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IX Der Steuer-General-Pardon.
/ Eine kurze Spanne Zeit trennt die Wehrsteuer« iTipllarakionspflichtiaen, das sind diejenigen, welche <tn vermögen von mehr als 20 000 Mk., oder die "ba. mehr als 4000 Mk. Einkommen mehr als 10 OO) 'Mark Vermögen haben, von der Abgabe einer Ver- Mögenserklärnng. Bei einem Einkommen von min- teftens 4000 Mk. sind also auch die Besitzer von Vermögen zwischen 10 und 20 0-90 Mk. deklarations- Mjchtig haben auch ohne besondere behördliche Aufforderung nach einem be- stmunten Formular, das noch veröffentlicht wird, zu Marteren. Außerdem sind olle diejenigen zur Abgabe einer Deklaration verpflichtet, welche eine b e- sondere Aufforderung seitens der Veranlagungsbehörde zugestellt erhalten. Daraus ist zu folgern, daß also jede natürliche oder juristische Person auf ergangene Aufforderung deklarieren muß, ganz gleich, ob sie wirklich Vermögen hat oder nicht. Schon jetzt werden in den breitesten Kreisen irrige Ansichten laut,. weshalb ich nochmals wiederhole: Jedermann hat zu deklarieren, wenn er hierzu aufgefordert wird. Ob er aber später zur Wehrsteuer veranlagt werden kann, ist eine Frage für sich. Geldstrafen und Zuschläge sind die Folgen nicht rechtzeitiger oder unterlassener Deklaration.
Die Deklaration ist nach b e st e m Wissen und Gewissen abzugeben und der Pflichtige hat auf Erfordern die Höhe seines Vermögens nachzu- Meisen. Er ist insbesondere verpflichtet, der Veranlagungsbehörde Wirtschafts- oder Geschäftsbücher, Verträge, Schuldverschreibungen, Zinsguittungen, Abrechnungen von Banken oder ähnlichen Unternehmungen und andere Schriftstücke, welche für die Veranlagung von Bedeutung sind, zur Einsicht und Vrüfung vorzulegen. Die Einsichtnahme und Prüfung der Bücher und Schriftstücke des Beitragspflichtigen soll tunlichst in dessen Wohnung oder Geschäftsräumen erfolgen.
Die Verpflichtung zur Beweisfübrung ist also sehr ausgedehnt. Hieran möchte ich die W a r n u n g v o r falschen Angaben knüpfen. Die Zeitungen haben hinreichend über die Folgen falscher Angaben, Verschleierungen. Verbringen von Vermögen ins Ausland zum Zwecke der Verheimlichung von Vermögen, sowie über Strafen, unter Umständen Ge- fängniS, — Nachsteuern usw. berichtet, sodaß ich darauf verzichten kann, hieraus nochmals näher einzugeben. Ich kann mich darauf beschränken, nochmals vor falschen Angaben zu warnen und dringend zu raten, etwaige frühere Vergehen nach dieser Richtung hin rechtzeitig q u t z u m a ch e n, das heißt, sein Gewissen durch recht baldiges Einqestehen der Verfehlunaen zu entlasten und damit schweren Folgen vorzubeugen.
Hierzu bringt die Deutsche Steuerzeitung (Okt. 1913, Frankfurt a. M., Monatsschrift auf dem Gebiete des Steuerwesens aller Bundesstaaten) in Erinnerung, dak den Defraudanten in den Bestimmungen des § 68 des Wehrbeitragsgesetzes ein Mittel an die Hand gegeben ist, das ihnen sobald nicht wieder geboten werden dürfte.
Der sog. Amnestie-Paragraph lautet: § 68 „Gibt ein Beitraaspfiicktiaer bei der Veran lagung zum Webrbeitraq oder in der Zwischenzeit feit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes bei der Veranlagung zu einer direkten Staats- oder Gemeindesteuer Vermögen oder Einkommen an, das bisher der Besteuerung durch einen BundeSktaat oder einer Gemeinde entzogen worden ist, so bleibt er von der landesaesetzlichen Strafe und derVervflichtungzurRachzahlungderSteuer für frühere Jahre frei."
