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. 2. Blatt,

vr«s der zuldaer MdttnfcnidtrwS in Sulla.

*$* Zuldaer Leitung.

Dienstag 12. August 1915.

§ Tagegelder und Reisekosten für Schöffen und Geschworene.

Die Schwierigkeit, die bei der Ausübung des ; wichtigsten Volksrechtes, Betätigung der Laien als Richter, bisher zutage trat, ist jetzt aus dem Wege geräumt, und die vielfach bestehenden Vereine zur Aufbringung der Entschädigung für die Schöffen und .Geschworenen sind jetzt überflüssig geworden. (Auch in Fulda bestand bisher ein solcher Verein zur Ent. schädigung der Geschworenen.)

Das Reichsgesetzblatt enthält nämlich jetzt das Gesetz über die Entschädigung der Schöffen und Ge­schworenen, vom 9. Juli 1913 und die Bekanntmachung dazu, das Gesetz zur Abänderung des Besoldungs­gesetzes, vom 29. Juli 1913, das am 24. August in Kraft tritt. Der „Reichsanzeiger" enthält die bundes- rätliche Verordnung über die Höhe der Ent­schädigungen.

§ 1. Schöffen und Geschworene erhalten für jeden Tag der Dienftleiftung ein Tagegeld von 5 Mark. Als Stag der Dienstleistung gilt jeder Tag, an dem der Schöffe oder Geschworene mir Rücksicht auf sein Amt anwesend sein muß.

Schöffen und Geschworene erhalten außerdem für jedes durch die Dienstleistung notwendig gewordene Nachtquartier eine Zulage von drei Mark.

§ 2. Schöffen und Geschworene, die außerhalb ihres Wohnortes einen Weg von mehr als zwei Kilometer zurückzulegen haben, erhalten als Reiseentschädigung für jedes angefangene Kilometer des Hinwegs und des Rückwegs:

1. bei Wegen, die auf Eisenbahnen, Kleinbahnen oder Schiffen zurückgelegt werden können, 6 Mennig;

2. bei Wegen, die nicht in dieser Art zurückgelegt werden können, 20 Pfg.

Soweit ausnahmsweise aus besonderen Gründen die Benutzung von Beförderungsmitteln, die höhere Aus­lagen fordern, notwendig ist, sind die erforderlichen höheren Auslagen zu ersetzen.

§ 3. Die Reiseentschädigung wird auch für die Reisen gewährt, die der Schöffe oder Geschworene während der Tagung nach seinem Wohnorte und zurück macht. Sie darf jedoch die Höhe der Bezüge nicht übersteigen, die der Schöffe oder Geschworene erhalten haben würde, wenn er am Sitzungsorte hätte anwesend sein müssen.

In welchem Grade dieses neue Gesetz die Heran­ziehung von Mitgliedern aus den minderbemittelten Schichten zu den Aemtern der Schöffen und Ge­schworenen im Gefolge haben dürfte, läßt sich einst­weilen noch nicht sagen. Es wird abzuwarten sein, wie sich die Praxis der Gerichte allmählich entwickelt.

Lokaler.

Fulda, 12. August 1913.

# Personalien. Postassistent Jos. Kircher von hier bestand in Frankfurt a. M. die Sekretärprüsung. — Die Prüfung zum Lokomotivführer bestand der Lokomotivheizer Wilhelm Füller von hier.

(•) Schuhmacherinnung. Zu der gestern seitens der unteren Verwaltungsbehörde (Magistrat) anberaumten Versammlung der seit 1. April d. Js. bestehenden Zwangsinnung für das Schuhmacherhandwerk für den Bezirk der Stadt Fulda waren als Vertreter des Oberbürgermeisters Magistratssekretär Britz sowie zehn Schuhmachermeister erschienen. Auf der Tagesord- siung stand die Vorstandswahl. Aus dieser Wahl gingen hervor Schuhmachermeister Jean Fleischer als Obermeister und als Beisitzer die Herren F. Ducker, R. Günther, Thomas Lammeyer und I. Vogler. Sämtliche Herren nahmen die Wahl an. Der neue Obermeister insbesondere dankte für das ihm durch die Wahl entgegengebrachte Vertrauen und entwickelte in einer Ansprache kurz das Programm, nach dem der Vorstand die Geschäfte der Innung, welche mit 70 Mitgliedern die größte der hiesigen Innungen sein wird, zu führen gedenke. — Möge diese große Innung zum Nutzen und Segen ihrer Mitglieder wie auch zu denen des gesamten Handwerks blühen, wachsen und gedeihen.

