2. Blatt.
Druck 6ct Fuldaer Lctienöru^ekei itt ^ulda.
Zuldaer Leitung. ---
JMS \X)V
Dienstag 15. Juli 1915.
Aus dem Nachbargebiete.
A.
Natürliches
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Bekämpfung öftere Bespritzung mit Karbolineum empfohlen, feines Abkratzen mit einer Stahlbürste, eventuell müßten Aeste oder der ganze Baum abgesägt und verbrannt werden. Für den 3. August wurde ein Familicnausflug des Gartenbauvereins nach den Künzeller Tannen und Anna-Ruh beschlossen. Kunstgärtner Ries hatte bis zu 3 Pfund schwere Riesengurken ausgestellt, die er in einem besonderen Gurkenhaus gezogen hat. Dieselben wurden zugunsten der Bereinskasse versteigert. Zwei neue Mitglieder wurden in den Verein ausgenommen.
A Die Linde blüht. Seit einigen Tagen haben sich die Knospen der Lindenblüten geöffnet und lassen ihren honigsüßen Dust ausströmen, der am reinsten in der Abendluft zur Geltung fummt. In der Bahnhofstraße und am Frauenberg tritt dieser würzige Duft besonders stark auf und tagsüber summt's in den Kronen von fleißigen Bienen, die den als Delikatesse geschätzten Lindenblütenhonig einsa > mein. Bekannt ist auch die Verwendung des Lindenblütentees gegen verschiedene Beschwerden.
* Der 31. hessische Raiffeisen-Vcrbandstag findet bc- kanntlich am Mittwoch und Donnerstag in den Sälen des großen StadtparkeS in Kassel statt. Nachdem in den Ausschuß- und Vertrelerversannnlungen während des Mittwochs die geschäftlichen Fragen und Abstimmungen erledigt sind, findet abends nach 7'/a Uhr im großen Saale ein Familienabend als Vorversammlung statt. Die Hauptversammlung wird am Donnerstag, vormittags um 10 Uhr ihren Anfang nehmen. Die Teilnahme am Verbandstag wird eine überaus große fein, man rechnet darauf, daß über 1500 Raiff- eisenleute hier erscheinen.
eines Jahres um weit über eine Million Mark geschädigt. Die anderen Mitglieder der Gesellschaft haben sich in gleicher Weise ebenfalls um Millionen bereichert.
durch Abspringen rechtzeitig retten.
* Eschwege, 12. Inti 1013. Die Stadtverordneten beschlossen den erledigten Bürgermeisterposten auszuschreiben und die Bezüge auf 6000 Mark Anfangsgehalt, steigend in sechsmal drei Jahren bis zum Höchstbetrage von 10000 Mark einschließlich Wohnünakaeldziifcbuß feitzusekcu.
* Aus Thüringen, 12. Juli 1913. Der pensionierte Eisenbahnbeamte Atitius in Nordhau- s e n schoß seiner Frau, während diese zum Fenster hinausgelehnt auf die Straße sah, eine Kugel durch den Kopf und erschoß sich dann selbst. Tas Motiv zu der unseligen Tat ist in ehelichem Unfrieden zu suchen. Das Ehepaar hinterläßt fünf unmündige Kinder. — In Sonneberg wurde der 13jährige Sohn des Schlossers Eichhorn von einem Langholzwagen überfahren und sofort getötet. Der Knabe war mit feinem Fahrrad direkt in das Geschirr hineingefahren. — In der letzten Sitzung der Handelskammer zu K o b u r g macht der Vorsitzende die Mitteilung, daß Bayern es abgelehnt hat, die Bahnprojekte Rossach-Kaltenbrunn und Rodach-Königshofen weiter zu verfolgen.
b Eschborn, 13. Juli 1913. Für neue Straßen- bauten bewilligte die Gemeindevertretung eine Summe von 50 000 Mark. Ebenso beschloß sie den Bau eines neuen Schulhauses.
ht Aus dem Taunus, 13. Juli 1913. Auf einer Rundfahrt durch den Hochtaunus besuchte die Kaiserin das am 1. Juni durch den Orkan zerstörte Gebiet und besichtigte dabei eingehend die Verwüstungen in der Umgebung von Arnoldsheim und das völlig zerstörte Besitztum des Anbauers Röll. Sie ließ Herrn Röll mitteilen, daß sie ihm die zum Bau eines neuen Wohnhauses erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen werde.
