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JV° 229.

Lrettag 3. Oktober 1915.

2. Blatt.

druck der gnlbetr Zttientntimi in falt».

*$♦ Zuldaer Zeitung

Lokales.

S^ulba, 3. Oktober 1913.

DaS Ergebnis der Krankenkassen- Ausjchnßwahl W gestern durch den Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse der Stadt Fulda festgestellt morden. Es wurden insgesamt 1451 Stimmzettel gezählt. Hiervon waren 111 ungiltig, weil die Umschläge zugeklebt waren. Diese Ungiltigkeitserklärnng wird wohl angefochten werden. Wurden doch Umschläge mit Klebestreifen benutzt. Die Wahlvorsteher hätten vor dem Einlegen in die Urnen die verschlossenen Umschläge zurückweisen müssen. Einige Stimm­zettel waren ungiltig, weil sich andere Schriftstücke daneben in den Umschlägen befanden. Von den 1340 gütigen Stimmzetteln entfielen auf Liste Nr. 1 (Zwölferausschuß) 461, auf Nr. 2 (Vereinigte freie Gewerkschaften) 194, auf Nr. 3 (Sozialer Aus- ischuß) 685 Stimmen. Mithin erhalten Liste Nr. 1 14 Stellen, Nr. 2 6 Stellen und Nr. 3 20 Stellen zugeteilt. Hätte der Soziale Ausschuß sich mit dem Zwölfer-Ausschuß auf eine Hcuoierung der Stelle» geeinigt, so hätte jede Gruppe 17 Stellen erhalten. Wird die tatsächliche Stellenvertcilunz demnächst bei zder Vorstandswahl genau zum Ausdruck gebracht, so «hält Nr. 1 zwei, Nr. 2 eine und Nr. 3 drei Stellen im Vorstande.

** Zu de» Verhandlungen der letzten Stadtver­ordnetensitzung schreibt uns unter denr Datum des 2. Oktober Herr Beigeordneter Halblctb:

In der Stadtvcrordncten-Versaminlung vom 29. Sep­tember, deren Verhandlungen, da ich abwesend war, ich erst heute lese, nahm der Herr Oberbürgermeister nochmals Veranlassung, die Angelegenheit betreffs der Verfügung des 1. Beigeordneten: D i e Deckung für die z u beschaffende Triukanlage wird /aus den Ueberfchüssen des Jahres 1913 igenommen, zur Sprache zu bringen. Ich hatte durchaus nicht die Absicht, mit dieser Angelegenheit die lOeffentlichkeit .zu beschäftigen, indessen ist die Dar­stellung des Ganges der Verhandlung nicht berührt worden und dadurch ein unzutreffendes Bild geschaffen. Der Magistrat beschloß: „Die Triukanlage im Stadt­schulbau wird ausgcführt." lieber die Mittel wurde in jener Sitzung nicht gesprochen. Es war bekannt und wurde vorausgesetzt, daß dieselben noch vorhanden seien Md zwar in den Ueberschüssen der Jahres 1912. Traf dies nicht zu, so hatte die Probatur die Verpflichtung, Kein Magistrat darüber zu berichten und der Magistrat .hatte über die Beschaffung zu beschließen. — Dies ist rncht geschehen. Ich habe das Schriftstück erst wieder in der letzten Magistrats-S i tz u n g vom 30. Sept. M Gesichte bekommen. Auf demselben steht der Vermerk der Probatur in der Innenseite mit den Worten: Deckung aus den Ueberschüssen des Jah- fres 1913, auf der Vorderseite über dem Magistrats- fbeschlutz von dem Sekretariat vermerkt die gleichen >Wo r t e: Deckung aus den Ueberschüssen des Jahres 4913. B eide Vermerke habe ich nie gesehen und sind mir völlig unbekannt geblieben und nie zu Ohren ge­kommen.

