Einzelbild herunterladen
 

Fuldaer Leitung

einer

JMWg

JV§ 2fc).

Nontag 15. September 1915.

Aus Gberheffen n. den Hess. Remtern.

Marburg, 14. Sept. 1913. Eine im qtoßen duentinidjen Saale abgehallene, von clwa 3C0 Per­sonen besuchle öffentliche Bauarbciter-Dcr. fammlung beschloß, das Angebot der Unternehmer, welche bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit verlangen, abzulehnen und den Aus st and, der setzt bereits vier Monate dauert, fortzusrtzen. Der Ausstand macht sich jetzt schon in vielen dem Bau- gewerbe augehörigen Berufen bemerkbar.

lassen und die Patientin durch Radiumbestrahlung ge­heilt Wie sicher mußte sich die Klinik fühlen mit ihrer Methode der Heilung, um bei einer Arztfrau die £ leration zu unterlassen. Ein Mißerfolg in die- seyr < Ile hatte ja die ganze Strahlentherapie bei den Siebten in Mißkredit gebracht. So ist es denn auch leicht zu erklären, wenn heute, wo sich das Radium in der Bekämpfung der so furchtbaren Krankheit fo erfolgreich bewährt hat, in der ganzen Welt nach Ra­dium verlangt wird. Wenn so Hohe Ziele erreichbar sind, so kann auch der fast unerschwingliche Preis des Radiums keine entscheidende Rolle mehr spielen. Es müssen dann Mittel und Wege gefunden werden, um das Radium zu beschaffen. Und so haben denn auch der Staat unbjuelc Großstädte schon erhebliche Sum­men eingestellt'zum Ankauf von Radium und Meso­thorium. Denn auch M e s o t h o r i u m hat dieselbe Wirksamkeit wie Radium. Aber auch das Mesotho­rium ist sehr teuer und hat den Nachteil, daß es sich innerhalb 510 Jahren in feiner Wirksamkeit ab­nutzt, während Radium über tausend Jahre seine Wirksamkeit voll behält. Da Radium jedoch nur in geringer Menge gefunden wird (für die nächsten zwei Jabr'e soll kein Radium mehr zu erhalten sein), so ist es zu begrüßen, daß in dem Mesothorium, welches fabrikmäßig hergestellt wird, ein Ersatz für das schwer beschaffbare Radium gefunden ist. Das Element- Mesothorium wirkt sogar noch stärker wie das Ele­ment Radium. Jedoch kann das Mesothorium nicht als Element, sondern nur in Verbindung mit anderen Salzen benutzt werden. Ein Milligramm des stärk­sten Mesothoriumpräparates, welches hergestellt wer­den kann, hat nur dieselbe Wirkung wie ein halbes Milligramm des stärksten Radiumpräparates. Auch Fulda hat, Dank dem Verständnis und gemeinnü­tzigen Sinn vieler wohlhabender Herren, eine verhält­nismäßig große Menge Radium, welches Anfang Dezember eintreffen wird, dem Landkrankenhause zur Verfügung gestellt und so die Möglichkeit geschaf­fen, daß auch in unserer Gegend die neue Methode zur Heilung des Krebses angewendet werden kann. Den Herren gebührt der Tank aller Menschenfreunde.