* Wiesbaden, 12. Juli 1913. In der gestrigen Stadtverordneten-Sitzung teilte Oberbürgermeister Glässing mit, daß der Magistrat sich die erdenklichste Mühe gegeben habe, eine Garnison vor st är- kung zu erhalten, jedoch ohne Erfolg. Der Magistrat habe sich ferner bemüht, einen Luftschiff- Hafen und die nötige militärische Besetzung zu erhalten. Doch seien diese Verhandlungen vor allem daran gescheitert, daß das erforderliche Gelände von 60 Hektar in Wiesbaden nicht zur Verfügung stehe. — Die Filialsteuerordnung ist entsprechend einer ministeriellen Anweisung abgeändert worden, so daß nicht die Gewerbesteuer, sondern der M i e t s - wert der Geschäftslokale zur Grundlage dient. Ein Antrag, die Konsumvereine freizulassen, wurde abgelehnt.
* Aus Franke» Die katholisch-deutsche Studentenverbindung .Cheruscia" in Würzburg begeht in den Tagen vom 19 - 22. Juli das 20. Stiftungsfest. — Der neüetnannle lönigl. Rentamtmann Heindl an! München hat seine Ämtsgeschäsle in Brückenau ausgenommen. — Kurliste Nr.lSvonBadBrückeua u verzeichnet 2003 Kurgäste. — In Untersambach stieß sich die alte Wirtin Knauer, wahrscheinlich in- folae momentaner Geistesstörung, ein langes Steck- meffer bis zum Heft in die Brust. Ein Nachbar, der hinzu kam, mußte eine Zange nehmen und die größte Gewalt anwenden, um das Messer wieder aus dem Körper der Fran herauszubringeii. Als dies geschehen war, fiel die Wirtin um und war tot. — Bei Er- neuernngsarbeiten in der Kirche zu Maidbroun wurde eine Gruft mit drei Schädeln und Tolenge- beinen ausgedeckt. Nach einer alten Inschrift aus einer Platte handelt es sich um die Grifft eines Ahnherrn des Geschlechts Castell. Auf eine Mitteilung des Ortsaeistlichen erschienen die fürstlichen Herrschaften von Castell-Castetl und Castell-Rüdenhausen von Würzburg und es stand die jetzige Generation der Linie Castell vor den Gebeinen ihres Urahnen direkter Linie, des 1258 verstorbenen Grafen Friedrich von Castell, eines großen Wohltäters des Klosters von Maidbroun. Die Gruft ist die ältefte bisher bekannte Gruft derer von Castell.
Amt Geisa und Umgebung.
♦ Buttlar, 14. Juli 1913. Der Grubenvorstand der Gewerkschaft „B u t t l a r" teilt mit, daß die wirk-
Handel und Judnstrie.
Berlin, 14. Juli 1913. Infolge der neuen Verwickelungen auf dem Balkan, die die Börse zur Vorsicht mahnen, und unftiedlicher Jndustrieberichte zeigte die Börse leine rechte Unternehmungslust. Das Angebot war schwach, j<Jod) war die Börse widerstandsfähig. Deutsche Anleihen und Privatdiskont unverändert.
MMdies Jb.
Mit && a e.
vermischtes.
* Zahlreiche Schcckfälschunizen und Betrügereien hatte der Buchhalter Paul Hollmann verübt, während er bei einer dortigen Maschinenfabrik als Nebenbuchhalter mit einem Monatsgehalt von 160 Mk. in Diensten stand. Die ihm übertragenen Verpflichtungen benutzte Hollmanü zu erheblichen Schädigungen der Firma. Nach seinem eigenen Geständnis hat er 22 Schecks der Rheinischen Bank mit einer Gesamtsumme von 10 876 Mk., sowie 16 Postschecks über 7774 Mk. gefälscht. Die aus diese Weise erbeuteten Geldsummen verwendete Hollmann, der sich überall als Dr. Wilh. Hollmann ausgab, zu einem recht ausschweifew- den Leben. In den ersten Hotels machte er erhebliche Zechen. Bei seiner Verhaftung wurden ihm 1500 Mark abgenommen. Mit Rücksicht darauf, daß Hollmann wegen gleichartiger Betrügereien in Köln mit 2 Jahren Gefängnis vorbestraft worden ist, erkannte die Strafkammer auf eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten.
