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*$♦ Fuldaer Leitung.

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Drud? 6et<^Hi6ctr Xctttnfcnidtrei in julda.

M 172.

Dienstag 29. 3ult 1915.

Amt Geisa UN- Umgebung.

* Dermbach. 28. Juli 1913. Dem Hilfskomitee sind zur Unterstützung der Hochwasser-Geschädigten weiter 595 Mark zur Verfügung gestellt worden.

* Dorndorf, 28. Juli 1913. Beim Montieren von schweren Maschinenteilen auf der Gewerkschaft Hci- tigenroda stürzte der Schlosser I. Slranz von einem Gerüst 15 Meter tief ab. Er erlitt einen doppelten Schädelbruch. An seinem Auskommen wird ge­zweifelt.

eine Anzahl Bilder aus Schmalkaldens Ver- gangenheit als Wandschmuck gestiftet. Die ersten Bilder sind jetzt hier eingetroffen.

ähneln; doch sind sic viel dünner und bedeutend schwe­rer; er verschenkt sic gerne; doch gelingt es nur we­nigen Rauchern, darin dem alten Kaiser Konkurrenz zu machen; den nieistcn ist der Tabak zu schwer. Zi- garettenraucher sind der russische Zar und der spanische König. Nikolaus II. läßt sich seine Zigaretten aus dem allerfeinsten und ausgesuchtesten orientalischen Tabak Herstellen, der eigens für seinen Gebrauch ge­baut wird. Und König Alfons liebt die Zigarette so sehr, daß er niemals ohne sie sein kann; er verbraucht täglich wohl an die 100 Stück und hat schon mehrfach eine Nikotinvergiftung gehabt. Man kann sich daher vorstellen, wie unangenehm dem König die offiziellen Empfänge oder sonstige Gelegenheiten sind, bei denen es die Etikette verbietet, mit der Zigarette zwischen den Lippen dazustehen. Recht wenig beliebt ist die alte gute ehrliche Pfeife. Nur noch der Pariser Ex­polizeipräsident und jetzige Abgeordnete Lspinc raucht die Pfeife und zwar kauft er sich die billigen kleinen Terrakottapfeifen zu einem Sou (fünf Centimes) das Stück und sobald er mit seinem Pfeifchen zu Ende ist, wirft er cs einfach ans die Straße. Bei der Gelegen­heit sei auch an eine hübsche Anekdote von Lessing erinnert, über den sich einmal nach seinem Tode bei seiner ehemaligen Haushälterin in Wolfenbüttel ein paar Reisende erkundigten; sic bekamen folgende hübsche Auskunft: „Hei harre nix und dochte nix, aber schmöken bau hei c ganzen Tag." (Er hatte nichts, er konnte nichts und taugte nichts; aber rauchen tat er den ganzen Tag.) tk

-- Wie soll man bett Löffel zum Munde führen? Tiefe (frage ist schon oft angeregt und besprochen worden; denn, man if* nicht allgemein mit dem ein­verstanden, was die Mode jetzt verlangt, nämlich die Suppe mit seitlicher Haltung des Löffels zum Munde zu führen. Aber da man nun einmal für entsetzlich ungebildet gilt, wenn man dieser Sitte rncht ent­spricht, so macht man sie ruhig mit, anstatt dagegen anzukäntpfen. _ Das einzig Richtige ist, den Löffel s e i u.c r G e st a 11 n a ch zu benutzen, ihn also mit der Spitz e, ohne viel Armbewegung, zu:n Munde zu führen. Aus einem Milchtöpfchen ufw. gießt man doch auch nicht seitlich die Flüssigkeit heraus, sondern an der dafür vorgesehenen Tülle. Und was für dos >

Aus Oberhessen u. -en Hess. Aemtern.

* Fritzlar, 28. Juli 1913. Im hiesigen Mühl- graben, der zurzeit gereinigt wird, wurde ein Lachs I im Gewicht von ca 15 Pfd. gefangen. Während I früher die Edder öfter Lachse aufwies, gehört das I Tier jetzt zur Seltenheit. Auch Karpfen routben ge- I Icgcntlich der Flußreinigung in größeren Exemplaren I gefangen.

