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Fuldaer Teilung

Ans dem Nachbargebiete.

ge- der

Sein Amtsbezirk umfaßt den Regierungsbezirk Kassel und da? Fürstentum Waldeck.

. '4;.. Auf die Tiözesankonferenz der Präsides der Gesellenvereine der Diözese Fulda, die am Montag den 16. Juli, mittags pünktlich um 14^1 im Gesellenhause zu Fulda beginnt, sei noch ein- hingcwresen. Mit Rücksicht auf die wichtige und reichhaltige Tagesordnung rechnet man auf vollzäh­lige Beteiligung. Es werden auch verschiedene Bücher und Veremsmaterialien ausgelegt sein

-- Ein Alttomatendieb hat sich in den letzten Tagen wiederholt den, im Bahnhof aufgestellten Automaten genähert. Mit Hülfe von Zinkplättchen m der Größe eines 10-Pfennigstückes ergatterte sich das Leckermaul aus dem Automaten eine Anzahl Schokoladetafeln. Bis jetzt konnte der Betrüger noch nicht gefaßt werden.

W Geschlachtet wurden im II. Vierteljahr 1913 im hiesigen Schlachthofe: 14 Pferde (1912: 13), 167 Ochsen (124), 36 Bullen (25), 134 Kühe (148), 174 Jungrinder (259), 846 Kälber (1029), 1919 Schweine (2289), 137 Schafe (112), 36 Ziegen (32), 127 Lämmer (131).

1. Der katholischen Kirche muß, abgesehen von dem selbstverständlich ihr ausschließlich zustehenden Recht, den Religionsunterricht zu erteilen und dessen Erteilung zu überwachen, derjenige Einfluß auf das Schul- und Er­ziehungswesen gewährt werden, dessen sie zur Erfüllung ihres göttlichen Auftrages, die Völker zu lehren und zu erziehen, bedarf. Insbesondere muß darum verlangt werden, daß das Recht der Kirche auf Ueberwachung der gesamten religiös-sittlichen Erziehung durch eine ent* brechende Teilnahme an der Schulaufsicht gesetzlich ge­währleistet wird.

2. Es ist ernste Pflicht aller Kreise der katholischen Be- oölkerung, für die Errichtung und Förderung konfessioneller Schulen und Erziehungsanstalten einzutreten.

3. Dieser Pflicht haben Ellern, Lehrmeister, Arbeit* geber und alle, welche für die Erziehung der ihnen an­vertrauten Jugend zu sorgen haben, vor allem anderen dadurch zu entsprechen, daß sie, so weit irgendwie mög­lich, für die Schulpflichtigen nur solche Unterrichts- und Erziehungsanstalten wählen, welche eine religiöse Er­ziehung im katholisch-kirchlichen Sinne gewährleisten.

4. Die Katholiken werden aufgefordert, angesichts der durch die neuere Gesetzgebung, namentlich Preußens, den Gemeinden eingeräumten Rechte und Pflichten betreffs der Schulverwaltung dafür Sorge zu tragen, daß die Gemeinde- und sonstigen Selbstverwallungsorgane, ins- oesondere auch die für die Schulverwaltung eingerichteten Organe nur mit solchen Männern besetzt werden, welche die Aufrechterhaltung und Förderung konfessioneller Schulemrichtungen verbürgen.

Dürfen nun dieKatholikendesFuldaer L a n d e s die Hände ruhig in den Schoß legen? Ge­wiß nicht. Es handelt sich um das Glück der Familie, um das Wohl der menschlichen Gesellschaft, um das Glück des Vaterlandes und um unsere hl. Kirche. Wohlan denn, folgen wir der Einladung, die besonders ergangen ist an alle Geistliche, Lehrer, Lehrerinnen, Magistrat und Stadtverordnete, an den Bürger und Landmann. Die Erhaltung der christlichen Schule und Erziehung ist ein Programmpunkt des Zen­trums. Die Angehörigen der Zentrumspartei, be­sonders aber die erwählten Vertrauensmänner in Stadt und Land, sind ebenfalls zur Versammlung am kommenden Dienstag eingeladen.

JVs (59.

