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diktiner, unter ihnen der Erzbischof von Buka-

Äbschluß des Baikanfriedens «erden' die Mächte ihr^ Ohr nicht verschließen können.

Adrianopels Wiedereinnahme konnte noch als Kriegshandlung angesehen werden, die Uebcrschreitung der Maritza ist der nackte Friedensbruch. Die Türken sollen gegenwärtig schon bei Gümült-Schina stehen. Wie immer der Marsch von der Militär­partei begründet und von der Zivilregierung, die ja in Konstantinopel nur noch nach der Pfeife der Militärgewalt tanzt, entschuldigt wird, keinesfalls liegt er im Interesse des osmanischen Reiches. Er zwingt die Kabinette und die öffentliche Meinung, gegen die Türken und für die Bulgaren Stellung zu nehmen. Das ist ja nicht der erste Streich, den die jung- türkischen Militärs in ihrer Verwegenheit ausführen, ganz gegen die Interessen ihres Landes. Die Türkei wäre niemals so weit aus Europa zurückgedrängt worden, hätten nicht die Jungtürken durch einen Staatsstreich den besonnenen Kiamil Pascha seinerzeit beseitigt und die neue Regierung zu weiterem Wider­stand gedrängt.

Dieser neue Streich wird zur Folge haben, daß die Revisionsfrage, die sehr zu Gunsten der Türkei endgültig abgetan schien, nun doch wieder auf die Tagesordnung kommt. Das kann niemand mehr begrüßen als Oesterreich, dem sich nun Gelegenheit bietet, seine diplomatischen Scharten, die es in der jüngsten Zeit davongetragen hat, wenigstens einiger­maßen wieder auszuwetzen. Graf Berchtold, der viel angefeindete Leiter der österreichische Auslands­politik, war schon im Begriff, die Flinte ins Korn zu werfen und um Entlassung einzukommen. Nun kommt die Nachricht, daß von einem bevorstehenden Rücktritt des Grasen Berchtold keine Rede sein könne. Das ist erfreulich. Graf Berchtold teilt das Schicksal aller verdienten Staatsmänner. Im eigenen Lande wird seine Politik von manchen Seilen mit einer Schärfe kritisiert, die völlig vergißt, welche Dienste er der österreich-ungarischen Monarchie an der Spitze der auswärtigen Geschäfte geleistet hat. Man braucht nur an feine erfolgreiche Behaup­tung des österreichisch-ungarischen Standpunktes in den wichtigen Adria-Fragen, von der Skutari- Frage an bis zu den albanischen Grenzfragen, zu erinnern, um sich zu vergegenwärtigen, welche wert­vollen Leistungen während der Balkankrise ihm zu verdanken sind. Daß es seiner geschickten Hand ge­lungen ist, die Beziehungen zwischen Wien und Rom auf den gegenwärtigen vertrauensvollen Stand zu bringen, daß während seiner Ausführung der Drei­bundsvertrag erneuert worden ist, läßt sich auch nicht aus den Annalen der jüngsten Zeit tilgen. Gerade vom Standpunkt der Dreibundspolitik, als deren treuer Anhänger sich Graf Berchtold stets bestätigt hat, ist es erfreulich, daß mit seinem Rücktritt zurzeit nicht zu rechnen ist.

Wir zweifeln nicht daran, daß Graf Berchtold die neue Situation so ausnutzen wird, wie es im Interesse Oesterreichs und damit auch des Dreibundes gelegen ist. Denn der Dreibund lebt immer noch, trotz der pessimistischen Auffassung, die in den letzten Tagen in Deutschland wie in Oesterreich Platz gegriffen hat. Bei den bevorstehenden Verhandlungen, die durch den neuen Vorstoß der Türkei notwendig geworven sind, wird Oesterreich auf Deutschland als seinem getreuen Sekundanten rechnen dürfen.

Deutsches Reich.