* Marburg, 28. Juli 1913. Hier starb 83jährig I der Landgerichtsrat a. D. Gleim. Der Dahin- I geschiedene war durch sein Wirken im Dienste gemein- I nütziger Unternehmungen in weilen Kreisen bekannt und geschätzt. Er war im Jahre 1855 in den kur- I hessischen Dienst eingetreten, 1865 wurde er zum I Assestor beim Gelnhäufer Justizamt befördert; von I dort aus kam er als Kreisrichtcr nach Rotenburg und I später nach Marburg, wo er bis 1900 im Amte blieb. I Gleim war Mitglied des Stadtvcrordnetenkollegiums.

-)(- Stiebet Mein, 23. Juli 1913. Entgegen einer in I vielen Zeitungen verbreiteten Meldung aus Ziegen- I Hain fei mitgeteilt, daß der älteste Teilnehmer I an der Jubiläumsfeier der 81er in Frankfurt der 85 I Jahre alte Rentner H. Stern von hier war. Herr | Stern, der das Fest bis zum Schluß milgemacht hat, I erfreut sich einer Rüstigkeit, um die ihn mancher I Landwehrmann beneiden würde.

[•'] Momberg, 28. Juli 1913. Der gestrige Sonn- I tag war ein Ehrentag für unsere Gemeinde. Galt I es doch, die Primizfeier des hochw. Herrn I Hermann Ramb im Sinne unserer kath. Kirche I festlich und weihevoll zu begehen. An einem solchen I Tage fühlt sich die ganze Gemeinde als eine Familie I und ist hocherfreut, wenn einer ihrer Glieder dem I Dienste des Herrn sich weiht. Schon äußerlich gab I die prachtvolle Ausschmückung des ganzen Ortes durch Girlanden, Ehrenpforten ufw. die innere Ge­sinnung kund, wie das kath. Volk seine Priester zu ehren weiß. Der Weg vom Vaterhause des Pri­mizianten zur .Kirche glich einer via triumphalis. In feierlicher Prozession, durch blumengeschmückte Schulkinder in weißen Kleidern begrüßt, wurde Herr Ramb durch Herrn Kuratus Wiegand unter Assi­stenz zweier Geistlichen zum Gotteshause geleitet, ' während eine Musikkapelle abwechselnd Choräle blies. Herr Pfarrer Ebel-Neustadt hielt die Festpredigt. Während des feierlichen Levitenamtes, welches durch mehrstimmige Gesänge der Schulkinder sowohl als auch des hiesigen Gesangvereins verschönt wurde, | folgte eine große Schar von Gläubigen aus Mom­berg und Neustadt mit Andacht der heiligen Hand­lung. Nachdem die mächtigen Töne des Te deum verklungen und der sakramentale Segen erteilt wor­den war, wurde der Primiziant wieder in Prozession nach Hause begleitet.

S Rüdigheim, 27. Juli 1913. Der Wunsch des | Hochwürdigsten Herrn Bischofs, das 16 0 0jährige I Jubiläum der Befreiung der Kirche aus der I Knechtschaft des Heidentums auch durch weltliche I Feiern zu begehen, wurde bei uns heute verwirklicht. I Auf dem festlich geschmückten, durch Lampions er- I leuchteten Platze vor der Kirche hatten sich gegen I %9 Uhr abends die Bewohner unserer Gemeinde zur I festlichen Begehung dieses Ereignisses vollzählig ein- I gefunden. Der hiesige Gesangverein und die Kapelle I des Gesellenvereins in Amöneburg sorgten durch ent- I sprechende Gesänge und Musikweisen für einen wür- I digen Verlauf des Abends. Die Festrede hielt Herr I Kaplan Wohlgemuth- Amöneburg, der an der I Hand der geschichtlichen Tatsachen seine Zuhörer für I die Sache des Glaubens zu begeistern wußte. Be- I sonderes Interesse erregten das Feuerwerk und die I hengalische Beleuchtung der Kirchenfassade. Herr Kap- I Ian Farnung brachte das Hoch aus auf Se. Heilig- I feit den Papst. Mit Dank und Begeisterung stimm- I ten alle ein in den Lobgesanq: „Großer Gott, wir I loben dich." Damit hatte die Feier ihr Ende erreicht. I