(!) Zu dem Experimentalvortraq über Radium, den der Phvsiker Hermann Scheffler aus Dresden am Samstag abend im Gesellschaftszimmer des Bur- gervereinshäuses hielt, zeigte sich aus den Kreisen der hiesigen Bürgerschaft ein solcher Zudrang, daß der zur Verfügung stehende Raum weit über fein Fassungsvermögen hinaus in Anspruch genommen werden mußte. Herr Scheffler verstand es aber durch sein gewinnendes Wesen, auch diejenigen, die des Platzes an der Sonne"" entbehren mußten, zurfieden zu stellen und hotte schon in den ersten Minuten einen persönlichen Zusammenhang mit der Hörer­schaft gefunden. Auf diese Weise wurde es ihm leicht, die Sprödigkeit, die der physikalisch-chemischen Wissen­schaft eigen ist, vom ersten Augenblick an gänzlich zu bannen/ Unterstützt von einer, sympathischen Sprech­weise fesselte er die Zuhörer, indem er nach kurzen, lebhaften Ausführungen theoretischer Art die Blicke immer wieder zurücklenkte auf die geheimnisvolle Kapsel, in der er 15 Milligramm jenes einzigartigen Elementes geborgen hat, das wir dem zähen Fleiß der Madame Curie verdanken und das in der neuesten Zeit durch seine Nutzbarmachung in der Heilkunde so manche Hoffnungen in der leidenden Menschheit wochgerufen hat. Herr Scheffler erzählte uns, wie das Radium aus der bei Joachimstal in Böhmen Vorgefundenen Pechblende unter gewaltigen Kosten gewonnen wird, wie die eigenartige Strahlung dieses Elementes entsteht, tote sie theoretisch zu erklären ist und toelche Wirkungen sie hervorbringt. Und wenn man schon staunend die Kunde vernahm von der All­gewalt der Strahlen, ihrer Schnelligkeit, ihrer Un­widerstehlichkeit, ihrer tödlichen Kraft, so folgte män- niglick mit gespanntester Aufmerksamkeit deut Ver­laufe der einzelnen Experimente, die durch den Augen­schein den Ruf des Radiums bestätigten. Die Strah­lung erzeugte innerhalb 10 Minuten das Negativ von den auf einer photographischen Platte vereinigten Schlüsseln und enteilt Geldstücke, der Eletkronen- schwärm durchdrang Blechplatte und Menschenhand und erstrahlte hell auf demBariumPlatinehanürschirm. Auch das geschlossene Auge durchdrang der Strahl und ein anwesender erblindeter Herr konstatierte mit innerer Ergriffenheit, daß das geheimsnisvolle Licht auch in die Nacht seiner Blindheit Eingang gefunden habe. Scbließlich ließ Herr Scheffler noch in zahl­reichen Fällen Diamanten an den Schmuckstücken der Damen unter der Wirkung des Radiums auileuchten und dadurch ihre Echtheit erweisen. Der Vortrag, der am Sonntag abend bei gleicher Anteilnahme wie­derholt wurde, fand allgemein die beste Aufnahme, was sich in dem lebhaften Beifall am Schlüsse kund

...estl

vermischtes.

* Für das 25 Pf.-Stück, das bekanntlich wieder aus dem Verkehr gezogen werden soll, tritt die Deutsche Tagesztg." ein. Das Blatt spricht die Er­wartung aus, daß der Reichstag eine andere Form des 25' Pf.-Stückes fordern werde und sagt: Es fet darauf hingewiesen, daß der kleine Verkehr einer Münze bedarf, das zweckmäßigerweise nicht das Ztoanzigpfennigstück, sondern das Fünfundzwanztg- pfennigstück, die Viertelmark, sein muß. Wenn man ein gutes, leicht unterscheidbares, handliches Funf­undzwanzigpfennigstück ausprögen wollte, so wurde das sicher ebenso beliebt werden, wie dte -r.alerstucke beliebt geworden sind, von denen man auch zuerst, behauptete, daß der Verkehr sie nicht haben wollte..

* Feuerwehrleute verschüttet. In Malsch bet Wiesloch in Baden brach in einem Wohnhaus Feuer aus, das sich rasch verbreitete und in kurzer Zeit das Haus und drei Scheunen zerstörte. Zur Eindämmung des Feuers mußte eine Mauer emge- rissen werden. Diese stürzte plötzlich zusammen und verschüttete zwölf Feuerwehrleute. Drei von ihnen erlitten schwere, die übrigen leichtere Verletzungen.

* Eine neue Schandtat der Suffragetten. Eine Feuersbrunst zerstörte die englische Station Kenton. Auf Gepäckscheinen, die am Tatorte gefunden wur­den, standen die Worte: Asguath ist für den Kriegs­zustand verantwortlich. Wendet Euch au t.)n wegen des Schadens. , , «

* Ein Schneesturut bat in und um W> adt wo jtol in Sibirien viel Unheil angerichtet, 17 Schüler, die sich auf einem Ausflug im Gebirge befanden, kamen nm.

* Drei Gefängnis-Aufseher erwürgt. Vier rm Un- tersuchungs-Gefängnisse Mariinsk im russischen Gouvernement Tonis befindliche Insassen erwürgten drei Gesänanjs'Anfseher und entflohen dann.