** Die Geburtstagsfeier des Kaisers Franz Joseph.

** Im Königlichen Schlosse zu Homburg sand beim Kaiserpaar auS Anlaß des Geburtstages des Kaisers Franz Joseph, der sein 83. Lebensjahr vollendete, Galatafel statt. Der Kaiser brachte folgenden Trinkspruch auS:

Seit wir zum letzten Male wie alljährlich zur Feier des Geburtstages der Kaisers und Königs Franz Joseph, Mein«« treuen Bundesgenossen und väterlichen Freunde-, versammelt waren, find rauhe Stürme über den Eüdosten Europa- dahingebraust. Wenn eS ge­lungen ist, den Frieden Europa- gegen alle Brandungen zu ichühen, so danken wir da- nicht zum wenigsten der hohen Weisheit Seiner Majestät des Kaisers und Königs Fran, Joseph. Al« treue Bundesgenossen Oesterreich-Un- garns empfinden wir darüber besonders große Freude und blicken frohen ülugeS in die Zukunft. Denn das alt«rpr»bte BSrtdnr-, welches Deutschland mit

Ausianü.

** General - Inspektor Erzherzog Franz Fc-dinand. Erzherzog Franz Ferdinand ist durch ein Kaiserliches Handschreiben zum General-Inspektor der gesamten bewaffneten Macht Oesterreich-Ungarns ernannt wor­den. Dem Erzherzog wird darin in Erweiterung seines Wirkungskreises die Leitung größerer Manöver übertragen und zu Besichtigungen aller Art im Be­reiche der bewaffneten Marbt ermächtigt.

* Späte Einsicht. Der Chef des Gencralstabs der amerikanischen Bundesarmee, General Leo­nard Wood, dessen Kemmen zum deutschen Kaiser­manöver wegen der mexikanischen Wirrnisse sehr in Frage gestellt ist, hat sich nnlängst öffentlich mit ge­ringem Vertrauen auf die Kriegsbereitschaft der Ver­einigten Staaten ausgesprochen. Ohne auf Mexiko als den möglichen Feind von morgen einzugehen, sagte der General:

„Um einen Feldzug mit einem starken Gegner, der uns binnen dreißig Tagen aufgenötigi werden könnte, erfolgreich zu führen, benötigen wir 600000 Mann. Da­vonhaben wirsicheran Hand nur 150000 Reguläre und Miliztruppen. Wo den Rest aufbrinaen und vor allem die dafür notwendigen 16—17 C00 Offiziere, weiß zurzeit niemand recht. Der Wahlspruch für das amerikanische Heer bleibt vorläufig, mit einer Mindest­zahl von Störungen der bürgerlichen Geschäfte die Höchst­zahl ausgebildeter Mannschaften zu erzielen. Die Schaffung einer zuverlässigen Reserve für die schwache Friedens­armee ist die Hauptaufgabe der Gegenwart und Zukunft."

△’ Dir Sozialdemokraten in Holland. Die hollän­dischen Juniwahlen haben den Siegern namentlich den Sozialdemokraten nur Verlegenheit gebracht. Die Frage der Teilnahme der „Genossen" an der Regie­rung hat im roten Lager einen heftigen Meinungs­austausch hervorgerufen, der auch durch den sozial­demokratischen Kongreß in Zwollo nicht beigelegt wurde, sodaß mit einer Spaltung der sozialdemo­kratischen Partei zu rechnen ist. Die Portefeuille­schmerzen mancher Obergenossen sind eben zu groß, als daß man sich ohne weiteres der Diktatur der Partei, die mit der geringen Mehrheit von 375 gegen die Annahme von Ministersitzen entschied, fügen würde. Die Parteikrisis wurde bekannllich dadurch hervorgerufen, daß der mit der Bildung eines Kabi­netts der gesamten Linken von der Königin betraute Abgeordnete Dr. Bos die Sozialdemokraten zur Be­teiligung an der Regierung aufforderte. Daraufhin erklärte sich der Vorsitzende des Parteivorstandes Vliegen für die Beteiligung, der rote Diktator Tröstra gegen die Beteiligung der Sozialdemokraten an der Regierung. Vliegen ist der Ansicht, daß die Sozial­demokraten die ihnen angebotenen drei Ministersessel unbedingt annehmen müßten, da man sonst eine kraftlose liberale Regierung bekomme, für die die Sozialdemokraten mittelbar verantwortlich bleiben würden. Bemerkenswert ist, daß Vliegen bereits mit der Möglichkeit eines christlichen Wahlsieges und eines rechtsstehenden Ministeriums rechnet. Tat­sächlich wurde bei der vor wenigen Tagen in dem sicheren Sozialistenbezirk Hoogrand vorgenommenen Ergänzungswahl nicht der sozialdemokratische Kandidat gewählt, sondern der liberale.