* Wenn man eine Zeitung anschwindelt. Der Arbeiter Braunsberger wurde vom Magdeburger Schöffengericht wegen versuchten und vollendeten Betruges zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Braunsberger hatte einer Zeitung die vollkommen frei erfundene Nachricht von dem Selbstmorde einer Dame mit ihrem Kinde gebracht und ein paar Wochen später versucht, der Redaktion eine gleiche Schwindelnachricht zu übergeben. Wenn man bedenkt, welches Unheil mit solchen erfundenen Nachrichten unter Umständen angerichtet werden kann, wird man die Höhe der Strafe begreiflich finden.
* Russische Schießübungen auf deutsche Ballons sind an der Ostgrenze nicht Seltenes. Aus Strasburg in Westpreußen wird gemeldet: Als ein in langsamer und sehr niedriger Fahrt dahintrcibender deutscher Freiballon der russischen Grenze nahegekommen war und die russischen Grenzsoldaten seiner ansichtig wurden, verfolgten sie ihn. Sic erreichten ihn bei Dzienzer und fingen nun an, blindlings drauf los zu schießen, obwohl der Ballon auf preußischem Gebiet flog. Glücklicherweise wurde von den Insassen niemand verletzt, doch sahen sich die Luftschiffer gezwungen, zu landen, und zwar dicht an der Grenze. Deutsche Vorstellungen wegen solcher Schießereien fallen gewöhnlich ergebnislos aus. Vorschrift ist, daß Ballons, die die russische Grenze überfliegen, sofort zu landen haben. Die Grenzkosaken machen sich natürlich ein Vergnügen daraus, sobald ein Ballon in Sicht kommt, ihn zur Zielscheibe ihrer Schüsse zu nehmen und geben später an, der Ballon habe nicht landen wollen.
* Eine russische Brandstiftergesellschast. In Char- bin ist die Polizei einer Verbrecherorganisation auf die Spur gekommen, die sich mehrere Jahre mit der gewerbsmäßigen Brandstiftung beschäftigt, und zahlreiche Feuerversicherungsgesellschaften geschädigt hat. An der Spitze der Verbrechergesellschaft, deren Mitglieder verhaftet wurden, stand ein Charbiner Kaufmann namens Aktschurin. Es wurde festgestellt, daß die Brandsüftergesellschaft bei den Versicherungs- gesellschasteu „ihre" Angestellten hatte, die unverhältnismäßig hohe Versicherungen auf Waren annahmen. Tie Organisation verfügte sogar über eigene „Techniker für Brandstiftung", so daß ihr dunkles Gewerbe lange unentdeckt blieb. Der Kaufmann Aktschurin hat zwei Feuerversicherungsgesellschaften im Laufe
* Bergen b. Hanau, 12. Juli 1913. Der Arbeiter Weißenstein von hier, der in der Likörfabrik von M. Hirsch die Kellertreppe hinuntergesallen war, ist keinen Verletzimaen erleaen.
* Niedersekters, 14. Juli 1913. Zwischen Nieder- selters und Oberbrechen fuhr an einer scharfen Kurve ein Probeauto der Adlerwerke in Frankfurt eine zirka 5 Meter hohe Böschung hinunter und fiel in den vorbeifließenden Mühlbach. Der Chauffeur kam unter den Wagen zu liegen und war sofort tot. Der mitfahrende zweite Angestellte des Werkes konnte sich
KatiMd-.es
Lokaler.
Fulda, 15. Juli 1913.
# Verliehen wurde dem Geheimen Baurat Goos, bisherigem Mitgliede der Eisenbahndirektion in Kassel, der Rote Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife.