* Militärische Auskunft. Leutnant:Grenadier! Ist Seine Exzellenz zu Hause?" Grenadier:Zu Befehl, Herr Leutnant, das Dienstmädchen hat mir eben gesagt, er frühstückt'." - Leutnant (ärgerlich über die lange unmisitärische Antwort):Ist er besoffen? Grenadier:Tas hat mir das Dienstmädchen Nicht mitgeteilt, Herr Leutnant."

2. viatt.

»ruck der Sulbaer »dlenDntetiti in Julia.

* Kirchhain, 14. Sept. 1913. Ter Bürgermeister Rau in Großseelheim ist zum Standesbeamten des Standesamtsbezirk Großseelheim, Kleinseelheim und Schönbach: der Bürgermeister Lauer in Anzefahr zum Standesbeamten des Bezirks Anzefahr, Himmel-H berg, 'Sindersfeld und Stausebach ernannt worden.

'[:! Neustadt, 14. Sept. 1913. Die Lerche des Dragoners D. Faber, der bekanntlich vor unge­fähr 8 Tagen gelegentlich einer Schwimmübung bet Worms ertrunken war, ist vorgestern bei Mainz aus dem Rhein gefischt worden. Auf Wunsch der Ange­hörigen wurde der Verunglückte gestern nachmittag Hierselbst bestattet. Unter Führung eines Vize­wachtmeisters waren 12 Dragoner aus Darmstadt erschienen, welche den Sarg, der mit prachtvollen Kränzen, gestiftet von den militärischen Vorgesetzten und Kameraden, bedeckt war, zu Grabe trugen. Auch der Kriegerverein gab mit umflorter Fahne dem jun­gen Kameraden das letzte Geleite und eine dreimalige donnernde Salve der Gewehrsektion gab den zahlrei­chen Leidtragenden die Kunde, daß der Verblichene ein junges Leben im Dienste fürs Vaterland gelassen I,at)n Mendorf (Kr. Kirchhain), 14. Sept. 1913. Heute fuhr ein Automobil, das von Neustadt berkam, am Bahnhof Allendorf gegen eine Telegrapbenstange; das Fahrzeug ging in Trümmer. Der Chauffeur wurde in eine Wiese geschleudert und kam mit dem Schrecken davon. Der Kraftwagen gehört der Firma Heß-Marburo. . . . .

' # Gilserberg, 14. Sept .1913. Hier wird tn diesem Derbste noch mit dem Bau neuer Schulgebäude mit Lehrerwohnungen begonnen; die Vorarbeiten dazu sind bereits beendet und von der König!. Regierung genehmigt. .

* Fritzlar, 15. Sept. 1913. Am 1. Oktober wird die reitende Abteilung des 11. Feldartillerie-Regi­ments in Fritzlar um eine weitere Batterie v er­st ä r k t. Laut Kabinettsorder vom 4 Mai 1913 er­hält die jetzige 2. reitende Batterie itt Fritzlar (die ehemalige Wilhelmshöher 3. reitende Batterie) wie­der ihren alten Namen3. reitende" und an ihre Stelle rückt wieder die alte Kasseler 2. reitende Bat­terie, die am 1. Oktober d. I. von Wittenberg zuruck- kommt, wohin sie am 1. Oktober 1899 versetzt wurde und dort als 3. reitende Batterie des Torgauer Feld- artilierie-Regiments Nr. 74 gasuisoniert war.

;; Tie Sanitätskolonnc veranstaltet im Oktober d. I. einen neuen Ausbildungskursus, an dem auch olche, die nicht beabsichtigen, der Kolonne aktiv bei« zutreten, unentgeltlich teilnehmen können. Meldun­gen sind an Kolonnenführer Siebert zu richten.