+ Zur Lage auf dem Balkan.

Die österreichischen Politiker haben wieder einmal Glück. Noch vor wenigen Tagen hatte eine Revision des Bukarester Vertrages so gut wie keine Aussicht aus Verwirklichung. Nun ist durch die tatenlustigen türkischen Militärs die Situation mit einem Schlage verändert worden. Die Türken unternahmen einen neuen Vorstoß, indem sie die Armee über Maritza hinaus nach Neubulgarien hinüberführen. Haben die Großmächte beim Marsch nach Adrianopel, wenn auch unter Protesten, die Rolle passiver Zuschauer gespielt, so fordert das züngste Vorgehen der Türkei die schärfsten Maßnahmen des Auslandes heraus. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die türkische Armee zur Räumung des Landstriches westlich der Maritza schließlich genötigt werden wird, und damit wird auch die Adrianopeler Frage wieder stärker in den Vorder­grund treten. Den Beschwerden Bulgariens wegen der türkischen Wiederbesetzung Adrianopels schien kein Erfolg bei den europäischen Kabinetten zu blühen, den brllgarischen Klagen wegen des neuen türkischen

Letzte Rachrichte«.

W. Beuron, 19. Aug. 1913. Gestern mittag wurde der Abt-Primas des gesamten Benediktiner-Ordens

Hildebrand de H e m p t i nn e zu Grabe getragen. Als Vertreter des Kaisers war Fürst zu Fürstenberg er-! schienen. Ferner waren anwesend Fürst Friedrich! von Hohenzollern mit seinem Sohne, ferner 23 Bene«

: Metz, 18. August 1913. Mit Volldampf an die Arbeit! Am ersten Werktage wurden sofort die größten und zugleich aktuellsten Fragen in Angriff genommen: die römische Frage, das Jesuitengesetz, die Gewerkschaftsangelegenheit, die Schulfrage.

Justizrat Dr. Schmitt von Mainz, der vorig­jährige Präsident, hielt in der ersten geschlossenen Versammlung eine wuchtige Rede zur Begründung des Antrags, der für das Oberhaupt der Kirche eine volle und wirkliche Freiheit in der Ausübung seines höchsten Hirtenamts verlangt. Brausende Zu­stimmung fand der Redner, als er im Hinblick auf das Konstantin-Jubiläum die Hoffnung aussprach auf ein neues Edikt von Mailand oder Rom zum Aus­gleich des Unrecht-, das vor einem halben Jahr- hundert dem Papst und der katholischen Kirche zuge­fügt worden.

Die zweite Resolution verlangt die sofortige voll­ständige und morbehaltliche Aushebung des Aus­nahmegesetz«» gegen die Jesuiten. Dazu sprach in der ersten geschlossenen Versammlung ganz vortrefflich der Amtsgerichtsdireklor Gießler aus Mannheim, und dann kam der Präsident Fürst Löwenstein in der Einleitung zur ersten öffentlichen Versammlung auf die brennende Frage des Jesuiten­gesetzes zurück. Er schilderte drastisch, wie der Bundes­rat auf das Aufhebungsgesuch des vorigjährigen Katholikentages mit einer verschärfenden Inter- pretation geantwortet habe, wie dann die Minister die Absicht der Verschärfung emphatisch bestritten, die Behörden von Freiburg, Pforzheim und Coesfeld durch ihr' Verhalte» die ausgesprochene Verschärfung bekun- bet haben. Der Präsident geißelt die Unhaltbarkeit dieser „Politik" und wünschte dem Bundesrat einen Hauch konstantinsschen Geistes.