»amrtag 12. Juli 1915.

~ Vom Wetter. Wenn sich auch in den letzten Tagen ab und zu mal ein Sonnenstrahl durchs graue Gewölk stahl, so hat doch das nun schon über drei Wochen vorhaltende naß-kühl» „Sommerwet- t e r" keine wesentliche Aenderung erfahren. Und dabei soll draußen aus dem Felde alles wachsen und reifen, das Gemüse in Hülle und Fülle verwendungs­bereit im Garten steben, das Obst sollte in der Son­nenglut sich kräftig entwickeln und färben, die Heu­ernte sollte unter sengender Hitze flott vonstatten gehen, ja das sollte sein im Sommermonat Juli. Statt dessen kein Wachsen der Kälte wegen. Die Wetterwarten frcilick> stellen für die nächsten Tage schon einen Umschwung in Aussicht. Warten wir also in Geduld ab!

* Eine grundsätzliche Frage des hessen-nassauischen Stadterechts betrifft eine soeben ergangene Entschei­dung des Oberverwaltungsgerichts. In L. mußten zur Verstärkung des Stadtverordnetenkollegiums Wahlen auf 4 bezw. 6 Jahre stattfinden und der Magistrat veröffentlichte im Anschluß an die Be­kanntmachung einen Beschluß, nach dem die Wähler bei Abgabe iher Stimme anzugeben hätten, welche Personen sie auf 4 bezw. 6 Jahre wählen wollten. Das Wahlergebnis wurde mit der Begründung an­gefochten, daß der Beschluß des Magistrats, wonach die Wähler über die Dauer der! Mandate der Kandi­daten bestimmen sollten, mit den Bestimmungen der Stadteordnung in Widerspruch stehe und daß seine Veröffentlichung ent en wesentlichen Mangel des Wahlverfahrei-s darstellte, der die Ungültigkeit der Wahlen zur Folge haben müsse. Ueber den Turnus des Ausscheidens der einzelnen Stadtverordneten müsse das Los entscheiden. Der Bezirksausschuß gab dem Klageantrage statt und erklärte die Verstärkungs­wahlen für ungültig. Die Bestimmung des § 20 der Städteordnung, daß die Stadtverordneten in regel­mäßigem Turnus und, soweit nötig, nach der Ent­scheidung durch das Los ausscheiden, habe zwar zu- nächst nur die erstmalige, die Neubildung des Kolle-

* Aus d-r Rhön, 11. Juli 1913. Auf dem samten Gebiet der Rhön ist ein steter Rückgang Schafzucht zu beobachten. Das muß um so mehr wundernehmen, als vor nicht langer Zeit noch die sprichwörtlich gewordenen „Rhönhammel" einen guten Namen hatten. Früher stand auch die Wolle noch in hohem Ansehen, und stattliche Preise wurden für Wollwaren gezahlt. Da man die früheren Oed­länder mehr und mehr der Kultur nutzbar gemacht hat und auch die Rhönwiesen fortgesetzt unter An­wendung künstlicher Düngemittel in ihrem Gras* chuchs verbessert, so daß für eine ausgiebige Hut immer weniger Gelegenheit wird, neigt die Romantik des Schafhirten ihrem Ende zu. Jetzt schon gibt es zahlreiche Nhönorte, in denen bei der letzten Tier­zählung überhaupt keine Schafe mehr zu zählen wa­ren. Daraus erklärt sich auch der Rückgang der Thüringer W o l l m ä r k t e. Nachdem früher selbst- produzierte Wollen der Landwirtschaft in Angeboten von jährlich 10 000 bis 20 000 Zentnern in Thü­ringen erfolgten, haben die diesjährigen Märkte ge­zeigt, daß es mit der Wollzucht langsam, aber sicher zu Ende geht. ,