L Priesterweihe. Am 25. Juli wird der Hochwürdigste Herr Bischof zehn Diakonen aus der Diözese Fulda die hl. «Priesterweihe erteilen. Ihre Primizfeier werden die Neopresbyler abhalten: Valentin Haas von Hahnershof am 26. Juli in Elters, die übrigen am 27. Juli und zwar Joseph Klüber in Elters, Fritz Lachmuth in Apolda, F. I. Baier in Hofaschenbach, Karl Hofmann in Mardorf, Hermann Ramb in Momberg, Emil Jestädt in Marbach, Karl Scheller in Hofbieber, Adolf Arend in „St. Familia" in Kassel, Alexander Werthmüller in Dipperz.
-h Zum Bahnhofsumbau. Die Ausführung der unlängst ausgeschriebenen Erdbewegungsarbeiten zum Umbau des Bahnhofs (150000 Kbm.) wurde gestern der Firma E. B ecker«Homburg v. d. H. übertragen.
~ Submission. Für die zum Neubau der Turnhalle und Dienstwohnung der dompfarr« ließen Volksschule erforderlichen Rohbauarbeiten wurden gestern mittag die eingegangenen Offerten geöffnet. Los 1: Erdarbeiten: Ernst Kramer 2186,75 M., H. Hodes 1530,72 M., Gr. Hantumm und St. Grosch je 1312,05 M., Schachtmeister Müller 1095,37 M., W. Rützel 874 72 AI., A. Hendler 874,70 M., Schachtmeister Gladitz 852,85 M., verspätet eingegangen I. Kollmann 1224,60 M. Los 2: Beton« und Maurerarbeiten: W. Rützel 17448,62 M., A. Vogel und F. Hillenbrand zusammen 16043,87 M., E. Kramer 15 916,86 RI., St. Grosch 15 829,49 M., H. Rommel 15 750,18 M., I. Schmidt 15 237,92 M., A. Hendler 15093,85 M., Gr. Hau- tumm 15060,89 M., H. Hodes 14456,94 M., ver- späte! I. Kollmann 15 624,59 M. Los 3: Steinmetzarbeiten: St. Grosch 208,60 M., H. Hodes 201,60 M., E. Kramer 197,60 M., H. Rommel 190,88 M„ Gr. Hautumm 187,20 M., E. Dehler 155 M. Los 4: Zimmerarbeiten: Mahr, Fritz und Schneemann zusammen 6028,49 M., E. Kramer 6015,70 M. Los 5: Dachdeckerarbeiten: A. Israel 4110,19 M., E. Heim Ww. 4109,04 M., Diegelmann & Han 3906,67M. Los 6: Spenglerarbeiten: I. Kalb 2017,35 M., A. Hasenpflug 1975,73 M., H. Kobel 1974,55 M., A. Hasenpflug jun. 1811,04 M„ Waider & Dannemann züs. 1704,59 M. Los 7: Schmiede- und Schlosserarbeiten: Schrimpf 1021,82 M , Trabert L Sohn 1017,82 M., I. Ritzel 997,82 M., I. Fleischmann, Ad. Fleischmann, A. Böschen, I. Ney und R. Hausmann je 983,82 M. Los 8: Trägerlieferung: C. A. Arnd und I. Traut je 644,47 M.
K. Ein Fahrradmarder wurde gestern nachmittag in Hanau sestgenommen, als er gerade im Begriff war, das Rad zu versilbern. In die Enge getrieben, gab der Radverkäufer zu, als Knecht in Margrcthen- haun bedienstet zu fein und das Rad am Vormittag in einem Hausflur auf der Friedrichstraße in Fulda (Pfeiffer) gestohlen zu haben.
-7-. Einbruchsdiebstahl. Eine gefährliche Einbrecher- gesellschaft treibt in letzter Zeit hier ihr Spiel und scheint als Operationsfeld besonders die Niesigerstraße zu bevorzugen. Denn vor einigen Tagen noch konnten wir von Einbrüchen ins Zentralhotel und in das Haus Niesigerstraße 16 melden, und schon in der gestrigen Nacht machte sich das lichtscheue Gesindel dort wieder Arbeit. Die Einbrecher drangen in den Keller der auf einige Tage abwesenden Bewohner des Hauses Niesigerstraße 12 ein, nachdem sie das vor den Fenstern befindliche Gitter durchschnitten hatten, und hießen 40 Flaschen Wein und etwa 200 Eier mitgehen. Es wäre zu wünschen, daß dem Treiben dieser Einbrecher bald Einhalt getan werden könnte.