Die recht solide Festhalle erbebt unter dem stürmischen GefühlSausbruch der Massen, als der nächste Redner, Bischof Dr. v. Faulhaber (Speyer) dieselbe Ange- legenheit im Lichte des konstantinischen Edikts behandelte. Angesichts des BundeSratSbeschlusses vom November 1912, führte er aus, könnten die deutschen Katholiken nunmehr daS Toleranzedikt von Mailand unddas Jntoleranzediktvon Berlin zusammen, feiern. Durchschlagend war besonders noch die Be­merkung: In Braunschweig und Mecklenburg-Schwerin ist daS Mailänder ReligionSedckt von 313 bis heute noch nicht publiziert! Ueberhaupt führte Bischof Faul- Haber mit meisterhafter Schärfe den Vergleich durch zwischen den konstantinischen Freiheiten und den mannigfachen modernen Bedrückungen, Schikanen und Zurücksetzungen aus kirchlich-religiösem Gebiete. Den Schwärmern für Trennung von Staat und Kttche hielt er entgegen, daß nicht die Trennung nach amerikanischem Muster, sondern vielmehr die ver­hängnisvolle Trennung nach französischem Muster zu erwarten wäre.

dritte aktuelle Frage, der G e w e r k s ch a f t 8. ftr»it, behandelte der Präsident in seiner Einleitungs- rede mit großem Freimut und ebenso großer Klugheit. Er legte den Inhalt der Enzyklika Singulari quadam dar, bottfie bem hl. Vater herzlichst und ehrerbietigst fitt seine väterliche und weise Kundgebung und führte urtter allgemeiner Zustimmung aus: Der Streit sei entschieden und müsse nun ruhen. Die Generalver­sammlung der Katholiken Deutschlands müsse fordern, daß alle Beteiligten der Vorschrift des hl. Vaters ge- treulich nachkommen, der ausdrücklich mit aller Schärfe verbietet, daß man ferner die Organisation der anderen Mchtnng als untauglich oder unerlaubt hinstelle.

■ < An vierter Stelle erwähnten wir die Schul­frage. Nach der Zeitordnung hätte sie an die erste Stelle gehört. Denn schon am Morgen um 9 Uhr tagte in der großen Festhalle die „Organisation der Katholiken Deutschland» zur Verteidigung der christ- । licheu Schule und Erziehung", die unter Leitung des wackeren Abg. Marx steht. Dieser furcht- und tadel­lose Ritter der tonfessionellen Schule hatte die Genug­tuung, daß zwei Bischöfe an seiner Sonderversammlung teilnahmen und daß die gewaltige Halle sich trotz der frühen Montagsstunde vollständig füllte, sogar stärker als am Begrüßungsabend. Man sieht, daß unser ^Volk die hohe Bedeutung der christlichen Schule ver­steht. Möge der Abg. Marx recht viele Mitarbeiter binzugewinnen! Sehr erfreulich ist es, daß die Zentralstelle unserer Schulorganisation jetzt „Mit- teiluugen" herausgibt, die über alle Vorkommnisse auf dem Schulkampfplatz unterrichte und das geeignete Material zur Verteidigung der katholischen Schul- intereffm liefern will. Das Blatt erscheint nach Be­darf, jedoch mindestens 4 Mal im Jahr, zum Jahres­preise von nur 1 Mark. Für diese neueste, hochwichtige Organisation und deren Zeitschrift kann man nicht «fng genug werben.

1 »--Die Arbeit vom Montag war sehr vielseitig <b sehr praktisch. Hoffentlich auch sehr fr«chtdar.

* Don der eigenen Frau vergiftet wurde in Prost-! nitz in Mähren der Handlungsreisende Ignatz Tscheche Die Mörderin hat die Tat begangen, um sich in den Besitz einer Versicherungssumme von 25 000Mark zu setzen. -

* Infolge des strömenden Regens wurden in Romaszombat in Ungarn ein Eisenbahndamm und eine Brücke unterwühlt. Zwei Eisenbahn-. Waggons wurden auf die Brücke verschoben; diese stürzte ein, und die Waggons, auf denen sich zehn Monn befanden, sausten in die Tiefe. Sechs Per» fönen sind verletzt geborgen worden, von denen einer später im Spital starb. Die vier anderen Jfcibi ertrunken.

