2. Blatt.
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Lokales.
Fulda, 2. Oktober 1913.
0 Personalien. Der erste Pfarrer an der Johan- niskirche tn Hanan, ist zum Gencralsuper-
intenbent der unierten Llirchengemeinschaft des K o n s i st o r i a l b e z i r k s K a s s e l und zum Mitglied des Konsistoriums in Kassel ernannt worden.
.Q, Bei der Ansjchutzwahl zur Allgem. Ortskrankenkasse der Stadt Fulda, die gestern stattfand, machten von 2852 wahlberechtigten Arbeitnehmern 1447, das sind 51,4 Proz. von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Bei der Wahl im Juni 1912 hatten nur 28 Proz. gewählt. Die dem Sozialen Ausschüsse angeschlosfenen Vereinigungen beteiligten sich mit ihren wahlberechtigten Mitgliedern wie folgt:
Der kalh. Arbeiterverein Bachrain 83,2%; der christl. Metallarbeiterverband 86% (bei der letzten Wahl: 50%); der christl. Textilarbeiter verband 85,3% (100%); St. Josephsverein 81,6% (61,4%); Christi. Holzarbeiter- verband 81 % (79,2%); Kalh. Meister- und Männerverein 78,9% (53,3%'; Kalh. Fabrikarbeiicrinnenverein 77,7% (86%); Kath. Dienstmädchenverein 77,3% (88%); Kalh. Arbeiterverein Künzell 74%; Kath. Kauft». Ge- hilsinnenvercin 72,2% (80 °.’o ; Christl Fabrik-, Berkehrsund Hilfsarbeiternerband 72 % (60,4%); .Kalh. Geselleu- verein 69,7° o (75%); Kalh. Arbeiterverei» Pilgerzell 67%; 5?atl). Arbeilervercin Rönshanien 65%; Christl. Bauhandwerkerverdand 63% (45,6%).
In wenigen Tagen wird das Ergebnis der Wahl bekannt gegeben werden. Bis dahin herrscht unlcr den Wählerkreiscn eine begreifliche Spannung. Ist doch diese Wahl grundlegend für den Ausfall der Vorstandswahl, die nun auch sehr bald durch den neugewählten Ausschuß nach den Grundsätzen der Verhältniswahl zu vollziehen ist.
(!) Die Missionsvereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen legt soeben den 9t e ch e n s ch a f l s b e r i ch t für das Jahr 1912/13 vor. Daraus ist zu ersehen, daß die Vereinigung in der Diözese Fulda 2246 Mitglieder zählt. Es wurden von ihnen 1199.80 Mark aufgebracht. Davon wurden 217 Mark für Porto und Stoff ausgegeben, 268 Mart wurden an das Hochwärdigste Ordinariat und 714 Mark an die Zentralkasse abgesührt. Die Gesamtmitgliederzahl der Vereinigung beläuft sich auf 224138. Die Gesamteinnahmen betrugen 166 787 Mark. Die Bewertung der im Jahre 1912/13 für die Missionen gear- beiten und beschafften Geräte, Paramente usw. be- ziffer sich die Mindesttaxe auf 63813 Mark.
△ Tas Krankenautomobil ist heute von Herrn Landkrankenhaus-Direktor der Sanitätskolonne übergeben und in Betrieb genommen worden. Möge diese für die leidende Menschheit so hochwichtige Krankentransport - Einrichtung in weiten Kreisen eine verständnisvolle und anerkennende Würdigung finden! Allen denen, die zur Beschaffung dieses modernen Wagens bcigetragen haben, sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt.