-y- Uebersahren wurde gestern abend am Schweinemarkt ein etwa 6jähriger Junge von einem Radfahrer. Das Kind erlitt erhebliche Verletzungen am Kopfe.
§ Souderzüge »ach Berlin werden "am 4. Augu i gefahren. Die Fahrkarten zu ermäßigten Preisen haben zwei Monate Giiltigleit. Der Vorverkauf findet vom 24. Juli bis 2. August statt. Die Preise für Hin- und Rückfahrt ab Fulda betragen für zweite Klasse 30,20 Mk., für dritte Klaffe 19,80 Mk. Der erste Sonderzug jährt ab Fulda abends 9,45 Uhr, der zweite abends 10,44 Uhr.
!! Die Mitglieder des Leobundes unternahmen am Sonntag einen Ausflug nach Kassel. Sofort nach Ankunft wurde die sehr hübsche Kapelle des St. Elisabeth-Krankenhauses besucht, um daselbst der HI. Messe beizuwohnen, welche der Präses des Bundes, Herr Dornkaplan Dr. Müller, zelebrierte und der er eine kurze Predigt folgen ließ. Dann wurde das Frühstück von den freundlichen Schwestern bei herrlichem Wetter im Freien dargeboten. Es schloß sich ein Gang durch die Stadt an, bei dem einige Mitglieder des Kasseler kathol. Gesellenvereins die Führung übernommen hatten. Nach dem Mittagsmahl, das im kathol. Gescllenvereinsloral eingenommen wurde, gings auf Wilhelmshöhe. wo Gelegenheit gegeben war, zu sehen, wie die Wasserkünste in Bewegung gesetzt werden. Auch die Löwenburg wurde besucht. Bis zur Abfahrt gab es noch ein gemütliches Zusammensein in einer Gartenwirtschaft. Neben den Bauten sind es die prachtvollen Anlagen Kassels, die durch ihre Schönheit auffallen. Die Teilnehmer haben sich über den Ausflug derart gefreut. daß sie sich sagten: Wir wollen gerne sparen zu künftigen Ausflügen. Das nächste Ziel soll fein Eisenach und die Wartburg.
&; Gartenbauverein. Zur gestrigen Monatsver- fammlung hatten sich 90 Mitglieder eingesunden. Der Vorsitzende teilte mit, daß anstelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Breitenborn Kunstgärtner Ries berufen worden sei. Zum 2. Veremsvorsitzenden wurde Herr Bankvorstand M o l l e n h a u e r gewählt. Herr Lehrer A a r i e o l a - Künzell sprach in längerem Vortrage über die 5 e i n b e b e § Beerenobstes und die Mittel zu ihrer Bekämpfung. Interessant waren die Vorschläge zur Vertilgung der den Erdbeerfrüchten nachstellenden Mause, Ameisen und Schnecken. Schließlich wurden noch einige empfehlenswerte Erdbeersorten bezeichnet. In einer längeren Aussprache wurde sestgestellt, daß die gefürchtete B l u t l a u s in letzter Zeck hier mehr und mehr vorkommt. Alle Gartenbesitzeer mußten mit Energie diesem großen Obstbauschädling zu Leibe gehen, sonst sei alle Mühe umsonst. Es wurde zur
licke Ursacke des Unglücks, bei dem 6 Bergleute den | Tod fanden, bisher nicht einwandfrei festgestellt wer- den konnte. Es stehe indes unbedingt fest, daß ein Verschulden der Betriebsleitung nicht vorliege und daß nach erfolgter Feststellung auch jeder Gebirgsdruck gänzlich ausgeschlossen ist, sodaß der Schacht selbst in keiner Weise gefährdet ist. Bis zum Eintreffen der erforderlichen Ersatztübbinge wird das weitere Abteufen des Schachtes toietcr ausgenommen werden, um die Belegschaft wirtschaftlich zu beschäftigen und jede unnütze Verzögerung zu vermeiden.