* Schnelligkeitsrekord eines deutschen Dampfers, Der Schnelldampfer des Norddeutschen Llovd, „Mcon- prinzessin Cäcilie", schlug auf der letzten Reise nach Newyork den deutschen Rekord für die Ozeanfahrt zwischen Cherbourg und dem Ambrosechannel-Feuer- schiff. Er fuhr mit einer Durchschnittsgeschwindig­keit von 23,4 Knoten und legte die Ozeanfahrt in 5 Tagen, 14 Stunden, 24 Minuten zurück. ff

* Attentat auf eine Prozession. Aus eine Prozession^ zu Ehren der Muttergottes wurde am Sonntag in Valencia (Spanien) aus einer Menschengruppe heraus^ wurden mehrere Revolverschüffe auf den Zug abaefeueit. Unter den Teilnehmern der Prozession, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, entstand eine riesige Aufregung. Dem Attentäter gelang es in der Verwirrung unbemerkt im Gedränge zu verschwinden. Ueber 2 0 Teilnehmer der Prozession wurden durch die Schüsse verletzt. Nach Meldungen von der einen Seite handelt es sich um die Tat eines Wahnsinnigen, nach anderen Meldungen ist das Attentat das Werk fanatischer Freidenker.

* Gefälschte Eisenbahubillets. Die italienisches Polizei nahm mehrere Verhaftungen unter dem Portierpersonal mehrerer Hotels in Turin, Mai­land und Venedig vor. Die Verhafteten wer­den beschuldigt, gefälschte Eisenbahubillets den Frem-. den angeboten und verkauft zu haben. Durch die? Vernehmung der Schuldigen ist die Polizei einem ausgedehnten Handel mit solchen Fälschungen auf; die Spur gekommen. Weitere Verhaftungen stehen! bevor. Ein deutsches Ehepaar namens Haag aus- Württemberg, das dem Portier eines Mailänder- Hotes für 60 Lire ein Billet erster Klasse nach Vene­dig abkanfte, mußte während der Fahrt, um nicht sofort verhaftet zu werden, 190 Lire Strafe zahlen.

* Ein russisches freiwilliges Automobilkorps. In Rußland soll jetzt auch nach deutschem Muster ein freiwilliges Automobilkorps errichtet werden, außer­dem sollen die Automobilbesitzer im Falle eines Krieges verpflichtet werden, gegen eine Entschädigung ihre Automobile der Militärverwaltung zur Ver­fügung zu stellen.

-die äußeren Missionen und die dringende Notwendigkeit ihrer Förderung hinwies und alle Stände zur Mitarbeit an dieser erhabenen Kulturaufgabe aufrief. (Beifall.) Es ist schon wiederholt in der Oeffentlichkeit darauf hin- gewiesen worden, wie bedeutend die Leistungen der ! Protestanten in Deutschland in den letzten Jahren für die Mission gewachsen sind und welche weltumspannen­den Einrichtungen sie zu Gunsten ihrer Missionswerke geschaffen haben. Um so lebhafter werden auch wir den Weckruf richten müssen an die eigenen Reihen unserer "Gebildeten, die Sache der Heidenmission als eine ernste, dringliche und heilige anzusehen. (Beifall.) Die äußere Mission ist ein Bedürfnis unserer Zeit, also ist es der Wille GotteS!

Erkennen und erfüllen wir als gebildete Laien in dieser Weise unsere Pflickten, so treten wir in den Dienst der höchsten und edelsten Aufgaben, die dem Menschen besonders in den wild wogenden Kämpfen un­serer Zeit gestellt sind. Was unsere gesamte Tätigkeit erhebt und adclt, ist das Bewußtsein, daß wir Gott uno der Wahrheit dienen. Wenn Sie, meine Damen und Herren der gebildeten Laienstände, in diesen Tagen die Stadt Metz wieder verlassen werden und Ihr Blick wie zum letzten Gruß auf der Kathedrale ruht, dann fassen und bekräftigen Sie noch einmal den Entschluß: Die Worte, die wir in Metz vernommen, wollen wir zu Taten machen! (Lebhafter Beifall.)