Der Rhönklub-Zweigverein Fulda hielt gestern abend im Vereinslokal »Zur alten Post" eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Dr. Schneider, gedachte in einer Ansprache der jüngst verstorbenen Mitglieder, der Herren Justizrat Gegenbaur, Ducke und Hartmann. Weiterhin erinnerte er an die Eröffnung der Rhönbahnstrecke Fulda-Gersfeld vor 25 Jahren. Es wurde weiter- hin auf die Nützlichkeit einer Autopost Verbindung Fulda-Bad Brückenau aufmerksam gemacht. Diese Verbindung sei dringend zu wünschen. Nachdem noch zu einer lebhafteren Beteiligung an den monatlichen Rhönklubwanderungcn antgemuntert worden worden war, schloß sich ein gemütliches Beisammensein an.
sk Ein Mahnwort an den selbständigen Mittelstand. Tas Bcrsicherungsgefktz für Angestellte, das leit dem 1. Januar 1913 alle Angestellten mit einem Einkommen bis zu 5000 Mk. dem Bersicherungs- zwange unterwirft, hat für das erste Jahr nach seinem Inkrafttreten — also nur für 1913 — auch den freiwilligen Eintritt in die Versicherung zugelassen. Berechtigt zu dieser Selbstversicherung sind unter gewissen Voraussetzungen 1. Angestellte mit 5—10 000 Mk. Jahresgchalt. 2. Selbständige Personen, die früher Angestellte waren. Durch diese ungemein wichtige Bestimmung ist im weitesten Umfange die Möglichkeit eröffnet, durch Selbsthilfe die Wohliaien einer guien Versicherung zu genießen. Weite Kreise des Mittelstandes, die bisher
Kleines Ferrilletorr.
— Festspiel „Chasalla". Wir erhalten folgende Zuschrift: Sie brachten in der Nr. 226 Ihres geschätzten Blattes unter Bezugnahme auf die Kritik eines Berliner Blattes einen empfehlenden Hinweis auf das am Samstag im Kasseler Hoftheater erstmalig aufgeführte Festspiel „Chasalla" von Emil Jacobi. Es dürfte angebracht sein, demgegenüber auf die Beurteilung hinzuweifen, die besagtes Festspiel in Nr. 452, 1. Beilage der Germania einige Tage vor der „sehr beifälligen" Aufnahme auf der Kasseler Hofbühne gefunden hat Es heißt da zum Schluß:
„Ja einer Zeit, wo die Vorurteile gegen die Kirche so groß sind unb der Glaube an die Habsucht der Geistlichkeit schon zum Evangelium gehört, sollte man die erdichtete Darstellung eines Ereignisses, das ja im Laus: Der Jahrhunderte anderswo vorgekommen sein mag, nicht zum Mittelpunkt einer Darstellung bei einem Festspiel machen, das von vielen, die es nicht besser wissen, wohl auch als geschichtliche Tatsache bei der Entstehung der Stadt Kassel angesehen werden wird .... Man sagt sich mit Recht, daß bei der Feier wegen der Entstehung einer Stadt, die wirklichen, geschichtlichen Tatsachen in den Vordergrund treten müssen und nicht erdichtete Phantasien, die Unwille und alte Vorurteile Hervorrufen müssen."
Schreiber dieses, der jüngst einer Aufführung des Stückes im Kasseler Hoftheater beiwohnte, kann diesen Sätzen nur zustimmen. Wenn auch der in der Kritik der „Germ." angedeutetc Vergleich mit G. Haupt- mann's Festspiel eitischiedett verfehlt ist, — darin stimmt Verfasser mit dem Kritiker der „Germ." überein, daß der Gcsamteindruck des Festspiels ein unangenehmer genannt werden muß. Abgesehen davon, daß ........... ui ■i—iinnn----
werden lebende Bilder, Marmorgruppen und Athletische Ausführungen den Besuchern vorge,ührt.
2lus dem Nachbargebiete.
Hünfeld, 2. Okt. 1913. Es ist sestgestellt worden, daß im Kreise noch immer vereinzelte Fälle von Kinderlähmung auftretcn. Der Landrat sieht sich veranlaßt, die Bürgermeister zu beauftragen, auf die Eltern iu ihren Gemeinden in geeigneter Weise einzuwirken, daß sie in allen Fällen, in denen Kinder in der Familie erkranken, sich sofort an den Arzt wenden.
