7
M 232.
oiensiag 7. «Mobec 1915.
2. Blatt.
Drud -er tulieer ZIctttnMuttrci in u da.
möchten, damit dort die Sache der Mieter energischer vertreten werden könnte, ähnlich wie es vom rührigen Hausbesitzerverein geschehe. In seinem Schlußwort wünschte Dr. Andler, daß der Versuch des Mieter- vereins, die Aushebung der gemeinen Wertsteucr zu verhindern, von Erfolg gekrönt sein möge.
(?) Der Verein der tzundefreunde Fulda und Um» gegend hielt am Freitag abend i-ine gutbesuchte Generalversammlung im Vereinslokal Zentral- hote' ab. Der Jahresbericht ließ eine rege Tätigkeit aus kynologischem Gebiet erkennen. So unterhält der Verein für Erdhunde einen mustergiltig angelegten Schliefplatz auf der Grillenburg, während für Polizeihunde Dressurübungen im Städt. Irrgarten und im Gelände abgehalten werden. Neuerdings wurde die Abhaltung einer internen Vereinsschau in Aussicht genommen. Auch wird in Kürze eine Gebrauchshundsuche für Jagdhunde mit Prämiierung staltfinden, wozu alle Jagdliebhaber und Besitzer von Jagdhunden zur Teilnahme aufgefordert werden sollen. Die Vorstandswahl Halle das Ergebnis, daß der alte Vorstand wicdergewählt wurde, nämlich Herr Dentist Aug. Walter als 1. Vorsitzender, Weingroßhändler Otto Müller 2. Vorsitzender, Schirmfabrikant Wilh. Schulz 1. Schriftführer, Kaufmann Walter Hoefling 2. Schriftführer, Kgl. Schutzmann Max König Kassierer, Photograph Otto Diel und Brieslräger Leoh. Göllmann Beisitzer. Rach Aufnahme einiger neuer Mitglieder und Verlosung eines deutschen Schäferhundwelpen wurde die Versammlung geschlossen.
(:) Der Schützenverein 1834 hielt am SamStag seine diesjährige Generalversammlung im Vereinslokal »Darmstädter Hof" ab, die sehr stark besucht war. Nach Erstattung des Jahresberichtes und Erledigung der Eingänge schritt man zur Vorstandswahl. Der alteVorstand wurde einstimmig w iedergewählt, ein Beweis, daß die Leitung des Vereins in guten Händen liegt. Den Schluß der diesjährigen Schießsaison wird ein Geflügelschießen bilden, das auf den 12. Oktober angesetzt ist.
△ Am 18. Oktober veranstaltet die Deutsche Turnerschaft anläßlich der an diesem Tage stattfindenden Einweihung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig und der damit verbundenen Feier der 100- jährigen Wiederkehr der Befreiung Deutschlands vom französischen Joch einen Eilbotenlauf. Er ist in 5 Hauptläufe eingeteilt, die alle ihren Anfang an den Reichsgrenzen nehmen. Derjenige Lauf, der die Slrccke Fulda Hünfeld — Vacha passiert, nimmt seinen Anfang am 16. Oktober, morgens 6 Uhr, in Gravelotte, geht durch Fulda am 17. Oktober gegen 6 Uhr nachmittags und erreicht sein Ende am nächsten Morgen gegen 8 Uhr in Leipzig am Völkerschlachtdenkmal. Alle Turner, die sich am Lauf beteiligen, werden namentlich verzeichnet. Diese Verzeichnisse kommen in versiegelte Pergamentrollen und werden im Völkerschlachtdenkmal niedergelegt. Jeder Turner hat eine Strecke von 200 bis 400 Meter zurückzulegen. Sobald er den nächsten Läufer erreicht, übergibt er die vom vorigen Läufer erhaltene, in Leinwand gebundene Pergamentrolle. Für den Obersulda-Werragau ist für den 12. Oktober ein Probelauf sestgelegt, der um 21/* Uhr nachmittags in Flieden seinen Anfang nimmt. Es dürste eine allseitige zahlreiche Beteiligung zu erwarten sein. Besonders erwünscht ist eine rege Beteiligung der Schüler der höheren Lehranstalten. Anmeldungen werden heute abend in der Turnhalle entgegengenommen.
