbenden Zwecken dienen soll, zum erbeblicken Teil aber der Aufführung neuer Bauten. Die Städte täten gut daran, in diesen Zei­ten schwierigen Geldmarktes und bei der großen Unsicherheit der näcksten Zukunft des Geld- marttes neue Bauten, soweit sie nicht unumgänglich notwendig sind, noch möglichst lanae zurückzustellen. S'e schaden sonst ihrem eigenen Kredit und auch der Allgemeinheit. Und wenn sie der Allgemeinheit da­durch sckaden, daß sie zur weiteren Versteisimg von Geld beitraaen, so sckaden sie dadurch mittelbar wic- her kick selbst, weil ja ihre Bürger unter Anspannung

"'markt viel zu leiden haben.

Gotiesdienftordnung.

Pfarrkirche zum hl Geiste. Einem vielseitig aus­gesprochenen Wunsche entsprechend, werden in der Hospitalkirche die Borbereitungsandachten zur bl. Mission am 16., 17. und 18. Oktober nicht um 8, son­dern um 5 Uhr gehalten. Huhn, Pfarrer.

Reklamen- und Anzeigenteil.

Kinder und Scotts Emulsion.

Sie sollten einmal dabei fein, wenn meine Kmber Scotts Emulsion bekommen, wie sie um die Mutier herumstehen, vor Freude ganz aufgeregt sind unb sich d intm streiten, wer am Schluß den Pfropfen und den Löffel ablecken darf. Meine sämtlichen Kinder, 2 Buben uno 2 Mädchen, haben Scotts Emulsion vom dritten Monate an erhallen und sind dabei kräftig gediehen. Der Einfluß des Präparates auf die ganze Entwickelung der Heranwachsenden Kleinen ist unverkennbar, ein ge­höriger Appetit geht mit regelmäßiger Gewichtszunahme Hand in Hand, ebenso fehlt es nicht an Munterkeit unb geistiger Regsamkeit. Daß bei meinen Kindern die so gefürchtete Zahnzeit sozusagen spurlos vorübergegangen ist, versteht sich bei Scotts Emulsion ja ganz von selbst. Alle meine Bekannten, denen ich dieses vorzügliche Kinder- kiästigungsmiltel empfohlen habe, sind mir hierfür sehr dankbar gewesen, auch sie sind, gerade so wie rch, des Lobes voll über Scotts Emulsion.

«rauichcl l. «4., 19. Sept. 1912.

(gej.) J»kef Wagner,

In keiner Klnderstube sollte Scotts Emulsion als Kinverstarkungsmittel fehlen. Den Kleinen gereicht daS regelmäßige Einnehmen von Scotts Emulsion zum Segen — die Ausgabe hierfür wird

sich reichlich lohnen.

Man amte aus die Schutzmarke — Fischer mit großem Dorsch aus dem Rucken — der tyreunb der Kinder.

Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwar nie lofe na» Gewicht oder Mab, sonderen nur in wt. siegelten O-tainalslaichen in Karton mit unserer Schußmarke Micher mit dem Dorsch). Scott Bowne. ®. m. b. H., ,rran!furt a/aL

Gehalt, ca.: Feinster «edizinai-Lederlran >a0,u. pr,-na Gchzerinso.o, nnterphoephorigsaurer Kalk 4,3, unterphoSpborigsaures .'.'atron ^,0, puto. Tragant 3,0, fein et atab. Summt pulv. 2,0, Walser 129 Ailohot 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- ul üiaultberiaöl ie 2 Tropsen.