L Gartenbauverein. Zur gestrigen Monatsver­sammlung in der „Harmonie" konnte der Vorsitzende Lehrer a. D. Sell 75 Mitglieder begrüßen. Das Andenken des verstorbenen Mitgliedes Bureauvor­steher Arnold wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Kunstgärtner Fritz Ries hielt dann einen recht interessanten Vortrag über Champignon­zucht während der Wintermonate. Diese Kultur werde getrieben in vorher gut ausgelüfteten und aus­geschwefelten Kellern, die warm (20—25 Grad) aber gut lüftbar sein müßten. In den Pferdedünger, mit dem nicht gespart werden dürfte, wird die Brut ein­gesetzt. Bei rationeller Kultur kann eine Einnahme von 12—15 Mk. pro Quadratmeter erzielt werden. Der Vortrag fand vielen Beifall. Es folgte eine Aussprache über die sogenannte Hundspetersilie. Diese Petersilie ist eine Schirlingart und bekanntlich giftig. Während die echte Petersilie gelblich blüht, blüht die wilde weißlich und geht leicht in Sa­men. Um sie zu vertilgen, reiße man sie beizeiten

Kleines Feuilleton.

a. — Höflichkeit der Ehe. Elisabeth Thielemann gibt in der „Königsberger Hartungschen Zeitung" den Eheleuten einige gute Ratschläge: In der Zeit des Brautstandes brachte man willig das oft recht schwere Opfer, zwang sich zur Höflichkeit, wenn es oft auch recht hart ankam, aber — damals mußte es eben auch sein, damals wollte man unter allen Umständen einen recht guten Eindruck machen, und dazu gehört natürlich auch die Höflichkeit . . . Heute? Heute ist tnan „verheiratet" und kennt sich, — kennt sich mit allen Licht- und Schattenseiten Oder meint sich doch zu kennen. Da braucht man sich die oft recht schwere Last der Höflichkeit gegeneinander nicht aufzuladen. Und doch vermöchte sie, die leider so schnell verlernte Höflichkeit, über das Dasein der beiden Ehegatten so viel Licht, Glanz und Wärme auszubreiten. Wie ein Schimmer jener glückseligen Tage des jungen Liebesglückes würde es sich mit ihrer Hilfe über den pst recht grauen Alltag breiten und selbst an trüben Tagen etwas Sonnenschein hervorzaubern. Wie würde die ihr vom Gatten erwiesene Höflichkeit der Gattin über so manche Mißhelligkeiten hinweg- und -ihr die Mühen und Sorgen erleichtern helfen. Wie würde aber auch ihm, dem Ehegatten, die ihm von seiner Eheliebsten erwiesene Höflichkeit wohltun und «rit so manchem ausföhnen, was ihm das tägliche Leben an Bitterkeit bietet. Im allgemeinen wird isteilich das starke Geschlecht den Mangel an. Höflich­keit in der Ehe nicht so schwer empsindeu wie das ffchönere, aber schwächere Geschlecht. Dieses ist es fnrm einmal gewöhnt, von der Zeit des ersten langen Kleides, ab vom starken Geschlecht bei jeder Gelegen­heit mit „Galanterie", mit Zuvorkommenheit und Höflichkeit behandelt zu werden. Nicht selten war sie -sogar der erste Anlaß, eine Frau dem Mann, der sie -rhr erwies, geneigt zu machen. Ist es da ein Wnn-

