2. Blatt.
Druck der xuldser Äctttitdrn« "ti in S'-iün
+ Katholizismus uns Freimaurerei.
Die Rede, welche der Bischof KoPpeS von Luxemburg auf dem Metzer Katholikentag über die antireligiöse Schule in ihren Beziehungen zu der Freimaurerei und der Sozialdemokratie gehalten hat, ist der liberalen Presse und ihren freimaurerischen Inspiratoren gewaltig in die Glieder gefahren. Man macht den durchsichtigen Versuch, durch Erinnerungen an die „Taxiliad c", die sich im Jahre 1897 ab« (hielte, die Wirkungen der bischöflichen Rede abzu- chwöchen. ES ist eine eigene Sache, mangelnde Ver- teidigungsgründe durch den Hinweis auf eine traurige Uffäre zu "ersetzen, welche hinreichend ihre Aufklärung in der Pathologischen Gemeingefährlichkeit des Schwindlers Taxi! gefunden hat. Man sollte doch heute ungleich mehr noch wie vor 16 Jahren imstande sein, die bedauerlichen Entgleisungen eines kranken Verbrechers gerechter und objektiver zu beurteilen, in einer Zeit, wo in unsere Rcchffpre- chung der Arzt neben dem Richter eine so bedeutungsvolle und segensreiche Rolle spielt. Tas konnte aber die Tägl. Rundschau und andere Blätter ihrer Geistesrichtung nicht abhalten, in einer sehr gehässigen Betrachtung über die Rede des Luxemburger Bischofs den Geist Taxils wieder herauszubeschwören und zu schreiben: „Wer die Geschichte der Tanliade kennt, wird sich über die Zustimmung der Versammlung und ihres Vorsitzenden nicht wundern".
Man ist ja von den Freimaurern gewohnt, daß sie kn der Wahl ihrer Kampfmittel nicht besonders gewissenhaft sind und daß oft Verleumdungen, denen man ein blendend weißes Mäntelchen von Wissenschaftlichkeit umzuhängen sucht, den Mangel an Objektivität ersetz" - müssen. Es übersteigt aber alles bisher dagewesen - einen Mann, wie Bischof Koppes von Luxemburg, der sich in einer so hervorragenden kirchlichen Stellung besindet, und dessen Ehre nicht nur irnbe- fleckt, sondern über allem Zweifel erhaben ist, mit einem Betrüger Taxil zu vergleichen. Wenn es noch je eines Beweises für die unheilvolle Tätigkeit der L o g e n - K a m a r i l l a bedurft hätte, so wäre es diese neueste Art und Weise der Polemik gegen einen untadelhaften Mann, der seine hohen christlichen Ideale mit dem Mute eines Bekenners vor der großen Oeffentlichleit klargelegt hat. Freilich Katholizismus und Freimaurertum sind zwei entgegengesetzte Pole, das Wachstum des einen bedeutet den Niedergang des anderen. Daß der Katholizismus von jeher als der erfolgreichste aber auch unerbittlichste Bekämpf er der Loge bewährt und beimefen hat, ist ein Ruhmesblatt in der Geschichte nicht nur der katholischen Religion, sondern der ganzen staatserhaltenden Ideen. Die Freimaurer berufen sich nun allerdings bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit darauf, daß sie nicht wenige regierende Fürsten zu den Ihren zahlten und glauben dadurch ihre Tüchtigkeit und Tätigkeit im öffentlichen Leben beweisen zu können. Der Katholizismus und seine berufenen Vertreter bekämpfen jedoch nicht Personen, sondern Ideen, welche als unfruchtbar und unheilvoll erkannt wurden.