>3 Oberufhausen (Kr. Hünfeld) 1 O'ü 19,3- Mii dem heutigen Tage wird Herr Lehrer Schis- Hauer, nachdem er nahezu 25 Jahre hiersclbst seines Amtes als Lehrer und Kirchendiener gewaltet, i n den R u h e st a n d treten. Am Sonntag nachmittag fand zu seiner Ehrung eine Feier in der Schule statt, wobei die Schulkinder eine Joephsstatue schenkten, und am Abende wurde ihm von den Gemeinden O-ber- und Unterufhausen eine Ovation nut Lampionzug dargebracht. Der Ortsschulinspektor, Pfarrer Gnau, hob iu seiner Anspracke die Verdienste hervor, welche der Gefeierte als Lehrer und Küster sowie als Bizepräscs des Gesellenvereins und Darlehns- kasseu-Rechner sich erworben unb überbrachte die Glückwünsche der Pfarrgemeinde zum silbernen Jubiläum. Die letztere spendete dem Jubilar einen Ruhesessel, der Gesellenverein eine Widmungstafel und die Darlehnskasse einen Regulator. Besonders verdient ein Anerkennungsschreiben seitens der Br- schöslicheit Behörde erwähnt zu werden, welches durch den Ortspfarrcr überreicht wurde. Dem scheidenden Lehrer wünschen wir viele gesegnete Jahre des Ruhestandes.
* Gießen, 1. Okt. 1913. Der Leiter les Siadl- theaters H. Steingoetter feierte gestern das Jubiläum feiner 2 5 j ä h r i g e n B ü h n e n w i r t s a m - leit und zugleich der 10jährigen Tätigkeit als Direklor in Güßen. Der Thealeroerein hat ans diesem Anlaß eine Summe von 3000 Mk. — die später vergrößert werden soll — gestiftet für bedürftige Mitglieder der Bühne.
G Bischofsheim, 1. Okt. 1913. Ungefähr 50 Äar- tellbrüder aus dem Fuldaer- und Frankenland hatten der Einladung des Fuldatc Philisterzirkels des Cat tellvcrbandes "katholischer Studentenverbindungen (C. B.) Folge geleistet und waren iu dem idyllisch gelegenen Rhönstädtchen Bischossheim zusammen gekommen, zu echt studentischem, farbenfrohem Treiben. Ter Kommers fand int Gasthaus -zur Post statt. Alle Würzburger E.-V.-Korporationen waren vertreten, außerdem noch eine Reihe anderer Kartellverbindungen. Bei frohen Gesängen und köstlichen Mimiken verrann die Zeit allztt schnell. Ein Frühschoppen im Brauntchen Gasthaus auf dem Kreuzberg vereinte noch einmal alle Teilnehmer. Erst spät am Nachmittag trennte man sich mit dem festen Versprechen: „Auf Wiedersehen im nächsten Jahre!" Möge das Fest auch im kommenden Jahre seine Anziehungskraft ausüben, damit es seinen idealen Zweck erreicht, ein Verbrüder ungsfesi zu sein für alle Kqrtellbrüder auf preußischer und bayerischer Seite der Rhön.
m Vom Main, 1. Okt. 1913. Zwischen einer Gruppe großer Banken, an deren Spitze die Bank für Handel und Industrie stellt, und den rheinischen Schiffahrtsgesellschaften sind Unterhandlungen eingeleitet, die die Schass n n g einer Organisation der bavcr'ifcher! Rheinschifs- fahrtsintercsscnten zum Zwecke haben. Ferner will die Gesellschaft für eine größere Aus- dchnurrg der Mainschiffahrt von der Mündung bis Aschaffenburg mit Nachdruck eintreten.
* Offenbach a. M., 1. Okt. 1913. Ein schwerer Unfall mit tödlichem A u s g a n g ereignete sich in der Offenbacher Portlandzementfabrik. Der Schlaffer Oswald Mann wurde in dem Augenblick, als er eine Maschine schmieren wollte, von der Transmission erfaßt und mehreremale herumgeschleudert. Dabei kam er mit der elektrischen Starkstromleitung in Beriihung und wurde sosoA getötet.