Eine bedeutsame Bestimmung, voller Wohlwollen und Entgegenkommen für alle die, sagen wir aus „Sparsamkeitsgründen" auf verbotenem Wege gewandelt sind oder vielleicht noch auf ihm wandeln.
Es ist bekannt, daß manche Steuerhinterzieher fortgefetzt von schweren Gewissensbissen geplagt werden, da sie sich jeden Augenblick der Entdeckung und den mehr als unliebsamen Folgen geaenübersehen. Ich weiß aus meiner langjährigen Praxis in StaatS- und Gemeinde-Steuer-Verwaltunaen darüber ein
mungen keine Anwendung mehr, der Saumselige wird bann die volle Wucht der Folgen zu tragen haben.
£ofak$.
Fulda, 13. Oktober 1913.
# Justizpersonalien. Der Landrichter Dr. Eise n m a n n in Dortmund ist nach Hanau versetzt worden.
+ Verdingung des Schulneubaues am Kronhof Am Samstag wurden die Offerten für die Arbeiten zum Neubau bet dompfarrlichen Volksschule eröffnet. Die, Submission hatte folgendes Ergebnis: a) Natürliche Fundierung (Erdarbeiten): Richard Mtdih-Fulda 8224 Marl; Ernst Kramer-Fulda 8224 Mk.; Joseph Kollmann-Fulda 10005,30 Mk.: Paul Zürner-Kaffel 10133,20 Markt; Rützel und Rommel-Fulda 11127 Mark; Gesellschaft für Eisenbeton-Gießen 11875 Maik: (Belonarbeiten) Joseph Kollmann-Fulda 19940 Mark; Gesellschaft für Eisenbeton-Gießen 23954 Mark; Rützel und Rommel-Fulda 26981 SDiart; Ernst Kramer-Fnlda 27169,50 Mark; Paul Zürner-Kassel 29331,50 Mk. b) Ausführung in Eisenbetonpfahlgrün, düng (Erdarbeiten): Johann Odorico-Frankfurt 1365 Mk.; Züblin u. Co.-Straßdurg 1375 Mk.; Paul Zürner-Kassel 2625 Mk.; Hermann Hodes- Fulda 2(937,50 Mk.; Tyckerhoff u. Widmann Biebrich a. Rh. 2078,oO Mk. (Beton- und Ramm- arbeiten): Rheinische Betonbaugesellschaft-Mainz 18428,50 Mk.; Johann Odlnieo-Frauksurt 19577,50 Mark; Johann Odorico Frankfurt 19962,50 Mk.; Ways u. Freytag, Ä.-G., Frankfurt 19962 Mk.; Wäys n. Frcytag, Ä.-G, Frankfurt 20013 Mk.; Paul Zürner-Kassel 21 005 Mk.; Züblin u. Co.- Slraßburg 23691,50 Mk.; Tyckerhoff u Wid- wann, Biebrich 23786,20 Mk.; Hermann Hobes- Fulda 24 779,50 Mk.; Tyckerhoff u Widmann, Biebrich 24858,50 Mk.