* Widdershausen (Kr. Hersfeld), 11. Juli 1913. Gestern früh wütete hier ein Großfeuer. Trotz­dem 10 Fetterwehren der ganzen Umgegend zur Stelle geeilt waren, fielen doch acht Scheunen mit vie­lem E r n t em a t e r i a l dem Feuer zum Opfer. 2 Bauernhäuser haben stark gelitten, eines ist völlig vernichtet. Als man den Brand gewahrte, standen schon mehrere Gebäude in Hellen Flammen, sodaß man den ursprünglichen Herd des Feuers nicht bestimmt nachweisen kann und Brandstiftung ver­mutet., Die Bewohner hatten die größte Mühe, ihr Vieh in Sicherheit zu bringen. Dem Landwirt K. Trieschmann VIIL verbrannte ein Rind, dem Land­wirt G. Schimmelpfennig ein Zuchtschwein. Eine große Menge Federvieh kam ebenfalls in den Flam­men um. Ein weiteres Umsichgreifen des Feuers ist dem Schutze von Brandmauern und der Nähe des Werraflusses zu danken. Der Gesamtschaden dürfte an 8 0 0 0 0 M k. betragen und ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Am schwersten betroffen ist der Landwirt K. Trieschmann VIIL, da er sein ge­samtes Anwesen einschließlich seines Wohnhauses ver­loren hat, ebenso seine gesamten Futtervorräte.

gtums, NN Auge, aber sie sei auch maßgebend für Neuwahlen zur Verstärkung der Versammlung. Der Mangel des Verfahrens sei so wesentlich, daß er die Ungültigkeit der Wahlen zur Folge haben müsse. Dieser Auffassung pflichtete in höchster Instanz das Oberverwaltungsgericht bei.

* Julijagd. Waidmännische Freude Pflegt der Jager erst in der zweiten Hälfte des Juli zu genie­ßen, sobald die Blattzeit beginnt. In den ersten Julitagen wird zwar auch hier und da von einem übereifrigen Nimrod die „Fiepe" nach allen Regeln der Kunst geblasen, aber der Erfolg ist meistens doch ein recht negativer. Ein richtiger Bock muß erst in der nötigen Stimmung fein. Dann allerdings schießt er auf alles los, was nur im entferntesten wie der Schrei einer Ricke klingt. Selbst das Quitschen der Räder eines Schubkarrens ist nach glaubwürdigen Erzählungen schon von einem Bock aufgenommen worden. Im übrigen richtet sich der Erfolg beim Blatten hauptsächlich nach dem Material des vor­handenen Wildbestandes. Wo viele Ricken und nur wenige und noch dazu schwache Böcke sind, hat man auch mit den Patentiertesten Pfeifen wenig Erfolg. Von besonderer Wichtigkeit ist es auch, daß die alten «echserböcke soviel als möglich abgeschossen werden, da sie mit ihrer langjährigen Erfahrung — man wags glauben oder nicht —- dem Jäger auch die Er­folge bei den jüngeren, kräftigen, dreijährigen Böcken verderben.

= Gin neues Seitengewehr beim Militär. Die ersten Aufträge der Regierung auf Lieferung von blanken Waffen, die infolge der Heeresvermehrung notwendig werden, stehen vor dem Abschluß. Die großen Waffenfabriken in Solingen haben eine Ver­einigung gehildet, die die Herstellung eines großen Teiles des Bedarfs übernehmen. Für die Seitenge­wehre kommt ein neues Modell bei diesen Aufträgen zur Einführung. Die alten Seitengewehre haben sich als zu leicht erwiesen. Die neuen werden etwas schwerer und breiter fein.

(*) Der Schützenverein 1834 Fulda veranstaltet morgen, Sonntag den 13. d. Mts. einen Familien* Ausflug nach der Fohlenweide. Die Abfahrt erfolgt mit dem Zug um 2.21 Uhr bis Bieberstein.

2. Blatt.

vruck der z»ldaer Hdientraderei in Znlda.

gemacht. Auch das Reich bewilligte eine hohe Summe. Eine neue Sitzung der Staatssekretäre und Minister am 26. Oktober 1907 bedeutete wohl den entscheiden­den Wendepunkt in dem Schicksal des Zeppelinschen Unternehmens: denn das Reich setzte sich nun für sein Fortbestehen ein. Der int Winter angefangene Neu­bau nnteriiahm int Juli 1908 große Fahrten, bis er am 5. August desselben Jahres bei Echterdingen vernichtet wurde. Schon wenige Tage später waren so hohe Beträge eingelaufen, daß sie für mehr als ein neues Luftschiff ausreichten, und die Millionenspende des deutschett Volkes sicherte den Luftschiffbau für die Zukunft. Dieser an Erfolgen, aber noch mehr an Kämpfen, Mühen und Nöten reichen ersten Entwick­lung ist die Hälfte des an hundert Groß-Quartseiten umfassenden Buches gewidmet.