;; Tie Kali-Abwässcrung in die Fulda. Vor dem Bezirksausschuß in Kassel wurde jetzt über die Ein­brüche gegen die Gestaltung der Ableitung der End­laugen der chemischen Fabrik der Gewerkschaft EI - [ e r § in die. Fulda verhandelt. Die Einsprüche stützen ich darauf, daß durch das Einführen der Kaliabwäsfer in das Fuldawasser dieses so verhärtet werde, daß den Fabriken, die ihre Kessel mit Fuldawasser speisen, jährlich etwa 2030 000 Mark Unkosten und ein« malige Kosten in Höhe von je 50 000 Mark erwachsen, um das verhärtete Wasser für den Gebrauch in ihren Kesseln geeignet zu machen. Auf Antrag des Ver­treters der Stadt Bremen wurde dann nach fast fünf« lündiger Verhandlung ein Beschluß erwirkt, daß die Entscheidung so lange ausgesetzt werde, bis ein Gutachten des ' Reichsgesundsheitsrates eingegangen ei, der sich darüber äußern werde, welches Höchst- auantum von Salzen zulässig sei, um das Wasser der Weser bezto. Fulda noch als Trinktoasser zum mensch­lichen Genuß für geeignet und daher unschädlich zu era^''Konz-ssions. Erteilung. Der Bezirks«Ausschuß in Kassel erteilte am Samstag dem Kaufmann Sari Ziegler, Steinweg Nr. 1, die Konzelsion zum Betriebe einesCasö Imperial". Auch dem Kaufmann Ignaz Traut wurde die Konzession zur Errichtung einesAutomaten-Restanrants in seinem Hause Bahnhofstraße Nr. 12 erteilt. Beide Neugründungen sollen möglichst bald eröffnet werden.

** Krankenkassen-Wahlen. Herr Stadtverordneter Laux teilt uns mit, daß er seine Bemerkung in der Versammlung am Freitag über den Zwölferausschuß dahin verstanden wissen wollte: diesem Ausschuß, be­ziehungsweise seinem Vorgänger, dem Arbeiterver­treterverein sei ein Zusammengehen mit dem So­zialen Ausschuß deshalb unmöglich, weil der Zwoffer- ausfchuß nach den bisherigen Erfahrungen auf Wäh­lerkreise Rücksicht zu nehmen habe, die waschechte So­zialdemokraten sind. ,

a Falsche Zweimarkstücke. Nach einem Bericht des Berliner Münzdirektors an den Finanzmimster sind seit Juli 1910 falsche, aus den verschiedenartigsten Metallegieruiigen (Silber, versilbertes Messing oder Neusilber) geprägte Zweimarkstücke mit der Jahres- zahl 1876 und dem Münzzeichen C oder A in al le n Gegenden Deutschlands aufgetaucht, ohne daß man der Urheber bisher hätte habhaft werden können. Ms besonderes Erkennungsmerkmal dieser Falschstücke wird angegeben, daß die Spitze des linken Halsabschnitts nicht, wie bei den echten Stücken, auf das erste I des Wortes Wilhelm, sondern auf den rechten Balken des Buchstaben H stößt. Außerdem ist der Gesichtsausdruck des Bildnisses fremdartig.

! Militärmusik bei Beerdigung von Kriegs­veteranen. Den Bemühungen des Vorstandes des Kurhesiischen Kriegerbundes ist es gelungen, einen lang gehegten Wunsch der Bundesmitglieder erfüllen zu "können. Die Generalkommandos des 11. und 18. Armeekorps haben ihr Einverständnis erklärt, bei Beerdigungen von Feldzugsteilnehmern, die dem Bunde angehörten, die Trauermusik kostenlos zu stellen. Als Feldzugsteilnehmer kommen nur solche Mitglieder in Betracht, die in ihrem Paß dre Teilnahme an einem Feldzuge eingetragen haben. Von beit Militärkapellen werden 12 Musiker gestellt. Die Kosten der Reise und Verpflegung hat der An­tragsteller zu zahlen. Anträge zur Stellung der Mu­sik'sind an daS nächstliegende Garnisonkommando zu richten.

§ Unfall. In einer hiesige« Werkställe sprang am Freitag dem Gehilfen M. bet der Arbeit ein Eisen- splitter direkt in die Pupille des rechten Auges. M. sand sofort Ausnahme im Landkrankenhause. Durch eine schleunige Operation gelang es, das Auge zwar zu erhalten, doch wird eine starke Verminderung der Sehschärfe eintreten. .

-t. Unfug. Von einem Mann m Manchesterhose wurden am Samstag nachmittag zahlreiche Damen in dem Promenadenweg Bellevue-Horas durch freche Redensarten belästigt; derselbe Monn erregte schon öfters öffentliches Aergernis. Beim Eintreffen der Politei war der fndje Mensch bereits verduftet.