r*T Schöffengericht. Ein hiesiger Fahrradhändler hatte gegen den am 25. September ds. Js. von der Strafkammer Fulda bestraften Fahrradmarder C. Sowada nachträglich Strafantrag wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen gestellt. DaS Gericht er- llärte jedoch die Strafverfolgung für unzulässig, da S. dieferhalb bestraft und das Urteil rechtskräftig geworden sei. Es würde demgemäß auf Freisprechung erkannt. — Um sich sein Fahrrad reparieren lassen zu können, wozu er kein Geld hatte, stahl der 16- jährige Steinhauerlehrling F. R. aus der Ladenkasse eines Kolonialwarengeschäftes am Schweinemarkt ein 5 Markstück. Das Bürschchen hat bereits wegen Diebstahls in 1910 einen Verweis bekommen und muß diesmal seinen Gelddiebstahl mit zwei Tagen Ge- sängnis büßen.
E Auf Brandstiftung deuten verschiedene Feststellungen bei dem Brande am Karlshofe hin. Die eingcäscherten Scheunen halten insgesamt eine laufende Länge von etwa 115 Meter und waren durch massive Zwischenwände und Bansen abgeteilt. Zweifellos muß das Feuer zu gleicher Zeit angelegt morden sein, sonst wäre es unmöglich gewesen, daß mit Blitzesschnelle auf einmal aus allen Scheunen die Flammen mächtig emporloderten. Einen großen Verlust hat u. a. Oberamtmann Kersten-Maberzell erlitten, da er in einigen Scheunen sein bestes Saatgut, Erbsen, Wicken, Sommerweizen rc. untergebracht hatte, das vollständig vernichtet ist. Auch einige Hühner erlitten den Flammentod. Gestern nachmittag weilte eine Gerichtskommission an der Brandstätte.
[] Leichenfund Am 1. Oktober d. Js. vormittags wurde in der Eichwaldstraße in der Nähe der Wertheim'schen Fabrik in Frankfurt a. M. auf einem Kehrichtkasten die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts, in einem Schutzkarton verpackt, vorgefunden. Die Kindsleiche war umwickelt mit einem rot-braun und weiß längsgestreiften Frauenunterrock und zwei Leinenwindeln, die mit der rot gestickten Bezeichnung M. 4 E. und M. 10 E. versehen sind. Der als E. angesehene Buchstabe kann event. auch ein B oder K darstellen. Die Leiche hat wahrscheinlich schon mehrere Wochen gelegen. Um sachdienliche Mitteilungen ersucht das Kgfi Polizei- Präsidium Frankfurt o. M.
-T- Naturheilverein. Heute abend spricht in Giesels Saal Herr Lehrer R. Leube-Gera über das hochwichtige Thema: „Wärmekultur und ihre Bedeutung für die nervenleidende Menschheit". — Der Redner ist einer der bekanntesten in der Naturheilbewegung und hat auch im hiesigen Verein wiederholt gesprochen. Seine volkstümliche Vortragsweise, die auch mit gutem Humor durchsetzt ist, erntet stets lebhaften Beifall. Der Redner versteht es, auch den einfachsten Leuten die Wirkungen der Naturheilweise verständlich zu machen. Das gewählte Thema ist um so wichtiger, als Redner in seinem Vortrag manchen alten Irrtum zerstört.
Amt Geisa und Umgebung.