Der Katholizismus ist überzeugt, daß er in der Entchristlickmng des öffentlichen Lebens, in der Emanzipierung der Schule von der Kirche den Anfang vom Ende zu sehen hat, von einem Ende, das kurzsichtige Staatsmänner und einseitige Bildungs- und Wisscn- schaftspächter nicht zu übersehen vermögen. Als Ludwig XIV. von Frankreich aus cäsarischem Uebcrmute der päpstlichen Macht den Fehdehandschuh zuwarf, als er zu diesem Zwecke seine französische Nationalkirche ausspielte, um den allumfassenden Charakter »es Katholizismus zu beugen, da hatte er wahrlich keine Ahnung davon, daß in wenigen Jahren die Nationalkirche in den Nationalstaat und in die Bolks- souvcränität umschlagen und daß über all dem sein zweiter Nachfolger einst auf der Guilottine enden werde. Auch heute schneien Revolutionen nicht mit einem Male vom Himmel. Tas geistige Miasma derselben ist vielmehr Jahrzehnte, ja Menschenalter vorher in die bürgerliche Gesellschaft hineingetragen worden, von unbedachten, wenn auch ehrlichen Schwärmern ausgebreitet und von den Massen endlich in so umfassendem Maßstabe unverstanden ausgenommen worden, daß nur eine Kleinigkeit dazu gehört, die geladene Mine zur Ervlosion zu bringen. Daß die Freimaurer zu diesen falschen Propheten un- glückbringender Ideen gehören, unterliegt keinem Zweifel. Eine Genossenschaft, welche int Gegensatz m dem Ehristentum sich nur aus Angehörigen gewisser Gesellschaftskreise rekrutiert, welche aber offenkundig mit souveräner Verachtung vor den arbeitenden blassen Hall macht, kann unmöglich heilbringend wirken und verdient wo immer von den Angehörigen der Religion, deren Stifter vor keiner Rasse und Farbe,
[] Deutschlands Befreiung vor 100 Jahren.
in.
An der Katzbach. (26. Aug.-
Viktoria — so klang es, Viktoria — überall, Viktoria — so drang es Hervor mit kräftigem Schall.
Kaum ein anderer Schlachten-Name hat sich dem deutschen Volke so tief eingegraben und macht das Herz so begeistert auswallen, als der von der Katzbach. Unserer Jugend Augen leuchten, wenn sie das schöne Mosen'sche Lied singt von „dem Trompeter an der Katzbach", der sterbend noch das Viktoria in's Land schmettert und bann glücklich sterbend vom Roß sinkt. In dem Worte. Katzbach liegt so ganz der alte B l sicher drin, der innerlich zürnend vor den napoleonischen Streitkräften sich zurückzog und der dann, als die Gelegenheit ihm gekommen schien, wie ein brausendes Donnerwetter" losfuhr und einen unbarmherzigen Vergeltungstag abhielt.
9t a f) o I e o n hatte sich selbst von den in Schlesien stehenden Truppen entfernen müssen, da die Hauptarmee der Verbündeten sein Hauptquartier, das sich noch immer in Dresden befand, bedrohte. Während es dem großen Eroberer gelang, diesen Angriff mit Erfolg in blutigem Ringen abzuschlagen, erlitt die von ihm unter Marschall Macdonald zurückgelassene „Boberarmee" mit beit vorzüglichen Korps Ney und Lauridon eine vernichtende Niederlage.
Schlau berechnend hatte Blücher die französischen Truppen auf ein Hochplateau bei Jauer gelockt, das von Den hochgeschwollenen Flußläufen der Neiße und Katzbach eingeschlossen war. Als ihm dieser Schachzug gelungen, soll der alte Marschall „Vorwärts" gesagt haben: „Nun, Kinder, habe ich genug Franzosen herüber, nun druff!"
Neber die Kämpfe berichtet v. Gneisenau, der ntei5 sterhafte Generalstabsführer, wie folgt:
„Am 25. machten wir einen Entwurf, über die Katzbach zu gehen und dem Feind zwischen Liegnitz
aber auch vor feinem Stand zurückschreckte, bekämpft zu Werben
£ofak$.
Fulda, 28. August 1913.
# Personalien. Gerichtsassessor Neuß am Kgl- Amtsgericht in Nicbcrlahnstein wurde zum Amtsrichter ernannt und an bas Kgl. Amtsgericht zu Langenselbold versetzt
— Versetzt. Bahnhofsvorsteher Wehner- Fulda ist zum 1. Oktober d. I. in gleicher Eigenschaft nach Alsfeld (Oberhessen) versetzt.