rn Die Konkurse in der Provinz Heffen-Nasiau. Soeben erscheint die durch Bundesratsbeschluß angeordnete alljährlich Konkursstatistik. Sie enthält wiederum umfangreiche Angaben über die neuen Konkurse im Deutschen Reiche, über die Beendigung und die sinanziellen Ergebnisse der Verfahren. Die neueste Zusammenstellung gibt die wirtschaftlichen Zusammenbruche im Jahre 1912 wieder. Darnach ist die Zahl der neuen Konkurse im Jahre 1912 'im Deutschen Reiche 12 094 gegen 11 031 int Jahre 1911, darunter wurden wegen Massemangels abgelehnt 2885 Konkursanträge. Es ist zu beachten, das; die Statistik auch diese abgelehnten Anträge als neue Konkurse zählt. Beendet wurden 8356 Konkurse, nämlich 5661 durch Schlußverteilung, 1772 durch Zwangsvergleich, 149 infolge allgemeiner Einwilligung und 784 wegen Massemangel, lieber die wichtigsten finanziellen Ergebnisse berichtet die Statistik, daß rund 400 Millionen Mark Konkursforderungen vorhanden waren, denen nur 95,5 Millionen Mark Teilungsmasse gegenüberstand. Die Summe der bevorrechtigten Konkursforderungen wurde zu 80,8 Proz. befriedigt. Von den nicht bevorrechtigten Forderungen wurden nut 15,4 Proz. befriedigt. Heber den Anteil der Provinz Hessen-Nassau an den Konkursen des Jahres 1912 geben folgende Zahlen Aufschluß. Neue Konkurse wurden gezählt 336 (im Vorjahre 335). WaS die Art der Erledigung angeht, so wurden von je 100 Konkursverfahren beendet durch Schlußverteilung 65,3 Verfahren. Mit diesem Anteile steht die Provinz Heffen-N'ffau sowohl dem Durchschnitt für Preußen (65,4) wie dem für das Reich (67,7) ungefähr gleich. Durch Zwangsvergleich kamen 25 Proz. der Verfahren in Hessen-Nassau zur Erledigung, der Durchschnitt für das Reich stellt sich hier auf 21,2, für Preußen auf 23,6. Mangels hinreichender Masse wurden von je 100 Verfahren 8,9 beendet. Durchschnittlich entfallen in Preußen auf 100 beendete Konkursverfahren im Jahre 1912 9,3 Verfahren, die mangels hinreichender Masse zur Erledigung kamen, für das Reich ergibt sich ein Durchschnitt von 9,4. Die Verluste durch Ausfall der nicht bevorrechtigten Konkursforde- runaen erreichen für das Jahr 1912 in Hessen-Nassau die Summe von 8,88 Millionen Mak gegen 8,80 im
Liedchen zu singen und von den zahllosen Mittelchen, manchmal auch nur Hänlid^ert Versuchen, zu berichten, die angewandt werden, um sich „vor der ©teuer zu drücken". Wenn die Betreffenden, die meist die komplizierten Steuergesetze nur sehr oberflächlich oder von den Biertischerörterungen ber beherrschen, wüßten, wie leicht ihre Manivnlafionen ans Tageslicht kommen können, in vielen Fällen auch kommen, und welche Mittel. Unterlagen und Nachrichten den Steuerbehörden an die Hand gegeben find, hinter b*e Schlicke >,u kommen, der würbe sick hüten, auch nur einen Pfennig zu verschweigen. Durch gegenseitige Mitteilungen ber Behörden unter sich, durch Zufälle, durch Kreuzfraaen gewiegter Steuerbeamten, besonders aber auch durch zahlreiche Denunziationen, werden oft mit einem Schlage die Karten aufgedeckt. Wie oft berichten die Zeitungen über schwere Steuer-Desrau- bationen Verstorbener unter voller Namensangabe, die durch die Nacklaßakten. die von d-n Erbschasts- fteuerämtern den Steuerbehörden zur Verfügung gestellt werden, letzteren bekannt werden. Den Verstorbenen kann man nickt mehr belangen, sein allzeit guter Name aber ist geschändet und die Erben müllen die Folgen tragen und nacksteuern. Ein häßliches Bild rollt sich auf, man bat den Verstorbenen, der ost Träger zahlreicher öffentlicher Ehrenämter war, als Ehrenmann gekannt. Mit einem Male versliicktet das „dauernd ehrende Angedenken" und die allgemeine Verachtung gebt auf die hinterlassene Familie über. Etwas bleibt immer hängen. Das alles, um womöglich einige Mark Steuern, die zu leisten dem Verstorbenen eine Kleinigkeit gewesen wäre. Lieber versteuere man den letzten Pfennig!
Weder Strafe noch Nachsteuer, bei keiner Steuer, auch nickt für rückliegende Zeit., trifft denienigen, ber rechtzeitig vor ber zuständigen Behörde das Entzogene angibt.