? Buttlar, 6. Okt. 1913. Gestern fand aus der sogenannten Franzosenwiesc hinter dein alten histo- rischcii Postgcbäudc eure G c d e n k f e i e r a n die Schlacht bei Leipzig und an die Retirade der Franzosen statt, die Buttlar 50 Wohnhäuser und 98 Nebengebäude kostete. Auch das Schloß derer von Buttlar fiel damals dem Feuer zum Opfer. Aber auch sonst hat Buttlar eine Fülle von Erinnerungen an jene Zeit zu verzeichnen. Auf dem heutigen Fcst- platzc wurden die damals in Buttlar gefallenen Franzosen beerdigt, ferner fand zwischen Buttlar und Geisa ein Gefecht von Oesterreichern und Franzosen statt, wobei cs ersteren gelang, eine größere Abteilung gefangen zu nehmen und nach Dermbach zu überführen. An diese Vorgänge erinnerte der stattliche Festzug, den der Kriegerverein Buttlar veranstaltete. In historischen Uniformen sah man eine berittene Schar Lützower und Kosaken, ferner eine Abteilung in der grüngelben Uniform des Regimentes Herzoge zu Sachsen vorüberzichen. Auch ein gezogenes Geschütz fehlte nicht im Zuge, den ein Ambulanzwagen mit verwundeten Jägern und ein ländlicher Markc- tenderwagen beschlossen. Auf dem Festplatzc sand sodann die Parade statt, zu der sich die Kriegervereine der Geisaer Gruppe eingefundcn hatten. Tas Hoch auf den Kaiser und auf den Großherzog brachte Herr Bezirksdirektor Baron von Groß aus Dermbach aus. Tann überreichte er mit besonderen Anerkennungsworten vor der Paradefront die von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog dem Steiger M c h e r verliehene Rettungsmedaille. Meyer war alsbald nach dem Bekanntwerden des kürzlichen Nachtunglücks im Buttlarer Schachte, bei dem 6 brave Bergleute ums Leben kamen, furchtlos und pflichttreu in den ersoffenen Schacht eingcfahren und hatte so eine Anzahl Kameraden errettet. — Herr Lehrer Wehner, Vorstand des Kriegervercins Buttlar, begrüßte hierauf mit herzlichen Worten die Festgüste, worauf Herr Pfarrer Klitsch eine interessante Festrede historischen Inhalts hielt, in der er die Erhebung des deutschen Volkes 1813 schilderte und darauf hinwies, daß nur fester Gottesglaube mit Vaterlandsliebe gepaart dem deutschen Volke die Kraft zur Erhebung gegeben haben. Nachdem durch Frau Bergwerksdirektor Pfordte die Fahne des Kriegervereins im Namen der Frauen und Jungfrauen von Buttlar mit zwei Fahnenbändern geschmückt worden war, gab ein vaterländisches Schlußlied der Feier einen würdigen und schönen Abschluß.
♦ Stadtlengsfeld, 6. Okt. 1913. Bei Renovierung des Hellbachschen Gasthauses an der Marktstraße wurde ein sehr schöner altfränkischer Giebel mit Schnurschnitzereien und Andreaskreuzen bloß- gelegt, der bisher unter Kalkbewurf verborgen war. Der Besitzer will in anerkennenswerter Weise den Giebel in der alten Form erhalten.
Aus Oberhessen u- Öen Hess. Aemtern.
* Marburg, 6. Okt. 1913. Der ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät Dr. Kalbfleisch ist auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen worden. — Der Rote Adlerorden 4. Klasse ist dem früheren städtischen Beigeordneten Schimpf verliehen worden.
* Frankenberg, 6. Okt. 1913. Aus Anlaß des Scheidens aus dem Dienste der Reichspostverwaltung am 1. Oktober wurde dem Postverwalter und Vizebürgermeister I. H. Schmidtmann Hierselbst das Verdienstkreuz in Gold verliehen. Fast 40 Jahre lang hat Herr Schmidtmann die Geschäfte eines Post- halters in Frankenberg zur größten Zufriedenheit der vorgesetzten Behörde geführt.
G Ziegenhain, 6. Okt. 1913. Der Turn- und Spreltursus wurde heute vormittag durch eine Ansprache des Herrn Landrats v. Schwertzel eröffnet. Ebenso hielt Herr Turninsprktor Buchenau-Kaffel eine Ansprache. Unter den Teilnehmern befinden sich auch vier Herren vom Eisenbahnverein Treysa. (Die Eisenbahnoerwaltung hat für die Zwecke der dortigen Turnsache 50'J Mark bewilligt.) Den interessanten Uebungen wohnten auch eine Anzahl Zuschauer bei.
* Gemünden a. d. W., 7. Okt. 1913. Während die Eltern auf dem Felde beschäftigt waren, fiel gestern das dreijährige Kind des Schneiders H. in einen mit heißem Wasser gefüllten Tops und verletzte sich dabei so schwer, daß es vergangene Nacht seinen Verletzungen erlag.
Handel und Industrie.
* Berlin, 6. Okt. 1913. Der Börse und dem Publikum mangelt cs an Vertrauen in die gegenwärtige Lage. Alan beurteilt die Konjunktur als ungünstig. Verstimmend auf die Tendenz der Börse wirkte besonders der scharse Kursrückgang der Hansa- Schiffahrtsaktien (— 3h^ Proz.) Von deutschen Anleihen waren 3proc Reuhsanleihc und Konsols 0,10 Proz. niedriger. Privatdiskont unverändert.