X1 Elektrijitätszeutrale Wnstrnsaäst n. Das »Fuldaer Krcisblalt' Lr.ngt hierüber eine Mitteilung nach dem ,Eleltr. Anzeiger', wonach eine neue Gesellschaft in Wüstensachsen errichtet worden sei, die auch umfangreiche Kohtenseldcr daselbst erworben habe, 'Nach unseren Informationen ist diese Nachricht des ,Elcktr. Anzeiger' nur eine Wiederholung der schon früher dementierten Eingaben des »Berliner Börseukuricrs'. (Das Nreisblatt selbst bat vor 14 Tagen dieselbe Nachricht dementiert.) In der Sache selbst hat sich nichts geändert, auch sind keine Kohlenseider verkauft woxden, cs gewinnt vielmehr an Wahrscheinlichkeit, daß die Elektrizitäts-Zentrale überhaupt nicht in Wüstenfachfen errichtet wird, sondern bei Flieden im Kreise Fulda, wo umfangreich: Vra.uikoh'.enlager durch zahlreiche Bohrungen nachgewieseu worden sind. Die Flieden-Rückerser Kohlengruben waren schon in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Betrieb und wurden hier in Fulda besonders für industrielle Zwecke viel benutzt. Damals wurde nur das obere Flötz in (jevngcr Tiefe und Mächtigkeit abgebaut, inzwischen ist ein tieferliegendes stärkeres Flötz von besserer Beschaffenheit und geringem Aschengehalt ausgeschlossen worden, dessen Ausnutzung b.vorsteht.
+ Zum Ableben des Oberpostdirektors Hossmaun wird uns aus hiesigen Postbeamtenkreisen noch geschrieben: Der Verstorbene war eine in weiten Kreisen bekannte und geschätzte Persönlichkeit. Ausgezeichnet durch hervorragende Herzensgüte hak er sich auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge große Verdienste erworben. Den wrrtschaftlich Schwachen unter seinem ihm unterstellten Personal war er_ein tatkräftiger Helfer und warmherziger Berater. Für Verbesserung der Berkehrsverhältuiffe war er eifrigst bemüht, namentlich bauten ihm bic RhönbeW o h- , n er viele segensreiche Einrichtungen auf biefem Gebiete. Die kürzliche Einführung ber Autoposten von Hilders, Wüstenfachfen unb Gersfelb ist mit seiner Initiative zu verdanken, wie er sich stets als ^etn eifriger Gönner der Rhön und Förderer ihrer Interessen gezeigt hat. Die Leiche wird nach Kassel übergefsihrt, wo auch nächsten Samstag die Beisetzung stattsindet. .
’ (!) Kmhrssische Mus-umyoliftl. In der in Marburg erscheinenden .Obcrbeüiscben Zeitung' lesen wir:
In einem Artikel zur Eröffnung des Landesmuseums schreiben die .Kasseler Neuesten Nachrichten' folgendes sehr richtige Wort: Wertvolle Stücke des neuen Museums entstammen, wie erwähnl werden muh, der Marburger Sammluna. Sollte ber hessische Charakter des Museums gewahrt bleiben, so mußten eben die hervorragendsten historischen Stätten der Provinz „geplündert" werden. Die Sache stimmt, wir in Hessen haben aber niemals ein so starkes Zentralisalioussystem gehabt als in anderen Provinzen, und es ist ja bekannt, daß gerade die Geschichte Marburgs btsondeis in älterer Zeit bedeutender ist als die von Kassel. Alle Nesteklionen darüber ändern aber an der Tatsache des Geplnndert- seins nichts. Der für uns Marburger gewiß nicht ange- nebme Zustand aber sollte wenigstens auch den Kasseler maßgebenden Persönlichleiten die Verpflichtung nahe- legen, den Marburger Bestrebungen auf Schaffung eigenartiger Sammlungen entgegenzuiommcn. Rian sollte, heißt es dann weiter, den zuständigen Siesten der Provinz einmal zu Gemüte führen, baß die historisch bedeutsamen und wirlschastlich gerade heute auch lebenskräftigen Stätten dcr Provinz nicht weniger der Unterstützung und Pflege bedürfen wie die log. Provinzialhauptstadt.