aus. Wie man unfruchtbare Weinstöcke zum Tragen bringen kann, wurde von einem Fachmann erklärt. Weitere Besprechungen behandelten die Rentabilität des Beerenobstes, das Einernten der Zwiebeln und die nachfolgende Behandlung. Es wurde hervorge­hoben, daß jetzt die beste Zeit sei zum Anlegen von Erdbeerkulturen; als empfehlenswerte Sorten wur­den bezeichnet König Albert, Fürst Bismarck, Laxtoils Nobel. Vor Winter sind die jungen Pflanzen mit strohigem Dünger zu bedecken. Das im Garten jetzt frei werdende Kartoffelland kann noch mit Vorteil verwertet werden zum Setzen von Endivien, Kohlrabi und Winterkohl, ferner zum Säen von Spinat, Feld­salat (Schmalzkräutchen). Wie man Fuchsien zum Blühen bringt und die beliebten Helhotrop durch Stecklinge vermehrt, erklärte Kunstgärtner Deich­mann. Dieser hatte auch hübsche blühende Kakteen ausgestellt, die dankbare Sorte des sog. Igelkaktus. Lebhafte Klage wurde über die Amsel geführt. Dieser früher so beliebte Vogel kommt immer mehr durch sein Ueberhandnehmen in Mißkredit. Unter dem Obst räumt er gewaltig auf und er läßt sich gar nicht leicht verscheuchen. Einer Verminderung des Vogels wurde das Wort geredet. Die Vertei­lung von Topfpflanzen bildete den Schluß der Ver­sammlung. Die nächste Monatsversammlung ist am 8. September.

* Herr Oberlehrer Schnädter von hier hat gelegent. sich des Turnfestes am Sonntag den 3 August in seiner Festrede nach dem Bericht des .Kreisblattes" gesagt:

Während ein Lokalblatt korrekt die Wahrheit Über das Leipziger Turnfest berichtete, habe sich das andere Lokalblatt nicht entblödet, hie deutsche Turnerschaft anzupöbeln, öffentlich zu beschimpfen und zu verleumden.

Herr Oberlehrer Schnädter behauptet danach, die .Fuldaer Zeitung" hätte die deutsche Turnerschaft an- gepöbelt, ihr ehrenrührige Vorwürfe gemacht, obwohl sie gewußt habe, daß diese Vorwürfe unberechtigt seien. Wenn Herr Oberlehrer Schnädter sich nicht so ausgesprochen hat, dann hatte er selbst dringende Veranlassung, sich gegen eine solche Wiedergabe seiner Worte zu wehren und zu veranlaffen, daß schleunigst an derselben Stelle, wo dieser unerhörte Angriff auf die ,Fuldaer Zeitung" ihm in den Mund gelegt war, eine Richtigstellung erschien. Ein Mann, der auf seinen guten Namen hält, läßt sich nicht fälschlich nachsagen, daß er seinen Nächsten, noch dazu in aller Oeffentlichkeit, durch eine unwahre, schwer kränkende Behauptung beleidigt habe. Herr Oberlehrer Schnädter hat eine solche Richtigstellung nicht veran­laßt, er hat keinen Widerspruch gegen die Darstellung erhoben, daß er der ,Fuldaer Zeitung" Verleum­dung vorgeworfen habe. Wir haben ein übriges tun und Herrn Schnädter Gelegenheit geben wollen, sich auf direkte Anfrage zu äußern. Wir haben ihn darum brieflich ersucht, sich über die Richtigkeit ober Unrichtigkeit der vom ,Kreisblatt" wiedergegebenen Fassung seiner Worte zu äußern. Wir stellen fest, daß Herr Schnädter unserem Ersuchen nicht Folge geleistet hat. Er hat unsere höfliche Anfrage nicht beantwortet. Er verlangt vielmehr in einem Schreiben an uns die Aufnahme einer sog. „Berichtigung"" des Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft Herrn Dr. Götz. In einem Postskriptum fügte er bei, daß er nach Ausnahme der Berichtigung auf unser „Geehrtes zu- rückkommen" werde. Diese Bedingung kann man erst dann recht würdigen, wenn man erfährt, daß es sich um dieselbe „Berichtigung"" handelt, die wir längst mitge­teilt haben, obwohl wir dazu nicht verpflichtet waren, die wir ausführlicher mitgeteilt haben, als wir von dem bekanntenArtikel des Meichsboten" Notiz genommen hatten. Herr Schnädter will sich also nicht äußern. Das mag er nun unsertwegen halten wie er will. Wenn er nicht selbst ein Interesse daran hat, sestzustellen,ob die Unge­zogenheit von ihm herrührt, oder ob sie der Bericht­erstattung des ,Kreisblattes' in die Schuhe zu schieben ist, uns ist es erst recht „schnuppe". Wenn wir recht überlegen wollten, von welcher Seite her der Angriff uns peinlicher wäre, dann könnte uns die Entschei­dung wirklich Kopfschmerzen machen. Jedenfalls scheint aber Herr Schnädter sich in dem Glorien­schein des Autors jener schmähenden Worte ganz wohl zu fühlen. Auch gut! Wir wollen ihn in dem be­haglichen Besitz dieses Glorienscheins nicht stören, er mag ihn so lange und so stolz tragen; wie er will. Das sind nun mal Geschmackssachen und über Ge­schmackssachen soll man bekanntlich nicht streiten. Da indessen das Wort von der „Verleumdung" durch die Fuldaer Zeitung einmal im Kreisblatt steht, haben wir ganz allgemein folgendes zu sagen: Wenn jemand sich untersteht, und der Fuldaer Ztg. vor­wirft, sie habe verleumdet, sie habe also einen ehren­kränkenden Vorwurf erhoben trotz der Kenntnis der Unwahrheit dieses Vorwurfs, dann können wir, ge­stützt auf unser gutes 'Gewissen und unser« guten Ruf sagen: darüber lacht ja jeder alte Gaul, der keinen Zahn mehr im Maul hat. Ein solcher Vor­wurf würde nicht uns treffen, sondern den, der ihn ausspricht, denn er würde von einer Unbesonnen-