* Ein gutes Zeichen für die wirtschaftliche Lage ist, wenn er auch großen Schaden anrichtet, der Wagenmangel in der Kohlenindustrie: Der Wagenmangel im Ruhrgebiet, der im vorigen Jahre schon im August aufgetreten war, machte sich in diesem Jahre, wie aus Essen gemeldet wird, zum erstenmale am vergangenen Samstag bemerkbar. Von den für diesen Tag durch die Ruhrzechen eingeforderken 29 951 Wagen konnte die Eifenbahnverwaltung 31 nicht stellen. — Immerhin ist es ein Zeichen bedenklich nachlassender Konjunktur, daß der Wagenmangel infolge erheblich geringeren Anspruchs an dem Kohlcnmarkt erst jetzt eintrifft.
88 Kassel, 6. Okt. 1913. Die heutige Ledermesse brachte aus der Provinz einen ganz ansehnlichen Besuch von Verkäufern wie Käusern. Leder- sabrikanten aus Eschwege, Hersfeld, Fulda, Heiligenstadt, aus Westsalen und aus der Provinz Hannover hatten sich zur Ledermesse in Kassel eingefunden; Ausschuittgeschäfte und Schuhmacher waren in der Hauptsache als Käufer erschienen. Das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen; die Preiserhöhungen für Fertigleder, die seitens der einzelnen Lederfabri- kantenvereine beschlossen worden sind, beengten das Geschäft in bedenklichem Maße. Im Vordergründe des Jntereffes standen norddeutsche Zahm- und
Wildsohlledcr, besonders Eschweger Gerbung; Baches- Hälften und -Croupons wurden vereinzelt gefragt und trotz der nm 10 Mark per Zentner gegen die Frühjahrshcrbstnicsse erhöhten Preise willig aus dem Markt genommen. Lebhafte Befriedigung herrschte über den verhältnismäßig guten Geldeingang; ohne' Frage hat hier die günstige Ernte dazu beigetragen, daß die Ledcrkäuser in so großer Zahl in der Lage waren, ihren Verpflichtungen nachkommen zu können.
* Frankfurter amtliche Notierungen der Viehmarkt- preise vom 6. Oktober 1913. Auftrieb: 1375 Rinder ! einschließlich 00 aus Oesterreich-Ungarn), darunter 477■ Ochsen, 42 Bullen, 856 Färsen und Kühe, 248 Kälber,. 122 Schafe, 2209 Schweine. Preise für 1 Zentner, Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes 1. im Alter von 4—7 Jahren; (Lebendgewichts 52—57 Mark, (Schlachtgewicht) 95 bis 98 Mark, 2. die noch nicht gezogen haben (vngejocht) Lebendgewicht) 51-56 M., (Schlachtgewicht) 93-97: Mark, b. junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete (Lebendgew.) 49—51 M., (Schlachtg.) 89—93 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Lebendgew.) 46—48 M., (Schlachtgew.) 85—89' Mark, d. gering genährte jeden Alters "(Lebendgew.) — 3)1, (Schlachtgew.) — M. B. Bullen: a. vollfleischige, ausgewachsene, höchsten SchlachtwerteZ (Lebendgewicht) 51—53 Mark, (Schlachtgewicht) 85—88 Mark» b. vollfleischige jüngere" (Lebendgewicht) 45—49 Mark, (Schlachtgew.) 78—84 M., c. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere (Lebendgewicht) 09 ■ 00 Mark. Schlachtgewicht) 00 —00 Mark. C. Färsen und Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgewicht) 50—53 Mark, (Schlachtgewicht) 89—95 Mark, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgew.) 47—50 M., (Schlachtgew.) 87—89 M., c. 1) wenig gut entwickelte Färsen (Lebendgew.) 