In der morgigen 2. öffentlichen Versammlung werden sprechen: Monsignore Schweitzer-Köln, Redakteur Baum- berger-Zürich und Stiftsprobst Dr. Kaufmann-Aachen.

zum e>cgen der Welk seine Straft und Wirkung bewahren Mit diesen Gefühlen bitten wir den Allmächtigen, daß er Ihrem allergnädigsten Herrn noch lange Jahre glück- lichster Regierung zum Heil und Segen seiner Völker und zur dauernden Macht und Größe seines Reiches gewähren möge.

* Der Handel von Togo, der einzigen deutschen Kolonie, die bisher keines Neichszuschusses bedurfte, zeigt in der A u s f u h r im ersten halben Jahr 1913 ein wenig erfreuliches Bild. Mft Aus­nahme von Mais und Kakao ist überall zum Teil ein recht erheblicher Rückgang in den Ausfuhrartikeln zu verzeichnen gewesen.

* -Nur keine Illusionen* mahnt die konservative .Kreuzztg/ die bürgerlichen Parteien hinsichtlich des im sozialdemokratischen Parteivorstandes festgestellten Stillstandes der sozialdemokratischen Bewegung:

Es wäre in der Tat ein schwerer Fehler, schreibt das genannte Blatt, wenn die bürgerlichen Parteien, die es mit der Bekämpfung der Sozialdemokratie ernst meinen, nunmehr die Hände in den Schoß legen und abwarten wollten, bis die sozialdemokratische Bewegung von selbst nachläßt, oder durch Parteikrisen zersetzt wird. Aber ein Fehler wäre es auch, unbedingt mit einem neuen Aufschwünge der Sozialdemokratie zu rechnen. Das Bürgertum hat es in der Hand, die sozial­demokratische Bewegung, die in der letzten Zeit zweifel­los erschlafft ist, niederzuhalten. Denn der selbst für die -.Genossen" Überraschende Aufstieg bei den letzten Reichstagswahlen, fowie auch die Vermehrung ihrer Mandate für das preußische Abgeordnetenhaus, ist nur die Frucht des Zusammenschlusses der liberalen Parteien, der die Dämpfungstaktik der Fortschrittler begünstigte, und der bürgerlichen Sache schweren Schaden zufügte. Der innige Zusammenschluß des Liberlisamus, dem sich rasch im eigenen Interesse die Sozialdemoktrati angliederte, bedeutete und bedeutet noch die Spaltung des Bürgertums und did Schwächung seiner Wider­standskraft in dem Kampfe gegen die sozialdemokratfche Partei. Und auf die Fortdauer dieses Zustandes setzte die Sozialdemokratie ihre ganze Hoffnung und baut sie ihre „gemäßigte", opportunistifche Taktik auf.

>7 München, 18. Aug. 1913. Den Rückgang des Losabsatzes der preußisch-süddeutschen Klas- lenlotterie bestreitet die Bayerische Tageszeitung. Sie führt aus, daß der Absatz in der 1. Klasse der laufenden Lotterie gegenüber der 5. Klasse der vor­aufgegangenen allerdings um etwa 3% Tausend zu­rückgeblieben sei. Dies dürste aber nicht auffallen, da erfahrungsgemäß der Absatz von Losen im Laufe einer Lotterie, je mehr sie sich der Ziehung der Hauptklasse nähert, nicht unwesentlich steigert. Ver­gleicht man den Absatz von Losen in Bayern bei der 1. Klasse der lausenden gegen den Absatz der 1. Klasse der voraufgegangenen Lotterie, so ergab sich bei der 1. Klasse eine Vermehrung des Absatzes um V4 Tausend. Im übrigen habe der Losabsatz in Bayern der bayerischen Regierung weder eine Ueber- raschung noch eine Enttäuschung gebracht. Er habe vielmehr bis auf 350 Lose die Zahl erreicht, die für die ersten Jahre als Höchstgrenze erwartet wurde.

vermischtes.