Lüpfchen gilt, muß wohl auch bei dem Lössel zu Recht I bestehen. Uebrigens schlürft man bei seitlicher Hal­tung ‘ Löffels viel leichter, als bet richtiger Hal­tung. und Herren, die einen Schnurrbart tragen, werden finden, daß bei der angegebenen richtigen Haltung des Löffels der Bart im Punkte der Sau­berkeit wenig oder gar nicht leidet. Lehre man also feinen Kindern beizeiten, den Löffel richtig, mft der Sp'tzc zum Munde zu führen, damit sie sich nicht erst etwas Falsches angewöhnen. ef.

— Ein Justizmord, der heute nach 117 Jahren entdeckt wird. Eine etwas sonderbare Entdeckung machte dieser Tage das französische Justizministerium bei Durchsicht alter Akten, mit denen geräumt werden sollte. Dabei fiel aus einem Aktenstück des Jahres 1769 ein noch uncröffneter Brief. Dieser Brief war | am 16. Brumaire des Jahres V, also am 8. Novem­ber 1796 geschrieben worden. Der Absender war der „citoyen" (Bürger) Jany, Friedensrichter zu Bescm^on, der Empfänger „citoyen Simeon, juge ä Paris"; »eben der Adresse befand sich der Vermerk: „trö3 urgent" (eilt sebr! Dringend'); der Brief er­reichte den Adressaten nicht; denn der Bürger Simson, Richter in Paris, war inzwischen seines Amtes ent­setzt worden: der Brief ging ans Gericht, wurde dort zu andern Akten gelegt und erst, wie ein Stempel­abdruck beweist, am 20. September 1832 ans Mini­sterium des Innern gesandt' dort erhielt der immer noch unerösfnete „dringende" Brief — nach 36 Jah­ren '! — Leu Vermerk. „Gehört ins Ressort des Jilstizministerinms", wohin er vermutlich dann ge­sandt worden sein wird; denn et wurde dann immer noch uncröfsnet als alleiniges Aktenstück in eine Mappe geheftet, mit dem Vermerk „erledigt!" versehen und schlummerte weiter 80 Jahre. Jetzt endlich nach 117 Jahren ist der Brief geöffnet worden: er enthielt den Beweis der Unschuld eines Menschen, der im Jahre 1796 bereits — guillotiniert worden war. — Man tröstet sich im französischen Justizministerium wahrscheinlich nun mit der Gewißheit, daß der un­schuldig Guillotinierte inztvischen wohl ohnedies ge­storben wäre. Die Akten wurden vernichtet. tk

totales.

Fulda, 29. Juli 1913.

®ct^c^en wurde dem Oberbahnhofsvorsteher ~ "fechnungsrat Grohs zu Frankfurt a. M.- Bockenheim der Rote Adlerorden 4. Klasse, den Eiscn- bahnlokomotivführern a. D. Ludwig zu Hanau ierrL < c r zu Offenbach das Verdienstkreuz in ^nfionierten Eisenbahnweicheusteller 1.

t JXert Frankfurt a. M., dem bisherigen Eisenbahnhilfswerkfuhrer F a h l n b e r g zu F u l d a, den bisherigen Hilfsbahnwärtern Koch zu Roßdorf bet Hanmt und Schell zu Salmünster, dem bis­herigen Hilfsbahnhofswärter Schneider m Ha- ttau den bisherigen Eisenbahnstreckenarbeitern G o m- pel zu Dretershan im Kreise Fulda und Mohn zu Langenselbold das Allgemeine Ehrenzeichen, und dem ftruheren Eisenbahnhandarbeiter Wingenfeld zu Petersberg tnt Kreise Fulda, bisher zu Fulda, das Allgemeine Ehrenzeichen in Bronze.