— Schornsteinrauch als Gewitterschutz. Wir ha­ben in diesem Jahre da und dort schon sehr viel Ge­witter gehabt. Natürlich ist man bemüht, sich gegen etwaige Blitzgefahren zu schützen, und es laufen da­bei auch mancherlei abergläubische Anschauungen mit unter. In vielen Gegenden zünden die Landleute bei drohendem Gewitter ein Feuer int Ofen an, legen auch wohl feuchtes Laub und dergl. auf, da sie glau­ben, daß starke Rcmchentwickelung den Blitz ablenke. Auch Großstädter kennen diese Vorsichtsmaßregel. Manche Leute belieben darüber zu scherzen, aber ganz zu Unrecht. Die Statistik der Blitzschäden hat näm­lich die auffallende Tatsache festgestellt, daß auf 1000 rauchende Fabrikschornsteine nur 0,3 Blitzschäden zu verzeichnen waren, während diese Schäden bei Kirch­türmen und anderen hohen Gebäuden, die nicht rauch­ten, 63 aufs Tausend betrugen. Der Volksglaube hat also auch hier unbewußt Beobachtungen gemacht, deren Richtigkeit nicht mehr anzuzweifeln ist. Das Feuer, die aussteigende Wärme vermindern die elektrische Spannung, welche nötig ist, um den Blitz auf bestimmte Gegenstände herabzuziehen. Mi.i mache also ruhig ein recht kräftig qualmendes Feuer rm Ofen, wenn ein Gewitter naht, und lasse sich ob ferner Sorgsamkeit von niemand auslachen! mo-

— Gurken als Heilmittel. Nun die Gurkenzeit ge­kommen ist, verlohnt es sich, darauf hinzuweisen, daß diese k rrliche Frucht in vieler Beziehung sich als ein treffliches Heilmittel bewcttwt « nkensalat

♦ Neu-Isenburg, 11. Juli 1913. Der öltest, Verein des Großherzogtums Hessen, der Gesang­verein »Frohsinn"*Neu*Jsenbürg hat beschlossen, sein 80jähriges Bestehen durch ein großes nationales Preissingen zu feiern. ‘j

* Gelnhausen, 11. Juli 1913. Schmiedemeister I- Nüchtern hier kann am 19. Juli auf eine 50jährige Meisterschaft zurückblicken. — Dem Stationsschaffner Schaumburg und dem Rangier­führer C. Zellmann aus Altenhaßlau wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. ' t

* Homberg, 11. Juli 1913. Seminarlehrer Keller ist zum 1. August an das Lehrerseminar in Schlüchtern versetzt. An seine Stelle tritt .Semi­narlehrer Kalle aus Essen.