j -i- Oberrealschule. Am 1. Juni 1913 waren 75 Jahre seit der Gründung einer Real­schule m Fulda vergangen. Diese Anstalt hat sich im Laufe der Zeit zur höheren Bürgerschule, zum Real­progymnasium, zur Realschule im heutigen Sinne des Wortes und schließlich zur Oberrealschule ent­wickelt. Schon int August 1912 wurde im Lehrer­kollegium die Frage angeregt, ob dieser für die An­stalt bedeutngsvolle Anlaß festlich begangen werden solle. Man sprach sich einmütig dafür aus und kam zugleich zu der Ansicht, es sei das Beste, die 75jährige Jubelfeier, wenn eben möglich, mit der be­vorstehenden G ru n d st e i n l e g n n g 'zu m Neu­bau der Ober realschule zu verbinden. Bei dem damaligen Stande dieser Angelegenheit war in- ' des klar, daß der eigentliche Tag der sünfundsicbzig- fien Wiederkehr der Eröffnung der Schule, der 1. Juni, nicht als Tag der Feier werde genommen werden können. Der Zeitpunkt derselben wurde also hinausgeschoben, weil man an dem Gedanken fest­hielt, cs müßten möglichst beide festliche Anlässe zu­sammen gefeiert werden. Demnach ist in Aussicht genommen, die Jubelfeier im Frühjahr 1914 M begehen. Es wäre höchst erfreulich, wenn die Sache des Neubaues bis dahin soweit gefördert wäre, daß der Grundstein gelegt werden könnte. Im Leh­rerkollegium der Obcrrcalschule haben bereits mehr­fach vorbereitende Beratungen über die Feier stattge- sunden. In nächster Zeit wird an das Kuratorium und dre städtischen Körperschaften herangetreten wer­den. Sicherlich werden auch die zahlreichen e h e - m a l i g e n Schüler der Anstalt und die gesamte Bürgerschaft der geplanten Jubelfeier einer Anstalt, ^die in dem Leben unserer Vaterstadt eine so wichtige .Rolle spielt, sreudige Teilnahme und dankbare För­derung in reichem Maße zuwcnden.

| . (D Ein Scharfschießen des Feldartillerie-Rcgiments isindet, wie alljährlich int Herbste, kommenden Mitt­woch, den 8. Oktober, von 10 Uhr vormittags an im Gelände zwischen den Orten Horas, Gläserzell, Käm­merzell, Lüdermünd, Lütterz, Mengelsmühle, Unter- bimbach, Maberzell, Fulda statt. Die Balter ic- .stellungen befinden sich, wie schon im Vorjahre, ian dem von Horas nach der Ostcckc des Haubentalcs führenden Feldwege. Tie notwendigen Sperr- und .Vorsichtsmaßregeln werden im amtlichen Teil dieses Blattes bekannt gegeben.

* Zn Urlaub. Der kommandierende General des 11. Armeekorps, General der Infanterie, Freiherr v. S ch e f f e r > B o y a d e l, hat einen 14 tägigen Urlaub nngetreten.

-st- Beim 47. Feldartillerie-Regiment wurde beauf- tragt Volkmann, Oberzahlmeister mit der Wahr­nehmung der am 1. Oktober neu geschaffenen Zahl­meisterstelle für die Regimcnls-Beklcidungswirlschast, Metje, Unte::zahlmeister int Thür. Jnfant.-Negimcnt Nr. 71 wurde unter Ernennung zum Zahlmeister

I der 2. Abteilung, Wegner, Zahlmeifleraspirant zum « Unterzahlmeistcr ernannt und derselben Abteilung überwiesen.

£= Dir RenovieruugS- und ReiniguugS-Arbritrn im Tome schreiten flott vorwärts. In einer Woche wer­den die Arbeiten auf den Gerüsten vollendet sein, denen dann die gründliche Reinigung des Domes durch weibliche Hände folgen wird, sodaß noch vor Beginn der großen Mission die Kathedrale im schmucken Ge­wände dasteht. Besonders sorgfältig wurde die Kuppel behandelt, an deren Wänden sich viel Schmutz und Staub festgesetzt hatte. Gleich der Kuppel, in der jetzt das Gerüst abgenommen und nach der Vierung auf die Gesimse verlegt wird, wird auch die Vierung nebst den Eoangelistcn-Gemälden vollständig erneuert. Die leyte gründliche Renovierung des Domes erfolgte vor 18 Jahren.

(!) Ein Ferngewitter war gestern abend von etwa 8 Uhr ab zu beobachten. Gegen 11 Uhr ging auch ein heftiger Regenguß nieder. Heute ist der Himmel wieder klar bei sevr milder Temperatur.