der, wenn sie in der Ehe vom Außerachtlassen jeder Höflichkeit am meisten verletzt, am tiefften verwun­det wird? Freilich konnte auch sie vom ersten Tage der jungen Ehe an dazu beitragen, daß die Höflichkeit auch in ibr nicht in Vergessenheit geriet. Ihr gutes Beispiel konnte dem Gatten zum Vorbild dienen, nach dem er sein eigenes Verhalten richtete. Wollte sie einen höflichen Ehegatten haben, so mußte sie ihn unmerklich und doch energisch zur Höflichkeit in der Ehe erziehen. Aber haben die meisten Frauen je daran gedacht? Immer wollten sie auch in dieser Beziehung nur nehmen und vergaßen, daß alles in der Ehe auf Geben und Nehmen beruht.

— Eine Kino-Vorstellung für — Hunde! Ans diese Verrücktheit konnten auch nur die Engländer verfallen' Eine Kinovorstellung vor zwölf geladenen Hunden, nämlich den zwölf Prämienträgern der letzten Hundeausstellung, drei großen Schäferhunden, einem Bullterrier, einer Bulldogge, drei großen däni­schen Hunden und vier Foxterriers! Die Vorstellung wurde von einem Londoner Abendblatt veranstaltet, das vermutlich die Verpflichtung in sich fühlte, seinen Lesern etwas noch nie Taqewesenes zu bieten. Außer den Hunden hatten nur die Redakteure der Zeitung Zutritt, beten (ehrenvolle?) Aufgabe darin bestand, die Hunde bei bet Vorstellung zu beobachten. Welche Eindrücke macht also ber Kinematograph auf die Hundeseele? Zuerst erschien ein Bild der bei der vorjährigen Hundeausstellung prämiierten Hunde. Tie Zuschauer wurden erst aufmerksam; sie näherten sich der Leinwand und beschnupperten die Leinwand- Hunde lebhaft; als sie sich aber überzeugt hatten, daß es da keine Hunde aus Fleisch und Blut gab, wandten sie sich höchlichst gelangweilt ab. Ihre Anteilnahme erwachte erst beim zweiten Bild, das einen Elefanten vorführte; den Dickhäuter verbellten sie unisono; besonders wild gebärdete sich der Bull­terrier; wäre er nicht gehalten worden, er hätte sich unfehlbar auf die Leinwand gestützt und sie mit den

heft des Ausdrucks, einer Minderwertigkeit der Ge­sinnung und einer Unwahrhaftigkeit des Angriffs zeugen, die Kennzeichen inferiorer Naturen sind. Von jedermann würden wir den Vorwurf nicht hin- nehmen. Wenn indessen von einer Seite, deren Wort keineswegs für uns von Bedeutung ist, um billigen Effekt zu Haschen, einmal der Mund weit aufgerissen und mit krachenden Redensarten um sich geworfen würde, um uns — wie hieß es doch sm Kreisblatt — „anzupöbeln, öffentlich zu beschimpfen und zu verleumden", dann würden wir höchstens denken: ist das aber ein großes Mundwerk. Wir empfehlen es der Nachsicht der Mitwelt.