Die Meisterprüfung bestanden vor der Hand- Wecm mmec Schuhmacker A. Schweinebraten aus Metze bei Fritzlar und I. Fischer ans Ober­elsungen (Kr. Wolfhagen) sowie der Kunstgicßer J..H. Schäfer aus Hanau.

! } (!) Abgestürzt. Der 11jährige Oberrealschüler B. von der Adalbertstraße vergnügte sich gestern nach- mittag mit Kletterübungen auf der Tetrassenmauer oeS Schloßgartens. Als er sich dabei auf eine der e' stth diese von der Mauerbrüstung und furzte mit dem kühnen Kletterer ab. Der Schüler mußte seinen Höhendrang schwer büßen, denn ?ußer ungefährlichen Verletzungen an Armen und Händen erlitt er einen schweren Beinbruch.

ö Ermittelt wurden die Diebe, die kürzlich die Keller der Wohnhäuser Niesigerstraße 11 und 13 plünderten, in der Person zweier hiesiger Gelegen­heitsarbeiter. Einer der Täter liegt im Landkranken- hause, an den Folgen eines Kopfsturzes erkrankt dar­nieder.

. “ ^rci Geschäfts- und Wohngebäude beabsichtigt Gl- Spezialkommissivn an der Park- und verlängerten Josephstraßc zu errichten. Diesel­ben sollen zum 1. Oktober d. I. bereits im Rohbau vollendet fein, so rasch sollen die Bauarbeiten qefor- ■bert werden. Den Pächtern der Grundstücke wurde ausgegeben, dieselben alsbald zu räumen.

— Herbstmanöver des 11. Armeekorps. Das Generalkommando des 11. Armeekorps hat die end­gültigen Bestimmungen über die diesjährigen großen Herbstübungen nunmehr fertiggestellt. Es ist dar­aus folgendes hervorzuheben: Die Truppenteile der 43. I n f.-B r i g a d e werden am Samstag, 6. Sep­tember, in Sonderzügen in das Manövergelände in Thüringen befördert werden; am 7. Sept, ist Ruhe­tag, worauf am 8., 9. und 10. Sept, das Brigade- manover im Gelände zwischen Königsee und Saal­seid stattfindet. Hieran nehmen noch teil: das Dra­gonerregiment Nr. 5, das Feldart.-Regt. Nr. 11 Unb die 4. Komp, des Pionicr-Bat. Nr. 11. — Die 44. I Anf-Btigabe wird unter Verstärkung durch das I Hns.-Regt. Nr- 14, das F e ld - A r t. - R c g t. Nr. 4 7, die 3. Komp, des Pionier-Bat. Nr. 11 und einer I Abteilung des Trainbat. Nr. 11 das Brigadema- nover im Gelände bei Weida i. Th. ebenfalls in den Tagen vom 8., 9. und 10. Sept, abhalten, nachdem I diese Truppenteile ebenfalls am 6. Sept, ins Manö- I bergclänbe gebracht wurden. — Das Manöver der I 22. Division wird sich art die Brigademanöver | anschließen und im Gelände zwischen Neustadt a. d. I Orla, Pösneck, Saalfeld und Rudolstadt in den Ta- I gen vom 12. bis 16. Sept, abspielen. An diesem I Divisionsmanöver nehmen noch teil: 2 Batterien I schwere Artillerie des Fußart.-Regt. 18, die 3. und 4. Komp, des 11. Pion-Bot. unb 3 Abteilungen des I 11. Trambat. — Die 3 8. Division wird im Ge- I lande nordwestlich von Jena und östlich von Weintar I das Divisionsmanöver in den Tagen vom 12. bis 16. | Sept, abhalten. Verstärkt wird hierzu die Division I noch durch schwere Artillerie, und zwar 2 und 4 | Batterie des Fußart.-Regts. Nr. 18, zwei Komp, des 11. Pionierbat. und zwei Abteilungen des 11. Train- I bat. — Zum Schluß finden dann die K o r p s m a - | «ober im Gelände zwischen Weimar, Buttstädt, | Apolda unb Rudolstadt in den Tagen vom 18, 19. I unb 20. Sept, statt. An ben beiden letzten Tagen I unb in der Nacht dazwischen sind große Angriffs- I Übungen vorgesehen. Arn letzten Manövertage, 20 I Sept., erfolgt bereits die Rückbeförderung der samt- | ltchen Truppenteile in ihre Garnison.