[] Verhaftet wurde am Samstag abend hier ein Gelegenheits-Arbeiter aus Schmalkalden, der, rote ge­meldet, einem jüdischen Handelsmarine aus Tunis dcn Koffer geraubt hatte.

Ami Geisa und Umgebung.

* Vacha, 13. Sept. 1913. In einer Sitzung bc. schäftigie sich der Gemeinderat u. a. nochmals mit der Verpachtung der hiesigen Ratskeller­wirtschaft. Entgegen dem in verletzten Gemeinde­ratssitzung gefaßten Beschluß, wonach die Ratskeller- ivirtschatt an die seitherige Pächterin gegen eine er­bebte Pachtsnmme weiter verpachtet werden solle, stellte sich der Gemeinderat in der neuen Sitzung auf den Standpunkt, diesen Beschluß wieder auf« 1 ubeben und die Verpachtung des Ratskellers öffentlich auszuschreiben.

* Tiefenort, 15. Sept. 1913. Der Großherzogllche Staatsfiskus hatte der Gemeinde Tiefenort das Arier- bieten gestellt, die Ortsverbindungssiraße von Heim­bach nach Dietlas in staatlichen Besitz zu nehmen, wenn sich die Gemeinde Tiefenort bereit erklären würde, zu den auf 14 000 Mark veranschlagten Aus­bau und Unterbalfungsloften die Hälfte beizmleuern. Da die Gemeinde Tiefenort jetzt aber diesen Antrag ab gelehnt bat, ,o sind die Verhandlungen zwischen Fiskus und Gemeinde gescheitert.

Handel und Industrie.

H Berlin, 13. Sept. 1913. Die Kennzeichen der heutigen Börse war ein bewegtes Geschäft und schwan­kende Kurse in Auslandswerten. Kanada- undNaphta- Aktien bildeten die Brennpunkte des Verkehrs. Tort gebt es stürmisch her. Ausländische Spekulationen zeichnen den Kursen die Richtung vor, die lokale Spekulation muß sich fügen. Die Aufwärtsbewegung überträgt sich später auf Bankaktien, ohne daß es zu entsprechenden Umsätzen lonuut. In einer zweuen Börsenbälste vollzieht sich ein Rückschlag, der mit neuen Cholera-Meldungen aus Rumänien und Ungarn, begründet wird. ____________

st'.-dern auch die Saniiätsmannschasten mit vorzüglichen Knorrs ErMvurjisuppe jefiärt.

Einen itrutit glärrzendrn Sieg hat wiederum die die deutsche Nrhrrmgsmtttet-Fndullrie bei der Genter Welt-Ausstellung 1913 Inrcngetragen. Tie bcrc:18 rühmlichst bekannt cn und viels.rck vrSmiierten Erzeugn-ste der C. H. Knörr A.-tz, Heilbronn a. Hl (Hafer­mehl, Reis- und Hüllensriichteninehle, Suppen- und Boullionwiirfel re.l, ch-'.-en 2 große Preise, (6r.-i.:ü, Prixl, also d e höchste AMerchrrnrg erhalten. Dr« Knorr verdankt ifcrcx Weltruf der anerkannten ö te und Preiswürdigieit ihrer seit über 40 Jahren bewährten

Lokaler.

Fulda, 15. September 1913.

_ Handwerkskammer. Der langjährige Vorsitzende tn Handwerkskammer für Kurhessen und Waldeck, Zimmermeister Wilhelm Zimmermann in Kassel, Obermeister der Kasseler Zwangsinnung für das Zim- mergewerbe und seit langen Jahren Stadtverord- neter beging am 13. September seinen sechzigsten Geburtstag.

(!) Beisetzung. Herr Justizrat ©egenbaur, der Vorsteher unserer Stadtverordneten - Versammlung, wurde am Samstag unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe getragen. Der Hochwürdigste Herr Bischof Joseph Damian und der Hochwürdigste Herr Protonotar Dr. Arenhold schritten in dem Trauer­gefolge. Sehr zahlreich waren die Vertreter der Justizbehörden und des Anwaltstandes. Die Stadtverordneten schenkten ausnahmslos dem ver- blichenm Präsidenten die letzte Ehre. Auch der Magistrat war, Oberbürgermeister Dr. Antoni an der Spitze, fast vollzählig erschienen. An der Beerdigung nahm auch eine Fahnendeputation des katholischen Studentenvereins Askania-Berlin, dem der Verstorbene angehört hatte, teil. Ain Grabe wurden nahezu hundert Kränze niedergelegt.