<f Beim Rhönturnfest Hot seit dem Vorjahre das Juge«dlurnen eine wichtigeRolle gespielt. Auch dies- mal waten annähernd 200 jugendliche Turner gemeldet. Gerade die Jugendmannschaft hatte jedoch unter dem Wetter sehr stark zu leiden. Trotzdem sind zahlreiche Preise zu verzeichnen. Wit wollen die Namen der preisgekrönten jungen Turner, soweit sie in Fulda und Umgegend wohnen, hier namhaft machen:

Gruppe II: 1. Preis: Wohlfeiler-Gymn. Fulda; Kurlh-Iymn. Fulda: Ernst-Tiirng. Fulda; Traut-Ober- realschule Fulda. 2. Preis: Weißmüller-Gymn. Fulda; Burchard-Gymn. Fulda. 3. Preis: Becker-Oberrealschule Fulda. 4. Preis: Gaul-Tmnv. Petersberg; Schiebelhut- Turnv. Poppenhausen; Neubauer-Gymn. Fulda. 5. Preis: Böttchet-Turnv. Jahn Neuhof. 6. Preis: Haas-Gymn. Fulca; Klüh-Turnv. Schmalnau; Bönsel-Tutno. Lauter­bach; Stetn-Tutn- u. Fechtkl. Fulda; Gärtner-Tutn- u. Fechtkl. Fulda. 7. Preis Jöckel-Turnvetein Lauterbach; Ltürz-Obertealschule Fulda; Ruppert-Tutn- u. Fechtkl. Fulda. 8. Preis: Kutzschbach-Oberrealschule Fulda; Hilfenhaus - Tutnv. Schmalnau; Koch-Turnv. Horas; Schreibet-Gymn. Fulda; Hohmann-Turng. Fulda; Atndl- Obetrealschule Fulda. 9. Preis: Kemmerzell-Turnverein Gersfeld; Schenk-Obertealschule Fulda. 10. Preis: Hübner-Turnv. Poppenhausen; Abel-Turnv. Flieden. 11. Preis: Weber-Turnv. Pilgerzell; Becker-Turnverein Poppenhausen; Heuer-Turnv. Jahn Neuhof. 12. Preis: Hochrein-Turng. Fulda; Kuhn-Oberrealschule Fulda; Storch-Turnv. Jahn Neuhof. 14. Preis: Radke-Gymn. Fulda; Schullheis-Turnv. Pilgerzell; Elm-Tv. Flieden. 15. Preis: Abel-Tv. Horas; Heil-Tv. Neuhof.

Gruppe III: 1.Preis: Burschel,Jüngl.-Ber. Dom­pfarrei Fulda; Naumann, Bor. Fulda. 2. Pr. Beer, Bor.; Trabert, Bor. 3. Pr. Neuß, J.-V. Dompf. 4. Pr. Schnei­der, Bor. 5. Pr. Schadt. Evang. J.-V. Fulda. 6. Pr. Gräuel, J.-V. Dompf. 7. Pr. Grösch, J.-V. Zünters­bach; Wiesner, J.-V. Züntersbach. 8. Pr. Wiegand, J.-V. Domvf; Schmitt, J.-B. Dompf. 9. Pr. Bam­berger, J.-V. Dompf. 10. Pr. Weißhahn, J.-V. Dompf.; Böschen, Jüngl.-V. Stadtpf.; Fladung, J.-V. Stadtpf.; Block, J.-V. Dompf. 11. Pr. Link, Evang. J.-V. 12. Pt. Saufmann, Ev. J.-B.; Hartmann, J.-B. Dompf. 13. Pr. Hoffmann, J.-B. Domvf. 14. Spielmann, Ev. J.-V. 15. Pr. Wiegand, J.-B. Stadtpf. 16. Pr. Hahn, J.-V. Züntersbach; Frank, J.-V. Züntersbach.