* Aus Thüringen, 11. Juli 1913. Ein hartes, aber wohlverdientes Urteil fällte die Strafkammer in Weimar. Am 15. März kam es in Apolda zu Streitigkeiten, wobei der Bademeister Miehler einem Schlosser aus Zella St. Bl. ein Auge ausstach. Da­für wurden zwei Jahre Gefängnis verhängt. Der Staatsanwalt wäre mit iy2 Jahren zufrieden ge­wesen. — Eisenach soll doch ein Naturtheater er­halten und zwar will der neue Direktor des dortigen Stadttheaters auf eigene Kosten ein solches er­richten, nachdem die Stadt das Projekt abgelehnt hatte. — Der Polizei in I en a ist es gelungen, eine aus drei Personen bestehende Diebesgesellschaft zu verhaften, die namentlich den Diebstahl von Fahr­rädern gewerbsmäßig betrieb und bereits in vielen Städten, u. a. in Berlin und Hamburg, ausgetreten war- Auch andere Eigentumsvergehen werden dem Kleeblatt zur Last gelegt. — Als am Donnerstag in Gera 96er damit beschäftigt waren, eine Brücke^ die sie bei Untermhaus über die Elster geschlagen hat­ten, wieder abzureißen, schwamm der Rekrut Barth von der 2. Kompagnie einem Gegenstand, der zum Brückenbau verwendet worden war und tibn den Fluten fortgerissen wurde, nach.- Hierbei ging er unter und ertrank. Barth, der aus Schleiz stammte/ war verheiratet und Vater von zwei Kindern. —- Die Kirschen ernte in Frankenhaufen erdachte die­ses Jahr 935 Mark gegen 2016 Mark int Vorjahr, und in Grimma, Wurzen, Colbitz, Rochlitz, Mitt­weida und Penig wurden 2100 Mk., gegen 33 000 Mark int Vorjahre, gelöst In Kleinsahner, wo man in normalen Jahren einige 1000 Zentner Kirschen erntet, betrug die diesjährige Ernte nur gegen 30 Zentner. i

* Mainz, 11. Juli 1913. Ein großzügiges Pro-c jekt zur Nutzbarmachung der Wasser* kräftedesRheinsfürHessen hat dem Pro* vinziallandtag von Rheinhessen Vorgelegen. Dis Wasserkräfte des Rheins sollen in einem Stau-, und Kraftwerk bei Gernsheim, vor allein! für die hessische Industrie ausgenutzt Werden, die bis* her sämtliche Kohlen von auswärts zu beziehen ge­zwungen ist. Nach dem vorliegenden Projekt lassen sich im Jahr an Krastausbeute durchschnittlich 9 0 Millionen Kilowatt st unden erzielen. Die

doch so viel daraus zugute tat, die „Menschenrechte", zu proklamieren, hatte erstaunlich wenig für die „Frauenrechte" übrig. Man braucht nicht etwa zu denken, daß es damals nicht auch Frauen gegeben habe, die für eine Gleichberechtigung derJÄeschlechter eingetreten feien; es gab sogar sehr schreib- und rede­gewandte Damen zur Zeit der Französischen Revolu­tion, die ihr ganzes Streben in den Dienst der Gleich­berechtigungsanträge stellten. Schon 1791 verfaßte die Schriftstellerin Olimpia de Gouges eine Schrift „Erklärungen der Rechte der Frauen und Bürgerin­nen." In siebzehn Artikeln wandte sie sich an die Nationalversammlung, um die Gleichberechtigung bet Frauen zu erzwingen; vor allem sollten die Frauen endlich einmal auch öffentliche Aemter bekleiden dür­fen. tk.

— Allerlei Weisheit. Das deutsche Volk gibt jährlich ans: Für Volksschulen 420 Millionen Mk., für das Heer und die Marine 870 Millionen Mk, für Arbeiterversicherungen 957 Millionen Mk., aber für alkoholische Getränke aller Art 2800 Millionen Mark! — Die Einteilung der Stunde in 60 Minuten und dieser in 60 Sekunden rührt von den-alten Ba­byloniern her, etwa 2000 Jahre vor Ehr. — Auf je 1 Kilogramm im Umlauf befindlicher Goldmünzen kommen rund 15 Kilogramm Silbermünzen. — In Australien kommen durchschnittlich auf jeden Ein­wohner 15 Schafe, auf je 2 Einwohner 1 Pferd, und auf je 5 Einwohner 4 Stück Rindvieh. — Allein iw Preußen geschahen im Jahre 1906 696 Mordtaten, davon 491 an Männern, 205 an Frauen und Kin­dern. — Das beste Oel zum Einschmieren von Ka­nonen wird aus ausgekochten Rinderfüßen hergestellt. — Leute, die viel in der Nähe elektrischer Lichtquellen arbeiten, sind schon vielfach am sog. elektrischen Son­nenstich erkrankt. — Im alten Griechenland gab es Meister des Flötenspiels, die für einen Abend nach unserem Geld» ca. 15000 Mk. erhielten. , mo- .