43—48 M., (Schlachtg.) 83—92 M., do. 2) ältere ausgemästete Kühe uno wenig gut entwickelte jüngere Kühe (Lebendgew.) 40—47 M., (Schlachtgew.) 74—87 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Lebendg.) 32—38 M., (Schlachtgew. I 64—76 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Lebendgew.) 28—31 Mark, (Schlachtgew.) 64—70 M. D. Gering genährtes Jungvieh (Fresser) (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtg.) 00—00 Mark. Kälber: a. Doppelender feinste Masi (Lebendgew.) 00—00 Mk., (Schlachtgewicht) 00—00 Mk. b. (ernste Mastkälber (Lebendgew.) 00—00 M., (Schlachtgewicht) 00—00 M., c. mittlere Mast- und beste Saugkälber (Lebendgew.) 63—68 M., (Schlachtg.) 107—115 M., d. geringere Mast- und gute Saugkälber (Lebendgewicht) 58 — 62 M.» (Schlachtgew.) 98—105 M., e) geringe Saugkälber (Lebendgewicht) 00—00 Mark, (Schlachtgewicht 00—00 Mark. Schafe: A. Weidemastschafe: a. Mast» lämmer und Masthämmel (Lebendgewicht) 46—47 Mark, (Schlachtgewicht) 96—98 M., b. geringere Masthämmel und Schafe (Lebendgewicht) 00— Mari, (Schlachtgewicht 00— Mark. B. mäßig genährte Hammel und Schafe iMerzschase) (Lebendgewicht) 0—0 Mark, (Schlachtgewicht) 00— Mark. Schweine: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 63—65 Mark, ! Schlachtgewicht) 81—83 Mark, b. vollfleischige Schweine bis 80 kg Lebendgewicht (Lebendgewicht) 63—65 Mark, (Schlachtgew.) 80-82 Mark, c. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht (Lebendgew.) 63—65 M.» (Schlachtgew.) 80—82 Mark, d. vollfleischige Schweine von 12Ö bis 150 kg Lebendgewicht (Lebendgewicht) 63 bis 65 Mark, (Schlachtgewicht) 80 bis 82 Mark, e. Fettschweine über 150 kg Lebendgewicht (Lebendgewicht) 00— Mark, (Schlachtgwicht) 00— Mark, t. unreine Sauen und geschnittene Eber (Lebendgew.): 00—00 M., (Schlachtgewicht) 00—00 M. — Von den Schweinen wurden am 6. Oktober verkauft: a. Lbdgew. zum Preise von 69 M. 0 Stück, von 68 M. 00 Stück, 67 M. 3 Stück, von 66'/, M. 00 Stück, von 66 M. 3 Stück, von 65'/- M. 00 Stück, von 65 M. 147 Stück, von 64'/, M. 23 Stück, von 64 M. 283 Stuck, von 63'/, M.. 62 Stück, von 63 M. 135 Stück, von 62-/- M. 14 Stück, von 62 Mk. 3 St., von 61-/, Mk. 0 Stück, von 61 Mk. 4 St., von 60h, Mk. 00 Stück, von 60 M. 0 Stück, b. Schlachtgewicht zum Preise von 87 M. 0 Stück, von 80 M. 0 Stück, von 85 Mark 3 Stück, von 84 M. 17 Stück,, von 83 M. 336 klück, von 82 M. 338 Stück, von 81-/- M. 5 Stück, von 81 M. 269 Stück, von 80-/, M. 4 Stück, von 80 M. 109 Stück, von 79-/, M. 00 Stück, von 79 M. 9 St., von 78V, M. CO Stück, von 78 M. 54 Stück, von 77V, Mark 70 Stück, von 77 M. 17 Stück, von 76 Mark 32 Stück, von 75 Mark CO Stück, von 74 M. 0 Stück, von 73 M. 0 Stück, von 72 M. 0 Stück. — Marktverlauf: Am Großviehmarkt lebhafter Handel, nur in älteren und geringeren Ochsen langsames Geschäft; mit dem Auftrieb wird nahezu geräumt. Kälber,: Schafe und Schweine werden bei regem Geschäftsgang ausverkauft. — Marktverlegung: Die Märkte vom Donnerstag, den 16. bezw. 23. Oktober, finden Mittwoch, den 15. bezw. 22. Oktobes ds. Js. statt.