Schließlich feien noch die hiesigen Sieget im Drei- kampf des Haupttnrnens genannt, die gestern nicht verzeichnet waten: 16. Preis Fuchs-Tutng. Fulda, Köllnet-Tutn- u. Fechttlub Fulda, Schleichert-Turng. Fulda. 17. Preis Hausmann-Gymnasium Fulda. 19. Preis Schteibet-Gymu. Fulda. 20. Pt. Vondetau- Gymn. Fulda. 21. Pr. Emmetling-Tutng. Fulda, Kanzlet- Turn- u. Fechtkl. Fulda, Konradi-Lehrer- feminar Fulda. 22. Pr. Waider-Turng. Fulda, Loh- fink-Turng. Fulda, Jost-Turng. Fulda, Arbogast- Turng. Fulda. 23. Pr. Schneider-Turn- u. Fechtkl. Fulda, H. Burchard-Gymnasium Fulda, Klassert- Lehretseminar Fulda.

Das „F ü l d a e t K r c is b l a t t" hat in seinem gestrigen Bericht eines kurzen Hinweises des Herrn Oberlehrers Schnädter auf die bekannte Berichtigung des Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft folgender­maßen Erwähnung getan:

Vor der Preisverleilung hielt der Kreisturnwart, Herr Oberlehrer A. Schnädter, eine mit brausendem Bei­fall aufgenommene Ansprache, ähnlich der unlängst im Schloßgarlen und ging wieder scharf ins Gericht mit der ultramontanen und Mucker-Presse, die es darauf anlegt, die Turnvereine, die schon hundert Jahre an der Jugenderziehung arbeiten, im Volke zu diskredi­tieren und es dahin zu bringen, daß der modernen Jugendpflege ein religiöses Mäntelchen umge- hängt werde.

Herr Oberlehrer Schnädter hat eine solche Rede nicht gehalten. Er teilt uns heute noch aus­drücklich mit, daß er die Worte „ultramontan", „Muckerpresse" und „religiöses Mäntelchen" nicht gebraucht habe. Wir haben es hier also mit Aus­drücken aus dem antireligiösen Wortschatz des „Kreis­blattes"" zu tun. Es ist bezeichnend sür das geistige Niveau des Kreisblattes, daß ihm nicht der Gedanke gekommen ist, eine solche Rede, wirklich gehalten, muffe dem Rhönturnfest künftighin schweren Schaden zufügen, da sie einen großen Teil ber bischerigen Fest­teilnehmet, katholische Geistliche und Lehrer, die Mit­glieder ber konfessionellen Jugendvereine usw. aufs schwerste beleidigt hätte. Oder sind dem „Kreisblatt" die Folgen seiner Berichte einerlei, wenn es nur feine kulturkämpferischen Phrasen an den Mann bringen kann?

Zähnen bearbeitet. Denselben feindlichen Empfang bereiteten die zwölf Zuschauer einem Rhinozeros. Zum Schluß wurden Vögel vorgesührt, Singvögel und wilde Raubvögel, wie Adler und dergleichen; die Raubvögel wurden mit fürchterlichem Gebell empfangen; besonders taten sich hier die Foxterriers hervor.Den Schluß bildete ein „Bankett" zu Ehren der Zuschauer, die zwar auf die sonst üblichen Tisch­reden verzichteten, dafür aber desto mehr zulangten, tk.

— Die Arbeitskraft beim Sprechen. Daß man auch beim „Reden" Kräfte verbraucht, bedarf Wohl nicht des besonderen Nachweises; weiß man doch, wie sehr vieles Reden anstrengend wirkt und er­müdet. Ein französischer Gelehrter, Dr. Marage, hat nun Versuche in großer Zahl angestellt, um zu ermitteln, wie die beim Sprechen geleistete Arbeit am besten zu messen fei, und er hat dann auch diese Arbeitsleistung einwandfrei feftgestellt. Die Messung geschah einerseits durch Berechnung der Menge der Luft, welche verbraucht wurde, andererseits durch Berechnung des Druckes, unter welchem die Luft ausgepreßt wurde. So fand Dr. Marage, daß ein gesunder Mensch bei einer gewöhnlichen Unterhaltung in der Stunde 30 bis 40"Meterkilogramm arbeitet, bei einer Rede in einem großen Saale, einer Kirche usw. werden aber 150 bis 280 Meterkilogramm ge­listet. Tas ist etwa dieselbe Kraftmenge, welche nötig ist, einen Sack, der zwei Zentner wiegt, iy2 Meter hoch zu heben! Ausfallend ist, daß, je tiefer eine Stimme liegt, desto mehr Kraft verbraucht wird, je höher sie liegt, desto weniger.. Daraus er­klärt sich nun auch, warum Kinder im Schreien oft eine so bewundernswerte Ausdauer zeigen, und auch — ohne anzüglich sein zu wollen — warum die lieben Frauen so sehr viel mehr reden ober doch reden können, als die Männer. Uebrigens: je lauter und langsamer man spricht, desto mehr nutzt man die ein« geatmete Luft aus, desto weniger ermüdet uytn. v3.