— Sein Dienst. Hauptmann (zum. Gefreiten, der ausnahmsweise in die Regimentskanzlei kommandiert! ist): „Der Rechnungsfeldwebel wird Ihnen wohl schon' gesagt haben, was Sie nachmittags zu tun haben?" — Gefreiter: ,Zu Befehl, Herr Hauptmann, ich sollt ihn aufwecken, wenn der Herr HaMMNNtksmmU^

Lokales.

Fulda, 12. Juli 1913.

$ Erhaltung der christlichen Schule und Erziehung.

Arn Dienstag den 15. Juli, nachmittags 3% Uhr, findet in der Harmonie eine Versammlung statt, in der der bekannte Reichs- und Landtagsabge­ordnete Dr. Marx aus Düsseldorf über die Erhal­tung der christlichen Schule und Erziehung sprechen wird. Unser unvergeßlicher Führer Ludwig Windt- h o r ft rief einst den Katholiken zu: „Wenn der Kul­turkampf beigelegt fein wird, werdet ihr einen noch viel heftigeren Kampf um die christliche Schule zu führen haben" und er fügte hinzu: „Katholiken Deutschlands, rettet die christliche Schule, sonst seid ihr verloren!" Die Organisation zur Erhaltung der christl. Schule u. Erziehung, deren verdienter Vorkämpfer und 1. Vorsitzender Herr Dr. Karl Marx ist, wurde im vorigen Jahre auf dem Katholikentage in Aachen unter dem begeisterten Bei­fall der Versammelten gegründet. Nicht nur in Deutsch­land, sondern auch in Luxemburg, Spanien, Portu­gal, Italien und Frankreich tobt der Kampf gegen die konfessionelle Schule. Sie zu erhalten ist unsere heiligste Pflicht; denn es handelt sich um die von Gott für Gott geschaffenen Seelen unserer Kinder. Welche Ziele sich "die Organisation zur Erhaltung der christ­lichen Schule und Erziehung gesetzt hat, besagt die auf dem Katholikentage in Aachen angenommene R e- solution:

bereiten noch immer viele Hausfrauen in der Weise, daß sie, die Früchte schälen, in Scheiben hobeln, bann auspressen und den Saft fortgießen, in der Meinung, cs fei ja doch nur Wasser. Diese Ansicht ist ganz verkehrt, denn gerade der Saft ist das beste an der Gurke, alles übrige fast unverdauliche Cellulose, Holz­stoff. Frischer Gurkensalat oder auch nur der Genuß einer geschälten Gurke löscht ausgezeichnet den Durst, wirkt beruhigend bei Blutwallungen, Fiebererschei­nungen und Aufregungen, kühlend bei großer Hitze, er fordert auch die Hautausdünstung und erleichtert die Lungenfunktionen, sodaß selbst' Schwindsüchtige großen Nutzen davon haben. Sauer eingemachte Gurken tragen ihres Milchfciu'regehaltes wegen sehr viel zu einer guten Verdauung, aber auch zur Er­wärmung des Körpers bei, besonders im Winter, wenn man arg durchfroren ist. Jn"Griechenland bin­det man sich frische Gurkenschalen gegen Kopfschmerz bor die Stirn. Die getrockneten Kerne weicht man im Winter auf und bedeckt damit Frostschäden an den Händen und Füßen. Gurkenessenz endlich, bestehend aus zwei Teilen Saft und einem Teil Glyzerin, ist ein wenig bekanntes, aber sehr wirksames Schönheits­mittel gegen unreinen Teint, rauhe Haut und ebenso gegen Schinnen und Schuppen der Kopfhaut. gf.

— Henkersmahlzeiten. Jeder arme Sünder, der zum Tode verurteilt wird, bekommt auch heute noch — ein Rest mittelalterlicher Sitte — eine Henkers­wahlzeit, d. h. er kann offen und trinken, was er will. Es wird ihm alles besorgt, soweit erreichbar, auch Z'garren werden ihm gewährt. Im Mittelalter fah eine Henkersmahlzeit aber ganz anders aus. Dazu­mal nahm nicht nur der Henker an dem letzten Schmause des Delinquenten teil, sondern auch Rich­ter, Magistratspersonen usw. beteiligten sich daran. Es sind noch mehrere Urkunden aus alter Zeit bor* banden, die darüber berichten, u. a. ein „Küchenzet- tel für ein Henkersmahl, aus dem Februar 1627 in Köln. Der Zettel enthält. Ein halbes Schock geröstete Eier, einen Korb Spinat, sechs Pfund Kalbsleber, neun Pfund Rindfleisch ebensoviel Fische, und vier Schusseln Krapfen, also Pfannkuchen. Gottlob, der­artige Sitten sind vorüber mo.