Man kann die Berichtigung schon bald bei irgend einer der bevorstehenden Veranlagungen hei der Behörde anbringen und zwar bis zur Veranlagung des Webrbeitrages. Nackber finden die Amnestiebestim-
Dorjahre. Schwerste Konkursfälle, also solche, in denen die nicht bevorrechtigten Konkursforderungen völlig ausfielen, wurden 103 gezählt. Bei den beendeten Verfahren betrug die Schuldenmaffe 10 000 bis 20 000 Mk. in 62 Fällen, 20 000 bis 50 000 Mk. in 46 Fällen. 50 000 bis 100 009 Mk. in 22 Fällen und 100 000 bis 500 000 Mk. in 20 Fällen. Bei 2 Verfahren bezifferte sich die Sckulden- mafi'e auf 500 000 bis 1 Million Mark. Beendet wurden von den 248 Verfahren 64 in weniger als 6 Monaten, 49 in 6 bis 12 Monaten und 76 in 2 bis 3 Jahren.
hk Ehrenurkunde der Handelskammer für Anige- stellte und Arbeiter. Seit einiger Zeit verteilt die Handelskammer Hanau, wie dies von verschiedenen anderen bereits geschieht, als gesetzliche Vertreterin von Handel und Industrie ihres Bezirkes, Ehrenurkunden an Angestellte und Arbeiter, welche mindestens 25 Jahre im Dienste derselben Firma tätig gewesen sind und sich durch Pflichttreue und gute Leistungen ausgezeichnet haben. Die Ehrenurkunde verdankt ihren künstlerischen Entwurf dem Lehrer an der Königlicken Zeichenakademie Hanau, Richard Estler. Die Urkunde zeigt in der Mitte oben das Hanauer Wappen und unten die Wappen ber Kreisstädte aus bcm übrigen Handelskammerbezirk (Fulda, Gelnhausen, Schlücktern, Hünfeld und Gersfeld!. Um den in der Mitte stehenden Text herum sind Embleme ber wichtigsten Industriezweige gruppiert, welche im Handelskammerbezirk vertreten sind, nämlich links: Ebelmetallindustrie, Diamantschleiferei, Maschinenfabrikation, Brauerei. Keramik und Ziegelei: rechts: Tabak-Gewerbe, Druckerei, Textilindustrie, Ehemische Industrie und Gummiwaren- Fabrikation.
Jubelfeier der Turngemeinde. Unter großer Anteilnahme ber Bevölkerung ber Stadt Fulda, der Vertreter ber städtischen und staatlichen Behörden, sowie der Offiziere des hiesigen Feldartillerie-Regi- ments beging gestern abend die Turngemeinde die Feier ihrer Gründung vor 65 Jahren in Verbindung
mit ber vaterlänbischen Jahrhunbertseier. Programmmäßig am 7 Uhr eröffnete bie gesamte Kapelle unseres Ärtillerieregiments bie seitlichen Veranstaltungen. Zu einer kurzen Begrüßungsrebe betrat Herr Erich Großenbach zuerst das Rednerpult und richtete einige herzliche Worte des Willkomms an die Fcst- persammlung. Unter ber guten Leitung bcs Turn- warts Köhler marschierten dann 20 Zöglinge auf bie Bühne, um am Doppelbarren in Gegenüberstellung I eine Gruppe Hebungen burchznnehmen, bie von guter Schulung zeugten. Ter große Männerchor bes evangelischen Arbeitervereins trug baraus zwei stimmungs- voS« K^augsnummern vor. Herr Oberlehrer S ch n L d t e r , ber Vorsitzenbe der Turngemeinde, hielt hieraus bie Festrede. In kräftigen Zügen entwarf er ein Bilb ber Geschichte ber Turngemeinde, ausgehend von der Gründung in dem sturmbewegten Jahre 1848. Nach 15jähriger Pause blühte der Verein int Jahre 1863 wieder neu ans, bie aus der Bachmühle versteckte Fahne würbe toieber zurückge- aebett, unb ein turnerischer Geist burchzog wieder die Reihen des