* Ei» großangelegtes Schwindelmanöver, durch das eine Leipziger Großbank um 190 000 Mark ge­schädigt werden sollte, ist im letzten Augenblick durch die Verhaftung des Betrügers, des Bankbeamten Kerle, vereitelt worden. Kerke war bei einer Leipziger Großbank als Korrespondent beschäfttgt. Er war durch falsche Spekulationen in Schulden geraten. Er ließ, wahrscheinlich durch eine Handelsfirma in Newyork eine chiffrierte Depesche aufgeben, in der eine Newyorker Bank, mit der die Leipziger Bank geschäftlich in Verbindung stand, diese ersuchte, an einen Charles Rupper 20 000 Dollar auszuzahlen. In einer zweiten Depesche, die der ersten gleich folgte- wurde um weitere 25 000 Dollar gebeten, also zusam­men 45 000 Dollar gleich 191250 Mark. Bei der Leipziger Bank stellte man fest, daß bei dem New- Yorker Telegramme ein Visum fehlte, das solche Tele­gramme sonst tragen. Dieses Versehen vereitelte den ganzen Schwindelplan.

* Einen Selbstmordverhütungsverein gibt es in Wien. So originell sein Name klingen mag, er hat bereits viel Segen gestiftet. Er wendet sich an alle die, die einen mißlungenen Selbstmordversuch hinter sich haben, Hilst ihnen durch Darlehnsgewährung, Unterstützungen, Stellennachweise usw. und hat sol­chen Ruf erlangt, daß er häufig von in derNot be­findlichen Leuten in Anspruch genommen wird.

* Drei internationale Taschendiebe wurden auf dem Pariser Nordbahnhose v e r h af t e t. Es handelt sich um den 31jährigen Deutschen Julian Barden, den gleichaltrigen Belgier Lavarde und den 27 Jahre alten Engländer Frederik Rables.

* Wegen einer Haarfrisur a la Cleo de Meober kam es vor der dritten Kammer des Berliner Kauf­mannsgerichts zu einem Prozeß. Eine Verkäuferin hatte ihrem Chef und den übrigen Angestellten des Geschäfts durch ihre über die Ohren herabhängende Frisur „Aergernis" gegeben. Die Dame hatte u. a. auch das Telephon zu bedienen, und ihre Haare kamen dadurch fortwährend mit dem Hörapparat in Berührung. Als sich das Fräulein trotz energischer Aufforderung nicht dazu entschließen konnte, ihrem Haarwald eine andere Gestalt zu verleihen, entließ sie der Chef auf der Stelle. Die Gerichtsverhandlung mißbilligte das Vorgehen des Brotgebers und brachte zum Ausdruck, daß ihm, wenn ihm die Haarfrisur auf die Nerven falle, nur das Recht der Kündigung, nicht aber das der sofortigen Entlassung zustehe..

* Ein deutscher Fremdenlegionär verhungert. Das Blatt „Memorial des Vosges" meldet nach der „B. Z.": Ein Deutscher namens Hoffmann, der zehn Jahre in dec Fremdenlegion gedient hat, sieben Feld­züge mitmachte und verschiedentlich verwundet wurde, sodaß er an Krücken gehen mußte, starb im Chaussee­graben in der Nahe der Stadt Archette vor Hunger, nachdem er vergeblich in der Stadt Epinal um ein Stück Brot gebettelt 6

* Explosion eines Automobils. Auf einer Probe­fahrt explodierte einer Meldung aus Paris zufolge in einem Walde in der Nähe von S e n a r t der Motor eines in voller Fahrt befindlichen Automobils, das mit drei Personen besetzt war. Als der Führer des Wagens die Katastrophe bemerkte, lenkte er den Wagen von der Chaussee hinweg auf eine Wiese, wo das Automobil umschlug und in Brand geriet. Die drei Insassen des Wagens, die unter denselben zu liegen kamen, erlitten alle lebensgefährliche Brand­wunden.

* Die sächsischen Lehrer und die Jagd. Durch eine beabsichtigte Eingabe hat die Oeffentlichkeit jetzt zum ersten Mal davon erfahren, daß es in Sachsen ein Verbot für Lehrer gibt, auf die Jagd zu gehen! Das Verbot stammt aus sehr zurückliegender Zeit. Man ist überzeugt, daß eine Besprechung bei der nächsten KammKcksLLLiEftffrn: Aufhebunü-Mren- woch.DL

rest und der Missionsbischof von Deutsch-Ostafrika. Nach dem Trauergottesdienst wurde der Sarg im Schiff der Kirche neben dem Erzabt Maurus Wolter, dem Gründer des Klosters, beigesetzt. Gegen 1 Nhr fand eine Mittagstafel statt, die etwa 80 Gäste mit der klösterlichen Familie teilten. Es wurde dabei eine lange Reihe von Telegrammen von Papst und Kaiser, von Kardinälen und Bischöfen, von Fürsten und Angehörigen aus Gelehrten und Diplomaten­kreisen und von zahlreichen Klöstern verlesen, die alle Zeugnis von der Wertschätzung des Verstorbenen ablegten.