s. Vermögenserklärung und erste Einziehung des Wehrbcitrags. Wenn auch die Ausführungsbestim- mungcn des Bundesrats, durch die die erwünschte | Aufklärung über Veranlagung und Vermögenserklä- I

Handel und Industrie

'S; Berlin, 28. Juli 1913. Die bessere Tendenz am belgischen Gesamtmarkt, di: Festigkeit am Roh- metallmarkt sowie ruhige politische Auffassung gaben der Börse eine feste Haltung. Heimische Anleihen und Privatdiskont unverändert. z

Märkte.

* Frankfurter Getreidemarltlericht vom 28 Juli 1913- Am heutigen Markt war das Angebot in Landweizen alter Ernte reichlich, ohne einer nennenswerten Kauflust. A« begegnen. Alter Roggen war- gut gefragt, da neuer Roggen immer noch nicht in greifbarer Ware zu kaufen, ist. Hafer und Mais unverändert. Mehl sehr fest, speziell effektive Roggenmehle äußerst knapp und zu hohen Preisen gehandelt. Fuiterartikel kngpp und fest. — Es notierten: Weizen, hiesiger und Wetterauer 21.00—21.50 Mk., aas dem Lande abgeholt 20.40—21.50 M., kurhes. 21.00—21.50, M., norddeutscher 21.00—22.50 M., Manitoba 23.00 bis 23.25 M., Kansas 23.00-23.50 M., russischer Nicolajeff 23.25—23.50 Mark, Saxonska 22.75—23.00 Mark, Ulfa 22.50-23.25 Mark, Azima 22,75—23.00 M., La Plata

Kleines Feuilleton.

Di- Tüchtigkeit eines Menschen schätzt man heute vtel zu sehr nach seiner — Schulbildung ein! Man glaubt, daß jemand, der cme höhere Schule besucht und womöglich noch die Prüfung für das „Einjährige" bestanden hat, ein ganz tüchtiger Kerl 1-ut müsse. Deshalb auch wohl, nicht bloß, weil cs die vornehme Sitte so will, schicken viele Eltern ihre Kinder auf eine höhere Schule, selbst wenn sie der thohen Kosten wegen sich Entbehrungen auferlegen müssen. Ist das recht getan? Es kann durchaus mcht geleugnet werden, daß eine gute Schulbildung «roße Vorteile hat, aber das wirtschaftliche Fort­kommen eines jungen Mannes ist dadurch keinesfalls gewährleistet. Das Leben erfordert sehr viel mehr als nur Schulweisheiten, nur theoretisches Wissen, es erfordert vor allen Dingen einen klar denkenden Kopf unb sehr diel praktischen Sinn, um materielle Vorteile zu erkennen und wahrzunehmen! Wie oft hört man, daß jemand nicht an seinem richtigen Platze steht, er ist zu etwas anderem geboren. Seine Bildung aber oder der Stand Cer Eltern, so glaubt man, verlange, daß er bleibe, wo er ist. Dann gibt's eine:: unglücklichen, unbefriedigter- Menschen mehr. Andererseits kommen sehr oft Len'c. die nur einfache Schulbildung genossen haben, hoch im Leben, sie wer­den vermögend und angesehen, alles nur deshalb, weil sie einen geschärften Bl:ck für die Forderungen des praktischen Lebens hatten, tz'icht von allgemeinem M'sien, sondern von Fachkenntmsfcn hängt Glück und Erfolg im Leben ab, und deshalb verdient jeder Handwerker und jeder Arbeiter, der in seinem Fach etwas Tüchtiges zu leisten vermag. Achtung. Nicht nach dem, was der Geldbeutel oder die Eitelkeit der Eltern aus jemand gemacht hat, schätze man ihn ein, nicht nach seiner Schulbildung, sondern nach dem, was er leistet und was er au5 sich selbst heraus ge­macht hat! mo.

i- — Wie kühlt man sich mit besten ab? Es ist selbstverständlich, daß man fick an heißen Tagen und für größere Spazierniärschc so hell unb leicht als möglich kleidet, damit die Hautausatmung ungestört

vermischter.