Vereins. In den Krieosjahren 1864-66 und 1870-71 zeichneten sich die Mitglieder durch vaterländische Gesinnung aus, teils indem sie Samariter- bienste übernahmen, teils durch freiwilligen Eintritt in bas Heer selbst. Der Redner gedachte bann der Gründung des Turn- und Fechtklnbs int Jahre 1888 und begrüßte den Bruderverein, der in würdiger Weise dieselben Ziele verfolge wie alle der deutschen Turnerschaft zugehörigen Vereine. Schließlich betonte er, daß bis auf den heutigen. Tag die Turn- aemeinde seit ihrer Gründung die Jugendpflege als chre vornehmste Aufgabe betrachtet habe. Auch jetzt wolle sie mit den zahlreichen anderen Vereinen, die die Jugendpflege in ihr Programm ausgenommen hätten. Hand in Hand aehen, ohne diesen entgegen zu arbeiten. Unter begeistertem Beifall schloß Herr Oberlehrer Schnäbler mit einem Hoch auf bie Turtt- sgche. Ein Theaterstück: „Das Stiftungsfest", erzielte einen durchschlagenden Erfolg, ebenso der Reigen der Damenturnabteilutta. Eine Anzahl Mitglieder, bie unentwegt für die Ideale der Turnsache eingetreten sind, ehrte der Vorstand durch Verleihung ber Ehren- mitgliebsckaft unb einer Medaille am Bande in den Turnerfarben. Es lind die Herren Benedikt Trabert, Karl Büttner. Louis Utb. Beter Simmer, Joseph Hammel und Sckröder. Als Vertreter des Turn- und Fecktklubs übermittelte Herr Ed. Kaufmann die herzl. Glückwünscke und überreichte ein goldener Fahnennagel. Herr Oberregiernnasrat Svringorum und unser Herr Landrat Frbr. v. Dörnberg batten die wärmsten Glückwünsche aus Wiesbaden übersandt. Die Altersriege der Turnaemeinde, unter der Leitung ihres Vorturners Herrn F. Wiegand, zeigten sich als ante Turner am Pferde und wurden mit stürmischem Beifall begrüßt. Den Glanzpunkt ber turnerischen Vorführungen bildete eine Mnsterrieae am Reck. Die ganze Feier der Turngemeinde verlies in der glanzvollsten Weife. Gegen 12 Uhr wurde der offizielle Teil geschlossen. v _ . .
./• Eine G'sillknvrnmng im Backerhandwerk findet Anfang November statt. Anmeldungen stnd unter Beifügung der erforderlichen Paniere bis zum 25. Oktober an den Obermeister der Backerinnung, £>or- bäckermeister ©immer, zu rickten.
A Die Maul- und Klauenseuche im RegieruntzpS- bezirk Kassel. Nachdem die gesamte Provinz Hessen- Nassau lange Zeit von der Maul- und Klauenseuche befreit gewesen war, ist die Seuche nunmehr Wiede r im Regierungsbezirk Kastel zum A u s b r u ch gelangt. Wie nämlick aus den Mitteilungen des Kaiserl. Gesundheitsamtes hervoraebt, herrscht die Seuche zurzeit im Kreise Hofgeismar.
cP Für die Stafetten am 18. Oktober nach Leipzig fanden gestern die B r o b e l ä u f e statt. Zwei dieser Probeläufe postierten gestern nachmittag unsere Stadt. Der eine Sauf ging von Flieden noch Vacha und war besetzt durck Turner des Oberfulda-Werra- gaues. Der andere kam von Ems und endete Wer in Fulda. Er wurde gelaufen von Turnern des Gaues Hessen. An ersterem Laufe nahmen u. a. die Turner von Fulda teil, sowie die von Flieden, Neuhof, Pilgerzell, Künzell unb Bachrain.
-l. Zwei Antodrofchken stießen gestern nachmittag an der Ecke Florenaafse und Dalbergstraße zusammen. 'N« dem einen Wagen wurde das linke Vorderrad völlig zertrümmert.