Äeklamen« und Anzeigenteil.
r- 1 ■ ------ -------
Versprechen und Halten ist leider häufig zweierlei. Die Hersteller I bewährter, anerkannter Marken stehen zu ihren Präparaten, fie halten, was sie »er« sprechen. Natürlich werden ihre Erzeugnisse, 1 weil sie gut und verlangt sind, nachgeahmt. Nachahmungen sollen ja mindestens immer ebensogut jein, und was wird nicht alles sonst behauptet und versprochen, um sie an den Mann zu bringen! Wie mancher mußte erst durch Schaden klug werden, der nur den augenblicklichen Vorteil des scheinbar billigeren Einkaufs beachtete, um dann nachher gewahr zu werden, daß er mit der doppelten, ja dreifachen Menge des Ersatzpräparates nicht das erreichle, wie mit einer Flasche der echten Marke. Die Nachahmung, die mehr verspricht, als sie hält, kommt am Ende doch weit teurer. Wie ift begegnet solches der häufig nach« geahmien Marke Scotis Emulsion. Darum weise man Nachahmungen zurück, bestehe aus ; der Marke Scott, die nach dem Grundsätze hergestellt und vertrieben wird
Versprechen und Halten!
--- ... —»
Lokales.
Julda, 7. Oktober 1913.
(s) Die gestrige Stadtvcrordnetcn-Vcrsarnmlung «3t einftimmig dem Vorschläge des Magistrats bei, die OSerbürgcrrneisterslrlle nicht auszuschreiben. Die Wiederwahl des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Antoni ist damit gesichert. Die Wahl wird, wie wir gestern schon mitteiitcn, demnächst in einer gemeinsamen Sitzung der Stadtverordneten und der unbesoldeten Magisiratsmitgliedcr erfolgen.
Q Der Landesausschutz sprach in seiner letzten Sitzung dem Kreise Fulda eine llnterftütjimg von 1800 Mark zu für Herstellung eines Verbindungsweges von Mittelkalbach nach Bucheller im Staatswald. Dem Kreise Hünfeld sprach er für Verbreiterung und Verbefferung des Landweges im Orte Michelsrombach 2450 Mark zu und für Bau zweier Brücken über den Sulzbach auf dem Landweg« Rothenkirchen—Großenmoor im One Rothenkirchen 2750 Mark.
][ Post - Personalien. Versetzt wurden der Telegraphensekretär Otto von Kreuz (Ostbahn) nach Fulda und der Ober-Postassistent Schmitz von Wesel nach Fulda.
Ehrung. Dem Herrn Apotheker Brill, der in Rücksicht auf sein hohes Aller (82 Jahre) vor einiger Zeit die Beobachtungen an der hiesigen meteorologischen Station, die er seit 1875 besorgte, eingestellt hat, wurde vom König!. Preuß. Meteoro- iogischrn Institut in Berlin für langjährige opferwillige Mitarbeit an den Aufgaben des Meteoro- logischen Institutes eine besondere Anerkennung in Form eines Handschreibens und einer ansehnlichen Ehrengabe zuteil. Die Beobachtung an der Station Fulda besorgt setzt Herr Professor Hoffmann.
* Jugendpflege. Gestern abend begann in der Turnhalle des König!. Lehrerseminars ein Vo r- turnerkursus für die Turnabteilungen der hiesigen Jugendvereine: Leobund (Jugendabteilung dcskcüho- lischen Arbeitervereins, Gesellenverein, Lehrlings- ibteilung des katholischen kaufm. Vereins, Jünglings- »«reine der Dom- und Stadlpfarrei. Die Leitung liegt in der sachkundigen Hand des Herrn Seminarturnlehrers Fromm. x
Eine allgemeine öffentliche Versammlung, vom Mieterverein Fulda einberufen, sand gestern abend int ©aale des evangelishen Gemeindehauses statt. Zu dieser Versammlung, zu der alle Bürger, Mieter und Hausbesitzer eingeladen waren, halten sich etwa 65—70 Personen eingesunden. Der Vorsitzende, Stadtverordneter Laux, eröffnete die Versammlung mit einer Stunde Verspätung, indem er hervorhod, es würden nach der im Rathause gerade stattfindenden Stadtverordnetensitzung noch eineAruahl Stadtverordnete erwartet. (Wie am Schluffe der Versammlung aber festgestellt wurde, war diese Erwartung vergeblich.) Er bedauerte den schwachen Besuch und gab als Grund der Einberufung der Versammlung die vom