* Dorndorf, 14. Juli 1913. Von der Gendarmerie wurde hier der Schuhmacher Th. Kley aus Ruhla verhaftet, der wegen schweren Einbruchdiebstahls von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgt wurde. _______, __________
Ans Gberhessen u. den heff. Aemtern.
* Marburg, 14. Juli 1913. Am Samstag starb plötzlich im Alter von 71 Jahren der Stadtverordnete Fabrikant I. C. Ost heim. Der Verblichene kam 1865 nach unterer Stadt und gründete eine Maschinenfabrik, die sich aus kleinen Anfängen zu einem anjehnlichen Betrieb entwickelt hat. In der Fabrik, die landwirtschaftliche und als Spezialität Maschinen für Mühlenbauzwecke herstellt, sind gegenwärtig über 120 Arbeiter beschäftigt.
(*) Marburg, 14. Juli 1913.. Beim hiesigen Kur- hessischen Jäger-Bataillon Nr. 11 werden zur Ein- stellung am 15. Oktober 1913 noch weitere Zwei- jährig-Freiwillige für das Bataillon, die 9)la« schineii-Gewehr- und Radfahrer-Kompagnie gesucht. Die Meldungen zur ärztlichen Untersuchung finden am 30. Juli, 2., 9. und 13. August in 9Jlarburg, auf dem Dienstzimmcr Nr. 17, Frankfurter Straße 6, statt. Dieideschein zum freiwilligen Eintritt ist mit-
' zubrinaen.
# Mendorf b. Ziegenhain, 12. Juli 1913. Gestern wurde die hiesige Feld- und Waldjagd verlachtet und den Herren Kreisarzt Dr. Stöltzing-Zie- lertijam, Kaufmann Korell-Ziegenhain und Gutsbe- itzer Burkhard-Schlierbach für zusammen 1390 Mark zugeschlagen. Der bisherige Pachtpreis betrug nur 485 Mark.
* Neustadt, 14. Juli 1913. Die auf die diesjährige Obsternte gesetzten Hoffnungen verwirklichen sich leider nicht. Birnen und Steinobst zeigen geringen Behang und von Aepfeln werden nur wenig bewährte Sorten einen nennenswerten Ertrag bringen.
* Jesberg, 12. Juli 1913. Gestern ist bei Kerstenhausen ein Mann von einem Auto überfahren und sofort getötet worden; dem Verunglückten wurde der Kopf gespalten.
* Gudensberg, 14. Juli 1913. In vergangener Nacht wurde hier in den „Hessischen Hof" ringe- brocheu. Genau wie in der vergangenen Woche lösten die Diebe den Kilt von dem Fensterrahmen, hoben die Scheibe heraus und konnten so geräuschlos cinsteigen. Sie nahmen einige Kisten Zigarren mit. Geld fanden sie nicht, statt dessen ließen sie eine im Geldkasten liegende Damenuhr milgehen. Von den Dieben hat man keine Spur.
Märkte.
Frankfurter Getreidemarttbericht vom 14 Juli 191i. Am heutigen Markt war die Stimmung sehr fest. Das Angebot in Landweizen war klein. Landroggen war lebyast gefragt. Fremde Weizen sind gegen die Vorwoche um stria 25 Pfg. erhöht. Hafer in guter Ware knapp und fest. Mais in gesunder Ware knapp. Mehl fest. Fuilerartikel stark steigend. Die Preise für Kleie und Schalen sind um '/« Mark pro 100 Kilo erhöht und auch bezahlt. Auch nach prompten Palmkuchen und Rapskuchen auf die Wintermonate ist lebhafte Nachfrage und zu erhöhten Preisen leicht verkäuflich. Es notierten; Weizen, hiesiger und Wetterauer 20.75—21.00 Mk., ans dem Lande abgeholt 20.30—21.40 M., kurhes. 