F. Grund- und Hausbefitzervereiu. Um die maß- gebenden Stellen von der Notlage der Hausbesitzer zu überzeugen, will der Vorstand den Beweis erbringen und ümfaffendes Material beischaffen. Zu diesem Zwecke läßt er gegenwärtig an alle Hausbesitzer der Stadt Fragebogen versenden, um dessen gewissen­hafte Ausfüllung er bittet. In dem Begleitschreiben zum Fragebogen wird gesagt, daß die »ungeheuere steuerliche Belastung des Grundbesitzes und die immer ungünstiger werdenden Verhältnisse auf dem Hypotheken­markt im Laufe der Zeit dahin geführt haben, daß fast jedem Hausbesitzer alljährlich ganz bedeutende Verluste entstehen." Diesem unerträglichen Zustande, der allmählich zum Zusammenbruch des soliden Haus­besitzers unbedingt führen müsse, könne der Verein nicht mehr länger tatenlos zusehen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Hausbesitzer müßten verbessert und die bestehende Notlage ivenigstens einigermaßen ge* mildert werden. In erster Linie müsse eine steu'rliche Entlastung des Grundbesitzes eintreten, der Realkredit müffe gehoben und die Erträgnisse ans dem Grund- und Hausbesitz müßten einigermaßen in Einklang ge­bracht werden mit den Ausgaben und Unkosten, die auf dem Besitz lasten. Der betreffende Fragebogen enthalt eine Ertragsberechnnng der einzelnen Häuser. Dem Erstehungspreis, einschließlich der Kauf­vertrags- und Auflaffungskosten, des Stempels, der Umsatzsteuer und sonstiger Erwerbsunkosten, der auf» gewendeten Kosten für Neu-, Um- oder Erweiterungs­bauten, einmaligen Beiträgen zu städtischen Veran­staltungen (Straßenbau, Bürgersteigen usw.h ist der vorn Magistrat festgesetzte gemeine Wert gegenüberzu­stellen. Um die Rentabilität oder Unrentabilität sest- zustellen, sind den Ausgaben die Einnahmen gegen» überzustellen. Wie wir hören, sind schon manche Hausbesitzer zu überraschend ungünstigen Ergebnissen gekommen.

fc. Plötzlicher Tod eines alten kurhessischen Offi­ziers. Am Samstag verstarb plötzlich an einem Schlaganfall während einer Fahrt mit der Straßen­bahn von Wiesbaden nach Mainz der im 8 2. Le­bensjahre stehende Major a. D. August Her­mann Hattenbach, der ä 11 e ft e inaktive Offizier des 1. kurhessischen Infan­terie-Regiments N r. 81 in Frankfurt a. M., der am 23. Oktober 1908 bereits fein diamantenes Militärdienstjubiläum gefeiert hat. Hattenbach ent­stammte einer alten hessischen Juristenfamilie, war in R o t e n 6 it r q a. d. Fulda geboren, too sein Vater ein bekannter Rechtsanwalt "gewesen ist. Dieser vertrat nämlich nach dem int Jahre 1834 erfolgten Tode des letzten männlichen Sprossen der beiden Li­nien Hefsen-Nheinfels-Rctenburg und Heffen-Wan- frieb, des Landgrafen Viktor Amadeus von Hessen, Herzog von Rattbor, Fürst zu Hersfeld und Corvey, die Interessen des Prinzen Chlodwig zu Hohenlohe- Schillingsfürst, des späteren dritten Reichskanzlers, an dieser Erbschaft gegen die Ansprüche des letzten Kur­fürsten von Hessen und erstritt ein obsiegendes Ur­teil. Der Verstorbene trat 1848 als Fähnrich in das kurhessische 1. Infanterieregiment (Kurfürst) ein, wurde 1853 zum Sekondelentnant in dem Regiment ernannt und der 3. Kompagnie zugewiesen. Nach dem deutschen Kriege 1860 trat Hattenbach in preu­ßische Dienste, in das damalige 1. hessische Infanterie- Regiment 81, das aus dem Regiment Kurfürst ge­bildet ist. Während des Kriegs 1870/71 war er bei dem Ersatzbataillon in Mainz, wurde Mitte der 70er Jahre als Hauptmann znm Festungsgefängnis in Köln kommandiert, nahm Anfang der 80er Jahre seinen Abschied und lebte seitdem in Frankfurt a. M. und Wiesbaden int Ruhestände.