* Amtlicher Marktbericht für den Hamburger, Zentral - Gemüscmarkt. Ab 1. Oktober d. Js. erscheint im Verlage der Hamburger Detaillistenkammer jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag, der „Amtliche Marktbericht über die Durchschnitts-Groß­handelspreise auf dem Hamburger Zentral-Frucht- und Gemüsemarkt, ermittelt von der Marktpolizetz'. Abonnementsbestellungen auf den Bericht werden von sämtlichen Postanstalten unter A. der alphabetischen Postzeitungsliste (bis 1. Januar 1914 XIII. Nachtrag S. 2) zum Preise von 2,25 Mk. für das Vierteljahr oder 0,75 Mk. für den Monat entgegengenommen. Die Berichte enthalten Angaben über sämtliche auf dem Markt gehandelten Früchte und Gemüse und werden im Hinblick auf die große Bedeutung des Hamburger Marktes in weiten Kreisen Interesse finden.

w. Eine wilde Stratzenfzene spielte sich gestern vormittag am Horaserweg ab. Zwei Männer, außer Atem, liefen den Horaserweg entlang, plötzlich konnte der eine den anderen zum Stehen bringen und ver­setzte ihm mit dem Stock einige Hiebe über den Rücken. Ter Geschlagene ergriff dann unter Ver­folgung einer großen Menge Kinder und Erwachsener die Flucht. Wie sich spcuer herausstellte, soll der Geschlagene, ein Gelegenheitsarbeiter aus der Nähe Fuldas, im Schloßgarten Kinder mit dem Messer bedroht und belästigt haben.

L- Eine Konstantinfeier will der katholische Geselle »verein am Sonntag den 9. und 16. No­vember aus Anlaß seines 58. Stiftungsfestes veranstal­ten. Das Programm wird auf die Feier zugeschnitten sein. Als Bühnenstück ist vorgesehen das ernste Schau­spiel „Die letzten Stunden des heidnischen Rom oder der Sieg des Kreuzes". Prolog und Lied nimmt auf die konstantinische Feier Bezug. Mit Rücksicht auf die vier- zehntägige große Volksmission in Fulda mutzte in die­sem Jahre die Stiftungsfestfeier auf obengenannte Tage verschoben werden. Der Verein hofft bei dieser Feier auf einen zahlreichen Zuspruch seiner Gönner und Freunde.

2ln$ dem Nachbargebiete.

[] Flieden, 2. Okt. 1913. Dem Postschaffner Emil Stupp in Flieden ist vom 1. Oktober d. I. an der Titel Ober-Postschaffner verliehen worden.

* Gelnhausen, 2. Okt. 1913. Dem Amtsgerichts, sckretär August Wolf in Wächtersbach wurde der Titel Rechnungsrat verliehen.

* Hanau, 2. Okt. 1913. Ein hiesiger Arzt ver­schrieb einem zwei Monate alten Kinde ein Mittel gegen Durchfall. Der Apotheker vergriff sich in der Arznei und gab ein Wurmmittel, worauf das Kind schwer erkrankte und im Landkrankenhaus behandelt wird. — Die vierte Eskadron des hier garnisonierenden thüringischen Ulanenregiments Nr. 6, die dem neugegründeten Jägerregiment zu Pferde Nr. 12 in St. Avold zugeteilt ist, verließ gestern die hiesige Garnison. Zum Abschied hatte sich das Otfi< zierkotbs des Ulanenregimens mit Musik am Ost- bahnhof eingefundcn. Zum Ersatz der vierten Eska­dron ist eine halbe Eskadron des Mainzer Dragonerregiments Nr. 6 hier eingetroffen; die weitere Eraänumg erfolgt aus den Beständen des Ulancnregiments."

o. Dornholzhausen, 2. Okt. 1913. Der geistes­gestörte Arbeiter Heinrich Schäfer verübte gestern einen eigenartigen Selbstmordversuch, indem er Hara - kari machte und sich den Bauch aufschlttzte. Ter Unglückliche kam in's Homburger Krankenhaus.