W. Kopenhagen, 18. Aug. 1913. In einer Vor­stadt-Filiale einer hiesigen Bank Drangen am Nach­mittage bei Geschäftsschluß zwei Personen ein, be­drohten die Beamten mit Revolvern und raubten 10,000 Mark.

W. Bad Ischl, 18. Aug. 1913. Aus Anlaß des Geburtssestes des Kaisers von Oesterreich fand am Nachmittage in der Villa des Kaisers ein Famili en» Diner statt, an dem alle hier weilenden Mitglieder des Kaiserhauses und der Hofstaat teilnahmen. Im Verlaufe des Mahles brachte Prinz Leopold von Bayern die herzlichsten Glückwünsche der Familien - Mit­glieder dar. Der Kaiser dankte gerührt und trank auf das Wohl der Gäste. Er war in bester Stimmung.

* London, 18. August 1913. Im Kreise der ägyptischen Studentenschaft in Oxfort ist abermals eine Verschwörung gegen das Leben Lord Kitcheners entdeckt worden. Der Student, der zum Mörder ausersehen war, stand sowohl mit dem radikalen Führer der ägyptischen Nationalisten, Mo­hamed Farid Bey, wie mit dcm ägyptisch-revolutio­nären Zirkel th London in engster Verbindung. Er ist flüchtig geworden und wird auf Veranlassung des Auswärtigen Amtes polizeilich verfolgt.

W. London, 18. August 1913. Aus Konstantinopel wird der ,Times' telegraphiert, daß die beiden russischen Kriegsschiffe „Rostislaw" und „Ka alul" die bisher in dem Bosporus stationiert waren, am Samstag abend plötzlich nach einem unbekannten Reiseziel abgedampft sind, vermutlich nach Sebastopol.

W. Athen, 18. Aug. 1913. Dem König wurden bei seinem Einzüge begeisterte Kundgebungen darge­bracht. Das Heer und eine Menge, die auf mehr als hunderttausend geschätzt wird, ries: »Es lebe Konstantin der Große! Es lebe Konstantin der Bul­garentöter!"

W. Sofia, 18. Aug. 1913. Der Ministerrat be- schloß, den Frtedens-Vertrag zu ratifizieren. Ter Austausch der Ratifikationen wird in Bukarest erfolgen.

W Sarajewo, 18. Aug. 1913. In dem bosnischen Kreis Dolunja Tuzla haben sich seit Samstag vier Neuerkrankungen und ein Todesfall an Cholera zugetragen. Außerdem befinden sich dort noch elf Kranke, von denen zehn auf dem Wege der Besse«/ rung sind. > i

W Mexiko City, 18. Aug. 1913. In Erwiderung^ der von John Lind unterbreiteten Mote Wilsons, hat Huerta eine Vermittelung in mexikanischen Au-< gelegenheiten oder irgendwelche ähnliche Vorschläge-' von Seiten einer auswärtigen Regierung abgelehntff Lind sandte Huertas Antwort nach Washington. j

W New-Bork, 18. Aug. 1913. Ein Telegramm! auS Willemstad meldet, daß Coro, welches die Re»! volutionäre erobert hatten, von den Regierungstruppeni nach einem heftigen Kampfe, in dem der aufrührerisches General Gonzales Utbina getötet worden sein soll,/ wieder genommen worden ist.

-r. Wettervoraussage

für Mittwoch, den 20. August ISILr

Wolkig, meist trocken.

Temperatur. Höchste seit gestern mittag 12 Uhr:

22° Celsius; niedrigste: 13,5° Celsius.

Barometerstand. Heute mittag 12 Uhr: 739 m gestern: 739 mm.

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Verantwort!. Redakteur i. V.: 31. Weßler;