ü Der König von Griechenland bei den nächst­jährigen Kaiscrmanövern. Tas 2. Nassauische In­fanterieregiment Nr. 88, zu dessen Chef der König der Hellenen ernannt worden ist, erhalt setzt auf die blauen Achselklappen sowie auf die Achselstücke und Epauleuefelder der Offiziere den Namenszug König Konstantins. Das Regiment, das in M aiuz und in Hanau (2. Bataillon) steht, wird voraussichtlich schon bald von seinem neuen Inhaber besichtigt wer­den. Er nimmt an den Kaisermanövern von 1914 teil, die in der Gegend zwischen M a r b it r g und Fulda stattfinden sollen. König Konstantin bst dazu schon sein Wiederkommen in Aussicht gestellt, wozu er vom Kaiser besonders herzlich eingeladen worden ist.

(?) Im hiesigen Landkrankenhame wtrd demnächst Radium als Krehsheil m i tiel zur P:r- wendunq kommen lernen. Wie schon kurz erwähnt, sind in Fulda in den jüngsten Tagen über 80 000 Mk. zur Anschaffung von Radium von Me::,chenfrci:nden zur Verfügung gestellt worden. W o beben tu der Samstagsnummer unter der Rubrik ,.An4 Welt m.d Wissen" einen längeren An »atz über Art m-o Erfolg des neuen Heilmittels verässm:si-ht. ?$e sicher man sich in ärztlichen Kreisen der neuen B.-yai-dsi'.ng.'Me­thode fühlt, zeigt fügender Fall: Em tr.jf b-.arte seine Frau nut Krebs der Gel arm-.ttter int wNen Be­ginn zur Klinik. Die rptratirn wäre n:it bestem -Erfolge ausführbar gewesen und doch wurde sie unter -

V Wichtig für Rekruten! Am 16. d. M. werden den Bürgermeisterämtern des Landwehrbezirks Hanau die Gestellungsbefehle der Freiwilligen und Rekruten zugehen Tie Freiwilligen und Rekruten können diese bei den Bürgermeisterämtern ihres Wohnortes gegen Abräbe der Anuohmescheine und Rekruten« urlaubspässe in Empfang nehmen. Diejenigen Re­kruten. toelche keine Gestellungsbefehle erhalten, sind vorläufig überzählig geblieben.

= Tie hiesige Krieger Sanitötskolonne vom Ro­ten Kreuz hielt gestern nachmittag ihre diesjährige große Herbstübnng ab. Ihr lag folgende General- Idee zu Grunde: Südlich von Bronzell. nahe der Hüttenmühle befindet sich ein Hauptverbandsplatz, der plötzlich geräumt werden muß. Die Räumung .ist schort, mit "allen vorbandenen. Transportmitteln zu bewerkstelligen. Da das neue Krankentransport - antomobil noch nicht eingetroffen war, wurde ein Leiterwagen und ein Rollwagen benutzt. Auf diesen wurden' aus Latten und Breitern Stützen für die Tragbahren angebracht, auf welche die Verwundeten (bargefteüt durch Schüler) gebettet werden sollten. Kurz nach 4 Übt erschien auf dem Gelände der Jn- spekttur der Kolonne SaniiätSrat Dr. Gesang. Er besichtigte ein gehend die denVerwundeten" ange­legten V-rbände und sprach sich lobend über die sach­gemäße Behandlung aus. Alsdann ctfiJae^bic Ver­ladung a::f die mst der Santtett^staage geleira:-::.)« neie Wagen. Hinterher marlchierte die Kol und .unter Spiel ging es rach der *irfrischungtzst in Koblbaus. Tasilbst wurden nicht nur dieK-.ntlen",

Nur auf Wort

muß aU; «n echt

. sic bei« Einkant acb.cn:

EÄX .ua^^,ucr!m Überall crballbch.