~ Frauenrechtlerinnen zur Zeit der französischen Revolnvou. 5^- ^anzösische Revolution, die sich

Verliehen wurde dem General der Infanterie z. T. o. Bartenwerffer zu Marburg der Rote Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub, dem Amts­gerichtsassistenten a. D., Gerichtssekretär Grebe m Marburg das Verdienstkreuz in Gold, dem bisherigen Gememberechner, Auszüger Reeder zu Frankenhain nn Kreift Ziegenhain, dem städt. Steueraufseher Hocr zu Hanau, das Allgemeine Ehrenzeichen

»Militärperfonalien. Mit ber Führung ber 21. Kavallerie-Brigade würbe Oberst unb Militär-Bete* r‘n“rsjni>£teur v. Glasenapp beauftragt. Es -st dies seit ber am 10. Oktober 1966 in Frankfurt a. -uc. erfolgten Errichtung ber 21. Kavallerie-Brigade der 16. Kommandeur.

== Em niederländisches Vollkonsulat ist in Kassel ^™ni-t\!nOMbCtlünöl,d,eit Regierung errichtet. Herr August Pechmann wurde zum Konsul ernannt.

§ v Vorzüge mit 1. bis 3. Klasse. Außer den auf dem Fahrplan verzeichneten Zügen verkehren noch folgende Vorzüge: In ber Richtung nach Bebra: am 13., 14., 20., 25., 31 Juli unb vom

5-^u9uft ab Fulda 8 Uhr vormittags; in ber Rtchtung nach Frankfurt a. M.: vom 12 —14 vom 20—23., am 26., vom 29.—31. Juli,' sowie vom 1.—15. August ab Fulda 9,42 nachmittags.

— Submission. Bei ber Vergebung ber Schrei­ber-, Schlosser- unb Glaserarbeiten für ben Bahn­hofsneubau in Neuhof wurden folgende Of­ferten abgegeben: Möller-Neuhof 5732,56 Mk., A. Trant-Fulda 5478,91 Mk., Will-Neuhof 5356,55 Mk, Schickenbanz-Neuhof 5140,25 Mk., Schreinerinnunq Julba 4781,92 Mk. Die Arbeiten ber brei Handwerke waren in einem Lose ausgeschrieben. Trotzdem die Fuldaer Innung das billigste Angebot machte, sind ihr die Arbeiten nicht zugesprochen worden.

. X Uebersahren. Zu dem gestern gemeldeten Un­fall teilt uns Herr Gorsler mit, daß mehrere Jun­gens in mutwilliger Weise dicht vor dem Pferde quer über die Straße gesprungen feien, wodurch das Pferd unruhig geworden sei unb zum langsamen Trab eingesetzt habe. Im selben Moment sei auch bas ver­unglückte Kinb binierbrein unb gegen ben Scheer- baum gelaufen unb umgeriffen worben. Die Schuld au dem Unglück trügen also die größeren Jungen. (In unserem gestrigen Bericht wird dem Fuhrmann nach dieser Seite auch keine Schuld beigemessen. D, Red.)

Kleines Feuilleton.