20.90—21.00, M., norddeutscher 00.00—00.00 Mk., Manitoba 23.00 bis 23.25 M., Kansas 23.00—23.50 Mk., russischer Ntcolajeff 23.25-23.50 Mark, Saxonska 22.75—23.00 Mark, Ulka 22.50-23.25 Mark, Auma 22.75—23.00 M., La Plata 22.75-23.00 Mark rumän. 23.00—23.50 Mark, Walla Walia 00.00-00.00 M. — Roggen: hiesiger, 17.25 bis 17.30 M., auf dem Lande abgeholt 16.60—16.75 Mk., russischer 18.50-18.65 M., Amerikaner 17.50—17.75 Mk.,WallaWalla00.00-00.00M-— Gerste: hies. 17.00: bis 18.00 Mark, Pfälzer 17.25-18.00 M., fränkische 17.50—18.00 M., Riedgerste 17.50—18.00 M., ungarische, 00.00-00.00 Mk.-Hafer: hief.u.Wetterauer 18.75bis 19.25 M., kurhess. 18.50—19.25 M., bayer. 18.50—19.002«., La Plaia 18.00-18.05 Mk., russischer 18.00-20.00 Mark. — Mais fMixedj 14.50-14.60 Mark, Donau- mais 14.60-14.75 M-, La Plata 14.75—15.00 MaA, Cinqantin 18.50-190.0 M., russischer 00.00—00.00 Mark. — Alles per 100 Kilo netto, effektiv loko hier. -— Mehl: fest. — Es notieren nach Qualität: Weizenmehl, hiesiges, Nr. 0 32.00—32.25 Mark, fudd. Nr. 0 32.00-32.25 M., hiesiges Nr. 1 30.00-30.25 M„ süddeutsches Nr. 1 30.00 -30.25 Mk., hiesiges Nr. 3 27.00-27.25 M., süddeutsches Nr. 3 27.00—27.25 M., hiesiges Nr. 4 23.00-23.25 Mark, süddeutsches Nr. 4 23.00-23.25 M. — Roggen mehl,hiesiges, Nr. 02o.25 bis 25.50 M., do. Nr. 01 24.25—24.50 M., do. Nr. 1 23.25—23.50 M. Alles per 100 Kilo inklusive Sack loko hier. — Futterartikel: steigend. lWeizenschalen 9.10-9.25 Mark, Weizenkleie 9.00-9.15 Mark, Roggen- kleie 10.50-10.65 M., Weizen - Futtermehl 11.00 bis 11.50 M., Biertreber, getrocknet, 12.50—12.75 M., Malz» keime 12.25-12.50 M., Rapskuchen 13.25—13.50 Mk., Palmkuchen 14.25—14.50 Mark, Futtergerste 14.75 bis 15.00 M. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier betl Abnahme von 10000 Kilo.
* Fraukkurter amtliche Notierungen der Biehmarkt- preise vom 14. Juli 1913. Auftrieb: 1249 Rinder (einschließlich 00 Rinder aus Holland, tarnte 00, Rinder aus Schwedens, darunter 471 Ochsen, 7o Bullen, 702 Färsen und Kühe, 00 Fresser 293 Kälber, 159 Schafe, 2143 Schweine. Preise für 1 Zentner, Rinder: A. Ochsen: a. vollfleischige, ausgemastete höchsten Schlachtwertes 1. int Alter von 4—7 Jahren (Lebendgewichts 52-58 Mark, fSchlachtgewichtf 95 bis 100 Mark, 2. die noch nicht gezogen haben (ungeiochy Lebendgewichts 00 — 00, M, , ' (Schkächtgeryichts Olj^-OO Mark, b. junge fleischige nicht ausgemäftete und ältere ausgemästete (Ledendgew.s 47—51M., (Schlachtg.s 85-93 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere (Ledendgew.s 40—45 M., (Schlachtgew.s 74—83 Mark, c>. gering genährte jeden Alters fLebendgew.s 00-00 M., fSchlachtgew.s 00-00 M. 8. Bullen: a. voll fleischige, ausgewachsene höchsten Schlachtwertes fLebendgew.s 51—54 M., (Schlachtgewichts 85— 90 M., >>. vollileischlge jüngere (Lebendgewichts 47—50 Mar», fSchlachtgew.s 81-85 M., c. mäßig genährte sungere und gut genährte ältere fLebendgewichi! 