Ami Geisa und Umgebung.
* Geisa, 1. Okt. 1913. Sicherem Vernehmen nach ist das Zustandekommen der geplanten P o st - a u t o l i n i e G e i s a - W e r n s h a u f e n zum Sommer 1914 nunmehr als wahrscheinlich anzusehen.
* Tiefenort, 1. Okt. 1913. Im Garten eines hiesigen Landwirts war ein Strohhaufen in Brand geraten, der in der Nähe der Scheune lagerte. Zum Glück wurde der Vorfall gleich bemerkt, so daß der Besitzer vor größerem Schaden bewahrt wurde.
* Dorndorf, 1. Okt. 1913. Vor einigen Tagen zerbrach hier auf dem Güterbvden beim Umladen in die Feldabahn ein Ballon (63 Kilogr.) chem. ger. Schwefelsäure. Sie war nach Dermbach bestimmt. Zum Glück wurden die den Ballon verladenden Personen nicht von der ätzenden Flüssigkeit berührt, da sie sonst schwere Verletzungen hätten davontragen können. Die Schuld an dem Malheur tragen die unglücklichen Umladeverhältnisse. Wie manches Frachtstück ist hier schon beschädigt worden. Wie es heißt, steht der Umbau der Feldabahn in nicht mehr allzuweiter Ferne: die Umladevei hat ja bann ein Enbe.
Aus Gberhrffen u. den Hess. Aemtern.
* Marburg, 1. Okt. 1918 Dem Inspektor ber Medizinischen' Klinik der Universität in Marburg August Bauersachs wurde der Charakter als
* Kirchhain, 1. Ott. 1913. Der Erlös durch Verkauf des städtischen Obstes diesjähriger Ernte betrug 3469 Alk., im Vorjahre wurden 3800 Mk. gelöst. Einzelne Sorten wurden bis 20 Pik. pro Zentner am Baum bezahlt.
* Rauschenberg, 1. Okt. 1913. Gestern besichtigten mehrere Industrielle das Wohratal und die Wasserkräfte der Wohra. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Industrie hier ihren Einzug hält.
* Frankenberg, 1. Okt. 1913. Zum letzten Male hat geliert: die städtische Schelle des Ausrufers, die man mit Blumen geschmückt hatte, ihres Amtes gewaltet; auch sie mußte der neuzeitlichen Entwickelung unteres Verkehrslebens zum Opfer fallen. Wie in anderen Städten, werden die öffentlichen Bekannl- machtrngen in Zukunft durch die Presse, sowie durch Anschlag an den noch zu eirichtenben städtischen Plakatsäulen erfolgen.
vermischtes.
* Vom Gendarmen erschossen. In St. Privat bei Metz führte der Gendarm Grahse einen Bergmann ab, der seine Frau mißhandelt und ihn (den Gendarmeir) beleidigt hatte. Der Bergmann wollte nur nngefcijelt mitgchen, worauf der Gendarm seinem Gefangenen die Kette abnahm. Plötzlich wandte sich dieser zur Flucht. Der Gendarm schoß, als feine Haltrufe kerne Wirkung hatten; er traf c.n Flüchtling in den Unterleib. Die Verwundung :st so schwer, daß der Tod jeden "Augenblick eintreten kann.
* Bon Der Völkerschlachts-Feier. Der Preis eines Tribünen-Sitzplotzes zur Einweihung des Völkerschlacht- Denkmals betragt 105 Mark. Ans Antrag Sachsens und Beschluß des Bundesrates werden aus Anlaß der Jahrhündert-Feier der Völkerschlacht in der sächsischen Münze Erinnerungs-Münzen ausgeprägt. Tie Post- verwattong wird auf dem Postamte, das am 18. Oktober auf dem Festplatze eingerichtet wird, einen besonderen Stempel mit einer bildlichen Wiedergabe des Völkerschlacht-Denkmals verwenden.