ZI .Zeppelins. Der Luftschiffbau

I e p p e l - n hat seinem Herrn und Meister zum 75. Öe6urt§tag m bet gorm eines prachtvoll ausqestat- teten Buches eine Festgabe gewidmet, die das unver­gängliche Lebenswerk des Eroberers der Lust darstellt. Qtnt bcI FH1 verbreitet sich über den

Zeitabschnitt, der, m ber Oesfentlichkeit weniger be*

-mt dem rastlosen Ringen unb Schaffen des m ber Stille wirkenden großen Geistes ausgefüllt ist. X mi ra VMn Denkschrift, die Zeppelin 1887 als Milltarbevollmachtigter seinem Landsherrn, König Karl von Württemberg, überreicht hat aebt hervor, daß er schon damals die heute noch gültigen und kaum erfüllten Aufgaben des Luftschiffbaues er­kannte Doch seine Pläne nahmen erst nach dem Verlassen des militärischen Dienstes festere Gestalt an. Eine Reichskommission lehnte noch 1894 den z Bau des entworfenen Luftschiffes ab. Auch ber Ritt an die Oesfeittlichkeit 1895 um Unterstützung er* brachte keinen greifbaren Erfolg. Erst die ^deutschen Ingenieure traten 1896 mif weitblickendem Geist für Zeppelin so kräftig ein, daß eine entscheidende Wen­dung in den Geschicken der Erfindung herbeigeführt werden mußte. Es wurde eine eigene Aktiengesell­schaft zur Förderung der Luftschisfahrt gegründet, mit deren Hilfe das erste Schiff erbaut werden konnte. J?ch der Ausstieg om 2. Juli 1900 verlief so wenig günstig, daß die boomt unzufriedene Gesellschaft sich wieder auf löste, und der Kampf um die Aufbringung der Mittel zur Fortsetzung des Werkes aufs neue be- ?aun. Ein neuer Appell an die deutschen Ingenieure rächte kein Ergebnis, und auch die um Hilfe ange* U]ene Heeresverwaltung verhielt sich ablehnend. Z var zollte der Kaiser seine Anerkennung, und stellte ahfrf n einen erfahrenen Offizier ber Luftschiffer- fefift als Berater an bie Seite. Aber bie Mittel lidL»Ure .^eitere Aufrufe zeitigten einen nur Häg* etmn.ifv?0^- Eine Lotterie unb staatliche Zuschüsse endlich den Bau eines zweiten Lustkreu- qlück^e C\ einer Notlandung im Allgäu heran* Üuftidh - Bach den erfolgreichen Fahrten des brüten

' 1906 wurden weitere Geldbetrag , flüssig

nötige Fallhöhe soll durch Stauung des Rheins bei Niedrig- und Mittelwasser auf 2 80 Meter erreicht werden. Die K osten für die Ausführung des Pro* jektes sind einschließlich einer Schleusenanlage für die Schiffahrt auf 13500000 Mark angesetzt.! Die bisherigen Arbeiten der Kulturinfpektionen in Mainz unb Darmstadt haben ergeben, daß mit hetz Stauung eine Gefahr für die Bewässerung unb Ent* Wässerung ber niebrig gelegenen Ländereien nicht ber*i bunden fei. Die größte Schwierigkeit besteht Hinsicht* lich der Schiffahrt. Das Projekt sieht eine Stauan­lage mit Walzenwehren vor und für die Schiffahrs eine Doppelschleuse unb zwar eine größere ftb Schleppzüge von 360 Meter nutzbarer Länge und 23 Meter nutzbarer Breite, unb eine zweite kleinere von 200 Metern Länge unb 20 Metern Breite. Bei einer? Verwirklichung bes Projektes haben bie großen lieber* landzentralen Mainz, Darmstadt, Worms? und O st h o f e n bestimmt ben Anschluß unb bie. Be* leiligung zugesichert. In Frage kommen ferner noch bie Zentralen in Wiesbaben, Kreuzn,achj Germersheim n. a. Die Hochwassergefahr wird burch bie Schleusenaulage nicht erhöht werben, da es sich bei biefen Bauten nicht um feste, fonbern um bewegliche Anlagen handelt, die im Fall einer lieber* flutungsgefahr sofort geöffnet werden tonnen; so daß der Abfluß ber Wassermengen in keiner Weise ge* hinbert wirb. Die Vorteile für bie Industrie und bas gesamte wirtfchastliche Leben würben als so weit* tragen!) erachtet, baß bie Provinz Rheinhessen zufarn^ men mit ber Provinz Starkenburg bie Kosten von 15 000 Mk. für die Vorarbeiten je zur Hälfte tragen wird.