E Nachtübung. Gestern abend kurz nach 10 Uhr wurden die Pferde und Geschütze einer kriegsstarken Batterie unseres Artillerie-Regiments auf dem Bahn­hofe verladen. Nach 12 Uhr rückte die Mannschaft mit der Bahn zu einer großen Nachtübung aus. Das Ziel war Ried. Aus freier Strecke wurde eine Not- rampe errichtet und das Ausladen der Pferde und Geschütze bewerkstelligt. Nach einem Marsche wurde ein Gefechtsmanöver ausgeführt, worauf die Soldaten zurückmarschierten und kurz nach 5 Uhr wieder in die Garnison einzogcn. Schon ge|jern nachmittag wurden an den Eisenbahnrampen das Verladen von Ge­schützen und Pferden aeübt.

::: Eine größere Wallfahrt nach dem Gnadenorte Maria-Ehrenberg bei Motten wird am 14. August von hier aus gehen. Die Teilnehmer benutzen den Rhönzug abends 10.02 Uhr bis Ried. Von dort geht es zu Fuß unter Musikbegleitung zum Maria-Ehren- berge.

* Ausnahmetarif für Bananen. Mit Gültigkeit vom 15. August d. I. wird ein Ausnahmetarif für Bananen in Sendungen von mindestens 10 Tonnen für den Versand von den deutschen Nord- und Ostseehäfen nach allen Stationen der preußisch-hessischen Staatsbahnen eingeführt. Der Ausnahmetarif gilt bei einer Mindestentfernung von 30 Kilometer und bietet namentlich bei größeren Entfernungen eine wesentliche Ermäßigung gegen­über den seither in Geltung befindlichen Frachtsätzen,

Amt Geisa und Umgebung.

* Geisa, 11. Ang. 1913. Der Bezirksausschuß wählte als Vertrauensmänner zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen für den Amtsgerichtsbezirk Geisa: 1. Bürgermeister Brehler-Geisa. 2. Bürger­meister Peter Joseph Höhl in Schleid. 3. Bürger­meister Kaspar Joseph Wingenseld in Bremen. 4. Landwirt Gregor Wehner - Oberrothof. 5. Land­wirt Kaspar Joseph Schuchert II in Borsch. 6. Land­wirt Franz Joseph Schäfer in Buttlar. 7. Färber Emil Schmitt in Geisa. — In gleicher Bezirksaus- fchußsitzung wurde zu den Beschwerden des Betriebs- sührers Schulze, des Maschinensteigers Albrecht, des Steigers Meyer und des Privatförsters Doelsch in Buttlar beschlossen, den Beschluß des Gemeinderates aufzuheben und den Gemeinderat anzuweisen, den Antragstellern das Bürgerrecht zu erteilen.

□ Geisa, 12. Ang. 1913. Aus den das Eisenachs Oberland durchziehenden EiseubahnstreckenGerstungen- Heringen—Vacha, Tiefenort—Salzungen, Vacha- Wenigentaft—Mansbach—Tann und Dorndorf (Werra)—Dermbach—Kaltennordheim (Feldabahn) sollen nach einer Verfügung der Eisenbahndirektion Erfurt am 14. August abends mit eintretender Dunkel­heit auf allen Stationen dieneuerrichtetenDoppel- signale (bei Halt 2 orangegelbe Lichter und bei freier Fahrt 2 grüne Lichter in schräger Richtung) in Betrieb genommen werden. Die neuen Signale schließen eine Verwechselung in der Bedeutung der jetzigen Signalfarben vollständig aus. Die bisherigen Signale kommen in Wegfall.

* Vacha, 11. August 1913. Die neuerlich t et^ katholische Lehrerstelle in Unteralba ist zu besetzen.