* Eschwege, 2. Okt. 1913. Beigeordneter Dr. Kühn-Oberschoneweide hatte nach seiner Wahl zum Bürger m ei st er unserer Stadt, entsprechend dem Ausschreiben der Stelle, an bie Stadtverwaltung die Bitte gerichtet, ihm seine bisherige kommunale Dienst^ zeit von drei Jahren anzurechncn. Die Stadtverord­netenversammlung hat beschlossen, dem zu entspre­chen. Dr. Kühn wird demnach als Bürgermeister unserer Stadt ein Anfangsgehalt von 7 0 0 0 Mark beziehen.

* Windecken bei Hanau, 2. Okt. 1913. In einer itt Windecken anhängigen Giftmordversuchs- angelegenheit ist in Hanau die als Köchin in Stellung befindliche Ehefrau des Schreiners Möller hier in Untersuchungshaft genommen worden. Das gleiche Schicksal hat den Handwerksgesellen Zchiesche ereilt. Dem Vernehmen nach soll die Frau, die in Ehescheidung mit ihrem Manne lebt, in Beziehungen zu dem Zchiesche gestanden haben. Der Giftmordver- üch soll von der Frau gegen den Mann verübt wor­den sein.

* Weilburg (Lahn), 2. Okt. 1913. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich gestern zw.scheu den Dörfern Freienfels und Essershausen. Ter in den 30 er Jahren stehende, verheiratete Bergmann

Jlge au? Edelsberg war im Begriff, mit seinem Fahrrad nach seiner Arbeitsstätte zu fahren. An der Einmündung der abschüffigen Straße von Edels­berg in der Weilstraße konnte Jlge einem die Straße passierenden Frankfurter Atttomobil nicht rechtzeitig auSweichen, er wurde überfahret: und auf der Stelle getötet. Der Verunglückte hinterläßt eine Fratt und vier kleine Kinder.

• Aschaffenburg, 2. Olt. 1913. Die hiesige Straf­kammer verurteilte den Hausdiener Fries von Mainz wegen fahrlässiger T ö t u n g zu zwei Monaten Gefängnis. Fries hatte in der Silvesternacht mit einer scharfgeladenen Flobertpisrole aus einem Fen­ster seiner Wohnung geschossen und den an der Türe des gegenüberliegenden Hauses stehenden elfjährigen Steinhauerssohn Karl Zöller von hier so unglücklich am Kopse getroffen, daß er bald an der Verletzung st a r b.

* Aus Franken, 2. Okt. 1913. In Rö d elm aier bei Neustadt brach in der Scheune des Oekonomen Edmund Ü'ornbran Feuer aus. Die Scheune mit den gesamten Futter- und Getreidevorräten, sowie eine Göpelhalle und ein Geräteschuppen wurden ein Raub der Flammen. Er wird Brandstiftung ver­mutet. — In Albertshausen bei Bad Kissingen fiel der 58jährige Johann Schießer so unglücklich vom Tennegerüst in der Scheune, daß er nach elf Stunden verstarb.

Amt Geisa und Umgebung.

* Geisa, 2. Okt. 1913. Ein hiesiger Viehhändler ließ sich vor einigen Tagen von auswärts Gänse schicken. Als die Sendung hier anlam, waren einige Tiere verendet und die übrigen in einem Zustande, daß der Empfänger die Annahme verwei­gerte. Infolgedessen nahm der Frachtfuhrntann K. die Tiere in vorläufige Verwahrung. Bald darauf erkrankten auch seine Gänse und verendeten. Als dann die Krankheit auch auf das andere Geflügel Übergriff und Enten wie auch Hühner eingingen, be’ nachrichtigte man den Kreisticrarzt. Dieser stellte G e f l ü g c l ch o l c r a fest und ordnete die nötigen Vorsichtsmaßregeln an. Sollte die Seuche weitere Verbreitung finden, würde die hiesige Gegend emp­findlich geschädigt, denn cs ging bereits durch das Hochwasser im Juni eine große Menge Geflügel int Amtsbezirke zu Grunde.

* Dermbach, 2. Okt. 1913. Eine Generalversamm­lung hält am nächsten Sonntag abend der Krieger- und Landwehrverein Dermbach im Vereinslokale ab.