* Ein Zug im Flusse. Ein von Oldenburg kom- I mender Zug ist nachts bei Hilkendorf auf der Strecke I Oldenburg-Weener in bie Ems gefahren, da der I Zugführer das Haltesignal übersehen hatte unb die I Endstrecke geöffnet war. Im Augenblick der höchstem I Gefahr, als die Lokomotive bereits mit drei Achsen I im Flusse war, gelang cs dem Zugführer, den Zug I zum Stehen zu bringen.

* Kassenraub am hellen Tage. In den Kaffen-, I raum der Badischen Anilin- und Sodafabrik in L u d- wigshafen drangen Samstag vormittag drei I Männer ein, bedrohten zwei ihnen entgegentretendL I Beamte mit einem Revolver und verletzten den einem durch einen Schuß in den Arm. Dann raubten sie I einen größeren Betrag und ergriffen damit die Flucht. I Bei der Verfolgung der Räuber wurde einer ergrif­fen, doch erschoß er sich sogleich. Die Täter sind I drei polnische Fabrikarbeiter, die ben Raub von langer I Hand vorbereitet hatten. Geraubt wurden etwa 1800 Mark.

I * Beim Pionicrübungsplatz an der Isar in Mün­chen fuhren Reservisten des Infanterie-Regiments

I auf Pontons zur Hebung; sie v e r l o r en d i c H cr r- I schäft über die Fahrzeuge, die umschlugen. Die Soldaten wurden von dem reißenden Strom mit fort- gerissen. Nur ein Unteroffizier konnte das Ufer schwimmend erreichen. Mannschaften des Eisenbahn- Bataillons, die in der Hirschau beim Brückenbau be­schäftigt waren, eilten zu Hilfe unb konnten einen Unteroffizier und vier Mann lebend retten. Ein Un­teroffizier ist ertrunken. Vor ein paar Tagen hat beim Brückenschlägen über die Isar auch ein Pionier den Tod durch Ertrinken gefunden.

* Die größte Gartenanlage Deutschlands. In­folge der bedeutenden baulichen Veränderungen auf | Schloß Fürstenstein durch denFürstenvonPleß ist die fürstliche Gärtnerei nach Licbichan (Schlesien) I verlegt worden, und sie dürfte nunmehr die schönste und größte Gartenanlage Deutschlands werden. Tas Areal des Schmuckgartens umfaßt zirka 35 Morgen. Dieses erweitert sick aber noch durch die Anlage einer Obstplantage um 22 und einer Baumschule um 30 Morgen, so daß die gesamte Gärtnerei beinahe 90 Morgen groß sein wird. Die Baulichkeiten, die be­reits ziemlich vorgeschritten sind und int nächsten Jahre fertiggestellt sein dürften, umfassen mächtige Gewächshäuser für Blumen, Palmen, Obst, Beeren, Südfrüchte ufw. In einem besonderen Raume be­findet sich eine umfangreiche Champignonzucht.

* Ein 19,000 Kilometer langes Kabel. Die Eastern Telegraph & Co. unb die Eastern Extension & Co, haben beschlossen, ein neues Kabel von Lands End (England) über Suez, Aden, Colombo, Peuang und Singapore nach Hongkong zu legen. Hierdurch wird beabsichtigt, die Telegramme ohne Umtelegraphierung unmittelbar von London nach Bombay zu geben. Die Kosten des Kabels sind auf 21 Millionen Mark veranschlagt.

* Fälschung von Obligationen. In Brüssel wurden 6 Schwindler verhaftet, die falsche Obligatio­nen, großer Pariser Gesellschaften angefertigt hatten. Diese Obligationen wurden an der Brüsseler Börse zum Preise von je 800 Frks. untergebracht. Die Fälscher sollen einen Gewinn von 1282 000 Frks- gehabt haben.