* Landitknattenlat auf einen Eisenbahnzug: 40 Tote. Eine fürchterliche Eisenbabnlatastrophe hat sich, wie schon kurz gemeldet, in der Nähe der Station Sosyka der Wladikawkas-Bahn in Südrußland ereignet. Banditen hatten die Schienen gelockert und den Personenzug Baku-Batum zum Entgleisen gebracht, um ihn zu plündern. Als der Personenzug die Stelle passierte, entgleiste die Lokomotive. Sechs Wagen, die dicht mit Kleinbürgern, Bauern und Arbeitern besetzt waren. stürzten dicht neben- unb übereinander unb begruben die Insassen unter den Trümmern. Es dauerte längere Zeit, bis Hilfe von der nächsten Station ankam und mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden konnte. Bis jetzt sind 41 Tote g c- borgen und über 90 Verletzte ans den Trümmern befreit worden. Die Toten sind zumteil gräßlich verstümmelt. Unter den Verletzten haben viel furchtbare Wunden davongetragen. Die Auf- räumungserbeiten sind noch nicht beendet. Man glaubt, daß noch mehrere Tote und Verwundete unter den Trümmern liegen.
Handel und I>. .ec.
-5. Berlin, 1. Oktober 1913. Tas stärkt Sinken des Piioatdiskonts — für kurzfristige Sichten auf 43/t Prozent, für langfristige auf 45/s Prozent — beutet tauf eine zur ehmende Geldflüfsigkeit hin. In dieser Erwartung wurde die Börse heute noch durch das günstige Ergebnis der Zweimonatsbilanzen der Banken bestärkt, die eine größere Flüssigkeit atu- wiesen. Diese Erleichterung des Geldmarkies unb bie; zuversichtliche Stimmung der Börse bezüglich der neuen Balkanschwierigkeiten führten zu einer Befestigung der Börse.
,3) Zm Wirtschaftsleben geht es bergab! Das ift • nicht mehr zu leugnen. In der Hauptversammlung des Roheisen Verbundes wurde sestgestellt, daß der Abruf von Roheisen sowohl seilens der'.Gießereien als auch der Stahlwerke noch immer befriedigend sei; 88 Prozent der Gesamtbeteiligung der Werke, also der gesamten Herstellungsmöglichkeiten, seien int August hinausgegaugen. Aber der ausländisch: Wettbewerb macht sich fühlbar, unb daher hat man die Preise für das 1. Quartal 1914 der einzelnen Sorten um ca. 3 Mark herabgesetzt.
Gottesdienstor-nung.
Freitag, 3. Okt. Fulda. Frauenberg. (Herz- Iesu-Freitag.) Aussetzung des AUerlieUigsten von 5 Uhr morgens bis 5 Uhr abends zur Anbetung des göttl. Herzens Jesu. 8 Uhr Rosenkranzmesse, 9 Uar Levitenamt. Nachm. 2 Ubr feiert Vesper, 4 Uhr Schlußandacht mit Umgang. — Nonnenkirchc. %9 Uhr Hochamt; nachm. 4 Uhr Herz-Jesu-Andacht.
Samstag, 4.Oktober. Fulda. Frauenberg. (Fest des seraph. hl. Vaters Franziskus: Ablaßtag für alle Gläubigen.) Hl. Messen von %5 Uhr an, 8 Uhr Rosenkranzmesse, 9 Uhr Festpredigt, darauf Prozession und feiert LevUenamt mit Aussetzung. Nachm. 3 Uhr feiert Vesper mit Andacht unb sakram. Segen. Abends 6 Uhr feierliches Komplet und Gedächtnisfeier des Hin- fcheidens des Heiligen. Verehrung seiner Reliquie nach dem Hochamt und der Gedächtnisfeier.