* Roßdorf, 11. Ang. 1913. Das 2jährige Söhn­chen des hiesigen Rittergutsinspektors Meyer fiel in eine Geflügeltränke und fand den Tod. „

* Frankenheim, 10. Ang. 1913. Der Bezirks - ausschuß besichtigte im Anschluß an die hier ab­gehaltene Bezirksausschußsitzung das auf den „Mäuse- wiesen"" versuchsweise angelegte Haferfeld und sprach über den erzielten Erfolg feine Befriedigung aus. Es wurde der Gemeinde empfohlen, nach Muster dieses Versuches mit der Besserung der Mäusewieseu fortzusahren und auch auf die Gewinnung guter Mähwiesen durch Drainage und Düngung bedacht zu fein. An der Möglichkeit, fragliches Ziel zu er­reichen, wurde angesichts des bereits gelungenen Ver­suches nicht mehr gezweifelt. Weiterhin wurde es im Interesse Frankenheims für wünschenswert erachtet, durch Aufforstung einer in unmittelbarer Nähe des Dorfes gelegenen Fläche von Minderland den Wald näher an den Ort heranzurücken.

Aus Gberheffen u- den heff. Aemtern.

# Altenburg bei Alsfeld, 11. Ang. 1913. Der Schwalmtal-Sängerbund hielt gestern dahier seinen diesjährigen Bundes-Sängertag ab. Der vom Gesangverein Homberg a. E. gestellte Antrag, statt des bisherigen wechselnden Vorstandes einen festen zu wählen, da dieser besser für die Interessen des Bundes wirken könne, wurde gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Anstelle des verdienten langjährigen Dirigenten Lehrer a. D. Stumpf in Treysa, der aus Gesundheitsrücksichten fein Amt niedergelegt hat, wurde Lehrer Falk-Ziegenhain gewählt. Als Ort für das nächstjährige Bundessest wurde Altenburg gewählt.

* Kirchhain, 10. August 1913. Von der hiesigen städtischen Sparkasse wurden im Geschäftsjahr 1912/13 331 Sparkassenbücher ausgegeben und 175 Stück Bücher zurückgenommen. Am Jahresschluß befanden sich 3240 Bucher mit 3304048,17 Mark Einlagen im Umlauf.

# Ziegenhain, 11. Aug. 1913. An der vom 16. bis 19. August in Arolsen stattfindenden Hundert­jahrfeier des 83. Infanterie-Regimentes werden ans unserem Kreise 150 Mann teilnehmen. Darunter befinden sich sieben Veteranen aus dem deutsch-fran­zösischen Kriege; die ältesten Ohl-Asterode und Dippel- Lingelbach haben von 1868 bezw. 69 bis 71 gedient. Die Sammlung der Vereinigung beträgt 300 Mark. Die Teilnehmer fahren Samstag mittag mit dem von Marburg abgehenden Extrazug, der nur in Kirch­hain, Treysa, Zimmersrode und Borken hält und werden in Kassel von der Regimentskapelle abgeholt und nach dem Stadtpavk geleitet. — Der Obstbau- oerein für den Kreis Ziegenhain hält am 31. August in Treysa eine ®eneraloerfammlung ab.

[:] Neustadt, 11 August 1913. Nachdem die Verkoppelung in unserer Gemarkung ihren An­fang genommen bat, wird nunmehr auch gleichzeitig die gewünschte Verbindung zwischen hier und Wasen­berg hergestellt. Die zu diesem Zweck neu anzu­legende Landstraße wird von der Willingshäuser Landstraße nach links au der sog. „gebrannten Eiche" vorbei geradewegs nach Wasenberg geleitet werden. Die Verbindung dieses Dorfes mit hiesiger Station wird dadurch bedeutend abgekürzt. — Die neu angelegte Chaussee nach der Arnshainer Straße ist nunmehr fertig und wird in Kürze dem Verkehr übergeben. — Gelegentlich der Jahrhundertfeier des Artillerie-Regiments zu Kassel erhielten die bronzene Jubiläums-Medaille als alte Kurhessen Bürgermeister a. D. F. Huber und Briefträger a. D. Georg Kuhn von hier. _ .

6b Neustadt, 11. Aug. 1913. Am Feste Marra Himmelfahrt ist bei günstiger Witterung der Fest-