:: Zulassung. Auf Grund der §§ 11 und 12 des Reicksgefetzes über das Auswanderungswesen vom 9. Juni 1897 ist Herrn Edmund R u s s a ck in Fulda unter Vorbehalt des Widerrufs die Erlaubnis erteilt worden, als Agent der Aktiengesellschaft Norddeutscher Lloyd in Bremen Beförderungsverträge vorzubereiten und zu diesem Zwecke den Auswanderern Empfangsscheine auszufertigen, nach Maßgabe der der Gesellschaft vom Herrn Reichskanzler unterm 28. März 1898 erteilten Erlaubnis unb den dazu ergangenen unb etwa noch ergehenben Nachträgen.
(_) Fußball-Sport. Ueber die Lioaspiele liegen folgende Resultate vor: Kasseler Fußball-Verein gegen Verein für Bewegungsspiele Marburg 3:2. Sportverein Gießen gegen Fußball-Klub Sport Kastel 3:2. Flißball-Klnb Eintracht Kastel gegen Fußball- Klub „Borussia'-Fu lda 2:2. Letzteres wurde als Gesellschaftsspiel auSgetragen, da der bestätigte Schiedsrichter ausgeblieben war. — In Mannheim trafen sich die Mannschaften des Verbandes süd- deutscher Fußballvereine und des Westdeutschen Spielverbandes zum Vorrundenspiel um den Kronprinzenpokal. Süddeutschland siegte mit 3:2.
» Auf die Berfammlung der Schubmacherinnung, die heute abend präzis 8'/- Uhr im Gesellenhouse Rott« findet, fei nochmals aufmerksam gemacht.
Amt Geisa und Umgebung.
— Geisa, 13. Okt. 1913. Gestern sand hier im großen Saale des Gasthoses zur Linde eine sehr zahlreich besuchte Konstantins feier statt. Nachdem Herr Dechant M ed l e r in seiner Begrüßungsansprache auf die verschiedenen Jubiläen dieses Jahres hingewiesen hatte, hielt ein auswärtiger Herr die Festrede. Zwei Bilder, von Herrn Kantor Köhler ein»
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geübt und unter seiner Leitung von einem trefflich geschulten gemischten Chore vorgetragen, tauben stürmischen Äeifall. Mit herzlichen Dank- und Mahn- warten deS Herrn Landesdechanten und dem begeistert gesungenen .Großer Gott, wir loben dich", schloß di, eindrucksvolle Feier. _ . .
* Vacha 12. Oft. 1913. Eine Gewerbe-, Industrie- und Landwirtschaftliche Ausstellung wird im Juli 1914 hier statlsinden. Die einzelnen Aus- schüsie sind bereits gebildet unb baten mit den Vor» arbeiten begonnen. Die Ausstellungsleitung rtdjtef an die Handel- unb Gewerbetreibenden des 4. Verwaltungsbezirks einen Aufruf folaenden Inhalts:
.Im Frühjahr 1911 kann der Gewerbeverein Vacha auf fern ökljähriaes Bestehen zurückblicken, eine spanne Reit, während welcher er feinem Prinzip, Handel und Gewerbe nach Möglichkeit zu unterstützen unb M fordern, im vollen Ginne des Wortes treu geblieben tlt. Um diese Jubelfeier würdig zu begeben, faßte der Gewerbeverein, in Verbindung mit der Handwerker-Verermgmig des Eisenacher Oberlandes, den' Beschluß, für die Ge- werbe- und Jnduflrietreibendeu des 4. Verwattungs- besirkes eine Ausstellung zu veranstalten, die gleichzeitig mit einer landwirtschaftlichen Ausstellung verbunden werden soll. In unserer vorwärts schreitenden Zeit, bte in der Industrie, wie auch in jedem einzelnen Gewerbe so außerordentliche Fortschritte gebracht hat, sollte es jedem Hersteller ein Vedürsnis sein, von Zett zu Zett der großen Oeffentlichleit fein Schaffen und Können zu zeigen. Leider bat es sich gerade im vierten Verwaltungsbezirk, der noch in mancher Hinsicht Hervorraaendes leistet, seit langen Jahren kerne g ü n ft i g e G e l e g e n h e