jeglicher staatlichen Fürsorge entbehrten, haben nun- tnehr Gelegenheit, für sich sowie zugunsten der Hinterbliebenen in angemessener Weise für die unsichere Zukunft Sorge zu tragen. Getade den freiwil- l i g versicherten Personen bietet die Angestellten-Vcr- sichentng bie meisten Vorteile, in dem biefc das Recht habet!, nach Ablauf der für sie günstigen Verstche- rungegabre die Beitragszahlung vollstän- big einzu ft eilen unb bie erworbenen. Ansprüche burch eine ganz geringe Anetkcnnungsgebühr auf- rechtzuerhalteu. Leiber sind diese wichtigen Bestim- mnngen in ben hier in Betracht kommenben Kreisen fast völlig unbekannt. Es ist beshalb zu begrüßen, baß ber Verbanb kath. kansm. Vereinigungen Deutsch- lanbS (Sitz Essen, Ruhr) in einer soeben erschienenen Schrift „Die freiwillige Selbstversicherung in bet Angestellten-Vesicherung. Ei» Mahnwort an weite Kreise bes Mitelstanbcs" Gelegenheit gibt, sich schnell unb leicht über bie wichtigsten Bestimmungen bes Angestelltenversichcrungsgesttzes zu orientieren. Jeber Selbständige sollte diese Schri't (Preis 20 Pfg., 3 Psg. Porto) lesen und von dem nur noch für kurze Zeit, bis zum 31. Dezember 1913, gewährten Rechte ber freiwilligen Versicherung Gebrauch machen.
Ausgrabungen am Torndlatz. Die in bent geöffneten Steinsarge vo'.gefunbene Bronze- platte, bie in unserem gestrigen Bericht erwähnt würbe, ist wrgfältig gereinigt worben. Es konnte leboch nur ber Name Otto entziffert werben. Die Platte würbe baraufhiu an bie Museumsverwaltung in Ma i n z gesandt. Diese wirb mit ben ihr zu Gebote stehenbcn Hilfsmitteln vielleicht in ber Lage sein, eine weitere Entzifferung bes Dokuments vorzunehmen.
A Amtliche Warnung vor Patentagenten. Das soeben zur Ausgabe gelangte Blatt für Patent-, Muster- unb Zeichenwesen veröffentlicht eine Warnung bes P r a s i b e n t '. u des Kaiserlichen P a- t ent amt es, in ber es heißt:
In neuerer Zeit haben sich tie Fälle vermehrt, daß Patentagenten — zu dem offensichtlichen Zwecke, der Ausschließung vom Vertretungsgeschäfte gemäß § 17 des Patentanwalts-Gesetz s zu entgehen — die von ihnen zur Anmeldung gebrauchten Gebrauchsmuster auf ihren eigenen Namen, anstatt auf den Namen ihrer Auftraggeber haben einlragen lassen. Die beteiligten Kreise werden dringend davor gewarnt, zu einem solchen Verfahren ihre Zustimmung ztr geben, da die fpälere Uebertragtmg des Gebrauchsmusters auf den Auitrag- geber auf ernste Schwierigkeiten stoßen kann. In einem dem Patentamte jetzt vorliegenden Falle hat sich eine schwere Schädigung der Anmelder ergeben, weil bei dem unbekannten Aufenthaltsorte des von feinem bisherigen Wohnorte verzogenen Vertreters und bei der großen Anzaht der eingetragenen Gebrauchsmuster nicht sestgestellt werden kann, welches die an den einzelnen Gebrauchsmuster beteiligten Auftraggeber sind.
Postscheckverkehr. Fortan können bie Inhaber von Postscheckkonten bie Beträge ber von ihnen ausgehcnben Postaufträge unb Postnachnahmen nach Ungarn in ber gleichen Weise wie int Verkehr mit Oesterreich, Luxemburg unb ber Schweiz ihrem Postscheckkonto in Deutschland mittels Postanweisung überweisen lassen.
== Die Kartoffeleinfuhr in unsere Stabt seitens ber Lanbwirte hat stark eingesetzt. Tie Knollcnsrüchte sinb in Güte unb Menge recht erfreulich geraten. Es werben per Zentner gegenwärtig burchschnittlich 2,20-2,50 Mark verlangt.