Wir haben zwar nicht gehört, daß auch Fulda zu den im Interesse des äance§mufcum§ geplünderten Stätten gehört. Immerhin g>lt vieles, was hier für Marlurg gejagt wird, auch sür Fulda. Wenn man uns übrigens jetzt nichts genommen bat, so liegt das wohl zürn Teil Daran, weil uns bei früheren „Plünderungen" nicht viel aelaifen worden ist. _
(!) Tie soziale Studentenarbeit, bic von dem Sekretariat in M.Glabbach ansgeht, unb auch in Fu I b a schon lange Eingang gefunben hat, ist nach dem jetzt erschienenen Bericht im letzten Jahre erfolgreich sort- gefchritten. So stieg im Berichtsjahre bic Zahl ber unb Golbbcrg ins Zentrum zu gehen. _ Tic Disposition war bereits ausgegeben: Die preußischen -truppen nebst Sacken in Marsch; bas Hauptquartier schon um 9 Uhr bes Morgens in Brcchtelshos (norbwestlich Jauer, über bet Wütenden Neiße gelegen), als Längeren in seiner festen Stellung hinter bent Dorfe Hcr- manneborf (auf ben Höhen westlich Jauer) kanoniert würbe. Wir hielten mit bent Marsche inne unb wollten bic Dinge sich näher entwickeln lassen. Balb kam bic Melbung von unsren Vorposten, ber Feind rücke an gegen uns. Schnell machten wir unsere Anstalten. Hinter sausten Höhen verbargen wir unsere Armee unb ließen nur unsere Avantgarde auf der weiten Ebene am rechten Ufer der Wütenden Neiße. Die Punkte für einige Batterien wurden schnell genommen. n
Mittlerweile hatte der Feind den Grasen Lange- ron pon Stellung zu Stellung geworfen. Dieser konnte nicht Widerstand tun, indem der . . sem sämtliches Geschütz bis auf 30 Sechspfünder, zwei Meilen weit zurückgeschickt hatte, nur um sich nicht zu schlagen, was er saft stets verweigerte. Seme linke Flanke war ihm bereits von Hermannsdorf her genommen, und nun wollte der Feind dessen rechte Flanke umgehen, um ihn vollends aus ferner Stellung an der Wütenden Neiße zu stürzen, wo das ganze Korps aufgelöst worden wäre. Die Flüchtlinge hätten sich dann bei Jauer, sosern wir dort geblieben wären, auf uns geworfen und wir waren ohne Rettung verloren. Unser Entwurf zum Angriff und der Umstand, daß wir zeitig marschiert gewesen waren, reiteten uns vom Verderben. Wir konnten nun mit Ruhe unsere Dispositionen machen. Der Feind war über bic Katzbach hcrübergckommeit unb hatte nm? bas Tcsilce in seinem Rücken. Er ging nun auf unsere Avantgarde los. Schnell ließen wir die Brigaden aus ihrem Hinterhalt hervorbrechen und mit dem Bajonett auf den Feind losgehen. Der Regen war unaufhörlich; der Sturm schlug uns ins Gesicht. Tie Infanterie zeichnete sich durch hohe Tapferkeit ans. Ein langes unentschiedenes Kavalleriegefecht in einer Linie entspann sich. Wir brachten neue Schwadronen heran. Einige unserer Bataillonsmasien darunter
Sozialen Fotienvereiitigungen von 211 auf 227. Diese veranstalteten in dieser Zeit 488 Besichtigungen und Vorträge, sodaß die Gesamtzahl aller Veranstaltungen ber Ferienvercinigungen jetzt 1542 beträgt. — Die H c i m a k l i ch c n A r b e i t c r ku r s c haben sich auch int verflossenen Jahre bewährt. 176 Kurse mit 4411 Teilnehmern (Arbeiter nnb Arbeiterinnen) fanden in den Herbstserien 1912 statt <darunter einer in Fuld a), in den Osterferien 1913 55 Kurse mit 1480 Teilnehmern. 8 Hefte uü'.fasseit jetzt die Hilfsbücher für den Volksunterricht (Deutsch, Element. Rechnen. Rheinische Heimatkunde, Wetterkunde, Unsere Pslan- zenwelt, Angewandtes Rechnen, Wirtschaftskunde Badens, Dirtschastsiunde Württembergs), 36 Hefte die Staatsbürgerbibliothek, die sich auch gut als Hilfs- bsichcr für Heimatliche Arbeirerkursc eignen. Als Lehrkräfte kommen in Betracht Studenten und Studentinnen. Tie Kurse schlossen im Berichtsjahre wieder mit kleinen.Schlußfesten oder Volksbildungsabeu- den, an denen Studierende und Arbeiter teilnahmen. — Sicherlich wird auch in den jetzigen akademischen Herbstferien die F u l b a e r Fericnvereimguug toicber eine rege Tätigkeit entfallen.