* Kaltennordheim, 2. Okt. 1913. Vom 1. Oktober ab wird der Fahrpreis für die Autopost-Strecken Kaltennordheini-Kaltensnttdheim und Fladungen-Ober­fladungen von 30 auf 20 Pfg. für die Strecken Meiningen-Brückenmühle-Melkers, Herpf-Bettenhausen und Gerthausen-Kaltensundheim von 50 auf 40 Pfg. herabgesetzt.

* Osthcim vor der Rhön, 2. Okt. 1913. Der Bezirksausschuß des vierten Verwaltungsbezirks hat entgegen dem Beschluß des Gemeinderats in Osthcim das Gehalt des Bürgermeisters auf 2600 Mark festgesetzt. Die Beschwerde gegen die Wähl des Landwirts Karl Pfefserkorn zum Mitglied des Ge­meinderats witrde als unbegründet zurückgewiesen. Zur Aufnahme eines Darlehens von 30 000 Mark für Straßcnbauten erhielt die Gemeinde Ostheim die Genehmigung unter Festsetzung einer Tilgungsrente von 2i/j Prozent.

Aus Oberheffen u. den Hess. Aemtern.

* Marburg, 2. Okt. 1913. Der bisherige besoldete Stadtrat Johannes Müller in Forst i d. Lausitz ist als besoldeter Beigeordneter der Stadt Mar­burg ans zwölf Jähre bestätigt worden.

* Kirchhain, 2. Okt. 1913. Durch die Trockenheit der letzten Wochen haben die Quellen der hiesigen Wasserleitung stark nachgelaffen und ist Wasser­mangel zu befürchte».

* Trctzfa, 2. Okt. 1913. In der Zeit vom 6. bis 11. Oktober findet in Ziegenhain unter der Leitung des Turumspektors Lehrer Buchenau (Kassel) ein Turn- und Spielkursus zur Ausbildung von Lehrern und anderen geeigneten Personen in Volts- und Jugendsptelen statt. Es nehmen daran 26 Personen, meist Lehrer des Kreises Ziegenhain, teil. Die Hebungen finden auf den städtischen Ring­wiesen statt.

* Homberg, 2. Okt. 1913. Dem Direktor der Taub­stummenanstalt Dr. Richter, der für ein Staats­amt in Aussicht genommen war, wurde vom Landes­ausschuß in Kassel eine jährliche, persönliche, pcn- sionsfähigc Zulage von 1000 Mk. bewilligt, um ihn seinem jetzigen Amte zu erhalten.

* Gemünden (Wohra), 2. Okt. 1913. Im benach­barten Lölbach hatte ein Einwohner sein zweijähri­ges Kind auf das Pferd gesetzt, das er zur Schmiede sührcn wollte. Unterwegs wurde das Pf c r d f ch e u und warf das Kind herunter. Mit ernsten Verletzungen mußte es sofort in ärztliche Behand­lung gegehe» werden.

vermischtes.

* Automobilisten, nehmt Rücksicht auf Eure Mit­menschen ! Der Kaiserliche Automobilklub versendet an seine Mitglieder das folgende dankenswerte Rund- fchreiben: Wie aus Zeitungsmeldungen hervorgeht, mehren sich in letzter Zeit die Rücksichtslosigkeiten wilder Fahrer in erschreckender Weise. Es wird von Fällen berichtet, in welchen solche Rohlinge Leute überfuhren, die Verunglückten hilflos liegen ließen

oder gar beiseite schafften, um dann vavonzurasen. Wir alle beklagen diese Vorgänge aufs tiefste, wir verabschetten die verbrecherischen Taten dieser Rowdys int Automobil, und darum ist es unsere Pflicht, mir aller Energie den Kamps gegen diese Elemente auf« zunehmcn.

* Der Irre unb die Schildkröten. Der fixen Idee eines Geisteskranken sind sechs zumtcil sehr kost­bare Schildkröten des Pariser Zoologischen Gartens zum Opfer gefallen. Der ehemalige Lehrer eines Mailänder Gymnasiums Ambrosetti war ein eifriger Besucher des Jardin des Plantes und verweilte stun- dcnlang vor dem Schildkröienpavillon. Mit einem Male bemerkten die Wärter zu ihrem größten Er­staunen, daß die. sonst so phlegmatischen Tiere die unglaublichsten Sprünge und Bewegungen vollführ- tcn. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich auf Ambro­setti. und die Nnterinchung ergab, daß er den Schild­kröten in einem unbewachten Augenblick eine Ein­spritzung mit einem Mittel eigener Erfindung ge­macht hatte. Bei seiner Verhaftung erklärte er allen Ernstes, daß er ein Mittel gefunden habe, Kaltblütler in Warmblütler zu verwandeln, und er habe zu seiner Freude gesehen, daß das Rüttel auch Erfolg gehabt habe, denn die Tiere hätten jetzt, wie in der bekannten Fabel, ruhig einen wirklichen Wettlauf mit einem Hasen aufnehmcn können. Ambrosetti ist nach einer ärztlichen Untersuchung in eine Irrenanstalt gebracht worden.