§ Die Befürchtungen, bie sich an bas Berschwin- ben ber Frau E. hier knüpften, scheinen sich zu bestätigen. Ihr Mann würbe nach Offenbach a. M. gerufen, ba bort bie Leiche einer weiblichen Person tn ländlicher Tracht gtzlänbet worden ist.
£s Unfug wurde in der Nacht zum Mittwoch von vier jungen Leuten in der Nähe des Bonisatiusbenk- mals getrieben. Einer lag, ob freiwillig ober unfreiwillig sei dahingestellt," auf der Erde unb die anderen gröhlten ans Leibeskräften Trauermelodien. Ein gesalzenes Strafmandat wird ihnen nachträglich berechtigteren Grund zu Trauerweisen geben.
(:) Schwerathletik. Di; diesjährige Gau-Jnstruktions- ftunbe des Mamgaues im Deutschen Athleien-Verband wurde dem 1. Fuldaer Athletik-Sportklub „Viktoria" übertragen und findet am 23. November, vormittags, im Restaurant „Hohenzollern" statt. An derselben beteiligen sich die Stemm- und Ringwarte, sowie die Pteilrichter des zurzeit 22 Vereine zählenden Gaues. Nach Schluß der Uebungsstunde findet eine kombinierte Sitzung des Gauvorstandes, sowie des technischen Ausschusses statt.
:: Der Kraftsportklub Germania feiert am 5. Oktober im Jägerhaus lein drittes Stiftungsfest. Unter anderem
einzelne Wendungen im -Munde der Heldin Irma wie der übrigen Darsteller für bie Zeit ber Hanb- lung (Anfang bes 10. Jahrhunderts) stark „skeptisch" anmuten, wirkt bie Figur des Abtes Gozbert von Fritzlar — wenigstens im Zusammenspiel an ber Kasseler Hofbühne — birekt abstoßenb. Man kann sich bes schmerzlichen Gefühls nicht erwehren, hier bett Typus eines fanatisch die „Rechte ber hl. Kirche" verfechtenben unb darüber Leben unb irbisches Glück eines einzelnen Menschenkmbes für nichts achtenben Vertreters ber mittelalterl. Hierarchie, wie sie in ben Köpfen so mancher unserer Zeitgenossen sich auszumalen pflegt, in Reinkultur vor sich zu sehen. Zwar wirb in der Person bes Erzbischofs Hatto von Mainz besagtem Abt ein Äquivalent entgegengestellt, allein als völlig gleichwertig ober gar versöhnenb kann letzteres nicht bezeichnet werden, ba bie Figur bes Erzbischofs hinter bie — zweifellos am sympathischsten gezeichnete — Königs Konrad 1. zu sehr zurücktritt. In ber Phantasie bes Zuschauers überwiegt ber Fanatismus bes „eiskalten" Abtes von Fritzlar mehr noch als bie rohe Heimtücke des sich bei alledem religiös gebärdenden Gaugrafen Eggo. — Wir wollen nicht annehmcn, daß die „sehr beifällige Aufnahme", die „Chasalla" zuteil geworden ist, in etwa auf die gerügten Schwächen des Stückes zurückzuführen ist. „Chasalla" ist - wir geben es zum Ruhme des Ver- sassers gern zu - reich an packenden Szenen, auch sprachlich u. E. nicht zu beanstanden. Darin allerdings glauben wir uns eins zu wissen mit der größeren Mehrzahl aller Gleichgesinnten, daß „Chasalla", so hoch es nach Inhalt und Form über dem „Dilettantenspaß" (bent Kasseler Festspiel „1385") steht, auch mit Weglassung ber lese angefügten Lichtbilber unb Gruppen aus Kassels Geschichte für katholische Vereinsbühnen nicht in Frage kommt.
mit Ciolctmundst.
mit Mchlmundd. f lach.
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