= Von der Tmugemrinde Fulda nrrb uns mit Bezug auf Die uorbtigcgangcnfn Erörtern gen au dieser Stelle gefchriebcu:
Der am 31. b. Mts. ftntifiiibenbe AuSflug wird von der Turngemciude Frankfurt veranstaltet, die unseren Veiein lediglich zur Teilnahme eingeladrn Hai. Wir haben uns sogleich mit dem die Rheinsahrt veranstaltenden Verein tn Verbindung gesetzt und gcbeien, es so einzurichten, daß Die katholischen Teilnehmer unterwegs an einem ®otte=Dienft teilnehinkn tonnen. Der Extrazug kommt gegen 8 Ubr vorm. tn RüdeSheim an. Dort öiiifte jedem kath. Teilnehmer Gelegenheit gegeben sein, st wen kirchlichen Vervflichtungen nachzukommen. Wir pflegen bei unseren Veranstaltungen stets daram Ruck- sichl zu nehmen, daß jeder Teilnehmer seinen sonntäglichen Verpflichtungen Nachkommen kann.
Wir nehmen mit Genugtuung von Der Erklärung Kenntnis, daß bei Den Veranstaltungen der Turn- gemeinDe dem Standpunkt Der gläubigen Katholiken unter den Mitgliedern volle Rechnung getragen
werden soll.
? Die Anbauflächen in Hessen-Nassau. _ Nach einer vorläufigen Zusammenstellung stellten sich anfangs Juni Die Aub.auflächm der Hauptsächlichsten Frucht- arten pro Hektar gerechnet gegen die gleiche Zeit des Vorjahrs wie folgt: Winlerweizen 60 563 (gegen 62 668 in 1912), Sommerweizen 5246 i2018), Wiuier- fpelj 2 (18', Winterroggen 147 488 (145 134), Sommerroggen 741 '5Sö),Sommcrgcrfte 23070,22 389', Hafer 153007 (150819', Kartoffeln 89919 (87958), Klee 4443 > (36672), Luzerne 5283 (5260), Bemässe- rmigswiefcu 9356 (3832', andere Wiesen 173419 (l77029), WimerrapS und Rübsen 1201 (1511), Hopfen 69 (67), Neben, im Ertrage stehend 2938 (2921). — Der Rückgang des RoggenbaucS zu Gunsten des Weizenbaues, den man in der Fuldaer Gegend in letzter Zeit beobachten kann, scheint nach den obigen Angaben in Hessen-Nassau nicht allgemein zu sein.
<©? Neue Verordnung sür Postlaqnfendungen. Tas Reichepostamt hat eine neue Verfügung erlösten, d e für DaS postlagernd torrefponbierenDc Publi'um von großer Bedeutung ist. Bisher wurde jede Postlager- fenbung — wenn sie nicht lebende Tiere enthielt — vier Wochen lang zur Verfügung deS Empfängers gehalten. ' War sie bis Dahin nicht abgeholt, so erfolgte die Rücksendung oder — wenn der Absender nicht zu ermitteln war — die Vernichtung. Von jetzt ab soll cs gestattet skin, diese Lagerfrist durch einen Vermerk zu beschränken und eine frühere Rücksendung zu erwirken. „Zurückienbcii, wenn nicht bis zum 30. August abgeholt!" oder: „Rur bis zum 30. August lagern lassen!" sind etwa die Schemata jür solche
Anfschrlften.