i t zu einer solchen Veranstaltung gefunden. Die vom Gewerbeverein beschlossene Ausstellung soll nun, schon lange gehegten Wünschen ,ent- sprechend, einem Jeden Gelegenheit geben, tn einem abgeschlossenen Gesamtbild Zeugnis abzulegen von der Entwickelung, der Lebensfähiakeit unb der großen Leistungssähigkeit der einzelnen Gewerbe- und Industriezweige. Die Ausstellung soll auch weiteren Kreisen zum Bewußtsein bringen, daß Hersteller und Verbraucher, jeder zu seinem 'Teil, an bet Hebung bet hetmrschen Gewerbe unb Industrien mitwirken kann. Sie 'oll ferner bezwecken, bei allen denen, die es angeht, die Ouanlats- gewinmtng, das Gefühl und das, Verständnis für neue Formen, zu vertiefen unb zu befestigen, unb gleichzeitig auch die Kreife dafür zu interefüeren, die heute noch ferne stehen. So ergeht an alle in Betracht kommenden Kreise des 4. Verwaltungsbezirkes die Einladung, sich zu dieser Ausstellung zu vereinigen, damit aus dem friedlichen Wettstreit von Gewerbe, Industrie, Handel und Landwirtschaft eine eindrucksvolle Kundgebung- heimischen Wollens unb Könnens erwachse".
Aus Oberheffen u. den heff. Remtern.
Ä Marburg, 12. Okt. 1913. In bet Nähe des Dorfes Caldern im hiesigen Kreise rannte heute mittag ein Automobil aus Siegen, in dem außerdem Chauffeur der Besitzer desselben und ein Schulmädchen aus Marburg saßen, an einer Biegung der Landstraße gegen einen Baum. Sämtliche Insassen wurden her- ausgeshleudert. Der Besitzer, der Kaufmann oder Agent sein soll, wurde auf der Stelle getötet, der Chauffeur erlitt schwere Verletzungen und mußte so- fort in die Marburger Klinik transportiert werden, dem Mädchen widerfuhr außer einigen unbedeutenden Abschürfungen nichts. __
△ Marburg, 12. Okt. 1913. Die vom Marburger Gcflügelzuchtverein veranstaltete fünfte hessische Junggeflügelschau, die zugleich die zwölfte allgemeine Ausstellung dieses Vereins ist, erfreute sich gestern und heute zahlreichen Besuches. Die Ausstellung, die sich in der städtischen Festhalle befindet, ist mit rund 500 Nummern beschickt. Beteiligt sind rund 120 Aussteller, darunter die bekanntesten Ge- flügelzüchter beider Hessen.
[:] Neustadt, 12. Oktober 1913. Gelegentlich der V. Heffischen Junggeflügelschau des Geflügelzuchtvereins Marburg, welche am 11. bis 13. Oktober tn der städtischen Festhalle abgehalten wird, hatte auch der Landwirt K. Huber einen vollen Erfolg zu\ verzeichnen. Von 4 eingeschickten Emdener Gänsen' erhielt derselbe bei der heutigen Preisverteilung in der 2. Abteilung Klasse 166 und 167 zwei 4., einen 2. und einen i. Preis mit Ehrenpreis. Der Verkaufspreis der prämierten Tiere schwankt zwischen 100 und 30 Mark.
* Fritzlar, 12. Okt. 1913. Dre Erweiterungsbauten des Kasernements, soweit sie vor Einbringung der neuen Heeresvorlage, beschlossen waren, sind in der Hauptsache beendet. Ter Kostenaufwand beträgt etwa 360 000 Mark. Eine Baukommission hat die Neubauten dieser Tage abgenommen. Aus Anlaß dec Heercsvermehruug werden nun weitere Neu- und Umbauten des Kasernements und seiner Zubehörstücke । erforderlich; dafür sind weitere 240000 Mark ausgeworfen. Da die Stadt vertraglich die erforder-i lieben Bauten ausführen muß, hat sie also 600000 Mark Baukapital nötig, dessen Beschaffung bet der heutigen Lage des Geldmarktes nicht leicht ist.
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