* Erdbeben auf Jamaica. Aus der großen An- tillen-Jnsel Jamaica meldet ein Kabeltelegramm schwere Erdcrschütterungcn, die große Verheerungen angerichtet haben sollen. Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden.

Aus -em Nachbargebiete.

* Sterbfritz. 28. Juli 1913. Dem Gendarmerie­wachtmeister Quester zu Mottgers wurde aus Anlaß seines Uebertriltes in den Ruhestand das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeickens verliehen.

* Alsfeld, 28. Juli 1913. Der Deutsch-Ameri- laner E Koch- Newyork hat der Bürgermeisterei 21000 Mark für eine Armen st iftung über­wiesen.

* Offenbach, 28. Juli 1913. Die Leiterin der hiesigen Filiale des Frankfurter Hut- und Schirm­geschäftes Raimund Hübinger hat in der Zeit vom Oktober vorigen Jahres bis jetzt den Erlös aus ver­kauften Waren im Betrag von über 1200 Mark unterschlagen und für sich verwendet. Auf Antrag ihres Prinzipals wurde sie verhaftet.

* Klein-Auheim, 28. Juli 1913. Gestern nach­mittag brach in einem Stall des A. Kämmerer Feuer aus, das auch auf das Wohnhaus Übergriff und dieses zerstörte. Trotzdem die Feuerwehr gleich energisch eingriff, wurden auch die benachbarten Anwesen des I. Lenz und P. Alois Bauer vom Feuer ergriffen und sind niedergebrannt. Die Entstehungsursache teS Brandes ist unbekannt.

* Schmalkalden. 26. Juli 1913. Für den Audienz­saal des Rathauses hat Prof. Piderit aus Hanau

I rung für die Entrichtung des einmaligen Wehrbei- I träges gegeben wird, noch nicht erschienen sind, so kann doch angenommen werden, daß die Steuererklä­rungen bis zu einem bestimmte» Termin im Ja­nuar abgegeben werden müssen. Erwägt man dann, daß in einzelnen besonderen Fällen' Nach­fristen gewährt werden, die sich auf den Fcb- rnnr !9i4 erstrecken, so dürfte der Veranlagungs- befcheid der Steuerbehörden zu dem einmaligen Wehrbeitrag dem Steuerzahler voraussichtlich im

I März zugestellt werden. Die Zahlung muß dann im zweiten Quartal 1914 erfolgen. Die Fristen zur I Abgabe der Vermögenserklärung werden nach den gesetzlichen Bestimmungen vom Bundesrat festgesetzt, I und es kann erwartet werde», daß sie sich mit denen | decke» werde», die gegenwärtig allgemein bei der Ver- I anlagung zur Einkommensteuer. usw. gesetzt sind.

Man wird demgemäß nicht fehlgehen in der An- I nähme, daß die Zustellung des Veranlag ungs- I bescheides und die Erhebung des ersten Drit­tels des Wehrbeitrages gleickzeitig mit der üblichen Veranlagung und SieuererbebungFür das Jahr 1915 durch die Behörden erfolge" wird, da hierdurch be- sondcre Aufwendungen an Zeit durch die zuständigen Behörden erspart werden. Diese sind nach dem Ge­setz durch die Landesregierungen zu bestimmen, die gleichfalls darüber zu befinden haben, ob und in wel­cher Weise Gemeinden und Gemeindeverbände bei der Veranlagung unb Erhebung des Wehrbeitrages mitzuwirken haben. Das zweite und letzte Drittel des Wehrbeitrages sind erst am 15 Februar 1915 und 1916 fällig. Es ist bestimmt, daß, wenn die Ein­ziehung des Wehrbeitrages su ben gesetzlichen Zah- I lungsfristen mit einer erheblichen Härte für den Bei­tragspflichtigen verbunden ist, der Betrag auf drei Fahre gestundet und die Entrichtung von Teil­beträgen gestattet werde» kann. Die Stundung kann von einer angemessenen Sicherheitsleistung abhängig gemacht werden.