[) Wem gehört daS Fahrrad? In Hemau wurde ein Älbcitcr namcnS Viole verhaftet, der angibt, ein in seinem Besitze befindliches FahrraD in einem Dors bei Fulda am 16. August gefunben (?) zu haben. DaS Rab trägt die Marke „Germania" und Die
Nummer 6333.
X Zur Förderung der landwirtschaftlichen Buchführung hat der Landwirtschastsminister der Kasseler Landwirtschaftskammer erneut S t a a t s b e >. h t l - f e ii bewilligt, unb sich ferner bereit, erklärt, ber Kammer zu, Errichtung einer Buchführungsstelle, bic zu wissenschaftlicher Verwertung geeignete Buchführungsergebnisse liefern würbe, eine entsprechende llnterstüming ?u gewähren, bic seitens des Ministers bewilligten Staatsbcihilsen sollen insbesondere zur Förderung ber Buchführung in kleinbäuerlichen Betrieben verwendet werben. Tie Lanbwirtschastskam- mer hat beschlossen, Prämien hierfür auszuwerfen. Ferner beschloß bic Kammer, am 1. April 1914 eine IMIW1.1TH Mmajk rmn Wf T tPMg*»**—MMMMfcag
ein Bataillon Lanbwchr, vernichteten eine starke seinbliche Jufantcriemassc. Wir brachten mehr Geschütz vor. Ter General Sacken hatte eine Linksschwenkung gemacht; wir preßten ben Fcinb in einen engeren Raum. Er ward an den steilen Talrand der Wutenden Neiße und der Katzbach mit seinem Rücken eingeklemmt und schlug sich um seine Rückzugsstratzc. Seine Reiterei verschwand; wir dirigierten mehr Jit- fanteriemassen gegen seine Linie und eine starke Jn- santeriemassc, die noch Widerstand tun wollte; und nachdem wir selbige mit einigen Stücken Geschütz kartätscht unb mit Tirailleurs geängstigt hatten, ließen wir eine Bataillonsmasse auf sie losgehen unb sie vollends den steilen Talrand hinunterstürzen. Alle Kriegsfuhrwerke slohen in der wildesten Flucht, und an dem Rande und dem steilen Abhange lag alles in der Unordnung des Schreckens. Tie Nacht brach ein; von unserer Kavallerie konnte nur wenig gesammelt
werden."'
Es war eine furchtbare Schlacht, die Napoleon zwei feiner besten Armeekorps kostete Ter Erfolg war aber weiter, daß das haickbedrängte S ck> l e s t e n nun völlig vom Feinde befreit wurde. Ter französische Heerführer Macdonald sah ein, daß er das Unglück an der Katzbach selbst verschuldet hatte, indem cc [ich von Blücher verlocken und überrumpeln ließ- Er gestand seinen Fehler freimütig ein, indem er vor allen Generalen erklärte:
„Tic Armee hat redlich ihre Pflicht^getan, nur einer trägt die Schuld an der verlorenen Schlacht und dieser eine Schuldige bin ich. Ter Fehler, den ich begangen habe, war ein schwerer, er wird nur über« beten durch die S-ckiwere des Unglücks, welches er her- beifüh.t: und die Vorwürfe, die ich mir mache. Spre- chen Sie Ihren Truppen meine Anerkennung für ihre gr.c Haltung ans. die sie im Unglück unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen bewahrten."