* Wieder ein Juwelenraub. In Gens erregt das Verschwinden zweier wertvoller Ohrgehänge, die einer vor etwa zwei Wochen dort eingetrofsenen vor­nehmen Aeghptcrin gehörten, großes Aufsehen. Die Acghpterin war mit zahlreicher Dienerschaft in einem der elegantesten Hotels auf dem linken Sccttfcr ab- gesticgeit. Gestern verließ die Dame Gens wieder und reiste nach Paris. Als sie hier int Hotel ein traf, wurde festgestellt, daß zwei kostbare Ohrgehänge, die einen Wert von weit über 100 000 Francs besaßen und von ihrer Besitzerin säst täglich getragen wurden, abbanden gekommen waren. Der Ohrschmuck, der im wesentlichen aus zwei großen Perlen bestand, war von der Dame einige Tage vor ihrer Abreise in eine Handtasche gelegt worden. Als sie ihre Tasche in dem Pariser Hotel öffnete, war der Schmuck verschwun­den. Es kann mit Sicherbeit angenommen werden, daß es sich unt einen Diebstahl handelt, da cs al5 ausgeschlossen gelten kann, daß der Schmuck verloren wurde.

Handel mtb Industrie.

,3, Berlin, 2. Okt. 1913. Die Bank von England hat ihren Diskont von 4,/a Prozent auf 5 Prozent crböht. Hiermit ist jede Hoffnung auf eine Er­mäßigung des deutschen Bankdiskonts gefdinntnbett, und mit ihr auch die von dem Sinken des Reichs« bankdiskonts erwartete Belebung von Handel und Industrie. Trotzdem verkehrte die Börse bei regem Verkehr in fester Haltung. Der Privatdiskont fiel für kurzfristige Sichten auf 45/s Prozent, für lang­fristige auf 4i/8 Prozent. Deutsche Anleihen saft durchweg 0,10 Prozent hoher.

Auszug aus dein Sterberegister des Kgl. StauSesunilS Fulön

vom 20. September bis einschl. 2. Oktober 1913.

(AnmeIdestunden: An Werktagen von 8—12 Uhr vor­mittags, an Feiertagen von 11—12 Uhr vormittags, nur für Totgeburten und Sterbefälle.)

27. September. Franziska und Monika. Zwillinge des Bahnarbeiters Anton Schmitt von Lehnerz, 1 T. 30. Landwirt Peter Pauli von Dietershauscn, 55 I. 4 M 2 T. 1. Oktober. Rentner Wilhelm Harlmann, 61 I. 1 M. 16 T. 1. Knecht Anselm Larbig von Klein« liibtr, Kreis Fulda 75 I. 5 M. 11 T. 1. Schüler August Wilhelm Seuring von Gichenbach, 12 I. 4 M.

Reklamen- mtb Anzetgentci

//l die billigeren Angebote nicht k täuschen und kaufe nur Scotts

Emulsion.

Cotts ^(Emulfion hingegen ist ihr Geld wert, sie leistet mehr, als sie verspricht Man lasse sich deshalb durch

Warnung I

Ein so begehrtes Kräftigungsmittel, wie Scotts Emulsion, ist begreiflicherweise Nachahmungen besonders ausgesetzt. Mancher Händler wird sich auf den Verkauf dieser natürlich ,,eben* sogutcn" (I), jedoch billigeren Ersatzpräparate bemühen, denn sein Verdienst an ihnen ist vielleicht ein höherer. Es kann aber nicht ge­nug vor minderwertigen Lebertran-Emulsionen gewarnt werden, sie kaufen heißt Geld wcgwerfcw.

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