00 - 00 Mark. fSchlachtgew.s 00 -00 M., d. gering genährte fLebdgew.f, 00-00 M., fSchlachtgew.s 00-00 Mark. C. Färsen lind Kühe: a. vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes (Lebendgewichts 50—53 Mark, Schlachgew.f 89—95 M, b. vollfleischige, ausgemästete, (Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren (Ldgew. 48—52 M., (Schlachtgew.s 89-93 M., c. 1) n>emg gut entwickelte Färsen (Ledendgew.s 41—45 M-, (Schlachtg.s 79—87 Ri., do. 2) ältere ausgemästete Kühe und wemg gut entwickelte jüngere Kühe fLebendgew.s 41—46 M., (Schlachtgew.s 76—86 M., d. mäßig genährte Kühe und Fätsen (Lebendg.s 34-40 M., (Schlachtgew.s 68-80 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Ledendgew.s -""bl Mark, (Schlachtgew.s 57—70 M. I). Gering genährtes Jungvieh (Fresser) fLebendgew.s 00—00 M., fDcklachtg.s Kälber: a. Toppelender feinste Mast (Lebendgewichts 00-00 Mk., (Schlachtgewichts 00—00 Mk. b. feinste Mast- (Vollmilchmastf und beste Saugkälber (Ledendgew.s 00-00 M., (Schlachtgew.s 000 -000 M., c. mittlere Mast- und aute Saugkälber (Lebendgew.j 57-62 M., (Schlachtg.s 97—105 M., ä. geringere Mast-u. gute Saugkälber (Ledendgew.s 51— 56 M., (Schlachtgew.s 86—k5M., e) geringe Saugkälber (Lw.sOO—00, (Schlachtgew.s 60—1.0 M. Schafe: A.Weidemastschafe: a. Mast- lämmer und jüngere Masthämmel fLebendgew.s 47—00 Mk., (Schlachtgew.s 98—00 M., b. geringere Masthämmel und gut genährte Schafe (Lebendgewichts 00—00 Mark, (Schlachtgew.s 00 - 00 M., c. mäßig genährte Hammel und Schafe -Merz-Schafe) (Lebendgewichts 09 —00 M., s Schlachtgewichts 00—00 Mark, d. Marschschafe oder Aiederungsschase (Lebendgewichts 00—00 M., (Schlachtgew.s 00—00 M. B. Stallmastschafe: 00. Schwetne: a. vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht (Ledendgew.s 62 V-—64 M., (Schlachtgewichts 80—81 M., b. vollfleischige Schweine bis 80 kg Lebendgewicht (Ledendgew.s 62-64 M., (SchlachtgevOs 80—81 M., c. vollfleffchige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht (Ledendgew.s 62—64 M., (Schlachtgew.s 80—81 M., d. vollfleischige Schweine von 120 —150 kg Siebeno» gern. (Lebendgew.s 62—64 M„ (Schlachtgew.s 80 biS 81 Mark, e. Fetischweine über 150 kg Lebendgewicht (Lebdgew.s 00-00 M., (Schlachigwichts 00 -00 Mark, I. unreine Sauen und geschnittene Eder (Lebendgew.^ 00- 00 M., fSchlachtgewichts 00-00 M. — Bon den Schweinen wurden am 14. Juli verkauft: a. Lbdgew. zum Preise von 65 Mk. 37 Stück, von 64 M. 183 Stück, von 63V- M 30 Stück, von 63 M. 158 Stück, von 62V- M. 11» Stück, von 62 M. 80 Stück, von 61V- M. 12 Stück, von 6OV- M. 1 Stück, von 60 M. 10 Stück, von 59 M. 0 Stuck, b. Schlachtaewicht zum Preise von 84 M. 15 Sluck, von 83 M. 62 Stück, von 82 M. 237 Stück, von 81 M 358 St., von 80'-, M. 5 Stück, von 80 M. 499 Sluck, von 79 M. 12 Stück, von 78V- M. 8 Stück, von 78 M. 20 Stück, von 77 M. 26 Stück, von 76 M. 11 ©tmf, von 75 M. 65 Stück, von 74 M. 60 Stück, von 73 M. 0 Stück, von 72 Dl. 0 Stück. — Marktverlaus: Aus dem Rüidcrmarkl in Ochsen langsamer, sonst reger Handel; undedeutender Ueberstaud; Kälber werden bet "gem- Schafe bei ruhigem und Schweine bei lebhaftem Gefchasts-
‘ gang ausverkauit._______ _