Vater Blücher aber schrieb nach der Schlacht in feinet kernigen Weise an fein liebes „Molchen" wie W:
„heute wahr der tag den ich so sehnlich gewünscht habe, wir haben den Feind völlig geschlagen, Ville Eö'ioncn erobert und Ville gefangene gemagt, morgen
Buchführmigsstelle zn errichten. Ter Minister soll gebeten werden, zn ihrer Führung 1000 Mark zu bewilligen. — Hierbei kommt uns der Gedanke, ob beim Handwerk sich nicht ähnliches erreichen ließe. Vielleicht könnte die H a n d w e r k s k a m - nt er — wie dies die Landwirtschastskammer nun schon seit Jahren getan — diese Ungelegen» beit in feie Hand n chmcn. Sollte der Minister für Gewerbe etwa weniger freigebig sein als fein Herr Kollege von der Landwirtschaft? Gerade dem Handwerk und insbesondere dem Klciuhaudwer- ker tut u. E. eine entsprechende Buchführung dringend not. Hier könnten Prämien, Vorträge, Kurse nsw., die von einer Zentralstelle, die dieses gesamte Material wissenschaftlich leitet und verarbeitet, höchst erfolgreich unb zum wirklichen Nutzen des Handwerks. wirken.
JC Zur Verhütung von Waldbränden. Wie verlautet, hat der preußische Eisenbahnminister den Eiseubahndirektionen 426 000 Mark für die Vermehrung und Verbesserung der Vorkehrungen zur Jper- hütüng von Waldbränden überwiesen. Am 1. Oktober haben die Direktionen zu berichten, ob nach Fertigstellung der Anlagen aus den hier überwiesenen Mitteln noch ein weiteres Bedürfnis für Herstellung von Fenerschutzvorrichtungen vorliegt.
— Militärlonzcrt. Allen Kunstfreunden ber Stadt wird sicher die Nachricht willkommen sein. Daß die von ihrem Auftreten vor drei Jahren hier in fo guter Erinnerung stehende Stapelte des großberzoglich hessischen Leibgarde-Infanterie-Regiments ans Dirmstadt in'dem Schloßgarten bezw. Stadtsälen am Sonntag, Den 31. August ein Konzert Veranstalter. Der Damaligen einstimmigen Anerkennung seitens der Bsiucher und der äußerst günstigen Beurteilung dieser künstlerischen Korporation und ihres Leiters durch dis hiesige Presse bleibt nichts mehr hinzuzufügen. Jedenfalls; fleht wieder ein außergewöhnlicher Kunstgenuß bevor. Das Romert findet bei guter Witterung im Schloßgarten statt. Näheres tn den bezüglichen Anzeigen.
— Souimcrtlieatcr. Endlich mal eine» Lustspielabend in Aussicht, der einem besser gebildeten Geschmack gerecht zu werden verspricht! Für ihr Benefiz am Freitag hat die erste Liebhaberin, Fräulein Darnson, ein Lustspiel, von Ludwig Fuloa, „Die Zwillingsschwestern" gewählt. Sie wird bei der Aufführung durch einen Gast, Herrn Deblert aus Freiburg noch besonders unterstützt werden. Wer Ludwig FuldaS liebenswürdige Muse schätzt und Fräulein Damjons heitere Kunst in Rechnung zieht, wird dieser Aufführung ein sreundl. Interesse entgegenbringen.
Ans dem Uachbargebiete.