Postanstalten und Briefbestellungen auf dem Lande. Vielfach wird die auf dem Lande teilweise übliche einmalige Briefbestellung während des Tages als zu gering für die postalischen Bedürfnisse erachtet. I die Reichsvost- und Telegraphenverwaltung ist durch­aus bemüht, allen Uebelstände», die auf diesem Ge­biete hervortreten, abzuhelsen, was aus einer Verfü­gung hervorgeht, die vor kurzem den Oberpostdirek- tümeu zugegangen ist, in der es u. a. heißt: Es ist aufgefallen, daß die Einschränkungen in der Zahl der täglichen Bestellungen vielfach lediglich von der Ein­wohnerzahl der zu bestellenden Ortschaften abhängig gemacht worden sind, ohne daß die Zahl der abzu­tragenden Sendungen die nötige Berücksichtigung ge- I funben hat. Den Oberpostdirektionen wird deshalb j Mr Pflicht gemacht, bei der Aufhebung von Land- I bestelleinrichtungen usw. mit Vorsicht zu verfahren, I und unter Umständen vorher die beabsichtigte Be- I schränkung mit maßgebenden Interessenten zu er­örtern.

I Massenchor^ Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten I des T u r n- und Fechtklubs wird eine Sänger- I Vereinigung, die aus Sängern von Fulda und Um- I geburtg besteht, unter Leitung des Kgl. Musikdirek- I wrs Herrn Gottfr. Leber, einen Massenchor zum 1 Vortrag bringen und zwar die „Hymne" von Mshnl. I

I vor sich gehen kann. Eine richtige Kleidung genügt I jedoch nicht, um einer übermäßig»» Erhöhung der I Körperwärme vorzubeugen und damit, wie dies beim | Hitzschlag plötzlich zur Erscheinung kommt, einen I schädlichen Einfluß derselben auf die Funktion der I Organe, besonders des Zentral-Nerven Systems hint- I anzuhaiten. Um den Verlust durch Schweißabsonde- I rang auszuoleichen, trinke man Wasser, kalten Kaf- I fee oder Tee, Zitronenlimonade und dergleichen, aber I niemals zu kalt und stets nur langsam, schluckweise, I niemals auch, wenn der Körper vom Lausen oder Arbeiten noch aufgeregt ist! Man gönne sich wenig­stens einige Minuten Ruhe zuvor. Durch das Löschen des Durstes wird der Magen erfrijcht, was ein küh­leres Empfinden zur Folge hat. Sehr zweckdienlich ist aber auch ein direktes Abkühlen der Haut durch Waschen des Gesichtes, des Halses und der Hände und ein Abkühlen.des Blutes, indem man die Hände bis über de» Puls in kaltes Wasser taucht. Dieses ein­fache Mittel wirkt ausgezeichnet, die Abkühlung ist geradezu wunderbar. Hat man längere Fußmärsche hinter sich, so kühle man auch die Füße, was vielfach

I noch unterwegs an einem Bach oder Teich geschehen | kann. Dadurch wird das Blut vorn Kopf herabge- I zogen, und die Füße haben nicht mehr das Gefühl der Ermüdung. Endlich empfiehlt cs sich, gute Pfeffer­minzküchel auf die Wanderungen mitzunehmcn, sie wirken sehr günstig auf ben Mazm und Darm ein und erfrischen die Mundhöhle. gl.

-- Wie sic rauchen ... In einer kleinen Studie beschäftigt sich der „Gozt Parisien' mit der Frage, wie und was die im öffentlichen Interesse sichenden Männer rauchen. Kaiser Wilhelm II. und König Eduard von England bezogen ihre Zigarren von einem kubanischen Lieferanten: die des englischen Kö­nigs waren Riefenglimmstengel: sie waren genau 22 Zentimeter lang und maßen 5 Zentimeter im Durch­messer. Natürlich war auch der Preis entsprechend; das Stück kostete vier Mark, von denen allein an den Arbeiter eine Mark abfiel. Der deutsche Kaiser ist weniger verschwenderisch: seine Zigarren sind nur 17 Zentimeter lang unb kosten erheblich weniger. Der Kaiser von Oesterreich raucht Zigarren mit Strohein- läge, die in ihrer Form den bekannten „Virginias" |