Hausbesitzerverein angestredte Beseitigung der gemeinen Wertsteuer an. Es nahm hierauf das Wort zu einem 1'/,stündigen Vortrage der Bundessekrstär der deutschen Bodenreformer Dr. Max Andler aus Berlin über das Thema: „Welche Art der Besteuerung: Grundwertsteuer oder Steuer nach dem Nutzungswert, ift die empfehlenswerteste?" Redner, der sich als Hausbesitzer in Berlin - Nikolassee vor« stellte, bedauerte, daß sich die Hausbesitzer hätten ver- leüen lassen, in den Schutzverband für deutschen Grundbesitz einzutreten, dort würden ihre Interessen nicht gewahrt. Den Grund und Boden als Sachenwert zu behandeln, wie eine Ware, sei Unsinn. Die Ertragssteuer vom Jahre 1861 sei veraltet, sie fei eine aufpeitschende Ungerechtigkeit. Redner gab Beispiele, wie ungerecht vielfach die Ertragssteuer wirke und erläuterte die Wirkung der Grundwertsteuer, bei der die kleineren Hausbesitzer besser weg- kämen. Wenn Fulda die Grundwerlsteuer abschaffe und die Ertragssteuer einführe, würde es nach 10 Sahren auf erstere sicher wieder zurückkommen. Das iateria! des Hausbesitzervereins belr. seiner Anfragen bei auswärtigen Hausbesitzervereinen über die Beseitigung der gemeinen Werlsteuer müsse der Oeffcnt- lichkeit unterbreitet werden, um cs aus seine Richtigkeit zu prüfen. An der Beseitigung der gemeinen Wertsteuer hätten nur die Fabrik- und Villenbcsitzer, die Warenhäuser u. ähnliche Geschäftsunternehmnngen sowie die größeren Geschäftshäuser Interesse, da gerade diese jetzt schärfer herangezogen würden. Bei Einführung der Ertragssteuer würden sich die mittleren und kleineren Hausbesitzer ins eigene Fleisch schneiden. Der Vortrag wurde beifällig ausgenommen. Der Vorsitzende Laux bedauerte das Fernbleiben derjenigen Herren zur heutigen Versammlung, die die gemeine Wertsteuer abschaffen wollten, es scheine, als ob sie der Gelegenheit aus dem Wege gegangen seien. Die Fuldaer ständen ihren eigenen Jntereffen gleich- gfltig gegenüber. Eine Diskussion über den Vortrag fand nicht statt. Es wurde folgende Resolution der Versammlung unterbreitet und widerspruchslos angenommen:
Di« am 6. Oktober im evangelischen Gemeindehaus »u Fulda von Mietern und Hausbesitzern zahlreich besuchte Aersammlung richtet nach einem Vortrag des Kommunalpolitikers Dr. Andler aus Berlin (Nikolassee) über: »Ertragssteuer oder Wertsteuer" an Magistrat und Etadtverordneten-Kollegium das dringende Ersuchen, das Prinzip der Besteuerung nach dem gemeinen Wert nicht aufzugeben! Etwa vorhandene Fehler der Steuerordnung beweisen nichts gegen die Steuer selbst und können durch Abänderung der Steuerordnung beseitigt werden. Aus dem reichlich und quellenmäßig bargebotenen Bortragsrnaterial von Dr. Andler ergibt sich, daß die Wrrtsteuer gerade auch den Hausbesitzerstand weniger belastet, als dir Ertragssteuer, so daß nur einseitige Jnttressenpolitik oder mangelhafte Kenntnis der Steuer- Materie eine Aushebung der Wertsteuer fordern kann. Bisher hat noch keine der etwa 1000 Gemeinden, welche btt Wertsteuer eingeführt haben, sie wieder aufgehoben. — Die Versammlung erwartet und fordert von den verantwortlichen Stellen der Stadtverwaltung, daß fie der Agitation gegen die Wertsteuer nicht tatenlos zusehen, vielmehr durch zahlenmäßige Gegenüberstellung der Belastung von Grundstücken aller Art den einwandfreien Beweis liefern, daß auch in Fulda nur ein verschwindend kleiner Teil der Bürger (Terrainspekulanten, Großindustrielle und reiche Besitzer von Luxurgrundstücken) em Interesse an der Beseitigung der Wertsteuer hat.
Aus der Versammlung heraus wurde gewünscht, daß im Stadtparlament mehr Mieter vertreten sein M' .!. __
Erhältlich bei den Installationsfirmen Heinrich Backet, B. Trabert.
[2163]
Auergesallschalt, Berlin C. 17.
■
WM!