* Gcnsungcn, 27. Aug. 1913. Nach einem heftigen Wortwechsel hatte ein SchmiedegeseUe dem Weißbinder K. dahier ein glühendes, spitzes Etjeustück tn die linke Seite gestoßen. Schwer verletzt wurde K. mit Der Etfenbahu nach Staffel transportiert» um nach dem LandkrankenhauS überführt zu werden-
* Wanfried, 27. Slug. 1913. Heber verfchw u n- denc Dorfer, Höfe, Burgen, Kirchenufw, in hiesiger Gemarkung äußert sich, nach dem E. T.» ein in den hiesigen städtischen Akten vorhandener Bericht vom 29 Januar 1840 an das Kreisamt, daß nach eifriger Erforschung folgendes ermittelt worden sei: Bon "hier nördlich, wo der. Wanfrieder Weg in die Landstraßen führt, über letzteren schief nach den Gebirgen — Roteberg — heißt ber Weg durchs Feld Schrapfrödcrweg bis untern Mulicnberg in der Wanfrieder Gemarkung Schrapfrode soll im 30jährigen Kriege verwüstet worden fein; gehet vom Obertor Wanfrieds der Schrapfrödcrweg an und heißt soweit er durch hiesige Flur auf einer Anhöhe zwischen der. unteren Waldkcttc, dem Mulienbergc und dem Karn- berge nach dem über Treffurt liegenden Normann- ftein gehet, die alte Straße, nicht die jetzige unter dem^ roten Bcig hinsührende, sondern die alte, über diesen Berg führende Straße, in welcher ein Fleck vorkommt, der „Hof" genannt, um welche Gegend Menschcnge- rippe ausgegraben worden sind, daher man vermutet, daß Altenburschla da gelegen haben könne, lieber die Schicksale dieses Ortes wird erzählt, daß die ausgetretene Werra mehrcremals zwei Trittcl der Feld- slurerntc verheert hat und daß die Gemeinde einen- Damm zum Schutze gegen llcbcschwemmungcit zu bauen angefangen, dessen Nutzen schon viel wert ist, sorizubaucn aber von Kurfürstlicher Obcr-Bemdirck- timt untersagt worden ist.
* Holzminden, 27. August 1913. Heute früh schoß ber Dclikateßwareubänbier Fra!scher, einem jungen 'Diäbchcn, das er für fein Geschäft engagiert hatte uns öaS sich weigerte, die verlangte Kaution zu stellen, eine Kugel 'n den Kopf. DaS Mädchen ist schwer verletzt. Nach der Tat richtete F. die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich ebenfalls am Kopf.
denke ich noch Ville gefangene zu machen, da ich den Feind mit meiner ganzen Eavalieric vervollge, cS war den gantzen tag ein Regen in daß ich nicht einen trockenen Bissen bchillic, gesund bin ich auch meine Umgebung .... gatt mit dich in Eilt, und mühde un® matt."
— Zwei Schlcgsettche. „Eine Stunde,^ zwanzig Minuten, bis der nächste Zug kommt", sagt der Bahnbeamte auf der Meinen Station der irischen Lokalbahn zu einem Manne, der mit Philosophischer. Ruhe sich daraushin int Wartesaal niederläßt. „Dann will ich noch ’ne Pfeife rauchen", murmelte er. Eine Viertelstunde wohl hat er ruhig gesessen, als eine kleine, bewegliche Frau emtritt und sich aus ben: Stuhl neben ihm jetzt. Ihre spitze Nase zieht mit Unwillen bic Rauchwolken ein. „Mein Herr", sagt sie vorwurfsvoll, „wenn Tie ein Gentleman wären, würben Sic hier nicht rauchen." „Wenn Sic eine Tarne wären, würben Sic sich weiter wegsetzen', antwortet er brummig Eine unheimliche Stille liegt bann in ber von Rauchwolken erfüllten Luft, bis sie nicht mehr an sich halten kann unb mit ihrem spitzen Organ ihn anfährt: „Wenn Sic mein Mann wären/ würbe ich Ihnen Gift geben!" Ruhig unb ber», stänbnisvoll sieht er sie an, tut einen tiefen Zuggans seiner Pseisc unb sagt bann langsam: „Wenn, 1 c meine Frau wären, würbe ick) es nehmen."
— Wie hoch fliegen Schmetterlinge? In den Alpen findet man oft noch in großen Höhen Schmetterlinge ziemlich zahlreich. Sluf dem Himalaya und in den Anden hat man solche aber sogar noch in einer Höhe von 4000 Metern angetroffen, und auf den Abhängen des Ehimborazzo bat der Forschungsrel- sende Bonpland fd>einfarbige Schmetterlinge noch tn einer Höhe von nicht weniger als 5066 Metern beobachtet! vs-
— Tie StandkSwurfi. „Herz," sagt der neuge- adelte Bankier zu seiner Gemahlin im Tone sanften Vorwurfs, als abends Wurst aufgetragen wird, „tn Zukunft wirst du, statt „Frankfurter", doch deffer ,',Gothaer" kommen laffrv